[0001] Die Erfindung betrifft ein Kleinkaliber-Vollgeschoss.
[0002] Kleinkaliber-Vollgeschosse werden in der Regel aus Blei und Bleilegierungen hergestellt,
beispielsweise, indem von einem Bleidraht abgeschnittene Stücke in Matrizen zu Geschossen
verformt werden. Kleinkaliber-Schießen ist eine Sportart, die sowohl im Freien als
auch in Hallen durchgeführt wird. Das Verschießen von Bleigeschossen erzeugt bleistaubhaltige
Gase, die gesundheitsschädlich sind. Deshalb müssen beim Schießen in Hallen besondere
Vorschriften bezüglich der Belüftung beachtet werden. Weiterhin müssen beim Schießen
im Freien die für die Umwelt schädlichen Bleirückstände der Geschosse eingesammelt
und entsorgt werden. Die beim Verschießen von Bleigeschossen erforderlichen Maßnahmen
zum Schutz von Mensch und Umwelt sind aufwendig und teuer.
[0003] Aus der WO 96 23193 A1 ist ein Geschoss bekannt, das aus Zink oder Zinklegierungen
hergestellt ist. Je nach Verwendungszweck des Geschosses ist der Kem mit einem auf
diesem Verwendungszweck abgestimmten Mantel umschlossen. Soll sich beispielsweise
das Geschoss nicht zerlegen, ist der Kern mit einem Kupfermantel umschlossen. Für
Übungszwecke ist der Geschosskem beispielsweise mit einem Plastikmantel, vorzugsweise
aus Nylon, umschlossen. Die Heckfläche des Geschosses ist gerade und wird vom Mantel
nur am Rand umfaßt.
[0004] Aus der US-PS 4,517,898 ist ein Geschoss bekannt, dessen Lage des Schwerpunkts auf
den Verwendungszweck hin abgestimmt ist und wobei die gewünschte Lage des Schwerpunkts
durch eine Verteilung von Werkstoffen unterschiedlicher Dichte über die Länge des
Geschosses erzielt wird. Im vorliegenden Fall ist das Geschoss ebenfalls von einem
Mantel umgeben. Die Darstellung in Figur 1 zeigt den Stand der Technik, der durch
das genannte Patent weiterentwickelt wurde. Im Gegensatz zum weiterentwickelten Geschoss
weist dieses Geschoss eine kalottenförmige Ausnehmung im Heck auf. Die Kante dieser
Kalotte wird allerdings von dem Mantel des Geschosses umfaßt, so dass eine Liderung
durch das durch die Treibgase aufgeweitete Heck nicht gegeben ist.
[0005] Es ist deshalb die Aufgabe der Erfindung, die aufgezeigten Nachteile beim Verschießen
von Kleinkaliber-Vollgeschossen zu vermeiden.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt mit Hilfe der kennzeichnenden Merkmale des ersten
Anspruchs. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden in den Unteransprüchen
beansprucht.
[0007] Statt des toxisch wirkenden Bleis und seiner Legierungen wird efindungsgemäß ein
Kleinkaliber-Geschoss aus einem bleifreien Werkstoff vorgeschlagen, dessen Dichte
> 5 g/cm
3 ist Ein solcher Werkstoff weist aufgrund seiner Dichte eine ausreichende Flugbahnstabilität
auf. Beim Verschießen entstehen keine toxischen Bleistäube und beim Verschießen im
Freien brauchen die Geschossreste nicht eingesammelt zu werden, da sie die Umwelt
nicht kontaminieren.
[0008] Als besonders geeignete Werkstoffe, die sowohl hinsichtlich ihrer Härte, ihrer Dichte
als auch ihrer Unbedenklichkeit gegenüber der Umwelt in Frage kommen gehören die Metalle
Zinn oder Zink oder Legierungen dieser beiden Werkstoffe. Zinn hat eine Dichte von
etwa 7,2 g/cm
3 und Zink von etwa 7,3 g/cm
3.
[0009] Weiterhin kann der Werkstoff auch ein Kunststoff sein, vorzugsweise ein Thermoplast,
der sich leicht durch Spritzgießen zu einem Geschoss formen läßt. Besonders vorteilhaft
sind Kunststoffe, die in der Natur verrotten. Diese Geschosse werden auf natürlichem
Wege beseitigt, so daß kein aufwendiges Einsammeln erforderlich ist.
[0010] Einfluß auf die Flugbahneigenschaften von Geschossen aus Kunststoff kann dadurch
genommen werden, daß dem Kunststoff Metallpulver mit hoher Dichte, beispielsweise
Wolfram, beigemischt wird. Je höher der Anteil des Metallpulvers, desto schwerer wird
das Geschoss, was sich bei entsprechend angepasster Treibladung positiv auf die Flugbahnstabilität
und die Durchschlagskraft auswirkt.
[0011] Blei ist gegenüber den genannten Werkstoffen des erfindungsgemäßen Geschosses in
der Regel weicher. Deshalb erfolgt durch die Verformung des Geschosshecks eine gute
Liderung im Lauf. Weichblei hat eine Vickers-Härte von etwa 5 HV. Die Vickers-Härte
von Zinn liegt ebenfalls bei etwa 5 HV, während die Härte von reinem Zink 35 HV beträgt.
Um bei Werkstoffen, die härter sind als Blei, eine gleich gute Liderung zu erreichen,
muß die vom Geschossheck ausgehende Vertiefung in Form, Tiefe und Durchmesser auf
den jeweils verwendeten Werkstoff abgestimmt werden. Diese Vertiefung hat in der Regel
die Form einer Kalotte. Erst eine optimale Liderung ergibt einen präzisen Schuß. Die
vom Heck ausgehende Vertiefung eines Geschosses aus bleifreiem Werkstoff ist deshalb
in der Regel wesentlich stärker ausgeprägt als bei einem Bleigeschoss. Dadurch werden
die verbleibenden Wände der Hülsenaufnahme, insbesondere im Bereich des Hecks, dünn
und deshalb auch bei härteren Werkstoffen als Blei leicht verformbar. Die Vertiefung
kann bei harten Werkstoffen bis zu 65 % der Länge der Hülsenaufnahme ausmachen. Diese
ist in der Regel etwa 3 mm lang.
[0012] Um bei den gegenüber Blei härteren Geschosswerkstoffen einen vergleichbaren festen
und gleichmäßigen Sitz des Geschosses in der Patronenhülse reproduzierbar zu gewährleisten,
weist die Hülsenaufnahme des Geschosses eine Hülseneinzugsnut auf. Nur so kann eine
Hülsenkneifung mit festem Geschosssitz und eine hohe Standzeit der Kneifwerkzeuge
erreicht werden. Die Hülsenkneifung bewirkt eine gleichmäßige Geschossausziehkraft.
Dieses wirkt sich positiv auf die Präzision des Schusses und damit auf die Treffgenauigkeit
aus.
[0013] An Hand eines Ausführungsbeispiels wir die Erfindung näher erläutert.
[0014] Die Figur zeigt ein erfindungsgemäßes Kleinkaliber-Vollgeschoss 1, hier aus einer
Zinklegierung, in vergrößertem Maßstab. Gegenüber den herkömmlichen Geschossen weist
die Hülsenaufnahme 2 folgende Unterschiede auf: Um eine bei dem harten Werkstoff Zink
optimale Liderung zu erreichen, dringt die Vertiefung in Form einer Kalotte 3 vom
Heck 4 tief in die Hülsenaufnahme 2 ein. Dadurch werden die verbleibenden Wände der
Hülsenaufnahme 2, insbesondere im Bereich des Hecks 4, dünn und deshalb auch bei Zink
als einem härteren Werkstoff als Blei leicht verformbar. Vom Heck 4 des Geschosses
1 bis zum Pol 5 der Kalotte 3, der auf der Achse 6 des Geschosses liegt, erstreckt
sich die Kalotte 3 über eine Tiefe 7 in die Hülsenaufnahme 2 des Geschosses. Die Tiefe
7 beträgt beim vorliegenden Ausführungsbeispiel 65 % der Gesamtlänge 8 der Hülsenaufnahme
2.
[0015] Damit das Geschoss 1 einen festen Sitz in der Hülse 9 hat, weist die Hülsenaufnahme
2 eine Hülseneinzugsnut 10 auf. In diese Hülseneinzugsnut 10 ist der Hülsenrand 11
eingedrückt, was eine Hülsenkneifung mit festem Geschosssitz bewirkt.
1. Kleinkaliber-Vollgeschoss (1) aus einem bleifreien Werkstoff mit einer Dichte >5g/cm3, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülsenaufnahme (2) des mantellosen Geschosses (1 ) eine vom Heck (4) ausgehende
Vertiefung (3) aufweist, deren Tiefe (7) in Abhängigkeit von der Härte des Werkstoffs
bis zu 65 % der Länge (8) der Hülsenaufnahme (2) ausmacht.
2. Kleinkaliber-Vollgeschoss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (3) die Form einer Kalotte aufweist.
3. Kleinkaliber-Vollgeschoss nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hütsenaufnahme in (2) eine Hülseneinzugsnut (10) aufweist.
1. Small-calibre solid projectile (1) consisting of a lead-free material having a density
>5g/cm3, characterised in that the case-receiver (2) of the jacketless projectile (1) has a depression (3) that
starts from the rear (4) and the depth (7) of which, as a function of the hardness
of the material, constitutes up to 65% of the length (8) of the case-receiver (2).
2. Small-calibre solid projectile according to claim 2, characterised in that the depression (3) has the form of a spherical indentation.
3. Small-calibre solid projectile according to one of claims 1 or 2, characterised in that the case-receiver (2) has a case-feed groove (10).
1. Projectile massif (1) de petit calibre en un matériau exempt de plomb, présentant
une densité > 5g/cm3, caractérisé en ce que la partie d'attache de douille (2) du projectile (1) sans enveloppe présente une
cavité (3) qui s'étend à partir de l'arrière (4) et dont la profondeur (7), selon
la dureté du matériau, représente jusqu'à 65 % de la longueur de la partie d'attache
de douille (2).
2. Projectile massif de petit calibre selon la revendication 1, caractérisé en ce que la cavité (3) a la forme d'une calotte sphérique.
3. Projectile massif de petit calibre selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la partie d'attache de douille (2) présente une gorge (10) de sertissage de la douille.