(19)
(11) EP 1 223 242 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.07.2002  Patentblatt  2002/29

(21) Anmeldenummer: 01128205.0

(22) Anmeldetag:  28.11.2001
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7D06F 37/20, D06F 37/26
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 10.01.2001 DE 20100354 U

(71) Anmelder: Turban-Beton-Bauteile KG
92708 Mantel (DE)

(72) Erfinder:
  • Die Erfindernennung liegt noch nicht vor
     ()

(74) Vertreter: Schneck, Herbert, Dipl.-Phys., Dr. et al
Rau, Schneck & Hübner Patentanwälte Königstrasse 2
90402 Nürnberg
90402 Nürnberg (DE)

   


(54) Ausgleichsmassenelement


(57) Bei einem Ausgleichselement aus Beton für eine Waschmaschine umfassend eine Mehrzahl von Hülsen (4) zur Einbringung von Befestigungselementen zur Verbindung mit dem Wachmaschinen-Laugenbehälter, ist vorgesehen, die Hülsen (4) aus Stahl bestehend und mit einer umlaufenden Betonarmierung verschweißt sind.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein Ausgleichsmassenelement aus Beton für eine Waschmaschine, das eine Mehrzahl von Hülsen zur Einbringung von Befestigungselementen zur Verbindung mit dem Waschmaschinen-Laugenbehälter umfaßt.

[0002] Waschmaschinen-Laugenbehälter werden heute auch aus Kunststoff gefertigt. Aufgrund des instabilen Schwingungssystems in der Waschmaschine werden Ausgleichsmassenelemente aus anderen Materialien herangezogen, um einen runden Lauf gewährleisten zu können. Üblicherweise bestehen diese Ausgleichsmassenelemente aus Schwerbeton, der auch in einen Kunststoffmantel gefüllt werden kann. Schwerbeton weist einerseits eine hohe Dichte auf und ist andererseits sehr kostengünstig und dementsprechend für diesen Zweck gut geeignet. Diese Ausgleichsmassenelemente enthalten eine Vielzahl von Hülsen, um z. B. über Befestigungsschrauben die Verbindung zum Waschmaschinen-Laugenbehälter zu gewährleisten.

[0003] Aufgrund einer ungenügenden Aufnahme der Kräfte bzw. der Momente im Beton können Festigkeitsprobleme im Ausgleichsmassenelement auftreten. Eine Schädigung des spröden Betons äußert sich vor allem in Rißbildung.

[0004] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Ausgleichsmassenelement aus Beton für eine Waschmaschine zu entwickeln, in dem Kräfte und Momente, die durch das aus Waschmaschinen-Laugenbehälter und Motiv gebildete Schwingungssystem erzeugt werden, ohne Schädigung des Formteils aufgenommen werden können, wobei insbesondere eine Rißbildung verhindert werden soll.

[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Hülsen aus Stahl bestehen und mit einer im wesentlichen kreisförmigen umlaufenden Betonarmierung verschweißt sind.

[0006] Da die Hülsen ebenso wie die Drahtreifen aus Stahl bestehen, wird durch das Verschweißen der beiden Komponenten eine formsteife Konstruktion ermöglicht. Kräfte, die aus der Befestigung an dem Waschmaschinen-Laugenbehälter resultieren, werden über die Hülsen und die Drahtreifen gleichmäßig im Betonteil verteilt. Die Wahrscheinlichkeit einer lokalen Schädigung des Betons kann reduziert werden.

[0007] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorteilhafterweise vorgesehen, daß die Schweißverbindungen als Schweißpunkte ausgebildet sind.

[0008] Diese Art der Schweißverbindung hat den Vorteil, daß sie besonders schnell und kostengünstig durch Schweißroboter maschinell durchgeführt werden kann.

[0009] Außerdem ist es zweckmäßig, daß die Armierungen als annähernd runde Drahtreifen ausgebildet sind, wobei wenigstens ein Drahtreifen an der Außenseite der Hülse verläuft und mit diesen verbunden ist und wenigstens ein zweiter Drahtreifen an der Innenseite der Hülsen verläuft und mit diesen verbunden ist.

[0010] Wegen der beidseitigen Fixierung der Hülsen durch den äußeren und den inneren Drahtreifen können die Kräfte und Momente besser und gleichmäßiger auf das gesamte Ausgleichsmassenelement verteilt werden.

[0011] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist ein Drahtreifen mit einer Stirnseite der Hülsen annähernd fluchtend angeordnet. Weiterhin ist vorgesehen, daß ein zweiter Drahtreifen im Mittelbereich der Hülsen angeordnet ist. Die Armierung weist diese versetzte Anordnung auf, um Zugkräfte in beiden Bereichen, d. h. unterhalb und oberhalb der neutralen Phase des Formteils, aufnehmen zu können. Diese Anordnung ergibt eine steife Armierungskonstruktion, die eine Rißbildung im Beton des Ausgleichsmassenelement verhindert.

[0012] Weiterhin ist vorgesehen, daß die Drahtreifen überlappende Enden aufweisen. Durch diese überlappenden Enden können Längenunterschiede der Drahtreifen bzw. Abweichungen der Drahtreifen vom Solldurchmesser ausgeglichen werden, indem die Länge der Überlappung variiert wird.

[0013] Es ist weiterhin zweckmäßig, daß ein Drahtreifen im Bereich einer Hülse eine Ausbauchung aufweist. Diese Ausbauchung ist aus Platzgründen erforderlich.

[0014] Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele beschrieben. Dabei zeigen:
Fig. 1
eine Aufsicht auf die Armierung eines erfindungsgemäßen Ausgleichsmassenelements, die auch die überlappenden Enden zeigt,
Fig. 2
einen Schnitt durch die Armierung des Ausgleichsmassenelements, und
Fig. 3
eine weitere Teilaufsicht auf die Armierung ein erfindungsgemäßes Ausgleichsmassenelement, die auch eine Ausbauchung eines Drahtreifens enthält.


[0015] In Fig. 1 ist ein Grundgerüst einer Armierung 1 in einem Ausgleichsmassenelement dargestellt, das einen inneren Drahtreifen 2, einen äußeren Drahtreifen 3 und Stahlhülsen 4 umfaßt, wobei die Hülsen 4 zwischen den Drahtreifen 2 und 3 angebracht sind. Zwischen dem inneren Drahtreifen 2 und dem äußeren Drahtreifen 3 befindet sich außerhalb der Stahlhülsen 4 Beton, der in Fig. 1 nicht dargestellt ist. Die Drahtreifen 2 und 3 bilden für den Beton eine Armierung. Der innere Drahtreifen 2 und der äußere Drahtreifen 3 sind konzentrisch um eine Achse 5 bzw. um einen Mittelpunkt M mit dem Durchmesser D1 bzw. D2 angeordnet. Die Querschnitte der Drahtreifen 2, 3 sind rund ausgebildet und weisen einen Durchmesser D3 auf. Der Durchmesser D2 des Drahtreifens 3 ist um den zweifachen Außendurchmesser D4 der Stahlhülse 4 zuzüglich des doppelten Durchmessers D3 größer als der Durchmesser D1 des inneren Drahtreifens 2. Die Form der Hülsen 4 richtet sich nach der Geometrie des Anbauteils bzw. der Befestigungsart.

[0016] Der Drahtreifen 2 berührt mit seiner Außenseite 6 die äußere Innenseite 8 der Hülse 4. Eine Innenseite 7 des Drahtreifens 3 liegt an einer Außenseite 9 bezogen auf den Mittelpunkt M der Drahtreifen 2, 3 der Hülse 4 an. An diesen Kontaktstellen werden die Schweißpunkte 10 und 11 ausgebildet. An den Schweißpunkten 10 wird die Außenseite 6 des Drahtreifens 2 mit der Innenseite 8 bezogen auf den Mittelpunkt M der Drahtreifen 2, 3 der Hülsen 4 aus Festigkeitsgründen verschweißt. Ebenso werden an den Schweißpunkten 11 die Innenseite 7 des Drahtreifens 3 mit der Außenseite 9 der Hülsen 4 verschweißt. Hierdurch entsteht eine Armierung 1 für ein Ausgleichsmassenelement, die eine sehr hohe Formsteifigkeit aufweist und von Beton umgossen wird.

[0017] Des weiteren zeigt Fig. 1 die überlappenden Enden 12 des Drahtreifens 2, die über die Länge L1 aneinander anliegen und verschweißt sind.

[0018] Aus Fig. 2 wird offensichtlich, daß der Drahtreifen 2 von dem Drahtreifen 3 durch den Abstand H1 entfernt ist. Das bedeutet, daß die Schweißpunkte 10 in einer anderen Ebene liegen als die Schweißpunkte 11. Der Drahtreifen 2 ist also in einem Mittelbereich 13 der Hülsen 4 angeordnet. Die Hülsen 4 sind mit einer Stirnseite 14 annähernd fluchtend an dem Drahtreifen 3 angeordnet. Die Zentrierung des Ausgleichsmassenelements 1 erfolgt über Zapfen (in der Zeichnung nicht dargestellt), die nach Befestigung formschlüssig oder reibschlüssig in die Hülsen 4 reichen.

[0019] Die konkrete Positionierung der Armierung 1 und der Hülsen 4 ist im Einzelfall von der Geometrie des Betonteils abhängig.

[0020] Fig. 3 zeigt eine Ausbauchung 15 in dem Drahtreifen 3 mit dem Radius R1, die sich im Bereich einer Hülse 4 befindet. Anstelle von solchen Ausbauchung können auch andere geometrische Formen der Drahtringe bzw. Abflachungen je nach Erfordernis vorhanden sein.


Ansprüche

1. Ausgleichsmassenelement aus Beton für eine Waschmaschine umfassend eine Mehrzahl von Hülsen (4) zur Einbringung von Befestigungselementen zur Verbindung mit dem Waschmaschinen-Laugenbehälter, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülsen (4) aus Stahl bestehen und mit einer umlaufenden Betonarmierung verschweißt sind.
 
2. Ausgleichsmassenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schweißverbindungen als Schweißpunkte (10, 11) ausgebildet sind.
 
3. Ausgleichsmassenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Armierungen als annähernd runde Drahtreifen (2, 3) ausgebildet sind, wobei wenigstens ein Drahtreifen (3) an der Außenseite (9) bezogen auf den Mittelpunkt M der Drahtreifens (2, 3) der Hülsen (4) verläuft und mit diesen verbunden ist und wenigstens ein zweiter Drahtreifen (2) an der Innenseite (8) bezogen auf den Mittelpunkt M der Drahtreifen (2, 3) der Hülsen (4) verläuft und mit diesen verbunden ist.
 
4. Ausgleichsmassenelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Drahtreifen (3) mit einer Stirnseite (14) der Hülsen (4) annähernd fluchtend angeordnet ist.
 
5. Ausgleichsmassenelement nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein zweiter Drahtreifen (2) im Mittelbereich (13) der Hülsen (4) angeordnet ist.
 
6. Ausgleichsmassenelement nach Anspruch 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß der außen verlaufende Drahtreifen (3) mit der Stirnseite (14) fluchtet und der innen verlaufende Drahtreifen (2) im Mittelbereich (13) der Hülsen (4) verläuft.
 
7. Ausgleichsmassenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Drahtreifen (2, 3) überlappende Enden (12) aufweist.
 
8. Ausgleichsmassenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein Drahtreifen (3) im Bereich einer Hülse (4) eine Ausbauchung (15) aufweist.
 




Zeichnung