[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Seilbahn mit mindestens zwei voneinander
beabstandeten Tragseilen pro Fahrbahnseite für Wagen mit mehrspurigen Laufwerken,
zumindest einem zwischen den Tragseilen und/oder unterhalb derselben laufenden Zugseil
für den Angriff von Seilklemmen der Wagen, und mindestens einer Station, in welcher
eine vorübergehende Lösung der Seilklemmen und eine Umlenkung des Zugseiles erfolgt,
wobei gegebenenfalls die Tragseile in der Station durch starre Tragschienen weitergeführt
sind. Die Erfindung betrifft ferner ein Laufwerk für einen Seilbahnwagen, das speziell
für eine solche Seilbahn geeignet ist, mit einem Rahmen, der zumindest auf zwei voneinander
beabstandeten Seiten mit Laufrollen zum Abrollen auf den Tragseilen ausgestattet ist.
[0002] Eine Seilbahn und ein Laufwerk der einleitend genannten Art sind aus der AT 104 465
bekannt. Bei der bekannten Konstruktion wird die Zugseilklemme vom Gehänge des Wagens
getragen, welches drehbar am Laufwerk angelenkt ist. Dadurch ergibt sich bei jedem
Lösen und Festklemmen der Klemme am Zugseil, wie es beim Abbremsen und Beschleunigen
in der Station erfolgt, eine Krafteinleitung in das Gehänge. Die Krafteinleitung bewirkt
Schwingungsstöße und Pendelbewegungen des Zugseiles, welchen nur dadurch beizukommen
ist, daß das Abbremsen und Beschleunigen entsprechend langsam durchgeführt wird. Dies
erfordert wiederum entsprechend lange Brems- und Beschleunigungsstrecken und zusätzliche
Führungsrollen für das Zugseil. Schließlich ergibt sich durch die Krafteinleitung
in das Gehänge beim Bremsen und Beschleunigen eine Auslenkung des Gehänges aus der
Vertikalen, welche zu einem Höhenversatz des Klemmenmaules führt, so daß die Gefahr
eines Verfehlens des Zugseiles beim Schließen des Klemmenmaules besteht, welche wieder
nur durch zusätzliche Führungsrollen und einer damit einhergehenden Stationsverlängerung
verringert werden könnte.
[0003] Aus der DE 31 09 944 ist anderseits eine Materialseilbahn mit Schüttgutbehältern
bekannt, bei welcher die Schüttgutbehälter auf beiden Seiten ein Laufwerk tragen,
das jeweils auf zwei Tragseilen mit zugeordnetem Zugseil läuft. Die Zugseilklemme
ist hier zwar an dem Laufwerk selbst befestigt, doch wird bei der bekannten Konstruktion
das Zugseil in den Stationen nach unten aus dem Laufwerk entnommen und abgeführt.
Dies erfordert mehrfache Umlenkungen der Zugseile, was wiederum die Stationslänge
erhöht, wie nachstehend noch ausführlicher erläutert wird.
[0004] Schließlich sind Seilbahnen mit zwei Tragseilen und einem Zugseil pro Fahrbahnseite
(sogenannte Dreiseilbahnen bzw. 3S-Bahnen) aus der EP 0 283 888 bekannt. Bei der Konstruktion
der EP 0 283 888 ergreifen die Seilklemmen der Laufwerke das Zugseil von unten, so
daß es in den Stationen für den Umlauf relativ zu den Tragseilen nach oben abgelenkt
werden muß.
[0005] Zur näheren Erläuterung wird dazu auf Fig. 1 Bezug genommen, welche eine schematische
Perspektivansicht der Seilführung in einer Kopfstation einer Dreiseilbahn gemäß der
EP 0 283 888 zeigt. Auf jeder Fahrbahnseite 1, 2 sind zwei Tragseile 3, 4 bzw. 3',
4' vorgesehen, die parallel und in gegenseitigem Horizontalabstand verlaufen. Mittig
und unterhalb der Tragseile verläuft das umlaufende Zugseil 5. Die Tragseile sind
in der Kopfstation bei 6, 7 nach einer kurzen Umlenkung nach unten (Umlenkräder nicht
gezeigt) abgespannt und die von ihnen gebildete Fahrbahn für die Seilbahnwagen wird
durch starre Tragschienen 8,9 bzw. Hilfs-Tragschienen 10, 11 verlängert und rückgeführt.
Das Zugseil 5 läuft in der Station um eine horizontale Umlenkscheibe 12, welche auch
für den Antrieb dienen kann. Zu diesem Zweck wird das Zugseil nach dem Lösen der Seilklemmen
in einer Wagenauskuppelzone 13 nach oben über die Fahrbahnebene und die Höhe der Laufwerke
angehoben (14), und zwar weil die Laufwerke der bekannten Konstruktionen das Zugseil
5 von unten umgreifen.
[0006] Auch diese Konstruktion hat mehrere Nachteile: Einerseits ist die Bauhöhe der Station
beträchtlich. Anderseits sind für die Ablenkung des Zugseiles nach oben zusätzliche
Ablenkrollen 15, 16 erforderlich, was den Energiebedarf des Zugseilantriebes erhöht,
einen größeren Verschleiß des Zugseiles zur Folge hat und damit die Lebensdauer und
letztlich Sicherheit der Anlage verringert. Schließlich erfordern die zahlreichen
Umlenkungen des Zugseiles eine größere Stationslänge.
[0007] Abgesehen davon ergeben sich auch Nachteile auf Seiten des Laufwerkes: Da das Laufwerk
das Zugseil gleichsam "unterfährt", wird das Zugseil bei einer Stützenüberfahrt aus
seinen Stützenrollen ausgehoben. Das Ausmaß des Aushebens beträgt mindestens die gesamte
Bauhöhe der Klemmenkonstruktion des Laufwerkes in diesem Bereich, z.B. 10 bis 15 cm,
was die Gefahr eines fehlerhaften Zurückgleitens des Zugseiles in seine Stützenrollen
nach der Stützenüberfahrt in sich birgt.
[0008] Die Erfindung setzt sich zum Ziel, eine Seilbahn sowie ein entsprechendes Laufwerk
hiefür zu schaffen, mit der bzw. dem die genannten Nachteile überwunden werden können.
Dieses Ziel wird in einem ersten Aspekt der Erfindung mit einer Seilbahn der einleitend
genannten Art erreicht, die sich auszeichnet durch die Kombination der Merkmale,
daß die Seilklemmen von den Wagenlaufwerken getragen sind,
daß das Zugseil in der Station in an sich bekannter Weise um eine horizontale Umlenkscheibe
umläuft, deren Durchmesser kleiner ist als der gegenseitige Abstand der Fahrbahnseiten,
und
daß das Zugseil im Verlauf seiner Umlenkung an den einander zugewandten Tragseilen
bzw. -schienen unterhalb derselben im wesentlichen horizontal vorbeigeführt ist.
[0009] Mit Hilfe dieser Kombination von Maßnahmen wird erstmals eine wesentliche Reduzierung
der Baulänge und Bauhöhe der Station erreicht: Die direkte Montage der Zugseilklemmen
an den Laufwerken in Verbindung mit ihrer unterseitigen Anordnung und der seitlichen
Entnahme des Zugseiles ermöglicht eine beträchtliche Reduzierung der Anzahl der erforderlichen
Zugseilablenkrollen unter Beibehaltung der Zugseilstabilität. Daraus ergibt sich unmittelbar
eine extrem kurze Stationslänge. Spezielle Maßnahmen zum Anheben des Zugseiles über
oder unter die Ebene der Tragseile entfallen. Durch die geringere Zahl von Zugseilumlenkungspunkten
ergeben sich auch ein geringerer Energieverbrauch, ein geringerer Verschleiß, eine
höhere Lebensdauer und damit eine größere Sicherheit der Anlage.
[0010] Besonders günstig ist es, wenn das Zugseil vor und nach seinem Umlauf um die Umlenkscheibe
jeweils um Ablenkrollen mit vertikaler Drehachse geführt ist, die das Zugseil aus
der Fahrtrichtung ablenken, um es auf seinem Weg zu und von der Umlenkscheibe unter
den einander zugewandten Tragseilen bzw. -schienen vorbeizuführen. Dies ergibt eine
minimale Anzahl von Umlenkungen für das Zugseil.
[0011] Gemäß einer bevorzugten Variante der Erfindung kann vorgesehen werden, daß die Tragseile
bzw. -schienen in der Station im Bereich des Lösens und/oder Wiederangreifens der
Seilklemmen einen Versatz erfahren, welcher maximal in der Größenordnung des Zugseildurchmessers
liegt. Dadurch kann das Zugseil nach dem Öffnen der Seilklemme relativ zum geöffneten
Klemmenmaul geringfügig verschoben werden, so daß ein ungehinderter Abzug bzw. Austritt
des Zugseiles aus dem geöffneten Klemmenmaul vorgenommen werden kann, d.h. ohne Anstreifen
an den Klemmbacken des Klemmenmaules, und zwar sowohl bei seitlich öffnendem Klemmenmaul
(siehe später z.B. Fig. 8, 9) als auch bei nach unten öffnendem Klemmenmaul (siehe
später z.B. Fig. 10).
[0012] In einem zweiten Aspekt der Erfindung werden die genannten Ziele mit einem Laufwerk
der einleitend genannten Art erreicht, das sich erfindungsgemäß auszeichnet durch
die spezielle Ausführungsform mit der Kombination der Merkmale,
daß der Rahmen zwischen den Laufrollen zumindest eine betätigbare Seilklemme zum
lösbaren Ergreifen des Zugseiles mittels eines Klemmenmaules trägt,
daß das Klemmenmaul der Seilklemme auf der Unterseite des Rahmens liegt, und
daß das Klemmenmaul unterhalb der Abrollebene der Laufrollen liegt und zur Seite
hin öffnet.
[0013] Mit dieser Kombination von Merkmalen ist es erstmals möglich, das Zugseil in der
Station direkt und ruhig seitlich abzuführen, ohne Behinderung durch die Tragseile
bzw. -schienen, mit all den geschilderten Vorteilen einer kurzen Stationslänge. Darüber
hinaus wird, wenn das Laufwerk eine Stütze auf der Strecke überfährt, das Zugseil
nur in geringem Ausmaß von den Zugseilführungsrollen der Stütze ausgehoben: Da das
Klemmenmaul auf der Unterseite des Rahmens liegt, liegt das Ausmaß des Aushebens im
wesentlichen nur im Bereich der Dicke der Klemmbacken des Klemmenmaules.
[0014] Besonders günstig ist es, wenn das Klemmenmaul am Ende eines im wesentlichen C-förmigen
Armes angeordnet ist, welcher von der Unterseite des Rahmens hinabragt. Mit einem
solchen Klemmenarm können allfällige Zugseil-Niederhalterollen unterfahren werden.
[0015] Ferner ist es günstig, wenn die Betätigungseinrichtung für die Seilklemme an der
Oberseite des Rahmens innerhalb der Spurweite des Laufwerks angeordnet ist. Dies reduziert
den erforderlichen Lichtraum für das Laufwerk auf der Strecke und in der Station.
[0016] Die Seilklemme kann starr mit dem Rahmen verbunden sein, was den Aufbau vereinfacht.
Alternativ kann die Seilklemme elastisch im Rahmen gelagert sein, um geringfügige
Relativbewegungen während der Fahrt aufnehmen zu können.
[0017] In jedem Fall ist es besonders günstig, wenn die Seilklemmen als demontierbare Einheit
in den Rahmen eingesetzt ist. Dadurch können Laufwerke mit unterschiedlichen Arten
von Seilklemmen ausgestattet werden und umgekehrt. Weitere Vorteile sind eine vereinfachte
Kontrolle und Wartung.
[0018] In einer weiteren Variante der Erfindung trägt der Rahmen Hilfsrollen, die nach unten
wirken, wobei das Klemmenmaul der Seilklemme auch unterhalb der Abrollebene der Hilfsrollen
liegt. Die Hilfsrollen dienen zum Abfahren enger Kurvenradien in der Station auf entsprechenden
Hilfs-Tragschienen, während die Laufrollen außer Eingriff gebracht sind, wie an sich
bekannt.
[0019] Erfindungsgemäß wird das Klemmenmaul auch unterhalb der Abrollebene dieser Hilfsrollen
angeordnet, um eine ungehinderte seitliche Abfuhr des Zugseiles zu ermöglichen.
[0020] Bevorzugt wird vorgesehen, daß von der Oberseite des Rahmens mindestens ein Führungsstift,
eine Führungsrolle od. dgl. hochragt, welcher bzw. welche zur Anlage an einer Stützführung
der Station bestimmt ist. Dadurch können allfällige Querkräfte in der Station, wie
sie beispielsweise während der Betätigung der Seilklemme auftreten, über die Stützführung
abgeleitet werden.
[0021] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch aus,
daß die Laufrollen in an sich bekannter Weise zumindest paarweise in schwenkbaren
Rollenwiegen montiert sind, und daß zumindest zwei einander gegenüberliegende Rollenwiegen
über einen Zwischenträger miteinander verbunden sind, welcher um eine fahrtrichtungsparallele
Achse verschwenkbar, bevorzugt gedämpft-federnd, am Rahmen gelagert ist. Dadurch kann
sich das Laufwerk während der Fahrt verwinden, so daß Schrägstellungen des Laufwerkes
bei nicht exakt parallelen Tragseilen vermieden werden. Auch eine Drehbewegung mindestens
einer einzelnen Rollenwiege um eine zusätzliche horizontale Achse parallel zur Fahrbahn,
ebenfalls vorgespannt und gedämpft ist möglich.
[0022] Die Erfindung wird nachstehend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 eine schematische Perspektivansicht
der Seilführung in einer Kopfstation einer Seilbahn nach dem Stand der Technik, Fig.
2 eine schematische Perspektivansicht der Seilführung in einer Kopfstation einer Seilbahn
gemäß der Erfindung; die Fig. 3, 4 und 5 das Laufwerk gemäß der Erfindung in einer
Seitenansicht, Draufsicht bzw. Stirnansicht, wobei in Fig. 5 zusätzlich einige Elemente
der Station teilweise dargestellt sind, Fig. 6 ein Detail des Abrollens einer Laufrolle
auf einer Tragschiene, Fig. 7 eine Variante der Lagerung der Laufrollen am Laufwerk
in einer Stirnansicht, und die Fig. 8 bis 10 drei verschiedene Ausführungsformen von
Seilklemmen, die in das Laufwerk der Erfindung eingesetzt werden können.
[0023] Die Seilführungsanordnung nach dem Stand der Technik gemäß Fig. 1 wurde bereits erörtert.
In Fig. 2 sind für jene Elemente der erfindungsgemäßen Seilführungsanordnung, welche
denen von Fig. 1 entsprechen, die gleichen Bezugszeichen verwendet; für deren Erörterung
wird auf Fig. 1 verwiesen.
[0024] Die Fahrbahn- und Seilführungsanordnung von Fig. 2 unterscheidet sich von der von
Fig. 1 im wesentlichen durch die Art der Entnahme bzw. Abkuppelung des Zugseiles 5
in der Station. In einer Wagenentkuppelzone 21, in welcher die Seilklemmen der Wagenlaufwerke
vom Zugseil 5 gelöst werden, wird das Zugseil 5 im wesentlichen horizontal nach innen
abgelenkt.
[0025] Das Zugseil 5 tritt unter den einander zugewandten Tragseilen 4, 4' bzw. den diese
in der Station verlängernden Tragschienen 9, 9' vorbei. Dasselbe trifft für eine Wageneinkuppelzone
21' zu, welche im wesentlichen spiegelbildlich zur Wagenauskuppelzone 21 gestaltet
ist, so daß im weiteren nur auf die rechte Hälfte von Fig. 2 bezug genommen wird.
Zu diesem Zweck ist auf jeder Fahrbahnseite 1, 2 lediglich ein einziger Satz von Ablenkrollen
22, 22' mit im wesentlichen vertikaler Drehachse erforderlich, um das Zugseil 5 horizontal
zur Umlenkscheibe 12 hin abzulenken.
[0026] Die Umlenkscheibe 12 kann innerhalb und auf gleicher Höhe oder vorzugsweise unterhalb
des von den Tragschienen 8, 9, 8', 9' bzw. den diese verlängernden Hilfs-Tragschienen
10, 11, 10', 11' gebildeten Umlenkbogens angeordnet werden.
[0027] Grundsätzlich kann das Zugseil aus der Wagenauskuppelzone 21 nach unten, schräg nach
unten oder sogar schräg nach oben abgeführt werden, wenn Ablenkrollen 22 mit entsprechend
geneigten Drehachsen verwendet werden und die Umlenkscheibe 12 entsprechend angeordnet
wird, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von Hilfs-Ablenkrollen (nicht gezeigt). Die
dargestellte Variante mit seitlicher, insbesondere horizontaler Zugseilentnahme führt
zu einem besonders einfachen Seilführungsverlauf für das Zugseil 5.
[0028] Die Fig. 3 bis 5 zeigen ein speziell für die Fahrbahn- und Seilführungsanordnung
von Fig. 2 geeignetes Laufwerk 31. Das Laufwerk 31 ist dazu bestimmt, eine (nicht
dargestellte) Kabine bekannter Art über ein (nur ausschnittsweise gezeigtes) Gehänge
32 bekannter Art abzuhängen, um einen Seilbahnwagen zu bilden. Das Laufwerk 31 umfaßt
einen Rahmen 33, an dem das Gehänge 32 über einen gekrümmten Gehängearm 34 an einem
zentralen Gelenkbolzen 35 von oben her angreift, wie in der Technik bekannt.
[0029] Der Rahmen 33 ist auf zwei voneinander beabstandeten Seiten mit Laufrollen 36 ausgestattet,
deren Drehachsen normal zur Fahrt- bzw. Längsrichtung der Tragseile 3, 4 sind und
die auf den Tragseilen 3, 4 abrollen. Insgesamt sind acht Laufrollen 36 vorgesehen,
die jeweils paarweise in Rollenwippen bzw. -wiegen 37 gelagert sind, welche ihrerseits
jeweils um eine normal zur Fahrtrichtung verlaufende Schwenkachse 38 drehbar am Rahmen
33 gelagert sind. Es versteht sich, daß auch andere Anzahlen von Laufrollen 36 vorgesehen
werden können, z.B. 4, 6, 12, 16 usw.
[0030] Der Rahmen 33 weist (im dargestellten Falle von zwei Seilklemmen) zwei vertikale
Durchbrechungen 39 auf, in die jeweils eine Seilklemme 41 als modulare Einheit, d.h.
demontierbar und austauschbar, eingesetzt ist. Jede Seilklemme 41 ist mit Hilfe von
Bolzen 43 im Rahmen 33 verankert.
[0031] Der Aufbau einer Seilklemme 41 ist in den Fig. 4 und 5 und insbesondere in Fig. 8
dargestellt. Die Seilklemme 41 besitzt einen etwa C-förmigen Arm 44, der in der Montagestellung
der Seilklemme von der Unterseite 45 des Rahmens 33 nach unten auskragt. Der Arm 44
lagert eine feste Klemmbacke 45 und eine bewegliche Klemmbacke 46, die gemeinsam ein
Klemmenmaul 47 bilden, welches seitlich offen ist, d.h. zur Seite hin greift.
[0032] Zum Betätigen der beweglichen Klemmbacke 46, d.h. zum Öffnen und Schließen des Klemmenmaules
47, ist ein Klemmenhebel 48 vorgesehen, der über einen (nicht näher dargestellten)
Mechanismus im Inneren des Armes 44 die Klemmbacke 46 antreibt. In Fig. 8 sind die
bewegliche Klemmbacke 46 und der Klemmenhebel 48 sowohl in der geschlossenen Ruhestellung
(ausgezogene Linien) als auch der geöffneten Betätigungsstellung (punktierte Linien)
gezeigt.
[0033] Der Klemmenhebel 48 ist an seinem Ende mit einer Rolle 49 versehen, welche bei der
Ein- und Ausfahrt des Laufwerkes 31 in die Wageneinkuppelzone 21 bzw. Wagenauskuppelzone
21' auf einer entsprechenden Steuerschiene 50 (Fig. 5) aufläuft und der Klemmenhebel
48 betätigt.
[0034] Die Fig. 9 und 10 zeigen zwei alternative Ausführungsformen von Seilklemmen 41',
41". Die Seilklemme 41' von Fig. 9 besitzt zwei bewegliche Klemmbacken 46, 46', die
symmetrisch öffnen und schließen, um das Klemmenmaul 47 zu bilden. Die Seilklemme
41" von Fig. 10 ist mit ebensolchen Klemmbacken 46, 46' ausgestattet, ihr Klemmenmaul
47' öffnet jedoch nach unten. Es versteht sich, daß das Klemmenmaul 47 auch in jede
beliebige andere Richtung öffnen kann, soferne ein entsprechender Fahrbahnversatz
vorgenommen wird, wie später noch erläutert wird. So könnte das Klemmenmaul 47 beispielsweise
auch nach oben hin öffnen, schräg nach oben oder schräg nach unten.
[0035] Zurückkehrend auf Fig. 5 ist der Rahmen 33 an seiner Oberseite mit hochgezogenen
Flanken 51 ausgestattet, in denen nach außen wirkende Führungsrollen 52 gelagert sind.
Die Führungsrollen 52 rollen in der Station auf der dem Klemmenhebel 48 abgewandten
Seite der Steuerschiene 50 ab. Die Flanken 51 und Führungsrollen 52 wirken so dem
auf den Klemmenhebel 48 ausgeübten Kippmoment entgegen und verhindern eine Kippbewegung
des Laufwerkes 31 beim Betätigen der Seilklemmen 41.
[0036] Am oberen Ende der Flanken 51 sind Reibbleche 53 montiert, welche für den Angriff
von Reibrädern der Station dienen, die das Laufwerk nach dem Lösen der Seilklemme
41 durch die Station antreiben, wie in der Technik bekannt.
[0037] In engen Kurvenradien in der Station werden die Laufrollen 36 von den Tragschienen
8, 9 bzw. 8', 9' getrennt und das Laufwerk 31 läuft auf kleinen Hilfsrollen 54, die
innerhalb oder außerhalb der Spurweite der Laufrollen 36 angeordnet sind, auf den
Hilfs-Tragschienen 10, 11, 10', 11' ab.
[0038] Fig. 5 zeigt das Laufwerk 31 während der Fahrt auf den Tragschienen 8, 9 vor dem
Erreichen der Hilfs-Tragschienen 10, 11, jedoch nach dem Lösen und Abführen des Zugseiles
5. Das Zugseil 5 wurde horizontal nach innen in Richtung des Pfeiles 55 aus dem Klemmenmaul
47 abgeführt. Um zu verhindern, daß das Zugseil 5 dabei an den Kanten der Klemmbacken
45, 46 bzw. 46' streift, können in diesem Bereich die Tragschienen 8, 9 einen geringfügigen
Versatz durchlaufen, welcher eine solche Relativbewegung des Laufwerkes 31 gegenüber
dem Zugseil 5 bewirkt, daß das Zugseil 5 im geöffneten Klemmenmaul 47 zentriert wird.
Der Versatz wird somit jedenfalls kleiner als der Durchmesser des Zugseiles 5 sein,
in der Regel etwas größer als die Höhe h der Kanten der Klemmbacken 45, 46, 46' in
ihrem geöffnetem Zustand, z.B. etwa 1/4 oder 1/3 des Durchmessers des Zugseiles 5.
[0039] Wenn eine Seilklemme 41 verwendet wird, deren Klemmenmaul 47 nach oben oder nach
unten öffnet, wie die Seilklemme 41" von Fig. 10, kann ein entsprechend größerer Fahrbahnversatz
der Tragschienen 9, 10 verwendet werden, um das Zugseil 5 um die Klemmbacken 45, 46,
46' herum soweit aus dem Klemmenmaul 47 zu befreien, daß es in jeder beliebigen Richtung,
z.B. in Richtung des Pfeiles 55 gemäß Fig. 2, abgeführt werden kann.
[0040] Fig. 5 zeigt ferner, daß die C-förmige Gestaltung des Armes 44 der Seilklemme 41
dazu dient, den Durchtritt einer Zugseil-Niederhalterolle 56 zu gestatten, wie sie
typischerweise im Eingangsbereich einer Talstation vorgesehen wird. In Fig. 5 ist
schließlich eine Laufrolle 57 für das Zugseil 5 angedeutet, aus welcher das Zugseil
5 bei der Laufwerksüberfahrt um ein Ausmaß d ausgehoben wird, welches im wesentlichen
durch die Dicke der Klemmbacke 45 bestimmt wird.
[0041] Fig. 6 zeigt die Ausführung einer Tragschiene 8 (bzw. 9) im Detail. Der Rillengrund
58 der Laufrille einer Laufrolle 36 kann sich durch Verschleiß im Lauf der Zeit vertiefen,
was zu einer Fehlausrichtung des Laufwerkes in der Station führen könne. Um dem Einhalt
zu gebieten, wird das Oberflächenprofil der Tragschiene 8 zu beiden Seiten eines Mittelbereiches
8', der zunächst als Lauffläche für den Rillengrund 58 dient, mit Hilfs-Laufflächen
8" versehen, die bei fortschreitender Vertiefung des Rillengrundes 58 auf der zwischen
dem Rillengrund 58 und den Seitenborden 59 der Laufrolle 36 verbleibenden Bereichen
60 zur Anlage kommen. Diese Bereiche 60 der Laufrolle 36 unterliegen nur einer geringen
Abnützung, so daß die Ausrichtung des Laufwerkes 31 auf den Tragschienen 8, 9 dann
- nach Abnützung des Rillengrundes 58 - über lange Zeit gewährleistet bleibt.
[0042] Fig. 7 zeigt eine alternative Ausführungsform für die Lagerung der Laufrollen 36
am Rahmen 33. Zwei einander gegenüberliegende Rollenwiegen 37 sind hier an einem gesonderten
Zwischenträger 61 gelagert, und zwar wieder über Schwenkachsen 38. Der Zwischenträger
61 ist seinerseits um eine fahrtrichtungsparallele Achse 62 verschwenkbar am Rahmen
33 gelagert. Der Zwischenträger 62 kann über Federn 63 in eine horizontale Ruhelage
vorgespannt und über Dämpfer (nicht gezeigt) gedämpft sein. Es genügt, nur auf einer
Seite des Rahmens 33 einen Zwischenträger 61 vorzusehen, um derart die Möglichkeit
einer Verwindung des durch die Laufrollen 36 gebildeten Fahrwerkes zu schaffen.
[0043] Alternativ oder zusätzlich kann mindestens eine der Rollenwiegen 37 um eine fahrtrichtungsparallele
Achse verschwenkbar am Zwischenträger 61 (oder am Rahmen 33, falls kein Zwischenträger
61 verwendet wird) gelagert sein.
[0044] Die Seilklemmen 41 können starr mit dem Rahmen 33 verbunden sein, wie durch die Bolzen
43 angedeutet. Alternativ können sie elastisch, z.B. federnd, bevorzugt gedämft-federnd,
im Rahmen 33 gelagert sein, z.B. mit Hilfe elastischer Gummibüchsen, in denen die
Bolzen 43 gelagert werden, um Schwingungen aufzunehmen bzw. zu dämpfen.
[0045] Einer Querpendelung des Gehänges 32 um den Gelenkbolzen 35 kann über ein entsprechendes
Federelement, bevorzugt Dämpfungs-Federelement, entgegengewirkt werden, z.B. eine
Torsionsfeder oder ein Torsionsdämpfungselement, wie es bei 64 angedeutet ist.
[0046] Die Laufrollen 36 können schließlich in den Rollenwiegen 37 in Richtung ihrer Drehachsen
verschieblich gelagert sein, so daß das Laufwerk 31 größeren Krümmungsradien der Tragseile
3, 4 oder Tragschienen 8, 9 folgen kann, wie in der Technik bekannt.
[0047] Es ist grundsätzlich auch möglich, mehr als ein Zugseil pro Fahrbahnseite vorzusehen,
z.B. zwei Zugseile pro Fahrbahnseite (sogenannte 4S-Bahn), die z.B. horizontal voneinander
beabstandet sind. In diesem Fall werden alle Zugseile im Verlauf ihrer Umlenkungen
in der Station gleichzeitig bzw. aufeinanderfolgend an den Tragseilen bzw. -schienen
unterhalb derselben vorbeigeführt. Das Laufwerk ist in diesem Fall mit einer entsprechenden
höheren Anzahl von Seilklemmen ausgestattet, welche die Zugseile mit entsprechendem
gegenseitigen Versatz ergreifen, d.h. die Klemmenmäuler sind endsprechend horizontal
versetzt angeordnet.
[0048] Auch ist es möglich, mehr als zwei Tragseile pro Fahrbahnseite vorzusehen, z.B. drei
oder vier. Es versteht sich, daß in diesem Fall die Laufwerke entsprechend mehrspurig
ausgeführt werden, d.h. mit Laufrollen ausgestattet sind, die in mehreren voneinander
beabstandeten, jeweils in Fahrtrichtung ausgerichteten Reihen liegen.
[0049] Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die dargestellten Ausführungsformen
beschränkt, sondern umfaßt alle Varianten und Modifikationen, die in den Rahmen der
angeschlossenen Ansprüche fallen.
1. Seilbahn, mit mindestens zwei voneinander beabstandeten Tragseilen (3, 4) pro Fahrbahnseite
für Wagen mit mehrspurigen Laufwerken (31), zumindest einem zwischen den Tragseilen
(3, 4) und/oder unterhalb derselben laufenden Zugseil (5) für den Angriff von Seilklemmen
(41) der Wagen, und mindestens einer Station, in welcher eine vorübergehende Lösung
der Seilklemmen (41) und eine Umlenkung des Zugseiles (5) erfolgt, wobei gegebenenfalls
die Tragseile (3, 4) in der Station durch starre Tragschienen (8, 9, 10, 11) weitergeführt
sind, gekennzeichnet durch die Kombination der Merkmale,
daß die Seilklemmen (41, 41', 41") von den Wagenlaufwerken (31) getragen sind,
daß das Zugseil (5) in der Station in an sich bekannter Weise um eine horizontale
Umlenkscheibe (12) umläuft, deren Durchmesser kleiner ist als der gegenseitige Abstand
der Fahrbahnseiten, und
daß das Zugseil (5) im Verlauf seiner Umlenkung an den einander zugewandten Tragseilen
(4, 4') bzw. -schienen (9, 9') unterhalb derselben im wesentlichen horizontal vorbeigeführt
ist.
2. Seilbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugseil (5) vor und nach seinem Umlauf um die Umlenkscheibe (12) jeweils um Ablenkrollen
(22, 22') mit vertikaler Drehachse geführt ist, die das Zugseil (5) aus der Fahrtrichtung
ablenken, um es auf seinem Weg zu und von der Umlenkscheibe (12) unter den einander
zugewandten Tragseilen (4, 4') bzw. -schienen (9, 9') vorbeizuführen.
3. Seilbahn nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragseile (3, 4) bzw. -schienen (8, 9) in der Station im Bereich (21, 21') des
Lösens und/oder Wiederangreifens der Seilklemmen (41) einen Versatz erfahren, welcher
maximal in der Größenordnung des Zugseildurchmessers liegt.
4. Laufwerk für einen Wagen einer Seilbahn, die zwei voneinander beabstandete Tragseile
pro Fahrbahnseite und zumindest ein dazwischen und/oder darunter laufendes Zugseil
aufweist, mit einem Rahmen, der zumindest auf zwei voneinander beabstandeten Seiten
mit Laufrollen zum Abrollen auf den Tragseilen ausgestattet ist, gekennzeichnet durch die Kombination der Merkmale,
daß der Rahmen (33) zwischen den Laufrollen (36) zumindest eine betätigbare Seilklemme
(41, 41') zum lösbaren Ergreifen des Zugseiles (5) mittels eines Klemmenmaules (47)
trägt,
daß das Klemmenmaul (47) der Seilklemme (41, 41') auf der Unterseite (45) des Rahmens
(33) liegt, und
daß das Klemmenmaul (47) unterhalb der Abrollebene der Laufrollen liegt und zur
Seite hin öffnet.
5. Laufwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Klemmenmaul (47) am Ende eines im wesentlichen C-förmigen Armes (44) angeordnet
ist, welcher von der Unterseite (45) des Rahmens (33) hinabragt.
6. Laufwerk nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungseinrichtung (48, 49) für die Seilklemme (41) an der Oberseite des
Rahmens (33) innerhalb der Spurweite des Laufwerks (31) angeordnet ist.
7. Laufwerk nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilklemme (41) starr mit dem Rahmen (33) verbunden ist.
8. Laufwerk nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilklemme (41) elastisch im Rahmen (33) gelagert ist.
9. Laufwerk nach einem der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilklemme (41) als demontierbare Einheit in den Rahmen (33) eingesetzt ist.
10. Laufwerk nach einem der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen (33) Hilfsrollen (54) trägt, die nach unten wirken, wobei das Klemmenmaul
(47) der Seilklemme (41) auch unterhalb der Abrollebene der Hilfsrollen (54) liegt.
11. Laufwerk nach einem der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß von der Oberseite des Rahmens (33) mindestens ein Führungsstift, eine Führungsrolle
(52) od. dgl. hochragt, welcher bzw. welche zur Anlage an einer Stützführung (50)
der Station bestimmt ist.
12. Laufwerk nach einem der Ansprüche 4 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Laufrollen (36) in an sich bekannter Weise zumindest paarweise in schwenkbaren
Rollenwiegen (37) montiert sind, und daß zumindest zwei einander gegenüberliegende
Rollenwiegen (37) über einen Zwischenträger (61) miteinander verbunden sind, welcher
um eine fahrtrichtungsparallele Achse (62) verschwenkbar, bevorzugt gedämpft-federnd,
am Rahmen (33) gelagert ist.