[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Abgaskrümmer zur Abgasabführung aus einem Verbrennungsmotor
mit bevorzugt sechs in einer Reihe angeordneten Zylindern.
[0002] Ein Abgaskrümmer kann bei einem Reihenmotor mit mehr als drei Zylindern als ein langgestrecktes
rohrförmiges Gebilde aufgebaut sein, das sich längs zur Reihe der Abgasaustrittsöffnungen
des Verbrennungsmotors erstreckt, wobei am Abgaskrümmer gegenüber jeder Abgasöffnung
des Verbrennungsmotors ein Eintrittsflansch angeordnet ist und an einem mittleren
Abschnitt des Abgaskrümmers ein gemeinsamer Austrittsflansch angeordnet ist. Aufgrund
der hohen Abgastemperatur dehnt sich der Abgaskrümmer in seiner Längserstreckung wesentlich
stärker aus als der zugehörige Verbrennungsmotor bzw. Zylinderkopf. Damit der Abgaskrümmer
den mechanischen Belastungen, beruhend auf den thermischen Dehnungen, stand hält,
muß der Abgaskrümmer sehr robust und damit dickwandig und schwer ausgebildet werden,
wobei zusätzlich eine Relativbewegung der Eintrittsflansche des Abgaskrümmers gegenüber
den Austrittsöffnungen des Verbrennungsmotors möglich sein muß, um Risse zu vermeiden.
[0003] Im Stand der Technik sind Gußkrümmer, einwandige, zusammengesetzte Abgaskrümmer und
doppelwandige Abgaskrümmer, sogenannte luftspaltisolierte Abgaskrümmer (LSI-Abgaskrümmer)
bekannt. Einwandige und doppelwandige Abgaskrümmer sind üblicherweise aus Rohren,
Schalen, Flanschen usw. zusammengeschweißt.
[0004] Ein Gußkrümmer hat eine dicke Wandstärke, die fertigungsbedingt größer als 3 mm beträgt,
was eine hohe mechanische Festigkeit gegenüber Materialüberbelastung, beruhend auf
thermischer Dehnungen, begründet. Nachteilig ist jedoch das hohe Gewicht des Gußkrümmers
und auch die damit verbundene hohe Wärmekapazität, die insbesondere in der Warmlaufphase
des Motors zu einer starken Abkühlung des Abgases führt. Weiterhin verfügt der Gußkrümmer
über eine schlechte Wärmeisolationseigenschaft, dadurch geht Energie für den Betrieb
eines Abgasturboladers verloren. Weiterhin wird die Anspringtemperatur einer Abgasreinigungseinrichtung
und/oder die Betriebstemperatur einer Abgasreinigungseinrichtung nur langsam erreicht.
[0005] Ein aus Rohren, Schalen und Flanschen zusammengeschweißter, einwandiger Abgaskrümmer
ist zwar leichter als der Gußkrümmer, seine mechanische Festigkeit gegenüber Materialbelastungen,
beruhend auf thermischer Dehnung, ist jedoch auch geringer. Femer hat ein zusammengeschweißter,
einwandiger Abgaskrümmer schlechte Wäremisolationseigenschaften und hat diesbezüglich
die gleichen Nachteile, wie der Gußkrümmer.
[0006] Ein doppelwandiger, luftspaltisolierter Abgaskrümmer hat einerseits gute Wärmeisolationseigenschaften,
andererseits ist aus Gründen der Gewichtseinsparung und der geringeren Wärmekapazität
ein luftspaltisolierter Abgaskrümmer aus relativ dünnwandigen Bauteilen aufgebaut,
was leicht zu einer Materialüberlastung in Form von thermisch bedingten, plastischen
Deformationen und Rissen, insbesondere bei großen Baulängen, führen kann. Um dies
zu vermeiden, werden luftspaltisolierte Abgaskrümmer bei großen Baulängen, wie für
Vier- und insbesondere für Sechszylinderreihenmotoren mehrteilig ausgeführt, wie dies
beispielsweise in der DE 199 52 648 A1 dargestellt ist.
[0007] US 5220789 offenbart einen zweischaligen dünnwandigen Abgaskrümmer für einen Mehrzylinder-Reihenmotor,
wobei die beiden mittleren Flansche über einen Steg miteinander verbunden sind.
[0008] Nachteilig an der mehrteiligen Ausführung ist der hohe Fertigungsaufwand und die
damit verbundenen hohen Kosten. Weiterhin ist die mehrteilige Ausführung ungünstig
bei aufgeladenen Motoren, da der Lader nicht so nahe am Verbrennungsmotor plaziert
werden kann, und somit Energieverluste durch die Abkühlung der Abgase hingenommen
werden müssen.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen luftspaltisolierten Abgaskrümmer
in einteiliger Ausführung für Vier- und Mehrzylinderreihenmotoren zur Verfügung zu
stellen, bei dem Materialüberlastungen in Form von Rissen oder plastischen Deformationen,
beruhend auf thermischer Dehnungen, nicht auftreten.
[0010] Diese Aufgabe ist mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 dadurch gelöst, daß ein
doppelwandiger, luftspaltisolierter Abgaskrümmer eine Vielzahl von Eintrittsflanschen
auf der Abgaseintrittsseite hat, wobei die Eintrittsflansche der zwei mittleren Zylinder
über einen Steg miteinander verbunden sind, wobei der Steg aus einem Werkstoff hergestellt
ist, der eine höhere Wärme ausdehnung hat als der Werkstoff der verbleibenden Bauteile
des Abgaskrümmers. Dadurch, daß sich beim Erwärmen des luftspaltisolierten Abgaskrümmers
der Steg zwischen den zwei mittleren Zylindern erwärmt, unterstützt der Steg die thermische
Dehnung des Abgaskrümmers, insbesondere im mittleren Abschnitt des Abgaskrümmers,
an dem sich der gemeinsame Austrittsflansch des Abgaskrümmers befindet. Durch die
konstruktive Ausführung, bei der die mittleren zwei Flansche über den Steg zu einem
Doppelflansch verbunden sind, und bei der die Flansche an den äußeren Zylindern als
unabhängige, einzelne Flansche verbleiben, ergibt sich ein günstiges Spannungsniveau
in der Außenschale des Abgaskrümmers, so daß thermische Betriebsspannungen, die in
der Außenschale aufgrund der unterschiedlichen thermischen Längenänderung zwischen
Zylinderkopf und Abgaskrümmer auftreten, nicht zu plastischen Verformungen oder Rissen
in der Außenschale führen. Die Einzelflansche an den Randzylindern erlauben dem Abgaskrümmer
in diesen thermisch geringer belasteten Bereichen die größtmögliche Bewegungsfreiheit.
[0011] Durch die vorteilhafte Gestaltung des Abgaskrümmers ist es möglich, die tragende
Schale, entweder die Innenschale oder bevorzugt die Außenschale, dünnwandiger zu gestalten,
wodurch Gewicht und damit Kosten eingespart werden. Es ist damit möglich einen luftspaltisolierten
Abgaskrümmer mit einer geringen Wärmekapazität zur Verfügung zu stellen, wodurch ein
schnelles Erreichen der Betriebstemperatur und damit ein schnelles Anspringen der
Abgasnachbehandlung beim Kaltstart erreicht werden können. Weiterhin verfügt der Abgaskrümmer
über eine gute Isolationswirkung, so daß die Wärmeverluste des Abgases minimal sind,
was zu einem höheren Temperaturniveau der Abgase führt und damit ein schnelleres Anspringen
der Abgasnachbehandlung beim Kaltstart sowie ggf. ein erhöhtes Enthalpieangebot für
einen möglicherweise angeschlossenen Abgasturbolader bewirkt. Mit der vorteilhaften
Gestaltung des vorliegenden Abgaskrümmers wird ein leichter, wärmeisolierter Abgaskrümmer
mit hoher Lebensdauer zur Verfügung gestellt, der auch bei einem Sechszylinderreihenmotor
einflutig bzw. einteilig ausgebildet sein kann.
[0012] In einer vorteilhaften Ausführung des Abgaskrümmers ist der Steg mit einer Durchgangsbohrung
versehen, damit der Steg durch heiße Abgase beheizbar ist, um ein schnelleres Erwärmen
des Stegs zu unterstützen, so daß die thermische Ausdehnung im mittleren Abschnitt
des Abgaskrümmers zusätzlich unterstützt wird.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausführung kann der Steg mit einer Wärmeisolation
versehen sein, so daß seine, die Ausdehnung des mittleren Abschnitts des Abgaskrümmers
unterstützende Wirkung schnell erreicht wird und beim Betrieb aufrecht erhalten bleibt.
[0014] In einer vorteilhaften Ausführung hat die Innenschale die Aufgabe, die Abgase von
den Eintrittsflanschen zum gemeinsamen Austrittsflansch zu leiten. Die Innenschale
ist aus mehreren Teilen ausgebildet, wobei die Teile der Innenschale an Bereichen
mit großer Wärmedehnung über einen Schiebesitz verbunden sind. Die Außenschale übernimmt
dabei die tragende Funktion und ist gasdicht ausgebildet. Durch diese Gestaltung mit
Schiebesitzen an der Innenschale ist es möglich, der Innenschale, die höheren thermischen
Betriebsspannungen ausgesetzt ist wie die Außenschale, einen optimalen Bewegungsspielraum
einzuräumen. Weiterhin kann durch diese Gestaltung die Außenschale dünnwandiger ausgebildet
werden, da die Außenschale nicht mit Wärmeausdehnungsspannungen der Innenschale beaufschlagt
wird.
[0015] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0016] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel wird im folgenden unter Hinweis auf die beigefügten
Zeichnungen näher beschrieben, wobei:
Fig. 1 eine Schrägansicht des luftspaltisolierten Abgaskrümmers (LSI-Abgaskrümmer)
in einteiliger Ausführung für einen Sechs-Zylinderreihenmotor zeigt;
Fig. 2 eine Schnittansicht des Abgaskrümmers entlang der Schnittlinie C-C nach Fig.
3 zeigt;
Fig. 3 eine Schnittansicht des Abgaskrümmers entlang der Schnittlinie B-B nach Fig.
2 zeigt;
Fig. 4 eine Schnittansicht des Abgaskrümmers entlang der Schnittlinie A-A nach Fig.
2 zeigt;
Fig. 5 eine Explosionsansicht aller Einzelteile des Abgaskrümmers nach Fig. 1 zeigt;
Fig. 6 eine Explosionsansicht der Hauptbaugruppen des Abgaskrümmers nach Fig. 1 zeigt;
Fig. 7 die Zusammenführung der Rohrleitungen am Austrittsflansch zeigt;
Fig. 8 eine abgewandelte Steganordnung zwischen den mittleren Eintrittsflanschen zeigt;
Fig. 9 eine Darstellung der thermischen Betriebsspannungen der Außenschale des Abgaskrümmers
zeigt, wenn kein Steg zwischen den mittleren Einzelflanschen vorgesehen ist;
Fig. 10 eine Darstellung der thermischen Betriebsspannungen der Außenschale des Abgaskrümmers
zeigt, wenn ein Steg zwischen den mittleren Einzelflanschen vorgesehen ist.
[0017] Gemäß Fig. 1 bis 6 ist der Aufbau eines luftspaltisolierten Abgaskrümmers für einen
Sechszylinderreihenmotor (nicht gezeigt) dargestellt. Der Abgaskrümmer erstreckt sich
im wesentlichen entlang der Auslaßöffnungen des Verbrennungsmotors (nicht dargestellt).
Der Abgaskrümmer hat eine Innenschale 1, die von einer Außenschale 2 umgeben ist,
so daß zwischen Innenschale 1 und Außenschale 2 ein Luftspalt 13 ausgebildet wird.
Auf der Abgaseintrittsseite sind sechs einzelne, den Auslaßöffnungen des Verbrennungsmotors
gegenüberliegende Eintrittsflansche 3 bis 8 nebeneinander angeordnet, wobei jeder
Eintrittsflansch 3 bis 8 je eine ovale Eintrittsöffnung 3' bis 8' und je zwei Befestigungsbohrungen
15 zum Befestigen am Verbrennungsmotor hat. Sowohl der Endbereich der Außenschale
2 als auch der Endbereich der Innenschale 1 ragt aneinanderliegend in jede Eintrittsöffnung
3' bis 8' derart hinein, daß die Außenschale 2 gegenüber der Innenschale 1 weiter
in die jeweilige Eintrittsöffnung 3' bis 8' ragt. Über eine gemeinsame Schweißnaht
9 auf der Innenfläche jeder Eintrittsöffnung 3' bis 8' ist die Innenschale 1 und die
Außenschale 2 mit dem jeweiligen Eintrittsflansch 3 bis 8 verbunden.
[0018] An einem mittleren Abschnitt des Abgaskrümmers werden die über die Eintrittsflansche
3 bis 8 eingeführten Abgase auf einen gemeinsamen Austrittsflansch 10 zusammengeführt.
Die Ebene 11 des Austrittsflansches 10 ist gegenüber der gemeinsamen Ebene der Eintrittsflansche
um eine parallel zur Längserstreckung des Abgaskrümmers angeordnete Achse um 90° gedreht
angeordnet, so daß die Abgase im mittleren Abschnitt des Abgaskrümmers gegenüber der
Ebene 12 der Eintrittsflansche um 90° zur Ebene 11 der Austrittsflansche umgelenkt
werden. Der Austrittsflansch 10 ist mit einer annähernd kreisförmigen Austrittsöffnung
10' versehen. Sowohl der Endbereich der Außenschale 2 als auch der Endbereich der
Innenschale 1 ragen aneinanderliegend in die Austrittsöffnung 16 derart hinein, daß
die Außenschale 2 gegenüber der Innenschale 1 weiter in die Austrittsöffnung 16 ragt.
Über eine gemeinsame Schweißnaht 17 auf der Innenfläche der Austrittsöffnung 16 ist
die Innenschale 1 und die Außenschale 2 mit dem Austrittsflansch 10 verbunden.
[0019] Die beiden mittleren Eintrittsflansche 5 und 6 sind über einen Steg 18 miteinander
verbunden, der sich längs zur Erstreckung des Abgaskrümmers zwischen den Eintrittsflanschen
5 und 6 erstreckt. Die weiter außen liegenden Eintrittsflansche 3 und 4, 4 und 5,
6 und 7, 7 und 8 sind nicht miteinander verbunden.
[0020] Der Abgaskrümmer ist im wesentlichen symmetrisch zu einer Spiegelebene 19 aufgebaut,
die durch die Mitte des Abgaskrümmers entlang der Austrittsöffnung 16 und durch den
Steg 18 verläuft (Fig. 2). Der weitere Aufbau des Abgaskrümmers wird daher nur für
eine Hälfte des Abgaskrümmers dargestellt, da die andere Hälfte spiegelsymmetrisch
zur einen Hälfte ist .
[0021] Die Innenschale besteht im wesentlichen aus einer Verbindungsleitung 20, die sich
von der Eintrittsöffnung 3' zur Austrittsöffnung 10' erstreckt, einer Verbindungsleitung
21, die sich von der Eintrittsöffnung 4' zur Austrittsöffnung 10' erstreckt und einer
Verbindungsleitung 22, die sich von der Eintrittsöffnung 5' zur Austrittsöffnung 10'
erstreckt. Die Verbindungsleitung 20, die den äußersten Eintrittsflansch 3 mit dem
Austrittsflansch 10 verbindet, ist dabei die längste von den drei Verbindungsleitungen,
wobei die Verbindungsleitung 21 und 22 entsprechend kürzer sind. Die Verbindungsleitung
20 und 21 laufen im Bereich zwischen dem Eintrittsflansch 4 und dem Eintrittsflansch
5 parallel und vereinigen sich zu einem gemeinsamen Rohr, das im Bereich des Eintrittsflansches
5 als Sammelbereich 24 ausgebildet ist. Der Sammelbereich 24 ist aus einer ersten
Halbschale 25 und einer zweiten Halbschale 26 aufgebaut. Die erste Halbschale 25 umfaßt
dabei die Eintrittsöffnung 5' für den Eintrittsflansch 5. Die erste Halbschale 25
und die zweite Halbschale 26 des Sammelbereichs 24 sind über eine längsverlaufende
Überlappschweißnaht 28 miteinander verbunden. Im Bereich zwischen dem Eintrittsflansch
4 und 5, bei dem sich die Verbindungsleitungen 20 und 21 vereinigen und in den Sammelbereich
24 einmünden, ist eine Überlappung 29 zwischen der Verbindungsleitung 20 und 21 und
dem Sammelbereich vorgesehen. Die Überlappung 29 ist als Schiebesitz zwischen den
Verbindungsleitungen 20 und 21 und dem Sammelbereich 24 ausgebildet, so daß bei thermischen
Dehnungen eine Relativbewegung zwischen den Verbindungsleitungen 20, 21 und dem Sammelbereich
24 stattfinden kann.
[0022] Der Sammelbereich 24 endet auf der Auslaßseite in Form eines Halbkreissegmentes 30
und bildet zusammen mit dem Sammelbereich der anderen symmetrischen Hälfte des Abgaskrümmers
die kreisförmige Austrittsöffnung 10'.
[0023] Auf der Endseite in Richtung der Längserstreckung des Abgaskrümmers ist in die Verbindungsleitung
20 ein Abgasrückführrohr 31 mit einem daran befindlichen Abgasrückführrohrflansch
32 eingesetzt.
[0024] Um die dargestellte Anordnung der Innenschale 1, die aus den Verbindungsleitungen
20 bis 22 aufgebaut ist, ist eine zweigeteilte Außenschale 2 mit einer ersten äußeren
Halbschale 33 und einer zweiten äußeren Halbschale 34 angeordnet. An der ersten äußeren
Halbschale 33 sind die Eintrittsöffnungen 3' bis 8' und die Hälfte der Austrittsöffnung
10' ausgebildet. An der zweiten äußeren Halbschale 34 ist die andere Hälfte der Austrittsöffnung
10' ausgebildet und mit der ersten äußeren Halbschale 33 über eine rundum, längs zur
Erstreckung des Abgaskrümmers verlaufenden Überlappschweißnaht 35 verbunden.
[0025] Sowohl die verschiedenen Bestandteile der Innenschale 1, wie die Verbindungsleitungen
20, 21 und 22 als auch die Bestandteile der Außenschale 2, die die erste äußere Halbschale
33 und der zweite äußere Halbschale 34 aufweist, sind bevorzugt als Tiefziehteile
aus dünnwandigem Blech, bevorzugt aus rostfreiem Edelstahlblech hergestellt. Die Teile
der Innenschale 1 sind dabei aus Blech mit einer Blechstärke von bevorzugt 0,8 mm
hergestellt, wobei die Bestandteile der Außenschale 2 bevorzugt aus einem Blech mit
einer Blechdicke von 1,5 mm hergestellt sind. Die Eintrittsflansche 3 bis 8, der Austrittsflansch
10 und der Abgasrückführflansch 32 sind aus geschmiedetem blechartigen Material mit
einer Wandstärke von bevorzugt 8 mm hergestellt. Der Luftspalt 13 zwischen Innenschale
1 und Außenschale 2 beträgt bevorzugt zwischen 4 bis 6 mm. Da die Innenschale 1 mit
der als Schiebesitz ausgebildeten Überlappung 29 zum thermischen Längenausgleich versehen
ist, ist die Innenschale 1 nicht gasdicht ausgebildet. Die Innenschale 1 dient mit
ihren Verbindungsleitungen 20, 21 und 22, die sich im Sammelbereich 24 vereinigen,
der Gasführung, wobei die Führung der Gase aus den einzelnen Zylindern des Verbrennungsmotors
weitestgehend getrennt voneinander innerhalb der Innenschale 1 verläuft, um ein günstiges
Instationärverhalten des Verbrennungsmotors zu erzielen.
[0026] In einer Abwandlung gemäß Fig. 8 ist der aus einem Werkstoff mit höherer Wärmeausdehnung
hergestellte Steg 18 zwischen dem Eintrittsflansch 5 und dem Eintrittsflansch 6 mit
einer Längsbohrung 36 versehen, so daß heiße Abgase durch den Steg 18 strömen können,
um den Steg 18 zu beheizen. Im Betrieb ist der dargestellte Abgaskrümmer großen Temperaturschwankungen
von Umgebungstemperatur bis zu den höchsten Abgastemperaturen ausgesetzt und dehnt
sich entsprechend der Erwärmung durch die heißen Abgase aus. Bei einem einteiligen
bzw. einflutigen Abgaskrümmer für einen Sechszylinderreihenmotor können die Ausdehnungen
zwischen heiß und kalt bis zu 2,7 mm entlang der Längserstreckung des Abgaskrümmers
betragen. Da sich der Verbrennungsmotor, an dem der Abgaskrümmer befestigt wird, im
Betrieb nicht so stark ausdehnt, wie der daran befestigte Abgaskrümmer, muß eine Relativbewegung
zwischen den Eintrittsflanschen 3 bis 8 des Abgaskrümmers und der Befestigungsfläche
am Motor möglich sein, da ansonsten die thermischen Spannungen innerhalb des Abgaskrümmers
zu plastischen Verformungen und zu Rißbildung führen können. Die Erfinder haben dazu
einen Abgaskrümmer ohne Steg 18 (Fig. 9) und einen Abgaskrümmer mit n Steg 18 (Fig.
10) mit einer Finite-Element-Spannungsanalyse untersucht. Ein Abgaskrümmer ohne Steg
18 zeigt bei dieser Untersuchung gemäß Fig. 9 extreme Spannungsbereiche 37 im mittleren
Abschnitt des Abgaskrümmers, die plastische Dehnungen darstellen. Der mittlere Abschnitt
des Abgaskrümmers ist thermisch sehr hoch belastet, da sich in diesem Bereich die
Austrittsöffnung 10' befindet. Beim Erwärmen des Abgaskrümmers muß die Wärmeausdehnung
und beim Abkühlen muß die Schrumpfung des mittleren Abschnitts in Form einer Schiebekraft
auf die jeweils weiter ausenliegenden Eintrittsflansche 5, 4 und 3 und auf der anderen
Seite 6,7 und 8 übertragen werden, um plastische Verformungen zu vermeiden. Bei dem
in Fig. 10 dargestellten Abgaskrümmer, der mit dem n Steg 18 versehen ist, treten
im mittleren Abschnitt des Abgaskrümmers keine extremen Spannungsbereiche auf, da
der Steg die Ausdehnung und auch das Zusammenziehen bei der thermischen Belastung
des Abgaskrümmers unterstützt. Auf diese Weise kann ein relativ langer Abgaskrümmer
für einen Sechszylinderreihenmotor aber auch für einen Vierzylinderreihenmotor einstückig
ausgebildet werden, wobei alle Eintrittsöffnungen 3' bis 8' einflutig auf eine Austrittsöffnung
10' zusammengeführt werden können. Der mit dem aus einem Werkstoff mit höherer Wärmeausdehnung
hergestellten Steg 18 versehene Abgaskrümmer ist daher trotz "Thermoschockbeanspruchung"
dauerhaft haltbar bei geringem Gewicht und bei einer guten Isolationswirkung.
1. Abgaskrümmer zur Abgasführung aus einem Verbrennungsmotor mit mehr als drei in Reihe
angeordneten Zylindern mit
einer Außenschale (2), die sich längs der in Reihe angeordneten Abgasaustrittsöffnungen
der Zylinder erstreckt;
einer innerhalb der Außenschale (2) angeordneten Innenschale (1) zur Ausbildung einer
Luftspaltisolierung zwischen Innenschale (1) und Außenschale (2),
einer gemeinsamen, auf der Abgasaustrittsseite befindlichen Austrittsöffnung (10'),
die sich an einem mittleren Abschnitt des Abgaskrümmers befindet,
für jeden Zylinder je einem auf der Abgaseintrittsseite befindlichen Eintrittsflansch
(3-8), wobei die Eintrittsflansche (3-8) der zwei mittleren Zylinder (5-6) über einen
Steg (18) miteinander verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (18) aus einem Werkstoff hergestellt ist, der eine höhere Wärmeausdehnung
hat als der Werkstoff der verbleibenden Bauteile des Abgaskrümmers.
2. Abgaskrümmer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass im Steg (18) eine Durchgangsbohrung (36) zwischen den Flanschen der mittleren zwei
Zylinder (5, 6) vorgesehen ist, damit der Steg (18) durch heiße Abgase beheizbar ist.
3. Abgaskrümmer nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (18) mit einer Wärmeisolation versehen ist.
4. Abgaskrümmer nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Innenschale (1) die Abgase von den in den Eintrittsflanschen (3-8) ausgebildeten
Eintrittsöffnungen (3-8') zur gemeinsamen Austrittsöffnung (10') leitet.
5. Abgaskrümmer nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass die Innenschale (1) aus mehreren Teilen ausgebildet ist, wobei die Teile der Innenschale
(1) an Bereichen mit großer Wärmedehnung über einen Schiebesitz (29) verbunden sind.
6. Abgaskrümmer nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnung (10') in einem Austrittsflansch (10) ausgebildet ist und an
der Außenschale (2) die Eintrittsflansche (3 -8) und der Austrittsflansch (10) befestigt
sind, wobei die Außenschale (2) die tragende Funktion hat und gasdicht ausgebildet
ist.
7. Abgaskrümmer nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass einer Endseite des Abgaskrümmers ein Abgasrückführflansch (32) zum Abzweigen von
Abgas angeordnet ist.
1. An exhaust manifold for conveying exhaust gas from an internal combustion engine with
more than three cylinders in line, comprising
an outer shell (2) extending along the line of exhaust outlet openings of the cylinders;
an inner shell (1) inside the outer shell (2) for forming an insulating air gap between
the inner shell (1) and the outer shell (2),
a common outlet opening (10') on the exhaust outlet side and situated at a middle
portion of the exhaust manifold, and
an inlet flange (3 - 8) on the exhaust inlet side for each cylinder, wherein the inlet
flanges (3 - 8) of the two middle cylinders (5, 6) are connected by a web (18),
characterised in that the web (18) is formed of a material having higher thermal expansion than the material
constituting the remaining components of the exhaust manifold.
2. An exhaust manifold according to claim 1, characterised in that the web (18) has a passage bore (36) between the flanges of the two middle cylinders
(5, 6) so that the web (18) is heatable by hot exhaust gases.
3. An exhaust manifold according to claim 1 or 2, characterised in that the web (18) is heat-insulated.
4. An exhaust manifold according to any of claims 1 to 3, characterised in that the inner shell (1) conveys the exhaust gases from the inlet openings (3' - 8') in
the inlet flanges (3 - 8) to the common outlet opening (10').
5. An exhaust manifold according to any of claims 1 to 4, characterised in that the inner shell (1) comprises a number of parts, wherein the parts of the inner shell
(1) are connected by a sliding fit (29) in the regions with greater thermal expansion.
6. An exhaust manifold according to any of claims 1 to 5, characterised in that the outlet opening (10') is formed in an outlet flange (10) and the inlet flanges
(3 - 8) and the outlet flange (10) are fastened to the outer shell (2), wherein the
outer shell (2) is load-bearing and gas-tight.
7. An exhaust manifold according to any of claims 1 to 6, characterised in that an exhaust return flange (32) for branching off exhaust gas is disposed at one end
of the exhaust manifold.
1. Collecteur d'échappement pour l'évacuation des gaz d'échappement d'un moteur à combustion
interne comportant plus de trois cylindres en ligne, avec
- une coque extérieure (2), qui s'étend le long des ouvertures de sortie des gaz d'échappement
des cylindres, disposées en ligne,
- une coque intérieure (1) à l'intérieur de la coque extérieure (2) pour former une
gaine d'air isolante entre la coque intérieure (1) et la coque extérieure (2),
- une ouverture de sortie commune (10') sur le côté de sortie des gaz d'échappement,
dans une partie centrale du collecteur d'échappement,
- pour chaque cylindre, une bride d'entrée (3-8) sur le côté d'entrée des gaz d'échappement,
les brides d'entrée (3-8) des deux cylindres centraux (5, 6) étant assemblées l'une
à l'autre par une nervure (18),
caractérisé en ce que
la nervure (18) est fabriquée en une matière ayant une dilatation thermique plus grande
que la matière des autres parties du collecteur d'échappement.
2. Collecteur d'échappement selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
dans la nervure (18) un trou de passage (36) entre les brides des deux cylindres centraux
(5, 6), permet à la nervure (18) d'être chauffée par des gaz d'échappement chauds.
3. Collecteur d'échappement selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
la nervure (18) est pourvue d'une isolation thermique.
4. Collecteur d'échappement selon l'une quelconque des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la coque intérieure (1) conduit les gaz d'échappement depuis les ouvertures d'entrée
(3'-8') formées dans les brides d'entrée (3-8) jusqu'à l'ouverture de sortie commune
(10').
5. Collecteur d'échappement selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce que
la coque intérieure (1) est composée de plusieurs parties assemblées dans la région
de grande dilatation thermique par un siège glissant (29).
6. Collecteur d'échappement selon l'une quelconque des revendications 1 à 5,
caractérisé en ce que
l'ouverture de sortie (10') est configurée dans une bride de sortie (10) et les brides
d'entrée (3-8) et la bride de sortie (10) sont fixées sur la coque extérieure (2),
la coque extérieure (2) assurant la fonction de support étanche aux gaz.
7. Collecteur d'échappement selon l'une quelconque des revendications 1 à 6,
caractérisé en ce qu'
une bride de retour des gaz d'échappement (32) est disposée sur un côté d'extrémité
du collecteur d'échappement pour dévier des gaz d'échappement.