[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erzeugen eines Aerosols.
[0002] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erzeugen
eines Aerosols zu schaffen, womit vorab erzeugte Flüssigkeits- und/oder lokker zusammenhängende
Feststoffpartikel (Eingangspartikel) in deutlich kleinere Ausgangspartikel in Form
eines Aerosols zerlegt werden können.
[0003] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und eine Vorrichtung
nach Anspruch 7 gelöst.
[0004] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen aufgezeigt.
[0005] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, wobei
auf eine Zeichnung Bezug genommen ist, in der
Fig. 1 in einer schematischen Seitenansicht auf einen Gas-Strömungsbereich das erfindungsgemäße
Verfahren erläutert.
[0006] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Seiten- bzw. Schnittansicht zunächst einen inneren
Konturverlauf eines Teils einer Düse 1, in der ein Gas in Strömungsrichtung (Pfeil
2) strömt. Die Düse 1 erweitert sich in Strömungsrichtung, d.h. ihr Querschnitt bzw.
ihre innere Querschnittsfläche nimmt in Strömungsrichtung zu.
[0007] Entgegen der Strömungsrichtung befindet sich vor dem dargestellten Teil der (ebenen
oder runden) Düse 1 ein sich verengender Teil und eine engste Stelle im Übergang zu
dem dargestellten, sich erweiternden Teil. Beim Betrieb einer derartigen Düse, die
auch als Laval-Düse bekannt ist, bildet sich ab einem bestimmten Druckverhältnis (Verhältnis
des Drucks vor dem sich verengenden Teil zu dem Druck in der Umgebung hinter dem sich
erweiternden Teil) eine Strömung mit Schallgeschwindigkeit im engsten Teil der Düse
aus, während innerhalb des sich erweiternden Teils der Düse Überschallströmung herrscht.
Das der Düse an ihrem sich verengenden Teil zugeführte Gas wird im vorliegenden Beispiel
mit einem Ruhedruck von ca. 5 bar zugeführt, wobei das Gas bspw. aus einem Druckkessel
entnommen oder durch einen Kompressor bereitgestellt wird. Die Temperatur des Druckgases
vor der Einleitung in die Düse beträgt näherungsweise Raumtemperatur, d.h. ca. 20
bis 30°C.
[0008] An einem geeigneten Punkt, insbesondere vor der engsten Stelle der Düse, ist eine
Einrichtung zum Zuführen von Eingangspartikeln angeordnet, mit der die zu zerlegenden
bzw. zu zerkleinernden Partikel zugeführt und in dem Gas suspendiert werden. Hierbei
kann es sich bspw. um einen Pumpzerstäuber handeln, mit dem ein relativ grobes Tropfenspektrum
in dem Gasstrom suspendiert wird. Alternativ oder zusätzlich ist auch eine Zuführung
in das mit Überschallgeschwindigkeit strömende Gas möglich. Je nach Anwendungsbereich
des zu erzeugenden Aerosols kann es sich bei den Eingangspartikeln um Flüssigkeitströpfchen
handeln, bspw. Wasser mit oder ohne Wirkstoffzusatz, oder um ein Lösungsmittel wie
etwa Alkohol. Alternativ kann vorgesehen sein, daß die Eingangspartikel aus Kraftstofftröpfchen
bestehen, bspw. für eine Verbrennungskraftmaschine oder Feuerungsanlage. Schließlich
kann es sich bei den Eingangspartikeln (auch zusätzlich zu Tröpfchen) um locker zusammenhängende,
feste oder halbfeste Partikel handeln, die in (wesentlich) kleinere Partikel zu zerlegen
sind.
[0009] Die Düse 1 ist in an sich bekannter Weise unter Berücksichtigung des Druckverhältnisses,
bei dem sie betrieben werden soll, so ausgelegt, daß sich im Verlauf ihres sich erweiternden
Teils ein Unterdruck gegenüber der Umgebung, d.h. gegenüber dem an das Ende der Düse
1 anschließenden Raum einstellt ("nicht angepaßte Düse"), was zur Folge hat, daß sich
in der dargestellten Weise ein Verdichtungsstoß 3 innerhalb der Düse 1 einstellt.
[0010] Überraschenderweise ist erkannt worden, daß die von dem durch die Düse strömenden
Gas getragenen Eingangspartikel beim Durchtritt durch den Verdichtungsstoß, der einen
sehr großen Druckgradienten (Druckanstieg auf sehr engem Raum) beinhaltet, in ein
Spektrum wesentlich kleinerer Partikel bzw. Tröpfchen zerlegt werden. Wenn bspw. der
Kernbereich des Verdichtungsstoßes, d.h. der Bereich mit dem größten Druckgradienten,
in Strömungsrichtung eine Dicke von etwa 40 bis 50 µm aufweist, ist eine resultierender
mittlerer Tropfendurchmesser (logarithmische Normalverteilung) von zwischen 3 und
10 µm beobachtet worden, während die Eingangspartikel Tröpfchen mit einem wesentlich
größeren Durchmesser sind, bspw. 50 µm.
[0011] Bei einem Eingangsdruck von etwa 5 bar und einer Eingangstemperatur von etwa 300
K erreicht man in einer Laval-Düse mit einem engsten Querschnitt von ca. 0,03 cm
2 bspw. einen Druck von etwa 2,5 bar und eine Temperatur von etwa 250 K an der engsten
Stelle. Bei Querschnittserweiterung auf etwa 0,16 cm
2 steigt die Strömungsgeschwindigkeit bis auf die 3,4-fache Schallgeschwindigkeit (Mach
= 3,4), während der Druck auf ca. 0,1 bar und die Temperatur auf weniger als 100 K
absinken. Ein Verdichtungsstoß bewirkt eine plötzliche Drucksteigerung näherungsweise
auf Umgebungsdruck (1 bar), während die Temperatur näherungsweise ebenfalls auf Umgebungstemperatur
ansteigt.
[0012] Es wird angenommen, daß der extrem große Druckgradient innerhalb des Verdichtungsstoßes
zu einem Zerreißen der ankommenden Eingangspartikel führt, deren Abmessung in der
Größenordnung der Dicke des Verdichtungsstoßes liegt.
[0013] Während in Fig. 1 eine Situation dargestellt ist, in der sich der Verdichtungsstoß
vor dem in Strömungsrichtung liegenden Ende der Düse befindet, d.h. innerhalb der
Düse, sind auch Situationen möglich, in denen ein oder mehrere Verdichtungsstöße außerhalb
der Düse liegen.
[0014] Die Wandreibung des Gases im Bereich der inneren Wandoberfläche der Düse führt zum
Auftreten von schiefen bzw. angewinkelten Verdichtungsstößen, was aufgrund der erhöhten
Verweildauer der Eingangspartikel in den Verdichtungsstößen die gewünschte Zerkleinerungswirkung
begünstigt.
1. Verfahren zum Erzeugen eines Aerosols, bei dem ein mit Überschallgeschwindigkeit strömendes
Gas, in dem Eingangspartikel suspendiert sind, so geführt wird, daß in dem Gas ein
Verdichtungsstoß auftritt und die Eingangspartikel beim Durchqueren des Verdichtungsstoßes
in kleinere Ausgangspartikel zerlegt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas innerhalb einer Umschließung geführt wird, deren Querschnitt sich in Strömungsrichtung
erweitert, um Überschallgeschwindigkeit zu erreichen.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Querschnitt der Umschließung zunächst verengt, um Schallgeschwindigkeit
zu erreichen,
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas so geführt wird, daß der Verdichtungsstoß vor einem in Strömungsrichtung
liegenden Ende der Umschließung und somit innerhalb der Umschließung auftritt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Verdichtungsstoß bei etwa 2/3 der Länge eines sich erweiternden, in Strömungsrichtung
an einen engsten Querschnitt anschließenden Abschnitt der Umschließung auftritt.
6. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas so geführt wird, daß der Verdichtungsstoß hinter einem in Strömungsrichtung
liegenden Ende der Umschließung und somit außerhalb der Umschließung auftritt.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingangspartikel dem Gas zugeführt werden, während es in Ruhe ist oder eine Strömungsgeschwindigkeit
unterhalb Schallgeschwindigkeit aufweist.
8. Vorrichtung zum Erzeugen eines Aerosols, insbesondere zum Durchführen des Verfahrens
nach einem der vorangehenden Ansprüche, mit einem Mittel zum Führen eines mit Überschallgeschwindigkeit
strömenden Gases, in dem Eingangspartikel suspendiert sind, wobei das Mittel so ausgelegt
ist, daß ein Verdichtungsstoß in dem Gas auftritt und die Eingangspartikel beim Durchqueren
des Verdichtungsstoßes in kleinere Ausgangspartikel zerlegt werden.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel eine das Gas führende Umschließung aufweist, deren Querschnitt sich anschließend
an einen engsten Querschnitt in Strömungsrichtung erweitert.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Umschließung vor dem engsten Querschnitt einen sich in Strömungsrichtung verengenden
Abschnitt aufweist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Mittel eine Laval-Düse ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Laval-Düse nicht angepaßt ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum Zuführen von Eingangspartikeln, insbesondere Zerstäubungseinrichtung.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Einrichtung zum Zuführen von Eingangspartikeln vor dem engsten Querschnitt, bevorzugt
vor einem sich verengenden Abschnitt angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 14, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum Bereitstellen von Druckgas, insbesondere Vorratsbehälter und/oder
Pumpe.
16. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas in einem Ruhezustand vor einem sich verengenden Querschnitt einen Druck von
1 bis 250 bar, bevorzugt 2 bis 20 bar, weiter bevorzugt 3 bis 10 bar und weiter bevorzugt
5 bar aufweist.
17. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas in einem Ruhezustand vor einem sich verengenden Querschnitt eine Temperatur
von -20°C bis 400°C, bevorzugt 0 bis 50°C, weiter bevorzugt 10 bis 30°C und weiter
bevorzugt 20 bis 25°C aufweist.
18. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas Luft, N2, O2, CO2 oder eine Mischung dieser Gase ist.
19. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingangspartikel eine mittlere Größe von zwischen 20 und 200 µm, bevorzugt zwischen
40 und 100 µm und weiter bevorzugt zwischen 45 und 60 µm haben.
20. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangspartikel eine mittlere Größe von zwischen 1 µm und 10 µm, bevorzugt zwischen
2 µm und 5 µm und weiter bevorzugt von 3 µm haben.
21. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingangspartikel Tröpfchen einer Flüssigkeit sind.
22. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 21,, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit Wasser ist.
23. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit als Trägerflüssigkeit für einen Wirkstoff dient.
24. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Wirkstoff arzneilich, insbesondere inhalationstherapeutisch, wirksam ist.
25. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit ein Lösungsmittel ist, insbesondere Alkohol.
26. Verfahren oder Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeit brennbar und insbesondere Kraftstoff ist.
27. Verfahren oder Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Eingangspartikel alternativ oder zusätzlich locker zusammenhängende feste oder
halbfeste Partikel sind.