[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Sicherung eines in
beiden Richtungen befahrenen Gleisabschnittes, an dessen Enden jeweils über eine Weiche
ein Ausweichgleis angeschlossen ist, an welchem in einem mindestens dem Schutzweg
eines Zuges entsprechenden ersten vorbestimmten Abstand vor der Weiche ein Zugbeeinflussungsmittel
angeordnet ist.
[0002] Um in erster Linie bei eingleisigen Eisenbahnstrecken einen sicheren Zugbetrieb mit
Folgezugund Gegenzugsicherung zu gewährleisten, gibt es die Streckenblockeinrichtung,
die bisher über mündliche oder telekommunikative Erteilung der Fahrerlaubnis und die
Eintragung in das Zuglaufblatt erfolgt. Auf diese Weise soll der Gleisabschnitt insofern
gesichert werden, als sich nur ein Zug auf dem Gleisabschnitt befinden darf bzw. das
Einfahren eines Folge- oder Gegenzuges in den Gleisabschnitt verhindert wird.
[0003] In den Betriebsvorschriften der Eisenbahnen gibt es dafür festgelegte Vorgangsweisen.
Üblicherweise wird eine Sprechverbindung (z. B. Telefon- oder Funkverbindung) zwischen
Zugleitzentrale und Triebfabrzeugführer hergestellt, über die mit festgelegter Sprache
entsprechende Meldungen ausgetauscht werden. Vor der Einfahrt in den Gleisabschnitt
hat der Triebfahrzeugführer die Fahranfrage an die Zugleitzentrale zu stellen, die
im Falle der Möglichkeit mit der Fahrerlaubnis antwortet. Nach Einfahrt in den Gleisabschnitt
hat der Triebfahrzeugführer die Verlassensmeldung abzugeben, was bedeutet, dass von
der Zugleitzentrale die Einfahrt eines weiteren Zuges in diesen Gleisabschnitt zu
verhindern ist. Nach Verlassen des Gleisabschnittes hat der Triebfahrzeugführer die
Ankunnsmeldung abzugeben, worauf in der Regel die Zugleitzentrale den Gleisabschnitt
zum Befahren durch einen anderen Zug freigibt.
[0004] Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass es keine vollständige Sicherheit bietet.
Die Sprechverbindung zwischen Zugleitzentrale und Triebfahrzeugführer kann insbesondere
bei Funkverbindung gestört werden, und die beteiligten Personen können Meldung fehlinterpretieren,
sodaß bei diesem Verfahren Störfälle oder Unfälle nicht gänzlich auszuschließen sind,
wie auch die Praxis zeigt.
[0005] Es sind daher schon automatische Zugsicherungseinrichtungen in Form von Zugbeeinflussungsmitteln
geschaffen worden, von denen überwiegend das sogenannte Indusi-System (induktive Zugbeeinflussung)
und die magnetische Fahrsperre verwendet werden.
[0006] Das Indusi-System arbeitet mit Gleismagneten, die auf dem Gleis angebracht sind und
einen elektrischen Saugkreis bilden, der auf eine am Triebfahrzeug vorgesehene Steuerung
einwirkt, die wiederum den Zug bei Einfahrt in einen gesperrten Gleisabschnitt selbsttätig
zum Stillstand bringt.
[0007] Bei der magnetischen Fahrsperre werden am Gleis angeordnete Permanentmagnete verwendet.
Bei irregulärem Überfahren durch einen Zug werden die Gleismagnete nicht demagnetisiert
und lösen in weiterer Folge eine Zwangsbremsung des betreffenden Zuges aus.
[0008] Beiden Einrichtungen ist gemeinsam, dass ihr Betrieb vom Zustand von Streckensignalen
für freie Fahrt bzw. Halt abgeleitet ist, welche Signale von einer zentralen Leitstelle
aus gesteuert werden, die wiederum von Personal bedient wird, was menschliches Versagen
nicht ausschließt.
[0009] Die wichtigsten Bauelemente für derartige Einrichtungen (sowie der übrigen Eisenbahnsignaltechnik,
wie Gleisbild-Stellwerke, Blockeinrichtungen, Blinklichtanlagen u. a.) sind Relais.
Für diese zu Zwecken der Zugsicherung von der Patentinhaberin entwickelten Relais
wurde von ihr die Bezeichnung Signalrelais geprägt, der in der Zwischenzeit als Fachausdruck
allgemein gebräuchlich ist.
[0010] Charakteristische Merkmale dieser Relais sind die starre Kopplung aller beweglichen
Kontaktglieder, um deren zwangsläufigen Parallellauf beim Bewegen des Relaisankers
zu gewährleisten, die Begrenzung des Kontaktfederspieles durch feste Anschläge, die
Verwendung von seriengeschalteten Kontakten mit zwei in Reihe liegenden Kontaktstellen
anstelle der bei Femmelderelais üblichen Doppelkontakte mit parallel geschalteten
Kontaktstellen und die sichere Rückführung in die Ruhelage durch die Schwerkraft (s.
z. B. Relais für die Eisenbahnsignaltechnik, Siemens Aktiengesellschafl, Wemerwerk
für Telegrafen- und Signaltechnik, Werksabteilung für Eisenbahnsignaltechnik, Braunschweig,
1968, Bestell Nr. 2-2520-133, und Signalrelais K 50 für Eisenbahn-Signaltechnik-Aufbausystem
ESA 601, Siemens Aktiengesellschaft, Beschreibung F 526/123 vom Februar 1983).
[0011] Die starre Kopplung der vom Anker gesteuerten Kontaktglieder und das mit festen Anschlägen
begrenzte Kontaktfederspiel machen das Schließen von Gegenkontakten unmöglich, sollte
z. B. durch Störspannungen oder Kurzschluss eine Kontaktstelle verschweißen. Außerdem
werden zwangsläufige Folgeabhängigkeiten und Wirkungsabläufe in den Schaltungen und
somit dem Betriebsgeschehen erzielt.
[0012] Die Patentinhaberin hat weiters das sogenannte Stützrelais geschaffen, das aus zwei
übereinander angeordneten Signalrelais besteht, die auf einer gemeinsamen Grundplatte
montiert sind. Die beiden Relais sind mit Hilfe von Stützblechen gegenseitig verriegelt,
die mit dem Anker starr verbunden sind und sich wechselseitig festsetzen, sodass das
Stützrelais als elektromechanisches Flip-Flop bezeichnet werden kann. Durch Selbstabschaltung
über einen Kontakt des jeweils anderen Stützsystems besteht kein Ruhestrombedarf.
Auch der Ausdruck Stützrelais hat in die Fachwelt Eingang gefunden (s. z. B. Stützrelais
K 50, Siemens Aktiengesellschaft, Bereich Eisenbahnsignaltechnik, Braunschweig, 1983,
Bestell Nr. F 526/103, Christian Hager, Eisenbahn-Sicherungsanlagen in Österreich,
Bd. 2: Signale, 1. Aufl. 1994, Seiten 150 ff., Verlag Peter Pospischil, Wien und Das
Haus Siemens und die Eisenbahn-Signaltechnik, Braunschweig, 1972).
[0013] Es wurde auch schon vorgeschlagen, Züge mittels Satellitennavigation (global positioning
system, GPS) zu überwachen und ihre Fahrt mit Hilfe eines Computers zu steuern, doch
ist dieses Verfahren vor allem bei eingleisigen Nebenstrecken zu aufwendig und kostspielig
und hat den weiteren Nachteil, dass Züge auch durch Funkschatten fahren, z. B. in
Tunnels oder an steilen Berghängen.
[0014] Aus der DE 26 23 108 ist ein System zur Übertragung von Signalen von einer streckenfesten
Einrichtung auf ein vorbeifahrendes Schienenfahrzeug bekannt geworden. Hierbei werden
das Lichtsignal "Fahrt nicht frei" durch die Anstrahlung eines hochfrequenten Wechselfeldes
und das Lichtsignal "Fahrt frei" durch Ausstrahlung desselben Wechselfeldes mit einer
Tonfrequenz moduliert übertragen.
[0015] Ziel der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens und einer Einrichtung zur Zugsicherung,
die ohne Mitarbeit von Personen automatisch und mit gesteigerter Sicherheit arbeiten.
Weiters soll die Zugsicherungseinrichtung ohne zentrale Leitstelle sowie unabhängig
von Streckensignalen funktionieren.
[0016] Dieses Ziel wird einerseits mit einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch
erreicht, dass erfindungsgemäß an einer ersten Stelle in einem zweiten vorbestimmten
Abstand vor jedem Zugbeeinflussungsmittel an dem Ausweichgleis das Vorbeifahren eines
Zuges automatisch erfasst wird, dass an dem Gleisabschnitt beiderseits der beiden
Weichen an einer zweiten bzw. dritten Stelle des Gleisabschnittes jeweils das Vorbeifahren
eines Zuges automatisch erfasst wird, wobei bei Erfassen eines Zuges vor dem Zugbeeinflussungsmittel
an dem einen Ende des Gleisabschnittes sowie gleichzeitigem Nichterfassen eines Zuges
vor dem Zugbeeinflussungsmittel an dem anderen Ende des Gleisabschnittes das erstgenannte
Zugbeeinflussungsmittel in einen passiven Betriebszustand gesteuert oder belassen
wird und das andere Zugbeeinflussungsmittel in einen aktiven Betriebszustand gesteuert
oder belassen wird, bei Erfassen eines Zuges an der zweiten Stelle an dem einen Ende
des Gleisabschnittes das benachbarte Zugbeeinflussungsmittel in einen aktiven Betriebszustand
gesteuert wird und bei Erfassen eines Zuges an der dritten Stelle an dem anderen Ende
des Gleisabschnittes die Zugbeeinflussungsmittel in den Ausgangszustand versetzt werden.
[0017] Anderseits wird dieses Ziel mit einer Einrichtung der eingangs genannten Art dadurch
erreicht, dass erfindungsgemäß in einem zweiten vorbestimmten Abstand vor jedem Zugbeeinflussungsmittel
an dem Ausweichgleis ein erster Radsensor zur Erfassung eines Zuges vorgesehen ist,
dass an dem Gleisabschnitt beiderseits der beiden Weichen je ein zweiter bzw. dritter,
neben dem Ausweichgleis befindlicher Radsensor zur Erfassung eines Zuges angeordnet
ist und dass jedes Zugbeeinflussungsmittel und jeder Radsensor mit einer Steuerlogik
elektrisch verbunden ist, welche dazu eingerichtet ist, bei Ansprechen des ersten
Radsensors an dem einen Ende des Gleisabschnittes sowie gleichzeitigem Nichtansprechen
des ersten Radsensors an dem anderen Ende des Gleisabschnittes das ihm benachbarte
Zugbeeinflussungsmittel in einen passiven Betriebszustand zu steuern oder zu belassen
und das andere Zugbeeinflussungsmittel in einen aktiven Betriebszustand zu steuern
oder zu belassen, bei Ansprechen des dem ersten Radsensor an dem einen Ende des Gleisabschnittes
benachbarten zweiten Radsensors das benachbarte Zugbeeinflussungsmittel in einen aktiven
Betriebszustand zu steuern und bei Ansprechen des dritten Radsensors an dem anderen
Ende des Gleisabschnittes die Steuerlogik in den Ausgangszustand zu versetzen.
[0018] Der im Gattungsbegriff verwendete Ausdruck "Schutzweg" ist in den Betriebsvorschriften
des jeweiligen Eisenbahnbetreibers definiert und bedeutet, dass ein Zug innerhalb
dieses Weges zum Stillstand zu bringen ist.
[0019] Auf diese Weise schafft die Erfindung eine Zugsicherungseinrichtung, die ohne Mitarbeit
von Personen automatisch und mit gegenüber dem Stand der Technik gesteigerter, praktisch
völliger Sicherheit arbeitet. Weiters ist die Zugsicherungseinrichtung eigenständig
und von einer zentralen Leitstelle sowie von Streckensignalen unabhängig. Da es keine
Verbindung zwischen Leitstelle und der Zugsicherungseinrichtung gibt, kann eine solche
auch nicht ausfallen. Da die Zugsicherungseinrichtung unabhängig von Streckensignalen
arbeitet, hat deren allfällige Nichtbeachtung durch den Triebfahrzeugführer keine
negativen Auswirkungen. Die erfindungsgemäße Einrichtung macht Streckensignale entbehrlich.
Menschliche Fehlinterpretationen oder Nichtbeachtung von Fahrverboten sind ausgeschlossen.
[0020] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann das Zugbeeinflussungsmittel als
magnetische Fahrsperre mit einem elektrisch demagnetisierbaren Permanentmagneten ausgebildet
sein.
[0021] Weiters kann das Zugbeeinflussungsmittel mittels der Steuerlogik andauernd in Betrieb
gesteuert sein, wodurch die Sicherheit auch bei Stromausfall bzw. fehlender Anspeisung
der Steuerlogik gewährleistet ist.
[0022] Vorteilhafterweise kann die Steuerlogik mit elektromechanischen Relaisschaltungen
aufgebaut sein, die sich in der Praxis bisher sehr gut bewährt haben und/oder zum
Aufbau der Steuerlogik ohne weiteres verfügbar sind.
[0023] Von Vorteil ist auch, wenn dem Zugbeeinflussungsmittel ein Stützrelais vorgeschaltet
ist, das aus zwei gegenseitig mechanisch verriegelten Relais besteht (elektromechanisches
Flip-Flop). Somit ist sichergestellt, dass der jeweilige Zustand des Relais arretiert
ist und sich nicht unabsichtlich ändern kann.
[0024] Günstig ist ferner, wenn bei gleichzeitigem Ansprechen der beiden ersten Radsensoren
jedes Zugbeeinflussungsmittel mittels der Steuerlogik in Betrieb gesteuert oder blockiert
wird. Auf diese Weise ist auch der eher unwahrscheinliche Fall verhindert, dass zwei
Züge gleichzeitig in den Gleisabschnitt einfahren.
[0025] Vorteilhafterweise kann jeder Radsensor aus einem in Gleisrichtung angeordnetem Sensorpaar
mit je einem bedämpfbaren Magnetkreis bestehen, weil hiermit die Fahrtrichtung des
Zuges automatisch festgestellt werden kann.
[0026] Ferner kann jede Weiche in eine vorbestimmte Richtung eingestellt sein, wodurch sich
die gesamte Einrichtung vereinfachen lässt.
[0027] Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles näher
erläutert, das in den Zeichnungen dargestellt ist; es zeigen Fig. 1 eine Prinzipdarstellung
der Erfindung, Fig. 2a und 2b ein Schaltbild der erfindungsgemäßen Einrichtung und
Fig. 3 ein Flussdiagramm der Steuerlogik.
[0028] Gemäß Fig. 1 ist die erfindungsgemäße Zugsicherungseinrichtung in erster Linie für
einen in beiden Richtungen befahrenen Gleisabschnitt GLA vorgesehen, der die Bahnhöfe
BH1 und BH2 verbindet. An den Enden des Gleisabschnittes ist jeweils über eine Weiche
WE1 bzw. WE2 ein Ausweichgleis AG1 bzw. AG2 angeschlossen, an dem in einem dem Schutzweg
(wie oben definiert) eines Zuges entsprechenden ersten vorbestimmten Abstand B vor
der Weiche WE1 bzw. WE2 ein Zugbeeinflussungsmittel ZM1 bzw. ZM2 angeordnet ist. In
einem zweiten vorbestimmten Abstand A vor jedem Zugbeeinflussungsmittel ZM1 bzw. ZM2
ist an dem Ausweichgleis AG1 bzw. AG2 ein erster Radsensor R01 bzw. R02 zur Erfassung
eines Zuges vorgesehen. An dem Gleisabschnitt GLA ist beiderseits der beiden Weichen
WE1 bzw. WE2 je ein zweiter Radsensor R11 bzw. R21 bzw. ein dritter, neben dem Ausweichgleis
AG1 bzw. AG2 befindlicher Radsensor AB2 bzw. AB1 zur Erfassung eines Zuges angeordnet,
der von der Weiche WE1, WE2 einen dritten vorbestimmten Abstand C aufweist. Der Abstand
C ergibt sich aus den jeweiligen sicherheitstechnischen bzw. betrieblichen Vorgaben,
um eine grenzfrei erfolgte Einfahrt eines Zuges zu gewährleisten, d.h. anderseits
eine Ausfahrt über die Weiche WE1, WE2 zu ermöglichen. Jedes Zugbeeinflussungsmittel
ZM1 bzw. ZM2 und jeder Radsensor R01, R02, R11, R21, AB1, AB2 ist mit einer Steuerlogik
STL elektrisch verbunden, welche dazu eingerichtet ist, bei Ansprechen des ersten
Radsensors R01 an dem einen Ende des Gleisabschnittes GLA sowie gleichzeitigem Nichtansprechen
des ersten Radsensors R02 an dem anderen Ende des Gleisabschnittes GLA das ihm benachbarte
Zugbeeinflussungsmittel ZM1 außer Betrieb zu steuern oder zu belassen und das andere
Zugbeeinflussungsmittel ZM2 in Betrieb zu steuern oder zu belassen. Bei Ansprechen
des dem ersten Radsensor R01 an dem einen Ende des Gleisabschnittes GLA benachbarten
zweiten Radsensors R11 steuert die Steuerlogik STL das benachbarte Zugbeeinflussungsmittel
ZM1 in Betrieb und wird bei Ansprechen des dritten Radsensors AB1 an dem anderen Ende
des Gleisabschnittes GLA in den Ausgangszustand versetzt.
[0029] Jedes Zugbeeinflussungsmittel ZM1, ZM2 ist als magnetische Fahrsperre mit einem elektrisch
demagnetisierbaren Permanentmagneten ausgebildet.
[0030] Um die Zugsicherung auch bei Stromausfall zu gewährleisten, ist jedes Zugbeeinflussungsmittel
ZM1, ZM2 mittels der Steuerlogik STL andauernd in Betrieb gesteuert. Dies bedeutet,
dass bei Stromausfall die Zugbeeinflussungsmittel ZM1, ZM2 nicht außer Betrieb gesetzt
werden können. Weiters ist die Steuerlogik STL derart eingerichtet, dass bei gleichzeitigem
Ansprechen der beiden ersten Radsensoren R01, R02 jedes Zugbeeinflussungsmittel ZM1,
ZM2 in Betrieb gesteuert oder blockiert wird.
[0031] Einfacherweise ist jede Weiche WE1, WE2 als Rückfallweiche ausbildet ist, d. h. mit
Hilfe von Hydraulikzylindem stets in eine vorbestimmte Richtung eingestellt. u. zw.
in Richtung rechts gehalten, sodass ein Zug immer auf das durchgehende Gleis geleitet
wird, vom Ausweichgleis AG1 bzw. AG2 jedoch in den gesicherten Gleisabschnitt GLA
einfahren kann, vorausgesetzt dass die Einfahrt freigegeben ist.
[0032] Die Radsensoren R01, R02, R11 und R21 bestehen aus einem in Gleisrichtung angeordnetem
Sensorpaar mit je einem bedämpfbaren Magnetkreis, sodass auch die Fahrtrichtung eines
Zuges festgestellt werden kann.
[0033] Fig. 2a und 2b zeigen das elektrische Schaltbild der Steuerlogik STL, die mit in
der Praxis bewährten elektromechanischen Relaisschaltungen aufgebaut ist, allerdings
auch mit anderen, z. B. elektronischen Schaltungen realisierbar ist. Die Schaltung
gemäß Fig. 2a ist dem Bahnhof BH1, die Schaltung nach Fig. 2b dem Bahnhof BH2 zugeordnet.
Die beiden Schaltungen sind über eine Vieldrahtverbindung L15, L16, L17, L25, L26,
L27 verbunden, wobei die einzelnen Drähte L15, L16, L17, L25, L26, L27 über Klemmen
e, f, g, h, i bzw. k miteinander verbunden sind.
[0034] Zur dargestellten Schaltung ist zu bemerken, dass sich diese im Ausgangszustand befindet,
die in der Eisenbahn-Sicherheitstechnik auch Grundstellung genannt wird, in der sich
die angespeisten Relais im erregten Zustand befinden und in der somit die Arbeitskontakte
dieser Relais geschlossen und die Ruhekontakte dieser Relais geöffnet sind. Diese
Relais sind in der Zeichnung mit einem nach oben weisenden Pfeil (↑) gekennzeichnet.
Auf diese Weise ist verhindert, dass ein Ausfall der Anspeisung zu einem Ausfall der
Steuerlogik STL führen kann. Relais sind mit dem Zeichen ○, offene Relaiskontakte
mit dem Zeichen + und geschlossene Relaiskontakte mit dem Zeichen + dargestellt. Gegenseitig
verriegelte Relais sind mit dem Zeichen □ gekennzeichnet.
[0035] Ein Pfeil ↑ nach oben bzw. ein Pfeil ↓ nach unten neben einem Relais zeigt an. Der
Index I oder E bei einem Bezugszeichen für ein Relais bedeutet, dass das Relais von
einem anderen Relais (Mutter- bzw. Master-Relais) abhängig ist. Im übrigen sind im
folgenden dieselben Bezugszeichen wie in Fig. 1 verwendet.
[0036] Zunächst wird auf die Schaltung der Steuerlogik STL an dem einen Ende des Gleisabschnittes
GLA Bezug genommen, die in Fig. 2a dargestellt ist.
[0037] Die Radsensoren R01, R11 und AB2 sind jeweils über einen ihnen zugehörigen Ruhekontakt
r01, r11 bzw. a02 an eine Anspeisung ANS angeschlossen.
[0038] An die Anspeisung ANS ist über eine Leitung L11 ein Relais F01 angeschlossen, dem
ein Arbeitskontakt r01 des ersten Radsensors R01 sowie in Reihe ein Selbsthaltekontakt
f01 des Relais F01 vorgeschaltet sind. Den beiden Kontakten r01, f01 ist die Reihenschaltung
eines Ruhekontaktes a 1E des dritten Radsensors AB1 an dem anderen Ende des Gleisabschnittes
GLA und eines Ruhekontaktes b01 eines Blocksperre-Relais BS1 parallelgeschaltet, wobei
dem Ruhekontakt a1E ein Ruhekontakt a02 des dritten Radsensors AB2 an diesem Ende
des Gleisabschnittes GLA parallelgeschaltet ist.
[0039] Zwischen der Anspeisung ANS - bzw. dem Pluspol und dem Minuspol - liegt eine Leitung
L12 mit der Reihenschaltung folgender Kontakte: je ein Ruhekontakt r01, f01 bzw. f1I
des ersten Radsensors R01, des Relais F01 bzw. eines Relais F1I und je ein Arbeitskontakt
f2E, b01, a1E, a02 bzw. m11 von Relais F2E, B01, A1E, A02 bzw. eines der Relais M11,
das den einen Teil des Stützrelais bzw. des Paares gegenseitig verriegelter Relais
bildet; das letztgenannte Relais M11 ist mit der Reihenschaltung der Kontakte in Reihe
geschaltet.
[0040] Ebenfalls zwischen Pluspol und Minuspol ist das den zweiten Teil des Stützrelais
bzw. eines elektromechanisches Flip-Flops bildende Relais M12 in Reihe mit seinem
Ruhekontakt m12 und einem Ruhekontakt b01 des Blocksperre-Relais BS1 geschaltet (Leitung
L13).
[0041] Das Blocksperre-Relais BS1 ist in einer Leitung L14 ebenfalls zwischen Pluspol und
Minuspol in Reihe mit einem seiner Arbeitskontakte b01 sowie einem Arbeitskontakt
r11 des zweiten Radsensors R11 angeschlossen. Diesen beiden Arbeitskontakten b01,
r11 ist die Reihenschaltung folgender Kontakte parallelgeschaltet: ein Ruhekontakt
a1E eines Relais A1E, ein Arbeitskontakt f01 des Relais F01, ein Arbeitskontakt f1I
des Relais F1I und ein Ruhekontakt b01 des Blocksperre-Relais BS1, wobei dem erstgenannten
Ruhekontakt a1E ein Ruhekontakt a02 des dritten Radsensors AB2 parallelgeschaltet
ist.
[0042] An den Minuspol sind das Relais F1I, das Relais F2E und das Relais A1E angeschlossen,
die jeweils durch eine Leitung L15, L16 bzw. L17 mit der Schaltung der Steuerlogik
STL am anderen Ende des Gleisabschnittes GLA verbunden sind, die in der Zeichnung
im rechten Bereich dargestellt ist. Das Relais A1E ist mittels eines parallelgeschalteten
RC-Gliedes abfallverzögert. Die Leitungen L15, L16, L17 dienen der Übermittlung von
Rückmeldesignalen vom anderen Ende des Gleisabschnittes GLA (Bahnhof BH2). In der
Leitung L15 ist ein Ruhekontakt f1E des Relais F1E, in der Leitung L16 ein Arbeitskontakt
f02 des Relais F02 und in der Leitung L 17 ein Ruhekontakt a01 des dritten Radsensors
AB1 eingeschaltet.
[0043] Die Radsensoren R02, R21 und AB2 sind jeweils über einen ihnen zugehörigen Ruhekontakt
r01, r11 bzw. a02 parallel an die Anspeisung ANS angeschlossen.
[0044] An dem anderen Ende des Gleisabschnittes GLA bzw. an Bahnhof BH2 zeigt die Steuerlogik
STL gleichartigen Schaltungsaufbau (Fig. 2b). Die Schaltungen an den Bahnhöfen BH1,
BH2 sind über die genannte Vieldrahtleitung miteinander verbunden, die außer den Leitungen
L15, L16, L17, L25, L26 und L27 auch Verbindungen zwischen den Klemmen a, b, c und
d aufweist, wodurch eine gemeinsame Anspeisung geschaffen ist.
[0045] An die Anspeisung ANS ist über eine Leitung L21 ein Relais F02 angeschlossen, dem
ein Arbeitskontakt r02 des ersten Radsensors R02 sowie in Reihe ein Selbsthaltekontakt
f02 des Relais F02 vorgeschaltet sind. Den beiden Kontakten r02, f02 ist die Reihenschaltung
eines Ruhekontaktes a2E des dritten Radsensors AB2 an dem anderen Ende des Gleisabschnittes
GLA und eines Ruhekontaktes b02 eines Blocksperre-Relais BS2 parallelgeschaltet, wobei
dem Ruhekontakt a2E ein Ruhekontakt a02 des dritten Radsensors AB2 an diesem Ende
des Gleisabschnittes GLA parallelgeschaltet ist.
[0046] Zwischen der Anspeisung ANS - bzw. dem Pluspol und dem Minuspol - liegt eine Leitung
L22 mit der Reihenschaltung folgender Kontakte: je ein Ruhekontakt r02, f02 bzw. f2I
des ersten Radsensors R02, des Relais F02 bzw. eines Relais F2I und je ein Arbeitskontakt
f1E, b02, a2E, a01 bzw. m21 von Relais F1E, B02, A2E, A01 bzw. eines der Relais M21,
das den einen Teil des Stützrelais bzw. des Paares gegenseitig verriegelter Relais
bildet; das letztgenannte Relais M21 ist mit der Reihenschaltung der Kontakte in Reihe
geschaltet.
[0047] Ebenfalls zwischen Pluspol und Minuspol ist das den zweiten Teil des Stützrelais
bzw. eines elektromechanisches Flip-Flops bildende Relais M22 in Reihe mit seinem
Ruhekontakt m22 und einem Ruhekontakt b02 des Blocksperre-Relais BS2 geschaltet (Leitung
L23).
[0048] Das Blocksperre-Relais BS2 ist in einer Leitung L24 ebenfalls zwischen Pluspol und
Minuspol in Reihe mit einem seiner Arbeitskontakte b02 sowie einem Arbeitskontakt
r21 des zweiten Radsensors R21 angeschlossen. Diesen beiden Arbeitskontakten b02,
r21 ist die Reihenschaltung folgender Kontakte parallelgeschaltet: ein Ruhekontakt
a2E eines Relais A2E, ein Arbeitskontakt f02 des Relais F02, ein Arbeitskontakt f2I
des Relais F02 und ein Ruhekontakt b02 des Blocksperre-Relais BS2, wobei dem erstgenannten
Ruhekontakt a2E ein Ruhekontakt a01 des dritten Radsensors AB1 am anderen Bahnhof
BH1 parallelgeschaltet ist.
[0049] An den Minuspol sind das Relais F2I, das Relais F1E und das Relais A2E angeschlossen,
die jeweils durch eine Leitung L25, L26 bzw. L27 mit der Schaltung der Steuerlogik
STL am anderen Ende des Gleisabschnittes GLA verbunden sind, die in der Zeichnung
im linken Bereich dargestellt ist. Das Relais A2E ist mittels eines parallelgeschalteten
RC-Gliedes abfallverzögert. Die Leitungen L24, L25, L26 dienen der Übermittlung von
Rückmeldesignalen. In der Leitung L25 ist ein Ruhekontakt f2E des Relais F2E, in der
Leitung L26 ein Arbeitskontakt f01 des Relais F01 und in der Leitung L27 ein Ruhekontakt
a02 des dritten Radsensors AB2 eingeschaltet.
[0050] Die Radsensoren R02, R21 und AB1 sind jeweils über einen ihnen zugehörigen Ruhekontakt
r02, r21 bzw. a01 parallel an die Anspeisung ANS angeschlossen.
[0051] Fig. 3 zeigt das Flussdiagramm der Steuerlogik STL.
[0052] Es sei angenommen, dass ein Zug von Bahnhof BH1 nach Bahnhof BH2 fahren soll und
der Gleisabschnitt GLA nicht gesperrt ist. Sobald der Zug den ersten Radsensor R01
passiert bewirkt dessen Ansprechen das Öffnen des Arbeitskontaktes r01 in der Leitung
L11, wodurch das Relais F01 abfällt. Hierdurch schalten sämtliche Kontakte dieses
Relais F01 um. Der Arbeitskontakt f01 in der Leitung L11 hält das Relais in dieser
Leitung L01 im abgefallenen Zustand, und das Öffnen des Arbeitskontaktes f01 in der
Leitung L26 bewirkt das Abfallen des Relais F1E, wodurch der Ruhekontakt f1E in der
Leitung L 15 geschlossen wird. Hierdurch wird das Relais F1I in der Leitung L15 erregt.
Folglich wird durch Schließen des Ruhekontaktes f1I in der Leitung L12 das Relais
M11 erregt, das Stützrelais bzw. Relaispaar M11, M12 schaltet um und verbleibt in
diesem Zustand mechanisch verriegelt. Dieses Umschalten bewirkt, dass das Zugbeeinflussungsmittel
ZM1 in den passiven Betriebszustand gesteuert wird. Somit kann der Zug das Zugbeeinflussungsmittel
ZM1 ungehindert passieren.
[0053] Am anderen Bahnhof BH2 schließt der Arbeitskontakt f1E in der Leitung L22, wodurch
ein Umschalten des Stützrelais gesperrt und somit das Zugbeeinflussungsmittel ZM2
im aktiven Betriebszustand gehalten ist. Das Vorbeifahren eines Zuges an diesem Zugbeeinflussungsmittel
ZM2 hätte die Zwangsbremsung des Zuges bis zum Stillstand zur Folge. Der Gleisabschnitt
GLA ist nur zur Fahrt des Zuges von Bahnhof BH1 freigegeben (Blocksperre).
[0054] Nach Passieren der Weiche WE1 an Bahnhof BH1 spricht der zweite Radsensor R11 an,
wodurch der Arbeitskontakt r11 in der Leitung L14 geöffnet wird und das in dieser
Leitung L14 befindliche Blocksperre-Relais BS1 abfällt, das seinerseits mittels seines
schließenden Ruhekontaktes bs1 sowie des Relais M12 in der Leitung L13 das Stützrelais
M11, M12 zum Umschalten steuert, wodurch das Zugbeeinflussungsmittel ZM1 wieder in
den aktiven Betriebszustand gesteuert wird. Auf diese Weise wird verhindert, dass
ein weiterer Zug von Bahnhof BH1 abfahren kann (Folgezugsicherung). Das Stützrelais
M11, M12 ist in seiner Stellung verriegelt, weil das Relais F01 in der Leitung L11
abgefallen und daher sein Ruhekontakt f01 in der Leitung L12 geöffnet ist.
[0055] Schließlich gelangt der Zug zu Bahnhof BH2 und wegen der voreingestellten Weiche
WE2 auf das Ausweichgleis AG2. Dort passiert er den dritten Radsensor AB1, der den
Ruhekontakt a01 in der Leitung L17 schließt, wodurch das Relais A1E in der Leitung
L17 erregt wird. Hierdurch wird der Ruhekontakt a1E im Nebenschluss der Leitung L14
geschlossen und das Blocksperre-Relais BS1 in der Leitung L14 erregt. Hierdurch wird
sein Ruhekontakt b01 im Nebenschluss der Leitung L11 geschlossen, wodurch das Relais
F01 in der Leitung L11 anzieht und der Ausgangszustand der Steuerlogik STL hergestellt
ist.
[0056] Wie ersichtlich, arbeitet die erfindungsgemäße Zugsicherungseinrichtung ohne menschliches
Zutun automatisch, aber auch unabhängig von einer zentralen Leitstelle sowie unabhängig
von Streckensignalen. Bei Ausfall der Anspeisung ANS ist der Gleisabschnitt GLA gegen
Befahren von jedem der Bahnhöfe BH1, BH2 aus gesichert. Ein zu diesem Zeitpunkt den
Gleisabschnitt GLA befahrender Zug kann ihn wegen der voreingestellten Weichen WE1,
WE2 problemlos verlassen.
1. Verfahren zur Sicherung eines in beiden Richtungen befahrenen Gleisabschnittes, an
dessen Enden jeweils über eine Weiche ein Ausweichgleis angeschlossen ist, an welchem
in einem mindestens dem Schutzweg eines Zuges entsprechenden ersten vorbestimmten
Abstand vor der Weiche ein Zugbeeintlussungsmittel angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
an einer ersten Stelle in einem zweiten vorbestimmten Abstand vor jedem Zugbeeinflussungsmittel
an dem Ausweichgleis das Vorbeifahren eines Zuges automatisch erfasst wird, dass an
dem Gleisabschnitt beiderseits der beiden Weichen an einer zweiten bzw. dritten Stelle
des Gleisabschnittes jeweils das Vorbeifahren eines Zuges automatisch erfasst wird,
wobei bei Erfassen eines Zuges vor dem Zugbeeinflussungsmittel an dem einen Ende des
Gleisabschnittes sowie gleichzeitigem Nichterfassen eines Zuges vor dem Zugbeeinilussungsmittel
an dem anderen Ende des Gleisabschnittes das erstgenannte Zugbeeinflussungsmittel
in einen passiven Betriebszustand gesteuert oder belassen wird und das andere Zugbeeinflussungsmittel
in einen aktiven Betriebszustand gesteuert oder belassen wird, bei Erfassen eines
Zuges an der zweiten Stelle an dem einen Ende des Gleisabschnittes das benachbarte
Zugbeeinflussungsmittel in einen aktiven Betriebszustand gesteuert wird und bei Erfassen
eines Zuges an der dritten Stelle an dem anderen Ende des Gleisabschnittes die Zugbeeinflussungsmittel
in den Ausgangszustand versetzt werden.
2. Zugsicherungseinrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, für einen
in beiden Richtungen befahrenen Gleisabschnitt, an dessen Enden jeweils über eine
Weiche ein Ausweichgleis angeschlossen ist, an welchem in einem mindestens dem Schutzweg
eines Zuges entsprechenden ersten vorbestimmten Abstand vor der Weiche ein Zugbeeinflussungsmittel
angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass in einem zweiten vorbestimmten Abstand (A) vor jedem Zugbeeinflussungsmittel (ZM1,
ZM2) an dem Ausweichgleis (AG1, AG2) ein erster Radsensor (R01, R02) zur Erfassung
eines Zuges vorgesehen ist, dass an dem Gleisabschnitt (GLA) beiderseits der beiden
Weichen (WE1, WE2) in einem dritten vorbestimmten Abstand (C) von denselben je ein
zweiter bzw. dritter, neben dem Ausweichgleis (AG1, AG2) befindlicher Radsensor (R11,
R21 bzw. AB2, AB1) zur Erfassung eines Zuges angeordnet ist und dass jedes Zugbeeinflussungsmittel
(ZM1, ZM2) und jeder Radsensor (R01 bis AB2) mit einer Steuerlogik (STL) elektrisch
verbunden ist, welche dazu eingerichtet ist, bei Ansprechen des ersten Radsensors
(R01, R02) an dem einen Ende des Gleisabschnittes (GLA) sowie gleichzeitigem Nichtansprechen
des ersten Radsensors (R02, R01) an dem anderen Ende des Gleisabschnittes (GLA) das
ihm (R01, R02) benachbarte Zugbeeinflussungsmittel (ZM1, ZM2) in einen passiven Betriebszustand
zu steuern oder zu belassen und das andere Zugbeeinflussungsmittel (ZM2, ZM1) in einen
aktiven Betriebszustand zu steuern oder zu belassen, bei Ansprechen des dem ersten
Radsensor (R01, R02) an dem einen Ende des Gleisabschnittes (GLA) benachbarten zweiten
Radsensors (R11, R21) das benachbarte Zugbeeinflussungsmittel (ZM1, ZM2) in einen
aktiven Betriebszustand zu steuern und bei Ansprechen des dritten Radsensors (AB1,
AB2) an dem anderen Ende des Gleisabschnittes (GLA) die Steuerlogik (STL) in den Ausgangszustand
zu versetzen.
3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugbeeinflussungsmittel (ZM1, ZM2) als magnetische Fahrsperre mit einem elektrisch
demagnetisierbaren Permanentmagneten ausgebildet ist.
4. Einrichtung nach Anspruch 2 oder 3. dadurch gekennzeichnet, dass das Zugbeeinflussungsmittel (ZM1, ZM2) mittels der Steuerlogik (STL) andauernd in
Betrieb gesteuert ist.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerlogik (STL) mit elektromechanischen Relaisschaltungen aufgebaut ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass dem Zugbeeinflussungsmittel (ZM1, ZM2) ein Stützrelais vorgeschaltet ist, das aus
zwei gegenseitig mechanisch verriegelten Relais (M11, M12; M21, M22) besteht (elektromechanisches
Flip-Flop).
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei gleichzeitigem Ansprechen der beiden ersten Radsensoren (R01, R02) jedes Zugbeeinflussungsmittel
(ZM1, ZM2) mittels der Steuerlogik (STL) in Betrieb gesteuert oder blockiert wird.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Radsensor (R01 bis AB2) aus einem in Gleisrichtung angeordnetem Radsensorpaar
mit je einem bedämpfbaren Magnetkreis besteht.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass jede Weiche (WE1, WE2) in eine vorbestimmte Richtung eingestellt ist.
1. Method for making safe a track section along which vehicles travel in both directions
and at the ends of which is connected, in each case by means of a set of points, a
passing track on which is disposed a train running control means at a first predetermined
distance upstream of the set of points which corresponds at least to the protected
length of a train,
characterised in that
the passing of a train is automatically detected at a first location at a second predetermined
distance upstream of each train running control means on the passing track, that the
passing of a train is automatically detected in each case on the track section on
both sides of the two sets of points at a second or third location on the track section,
wherein when a train is detected upstream of the train running control means at one
end of the track section and at the same time no train is detected upstream of the
train running control means at the other end of the track section the first-mentioned
train running control means is switched into or is left in a passive operating state
and the other train running control means is switched into or is left in an active
operating state, when a train is detected at the second location at one end of the
track section the adjacent train running control means is switched into an active
operating state and when a train is detected at the third location at the other end
of the track section the train running control means are placed in the initial state.
2. Train safety device for carrying out the method as claimed in claim 1, for a track
section along which vehicles travel in both directions and at the ends of which is
connected, in each case by means of a set of points, a passing track on which is disposed
a train running control means at a first predetermined distance upstream of the set
of points which corresponds at least to the protected length of a train, characterised in that at a second predetermined distance (A) upstream of each train running control means
(ZM1, ZM2) on the passing track (AG1, AG2) a first wheel sensor (R01, R02) is provided
in order to detect a train, that on the track section (GLA) on both sides of the two
sets of points (WE1, WE2) at a third predetermined distance (C) from these sets of
points in each case a second or third wheel sensor (R11, R21 or AB2, AB1) located
next to the passing track (AG1, AG2) is disposed in order to detect a train, and that
each train running control means (ZM1, ZM2) and each wheel sensor (R01 to AB2) is
electrically connected to control logic (STL) which is arranged in such a way that
when there is a response from the first wheel sensor (R01, R02) at one end of the
track section (GLA) and when at the same time there is no response from the first
wheel sensor (R02, R01) at the other end of the track section (GLA) the control logic
switches the train running control means (ZM1, ZM2) adjacent to the wheel sensor (R01,
R02) into a passive operating state or leaves it in this state and switches the other
train running control means (ZM2, ZM1) into an active operating state or leaves it
in this state, that when there is a response from the second wheel sensor (R11, R21)
adjacent to the first wheel sensor (R01, R02) at one end of the track section (GLA)
the control logic switches the adjacent train running control means (ZM1, ZM2) into
an active operating state and that when there is a response from the third wheel sensor
(AB1, AB2) at the other end of the track section (GLA) the control logic (STL) is
placed in the initial state.
3. Device as claimed in claim 2, characterised in that the train running control means (ZM1, ZM2) is formed as a magnetic track lock with
an electrically demagnetisable permanent magnet.
4. Device as claimed in claim 2 or 3, characterised in that the train running control means (ZM1, ZM2) is continuously controlled in operation
by means of the control logic (STL).
5. Device as claimed in any one of claims 2 to 4, characterised in that the control logic (STL) is formed with electromechanical relay circuits.
6. Device as claimed in claim 5, characterised in that an interlock relay is connected upstream of the train running control means (ZM1,
ZM2) and consists of two relays (M11, M12; M21, M22) which are in a mutual mechanically
locked relationship (electromechanical flip-flop).
7. Device as claimed in any one of claims 2 to 6, characterised in that upon simultaneous response from the two first wheel sensors (R01, R02) each train
running control means (ZM1, ZM2) is switched into operation or is blocked by means
of the control logic (STL).
8. Device as claimed in any one of claims 2 to 7, characterised in that each wheel sensor (R01 to AB2) consists of a wheel sensor pair disposed in the track
direction and having a respective magnetic circuit which can be damped.
9. Device as claimed in any one of claims 2 to 8, characterised in that each set of points (WE1, WE2) is set to a predetermined direction.
1. Procédé de sécurisation d'une section de voie à double sens de circulation, aux extrémités
de laquelle est respectivement raccordée, par l'intermédiaire d'un aiguillage une
voie d'évitement, sur laquelle est disposé un moyen de commande automatique intermittente
de la marche des trains à une première distance prédéterminée par rapport à l'aiguillage
correspondant au moins à la distance réglementaire de protection d'un train,
caractérisé en ce qu'à un premier endroit, à une deuxième distance prédéterminée avant chaque moyen de
commande automatique intermittente de la marche des trains, le passage d'un train
est détecté automatiquement sur la voie d'évitement, en ce que sur la section de voie, aux deux côtés des deux aiguillages, à un deuxième ou troisième
endroit de la section de voie, le passage d'un train est respectivement détecté automatiquement,
lors de la détection d'un train devant le moyen de commande automatique intermittente
de la marche des trains à l'une extrémité de la section de voie ainsi que lors de
la non-détection simultanée d'un train devant le moyen de commande automatique intermittente
de la marche des trains à l'autre extrémité de la section de voie, le moyen de commande
automatique intermittente de la marche des trains cité le premier étant commandé ou
laissé dans un état de fonctionnement passif et l'autre moyen de commande automatique
intermittente de la marche des trains étant commandé ou laissé dans un état de fonctionnement
actif, lors de la détection d'un train au deuxième endroit à une extrémité de la section
de voie, le moyen de commande automatique intermittente de la marche des trains voisin
étant commandé dans un état de fonctionnement actif et, lors de la détection d'un
train au troisième endroit à l'autre extrémité de la section de voie les moyens de
commande automatique intermittente de la marche des trains, étant remis dans l'état
initial.
2. Dispositif de protection des trains pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication
1, destiné à une section de voie à double sens de circulation, aux extrémités de laquelle
est respectivement raccordée, par l'intermédiaire d'un aiguillage, une voie d'évitement,
sur laquelle est disposé un moyen de commande automatique intermittente de la marche
des trains à une première distance prédéterminée par rapport à l'aiguillage et correspondant
au moins à la distance réglementaire de protection d'un train,
caractérisé en ce qu'à une deuxième distance prédéterminée (A) avant chaque moyen de commande automatique
intermittente de la marche des trains (ZM1, ZM2) un premier capteur de roue (R01,
R02) est disposé sur la voie d'évitement (AG1, AG2) pour détecter un train, en ce que sur la section de voie (GLA), aux deux côtés des deux aiguillages (WE1, WE2), à une
troisième distance (C) prédéterminée de ceux-ci, respectivement un deuxième ou un
troisième capteur de roue (R11, R21 ou AB2, AB1) est disposé à côté de la voie d'évitement
(AG1, AG2) pour détecter un train, et en ce que chaque moyen de commande automatique intermittente de la marche des trains (ZM1,
ZM2) et chaque capteur de roue (R01 à AB2) sont reliés électriquement à une logique
de commande (STL), qui est prévue, lors de la réaction du premier capteur de roue
(R01, R02) à l'une extrémité de la section de voie (GLA) ainsi que lors de la non-réaction
simultanée du premier capteur de roue (R02, R01) à l'autre extrémité de la section
de voie (GLA), pour commander ou laisser le moyen de commande automatique intermittente
de la marche des trains (ZM1, ZM2) voisin dans un état de fonctionnement passif, et
de commander ou laisser l'autre moyen de commande automatique intermittente de la
marche des trains (ZM2, ZM1) dans un état de fonctionnement actif, lors de la réaction
du deuxième capteur de roue (R11, R21) voisin du premier capteur de roue (R01, R02)
à l'une extrémité de la section de voie (GLA) , pour commander le moyen de commande
automatique intermittente de la marche des trains (ZM1, ZM2) dans un état de fonctionnement
actif, et lors de la réaction du troisième capteur de roue (AB1, AB2) à l'autre extrémité
de la section de voie (GLA), pour remettre la logique de commande (STL) dans l'état
initial.
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que le moyen de commande automatique intermittente de la marche des trains (ZM1, ZM2)
est conçu comme un blocage de marche magnétique avec un aimant permanent électriquement
démagnétisable.
4. Dispositif selon la revendication 2 ou 3, caractérisé en ce que le moyen de commande automatique intermittente de la marche des trains (ZM1, ZM2)
est commandé en fonctionnement permanent à l'aide de la logique de commande (STL).
5. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 4, caractérisé en ce que la logique de commande (STL) est montée avec des circuits à relais électromécaniques.
6. Dispositif selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'un relais à verrouillage est monté en amont du moyen de commande automatique intermittente
de la marche des trains (ZM1, ZM2), qui consiste en deux relais (M11, M12 ; M21, M22)
mécaniquement verrouillés l'un avec l'autre (flip-flap électromécanique).
7. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 6, caractérisé en ce que lors d'une réaction simultanée des deux capteurs de roue (R01, R02), chaque moyen
de commande automatique intermittente de la marche des trains (ZM1, ZM2) est commandé
ou bloqué en fonctionnement à l'aide de la logique de commande (STL).
8. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 7, caractérisé en ce que chaque capteur de roue (R01 à AB2) consiste en une paire de capteurs de roue disposée
dans le sens de la voie et comprenant chacune un circuit magnétique amortissable.
9. Dispositif selon l'une des revendications 2 à 8, caractérisé en ce que chaque aiguillage (WE1, WE2) est ajustée dans une direction prédéterminée.