[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur elektrolytischen Umwandlung
von Furan oder eines oder mehrerer Furanderivate.
[0002] Ein Ziel der präparativen organischen Elektrochemie ist es, die bei einem elektrochemischen
Verfahren auftretenden Prozesse an beiden Elektroden parallel zu nutzen. Insbesondere
sind solche Verfahren von Interesse, in denen die beiden Elektrodenprozesse, die in
einer ungeteilten Zelle ablaufen, zur Umsetzung von chemischen Verbindungen genutzt
werden können.
[0003] Ein Beispiel für ein solches Verfahren ist etwa die oxidative Dimerisierung von 2,6-Dimethylphenol,
die mit der Dimerisierung von Maleinsäureestern gekoppelt wird (M. M. Baizer, in:
H. Lund, M. M. Baizer (Hrsg.), Organic Electrochemistry, Marcel Dekker, New York,
1991, Seiten 1442 ff.).
[0004] Ein weiteres Beispiel ist die gekoppelte Synthese von Phthalid und t-Butylbenzaldehyd
(DE 196 18 854).
[0005] Es ist aber auch möglich, den Kathoden- und den Anodenprozeß zu nutzen, um ein einziges
Produkt herzustellen oder ein Edukt zu zerstören. Beispiele für solche elektrochemischen
Verfahren sind etwa die Erzeugung von Buttersäure (Y. Chen, T. Chou, J. Chin. Inst.
Chem. Eng. 27 (1996) Seiten 337 - 345), die anodische Auflösung von Eisen, die mit
der kathodischen Bildung von Ferrocen gekoppelt wird (T. Iwasaki et al., J. Org. Chem.
47 (1982) Seiten 3799 ff.) oder der Abbau von Phenol (A. P. Tomilov et al., Elektrokhimiya
10 (1982) Seite 239).
Hinsichtlich der Verfahren, in denen ein Furanderivat in einer ungeteilten Elektrolysezelle
umgesetzt wird und die beiden Elektrodenprozesse genutzt werden, ist die Oxidation
von Furancarbonsäure mit anschließender Ringöffnung zu 1-Carboxymethyl-4,4-dimethoxypropen,
das in einer weiteren Stufe zum gesättigten Propanderivat hydriert wird, beschrieben
(T. Iwasaki et al., J. Org. Chem. 47 (1982) Seiten 3799 ff.). Es handelt sich hierbei
allerdings nicht um eine katalytische Hydrierung, sondern um eine direkte Elektroreduktion.
In diesem Fall setzt sich jedoch nicht das Furan um, sondern der α,β-ungesättigte
Ester, d. h. eine Substanzklasse, deren elektrochemische Reduktion bekannt ist. Außerdem
erfolgt die Ringöffnung und die anschließende Hydrierung nicht direkt aus dem anodisch
erzeugten Produkt sondern aus einer um ein C-Atom ärmeren, fragmentierten Stufe, die
eine weitere Oxidation erlitten hat.
[0006] Eine elektrochemische Oxidation von Furan oder eines Furanderivates unter Beibehaltung
der heterocyclischen Ringstruktur und anschließende Hydrierung, wobei eine Doppelbindung,
die nach der Oxidation in der Ringstruktur vorliegt, hydriert wird, ist jedoch in
Verfahren, in denen beide Elektrodenprozesse genutzt werden, nicht bekannt.
[0007] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein elektrochemisches Verfahren
bereitzustellen, das vorzugsweise in einer ungeteilten Elektrolysezelle abläuft und
in dem Furan oder ein substituiertes Furan in einem Elektrodenprozeß unter Beibehaltung
der heterocyclischen Ringstruktur oxidiert wird und dieses Oxidationsprodukt mit Wasserstoff
hydriert wird, wobei der Wasserstoff als Produkt in dem anderen Elektrodenprozeß entsteht
oder als Wasserstoffäquivalent im Sinne einer Elektrokatalyse auf das Furanderivat
übertragen wird.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein erfindungsgemäßes Verfahren zur elektrolytischen
Umwandlung mindestens eines Furanderivates (A) in einem Elektrolysekreis, das die
beiden Schritte (i) und (ii) umfaßt:
(i) Elektrolytische Oxidation von Furan oder eines substituierten Furans oder eines
Gemisches aus zwei oder mehreren davon unter Erhalt
(a) mindestens eines, im heterocyclischen Fünfring eine C-C-Doppelbindung aufweisenden
Furanderivates (B), und
(b) Wasserstoff;
(ii) Hydrierung dieser C-C-Doppelbindung unter Verwendung des in Schritt (i) parallel
an der Kathode erhaltenen Wasserstoffs oder von dem Elektrolysekreis von außen zugeführten
Wasserstoff oder elektrokatalytische Hydrierung,
wobei das Verfahren in einer Elektrolysezelle durchgeführt wird, die mindestens einen
Hydrierkatalysator umfaßt.
[0009] Vorzugsweise läuft das Verfahren in einer ungeteilten Elektrolysezelle ab.
[0010] Neben Furan lassen sich hier als substituierte Furane beispielsweise die folgenden
Verbindungen bevorzugt nennen:
Furfural(Furan-2-aldehyd), alkylsubstituierte Furane, Furane mit -CHO, -COOH, -COOR,
worin R für eine Alkyl-, Benzyl- oder Arylgruppe, insbesondere für eine C
1- bis C
4-Alkylgruppe steht, -CH(OR
1)(OR
2), wobei R
1 und R
2 gleich oder unterschiedlich sein können und R
1 und R
2 jeweils für eine Alkyl-, Benzyl-, Arylgruppe, insbesondere für eine C
1- bis C
4-Alkylgruppe stehen und -CN-Gruppen in 2-, 3-, 4- oder 5-Stellung.
[0011] Bei der erfindungsgemäßen Umsetzung organischer Verbindungen können Lösungsmittel
und Leitsalze eingesetzt werden, wie sie in H. Lund, M. M. Baizer, (Hrsg.) "Organic
Electrochemistry", 3
rd Edition, Marcel Dekker, New York 1991, beschrieben werden.
[0012] Die Oxidation erfolgt erfindungsgemäß bevorzugt in Gegenwart von Methanol oder in
Gegenwart von Ethanol oder einem Gemisch davon, bevorzugt jedoch in Gegenwart von
Methanol. Diese Substrate können dabei gleichzeitig Reaktand und Lösungsmittel sein.
[0013] Als Lösungsmittel bei der Umsetzung sind neben Furan bzw. substituiertem Furan und
der zur Oxidation verwendeten Verbindung generell alle geeigneten Alkohole einsetzbar.
[0014] Als Leitsalze können neben NaBr können im erfindungsgemäßen Verfahren beispielsweise
auch Alkali- und/oder Erdalkalimetallhalogenide, wobei als Halogenide Bromide, Chloride
und Iodide denkbar sind, eingesetzt werden. Ebenso sind auch Ammoniumhalogenide einsetzbar.
[0015] Druck und Temperatur können an die Bedingungen, die bei katalytischen Hydrierungen
üblich sind, angepaßt werden.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist die Reaktionstemperatur
T < 50°C, vorzugsweise T < 25°C, der Druck p < 3bar und der pH-Wert im neutralen Bereich.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden zusätzlich
zu den Edukten, die in die ungeteilte Elektrolysezelle eingebracht
werden, Zwischenprodukte zugeführt. Als Zwischenprodukt wird dasjenige mindestens
eine Produkt bezeichnet, das in Schritt (i) des oben beschriebenen Verfahrens durch
elektrolytische Oxidation von Furan oder eines substituierten Furans oder eines Gemisches
aus zwei oder mehreren davon als Furanderivat (B) erhalten wird und sich deshalb im
Elektrolysekreislauf befindet. Die Konzentration der zusätzlichen Zwischenprodukte
wird durch übliche elektrochemische und elektrokatalytische Parameter, wie beispielsweise
Stromdichte, Katalysatorart und -menge, eingestellt, oder das Zwischenprodukt wird
dem Kreislauf zugegeben.
[0018] Bezüglich der speziellen Wahl des Materials der Elektroden besteht im erfindungsgemäßen
Verfahren keine Beschränkung, solange sich die Elektroden für das wie vorstehend beschriebene
Verfahren eignen.
[0019] Vorzugsweise werden in der ungeteilten Zelle Graphitanoden verwendet.
[0020] Was die Geometrie der Elektroden in der ungeteilten Elektrolysezelle anbelangt, so
existieren dafür im wesentlichen im Rahmen der vorliegenden Erfindung keine Beschränkungen.
Als bevorzugte Geometrien sind beispielsweise plan-parallele Elektrodenanordnungen
und ringförmige Elektrodenanordnungen zu nennen.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist mindestens eine Elektrode
in Kontakt mit mindestens einem Hydrierkatalysator. In einer besonders bevorzugten
Ausführungsform ist der mindestens eine Hydrierkatalysator Bestandteil einer Gasdiffusionselektrode.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist mindestens eine Elektrode
eine mit Edelmetall beschichtete Graphitelektrode, bestehend aus Platten, Netzen oder
Filzen. In einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird der Hydrierkatalysator
in Form einer Suspension im Elektrolyten ständig mit mindestens einer Elektrode in
Kontakt gebracht. Hierbei wird der Hydrierkatalysator, d. h. das katalytisch wirksame
Material, in der Zelle umgepumpt oder auf eine entsprechend strukturierte Kathode
oder Anode angeschwemmt. Eine derartige Anschwemmelektrode ist beispielsweise in DE
196 20 861 beschrieben.
[0022] Verwendet man für mindestens eine der Elektroden eine Gasdiffusionselektrode, so
kann prinzipiell das Material, aus dem die Gasdiffusionselektrode gefertigt ist, so
verarbeitet sein, daß die Gasdiffusionselektrode ohne Stützmaterial als Elektrode
verwendet werden kann. In einer bevorzugten Ausführungsform stellt alternativ dazu
mindestens eine der verwendeten Elektroden einen Verbundkörper dar, der mindestens
ein herkömmliches Elektrodenmaterial und mindestens ein Material für eine Gasdiffusionelektrode
umfaßt.
[0023] Dabei ist es denkbar, daß dieses weitere Elektrodenmaterial aus einer oder auch aus
mehreren elektrischen Leitern besteht.
[0024] Prinzipiell ist es denkbar, daß der Verbundkörper, der das herkömmliche Elektrodenmaterial
und das Material der Gasdiffusionselektrode umfaßt, als eine Elektrode im erfindungsgemäßen
Verfahren zusammen mit einer oder mehreren geeigneten Gegenelektroden eingesetzt wird.
[0025] Diese eine oder mehreren geeigneten Gegenelektroden unterliegen von ihrer Geometrie
und ihrer chemischen Zusammensetzung her keinen Beschränkungen, solange das erfindungsgemäße
Verfahren mit ihnen durchführbar ist.
[0026] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das weitere
Elektrodenmaterial, das mit dem Gasdiffusionselektrodenmaterial einen Verbundkörper
bildet, auch als Gegenelektrode der Gasdiffusionselektrode eingesetzt. Dies wird dadurch
erreicht, daß die Elektrodenanordnung bipolar geschaltet ist.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird als Gasdiffusionselektrodengrundmaterial
Graphit und/oder Kohlefaserpapier verwendet. Darauf ist die Katalysatormasse aufgebracht.
[0028] Als Stützmaterial, auf der das Gasdiffusionselektrodenmaterial aufgebracht ist, werden
im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens bevorzugt weitere Elektrodenmaterialien
verwendet, die Kohlenstoff umfassen.
[0029] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens wird, wie oben beschrieben, eine C-C-Doppelbindung
unter Verwendung des in Schritt (i) erhaltenen Wasserstoffs elektrokatalytisch oder
mit den entsprechenden Wasserstoffäquivalenten im Sinne einer Elektrolyse hydriert.
Diese Hydrierung findet vorzugsweise so statt, daß die zu hydrierende Verbindung mit
einem oder mehreren Hydrierkatalysatoren in Kontakt gebracht wird.
[0030] Hinsichtlich der Auswahl an hydrieraktiven Katalysatoren bestehen im Rahmen des erfindungsgemäßen
Verfahrens prinzipiell keine Beschränkungen. Sämtliche aus dem Stand der Technik bekannte
Katalysatoren sind dabei einsetzbar. Unter anderem sind dabei die Metalle der I.,
II. und VIII. Nebengruppe des Periodensystems zu nennen, insbesondere Co, Ni, Fe,
Ru, Rh, Re, Pd, Pt, Os, Ir, Ag, Cu, Zn und Cd.
[0031] Beispielsweise ist es möglich, die Metalle unter anderem in feinverteilter Form einzusetzen.
Beispiele unter anderen sind Raney-Ni, Raney-Co, Raney-Ag oder Raney-Fe, die jeweils
auch weitere Elemente wie beispielsweise Mo, Cr, Au, Mn, Hg, Sn oder auch S, Se, Te,
Ge, Ga, P, Pb, As, Bi oder Sb enthalten können.
[0032] Ebenso können natürlich die beschriebenen hydrieraktiven Materialien ein Gemisch
aus zwei oder mehreren der genannten Hydriermetalle umfassen, die gegebenenfalls mit
beispielsweise einem oder mehreren der oben genannten Elemente vermengt sein können.
[0033] Selbstverständlich ist es auch denkbar, daß das hydrieraktive Material auf einem
inerten Träger aufgebracht ist. Als solche Trägersysteme können beispielsweise Aktivkohle,
Graphit, Ruß, Siliciumcarbid, Aluminiumoxid, Siliciumdioxid, Titandioxid, Zirconiumdioxid,
Magnesiumoxid, Zinkoxid oder Gemische aus zwei oder mehreren davon, z. B. als Suspension
oder als feinverteiltes Granulat, eingesetzt werden.
[0034] In einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird das hydrieraktive
Material auf Gasdiffusionselektroden-Grundmaterial aufgebracht.
[0035] Demgemäß betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren, wie oben beschrieben,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß das Gasdiffusionselektroden-Grundmaterial mit
einem hydrieraktiven Material beladen ist.
[0036] Als hydrieraktives Material, mit dem das Gasdiffusionselektrodensystem beladen ist,
kommen alle wie oben beschriebenen Hydrierkatalysatoren in Frage. Selbstverständlich
ist es auch möglich, als hydrieraktives Material ein Gemisch aus zwei oder mehreren
dieser Hydrierkatalysatoren einzusetzen.
[0037] Natürlich ist es im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens denkbar, daß das Gasdiffusionselektrodenmaterial
mit hydrieraktivem Material beladen ist und zusätzlich hydrieraktives Material eingesetzt
wird, das gleich oder unterschiedlich zu dem ist, mit dem das Gasdiffusionselektrodenmaterial
beladen ist.
[0038] Das erfindungsgemäße Verfahren, wie oben beschrieben, zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, daß es im wesentlichen die Wahlmöglichkeit läßt, ob die elektrokatalytisch
wirksame Elektrode, d. h. die Elektrode, die mit einem Hydrierkatalysator in Kontakt
ist, als Kathode oder als Anode oder als Kathode und Anode eingesetzt wird.
[0039] Daher betrifft die vorliegende Erfindung auch ein Verfahren, wie oben beschrieben,
das dadurch gekennzeichnet ist, daß die elektrokatalytisch wirksame Elektrode, wie
beispielsweise eine Gasdiffusionselektrode, als Kathode und/oder als Anode verwendet
wird.
[0040] Ferner betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren, wie oben beschrieben, wobei
das hergestellte Furanderivat (B) zu mindestens einem ringoffenen Butanderivat umgesetzt
wird. Vorzugsweise handelt es sich bei dem mindestens einen ringoffenen Butanderivat
um 1,1,4,4-Tetramethoxybutan oder um ein substituiertes 1,1,4,4-Tetramethoxybutan.
[0041] Die nachfolgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung näher erläutern.
Beispiele
Beispiel 1
[0042] Es wurde eine ungeteilte Zelle mit 6 ringförmigen Elektroden mit einer Oberfläche
pro Seite von 15,7 cm
2 eingesetzt. Die Elektroden wurden durch 5 Spacernetze von 0,7 mm Stärke voneinander
getrennt.
[0043] Die oberste und unterste Elektrode hatte Kontakt zu einem Stromanschluß. Die oberste
Elektrode war anodisch geschaltet, die unterste kathodisch, die mittleren Elektroden
waren bipolar.
[0044] Die Elektroden bestanden aus Graphitscheiben von je 5 mm Stärke, die auf einer Seite
mit Gasdiffusionselektrodenmaterial belegt waren. Dieses Material wiederum war mit
10 g Platin / m
2 belegt.
[0045] Die Gasdiffusionselektrode wurde als Kathode geschaltet.
[0046] Der Elektrolyseansatz bestand aus 30 g Furan, 57,63 g 2,5-Dimethoxydihydrofuran,
2 g NaBr und 112 g Methanol.
[0047] Die Elektrolyse erfolgte bei 0,47 A und einer Temperatur von 15°C. Im Laufe der Umsetzung
stieg die Zellspannung von 13,0 V auf 17,4 V. Die Elektrolyse wurde gaschromatographisch
verfolgt.
[0048] Nach 1 F/mol Furan hatte sich der GC-Flächenprozentanteil von Furan von 22,9% auf
18,8% reduziert, der Dimethoxydihydrofurananteil von 32,2% auf 34,5% erhöht. Gleichzeitig
entstanden 1,4% 2,5-Dimethoxytetrahydrofuran.
Beispiel 2
[0049] Die Zellanordnung entsprach der von Beispiel 1. Statt einer Pt-beladenen Gasdiffusions-Kathode
wurde eine mit 5,2 g/m
2 Pd beladene Gasdiffusionselektrode eingesetzt.
[0050] Der Elektrolyseansatz bestand aus 60 g Furan, 126,2 g 2,5-Dimethoxydihydrofuran,
2 g NaBr und 234,4 g Methanol.
[0051] Die Elektrolyse erfolgte bei 0,47 A und einer Temperatur von ca. 18°C. Die Zellspannung
stieg von 19,1 V auf 26,4 V. Die Elektrolyse wurde gaschromatographisch verfolgt.
[0052] Nach 1 F/mol Furan hatte sich der GC-Flächenprozentanteil von Furan von 22,8% auf
18,0% reduziert, der Dimethoxydihydrofurananteil von 30,7 auf 30,9% erhöht. Gleichzeitig
entstanden 0,7% 2,5-Dimethoxytetrahydrofuran.
Beispiel 3
[0053] Die Zellanordnung entsprach der von Beispiel 1. Statt einer Gasdiffusions-Kathode
wurde eine mit 5,2 g Pd/m
2 beladene Gasdiffusionselektrode als Anode eingesetzt.
[0054] Der Elektrolyseansatz bestand aus 30 g Furan, 57,4 g 2,5-Dimethoxydihydrofuran, 2
g NaBr und 110,6 g Methanol.
[0055] Die Elektrolyse erfolgte bei 0,48 A und einer Temperatur von 17°C. Die Zellspannung
stieg von 16,3 V auf 19,5 V. Die Elektrolyse wurde gaschromatographisch verfolgt.
[0056] Nach 1 F/mol Furan hatte sich der GC-Flächenprozentanteil von Furan von 22,7 auf
16,9% reduziert, der GC-Flächenprozentanteil von 2,5-Dimethoxydihydrofuran hielt sich
bei 30%. Gleichzeitig entstanden 3,3% 2,5-Dimethoxytetrahydrofuran.
Beispiel 4
[0057] Es wurde eine Zelle mit 5 ringförmigen Elektroden mit einer Oberfläche von 44 cm
2 eingesetzt. Die Elektroden wurden durch je 2 Spacernetze von 1 mm Stärke voneinander
getrennt.
[0058] Die Elektroden bestanden aus Graphitscheiben von je 5 mm Stärke, die auf den elektrolytzugewandten
Seiten sowohl anodisch als auch kathodisch mit Gasdiffusionselektrodenmaterial belegt
waren. Dieses Material war mit 0,5 mg Pd/cm
2 beaufschlagt.
[0059] Der Elektrolyseansatz bestand aus 120g Furan, 229,9g 2,5-Dimethoxydihydrofuran, 8
g NaBr und 542,5 g MeOH.
[0060] Die Elektrolyse erfolgte bei 1,32 A bis zu einem Stromeinsatz von 2 F/mol Furan,
die Elektrolysetemperatur betrug 17°C. Die Elektrolyse wurde gaschromatographisch
verfolgt.
[0061] Furan hatte von 21,2 Fl% auf 13,4 Fl% abgenommen, 2,5-Dimethoxydihydrofuran hatte
von 25,2 Fl% auf 23,3 Fl% abgenommen.
[0062] Gleichzeitig waren 3,5 F1% Dimethoxytetrahydrofuran entstanden. Bei diesem Versuch
fand eine Ringöffnung statt.
[0063] Aus 2,5-Dimethoxydihydrofuran entstand 1,1,4,4-Tetramethoxy-cis-buten [1,3 F1%] und
aus 2,5-Dimethoxytetrahydrofuran entstanden 4,2 Fl% 1,1,4,4-Tetramethoxybutan.
[0064] Die bedeutet, daß die Menge an Furan über ein Drittel abgenommen hat, daß die Stufe
der Methoxylierung (ringgeschlossen und ringoffen) nahezu konstant geblieben ist und
daß die Weiterhydrierung in großem Umfang stattgefunden hat, und zwar entsprechend
der Abnahme an Furan.
Beispiel 5
Umsetzung von Furan in Gegenwart eines Hydrierkatalysators
[0065] In einer Rahmenzelle mit je drei Anoden und Kathoden, bestehend aus einer flexiblen,
einseitig mit einem Graphitnetz beschichteten Graphitpappe "Sigrabond CFC 07G" der
Firma SGL, Meitingen, fand die Umsetzung statt. Je eine Anode und Kathode waren monopolar
geschaltet und dienten als Endplatten, die anderen beiden Elektroden waren jeweils
paarweise geschaltet und stellten somit zwei bipolare Elektroden dar. Die Elektroden
wurden durch herkömmliche Spacernetze auf Abstand gehalten. Der Abstand betrug 5 mm.
Die Fläche der jeweiligen Elektrode war 4,8×9,5 cm.
[0066] In dieser Zelle wurde ein Elektrolyt, bestehend aus 75 g Furan, 222 g Methanol, 3
g NaBr und 0,5 g einer 10% Paladium enthaltenen Aktivkohle bei 26°C umgesetzt. Bei
einer Stromstärke von 1,36 A und einer mittleren Zellspannung von 24 V wurde 7,5 h
lang elektrolysiert, wobei die den Katalysator enthaltene Suspension ständig im Zellenkreis
umgepumpt wurde. Nach Abschluß war der Furangehalt auf 55% des Ausgangswertes gefallen.
Mit einer Selektivität von ca. 95% hatten sich 2,5-Dimethoxydihydrofuran, 2,5-Dimethoxytetrahydrofuran
und 1,1,4,4-Tetramethoxybutan im Verhältnis 1:0,75:1,55 gebildet. Der Anteil der gleichzeitig
methoxylierten und hydrierten Produkte betrug somit 70%.
1. Verfahren zur elektrolytischen Umwandlung mindestens einer auf Furan basierenden Ausgangsverbindung
(A) in einem Elektrolysekreis, das die beiden Schritte (i) und (ii) umfasst:
(i) Elektrolytische Oxidation von Furan oder eines substituierten Furans oder eines
Gemisches aus zwei oder mehreren davon unter Erhalt
(a) mindestens einer im heterocyclischen Fünfring eine C-C-Doppelbindung aufweisenden
alkoxylierten Furanverbindung (B), und
(b) Wasserstoff;
(ii) Hydrierung dieser C-C-Doppelbindung unter Verwendung des in Schritt (i) parallel
an der Kathode erhaltenen Wasserstoffs oder von dem Elektrolysekreis von außen zugeführtem
Wasserstoff oder durch elektrokatalytische Hydrierung,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren in einer Elektrolysezelle durchgeführt wird, die mindestens einen Hydrierkatalysator
umfasst.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren in einer ungeteilten Elektrolysezelle abläuft.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Elektrode mit mindestens einem Hydrierkatalysator, insbesondere mit
einem Edelmetall, in Kontakt ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydrierkatalysator, insbesondere das Edelmetall, auf einem Graphitfilz aufgebracht
ist.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydrierkatalysator auf die mindestens eine Elektrode angeschwemmt ist.
6. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Hydrierkatalysator in Form einer Suspension in Kontakt zu der mindestens einen
Elektrode gebracht wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der verwendeten Elektroden eine Gasdiffusionselektrode ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine der verwendeten Elektroden einen Verbundkörper darstellt, der mindestens
ein herkömmliches Elektrodenmaterial und mindestens ein Material für eine Gasdiffusionselektrode
umfaßt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Elektrode, die mit einem Hydrierkatalysator in Kontakt ist, als
Kathode oder als Anode oder als Kathode und Anode verwendet wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 9, wobei die im Schritt (i)
hergestellte alkoxylierte Furanverbindung (B) im Schritt (ii) zu mindestens einem
ringoffenen Butanderivat umgesetzt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine ringoffene Butanderivat 1,1,4,4-Tetramethoxybutan oder ein substituiertes
1,1,4,4-Tetramethoxybutan ist.
1. A process for the electrolytic transformation of at least one furan-based starting
compound (A) in an electrolysis circuit which comprises both the steps (i) and (ii):
(i) electrolytic oxidation of furan or a substituted furan or a mixture of two or
more thereof to give
(a) at least one alkoxylated furan compound (B) which has a C-C double bond in the
five-membered heterocyclic ring, and
(b) hydrogen;
(ii) hydrogenation of this C-C double bond using the hydrogen obtained in parallel
at the cathode in step (i) or hydrogen fed to the electrolysis circuit from outside
or by electrocatalytic hydrogenation,
wherein the process is carried out in an electrolysis cell in which at least one
hydrogenation catalyst is present.
2. A process as claimed in claim 1, which proceeds in an undivided electrolysis cell.
3. A process as claimed in claim 1 or 2, wherein at least one electrode is in contact
with at least one hydrogenation catalyst, in particular with a noble metal.
4. A process as claimed in claim 3, wherein the hydrogenation catalyst, in particular
the noble metal, has been applied to a graphite felt.
5. A process as claimed in claim 3, wherein the hydrogenation catalyst has been washed
onto the electrode or electrodes.
6. A process as claimed in claim 3, wherein the hydrogenation catalyst is brought in
the form of a suspension into contact with the electrode or electrodes.
7. A process as claimed in any of claims 1 to 6, wherein at least one of the electrodes
used is a gas diffusion electrode.
8. A process as claimed in any of claims 1 to 6, wherein at least one of the electrodes
used is a composite comprising at least one conventional electrode material and at
least one material for a gas diffusion electrode.
9. A process as claimed in any of claims 3 to 8, wherein the electrode or electrodes
which is/are in contact with a hydrogenation catalyst is/are used as cathode or as
anode or as cathode and anode.
10. A process as claimed in any of claims 1 to 9, wherein the alkoxylated furan compound
(B) produced in step (i) is reacted in step (ii) to form at least one ring-opened
butane derivative.
11. A process as claimed in claim 10, wherein the ring-opened butane derivative is 1,1,4,4-tetramethoxybutane
or a substituted 1,1,4,4-tetramethoxybutane.
1. Procédé pour la transformation électrolytique d'au moins un composé de départ (A)
à base de furanne, dans un cycle d'électrolyse, comprenant les deux étapes (i) et
(ii) consistant à :
(i) oxyder par voie électrolytique un furanne ou un furanne substitué ou bien un mélange
composé de deux de ces composés ou plus, pour obtenir
(a) au moins un composé de furanne (B) alcoxylé présentant, au niveau de l'hétérocycle
à cinq éléments, au moins une double liaison C-C, et
(b) de l'hydrogène;
(ii) hydrogéner cette liaison C-C en mettant en oeuvre soit l'hydrogène obtenu parallèlement
sur la cathode dans l'étape (i), soit de l'hydrogène amené de l'extérieur dans le
cycle d'électrolyse, ou bien en procédant à une hydrogénation électrocatalytique,
caractérisé en ce que l'on met en oeuvre le procédé dans une cellule d'électrolyse qui comprend au moins
un catalyseur d'hydrogénation.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le procédé se déroule dans une cellule d'électrolyse non divisée.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'au moins une électrode est en contact avec au moins un catalyseur d'hydrogénation,
en particulier avec un métal noble.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le catalyseur d'hydrogénation, en particulier le métal noble, est appliqué sur un
feutre de graphite.
5. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le catalyseur d'hydrogénation est déposé sur la au moins une électrode.
6. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que le catalyseur d'hydrogénation est mis en contact avec la au moins une électrode sous
la forme d'une suspension.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'au moins une des électrodes utilisées est une électrode qui est une électrode à diffusion
gazeuse.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'au moins une des électrodes utilisées est un corps composite comprenant au moins une
matière d'électrode classique et au moins une matière pour une électrode à diffusion
gazeuse.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 3 à 8, caractérisé en ce que la au moins une électrode, qui est en contact avec le catalyseur d'hydrogénation,
est utilisée en tant que cathode ou en tant qu'anode ou en tant que cathode et anode.
10. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes 1 à 9, dans lequel le
composé de furanne (B) alcoxylé préparé dans l'étape (i) est converti, dans l'étape
(ii), en au moins un dérivé de butane à cycle ouvert.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que le au moins un dérivé de butane à cycle ouvert, est un 1,1,4,4-tétraméthoxybutane
ou un 1,1,4,4-tétraméthoxybutane substitué.