[0001] Ein elektromagnetisches Relais mit den im ersten Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmalen ist aus DE-A-196 00 314 bekannt.
[0002] Derartige Relais mit zwangsgeführten Kontakten haben die Aufgabe, einen zu schaltenden
Stromkreis, etwa den Versorgungsstromkreis von Werkzeugmaschinen, Toren, Feuerungsanlagen
oder medizinischen Geräten sicher zu trennen. Dazu werden die bei dem bekannten Relais
vorhandenen beiden Schließer in dem zu schaltenden Stromkreis mit den Kontakten eines
zweiten Relais in Serie angeordnet. Kann einer der Schließer, etwa infolge Kontaktverschweißung,
nicht öffnen, so bleibt der zweite Schließer immer noch funktionsfähig und kann den
Stromkreis immer noch unterbrechen. Zur Erkennung dieses Fehlers dient ein bei dem
bekannten Relais vorgesehener Öffner, wobei eine Betätigungsanordnung dafür sorgt,
daß der Öffner nur dann in seine geschlossene Ruhestellung zurückkehren kann, wenn
beide Schließer öffnen.
[0003] Die Betätigungsanordnung des bekannten Relais besteht aus zwei parallel zueinander
bewegbaren Bauteilen, die jeweils mit seitlichen Vorsprüngen an den bewegbaren Teilen
angreifen, und von denen der eine vom Relaisanker angetrieben wird, während der andere
als Zwangsführer ausgebildet ist. Die Anordnung arbeitet nur dann ordnungsgemäß, wenn
die beiden Bauteile der Betätigungsanordnung exakt aufeinander abgestimmt sind und
mit ihren seitlichen Vorsprüngen einerseits eine Mitnahme der jeweiligen bewegbaren
Teile sicherstellen und andererseits genügend Spiel lassen, um die Mitnahme der bewegbaren
Teile durch die seitlichen Vorsprünge des jeweils anderen bewegbaren Bauteils nicht
zu behindern.
[0004] Der Erfindung liegt die generelle Aufgabe zugrunde, Nachteile, wie sie bei vergleichbaren
elektromagnetischen Relais nach dem Stand der Technik auftreten, mindestens teilweise
zu beseitigen. Eine speziellere Aufgabe der Erfindung kann darin gesehen werden, ein
elektromagnetisches Relais zu schaffen, das die gleiche Funktion wie das oben erläuterte
bekannte Relais mit einfacherem Aufbau erreicht.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 1 gekennzeichnet. Danach
sind wenigstens zwei in ihrer Funktion gleiche Betätiger vorgesehen, die jeweils nur
mit einem Schließer und dem gleichen Öffner zusammenarbeiten. Jeder einzelne Betätiger
braucht auf den anderen nicht-zugeordneten Schließer keine Rücksicht zu nehmen, so
daß seine Form weniger kritisch ist als beim Stand der Technik. Daraus resultieren
größere Toleranzfreundlichkeit und höhere Funktionssicherheit.
[0006] Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 2 führt zu einer weiteren Vereinfachung
insofern, als zusätzliche Einrichtungen zur Rückstellung der Betätiger nicht erforderlich
sind.
[0007] In der Ausgestaltung der Erfindung nach Anspruch 3 ergibt sich eine kompakte und
leichte Gestaltung der Betätigungsanordnung.
[0008] Die Maßnahme des Anspruchs 4 ist für die Funktionssicherheit von Vorteil.
[0009] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Darin zeigt
- Figur 1
- das Kontaktsystem eines elektromagnetischen Relais mit herausgenommenen Betätigern,
- Figur 2
- das gleiche Kontaktsystem mit eingebauten Betätigern in Ruhestellung des Relais, wobei
zur Verdeutlichung auch Spule, Kern und Anker des Relais dargestellt sind,
- Figur 3
- das Kontaktsystem in Arbeitsstellung des Relais, und
- Figur 4
- das Kontaktsystem in Ruhestellung des Relais, wobei einer der Schließer infolge Verschweißung
nicht geöffnet und der zwangsgeführte Öffner nicht geschlossen hat.
[0010] Gemäß Figur 1 umfaßt die Kontaktanordnung zwei Schließer
10 und
20, einen Öffner
30 und zwei Betätiger
40, 50.
[0011] Der Schließer
10 besteht aus einem Festkontakt
11 mit zwei Kontaktstücken
12, 13 und einem Anschlußteil
14 sowie einer Kontaktfeder
15, die an ihrem einen Ende an einem Anschlußteil
16 befestigt ist und an ihrem anderen, freien Ende zwei Kontaktstücke
17, 18 trägt, die mit den Kontaktstücken
12, 13 des Festkontakts
11 zusammenarbeiten.
[0012] Der Schließer
20 und der Öffner
30 sind identisch aufgebaut.
[0013] Die Kontaktfedern
15, 25 der beiden Schließer
10, 20 sind als Flexure-Kontaktfedern ausgebildet, so daß sich ihre Kontaktstücke in der
Ruhelage, betrachtet ohne Betätiger, in einem Abstand von denen des jeweiligen Festkontakts
11, 21 befinden. Demgegenüber ist die Kontaktfeder
35 des Öffners
30 als Lift-off-Kontaktfeder ausgebildet, so daß ihre Kontaktstücke in der Ruhelage,
betrachtet ohne Betätiger, an den Kontaktstücken des Festkontakts
31 anliegen.
[0014] Der Betätiger
40 ist als insgesamt etwa U-förmige flache Schaltkarte gestaltet, wobei der rechte,
nach unten ragende Schenkel
41 der U-Form einen nach unten offenen Schlitz
42 aufweist, der im eingebauten Zustand des Betätigers
40 (vergl. Figur 2 bis 4) die Kontaktfeder
15 des Schließers
10 beidseitig umgreift. Der Schlitz
42 ist mit zwei einander zugewandten Vorsprüngen
43, 44 versehen, die an beiden Seiten der Kontaktfeder
15 spielarm anliegen.
[0015] Der nach unten ragende linke Schenkel
45 weist einen dem rechten Schenkel
41 zugewandten Vorsprung
46 auf, der gemäß Figur 3 und 4 an der linken Seitenfläche der Kontaktfeder
35 des Öffners
30 anliegt.
[0016] Der Betätiger
50 ist mit dem Betätiger
40 im wesentlichen baugleich, wobei lediglich der Abstand zwischen den beiden Schenkeln
51, 55 voneinander geringer ist. Im eingebauten Zustand umgreift der Schlitz
52 die Kontaktfeder
25 des Schließers
20, wobei die beiden Vorsprünge
53, 54 an den Seitenflächen der Kontaktfeder
25 spielarm anliegen, während der Vorsprung
56 des linken Schenkels
55 an der linken Seitenfläche der Kontaktfeder
35 des Öffners
30 anliegt.
[0017] Wie in Figur 2 gezeigt, sind die beiden Betätiger
40, 50 dicht nebeneinander angeordnet, wobei ihre linken Stirnflächen, die in der in Figur
2 gezeigten Ruhestellung miteinander fluchten, zur Anlage am Anker
60 eines hier als monostabil angenommenen Relais dienen. Von dem Relais sind in Figur
2 außer dem Anker
60 die Spule
61 samt Spulenanschlüssen
62 und der die Spule
61 durchsetzende Kern
63 mit nach oben ragenden, mit dem Anker
60 zusammenwirkenden Polschuhen
64 gezeigt. In Figur 2 ist angenommen, daß sich das Relais in Ruhestellung befindet,
so daß die Schließer
10, 20 geöffnet sind und der Öffner
30 geschlossen ist.
[0018] Zieht das Relais an, so schwenkt der Anker
60 gegen den Uhrzeigersinn und übt auf beide Betätiger
40, 50 eine in Figur 2 nach rechts gerichtete Kraft aus. Die Betätiger
40 und
50 bewegen sich dabei in die in Figur 3 gezeigte Stellung, in der die beiden Schließer
10, 20 geschlossen sind und der Öffner
30 geöffnet ist.
[0019] In der Darstellung nach Figur 4 ist angenommen, daß das Relais abgefallen und der
Anker in seine Ruhestellung zurückgekehrt ist, der Schließer
10 jedoch verschweißt hat. In dieser Stellung ist der Betätiger
50 durch den geöffneten Schließer
20 in seine Ausgangsstellung zurückgekehrt, während der Betätiger
40 durch den noch in der geschlossenen Stellung befindlichen, verschweißten Schließer
10 in seiner ausgelenkten Stellung festgehalten wird. Der linke Schenkel
45 des Betätigers
40 hält in diesem Fall die Kontaktfeder
35 des Öffners
30 in der geöffneten Stellung, während sich der linke Schenkel
55 des Betätigers
50 von der Kontaktfeder
35 weg bewegt hat.
[0020] Die gleiche Funktion würde sich ergeben, wenn der Schließer
20 verschweißt und der Schließer
10 bei abfallendem Relais öffnet. In diesem Fall würde die Kontaktfeder
35 des Öffners
30 durch den linken Schenkel
55 des Betätigers
50 in der in Figur 4 gezeigten geöffneten Stellung festgehalten.
[0021] In dem obigen Ausführungsbeispiel sind die Betätiger
40, 50 so gestaltet, daß sie mit den Kontaktfedern
15, 25 des jeweils zugeordneten Schließers
10, 20 in beiden Richtungen zwangsgeführt gekoppelt sind. Mit anderen Worten werden die
Kontaktfedern
15, 25 bei anziehendem Relais durch die Betätiger
40, 50 entgegen ihrer Federvorspannung in die geschlossene Stellung geführt, während das
Öffnen der Schließer
10, 20 durch die Rückstellkraft der Federn
15 bzw.
25 erfolgt.
[0022] Gemäß einer nicht dargestellten Variante ist es auch möglich, mehr als zwei Schließer
mit einer entsprechenden Anzahl von Betätigern vorzusehen und funktionsmäßig mit dem
gleichen Öffner zu koppeln.
[0023] Ferner ist in dem obigen Ausführungsbeispiel angenommen, daß der dritte Kontakt
30 als Öffner gestaltet ist. Es wäre auch möglich, dieser Kontakt als Schließer auszubilden.
In diesem Fall würde immer dann, wenn einer der beiden Schließer
10, 20 verschweißt, der dritte Kontakt
30 nicht mehr öffnen können. Auch diese Funktion ließe sich zum Erkennen eines Verschweißungszustandes
heranziehen.
1. Elektromagnetisches Relais mit einem Anker (60) und einem Kontaktsystem, das wenigstens zwei Schließer (10, 20), einen weiteren Kontakt (30) und eine wenigstens zwei parallel bewegbare Bauteile umfassende Betätigungsanordnung
aufweist, die
bei Bewegung des Ankers (60) in eine Arbeitsstellung das Schließen beider Schließer (10, 20) und das Schalten des weiteren Kontaktes (30) gestattet und
bei Rückbewegung des Ankers (60) in die Ruhestellung das Öffnen der Schließer (10, 20) gestattet, das Rückschalten des weiteren Kontaktes (30) jedoch verhindert, wenn einer der Schließer (10, 20) nicht öffnet,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bauteile der Betätigungsanordnung einzeln vom Anker (60) angetriebene Betätiger (40, 50) sind, wobei
jedem Schließer (10, 20) ein eigener Betätiger (40, 50) zugeordnet ist,
der bewegbare Teil jedes Schließers (10, 20) mit dem zugeordneten Betätiger (40, 50) in Kontakt-Öffnungsrichtung zwangsgeführt gekoppelt ist, und
alle Betätiger (40, 50) mit dem bewegbaren Teil (35) des weiteren Kontaktes (30) nur in Richtung der Arbeitsstellung zwangsgeführt gekoppelt sind.
2. Relais nach Anspruch 1, wobei der bewegbare Teil (15, 25) jedes Schließers (10, 20) und der bewegbare Teil (35) des weiteren Kontaktes (30) die Rückstellkräfte für die zugeordneten Betätiger (40, 50) liefern.
3. Relais nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Betätiger (40, 50) als nebeneinander angeordnete Schaltkarten unterschiedlicher Länge gestaltet sind,
deren jede den bewegbaren Teil (15, 25) des zugeordneten Schließers (10, 20) umgreift.
4. Relais nach Anspruch 3, wobei der bewegbare Teil (15, 25) jedes Schließers (10, 20) als Flexure-Kontaktfeder ausgebildet und mit dem zugeordneten Betätiger (40, 50) in beiden Bewegungsrichtungen zwangsgeführt gekoppelt ist, und wobei der bewegbare
Teil (35) des weiteren Kontaktes (30) als Lift-off-Kontaktfeder ausgebildet ist.
1. An electromagnetic relay comprising an armature (60) and a contact assembly which has at least two normally open contacts (10, 20), a further contact (30) and an actuator arrangement including at least two members (40, 50) movable in parallel, the actuator arrangement
upon movement of the armature (60) in an operated position permitting both normally open contacts (10, 20) to close and the further contact (30) to switch over, and
upon the return movement of the armature (60) in the rest position permitting the normally open contacts (10, 20) to open while preventing the further contact (30) to be reset if either one of the normally open contacts (10, 20) does not open,
characterised in that
the elements of the contact assembly are actuators (40, 50) individually operated the armature (60), wherein
each normally open contact (10, 20) has its own actuator (40, 50) associated therewith,
the movable portion of each normally open contact (10, 20) is coupled to its associated actuator (40, 50) by positive action in contact opening direction, and
all actuators (40, 50) are coupled to the movable portion (35) of the further contact (30) by positive action only in the direction of the operated position.
2. The relay of claim 1, wherein the movable portion (15, 25) of each normally open contact (10, 20) and the movable portion (35) of the further contact (30) provide the return forces for the respective associated actuators (40, 50).
3. The relay of claim 1 or 2, wherein the actuators (40, 50) are configured as switching cards disposed in side-by-side relationship and having
different lengths, each the card encompassing the movable portion (15, 25) of the associated normally open contact (10, 20).
4. The relay of claim 3, wherein the movable portion (15, 25) of each normally open contact (10, 20) is formed as a flexure-type contact spring and is coupled to its associated actuator
(40, 50) by positive action in either direction of movement, and wherein the movable portion
(35) of the further contact (30) is formed as a lift-off contact spring.
1. Relais électromagnétique avec un induit (60) et un système de contact qui comporte
au moins deux contacteurs (10, 20), un autre contact (30) et un dispositif d'actionnement
comprenant au moins deux composants déplaçables parallèlement qui
lors du déplacement de l'induit (60) dans une position de travail autorise la fermeture
des deux contacteurs (10, 20) et la commutation de l'autre contact (30), et
au retour de l'induit (60) dans la position de repos autorise l'ouverture des contacteurs
(10, 20), mais empêche le retour de l'autre contact (30) lorsque l'un des contacteurs
(10, 20) ne s'ouvre pas,
caractérisé
en ce que les composants du dispositif d'actionnement sont des actionneurs (40, 50) entraînés
individuellement par l'induit (60),
à chaque contacteur (10, 20) est associé son propre actionneur (40, 50),
la partie déplaçable de chaque contacteur (10, 20) est couplée, de manière guidée
forcée dans le sens d'ouverture du contact, avec l'actionneur (40, 50) associé, et
tous les actionneurs (40, 50) sont couplés, de manière guidée forcée uniquement dans
le sens de la position de travail, avec la partie mobile (35) de l'autre contact (30).
2. Relais selon la revendication 1, dans lequel la partie mobile (15, 25) de chaque contacteur
(10, 20) et la partie mobile (35) de l'autre contact (30) fournissent les forces de
rappel pour les actionneurs (40, 50) associés.
3. Relais selon la revendication 1 ou 2, dans lequel les actionneurs (40, 50) sont conçus
en tant que cartes de commutation disposées côte à côte, de longueur différente, dont
chacune entoure la partie mobile (15, 25) du contacteur (10, 20) associé.
4. Relais selon la revendication 3, dans lequel la partie mobile (15, 25) de chaque contacteur
(10, 20) est réalisée en tant que ressort de contact à flexion et est couplée, de
manière guidée forcée dans les deux sens de déplacement, avec l'actionneur (40, 50)
associé, et dans lequel la partie mobile (35) de l'autre contact (30) est réalisée
en tant que ressort de contact lift-off.