[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von Ringkörpern aus Beton,
wie Schachtauskleidungen, Rohren od.dgl., bestehend aus einem äußeren hebund senkbaren
Formmantel, einem den Formraum radial nach innen begrenzenden Formkern, mindestens
einem Rüttler zum Einleiten von Vibrationen in den eingeschütteten Beton, einer den
Formraum nach unten abschließenden Bodenmuffe zum Formen des unteren Zentrierendes
des Ringkörpers, einer oberen Formmuffe zum Formen des oberen Zentrierendes, die einen
oberseitigen Ringkragen aufweist, und aus einem motorisch verdrehbaren und heb- und
senkbaren Preßkopf mit daran befestigter Kupplungsvorrichtung, die mindestens zwei
am Umfang des Preßkopfes verteilt angeordnete Klemmzangen aufweist, deren motorisch
betätigbare Klemmbacken am Ringkragen der Formmuffe angreifen.
[0002] Derartige Vorrichtungen zum Herstellen von kreisringförmigen oder auch ovalen Betonrohren,
Schachtauskleidungen oder ähnlichen Formkörpern haben aufgrund der lösbaren Verbindung
zwischen dem Preßkopf und der oberen Formmuffe den praktisch bedeutsamen Vorteil,
daß die obere Formmuffe nach dem Formvorgang quasi als Schutzkappe auf dem noch plastischen
Ringkörper verbleiben kann und dadurch das obere empfindliche Zentrierende vor Beschädigungen
beim Transport oder in der Trocknungsstation schützt. Zu diesem Zweck ist es beispielsweise
aus der DE-A 33 23 340 bekannt, die einen Formdeckel bildende Obermuffe bis zur hinreichenden
Aushärtung auf dem Betonformling zu belassen und sie während des Formvorganges durch
eine formschlüssige Klinken-Kupplung lösbar an dem Kolbenkopf festzulegen. Diese Kupplungsvorrichtung
erfordert eine genaue Positionierung der oberen Formmuffe gegenüber dem Preßkopf,
damit die formschlüssig zu verbindenden Kupplungselemente überhaupt in Wirkverbindung
treten können.
[0003] Ferner ist aus der US 3 696 182 eine Fertigungsanlage für armierte Betonrohre von
vorzugsweise ovalem Querschnitt bekannt, bei welcher eine besondere Kupplungsvorrichtung
zum Befestigen und Lösen der oberen Formmuffe an einem Muffenhalter vorgesehen ist.
Diese Kupplungsvorrichtung besteht aus motorisch heb- und senkbaren entlang des Mantels
eines hohlzylindrischen Haltekopfes geführten Stäben, an deren unteren Enden jeweils
ein radialer Kragen ausgebildet ist. Diese Kragen greifen bei einem Kupplungsvorgang
in besondere Taschen ein, die in einer Umfangswandung der Formmuffe ausgeformt sind.
Die axial wirksamen Haltekräfte für die Formmuffe ergeben sich auch hier durch den
Formschluß zwischen den Kragen der Stangenenden und den eingearbeiteten Taschen, so
daß auch hier eine nur auf Klemmkräfte gestützte Kupplungswirkung nicht vorliegt.
[0004] Bei einer anderen aus der EP-A 0 675 787 bekannten Fertigungsvorrichtung für Beton-Hohlkörper
wird eine Kupplungsvorrichtung zum kraftschlüssigen Ergreifen einer Formmuffe an einem
oberen Ringkragen verwendet, die aus einem formsteifen Ringkörper, einem daran angeordneten
flexiblen Druckschlauch und einem geteilten Klemmring besteht. Zum Erfassen einer
vorpositionierten Formmuffe wird der am Preßkopf starr befestigte Ringkörper über
den Ringkragen der jeweiligen Formmuffe gestülpt und durch Aufblasen des flexiblen
Ringschlauchs wird der Klemmring durchgehend fest an die Außenwandung des Ringkragens
gedrückt. Danach kann die Formmuffe durch entsprechende Bewegung des Preßkopfes auf
das obere Ende der Form bzw. der Formmasse aufgesetzt und unter Ausübung eines Axialdruckes
um die Formachse hin- und hergedreht werden. Zum Lösen der Klemmverbindung wird der
Ringschlauch entleert und der Klemmring durch Eigenfederung aufgespreizt. Um das vertikale
Entformen des äußeren Formmantels auch bei aktivierter Kupplungsvorrichtung zu ermöglichen,
ist der Außendurchmesser der Kupplungsvorrichtung kleiner als der Innendurchmesser
des Formmantels, so daß letzterer nach oben gezogen werden kann, ohne mit der Kupplungsvorrichtung
zu kollidieren. Nachteilig bei dieser bekannten Vorrichtung sind u.a. die ungenügende
Anpassung der Kupplungsvorrichtung an unterschiedliche Formmuffenmaße aufgrund des
geringen Freiraums zwischen dem Ringkragen und dem Klemmring bei entlüftendem Schlauch.
Ferner ist diese Vorrichtung technisch aufwendig, da sie eine Druckluftversorgung
inkl. der entsprechenden Steuermittel benötigt. Schließlich ergeben sich häufig Störungen
des Fertigungsbetriebes, die durch Eindringen und Absetzen von insbesondere körnigen
Beton-Bestandteilen in die Ringspalte der Kupplungsvorrichtung und ggf. dadurch hervorgerufene
Beschädigungen des flexiblen Ringschlauchs verursacht werden.
[0005] Schließlich ist aus der EP 0 351 325 B eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung
von Betonformkörpern bekannt, die als Kupplungsvorrichtung am Umfang des Preßkopfes
verteilt angeordnete Klemmzangen aufweist. Um ein störungsfreies Ergreifen und Freigeben
einer oberen Formmuffe zu gewährleisten, ist an der Formmuffe ein nach oben weisender
Ringkragen angeformt, an dem bei einem Schließvorgang die beiden Klemmbacken der Zangen
beidseitig angreifen. Die Klemmzangen weisen um mittlere Zapfenlager schwenkbare Zangenarme
auf, wobei die Klemmbacken sowie eine Spreizfeder an den unteren Armteilen und ein
Hydraulikzylinder zwischen den oberen Armteilen angeordnet sind. Dieser Kupplungsvorrichtung
sind ferner vertikal an dem motorisch hin- und herdrehbaren Preßkopf befestigte Zentrierstreben
zugeordnet, die eine Vorzentrierung der Kupplungsmuffe in ihrer Greifposition ermöglichen.
Derartige Vorrichtungen haben sich in Verbindung mit formsteifen einteilig aus korrosionsfestem
Stahl gefertigten Formmuffen in der Praxis bewährt, da sie robust ausgeführt sind
und mit technisch einfachen Mitteln betrieben werden können. Allerdings ist hier der
Außendurchmesser der Kupplungsvorrichtung größer als der Innendurchmesser des Formmantels,
so daß der Formmantel nicht über die Kupplungsvorrichtung hinweggezogen werden kann.
Vielmehr ist es notwendig, die Klemmzangen zu lösen und die Kupplungsvorrichtung wegzubewegen,
bevor der äußere Formmantel gezogen wird. Um dabei ein unerwünschtes Ablösen der oberen
Formmuffe durch Mitnahmeeffekte zu verhindern, sind besondere Niederhalter für die
Formmuffe notwendig.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Herstellung von Ringkörpern aus
Beton zu schaffen, die eine Minimierung von Betriebsstörungen und fertigungstechnisch
optimierte Betriebsabläufe, beispielsweise das Ziehen des äußeren Formmantels bei
aktivierter Kupplungsvorrichtung, ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die als Klemmzangen bezeichneten
Klemmeinheiten je einen Druckmittelzylinder aufweisen, dessen radial innenseitig beweglich
angeordnetes Zylindergehäuse über mindestens eine Zugstrebe fest mit der radial äußeren
Klemmbacke bzw. deren Klemmbackenträger verbunden ist und dessen nach radial außen
wirkender Kolben an der radial inneren Klemmbacke angreift.
[0008] Die erfindungsgemäße Anordnung und Ausbildung der verschiedenen Bauteile ergibt eine
betriebssichere und kompakte Kupplungsvorrichtung, deren Funktionsweise nicht durch
Eindringen von Beton-Bestandteilen beeinflußt werden kann. Die Anordnung des Zylindergehäuses
an der radialen Innenseite des inneren Klemmbackenträgers und die mechanische Kopplung
des in Wirkrichtung beweglichen Zylindergehäuses mit dem radial äußeren Klemmbackenträger
bewirkt, daß sich nur ein relativ schmaler Teil der gesamten Kupplungsvorrichtung
an der Außenseite des Ringkragens befindet und daß der Außendurchmesser der gesamten
Kupplungsvorrichtung kleiner als der Innendurchmesser des äußeren Formmantels ist.
Damit kann bei aktivierter Kupplungsvorrichtung und dementsprechend niedergehaltener
Formmuffe der äußere Formmantel über die Kupplungsvorrichtung hinweg nach oben abgezogen
werden. Bei einem Klemmvorgang wirkt der Kolben der Zylindereinheit in radialer Richtung
auf den inneren Klemmbackenträger, wobei gleichzeitig durch den hydraulischen Innendruck
das Zylindergehäuse nach radial innen bewegt wird. Durch die mechanische Kopplung
mit dem radial äußeren Klemmbackenträger wird dieser vom Zylindergehäuse mitgenommen,
d.h. um gleiche Beträge nach radial innen bewegt. Die gleichgerichteten gegenläufigen
Bewegungen der beiden Klemmbackenträger bewirken letztendlich die feste Anlage ihrer
Klemmbacken an den beiden Seiten des Ringkragens. Da mehrere Klemmeinheiten in winkelversetzter
Verteilung vorgesehen sind, erfolgt nach einer anfänglichen Feinzentrierung der vorpositionierten
Formmuffe der feste Zugriff der Klemmbackenpaare und damit die kraftschlüssige Fixierung
der Formmuffe am Preßkopf in genau zentrierter Position.
[0009] Zum Erhalt der Verschiebbarkeit mindestens eines Klemmbackenträgers und des Zylindergehäuses,
weist vorteilhaft jede Klemmeinheit bzw. Klemmzange einen an einer Basisplatte des
Preßkopfes befestigten Sattel auf, zwischen dessen radial innerem und äußeren Schenkel
mindestens eine radial ausgerichtete Führungsstange befestigt ist, auf der das Zylindergehäuse
mit dem mechanisch gekuppelten äußeren Klemmbackenträger und auch der innere Klemmbackenträger
jeweils verschiebbar gelagert sind.
[0010] Aus Gründen der optimierten Betriebssicherheit ist der erfindungsgemäß ausgebildeten
Kupplungsvorrichtung eine Fangvorrichtung zugeordnet, die ein unbeabsichtigtes Lösen
der Formmuffe aus den Klemmeinheiten verhindert. Zu diesem Zweck sind an den Klemmeinheiten
nach unten vorspringende Fanghaken vorgesehen, die bei Betätigung der Klemmbacken
mit entsprechend ausgebildeten Angriffselementen in Eingriff gelangen und dadurch
ein Herabfallen der Formmuffe sicher verhindern.
[0011] Gegenstand der Erfindung ist ferner eine neu gestaltete Formmuffe zum Ausformen des
oberen Zentrierendes eines Betonformkörpers, die in einer der vorstehend beschriebenen
Fertigungsvorrichtungen verwendet wird. Diese aus einem formgebenden Muffenteil und
einem oberen Ringkragen bestehende Formmuffe weist am oberen Endteil des Ringkragens
mindestens eine Angriffsfläche für mindestens ein Klemmelement bzw. Klemmbacke der
Kupplungsvorrichtung sowie unter dieser Angriffsfläche ein Eingriffselement für einen
Fanghaken auf, wobei der Ringkragen im mittleren Abschnitt des Muffenteils angeordnet
und entweder mit letzterem einteilig ausgeführt oder mit diesem fest verschweißt ist.
[0012] Gegenüber bekannten Formmuffen hat der Ringkragen eine wesentlich größere Höhe, die
etwa gleich der Höhe des formgebenden Muffenteils ist.
[0013] Die Zentrierung einer einzelnen Obermuffe in der Mittelachse der Vorrichtung vor
oder während dem Zugriff der Spannzangen erfolgt zweckmäßig mit Hilfe von Zentrierstegen,
die nach unten vorstehend am Preßkopf vorgesehen sind und deren Schrägflächen bei
dessen Absenkbewegung am oberen entsprechend ausgebildeten Ende des Ringkragens der
Obermuffe gleitend angreifen und sie in die Zentralstellung schieben.
[0014] Weitere Vorteile und Besonderheiten der erfindungsgemäßen Vorrichtung lassen sich
der folgenden Beschreibung eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
entnehmen. Es zeigen:
- Fig. 1
- den oberen Teil einer Fertigungsvorrichtung für Betonrohre im Axialschnitt;
- Fig. 2a, 2b
- eine Klemmzange der Kupplungsvorrichtung nach Fig. 1 im Längsschnitt und in teilgeschnittener
Seitenansicht;
- Fig. 3a bis 3d
- Einzelteile einer Klemmeinheit nach Fig. 1 in auseinandergezogener Schnittdarstellung;
- Fig. 4
- schematisch eine Zentrierstrebe mit zentrierter Formmuffe.
[0015] Die in Fig. 1 teilweise dargestellte Fertigungsvorrichtung enthält einen äußeren
heb- und senkbaren Formmantel 32 und einen inneren hohlen Formkern 33, die einen im
dargestellten Zustand bereits mit der Betonmasse gefüllten Formraum 34 begrenzen.
Dieser Formraum 34 ist unten durch eine - nicht dargestellte - Bodenmuffe abgeschlossen,
die durch ihre spezifische Gestalt das untere Zentrierende des herzustellenden Rohres
ausformt. Zur Handhabung einer den Formraum 34 nach oben abschließenden oberen Formmuffe
30 ist ein Preßkopf 1 vorgesehen, der über seinen zentralen Tragzapfen 2 und seine
obere Tragplatte 3 z.B. über hydraulische Spannmittel zentriert lösbar mit einer drehangetriebenen
und motorisch heb- und senkbaren Tragkonstruktion verbunden wird.
[0016] Die obere stabile Tragplatte 3 ist über ein Rohrstück bzw. Längsstreben 10, 11 mit
einer unteren Tragplatte 12 z.B. durch Schrauben 17 oder Schweißung fest verbunden.
Unterhalb dieser ringscheibenförmigen Tragplatte 12 ist eine Basisplatte 13 vorgesehen,
die über Schrauben 15 und mehrere winkelversetzte gummielastische Puffer 20, 21 zur
Dämpfung vertikaler Vibrationen an der Tragplatte 12 montiert ist. Zur zusätzlichen
Dämpfung von in Umfangsrichtung wirksamen Schwingungen und Vibrationen dienen um Bolzen
22, 23 angeordnete gummielastische Pufferhülsen 28, 29.
[0017] Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführung wird die Kupplungsvorrichtung 6 von zwei
diametral gegenüberliegend an der Unterseite der Basisplatte 13 montierten Klemmeinheiten
bzw. Klemmzangen 24, 25 gebildet, zwischen denen in symmetrischer Winkelversetzung
zwei direkt an der Basisplatte 13 befestigte und nach unten vorstehende Zentrierstreben
26 angeordnet sind. Jede Klemmeinheit 24, 25 weist einen Fanghaken 38, 39 auf, der
bei Aktivierung der Klemmeinheit mit einem hier als Ringnut 35 des Ringkragens 31
der Formmuffe 30 ausgebildeten Element in Eingriff gelangt. An der Unterseite der
beiden Klemmeinheiten 24, 25 und der Zentrierstreben 26 ist eine untere Schutzscheibe
27 befestigt.
[0018] Im folgenden wird die Klemmeinheit 24 der Kupplungsvorrichtung nach Fig. 1 anhand
der Fig. 2, 3 zusammen mit der in Fig. 2a schematisch dargestellten Formmuffe im einzelnen
beschrieben. Die letztgenannte obere Formmuffe 30 ist ein in sich steifer Ringkörper
und besteht vorzugsweise aus einem korrosionsfesten Stahl. Ein unterer profilierter
ringförmiger Formmuffenteil 30a dient zur Ausformung des oberen Zentrierendes des
Betonrohres 34, wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Auf der Oberseite eines radial
verlaufenden inneren Abschnitts unmittelbar vor dessen Übergang in einen ersten vertikalen
Abschnitt des Muffenteils 30a ist ein achsparallel ausgerichteter Ringkragen 31 angeformt
oder z.B. durch Schweißung starr befestigt, der in seinem unteren Bereich 123 eine
gleichbleibende Wandstärke hat und in dem nach oben folgenden Abschnitt eine nach
radial außen offene Ringnut 35 aufweist, die ein Eingriffselement für die Fanghaken
bildet. Daran schließt sich ein oberer relativ dünnwandiger Endabschnitt 120 an, dessen
beide Umfangsflächen 121, 122 die Angriffsflächen für die Klemmbacken der Klemmeinheit
bilden. Der obere Rand des Ringkragens 21 wird von Schrägflächen begrenzt, die beim
Positionieren der Formmuffe in ihrer Betriebsstellung mit Schrägflächen der Zentrierstege
26 (vgl. Fig. 4) in gleitenden Eingriff gelangen.
[0019] Die in den Fig. 2a und 2b in unterschiedlichen Schnittdarstellungen dargestellte
Klemmeinheit 24 ist mit Hilfe der oberen Endplatte ihres Sattels 40 an der Unterseite
der Basisplatte 13 z.B. durch Schraubbolzen befestigt. Der Sattel 40 hat einen radial
inneren und radial äußeren Schenkel 41, 42, an denen zwei achsparallele und radial
ausgerichtete Führungsstangen 43, 44 befestigt sind. In der oberen Querplatte des
Sattels 40 sitzt in einer Bohrung eine Zentrierschraube 45. Wie insbesondere in Fig.
3a gezeigt, ist an der Innenseite des radial äußeren Schenkels 41 eine Druckstrebe
100 mittels Schrauben 46, 47 befestigt, deren unteres Ende während eines Formvorganges
gegen den oberen Rand des Ringkragens 31 der Formmuffe 30 drückt. An dem anderen Sattelschenkel
42 ist eine Platte 48 zur Fixierung der beiden Führungsstangen 43, 44 angeschraubt.
[0020] Ein in Fig. 3b gesondert dargestelltes Zylindergehäuse 50 hat in seinem oberen Teil
zwei achsparallele Bohrungen 51 - in Fig. 3b nur eine in Strichlinien gezeigt -, in
denen jeweils zwei endseitige Führungsbuchsen 52, 53 sitzen. Mit diesen Bohrungen
51 und den Führungsbuchsen 52, 53 ist das Zylindergehäuse 50 auf den beiden Führungsstangen
43, 44 verschiebbar geführt. Im unteren Teil des Zylindergehäuses 50 befindet sich
eine über einen Fluidkanal 54 mit Druckmittel versorgte Arbeitskammer 56, die von
einem Kolben 57 stimseitig begrenzt wird, der über Ringdichtungen 58 in dieser Arbeitskammer
verschiebbar geführt ist und in seiner voll eingezogenen Stellung mit seiner gewölbten
Druckfläche 59 um einen geringen Betrag über die in Fig. 3b linke Stirnwand des Zylindergehäuses
vorsteht. An jeder Seitenwand des Zylindergehäuses 50 ist eine formsteife Platte 60,
61 (vgl. Fig. 2b), z.B. mittels Schraubbolzen 62 befestigt, welche die in Fig. 3b
in Draufsicht dargestellte Form hat. Zwischen den in Fig. 3b linken Endteilen der
beiden Platten 60, 61 ist ein Klemmbackenträger 63 z.B. durch Schrauben 64 befestigt,
an dem eine radial äußere Klemmbacke 65 mit kreissegmentförmiger Wirkfläche 66 z.B.
durch Schrauben 67 befestigt ist. Am unteren Ende dieses radial äußeren Klemmbackenträgers
63 sitzt ein Fanghaken 39. Im oberen Teil dieses Klemmbackenträgers 63 ist in einer
Ausnehmung 68 eine Führungshülse 69 sowie ein Führungsrohr 70 zur Halterung von zwei
in Fig. 3d im einzelnen dargestellten koaxialen Spreizfedern 71, 72 angeordnet.
[0021] Zwischen dem radial äußeren Klemmbackenträger 63 und dem Zylindergehäuse 50 ist ein
radial innerer Klemmbackenträger 75 angeordnet, der in seinem oberen Teil zwei mit
je zwei Gleithülsen 76, 77 ausgekleidete achsparallele Bohrungen 78 aufweist, die
von den beiden Führungsstangen 43, 44 im Gleitsitz durchragt werden. Unterhalb des
verbreiterten Oberteils ist in diesen Klemmbackenträger 75 eine Ausnehmung zur Aufnahme
und Abstützung der beiden koaxialen Spreizfedern 71, 72 ausgebildet, in deren Zentrum
ein Hohlzapfen 80 als innere Federführung z.B. mittels einer Schraube 81 befestigt
ist. In einer Einsenkung am unteren Ende dieses Klemmbackenträgers 75 sitzt eine radial
innere Klemmbacke 82, die durch Lösen von Verbindungsschrauben 83 ausgewechselt werden
kann und deren Wirkfläche 84 entsprechend der Form des Formmuffen-Ringkragens kreissegmentförmig
verläuft. Wie insbesondere aus Fig. 3c ersichtlich, ist die rechte Stirnwand des Klemmbackenträgers
75 eben, so daß in der in Fig. 2a gezeigten zusammengebauten Stellung der Kolben 57
etwa im Bereich der Feder-Ausnehmung 79 gegen diese Stirnwand drückt und dadurch eine
Verschiebung dieses Klemmbackenträgers auf den beiden Führungsstangen 43, 44 bewirkt.
[0022] In Fig. 4 ist eine der Zentrierstreben 26 in Seitenansicht zusammen mit einer im
Axialschnitt dargestellten Obermuffe 30 gezeigt. Diese Zentrierstrebe 26 hat eine
schmale Dreiecks-Form und ist mit ihrer Oberseite an der Basisplatte 13 z.B. mittels
Schraubbolzen in der dargestellten Weise befestigt. Das untere schmalere Ende ist
z.B. über Senkschrauben an der Schutzscheibe 27 befestigt. Die radiale Innenseite
der vorzugsweise plattenförmigen Zentrierstrebe 26 verläuft im wesentlichen vertikal
und ihre Außenseite 90 unter einem spitzen Winkel zur Vertikalen. Im unteren Bereich
dieser schrägen Außenseite 90 befindet sich ein winkelförmiger Ausschnitt 91, dessen
obere Fläche in der dargestellten Weise eine Stützfläche für den oberen Rand des Ringkragens
31 bildet. Die vertikal verlaufende Seitenfläche 92 dieses Ausschnitts 91 bildet eine
seitliche Anlagefläche 92 für den Ringkragen und damit die Formmuffe 30 in ihrer zentrierten
Position.
[0023] Die vorstehend beschriebene Vorrichtung funktioniert in folgender Weise. Nach dem
Füllen des Formraums 34 mit der Betonmasse wird eine lose z.B. auf einer Tischplatte
in den Zugriffsbereich der Kupplungsvorrichtung zugeführte Formmuffe 30 durch eine
Absenkbewegung des Preßkopfes 5 ergriffen, wobei durch eine gleitende Anlage der unteren
Schrägfläche der mitabgesenkten Zentrierstreben 26 eine genaue Zentrierung der Formmuffe
30 in der Mittelachse erfolgt und gleichzeitig durch die Anlage des oberen Randes
des Ringkragens an den oberen Flächen der Ausschnitte 91 der Zentrierstreben auch
die relative Höhenposition der Formmuffe bzw. ihres Ringkragens 31 festgelegt wird.
Damit ist sichergestellt, daß die beiden noch geöffneten Klemmbacken 65, 84 den beiden
Angriffsflächen 121, 122 im oberen Abschnitt des Ringkragens 31 und auch die Fanghaken
39 der Ringnut 35 exakt gegenüberliegen. Durch Einführen von hydraulischer Druckflüssigkeit
über den Kanal 55 wird in der Arbeitskammer 56 des Zylindergehäuses 50 ein Druck erzeugt,
der einerseits auf die Endfläche des Kolbens 57 und gleichzeitig auf die gegenüberliegende
Wand des Zylindergehäuses 50 wirkt. Dadurch wird der radial innere Klemmbackenträger
75 vom Kolben 57 nach links gedrückt und durch die entsprechende Reaktions-Bewegung
des verschiebbar gelagerten Zylindergehäuses 50 wird der radial äußere Klemmbackenträger
63 über die durch die beiden Verbindungsplatten 60, 61 bewirkte mechanische Kopplung
nach rechts gezogen. Durch die quasi schwimmende Lagerung und Beweglichkeit der beiden
Klemmbackenträger 63, 75 erfolgt ein gleichzeitiger Angriff ihrer Klemmbacken 65,
82 an den hierfür vorgesehenen Angriffsflächen 121, 122 des Ringkragens. Gleichzeitig
greifen auch die Fanghaken 39 in die Ringnut 35 ein, so daß auch bei ungenügender
Klemmwirkung die Formmuffe gegen Herabfallen gesichert ist. Da alle vorhandenen Klemmeinheiten
24, 25 gleichzeitig mit Druckmittel beaufschlagt werden, erfolgt auch die Klemmwirkung
der Klemmbacken 65, 84 der verschiedenen Klemmeinheiten gleichzeitig über den Umfang
des Ringkragens verteilt. Die von den Klemmbacken 65, 84 auf den oberen Abschnitt
des Ringkragens 31 ausgeübten Klemmkräfte sind durch entsprechende Bemessung der Zylindereinheit
und des Zylinderdruckes ausreichend groß, um die Formmuffe in die Betonmasse einzudrücken
und gleichzeitig hin- und herzudrehen. Da der alle Eingriffselemente enthaltende Ringkragen
35 etwa im mittleren Bereich des Muffenteils 30a, d.h. unmittelbar vor dem Übergang
vom horizontalen oberen Steg in den vertikalen Abschnitt dieses Muffenteils 30a fixiert
ist, werden die vom Preßkopf ausgeübten Druckkräfte und Drehmomente optimal auf die
obere Formmuffe 30 übertragen. Dabei ergibt sich aufgrund der größeren Höhe des Ringkragens
31 ein ausreichend großer Zwischenabstand zwischen dem formgebenden unteren Muffenteil
30a und der Kupplungsvorrichtung, so daß austretende Betonmassen nicht in den Bereich
der mechanisch bewegten Teile der Kupplungsvorrichtung gelangen können. Verbessert
wird dieser Schutz gegen eindringende Betonmassen noch durch die untere Scheibe 27,
deren Rand etwa dem Fanghaken gegenüberliegt. Durch die mechanische Kopplung des radial
äußeren Klemmbackenträgers 63 mit dem Zylindergehäuse 50 über die beiden Seitenplatten
60, 61 wird erreicht, daß alle radial außerhalb des Ringkragens vorhandenen Bauteile,
d.h. die radial äußeren Klemmbackenträger inkl. ihrer Klemmbacken und ihrer Fanghaken,
schmal ausgeführt werden können, so daß der äußere Formmantel 32 vertikal nach oben
gezogen werden kann, ohne mit vorstehenden Bauteilen der Kupplungsvorrichtung zu kollidieren,
wie dies in Fig. 1 durch den Pfeil angedeutet ist.
[0024] Die Erfindung ist nicht auf die Einzelheiten und Merkmale des vorstehend beschriebenen
Ausführungsbeispiels beschränkt. So können beispielsweise die Klemmeinheiten 24, 25
in radialer Richtung stufenweise oder auch durch entsprechende Führungen stufenlos
verstellbar am Oberteil des Preßkopfes montiert sein, wodurch eine Anpassung der Kupplungsvorrichtung
an unterschiedliche Größen bzw. Durchmesser der zu fertigenden Betonrohre inkl. ihrer
oberen Formmuffen erzielt wird.
[0025] Ferner ist die vorstehend beschriebene Kupplungsvorrichtung nicht auf die Verwendung
der beschriebenen und dargestellten Formmuffen beschränkt, d.h. es können auch anders
ausgebildete Formmuffen eingesetzt werden. Gleiches gilt auch für die vorstehend beschriebenen
Zentrierstreben, die beispielsweise auch als an sich bekannte Zentrierfinger ausgebildet
sein können.
1. Vorrichtung zur Herstellung von Ringkörpern aus Beton, wie Schachtauskleidungen, Rohren
od.dgl., bestehend aus
- einem äußeren heb- und senkbaren Formmantel (32),
- einem den Formraum (34) radial nach innen begrenzenden Formkern,
- mindestens einem Rüttler zum Einleiten von Vibrationen in den eingeschütteten Beton,
- einer den Formraum (34) nach unten abschließenden Bodenmuffe zum Formen des unteren
Zentrierendes des herzustellenden Rohrkörpers,
- einer oberen Formmuffe (30) zum Formen des oberen Zentrierendes des herzustellenden
Rohrkörpers, die einen oberseitigen Ringkragen (31) aufweist, und
- einem motorisch verdrehbaren und heb- und senkbaren Preßkopf (1) mit einer Kupplungsvorrichtung
(6), die mindestens zwei am Umfang des Preßkopfes verteilt angeordnete Klemmeinheiten
(24, 25) aufweist, deren motorisch betätigbare Klemmbacken (65, 84) am Ringkragen
(31) der Formmuffe (30) angreifen,
dadurch gekennzeichnet, daß
- der Außendurchmesser der Kupplungsvorrichtung (6) kleiner als der Innendurchmesser
des Formmantels (32) ist,
- jede Klemmeinheit zwei relativ gegeneinander geradlinig verschiebbare Klemmbackenträger
(63, 75) und einen Druckmittelzylinder aufweist, dessen radial innenseitig geradlinig
verschiebbares Zylindergehäuse (50) über mindestens eine Verbindungsstrebe (60, 61)
fest mit dem radial äußeren Klemmbackenträger (63) verbunden ist und dessen nach radial
außen wirkender Kolben (57) an dem inneren Klemmbackenträger (75) angreift.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmeinheiten (24, 25) und ggf. Zentrierelemente (26) mittels einer formsteifen
Basisplatte (13) und Vibrationsdämpfern (22, 23; 28, 29) an einer Tragkonstruktion
(5) montiert sind, die einen hydraulisch einspannbaren zentrierten Tragzapfen (2)
aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Klemmbackenträger (63, 75) und das Zylindergehäuse (50) an festgelegten
Führungen (43, 44) in Wirkrichtung der Klemmbacken (65, 82) verschiebbar sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Klemmeinheit (24, 25) einen an der Basisplatte (13) des Preßkopfes (1) befestigten
Sattel (37, 40) aufweist, zwischen dessen radial innerem und äußerem Schenkel (41,
42) mindestens eine Führungsstange (43, 44) befestigt ist, auf der das Zylindergehäuse
(50) und der radial innere Klemmbackenträger (75) drehfest und verschiebbar gelagert
sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß an zumindest einer der Klemmeinheiten (24, 25) ein Fanghaken (38, 39) vorgesehen
ist, der bei Betätigung der Klemmbacken (65, 82) in ein am Ringkragen (31) der Formmuffe
(30) vorgesehenes Halteelement (35) eingreift.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmeinheiten (24, 25) radial verstellbar am Preßkopf (1) befestigt sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringkragen (31) der Formmuffe (30) einen oberen Abschnitt (120) mit zwei Angriffsflächen
(121, 122) für den reibschlüssigen Angriff der Klemmbacken (65, 82) und einen unteren
Abschnitt (123) aufweist, der unmittelbar unterhalb der Angriffsflächen (121, 122)
beginnt und in dem eine Ringnut (35) zur Aufnahme von Fanghaken (38, 39) ausgebildet
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der innere Klemmbackenträger (75) auf zwei achsparallelen Führungsstangen (43, 44)
gegenüber dem ebenfalls auf den beiden Führungsstangen (43, 44) gelagerten Zylindergehäuse
(50) verschiebbar gelagert ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch Zentrierelemente (26) für das exakte Positionieren der Formmuffe (30).
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den beiden Klemmbackenträgern (63, 75) jeder Klemmeinheit (24, 25) mindestens
eine Spreizfeder (71, 72) im Wirkbereich des jeweiligen Hydraulikzylinders angeordnet
ist.
11. Formmuffe zum Ausformen des oberen Zentrierendes eines Beton-Ringkörpers, bestehend
aus einem formgebenden Muffenteil (30a) und einem oberen Ringkragen (31),
dadurch gekennzeichnet, daß
- am oberen Endteil des Ringkragens (31) mindestens eine Angriffsfläche (121, 122)
für ein Klemmittel eines Preßkopfes vorgesehen ist,
- am Ringkragen (31) unter dieser Angriffsfläche (121, 122) ein Angriffselement (35)
für am Preßkopf vorgesehene Fanghaken angeordnet ist und
- der Ringkragen (31) im mittleren Bereich des Muffenteils (30) befestigt ist.
12. Formmuffe nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Höhe des Ringkragens (31) etwa gleich der Höhe des Muffenteils (30a) ist.
13. Formmuffe nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringkragen (31) einen oberen geformten Rand für das Zusammenwirken mit Zentrierelementen
und mit mindestens einem Druckglied aufweist.
14. Formmuffe nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Ringkragen (31) unter dem Angriffselement (35) für Fanghaken einen geradlinigen
Abschnitt von vorbestimmter Höhe mit konzentrischen Wänden aufweist.