[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anbringen von Haftetiketten auf Warenpackungen
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Aus der Druckschrift DE 195 31 426 A1 ist eine Vorrichtung zum Anbringen von Haftetiketten
auf Warenpackungen gemäß beiliegender Fig. 4 bekannt. Sie umfaßt einen Zylinder 1
in dem ein Kolben 2 bewegbar ist. Auf dem Mantel des Zylinders 1 sind Anschlüsse 3
und 4 angeordnet, welche durch wahlweisen Anschluß an eine Druckluft und/oder Unterdruckquelle
die Bewegung des Kolbens in dem Zylinder ermöglichen. Die Bewegung des Kolbens 2 wird
über einen Bolzen 9 und eine Kolbenstange 5 auf einen Stempel 6, welcher aus dem Zylinder
herausragt, übertragen. Dem Stempel 6 werden Haftetiketten zugeführt (in Fig. 4 nicht
gezeigt, aber aus der genannten Druckschrift bekannt), welche durch die Bewegung des
Kolbens 2 und des Stempels 6 auf Warenpackungen 50 angebracht werden, nachdem sie
zuvor dem Stempel zugeführt wurden.
[0003] Die DE 195 31 426 A1 offenbart weiterhin die in Fig. 5 gezeigte spezielle Ausführungsform
des Zylinders 1. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel weist der Zylinder 1 an seinem dem
Stempel gegenüberliegenden Ende eine pneumatische Dämpfungseinheit 10 auf, welche
den Zylinder dort abschließt. Die Dämpfungseinheit umfaßt einen Pneumatikzylinder
11, in welchem ein Dämpfungskolben 12 geführt ist, dessen Kolbenstange 13 in das Innere
des Zylinders 1 hinein ragt.
[0004] Der Kolben 2 weist an seiner Oberfläche einen Permanentmagneten 7 auf, welcher bei
Erreichen eines minimalen Abstandes zu der pneumatischen Dämpfungseinheit 10, daß
heißt in einer ersten Totstellung, an einen ferromagnetischen Gegenring 8 anstößt.
Der Anschluß 3 ist auf dem Mantel des Zylinders 1 in einem Bereich zwischen dem Gegenring
8 und der pneumatischen Dämpfungseinheit 10 angebracht. Weil die Bewegung des Kolbens
2 durch den Gegenring 8, d. h. durch die durch ihn definierte erste Totstellung begrenzt
ist, wird der Anschluß 3 zu keiner Zeit während des Betriebs der Vorrichtung durch
die Wand des Kolbens 2 verschlossen.
[0005] Zum Bewegen des Kolbens 2 in die erste Totstellung wird im Inneren des Zylinders
1 oberhalb des Kolbens 2 durch den Anschluß 3 ein Unterdruck aufgebaut. Dieser Unterdruck
erzeugt eine beschleunigende Kraft auf dem Kolben 2. Die beschleunigende Kraft muß
einerseits recht groß sein, um eine geforderte Etikettiergeschwindigkeit oder Dynamik
von 140 Warenpackungen pro Minute realisieren zu können. Andererseits muß diese beschleunigende
Kraft und die daraus resultierende Geschwindigkeit des Kolbens 2 in der Nähe der Umkehrpunkte,
d. h. Totstellungen innerhalb des Zylinders kurzfristig wirkungsvoll abgebremst werden.
Dies geschieht im Stand der Technik durch zweierlei Dämpfungsmaßnahmen.
[0006] Zum einen trifft der Kolben 2 mit seiner Oberfläche auf den Kolben 13 der Dämpfungseinheit
10, welcher ihm einen gewissen Widerstand entgegenstellt. Zum anderen wird kurz bevor
der Kolben die erste Totstellung erreicht der Unterdruck abgeschaltet und statt dessen
über den Anschluß 3 ein Druckluftstoß in das Innere des Zylinders 1 eingebracht, welcher
ebenfalls auf der Oberfläche des Kolbens 2 zur Einwirkung kommt und auf diese Weise
den Kolben 2 zusätzlich abbremst.
[0007] Wie aus Fig. 4 ersichtlich wird die beschriebene Vorrichtung nicht nur zum Etikettieren
von Warenpackungen 50 mit gleicher Höhe verwendet, sondern sie wird vielmehr auch
für Warenpackungen mit verschiedenen Höhen verwendet. Der oben beschriebene Pneumatikzylinder
10 gemäß Fig. 5 muß für einzelne Standardhöhen jeweils individuell eingestellt werden.
Bei Einstellung für eine bestimmte Standardhöhe ist die Vorrichtung dann in der Lage,
Verpackungen mit einem gewissen Höhentoleranzbereich zu etikettieren. Ein Umrüsten
der Vorrichtung auf Warenpackungen mit anderen Standardhöhen erfordert im Stand der
Technik eine Unterbrechung des Etikettierprozesses und eine Manipulation an der pneumatischen
Dämpfungseinheit 10.
[0008] Es ist die Aufgabe der Erfindung, die Dynamikeigenschaften einer Vorrichtung der
eingangs genannten Art zum Anbringen von Haftetiketten auf Warenpackungen zu verbessern.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der erste Anschluß an einer
derartigen Position auf dem Zylinder angebracht ist, daß er durch die Wand des Kolbens
so verschließbar ist, daß der Aufbau des Unterdrucks oberhalb des Kolbens kurz bevor
und im Zustand der ersten Totstellung unterbunden ist.
[0010] Durch die Unterbindung des Aufbaus des Unterdrucks an der Oberseite des Kolbens entfällt
vorteilhafterweise auch die durch den Unterdruck erzeugte beschleunigende Krafteinwirkung
auf den Kolben. Dies bedeutet de facto eine Abbremsung des Kolbens bei Bewegung auf
die erste Totstellung hin, kurz bevor er diese erreicht hat. Dadurch daß die Abbremsung
des Kolbens bei der vorliegenden Erfindung ohne mechanische Einwirkung erfolgt, wird
die Dynamik des Systems verbessert, daß heißt der Kolben kann auch bei Bewegung auf
eine erste Totstellung hin von einer hohen Geschwindigkeit sehr kurzfristig wirkungsvoll
abgebremst werden.
[0011] Das erfindungsgemäße Prinzip der Abbremsung des Kolbens im Zylinder ist unabhängig
von der Höhe der zu etikettierenden Warenpackungen anwendbar. Eine Umrüstung der Vorrichtung
auf Warenpackungen mit anderen Höhen ist deshalb ohne eine zeit- und kostenaufwendige
Manipulation an der Vorrichtung möglich.
[0012] Dadurch daß die Wand des Kolbens den ersten Anschluß auch im Zustand der ersten Totstellung
abschließt, wird verhindert, daß in diesem Zustand an der Unterseite des Kolbens wieder
ein Unterdruck zur Einwirkung kommen kann, der den Koben dann wieder aus der ersten
Totstellung herausbewegen würde.
[0013] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Zylinder an seinem
Ende, welches die erste Totstellung definiert, eine als Drossel ausgebildete Dämpfungseinheit
auf. Sie ermöglicht eine zusätzliche Abbremsung der Bewegung des Kolbens, imdem sie
ein Medium z.B. Luft mit Atmosphärendruck, in den Raum oberhalb des Kolbens einströmen
läßt.
[0014] Die Drossel stellt eine wesentliche Vereinfachung gegenüber dem Stand der Technik
dar, der eine Ausbildung der Dämpfungseinheit als Pneumatikzylinder mit einem darin
geführten Kolben und einer an dem Kolben befestigten Kolbenstange vorsah.
[0015] Der Kolben im Zylinder der Vorrichtung trägt an seiner Oberseite einen Permanentmagneten,
dem in der ersten Totstellung des Kolbens ein Gegenring aus ferromagnetischem Material
gegenüber liegt. Der Permanentmagnet ermöglicht im Zusammenwirken mit dem ferromagnetischen
Gegenring vorteilhafterweise ein Verharren des Kolbens in der ersten Totstellung.
[0016] Es ist weiterhin vorteilhaft, daß die Anschlüsse unter Zwischenschaltung von steuerbaren
Ventilen wahlweise an eine Medien- und/oder Unterdruckquelle anschließbar sind. Auf
diese Weise ist es möglich, die Bewegung des Kolbens innerhalb des Zylinders zu steuern.
[0017] Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß in einer Saugleitung,
über welche die Medienund/oder Unterdruckquelle ein Medium ansaugt, ein Unterdruckventil
zur Steuerung des Betrages des Unterdrucks vorgesehen ist. Auf diese Weise ist es
möglich, die Hubhöhe des Kolbens innerhalb des Zylinders und damit die Hubhöhe des
Stempels flexibel an die Höhe der zu etikettierenden Warenpackungen anzupassen.
[0018] Weiterhin ist es von Vorteil, daß die Vorrichtung eine Programmsteuerung zur Ansteuerung
der Ventile aufweist. Die Programmsteuerung gewährleistet auf diese Weise die Zuführung
eines Mediums oder von Unterdruck an die beiden Anschlüsse zum Steuern einer gewünschten
Bewegung des Kolbens.
[0019] Schließlich ist es von Vorteil, wenn an der Außenseite des Zylinders Sensoren, insbesondere
Hallsensoren angebracht sind, welche Signale über die aktuelle Position und Geschwindigkeit
des Kolbens erzeugen und als Eingangssignale an die Programmsteuerung liefern. Sie
gewährleisten insofern die richtige Steuerung der Vorrichtung durch die Programmsteuerung.
[0020] Der Erfindung sind die folgenden Figuren beigefügt, wobei
- Fig. 1
- die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Anbringen von Haftetiketten auf Warenpackungen,
- Fig.2
- die Vorrichtung gemäß Fig. 1, angeschlossen an eine Programmsteuerung und an eine
Versorgungseinrichtung,
- Fig. 3
- eine detaillierte schematische Darstellung der Versorgungseinrichtung,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zum Anbringen von Haftetiketten auf
Warenpackungen gemäß dem Stand der Technik, und
- Fig. 5
- eine konkrete Ausführungsform der Vorrichtung gemäß Fig. 4 aus dem Stand der Technik
zeigt.
[0021] Es folgt eine detaillierte Beschreibung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung
anhand der Figuren 1 bis 3. Bei dem Ausführungsbeispiel wird Druckluft als Medium
gewählt; allerdings kann anstelle von Druckluft jedes andere zum Bewegen des Kolbens
im Zylinder geeignete Medium ggf. mit dem erforderlichen Druck verwendet werden.
Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung zum Abringen von Haftetiketten auf Warenpackungen mit
einem Zylinder 1, in welchem ein Kolben 2 geführt wird. Auf dem Mantel des Zylinders
1 sind beabstandet zueinader ein erster und ein zweiter Anschluß 3,4 angeordnet. Der
Kolben 2 ist über eine Kolbenstange 5 mit einem Stempel 6 verbunden, welcher an einem
Ende des Zylinders austritt und zum Anbringen der Haftetiketten auf Warenpackungen
50 gemäß Fig. 4 dient. An der Oberseite des Kolbens 2 ist ein Permanentmagnet 7 befestigt,
welcher dann, wenn die Kolbenstange so weit wie möglich in den Zylinder eingefahren
ist, daß heißt bei Erreichen einer ersten Totstellung, einem ferromagnetischen Gegenring
8 gegenüber liegt und diesen unmittelbar berührt. (Siehe gestrichelte Position des
Kolbens in Fig. 1).
[0022] An dem Ende des Zylinders 1, bei welchem der Kolben 2 die erste Totstellung einnimmt,
ist der Zylinder durch eine Dämpfungseinheit 14 abgeschlossen. Die z.B. pneumatische
Dämpfungseinheit 14 ist als Drossel, vorzugsweise als Drosselklappe, ausgebildet,
daß heißt mit ihrer Hilfe ist die Zuführung von einem Medium, insbesondere Luft mit
Atmosphärendruck, in das Innere des Zylinders oberhalb des Kolbens 2 steuerbar.
[0023] Während des Betriebs der Vorrichtung wird der Kolben 2 und damit auch der Stempel
6 in Richtung der Längsachse des Zylinders 1 bewegt. Dies geschieht in der Weise,
daß dem ersten und/oder dem zweiten Anschluß 3,4 wahlweise Druckluft und/oder Unterdruck
zugeführt wird. Für eine Bewegung des Kolbens in Richtung der ersten Totstellung wird
über den Anschluß 3 auf der Oberseite des Kolbens 2 ein Unterdruck und/oder über den
Anschluß 4 an der Unterseite des Kolbens Druckluft zur Einwirkung gebracht. Sowohl
der Unterdruck wie auch die Druckluft erzeugen eine Kraft auf den Kolben, welche diesen
in Richtung der ersten Totstellung beschleunigt. Eine Bewegung des Kolbens in Richtung
auf eine zweite Totstellung hin, bei welcher der Stempel maximal aus dem Zylinder
1 ausgefahren ist, wird durch eine Zuführung von Unterdruck über den Anschluß 4 und/oder
eine Zuführung von Druckluft über den Anschluß 3 bewirkt.
[0024] Die Vorrichtung ist für einen Betrieb in beliebiger Schräglage bzw. bei beliebiger
Neigung geeignet. Dies schließt insbesondere Betriebsweisen der Vorrichtung, bei welchen
der Kolben in vertikaler oder horizontaler Richtung bewegt wird, mit ein.
[0025] Die Vorrichtung gemäß dem Ausführungsbeispiel ist zum Etikettieren von Warenpackungen
mit Geschwindigkeiten von bis zu ca. 140 Stück pro Minute konzipiert. Diese großen
Geschwindigkeiten erfordern eine große Dynamik des Systems, daß heißt der Kolben muß
nach Verlassen einer Totstellung stark beschleunigt werden und bei Bewegung auf eine
Totstellung hin stark abgebremst werden. Die starke Beschleunigung wird bspw. dadurch
erzielt, daß, wie oben beschrieben, entweder auf der Unterseite des Kolbens Druckluft
und gleichzeitig auf der Oberseite des Kolbens ein Unterdruck oder umgekehrt zur Einwirkung
gebracht werden.
[0026] Eine Abbremsung des Kolbens 2 bei Bewegung auf die erste Totstellung hin wird erfindungsgemäß
dadurch erzielt, daß der Kolben kurz vor Erreichen der ersten Totstellung den Anschluß
3 mit seiner Wand verschließt und auf diese Weise den weiteren Aufbau von Unterdruck
an seiner Oberfläche unterbindet. Unmittelbar danach wird der oberhalb des Kolbens
2 verbliebene Unterdruck durch ein Medium, vorzugsweise Luft mit Atmosphärendruck,
kompensiert, welches über die als Drossel wirkende Dämpfungseinheit 14 dem Inneren
des Zylinders zugeführt wird. Diese Kompensation des Unterdrucks auf Atmosphärendruckniveau
erfolgt innerhalb sehr kurzer Zeit und wirkt deshalb quasi als Druckluftstoß, welcher
der Bewegung des Kolbens entgegen gerichtet ist und deshalb den Kolben zusätzlich
zu einer alleinigen Abschaltung des Unterdrucks stark abbremst. Die abbremsende Wirkung
auf den Kolben durch die beschriebene Kompensation des Unterdrucks ist so stark, daß
auf eine Verwendung von weiteren Dämpfungseinrichtungen, insbesondere mechanisch pneumatischen
Dämpfungseinrichtungen, verzichtet werden kann.
[0027] Die Vorrichtung ermöglicht also sowohl eine starke Beschleunigung, als auch eine
starke Abbremsung des Kolbens allein durch Steuerung der Luftdruckverhältnisse an
seiner Ober- und Unterseite. Dies hat den Vorteil, daß der Hub des Kolbens in einem
großen Bereich sehr flexibel eingestellt werden kann. Dies ermöglicht eine Etikettierung
auch von Warenpackungen mit unterschiedlicher Höhe ohne daß eine Umrüstung erforderlich
wäre.
[0028] Fig. 2 zeigt die für den Betrieb notwendige Ankopplung der Vorrichtung an eine Versorgungseinrichtung
15 und an eine Programmsteuerung 16. Die Versorgungseinrichtung 15 stellt z.B. Druckluft
als Medium und/oder den Unterdruck für die beiden Anschlüsse 3,4 bereit. Sie ist über
Druck-/Saugleitungen 17a und 17b jeweils mit den Anschlüssen 3 und 4 verbunden. Die
Programmsteuerung 16 steuert die Versorgungseinrichtung 15. Die Einstellung der Drossel
der Dämpfungseinheit 14 wird während des Betriebs nicht geändert.
[0029] Fig. 3 zeigt einen schematischen Aufbau der Versorgungseinrichtung 15. Sie umfaßt
eine Einrichtung 19, welche, von einem Motor M angetrieben, als Medienund/oder Unterdruckquelle
betrieben werden kann. Bei Betrieb als Medienquelle erzeugt sie z.B. Druckluft, welche
über Druckleitungen 20, in welche ein Filter 21a eingebaut ist, zunächst an zwei 2/3-Ventile
22a, 22b weitergeleitet wird.
[0030] Das 2/3-Ventil 22a leitet die Druckluft über die Druck-/Saugleitung 17a, in welche
ein Filter 21b eingebaut ist, an den Anschluß 3 des Zylinders 1 weiter. Alternativ
oder gleichzeitig wird die erzeugte Druckluft gegebenenfalls von dem 2/3-Ventil 22b
über die Druck-/Saugleitung 17b, in welche ein Luftfilter 21c eingebaut ist, an den
Anschluß 4 geleitet.
[0031] Zur Erzeugung der Druckluft saugt die Einrichtung 19 Umgebungsluft über eine Mediumeinlaßeinrichtung
23, einen Filter 21d und ein weiteres 2/3-Ventil 22c an.
[0032] Alle 2/3 Ventile sowie die Einrichtung 19 werden von der Programmsteuerung 16 einzeln
entsprechend den gewünschten Betriebsbedingungen gesteuert. Als Eingangssignale für
die Programmsteuerung 16 dienen Signale, welche u. a. von an der Außenseite des Zylinders
angebrachten Hallsensoren 26a, 26b bereitgestellt werden. Diese Signale werden von
der Programmsteuerung ausgewertet, um die aktuelle Position und Geschwindigkeit des
Kolbens 2 zu ermitteln.
[0033] Bei Unterdruckbetrieb saugt die Einrichtung 19 entweder über den Anschluß 3 und/oder
den Anschluß 4 Luft aus dem Inneren des Zylinders heraus. Wird z. B. über den Anschluß
3 Luft aus dem Zylinder gesaugt, so gelangt diese über die Druck-/Saugleitung 17a
und den Luftfilter 21b an das 2/3-Ventil 22a, welches die abgesaugte Luft über eine
Saugleitung 24 der Einrichtung 19 zuführt. Analog erfolgt die Absaugung von Luft aus
dem Innern des Zylinders über den Anschluß 4, die Druck-/Saugleitung 17b, den Luftfilter
21c, das 2/3-Ventil 22b und die Saugleitung 24.
[0034] In der Saugleitung 24 ist ein Unterdruckventil 25 vorgesehen, welches eine Einstellung
des Betrages des in dem Zylinder erzeugten Unterdrucks durch teilweise Kompensation
mit Atmosphärendruck gestattet.
[0035] Diese variable Einstellung des Betrages des Unterdrucks erlaubt zum einen eine sehr
präzise Steuerung der Position des Kolbens im Zylinder. So ist es zum Beispiel möglich,
den Kolben an einer bestimmten Position im Inneren des Zylinders 1 in einem Schwebezustand
zu halten. Dies setzt ein ausgewogenes Kräftegleichgewicht voraus, welches durch entsprechend
fein eingestellte Druckluft- und Unterdruckverhältnisse an der Ober- und Unterseite
des Kolbens realisiert werden kann. Der Schwebezustand wird genutzt, um ein zuvor
bei nicht ausgefahrener Kolbenstange von dem Stempel aufgenommenes Etikett in eine
richtige Position zu drehen, bevor es auf eine zugehörige Warenpackung aufgeklebt
wird. Ein weiterer Vorteil ist, daß der eigentliche Stempelhub aus diesem Zustand
heraus besser gesteuert/ geregelt werden kann, da der Dauermagnet des Kolbens bereits
keine Kraft mehr auf den ferromagnetischen Ring ausübt.
[0036] Zum anderen ist die Möglichkeit zur Einstellung des Betrages des Unterdrucks von
Vorteil für eine flexible Anpassung des Kolben- bzw. Stempelhubes bei veränderter
Höhe der zu etikettierenden Warenpackungen.
1. Vorrichtung zum Anbringen von Haftetiketten auf Warenpackungen mit einem Zylinder
(1), welcher aufweist:
einen ersten (3) und zweiten (4) Anschluß, welche beide zueinander beabstandet auf
dem Zylinder (1) angeordnet sind und durch wahlweisen Anschluß an eine Medien- und/oder
Unterdruckquelle (19) die Bewegung eines Kolbens(2) in dem Zylinder (1) ermöglichen,
wobei die Bewegung des Kolbens (2), welche an einem Ende des Zylinders (1) durch
eine erste Totstellung begrenzt ist, auf einen Stempel (6) zum Anbringen der Haftetiketten
auf den Warenpackungen (50) übertragbar ist;
dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Anschluß (3) an einer derartigen Position auf dem Zylinder (1) angebracht
ist, daß er durch die Wand des Kolbens (2) so verschließbar ist, daß der Aufbau des
Unterdrucks oberhalb des Kolbens kurz bevor und im Zustand der ersten Totstellung
unterbunden ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zylinder (1) an seinem Ende, welches die erste Totstellung definiert, eine Dämpfungseinheit
(14) aufweist, welche als Drossel zum Zuführen eines Mediums mit einem gegenüber dem
Unterdruck positiven Druck, insbesondere mit Athmosphärendruck, in das Innere des
Zylinders (1) oberhalb des Kolbens (2) ausgebildet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kolben (2) an seiner Oberseite einen Permanentmagneten (7) trägt, dem in der
ersten Totstellung des Kolbens (2) ein Gegenring (8) aus ferromagnetischen Material
gegenüberliegt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlüsse (3,4) unter Zwischenschaltung von steuerbaren Ventilen (22a,22b,22c)
wahlweise an die Medien- und/oder Unterdruckquelle (19) anschließbar sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Saugleitung (24), über welche die Medien- und/oder Unterdruckquelle (19)
Luft ansaugt, ein Unterdruckventil (25) zur Steuerung des Betrages des Unterdrucks
vorgesehen ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, gekennzeichnet durch eine Programmsteuerung (16) zur Ansteuerung der Ventile (22).
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch an der Außenseite des Zylinders (1) angebrachte Sensoren (26a, 26b), insbesondere
Hallsensoren, zum Erfassen der jeweils aktuellen Position und Geschwindigkeit des
Kolbens (2) als Eingangssignale für die Programmsteuerung (16).
1. A device for affixing adhesive labels to goods packages, comprising a cylinder (1)
which comprises:
spaced apart from each other, a first (3) and a second (4) connection, both arranged
on the cylinder (1), which by alternative connection to a media source and/or negative-pressure
source (19) make it possible for a piston (2) to move in the cylinder (1),
wherein the movement of the piston (2), which movement at one end of the cylinder
(1) is delimited by a first dead centre position, can be transferred onto a stamp
(6) for affixing the adhesive labels to the goods packages (50);
characterised in that
the first connection (3) is arranged in such a position on the cylinder (1) that said
connection (3) can be closed off by the wall of the piston (2) so that build-up of
the negative pressure above the piston shortly before the first dead centre position
and in the state of said first dead centre position is prevented.
2. The device according to claim 1, characterised in that the end of the cylinder (1), which end defines the first dead centre position, comprises
a damping unit (14) which is designed as a throttle for supplying a medium at positive
pressure when compared to the negative pressure, in particular at atmospheric pressure,
to the interior of the cylinder (1) above the piston (2).
3. The device according to claim 1 or 2, characterised in that on its top, the piston (2) comprises a permanent magnet (7) which in the first dead
centre position of the piston (2) is opposed by a counter ring (8) made of ferromagnetic
material.
4. The device according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the connections (3, 4) by means of in-line arrangement of controllable valves (22a,
22b, 22c) are alternatively connectable to a media source and/or negative-pressure
source (19).
5. The device according to any one of claims 1 to 4, characterised in that in a suction pipe (24), by means of which the media source and/or negative-pressure
source (19) sucks air, a negative-pressure valve (25) is provided for controlling
the amount of negative pressure.
6. The device according to claim 4 or 5, characterised by a program control system (16) for controlling the valves (22).
7. The device according to claim 6, characterised by sensors (26a, 26b), in particular Hall sensors, being arranged on the outside of
the cylinder (1), for acquiring the respective actual position and speed of the piston
(2) as input signals for the program control device (16).
1. Dispositif pour la mise en place d'étiquettes autoadhésives sur des emballages de
marchandises avec un vérin (1) comprenant un premier raccord (3) et un deuxième raccord
(4), qui sont tous les deux disposés avec un espacement entre eux sur le vérin (1)
et qui, par un branchement sélectif sur une source de fluide et/ou sur une source
de dépression (19), permettent le mouvement d'un piston (2) dans le vérin (1), le
mouvement du piston (2), qui est délimité à une extrémité du vérin (1) par une première
position de point mort, pouvant être transmis à un poinçon pour la mise en place des
étiquettes autoadhésives sur les emballages de marchandises (50), caractérisé en ce que le premier raccord (3) est placé dans une position telle sur le vérin (1) qu'il puisse
être fermé de telle manière par la paroi du piston (2) que la constitution de la dépression
au-dessus du piston soit évitée juste avant et dans l'état correspondant à la première
position de point mort.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'à son extrémité qui définit la première position de point mort le vérin (1) comprend
une unité d'amortissement (14) qui est configurée comme élément d'étranglement pour
l'introduction à l'intérieur du vérin (1) au-dessus du piston (2) d'un fluide sous
une pression positive par rapport à la dépression, en particulier sous une pression
atmosphérique.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'à son côté supérieur le piston (2) comprend un aimant permanent (7), en face duquel,
dans la première position de point mort du piston (2), se trouve une bague opposée
(8) en matériau ferromagnétique.
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, par une mise en place intermédiaire de vannes pouvant être commandées (22a, 22b,
22c), les raccords (3, 4) peuvent être branchés au choix sur la source de fluide et/ou
sur la source de dépression (19).
5. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que dans une conduite d'aspiration (24), par l'intermédiaire de laquelle la source de
fluide et/ou la source de dépression (19) aspire de l'air, est prévue une vanne de
dépression (25) servant à commander la valeur de la dépression.
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5, caractérisé par une commande de programme (16) pour la commande des vannes (22).
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé par des capteurs (26a, 26b) placés sur le côté extérieur du vérin (1), en particulier
des capteurs à effet Hall, pour la saisie de la position respectivement actuelle et
de la vitesse du piston (2) en tant que signaux d'entrée pour la commande de programme
(16).