[0001] Vorgeschlagen wird eine Vorrichtung zum räumlichen Schwenken der Abstrahlrichtung
eines Radarsensors. Insbesondere beim Einsatz eines Radarsensors in Fahrzeugen, vorteilhafterweise
in Form eines Abstands- und Geschwindigkeitssensors zur adaptiven Geschwindigkeitsregelung,
ist es vorteilhaft, den Radarstrahl räumlich, insbesondere horizontal, schwenken zu
können. Dadurch ist es möglich, mit einem Radarstrahl, der eine sehr schmale Strahlungskeule
besitzt, einen breiten Bereich vor dem Fahrzeug auf Objekte hin zu untersuchen.
Stand der Technik
[0002] Aus der DE 196 44 164 ist ein Kraftfahrzeug-Radarsystem bekannt, das mindestens ein
Sende-/Empfangselement zum Senden und/oder Empfangen elektromagnetischer Wellen aufweist,
wobei sich im Strahlengang dieses mindestens einen Sende-/Empfangselement ein linsenförmiger
dielektrischer Körper befindet. Dieser linsenförmige, dielektrische Körper hat zum
einen die Aufgabe die zu sendenden bzw. zu empfangenden elektromagnetischen Wellen
zu fokussieren und zum anderen das mindestens eine Sende-/Empfangselement vor Witterungseinflüssen
zu schützen.
[0003] Eine Vorrichtung gemäß dem Hauptanspruch, bei der zwischen einem Sende- bzw. Empfangselement
zum Senden bzw. Empfangen von Radarstrahlung und einer dielektrischen Linse ein dielektrischer
Körper rotierbar angeordnet ist, ist nicht bekannt.
Kern und Vorteile der Erfindung
[0004] Kern der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung anzugeben, die ein mechanisches
Schwenken eines Radarstrahl ermöglicht. Hierzu wird zwischen einer dielektrischen
Linse und einer Radarquelle, die in etwa auf der optischen Achse der dielektrischen
Linse liegt, ein dielektrischer Körper rotierbar angeordnet.
[0005] Vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in
den Figuren der Zeichnung dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten
Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig
von ihrer Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig
von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung bzw. in der Zeichnung.
[0006] Vorteilhafterweise ist die Rotationsachse des rotierbar angeordneten, dielektrischen
Körpers so ausgerichtet, dass diese in etwa achsenparallel zur optischen Achse der
dielektrischen Linse liegt.
[0007] Weiterhin ist es vorteilhaft, dass der rotierbare, dielektrische Körper eine kegelartige
Gestalt aufweist und um seine Höhenachse rotiert.
[0008] Vorteilhafterweise weist der rotierbare, dielektrische Körper einen Winkel zwischen
der Körpergrundfläche und dem Körpermantel auf, der sich entlang des Umfangs der Körpergrundfläche
verändert. Dieser Winkel zwischen Körpergrundfläche und Körpermantel wird im Weiteren
als Keilwinkel bezeichnet.
[0009] Weiterhin vorteilhaft ist es, dass die Oberflächen des rotierbar angeordneten, dielektrischen
Körpers vergütet sind, insbesondere durch das Vorsehen sogenannter Matching Grooves
auf den Oberflächen oder durch das Aufbringen eines Materialfilms. Diese Matching
Grooves sind Vertiefungen an der Oberfläche des dielektrischen Körpers, insbesondere
in Form paralleler Rillen, deren Abmessungen und Abstände der Radarwellenlänge angepaßt
sind. Alternativ zu diesen Matching Grooves kann auch ein Materialfilm auf den Oberflächen
aufgebracht werden. Hierbei ist es notwendig, dass der vorgesehene Materialfilm bezüglich
seiner Dicke und seiner relativen Dielektrizitätszahl so gewählt wird, dass die Verluste
durch den Gesamtübergang der Radarwellen aus dem Körper über den Materialfilm bzw.
über die Matching Grooves in die Luft minimiert werden. Durch diese Maßnahmen können
die Reflexionen, die beim Übergang der elektromagnetischen Welle von der Luft in den
Körper und im weiteren Verlauf aus dem Körper in die Luft entstehen, minimiert werden.
[0010] Vorteilhafterweise wird diese Anordnung zum Schwenken eines Radarstrahlenbündels
in einem Abstands- und Geschwindigkeitsensor für Kraftfahrzeuge verwendet.
Zeichnungen
[0011] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung erläutert.
- Figur 1
- zeigt die Anordnung der dielektrischen Linse, des Radarelementes zum Senden bzw. Empfangen
sowie dem dazwischen rotierbar angeordneten, dielektrischen Körper;
- Figur 2a
- zeigt den Strahlverlauf in der Vorrichtung unter einer bestimmten Winkelstellung des
rotierbaren Körpers;
- Figur 2b
- zeigt den Strahlverlauf in der Vorrichtung unter einer weiteren bestimmten Winkelstellung
des rotierbaren Körpers;
- Figur 3a
- zeigt die Draufsicht in axialer Richtung auf den rotierbaren, dielektrischen Körper;
- Figur 3b bis Figur 3e
- zeigen verschiedene Schnittprofile in radialer Richtung des rotierbaren, dielektrischen
Körpers;
- Figur 4
- zeigt eine räumliche Ansicht des rotierbaren, dielektrischen Körpers.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0012] In Figur 1 ist eine Seitenansicht der Vorrichtung, bestehend aus einem Sende- bzw.
Empfangselement (1) zum Senden bzw. Empfangen von Radarstrahlung, einer dielektrischen
Linse (2) zum Fokussieren des Radarstrahlung, sowie einem rotierbaren, dielektrischen
Körper (4) abgebildet. Das Sende- bzw. Empfangselement (1) und die Linse (2) sind
so angeordnet, dass das Sende- bzw. Empfangselement (1) in etwa auf der optischen
Achse (3) der dielektrischen Linse (2) liegt. Weiterhin ist zwischen dem Sende- /
Empfangselement (1) und der dielektrischen Linse (2) ein rotierbar angeordneter, dielektrischer
Körper (4) angebracht. Dieser Körper hat in der hier beschriebenen Ausführungsform
eine kegelartige Gestalt, wobei in Richtung der Höhenachse eine Rotationsachse (5)
vorgesehen ist, um die der dielektrische Körper rotieren kann. Diese Rotationsachse
(5) ist so angeordnet, dass sie in etwa parallel zur optischen Achse (3) der dielektrischen
Linse (2) ausgerichtet ist. Durch die Form des Bereichs des kegelartigen Körpers,
er sich innerhalb des Strahlengangs zwischen Radarelement (1) und Linse (2) befindet,
wird der Radarstrahl gebrochen und passiert die Linse (2) in einem spitzen Winkel
zur optischen Achse (3). Durch eine Rotation des kegelartigen Körpers verändert sich
der Querschnitt des Bereichs des Körpers (4), der innerhalb des Strahlengangs liegt,
wodurch eine verschieden starke Brechung des Strahlengangs erreicht wird, in Abhängigkeit
der momentanen Winkelstellung des rotierbaren Körpers (4).
[0013] In Figur 2a und 2b ist die Funktionsweise anhand zweier unterschiedlicher Winkelstellungen
des rotierbaren Körpers erläutert. Figur 2a zeigt die Vorrichtung zu einem Zeitpunkt,
zu dem der im Strahlengang liegende Bereich des rotierbaren Körpers einen vergleichsweise
kleinen Keilwinkel (14) aufweist. Der Strahlengang des vom Sende- bzw. Empfangselement
ausgesandten bzw. empfangenen Radarstrahls wird in der abgebildeten Art und Weise
an dem rotierbaren, dielektrischen Körper gebrochen und passiert die dielektrische
Linse (2) in einem Winkel alpha (6) zur optischen Achse (3) der Anordnung.
[0014] In Figur 2b ist die Vorrichtung zu einem weiteren Zeitpunkt dargestellt, wobei der
rotierbare, dielektrische Körper (4) zwischenzeitlich weitergedreht wurde. Folglich
weist der Teil des rotierbaren, dielektrischen Körpers (4), der sich momentan im Strahlengang
befindet, einen im Vergelich zur Darstellung in Figur 2a gezeigten, unterschiedlichen
Keilwinkel (14) auf. Dieser Keilwinkel wurde in Figur 2b (14) beispielhaft größer
dargestellt als in Figur 2a (14). Durch den größeren Keilwinkel (14) des momentan
im Strahlengang liegenden Bereichs des Körpers (4) wird der momentan gesendete bzw.
empfangene Strahl vergleichsweise stärker gebrochen, wodurch dieser momentane Strahlengang
auch einen größeren Winkel alpha (7) aufweist, als zu dem Zeitpunkt, der in Figur
2a dargestellt wurde. Durch die kontinuierliche Veränderung des Keilwinkels (14) infolge
einer Rotation des kegelartigen, dielektrischen Körpers (4), wird der Winkel alpha
(6,7) unter dem der Radarstrahl die optische Achse (3) der Vorrichtung schneidet,
kontinuierlich verändert. Es ergibt sich infolgedessen ein Sende- bzw. Empfangsstrahl,
der kontinuierlich seinen Winkel alpha (6,7) zur optischen Achse der Vorrichtung verändert.
Durch eine geeignete Gestalt des kegelartigen, dielektrischen Körpers (4), insbesondere
durch eine geeignete Wahl des Keilwinkels (14) in Abhängigkeit des Azimutalwinkels
des rotierbaren, dielektrischen Körpers, läßt sich der Radarstrahl über einen vorbestimmten,
sektorförmigen Bereich in Abstrahlrichtung der Vorrichtung schwenken. Hierdurch läßt
sich ein großer Erfassungsbereich des Radarstrahls bei gleichzeitig schmaler Strahlungskeule
realisieren.
[0015] In den Figuren 3a bis 3e ist der kegelförmige, dielektrische Körper (4) detailiert
dargestellt. Figur 3a zeigt den Körper (4) in einer Draufsicht, in axialer Betrachtungsrichtung.
Der Körper (4) weist in der dargestellten Ausführungsvariante eine kreisrunde Körpergrundfläche
auf. Im Zentrum dieser Figur ist die Rotationsachse (5) sowie die Rotationswelle (8)
dargestellt. Die radialen Linien (10, 11, 12 und 13) stellen gedachte Schnittlinien
dar. Die Profile, die der dargestellte Körper (4) an den jeweiligen Schnittlinien
(10, 11, 12 und 13) aufweist, sind in den Figuren 3b bis 3e dargestellt. So besitzt
der Körper im Radialschnitt an der Linie 10 einen Querschnitt in Form eines rechtwinkligen
Dreiecks, wie es in Figur 3b aufgezeigt ist. Der Keilwinkel (14) zwischen der Körpergrundfläche
und dem Körpermantel, der in Abhängigkeit von der radialen Schnittrichtung des Profils
unterschiedlich ist, ist an dieser Schnittposition vergleichsweise klein. An einer
weiteren gedachten, radialen Schnittlinie (11) weist das zugehörige Profil, das in
Figur 3c dargestellt ist, einen größeren Keilwinkel (14) auf, als das in Figur 3b
dargestellte. Figur 3d zeigt das radiale Schnittprofil entlang einer weiteren gedachten
Schnittlinie (12), deren Lage in Figur 3a dargestellt ist. Der Keilwinkel (14) des
in Figur 3d dargestellten radialen Schnittprofils (12) ist im Vergleich zu den in
Figur 3b und 3c gezeigten Keilwinkeln größer. In Figur 3e ist ein weiteres radiales
Schnittprofil (13) dargestellt. Diese Figur 3e zeigt das Profil entlang des rotierbaren,
dielektrischen Körpers an einer weiteren Stelle (13), die aus Figur 3a ersichtlich
ist. Im Vergleich zu den vorhergehenden Schnittprofilen der Figuren 3b bis 3d entlang
der Linien 10, 11 und 12 weist das Profil entlang der Linie 13 einen noch größeren
Keilwinkel (14) auf. In den azimutalen Richtungen, die zwischen den explizit aufgetragenen
Schnittprofilen liegen, verändert sich der Keilwinkel (14) kontinuierlich und vorzugsweise
linear. Zwischen der Azimutalrichtung mit dem größten Keilwinkel und der Azimutalrichtung
mit den kleinsten Keilwinkel ergibt sich eine Unstetigkeitsstelle in der Mantelfläche
des kegelartigen Körpers, die in Figur 3a durch die radiale Linie (9) dargestellt
wurde.
[0016] Figur 4 stellt eine räumliche Ansicht des kegelartigen, rotierbar angeordneten und
dielektrischen Körpers (4) dar. In dieser Darstellung ist auch die Unstetigkeitsstelle
(9) des Körpermantels dargestellt, die infolge des Nebeneinanderliegens des Schnittprofils
mit größtem Keilwinkel und des Schnittprofils mit kleinstem Keilwinkel zustandekommt.
Weiterhin ist die Rotationswelle (8), die im Bereich der Höhenachse des Körpers vorgesehen
ist, dargestellt ebenso wie die Rotationsachse (5), die in axialer Richtung in der
Rotationswelle liegt.
[0017] Das in den Figuren der Zeichnung dargestellte Ausführungsbeispiel des rotierbar angeordneten,
dielektrischen Körpers kann auch in ähnlichen Varianten ausgeführt sein. So kann das
Profil, das im Ausführungsbeispiel auf dem gesamten Mantelumfang vorgesehen wurde
auch auf 180° zusammengefaßt werden und auf dem verbleibenden Kegelmantel ein gleiches
Profil mit abnehmendem Keilwinkel realisiert werden. Hierdurch wird erreicht, dass
der Radarstrahl nach dem Überstreichen des Erfassungsbereiches nicht in die Ausgangsposition
zurückspringt, sondern sich in einer gleichförmigen Bewegung wieder in die Ausgangsposition
zurückbewegt, wobei wieder der gesamte Erfassungsbereich durch Radarstrahl abgetastet
wird. Die Veränderung des Keilwinkels in Abhängigkeit des Azimutalwinkels kann auch,
abweichend vom gezeigten Ausführungsbeispiel, nichtlinear verlaufen, wodurch sich
eine veränderliche Momentangeschwindigkeit des Radarstrahls beim Überstreichen des
Erfassungsbereichs ergibt.
1. Vorrichtung zum räumlichen Schwenken eines Radarstrahls, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem Sende- bzw. Empfangselement zum Senden bzw. Empfangen von Radarstrahlung
und einer dielektrischen Linse ein dielektrischer Körper rotierbar angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse des rotierbaren, dielektrischen Körpers in etwa achsenparallel
zur optischen Achse der dielektrischen Linse ausgerichtet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der rotierbare, dielektrische Körper eine kegelartige Gestalt aufweist und um seine
Höhenachse rotiert.
4. Vorrichtung nach Anspruch , dadurch gekennzeichnet, dass der rotierbare, dielektrische Körper einen Winkel zwischen der Körpergrundfläche
und dem Körpermantel aufweist, der sich entlang des Umfangs der Körpergrundfläche
verändert.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächen des rotierbaren, dielektrischen Körpers vergütet sind, insbesondere
durch das Vorsehen sogenannter Matching Grooves oder durch das Aufbringen eines dielektrischen
Materialfilms.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass diese Anordnung zum Schwenken eines Radarstrahlenbündels in einem Abstands- und Geschwindigkeitsensor
für Kraftfahrzeuge verwendet wird.