[0001] Die vorliegende Anmeldung befaßt sich mit einem Verfahren zur Einstellung drucktechnischer
und anderer jobabhängiger Parameter einer Druckmaschine. Der optische Eindruck eines
gedruckten Bildes, welches auch Text enthalten kann, wird von vielen Faktoren beeinflußt.
Hierzu gehören der Zustand und die Art des verwendeten Papiers, die Art der verwendeten
Farben und Feuchtmittel und deren Beimischungen, die vom Sujet geforderte Farbdichte,
Farbverteilung, die Reihenfolge der übereinander gedruckten Farben und die Umweltbedingungen
wie z.B. Luftfeuchte und Lufttemperatur. Beim Flachdruck, speziell dem Offset-Rotationsdruck
spielen zusätzlich noch die Farbführung und die Wasserführung eine Rolle, die sich
gegenseitig stark beeinflussen. Die genannten Einflußgrößen werden nachfolgend als
Eingangswerte bezeichnet.
[0002] Ein Teil der aufgeführten Werte (Eingangsgrößen) sind dem verwendeten Material zugeordnet
oder können über Beschriftung abgelesen und bei den Einstellungen einer Druckmaschine
berücksichtigt werden. Hierzu gehört beispielsweise die verwendete Farbe oder das
benutzte Papier. Andere vorgegebene Eingangsgrößen sind beispielsweise die Farbverteilung
aufgrund des vorgegebenen Sujets, die Reihenfolge der übereinander gedruckten Farben
oder die vorgewählte Druckgeschwindigkeit. Derartige Eingangsgrößen werden zu Beginn
des Andrucks oder Auflagendrucks in den Maschineneinstellungen der Druckmaschine (wie
z.B. Farbzonenöffnungen, Feuchteeinstellung, Bogenführungsblasluft, Trocknerleistung)
berücksichtigt.
Ergebnisparameter wie der gedruckte Farbton und die erzielte Farbdichte lassen sich
zwar mit einigen Aufwand messen und an der Druckmaschine nachstellen. Hier ist aber
oft der subjektive Eindruck der Bedienungsperson an der Druckmaschine wichtiger als
das Meßergebnis. Ein Grund hierfür liegt darin, dass die Gesamtheit der genannten
Parameter bestimmten Toleranzen unterliegt, so dass das geschulte Auge der Bedienungsperson
zur Herstellung eines optimalen Druckergebnisses wichtiger ist als die Ergebnisse
vorgegebener Maschineneinstellungen.
[0003] Einstellungen an der Druckmaschine müssen nicht nur einmalig, sondern vielfach vorgenommen
werden. Notwendig ist eine Einstellung beispielsweise, um einen Andruck an einer meist
dafür speziell verwendeten Druckmaschine herzustellen, die dem Kunden dann zur Beurteilung
und zur Festlegung des gewünschten Druckergebnisses vorgelegt wird. Die sich durch
Messungen an dem von dem Kunden genehmigten Andruck (Vorlage) ergebenden Meßwerte
dienen dann als Grundlage zu Einrichtung für den Fortdruck oder Auflagendruck. Obwohl
bei einer derartigen Einrichtung einer Druckmaschine eine Anzahl von gemessenen Eingangsgrößen
zur Verfügung gestellt werden, ist die Einrichtung einer Druckmaschine für den Fortdruck
immer noch sehr aufwendig. Zum einen können sich die Toleranzen der gemessenen Eingangsgrößen
in Richtung eines ungünstigen Druckergebnisses addieren, so dass schon aus diesem
Grund die Bedienungsperson (Drucker) eingreifen muß. Desweiteren kann es passieren,
dass der Drucker mit einer Geschwindigkeit drucken möchte, die von den vorgesehenen
gestuften Kennlinienwerten abweicht. Auch hier müssen die eingestellten Maschineneinstellungen
entsprechend abgeändert werden, um ein optimales Druckergebnis zu erreichen.
[0004] Beim Flachdruck und insbesondere beim Offset-Rotationsdruck muß schließlich noch
so lange die Wasserführung und die Farbverteilung eingestellt werden, bis das Druckergebnis
für den Drucker zufriedenstellend ist. Um ein gutes Druckergebnis zu erzielen, muß
ein stabiles Gleichgewicht zwischen Farbe und Wasser erreicht werden (Farbe-Wasser-Balance).
Während, wie weiter oben schon geschildert, das Ausdrucken der Farbe und ihr Aufliegen
auf dem Druckbogen vom Drucker in Form der Messung der Farbdichte gemessen werden
kann, lässt sich die optimale Feuchtigkeit derzeit nicht mit vertretbarem Aufwand
und ausreichender Genauigkeit direkt messen, sondern nur indirekt durch das Druckergebnis
beurteilen. Wird zuwenig Wasser auf die Oberfläche der Druckplatte übertragen, so
kommt es zu einem volleren Druck der Rasterpunkte (Schmieren) oder zu einem Zusetzen
von Rasterpunkten. Die Oberfläche der Platte nimmt somit mehr Farbe an als gewünscht,
weil keine ausreichende Benetzung durch das Feuchtwerk erfolgt ist. Umgekehrt kann
es bei einer zu starken Wasserführung zu einem blassen Druckergebnis kommen und damit
zu einer mitunter starken Verdrängung der Druckfarbe.
[0005] Hinsichtlich der Farbverteilung muß darauf geachtet werden, dass über die gesamte
Breite des Druckerzeugnisses, also quer zur Bewegungsrichtung beim Rotationsdruck,
die Farbe je nach Erfordernis des Sujets entsprechend verteilt ist. Hierzu läßt sich
die Übertragung von Farbe von den einzelnen Farbkästen auf den Duktor streifenweise
einstellen, so dass die Farbe auf dem Duktor je nach Sujet verteilt wird.
[0006] Es zeigt sich somit, dass der Vorgang der Einrichtung einer Maschine sehr zeitaufwendig
und damit teuer ist. Um die Einrichtzeiten zu verkürzen werden den einzelnen Druckmaschinen
Tabellen (bzw. Kennlinien) zugeordnet, aufgrund derer die Farbverteilung bei einer
bestimmten Maschine in Abhängigkeit von der Druckgeschwindigkeit eingestellt werden
kann. Weiterhin werden bei einigen Druckmaschinen Papierdaten (Format, Dicke), die
Farbbelegung der Druckwerke und die Farbverteilung aus dem Plattenleser oder der Vorstufe
eingegeben beziehungsweise eingelesen. Zur Steuerung von Farbe und Feuchte bei unterschiedlichen
Geschwindigkeiten werden Kennlinien herangezogen, die jedoch für Mittelwerte von Farbzonenöffnungen
ermittelt wurden.
[0007] Das Problem der langen Zeiten zur Einrichtung einer Druckmaschine verschärft sich
noch dadurch, dass eine einmal gewählte Einrichtung vielfach angepaßt werden muß beispielsweise
dann, wenn die Druckmaschine längerer Zeit steht, wenn die Platten ausgewechselt werden
müssen oder das Gummituch gewaschen wurde. Um hier Abhilfe zu schaffen ist es aus
dem
DE-U-29612159 bekannt, einzelne der eingestellten Werte in geeigneten Speichern festzuhalten, von
wo sie im Bedarfsfall für eine erneute Einrichtung der Druckmaschine ausgegeben werden
können. Dabei werden einzelnen Vorgängen wie beispielsweise dem Waschen eines Gummituches
oder dem Drucken von Registriermarken spezielle Programme zugeordnet, die dann anlaufen,
wenn das betreffende Programm durchgeführt werden soll. Entsprechende Programme können
für das Auffrischen des Farbprofils nach einem Maschinenstopp oder die Einstellung
des Feuchtwerks vorgesehen werden. Die einzelnen Speicher sind frei programmierbar
und können somit an den jeweils vorher eingestellten Zustand angepaßt werden.
[0008] Weitere Zeiten zur Einstellung der einzelnen Maschinenparameter werden benötigt,
wenn sich während des Drucks, insbesondere des Auflagendrucks, die erforderlichen
einzustellenden Maschinenparameter verändern. Dies kann beispielsweise dadurch passieren,
dass die Farbmenge in den Farbkästen abnimmt und damit die abgegebene Farbmenge bei
der eingestellten Farbzonenöffnung ändern oder, dass die Umgebungstemperatur in der
Umgebung der Druckmaschine sich ändert oder andere eingestellte Werte der Druckmaschine
sich ändern, so dass ein Nachstellen notwendig ist. Da ein Teil der beschriebenen
Druckergebnisparameter mit entsprechenden Messgeräten automatisch messbar ist, sind
inzwischen eine Reihe von Druckmaschinen mit Regelanlagen ausgerüstet, die auf einem
Kontrollstreifen des Druckbogens gemessene Istwerte mit vorgegebenen Sollwerten vergleichen
und die Druckmaschine dementsprechend nachregeln. Da derartige Regelvorgänge im Vergleich
zu den inzwischen erreichbaren Maschinengeschwindigkeiten relativ langsamer verlaufen,
wurden Versuche unternommen, den Regelvorgang abzukürzen. So wird beispielsweise in
der
EP-A 922 581 Regelverfahren beschrieben, bei welchen aufgrund vorgegebener Ausgangszustände sprunghaft
in der Druckmaschine ein neuer Zustand eingestellt wird. Hierbei wird eine so genannte
Fuzzilogik verwendet, bei der die Funktionseinheiten der Symbolik des unscharfen menschlichen
Denkens angenähert sind und dadurch fehlertoleranter aber auch schneller und einfacher
erstellt werden als bei der üblichen Regelung. Bei konventionellen Regel-Algorithmen
kann bereits ein kleiner Fehler zu einem völligen Versagen der Regelung führen. Im
Gegensatz dazu wird sich bei der Fuzzilogik ein kleiner Fehler auch nur wenig bemerkbar
machen. Die in der genannten Literaturstelle beschriebenen Regelvorgänge betreffen
ausschließlich die Farbführung während des Drucks.
[0009] Aus der DE 44 39 986 A1 ist eine Online-Steuerung für eine Dreifarben-Rollendruckerpresse bekannt. Ein in
einem neuronalen Netz verwirklichtes Prozessoptimierungsmodell wird verwendet, um
für ausgewählte Steuereinstellungen oder Zustände vorausgesagte Prozessergebnisse
zu erzeugen, die mit tatsächlichen Prozessergebnissen verglichen werden, um zu erkennen,
ob eine Ungleichheit zwischen den tatsächlichen Ergebnissen und den gewünschten Ergebnissen
besteht. Besteht eine Ungleichheit nicht auf einer bekannten oder vorausgesagten Ursache,
wird das Prozessoptimierungsmodell angepasst.
[0010] Aus der DE 44 39 961 A1 ist eine Prozesssteuereinheit für eine Druckerpresse bekannt. Es wird mittels eines
Prozesssteuerungssystems automatisch ein Steuerraum definiert, der anfängliche Presensteuerbedingungen
festlegt. Ein lokaler Mapper reagiert auf Farbattribute eines gemäß dem globalen Steuerraum
gedruckten Produkts, wobei eine Optimalwert-Steuereinheit mit einem künstlichen neuronalen
Netz vorgesehen ist, um die Drehzahl des Befeuchtungsmotors und die Zonenschraubeneinstellungen
gemäß einem Optimalwert-Prozessmodell zu steuern.
[0011] Weiterhin schlägt die DE 198 22 662 A1 ein Verfahren zum Betreiben einer Druckmaschine über drei Stufen mit Hilfe eines Expertensystems
vor. Es werden die Schritte Basiskalibrierung, Bebilderung und Farbdichteregelung
durchgeführt. Diese Idee dient der Anpassung der verschiedenen Prozesse, Basiskalibrierung,
Bebilderung und Farbdichteregelung und optimiert die verschiedenen Prozesse zueinander.
[0012] Die bekannten Steuereinrichtungen stellen eine gewisse Hilfe bei der selbsttätigen
Einstellung von Druckmaschinen vor dem Druck bzw. während des Drucks dar. Die von
der Maschine über eine große Anzahl von Kennlinienfeldern ermittelten Werte können
für den Drucker aber nur ungefähre Richtwerte darstellen, die von ihm im Sinne eines
optimalen Druckergebnisses von Hand abgeändert werden müssen. Dies gilt sowohl für
ein Einrichten der Druckmaschine vor dem Beginn des Auflagendruck als auch für die
Einstellung der Maschine während das Druckvorgangs. In der Praxis ist der Drucker
somit oft mit Einstellungen in der Farbverteilung bzw. mit Störungen konfrontiert,
die eine von den vorgegebenen Kennlinien sehr abweichende Einstellung der Druckmaschine
notwendig machen, so dass zum Teil ein aufwendiges und erhebliche Makulatur ergebendes
Nachregeln von Farbe bzw. Feuchte erforderlich ist. Dies führt zum Teil dazu, dass
die Zeiten zum Einrichten und Feineinrichten zu einem IIauptanteil der Maschinenzeiten
werden können. Zwar lässt sich eine gewisse Abhilfe durch ein besonders dichtes Netz
an Farbevoreinstellungskennlinien erreichen. Hierzu ist aber ein hoher Aufwand zur
Kennlinienermittlung notwendig. Weiterhin ist nahezu jeder Fall ein von den Kennlinien
abweichender Sonderfall, der von Hand nachgeregelt werden muß.
[0013] Die eingangs beschriebenen Eingangswerte lassen sich einteilen in die vorgegebenen
Werte der Eingangsgrößen und spezielle Einstellungen der Maschinenwerte durch den
Drucker, die der Drucker aufgrund seiner subjektiven Erfahrung einstellen muß, um
das Druckergebnis des Druckerzeugnisses zu verbessern. Die Eingangsgrößen werden objektiv
gemessen oder durch entsprechende Beschreibung der zum Druck dienenden Materialien
(Papier, Farbe) dem Drucker bekanntgegeben, der dann die Maschine entsprechend einstellt.
Dabei werden unter Eingangsgrößen durch Material (z. B. Papier, Farbe), Umwelt (z.
B. Temperaturen, Luftfeuchtigkeit) und Vorlage (zum Beispiel Farbverteilung) festgelegte
objektiv meßbare Größen verstanden, die die Einstellung der Druckmaschine beeinflussen.
Unter Maschineneinstellungen werden die von dem Drucker vorgenommenen Einstellungen
an der Druckmaschine verstanden, die dieser zur Erzielung eines optimalen Ergebnisses
vornimmt, insbesondere auch die speziellen Einstellungen, die der Drucker, wie weiter
oben beschrieben, autonom vornimmt.
[0014] Die aufgrund des Freigabesignals als erfolgreich definierten eingespeicherten Werte
bilden einen Datensatz, der eine erfolgreiche Einstellung der Druckmaschine im Hinblick
auf die zugrundeliegenden Eingangsgrößen beschreibt. Die Erfindung besteht im Prinzip
darin, die Eingangsgrößen und die hierzu aus der Sicht des Druckers erfolgreichen
Maschineneinstellungen so der Steuerung zur Verfügung zu stellen, dass diese eingespeicherten
Datensätze bei späteren Druckaufträgen zur Ableitung geeigneter Maschineneinstellungen
herangezogen werden können.
[0015] Die speziellen Einstellungen der Maschinenwerte durch den Drucker werden von dem
Drucker autonom vorgenommen, weil sie entweder überhaupt nicht oder nur schwer meßbar
sind oder weil der Drucker zur Verbesserung des Druckergebnisses von den aus Kennlinien
vorgeschlagenen oder voreingestellten Maschineneinstellungen abweichen will oder muß.
[0016] Die Eingangsgrößen sind durch die Parameter des Bedruckstoffes, die Parameter des
Sujets, durch die Parameter der Umwelt und bestimmte Maschinenparameter vorgegeben
. Hinsichtlich der Parameter für den Bedruckstoff sind beispielsweise das Papierformat,
die Grammatur, die Papierdicke oder das Wegschlagverhalten des Papiers zu nennen.
Hinsichtlich der Parameter des Sujets sind die Farbverteilung, die Farbbelegung oder
die Kontraste bzw. Raster zu nennen. Eine Eingangsgröße für einen Parameter der Druckmaschine
ist zum Beispiel die vorgesehene Druckgeschwindigkeit. Hinsichtlich der Eingangsgrößen
für die Parameter der Umwelt gibt es zum Beispiel die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit.
Die Eingangsgrößen werden dem Drucker durch Beschreibungen der zum Druck dienenden
Materialien mitgeteilt und von diesem dann in die Maschine eingegeben beziehungsweise
von dieser selbsttätig eingelesen.
[0017] Die speziellen Einstellungen der Maschinenwerte durch den Drucker (Maschineneinstellungen)
betreffen i. d. R. die Feuchte (Feuchteführung) und die Farbverteilung (Farbführung)
sowie die Lufteinstellung für den Papiertransport. (Die speziellen Einstellungen können
aber auch vorgegebene Eingangsgrößen betreffen, die der Drucker von sich aus zur Verbesserung
des Druckergebnisses eines Druckerzeugnisses in Form einer Maschineneinstellung abändert
soweit das überhaupt möglich ist.)
[0018] Weiter oben wurden schon die bekannten Bemühungen geschrieben, die Einstellungen
an Druckmaschinen zu beschleunigen oder zu verbessern indem die Maschineneinstellungen
in Speichern zum Abruf bereit gehalten werden oder indem durch Fuzzilogik die Regelvorgänge
zum Nachregeln der Farbführung beschleunigt werden. Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ist es ebenfalls die Dauer der Einstellvorgänge zu verkürzen und die Qualität des
Druckproduktes unabhängiger von der Erfahrung und Qualifikation des Maschinenbedieners
zu machen. Dabei geht die vorliegende Erfindung von der Grundidee aus, dass bestimmte
Einstellungen sich sehr schnell (ggf. automatisch) durchführen lassen, weil sie durch
Eingangsgrößen eindeutig bedingt sind. Anderseits dauern die von einem Drucker durchzuführenden
speziellen Einstellungen der Maschinenwerte (Maschineneinstellungen) vergleichsweise
lange und sind oft mit viel Makulatur behaftet. Diese speziellen Einstellungen erfordern
auch ein großes Fachwissen und eine große Erfahrung von Spezialkräften, die nicht
immer ausreichend zur Verfügung stehen.
[0019] Die Erfindung geht daher aus von einem Verfahren der sich aus dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 ergebenden Gattung und löst die Aufgabe durch die sich aus den kennzeichnenden
Teilen dieses Anspruchs ergebende Merkmalskombination. Dabei werden unter Eingangsgrößen
durch Material (z. B. Papier, Farbe), Umwelt (z. B. Temperaturen, Luftfeuchtigkeit)
und Vorlage (zum Beispiel Farbverteilung) festgelegte objektiv meßbare Größen verstanden,
welche die Einstellung der Druckmaschine beeinflussen. Unter Maschineneinstellungen
werden die von dem Drucker vorgenommenen Einstellungen an der Druckmaschine verstanden,
die dieser zur Erzielung eines optimalen Ergebnisses vornimmt, insbesondere auch die
speziellen Einstellungen, die der Drucker, wie weiter oben beschrieben, autonom vornimmt.
[0020] Die aufgrund des Freigabesignals als erfolgreich definierten eingespeicherten Werte
bilden einen Datensatz, der eine erfolgreiche Einstellung der Druckmaschine im Hinblick
auf die zugrundeliegenden Eingangsgrößen beschreibt. Die Erfindung besteht im Prinzip
darin, die Eingangsgrößen und die hierzu aus der Sicht des Druckers erfolgreichen
Maschineneinstellungen der Steuerung zur Verfügung zu stellen, so dass diese eingespeicherten
Werte bei späteren Druckaufträgen mit entsprechenden Eingangsgrößen Verwendung finden
können. Dies schafft die Voraussetzung, dass die mit erheblichen Kosten vom Drucker
zum Erreichen eines guten Druckergebnisses geschaffenen Werte bzw. Korrekturwerte
auch für spätere vergleichbare Druckwerke zur Verfügung stehen.
[0021] Um auf möglichst einfache Weise ein Freigabesignal zu erhalten empfiehlt sich in
Weiterbildung der Erfindung die Merkmalskombination nach Anspruch 2. Danach wird entweder
vom Drucker ein Signal gegeben, durch welches er die von ihm autonom eingestellten
speziellen Maschinenwerte (Maschineneinstellungen) zur weiteren Behandlung durch die
Steuerung freigibt. Die andere Möglichkeit besteht darin, dass durch die Steuerung
die vom Drucker eigenständig eingestellten speziellen Maschinenwerte für verbindlich
erklärt werden, nachdem der Drucker hinsichtlich einer hinreichend großen Anzahl von
Druckvorgängen bzw. gedruckten Bögen keine neuen eigenständigen speziellen Maschinenwerte
eingegeben hat. Auch in diesem Falle werden dann die offenkundig erfolgreichen Maschineneinstellungen
der Steuerung zur weiteren Anwendung auf spätere neue Druckerzeugnisse zur Verfügung
gestellt. Als vielfach glatt übernehmbare Eingangsgrößen haben sich die Parameter
gemäß Anspruch 1 herausgestellt. Typische, vom Drucker autonom eingestellte oder abgeänderte
Maschineneinstellungen werden darin angegeben, die dann in Abhängigkeit von einem
Freigabesignal der Steuerung zur Verfügung gestellt werden.
[0022] Eine wichtige Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Steuerung bei der Einrichtung
der Druckmaschine für ein neues Druckerzeugnis die Maschineneinstellungen unter Berücksichtigung
der sich früher als erfolgreich erwiesenen Maschineneinstellungen in geeigneter Weise
abändert oder macht zumindest der einrichtenden Bedienungsperson entsprechende Vorschläge.
Auf diese Weise steht der Erfahrungsschatz, der durch die erfolgreichen Maschineneinstellungen
bei vergleichbaren vorangegangenen Druckerzeugnissen unter erheblichen Kosten gewonnen
wurde, auch für neuere Maschineneinstellungen zur Verfügung.
[0023] Entsprechend einer Weiterbildung sucht die Steuerung nach einer früheren Kombination
von Eingangsgrößen, die den aktuellen Eingangsgrößen eines neuen Druckjobs möglichst
ähnlich sind. Aufgrund der gefundenen früheren ähnlichsten Kombination von Eingangsgrößen
wird dann auf erfolgreiche aktuelle Maschineneinstellungen geschlossen. Damit wird
aus den gespeicherten Datensätzen (aus Eingangsgrößen und erfolgreichen Maschineneinstellungen)
auf aktuelle erfolgreiche Maschineneinstellungen für neue Konstellationen von Eingangsgrößen
geschlossen.
[0024] Die Anforderungen an die Steuerung sind somit beim Einstellen der Druckmaschine für
ein neues Druckerzeugnis sehr vielfältig. Es muß geprüft werden welche frühere Kombination
von Eingangsgrößen mit den Eingangsgrößen des neuen einzurichtenden Druckjobs hinreichend
vergleichbar sind. Es muß geprüft werden, welche Toleranzen bei einer Abweichung der
neuen Kombination von der früheren Kombination zulässig sind und bei welchen Eingangswerten
nur geringfügige Abweichungen toleriert werden können. Aufgrund der so gefundenen
Ergebnisse werden dann die neuen Maschineneinstellungen von der Steuerung basierend
auf den gelernten Zusammenhängen in den gespeicherten Datensätzen abgeändert oder
dem neu einrichtenden Bedienungspersonal entsprechende Vorschläge gemacht.
[0025] Eine Druckmaschine mit einer hierfür besonders geeigneten Steuerung wird in einer
Weiterbildung der Erfindung folgendermaßen vorgeschlagen. Neurale Netze sind hervorragend
geeignet, um der vorliegenden Aufgabenstellung gerecht zu werden, da sie lernfähig
sind. Sie bilden somit den wachsenden Erfahrungsschatz eines Druckers nach.
[0026] Bevorzugt wird das neuralen Netz der Druckmaschine derart ausgestaltet, dass die
parallel arbeitenden Prozessoren bzw. Knoten aus der Vielzahl der im Laufe der Zeit
gespeicherten Datensätze Zusammenhänge zwischen bestimmten Eingangsgrößen mit erfolgreichen
Maschineneinstellungen erkennen. Dabei lernt das neuronale Netz über eine Vielzahl
von Datensätzen, welche Eingangsgrößen in welcher Konstellation für bestimmte Ausgangsgrößen
(Maschineneinstellungen) von besonderer Bedeutung waren. Darüber ist es in der Lage,
bestimmte Eingangsgrößen entsprechend ihrer Bedeutung zu gewichten. Die zunehmende
Ausprägung zentraler Zusammenhänge zwischen den Eingangs- und Ausgangsgrößen (=Maschineneinstellungen)
stellt gleichsam den wachsenden Erfahrungsschatz des neuronalen Netzes dar, durch
den die Erfahrung des Druckers simuliert wird.
[0027] Entsprechend der Merkmalskombination nach Anspruch 6 gibt das neuralen Netz in Abhängigkeit
von der augenblicklichen Kombination von Eingangsgrößen im Vergleich zu ähnlichen
vorangegangenen Kombinationen von Eingangsgrößen die erfolgversprechendsten Maschineneinstellungen
aus oder macht entsprechende Vorschläge. Die ausgegebenen Werte sind dabei nicht zwangsläufig
mit früher eingestellten Maschineneinstellungen identisch, da durchaus eine noch nie
dagewesene Konstellation von Eingangsgrößen vorliegen kann. Bei dem Aufbau des neuralen
Netzes sind gemäß Anspruch 7 als zu gewichtende Eingangsgrößen besonders die Papierparameter
(wie Format, Grammatur, Dicke, Steifigkeit) sowie Farbparameter (wie Zügigkeit, Emulsionsfähigkeit),
die Feuchtmitteleigenschaften, die Umweltparameter (Luftfeuchte und Lufttemperatur)
sowie Sujetparameter (wie Farbverteilung und Flächendeckung) zu nennen. Als Ausgangsgrößen
sind die Maschineneinstellungen wie Farbzoneneinstellung, Feuchteeinstellung, Blaslufteinstellungen
etc. zu wählen.
[0028] In Weiterbildung der Erfindung empfiehlt sich für die Steuerung der Druckmaschine
gemäß Anspruch 8, dass die Steuerung tolerant gegenüber geringen Abweichungen von
gewissen Eingangsgrößen aufgebaut wird. Das bedeutet, dass die Kombination der Eingangsgrößen
auch dann zur Ausgabe von gelernten Maschineneinstellungen führen kann, wenn die neue
Kombination von Eingangsgrößen mit einer vorangegangenen Kombinationen nicht identisch,
sondern gegenüber dieser nur innerhalb bestimmter Toleranzen vergleichbar ist.
[0029] Eine weitere Möglichkeit zur Vereinfachung der Eingabe der Eingabewerte insbesondere
der Eingangsgrößen bei einer Druckmaschine beschreiben die Ansprüche 9 bis 12. Das
bislang übliche Verfahren zur Eingabe der Eingangsgrößen besteht darin, dass der Drucker
aus der Beschreibung der angelieferten Materialien die entsprechenden Kennwerte herausliest
und diese über ein umfangreiches Eingabemenü in die Steuerung eingibt. Aufgrund dieses
aufwendigen Eingabeverfahrens werden bisher nur vergleichsweise wenige Eingangsgrößen
durch den Drucker in die Steuerung eingegeben, so dass die Einstellung der autonom
vorgenommenen Maschineneinstellungen besonders wichtig wird. Zur weiteren Lösung der
gestellten Aufgabe wird daher für eine Druckmaschine die Kombination der Merkmale
nach Anspruch 9 vorgeschlagen. Diese Lösung besteht im Prinzip darin, mittels eines
Barcodelesers die auf einem Etikett des betreffenden Materials befindliche und die
Eigenschaft des Materials beschreibende Kodierung zu lesen und die gelesenen Werte
als Eingabewerte unmittelbar der Steuerung der Druckmaschine zuzuführen. Die Steuerung
stellt dann die betreffenden Einrichtungen der Druckmaschine entsprechend ein. Dieses
Verfahren setzt allerdings voraus, dass das Material mit einem geeigneten Barcode
versehen ist. Das Material kann dabei nicht nur die Farbe oder das Papier betreffen,
sondern es kann auch die Art des verwendeten Feuchtemittels, Gummituches oder Reinigungsmittels
für die Maschine durch einen entsprechenden Code beschrieben werden. Die Verbindung
des Scanners mit der Steuerung kann durch eine elektrische Leitung aber auch über
einen geeigneten Informationskanal wie beispielsweise einen Infrarotstrahl, einen
Funkkanal oder einen anderen Übertragungsweg geschehen.
[0030] Entsprechend den Merkmalskombinationen nach Anspruch 10 und 11 kann der Codeleser
transportabel oder in die Steuerung bzw. an Einrichtungen der Druckmaschine fest eingebaut
sein. Ist ein transportabler Codeleser vorhanden, so hat der Drucker die Möglichkeit,
sich zum Material zu begeben und dort die Ablesung vorzunehmen, die dann über einen
geeigneten Übertragungskanal zur Steuerung gebracht wird. Ist der Codeleser fest eingebaut,
so kann das Etikett mit dem Barcode zu dem Codeleser gebracht werden und dort gelesen
werden. Eine andere Möglichkeit besteht vorteilhaft darin, den einen bestimmten Material
zugeordneten Codeleser derart an einer Aufnahme für das jeweilige Material an der
Druckmaschine anzuordnen, dass beim Zuführen des Materials bzw. der Einrichtung der
Druckmaschine der jeweilige Codeleser das betreffende Etikett ohne weiteres lesen
kann.
[0031] Besonders vorteilhaft ist es, wenn entsprechend der Merkmalkombination nach Anspruch
12 das Material mit einem sogenannten "Smartlabel" versehen ist. Ein Smartlabel hat
den Vorteil, dass auch Änderungen des Materials während des Druckvorgangs berücksichtigt
werden können. So kann beispielsweise die Verminderung eines Papierstapels während
eines vorausgegangenen Druckvorgangs durch einen geeigneten Codeleser und -schreiber
in das Smartlabel eingeschrieben werden. Das Smartlabel wirkt so ähnlich wie eine
Kreditkarte, in die der letzte Stand der Eigenschaft des Materials eingetragen wird.
Auf diese Weise können auch leicht Änderungen der Eigenschaft eines Materials von
einer Druckmaschine bei einem Wechsel der Druckmaschine erkannt werden.
[0032] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben.
In der Zeichnung ist eine zwei Farben druckende Druckmaschine für Offset-Druck dargestellt.
Die Erfindung ist aber durchgehend für alle Arten von modernen Druckmaschinen geeignet.
Die Druckmaschine 1 gemäß der Zeichnung wird nachfolgend nicht näher erläutert. Nähere
Einzelheiten zu Offset-Druckmaschinen können beispielsweise dem Buch " Der Offset-Druck",
DuMont Buchverlag Köln, 1991 entnommen werden.
[0033] Die Druckmaschine 1 ist mit einer Reihe von Verbindungen 2,3 zu einer zentralen oder
mehreren dezentralen Steuerungen 4 versehen. Stellvertretend für weitere Verbindungen
sind die Leitungen 2,3 gezeigt. Über Leitung 2 werden Informationen, die die Farbgebung
eines Druckwerks 13 beziehungsweise 14 betreffen über Sensoren erkannt und der Steuerung
4 mitgeteilt. Diese Informationen können beispielsweise die Stellung der einzelnen
Farbzonen bzw. -messer längs einer Duktor-Walze beschreiben, die entsprechend der
Farbverteilung eingestellt werden. Die über die Verbindung 2 laufenden Informationen
können auch die Höhe des Farbstandes in einem Farbkasten oder andere für die Farbgebung
wichtige Daten betreffen. Über die Verbindung 3 können zum Beispiel Informationen
in die Steuerung 4 laufen, die die Feuchte beschreiben, welche beim Offset-Druck den
entsprechenden Walzen zugeführt wird. Wesentlich ist, dass stellvertretend für alle
anderen Daten über die Verbindungen 2, 3 Daten laufen, welche die Einstellung einzelner
Werte in der Druckmaschine beschreiben, wobei es sich insbesondere um Maschineneinstellungen
handelt, die von dem Drucker vielfach nachgestellt werden müssen bzw. von Druckjob
zu Druckjob verändert werden müssen. Die über die Verbindungen 2,3 laufenden Daten
stehen daher stellvertretend für autonom von dem Drucker einstellbare und/oder nachstellbare
Daten.
[0034] Über die Leitungen 8, 9 gelangen Informationen in die Steuerung 4, welche Art und
Eigenschaft der in den Farbwerke 13,14 verwendeten Farben betreffen. Dabei kann es
sich beispielsweise um die Zähigkeit, Zügigkeit, die Emulgierfähigkeit oder den Temperaturwert
der jeweils verwendeten Farbe handeln. Diese Werte können beispielsweise mit Hilfe
eines Codes von der Verpackung der jeweiligen Farbe abgelesen und dann entweder manuell
oder automatisch (z.B. über Smartlabels automatisch einlesbar) in die Steuerung 4
eingegeben werden. Über die Leitungen 10, 11 gelangen Informationen in die Steuerung
4, welche die Art und die Eigenschaften des verwendeten Papiers beschreiben. Dabei
kann es sich beispielsweise um das Format, die Grammatur, die Steifigkeit und das
Wegschlagverhalten des Papiers handeln. Die Daten, die über die Leitungen 8 bis 11
in die Steuerung 4 gelangen betreffen somit Einganggrößen welche den Druckjob und
seine Bedingungen (z.B. Luftfeuchte im Drucksaal bzw. Druckwerk, Lufttemperatur im
Druckwerk etc.) objektiv beschreiben und stehen stellvertretend für derartige Werte.
[0035] Schließlich ist in der Zeichnung noch ein Steuerpult 20 angedeutet, über welches
der Drucker die Druckmaschine 1 bedienen kann und über welches er die Einstellungen
an der Druckmaschine 1 ablesen aber auch in Form einer Fernbedienung einstellen kann.
Diese Informationen wie z.B. die Druckgeschwindigkeit, Farbzoneneinstellungen oder
Gebläseeinstellungen der Bogenführung gelangen von dem Steuerpult 20 über eine Leitung
14 in die Steuerung 4.
[0036] Der Drucker kann z.B. über das Steuerpult 20 die Eingangsgrößen ablesen und wählt
über die Steuerung die Maschinenwerte gemäß dieser Eingangsgrößen (z.B. aus Tabellen
bzw. auch durch Vermessung der Vorlage) aus. Während des Andrucks oder des Fortdrucks
entnimmt der Drucker Probebögen und bewertet das Druckergebnis. Anschließend nimmt
er autonom Einstellungen der Maschinenwerte vor, indem er beispielsweise die Farbzonen
oder die Feuchte nachstellt. Diese eingestellten Maschinenwerte werden in der Steuerung
4 gespeichert, wobei diese Speicherung in Verbindung mit der Kombination der vorliegenden
Eingangsgrößen geschieht. Die gespeicherten Werte können allerdings nur dann als erfolgreicher
Datensatz aus Eingangs und Ausgangsgrößen Einfluß auf die Auslegung künftiger Maschineneinstellwerte
nehmen, wenn der Drucker über das Steuerpult 20 entweder einen entsprechenden Befehl
(Freigabesignal) gibt oder wenn seit der letzten Einstellung eine vorgegebene Anzahl
von Bögen ohne erneute Änderung durch den Drucker hergestellt wurden.
[0037] Um die für die Einstellung der Maschinenwerte durch den Drucker jeweils notwendige
Zeit abzukürzen ist die Steuerung 4 mit einem nicht näher dargestellten künstlichen
"neuralen Netzwerk" versehen, in welchem die Eingangswerte und die als erfolgreich
identifizierten Ausgangswerte gespeichert werden und welches die Bedeutung gewisser
Eingangswerte bzw. ihrer Kombinationen für die einzustellenden Ausgangswerte über
eine große Zahl von Datensätzen lernen kann. Geeignete neuralen Netze sind beispielsweise
in folgenden Literaturstellen beschrieben. "
An Introduction to Computing with Neural Nets", IEEE ASSP MAGAZINE ; April 1987, Seite
4 bis 22 und weitere Literaturangaben dort auf Seite 22. Wichtig ist es, dass derartige neurale
Netze in der Lage sind, die Bedeutung einer Konstellation von Eingangswerten für entsprechend
erfolgreiche Ausgangswerte zu erkennen und aus diesem gelernten Zusammenhang für geeignete
Maschineneinstellungen Vorschläge oder Vorgaben machen können. Hat beispielweise eine
geringe Veränderung eines einzelnen Eingangswertes bei ansonsten konstanten Eingangswerten
stets eine große Bedeutung für bestimmte Ausgangswerte, so wird dieser Zusammenhang
als bedeutsam gelernt und der betreffende Eingangswert entsprechend gewichtet. Umgekehrt
kann eine bestimmte Eingangsgröße z.B. trotz großer Schwankungen in weiten Bereichen
keine Änderungen von Ausgangsgrößen (Maschineneinstellungen) erfordern, wird jedoch
ein bestimmter Schwellenwert überschritten, sind schon kleine Veränderungen der Eingangsgröße
bedeutsam. Auf diese Weise entsteht innerhalb des neuralen Netzes quasi ein Erfahrungsschatz
an erfolgreichen Maschineneinstellungen für bestimmte Eingangsgrößen, der dazu führt,
dass dem Drucker vom neuralen Netz entweder geeignete Vorschläge für eine von ihm
vorzunehmende Maschineneinstellung gemacht werden können oder dass schließlich das
neuralen Netz in gewissem Umfang die Nachstellungen des Druckers ersetzt. Hierdurch
können beispielsweise bestimmte Eigenheiten einer Druckmaschinen ausgeglichen werden,
welche sich nicht genau entsprechend der vorgegebenen Kennlinien verhält.
[0038] Das Einrichten der Druckmaschine läßt sich für den Drucker durch die Verwendung eines
oder mehrerer Barcodeleser (beispielsweise am Ende der Leitungen 8 bis 11) stark vereinfachen.
Durch die Codeleser kann eine vergleichsweise große Anzahl von Eingangsgrößen ohne
Schwierigkeit direkt von dem für den Druck bestimmtem Material in die Steuerung der
Druckmaschine eingelesen werden. So kann beispielsweise ein Codeleser (Leitungen 10,11)
am Anleger für den Papierstapel derart angebracht sein, dass er beim Einfahren des
Stapels oder bei eingefahrenem Stapel die geeigneten Werte aus einem Etikett auf dem
Stapel abliest. Auf diese Weise können beispielsweise nicht nur die Grammatur und
das Format des Papiers einfach in die Steuerung eingegeben werden, sondern noch zusätzliche
geeignete Eingangsgrößen, wie beispielsweise die Steifigkeit des Papiers. Andere Größen
kann der Drucker beispielsweise mit einem transportablen Codeleser a (Leitungen 8,9)
von dem Etikett des Farbbehälters ablesen, wobei die abgelesenen Werte durch eine
Funkstrecke oder optische Übertragungsstrecke ohne mechanische Verbindung zwischen
dem Codeleser und der Steuerung zu dieser direkt übertragen werden können.
[0039] Besonders zweckmäßig ist es, wenn bei der Ablesung der Eingangsgrößen ein sogenanntes
Smartlabel verwendet wird, welches mit einem geeigneten Codeleser (der auch beschriften
kann) zusammenwirkt. Ein derartiges Smartlabel ist in der Lage, durch einen entsprechenden
Codeleser ähnlich wie eine Kreditkarte neu beschrieben zu werden, so dass auch Veränderungen
an dem Material (z.B. bezüglich seiner Menge) festgehalten werden können, die dann
bei dem Einsatz des Materials bei einem neuen Druckauftrag ohne weiteres zur Verfügung
stehen.
Bezugszeichenliste
[0040]
- 1
- Druckmaschine
- 2, 3
- Verbindungen
- 4
- Steuerung
- 8, 9
- Leitungen
- 10, 11
- Leitungen
- 14, 13
- Druckwerk
- 20
- Steuerpult
1. Verfahren zur Einstellung von Maschineneinstellungen einer Druckmaschine (1) vor oder
während des Drucks eines Druckerzeugnisses, insbesondere eines Auflagendrucks an einer
Druckmaschine, vorzugsweise Offset-Rotationsdruckmaschine, wobei von dem Bedienungspersonal
der Druckmaschine bzw. Drucker das im Auflagendruck oder Andruck hergestellte Druckergebnis
eines Druckerzeugnisses bewertet und Maschineneinstellungen gegebenenfalls nachgestellt
werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass vorgegebene Eingangsgrößen (8 bis 11),
die durch Bedruckstoffparameter wie Papierformat, Grammatur, Papierdicke, Steifigkeit,
Wegschlagverhalten und/oder Sujetparameter wie Kontraste, Farbverteilung, Farbbelegung und/oder Farbparameter wie Zügigkeit, Emulgierfähigkeit und/oder Feuchtmittelparameter und/oder Umweltparameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit bestimmt sind,
und einen Druckauftrag charakterisierende Maschineneinstellungen (14),
die durch die Einstellung der Farbverteilung und/oder der Feuchte und/oder der Lufteinstellung für den Papiertransport gegeben sind,
in eine Steuerung (4) der Druckmaschine (1) in Abhängigkeit von einem Freigabesignal
(14) eingespeichert werden, und
dass bei der Einrichtung der Druckmaschine (1) für ein neues Druckerzeugnis von der Steuerung
(4) der Druckmaschine (1) die Maschineneinstellungen (14) zur Verfügung gestellt werden,
die von entsprechenden Werten beeinflusst sind, welche bei der Einrichtung bzw. Korrektur
vorangegangener Druckerzeugnisse in die Steuerung (4) eingespeichert wurden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Freigabesignal von der Anzahl der seit der letzten Einstellungsänderung der Maschineneinstellungen
(14) ohne erneute Einstellung gedruckten Druckerzeugnisse und/oder einem manuell eingegebenen
Auslösesignal abhängt.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Eingangsgrößen (8 bis 11) des Druckerzeugnisses mittels automatisch arbeitender
Meßgeräte gemessen werden oder über eine geeignete Codierung der Druckmaterialien
wie Papier, Farbe, Feuchte von diesen übernommen werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zur Verfügung gestellten Maschineneinstellungen von den vorgegebenen Eingangsgrößen
des neuen Druckauftrages abhängen.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerung (4) der Druckmaschine (1) mit einem lernfähigen, neuralen Netz versehen
ist, in welches in die Eingangsgrößen (8 bis 11) und die Maschineneinstellungen (14)
eingespeichert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Gewichtung der in dem neuralen Netz parallel arbeitenden Prozessoren (Knoten)
durch die Einstellung der Maschineneinstellungen (14) bei einer bestimmten Konstellationen
der Eingangsgrößen (8 bis 11) beeinflusst wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Gewichtung der Prozessoren (Knoten) zusätzlich durch vorangegangene Maschineneinstellungen
wie Feuchte und/oder der Farbverteilung und/oder Lufteinstellung für den Papiertransport
beeinflusst wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass von dem neuralen Netz unveränderte Maschineneinstellungen zur Verfügung gestellt
werden, solange zumindest eine der Eingangsgrößen (8 bis 11) innerhalb eines bestimmten
Toleranzbereiches bleibt.
9. Druckmaschine zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 mit
einer Steuerung (4) und einem lernfähig ausgebildeten neuralen Netz
dadurch gekennzeichnet,
dass in das neurale Netz die Eingangsgrößen (8 bis 11)
in Form von Bedruckstoffparametern wie Papierformat, Grammatur, Papierdicke, Steifigkeit,
Wegschlagverhalten und/oder Sujetparameter wie Kontraste, Farbverteilung, Farbbelegung und/oder Farbparameter wie Zügigkeit, Emulgierfähigkeit und/oder Feuchtmittelparameter und/oder Umweltparameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit
und die Maschineneinstellungen (14)
wie die Einstellung der Farbverteilung und/oder der Feuchte und/oder der Lufteinstellung für den Papiertransport
einspeicherbar sind und
dass ein Barcodescanner vorgesehen ist, mittels dem Eigenschaften des für einen Druckauftrag benötigten Materials wie z. B. Papier oder Farbe gescannt werden und
dass der Scanner mit der Steuerung (4) der Druckmaschine (1) verbunden ist, die die
gescannten Daten des Barcodelesers übernimmt.
10. Druckmaschine nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Barcodeleser ein tragbares Gerät ist.
11. Druckmaschine nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Barcodeleser an einer Steuerung (4), einem Bedienpult (20) oder an einer Aufnahme
der Druckmaschine (1) für zum Druck benötigter Materialien angeordnet ist.
12. Druckmaschine nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Smartlabel vorgesehen ist, welches mit einem entsprechenden Codeleser zusammenwirkt,
in dem die Eigenschaften des für einen Druckauftrag benötigten Materials wie z. B.
Papier oder Farbe beschrieben werden und dass der Codeleser mit der Steuerung (4)
der Druckmaschine (1) verbunden ist, die die Daten des Smartlabels übernimmt.
1. Method of adjusting machine settings of a printing press (1) prior to or during the
printing of a printed product, in particular a production run on a printing press,
preferably a rotary offset printing press, wherein a machine operator or pressman,
respectively, evaluates the print result of a printed product produced during the
production run or during proofing, and wherein machine settings are readjusted if
necessary,
characterized by
the fact that predetermined input parameters (8 to 11),
which are determined by printing material parameters such as paper format, weight,
paper thickness, stiffness, ink absorption behaviour and/or subject parameters such as contrasts, ink distribution, ink coverage and/or ink parameters such as tackiness, emulsification capacity and/or dampening fluid parameters and/or environmental parameters such as temperature, humidity,
and machine settings (14) which characterize a print job and are given by the setting of the ink distribution and/or the dampening and/or the air setting for paper transport, are stored in a control unit (4) of the printing press (1) depending on a release
signal (14) and
that during the setting-up of the printing press (1) for a new printed product, the
control unit (4) of the printing press (1) makes available those machine settings
(14) which are influenced by corresponding values that were stored in the control
unit (4) during the setting up or correction of preceding printed products.
2. Method according to Claim 1,
characterized by
the fact that the release signal depends on the number of printed products printed
since the last adjustment of the machine settings (14) without renewed adjustment
and/or on a trigger signal entered manually.
3. Method according to one of Claims 1 to 2,
characterizd by
the fact that the input parameters (8 to 11) of the printed products are measured
by measuring devices that operate automatically or are received from the printing
materials such as paper, ink, dampening fluid by means of suitable coding.
4. Method according to Claim 1,
characterized by
the fact that the machine settings made available depend on the predetermined input
parameters of the new print job.
5. Method according to Claim 1,
characterized by
the fact that the control unit (4) of the printing press is equipped with an adaptive,
neural network in which the input parameters (8 to 11) and the machine settings (14)
are stored.
6. Method according to Claim 5,
characterized by
the fact that a weighting of the processors (nodes) operating in parallel in the neural
network is influenced by the adjustment of the machine settings (14) in the case of
a certain constellations of the input parameters (8 to 11).
7. Method according to Claim 6,
characterized by
the fact that the weighting of the processors (nodes) is additionally influenced by
preceding machine settings such as dampening and/or ink distribution and/or air setting
for paper transport.
8. Method according to Claim 1,
characterized by
the fact that as long as at least one of the input parameters (8 to 11) remains within
a given tolerance, the neural network makes available unmodified machine settings.
9. Printing press for carrying out the method according to one of Claims 1 to 8, including
a control unit (4) and an adaptive neural network,
characterized by
the fact that the input parameters (8 to 11)
in the form of printing material parameters such as paper format, weight, paper thickness,
stiffness, absorption behaviour and/or subject parameters such as contrasts, ink distribution, ink coverage and/or ink parameters such as tackiness, emulsification capacity, and/or dampening fluid parameters and/or environmental parameters such as temperature, humidity,
and the machine settings (14)
such as the setting of the ink distribution and/or the dampening and/or the air setting for paper transport are storable in the neural network and
that a barcode scanner is provided which is used to scan properties of the material
needed for a print job such as paper or ink and
that the scanner is connected to the control unit (4) of the printing press (1), which
receives the scanned data of the barcode reader.
10. Printing press according to Claim 9,
characterized by
the fact that the barcode reader is a portable device.
11. Printing press according to Claim 9,
characterized by
the fact that the barcode reader is arranged on a control unit (4), an operating console
(20), or on a receiving unit of the printing press (1) for receiving materials required
for printing.
12. Printing press according to Claim 9,
characterized by
the fact that a smart label is provided which cooperates with a corresponding code
reader and in which the properties of the material required for a print job such as
paper or ink are described and that the code reader is connected to the control unit
(4) of the printing press (1), which receives the data of the smart label.
1. Procédé pour le réglage de paramètres d'une machine d'impression (1) avec ou pendant
l'impression d'un produit d'impression, en particulier d'une impression continue sur
une machine d'impression, de préférence une machine rotative d'impression offset,
le personnel opérateur de la machine d'impression respectivement de l'imprimante analyse
le résultat d'impression obtenu dans l'impression continu d'un produit d'impression
et réajuste le cas échéant des paramètres de machine,
caractérisé en ce que
les grandeurs d'entrée prédéterminées (8 à 11), qui sont déterminées par des paramètres
de la matière imprimée, tels que le format du papier, le grammage, l'épaisseur, la
rigidité, le comportement d'absorption et/ou les paramètres de sujet, tels que les
contrastes, la répartition des couleur et/ou les paramètres de couleur, tels que l'adhésivité,
la capacité d'émulsification et/ou des paramètres des additifs de mouillage et/ou
des paramètres d'environnement tels que la température, l'humidité de l'air,
et des paramètres de machines (14) caractérisant une tâche d'impression qui sont donnés
pour le réglage de la répartition des couleurs et/ou l'humidité et/ou le réglage de
l'air pour le transport de papier, sont stockées dans une commande (4) de la machine
d'impression (1) en fonction d'un signal d'autorisation (14), et
en ce que lors du réglage de la machine d'impression (1) pour un nouveau produit d'impression
par la commande (4) de la machine d'impression (1), les paramètres de machine (14)
sont mis à disposition, lesquels sont influencés par des valeurs correspondantes qui
ont été stockées dans la commande (4) lors de la mise en place respectivement la correction
des produits d'impression précédents.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le signal d'autorisation dépend du nombre du produits imprimé depuis la dernière
modification des paramètres de machine (14) sans nouveau réglage et/ou du signal de
déclenchement entré manuellement.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 à 2, caractérisé en ce que les grandeurs d'entrée (8 à 11) du produit imprimé sont mesurées par des appareils
de mesure travaillant automatiquement ou sont pris en charge par un codage approprié
des matériaux d'impression tels que le papier, l'encre, l'humidité etc.
4. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que les paramètres de machine mis à disposition dépendent des grandeurs d'entrée prédéfinies
de la nouvelle tâche d'impression.
5. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la commande (4) de la machine d'impression (1) est munie d'un réseau neural, évolutif,
dans lequel sont stockés les paramètres de machine (14) et les grandeurs d'entrée
(8 à 11).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'une pondération des processeurs travaillant en parallèle dans le réseau neural est
influencée par le réglage des paramètres de machine (14) lors d'une constellation
définie des grandeurs d'entrée (8 à 11).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que la pondération des processeurs (noeuds) est influencée en supplément par des paramètres
de machine tels que l'humidité et/ou la répartition de l'encre et/ou le réglage d'air
pour le transport de papier.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que des paramètres de machine non modifiés sont mis à disposition par le réseau neural
tant qu'au moins l'une des grandeurs d'entrée (8 à 11) reste à l'intérieur d'une zone
de tolérance définie.
9. Machine d'impression pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications
1 à 8 avec une commande (4) et un réseau neural évolutif caractérisé en ce qu'il est possible de stocker dans le réseau neural les grandeurs d'entrée (8 à 11) sous
forme de paramètres de la matière imprimée, tel que le format du papier, le grammage,
l'épaisseur, la rigidité, le comportement d'absorption et/ou le paramètre de sujet,
tel que les contrastes, la répartition de l'encre et/ou les paramètres d'encre, tels
que l'adhésivité, la capacité d'émulsification et/ou des paramètres des additifs de
mouillage et/ou des paramètres d'environnement tels que la température, l'humidité
de l'air
et les paramètres de machine (14)
tels que le réglage de la répartition de l'encre et/ou l'humidité et/ou le réglage
de l'air pour le transport de papier et
en ce qu'un scanner de code barre est prévu au moyen duquel des propriétés du matériau nécessaire
à une tâche d'impression tel que le papier ou l'encre sont scannés et en ce que le scanner est relié à la commande (1) de la machine d'impression qui prend en charge
les donnée scannées du lecteur de code barre.
10. Machine d'impression selon la revendication 9, caractérisée en ce que le lecteur de code barre est un appareil portable.
11. Machine d'impression selon la revendication 9, caractérisée en ce que le lecteur de code barre est disposé sur une commande (4), un pupitre de commande
(20) ou sur un logement de la machine d'impression (1) pour les matériaux nécessaires
à l'impression.
12. Machine d'impression selon la revendication 9, caractérisée en ce qu'il est prévu un Smartlabel (étiquette intelligente) qui coopère avec un lecteur de
code correspondant dans lequel sont décrites les propriétés du matériau nécessaire
à une tâche d'impression tel que le papier ou l'encre et en ce que le lecteur de code est relié à la commande (4) de la machine d'impression (1) qui
prend en charge les données du Smartlabel (étiquette intelligente).