[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Formteils aus einem weichmagnetischen
Verbundwerkstoff, insbesondere zur Verwendung als Magnetkern für einen Common-Rail-Injektor,
nach der Gattung der unabhängigen Ansprüche.
Stand der Technik
[0002] Aus EP 0 765 199 B1 sind mit einem thermoplastischen Harz vermischte Eisenpulver
bekannt, die sich insbesondere zur Herstellung von Magnetkernen eignen. Im Einzelnen
ist dort vorgesehen, zunächst ein Eisenpulver mit Phosphorsäure zu behandeln, dieses
Eisenpulver dann mit einem thermoplastischen Harz zu vermischen, diese Mischung bei
einer Temperatur unterhalb der Glasumwandlungstemperatur oder des Schmelzpunktes des
thermoplastischen Harzes zu verpressen, das gepresste Produkt zu erhitzen, um das
thermoplastische Harz auszuhärten, und gegebenenfalls ein Tempern der erhaltenen Komponente
bis zu einer Temperatur oberhalb der Aushärtungstemperatur des thermoplastischen Harzes
vorzunehmen.
[0003] Weiter ist daraus bekannt, dem thermoplastischen Material Polyetherimid, das unter
dem Handelsnamen Ultem® bekannt ist, sowie Oligomere, wie sie in WO 95/33589 beschrieben
und unter den Handelsnamen Orgasol 3501 und Orgasol 2001 von Elf Atochem, Frankreich,
vertrieben werden, zuzusetzen.
[0004] Darüber hinaus ist in EP 0 765 199 B1 vorgesehen, das Eisenpulver mit einem Presshilfsmittel
bzw. einem Gleitmittel zu vermischen, das ein Metall-Stearat, ein Wachs, ein Paraffin,
ein natürliches oder synthetisches Fettderivat oder ein Oligomer vom Amid-Typ sein
kann. Konkret sind als Gleitmittel bzw. Presshilfsmittel die Produkte Kenolube® von
der Firma Höganäs AB, Schweden, H-wax® von der Firma Höchst AG, Deutschland, und Promold®
von der Firma Morton International, Cincinatti, USA, beschrieben, die mit dem Eisenpulver
in einem Anteil von vorzugsweise 0,2 bis 0,8 Gewichtsprozent vermischt werden.
[0005] Schließlich ist aus EP 0 765 199 B1 bekannt, diese Ausgangsmischung bei einem Druck
zwischen 400 und 1800 MPa zu pressen, und danach an Luft bei Temperaturen zwischen
100°C und 600°C, vorzugsweise 200°C bis 500°C, zu tempern.
[0006] Ein gemäß EP 0 765 199 B1 hergestellter, pulverförmiger weichmagnetischer Werkstoff
wird unter dem Handelsnamen Somaloy™ 500 von der Firma Höganäs AB, Schweden, vertrieben
und ist in der Firmenzeitschrift SOMALOY™500, SMC 97-1, Seiten 1-11, Höganäs AB, Schweden,
näher charakterisiert.
[0007] Weiter werden derartige weichmagnetische Verbundwerkstoffe auch in Jan Tengzelius,
"Weichmagnetische Verbundwerkstoffe für Elektromotoren", Tagungsband Hagener Symposium,
1.12.2000, Seiten 211 bis 227, beschrieben.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war die Bereitstellung eines Verfahrens, mit dem
aus einer Pulvermischung mit einem Eisenpulver ein insbesondere als Magnetkern für
Common-Rail-Injektoren einsetzbares Formteil aus einem weichmagnetischen Verbundwerkstoff
mit gegenüber dem Stand der Technik verbesserten mechanischen und magnetischen Eigenschaften
herstellbar ist.
[0009] Vorteile der Erfindung
[0010] Die erfindungsgemäßen Verfahren haben gegenüber dem Stand der Technik den Vorteil,
dass die danach hergestellten Formteile bzw. Magnetkerne für Common-Rail-Injektoren
üblichen Magnetkernen aus weichmagnetischen Verbundwerkstoffen, die beispielsweise
mit Mischungen von Reineisenpulver mit Polyamid-Binder, Reineisenpulver mit Polyphenylensulfid-Binder
oder Reineisenpulver mit Polyethylen-Binder hergestellt worden sind, insbesondere
hinsichtlich der mechanischen Festigkeit, der Dichte, der Sättigungspolarisation,
der magnetischen Permeabilität, des spezifischen elektrischen Widerstandes, der Oberflächenhärte
und der Biegefestigkeit überlegen sind.
[0011] Beispielsweise weisen die erfindungsgemäß hergestellten Formteile in Form von Magnetkernen
gegenüber Magnetkernen aus Polyphenylensulfid-gebundenem Verbundwerkstoff eine um
mindestens 0,2 g/cm
3 erhöhte Dichte von mehr als 7,3 g/cm
3 auf, und sie besitzen auch eine deutlich verbesserte Oberflächenhärte und statistische
Biegefestigkeit, was sich insbesondere im kritischen Bereich der Polflächen in einer
verbesserten Kantenbruchfestigkeit bei Dauerbelastung äußert. Daneben neigen sie deutlich
weniger zu Materialausbrüchen und es dringt auch weniger Diesel-Kraftstoff in das
Werkstückgefüge ein. Überdies zeigen die erfindungsgemäß hergestellten Formteile in
Form von Magnetkernen eine Magnetkraft von typischerweise 95 N bis 103 N, während
entsprechende Formteile aus Polyphenylensulfid-gebundenem Verbundwerkstoff lediglich
ca. 80 N erreichen.
[0012] Weiter weisen die erfindungsgemäß hergestellten Formteile beim Einsatz als Magnetkern
in Common-Rail-Injektoren gegenüber bisher üblichen Magnetkernen eine deutlich höhere
Schaltdynamik, insbesondere eine um ca. 20 µs verringerte Einschaltzeit, einen verringerten
Energiebedarf, eine um ca. 50% höhere mechanische Festigkeit, eine bessere mechanische
Bearbeitbarkeit und eine höhere Unempfindlichkeit gegenüber Fertigungsschwankungen
bei der Herstellung auf.
[0013] Zudem sind sie durch Einsatz eines preiswerteren Rohstoffes und den Wegfall eines
bisher erforderlichen Warmpressens, was auch zu geringerem Werkzeugverschleiß führt,
billiger herstellbar.
[0014] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den Unteransprüchen
genannten Maßnahmen.
[0015] So hat sich herausgestellt, dass in der Gasatmosphäre beim Tempern insbesondere in
Kombination mit Temperaturen zwischen 380°C bis 450°C eine gewisse Mindestmenge an
Sauerstoff sehr vorteilhaft ist, um eine ausreichende Oxidbildung zwischen den Eisenpulverteilchen
bzw. an deren Oberfläche zu gewährleisten, dass andererseits aber eine gegenüber dem
Stand der Technik deutlich verringerte Menge des in der eingesetzten Gasatmosphäre
enthaltenen Sauerstoffes zu deutlich verbesserten magnetischen Eigenschaften, beispielsweise
einer höheren Magnetkraft, der danach erhaltenen Formteile führt.
[0016] Insbesondere ist vorteilhaft, wenn die Gasatmosphäre beim Tempern ein Gasgemisch
mit einem Sauerstoffanteil von 2 Vol% bis 7 Vol% ist, wobei eine Mischung von Luft
und Stickstoff oder eine Mischung von Luft und einem Edelgas, wobei der Anteil der
Luft zwischen 40 Vol% und 10 Vol%, insbesondere 10 Vol% bis 30 Vol%, beträgt, besonders
einfach und preiswert herstellbar ist.
[0017] Darüber hinaus ist vorteilhaft, wenn nach dem Tempern der erhaltenen Formteile in
Form von Magnetkernen eine mechanische Bearbeitung, beispielsweise ein vorsichtiges
Schleifen, vorgenommen wird, das einem Ausgleich von Polhöhendifferenzen und einer
Einebnung von Polflächen dient, und durch das die Magnetkraft der beispielsweise als
Magnetkern eingesetzten Formteile weiter auf über 100 N gesteigert werden kann.
[0018] Eine weitere Verbesserung der magnetischen und mechanischen Eigenschaften der erhaltenen
Formteile, insbesondere hinsichtlich ihrer Dichte, wird erreicht, wenn das Tempern
der gepressten Formteile in einem zweistufigen Prozess ausgeführt wird, wobei nach
dem Verpressen der Ausgangsmischung das Formteil zunächst bei einer relativ niedrigen
Temperatur getempert, danach in einem Matrizenwerkzeug oder durch Heißplanformen erneut
verpresst, und schließlich bei einer höheren Temperatur erneut getempert wird.
[0019] Da es sich bei den nach den erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Formteilen
aus einem weichmagnetischen Verbundwerkstoff bevorzugt um einen oxidgebundenen Werkstoff
handelt, d.h. bei dem Temperprozeß zersetzt sich ein der Ausgangsmischung beispielsweise
zugesetztes Metall-Stearat zu einem Metalloxid, so dass sich durch die Anwesenheit
von Sauerstoff an Korngrenzen Eisenoxidbrücken bilden, die den Gefügezusammenhalt
wirksam verbessern, sind in den erfindungsgemäß hergestellten Formteilen gegenüber
solchen aus Polymer-gebundenen weichmagnetischen Verbundwerkstoffen auch zumindest
nahezu keine organischen Anteile mehr enthalten. Somit weisen die erfindungsgemäß
hergestellten Formteile neben ihrer höheren Dichte auch eine geringere Porosität auf,
was zu einer deutlich verbesserten thermomechanischen Langzeitstabilität, insbesondere
gegenüber heißem Diesel-Kraftstoff führt.
Ausführungsbeispiele
[0020] Ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung geht von einer Ausgangsmischung mit
einem Reineisenpulver und einem Presshilfsmittel aus, wie sie von der Firma Höganäs,
Schweden, unter dem Handelsnamen Somaloy™ 500 vertrieben wird.
[0021] Im Einzelnen ist das dabei eingesetzte Reineisenpulver ein hochreines Eisenpulver
mit phosphatierter Oberfläche, dem, wie in EP 0 765 199 B1 beschrieben, als Gleitmittel
ein Presshilfmittel, ausgewählt aus der Gruppe der MetallStearate, der Wachse, der
Paraffine, der natürlichen oder synthetischen Fettderivate oder der Oligomere vom
Amid-Typ zugesetzt ist.
[0022] Bevorzugt wird das Reineisenpulver zusammen mit dem unter dem Handelsnamen Kenolube®
bekannten Presshilfsmittel der Firma Höganäs AB, Schweden, eingesetzt. Dazu wird das
Presshilfsmittel Kenolube®, das im Wesentlichen ein Amid-Wachs und Zink-Stearat enthält,
in einem Anteil von 0,4 Gew.% bis 0,7 Gew.%, vorzugsweise 0,5 Gew.% bis 0,6 Gew.%,
dem Reineisenpulver zugesetzt und mit diesem zu der Ausgangsmischung vermischt. Anschließend
wird die Ausgangsmischung dann in einem üblichen Matrizenwerkzeug bevorzugt bei Raumtemperatur
bei einem Druck zwischen 600 MPa bis 900 MPa, insbesondere 700 MPa bis 800 MPa, beispielsweise
in Form eines Magnetkerns für Common-Rail-Injektoren verpresst.
[0023] Nach dem Verpressen wird das erhaltene Formteil bei Temperaturen zwischen 380°C bis
450°C, insbesondere bei ca. 425°C, über eine Zeitdauer von 10 min bis 120 min, insbesondere
30 min bis 60 min, in einem Stickstoff-Luft-Gemisch oder einem Edelgas-Luft-Gemisch
getempert, wobei der Anteil der Luft zwischen 50 Vol% und 5 Vol%, insbesondere 10
Vol.% bis 30 Vol.%, beispielsweise 20 Vol.%, beträgt. Dabei wird das zugesetzte Presshilfsmittel
teils zersetzt und teils in ein bindendes Oxid umgewandelt. Alternativ kann auch eine
Mischung von einem Inertgas mit Sauerstoff, beispielsweise ein Stickstoff-Sauerstoff-Gemisch
oder ein Argon-Sauerstoff-Gemisch, eingesetzt werden, das eine Sauerstoffanteil zwischen
1 Vol% und 10 Vol%, insbesondere 2 Vol% bis 7 Vol%, enthält.
[0024] Die nach dem Tempern erhaltenen Formteile werden bevorzugt einer abschließenden mechanischen
Oberflächenbearbeitung, beispielsweise einem Schleifen, unterzogen. Dies führt zu
verbesserten mechanischen Eigenschaften und einer verbesserten Langzeitstabilität
der erhaltenen Formteile. Zudem wird durch das nachträgliche Schleifen erreicht, dass
die gemessene Magnetkraft an solchen Magnetkernen in der Regel um ca. 5% bis 10% steigt.
[0025] Ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, dass abweichend von dem
vorstehend erläuterten Ausführungsbeispiel nach dem Verpressen der Ausgangsmischung
zu dem Formteil zunächst ein erster Temperschritt bei einer Temperatur von 150°C bis
400°C, insbesondere bei Temperaturen zwischen 230°C und 310°C, vorgenommen wird.
[0026] Dieser erste Temperschritt kann an Luft oder einer Inertgasatmosphäre wie einer Edelgasatmosphäre
oder einer Stickstoffatmosphäre erfolgen. Bevorzugt erfolgt er jedoch, analog dem
Tempern im ersten Ausführungsbeispiel, in einem Gasgemisch aus einem Inertgas und
Sauerstoff, wobei der Anteil des Sauerstoffes in dem Gasgemisch zwischen 10 Vol% und
1 Vol% beträgt.
[0027] Besonders bevorzugt ist die Gasatmosphäre in diesem Ausführungsbeispiel erneut eine
Mischung von Luft und Stickstoff, wobei der Anteil der Luft zwischen 50 Vol% und 5
Vol%, insbesondere 10 Vol.% bis 30 Vol.%, beispielsweise 20 Vol.%, beträgt.
[0028] Nach dem ersten Temperschritt wird dann zur Nachformung des verpressten, getemperten
Formteils ein weiteres Verpressen bei einem Druck zwischen 600 MPa bis 900 MPa, insbesondere
700 MPa bis 800 MPa, bei Raumtemperatur vorgenommen.
[0029] Alternativ kann diese Nachformung auch durch Heißplanformen in einem geeigneten Matrizenwerkzeug
unter erhöhter Temperatur erfolgen, wie dies beispielsweise in DE 100 05 551.6 beschrieben
ist.
[0030] Nach der erläuterten Nachformung erfolgt ein erneutes, zweites Tempern des erhaltenen
Formteils, das analog dem ersten Ausführungsbeispiel bei Temperaturen zwischen 380°C
bis 450°C, insbesondere 425°C, über eine Zeitdauer von 10 min bis 120 min, insbesondere
30 min bis 60 min, in einem Stickstoff-Luft-Gemisch oder einem Edelgas-Luft-Gemisch
erfolgt, wobei der Anteil der Luft zwischen 50 Vol% und 5 Vol%, insbesondere 10 Vol.%
bis 30 Vol.%, beispielsweise 20 Vol.%, beträgt.
[0031] Die nach dem Tempern erhaltenen Formteile werden bevorzugt dann analog dem ersten
Ausführungsbeispiel einer abschließenden mechanischen Oberflächenbearbeitung, beispielsweise
einem Schleifen, unterzogen.
[0032] Im Einzelnen weist ein Formteil aus einem weichmagnetischer Verbundwerkstoff aus
dem phosphatierten Reineisenpulver Somaloy 500 mit 0,6% Massenanteilen Kenolube gemäß
den vorstehenden Ausführungsbeispielen eine statistische Biegefestigkeit von mindestens
25 N/mm
2, ermittelt an Prüfstäben nach ISO 3327, und eine Oberflächenhärte HB 2,5/31,25 von
mindestens 70 auf.
[0033] Weiter wird an Ringen mit einem Außendurchmesser von 40 mm, einem Innendurchmesser
von 30 mm und einer Höhe von 5 mm eine magnetische Polarisation J
100 von mindestens 1,4 Tesla bei 100 A/cm, eine Sättigungspolarisation J
s von mindestens 1,5 Tesla bei 500 Ampere/cm, eine Koerzitivfeldstärke H
cB von maximal 3,0 Ampere/cm, eine Maximalpermeabilität µ
max. von mindestens 450 und einem Gesamtverlust ν
H + ν
W bei 1 Tesla und 50 Hz von max. 8 W/kg gemessen. In der Regel wird sogar eine Sättigungspolarisation
von mehr als 1,7 Tesla und eine Maximalpermeabilität von ca. 500 bei einem spezifischen
elektrischen Widerstand von ca. 10 µΩm erreicht.
[0034] Die Dichte der erhaltenen Formteile beträgt mindestens 7,30 g/cm
3, wobei durch das zusätzliche Nachformen in einem Matrizenwerkzeug bzw. das zusätzliche
Heißplanformen eine Erhöhung der Dichte auf bis ca. 7,5 g/cm
3 erreicht werden kann.
1. Verfahren zur Herstellung eines Formteils aus einem weichmagnetischen Verbundwerkstoff
mit den Verfahrensschritten a.) Bereitstellen einer Ausgangsmischung mit einem Eisenpulver
und einem Presshilfsmittel, b.) Verpressen der Ausgangsmischung zu einem Formteil
und c.) Tempern des Formteils, dadurch gekennzeichnet, dass das Tempern in einem Gemisch aus einem Inertgas und Sauerstoff erfolgt, wobei der
Anteil des Sauerstoffes in dem Gasgemisch zwischen 10 Vol% und 1 Vol% beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil des Sauerstoffes zwischen 7 Vol% und 2 Vol% beträgt, wobei das Gasgemisch
insbesondere eine Mischung von Luft und Stickstoff oder von Luft und einem Edelgas
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Tempern bei Temperaturen zwischen 380°C bis 450°C, insbesondere 425°C, über eine
Zeitdauer von 10 min bis 120 min, insbesondere 30 min bis 60 min, erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Verpressen bei Raumtemperatur bei einem Druck zwischen 600 MPa bis 900 MPa, insbesondere
700 MPa bis 800 MPa, erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausgangsmischung eingesetzt wird, die ein phosphatiertes Reineisenpulver und
ein Presshilfsmittel ausgewählt aus der Gruppe der Metallstearate, der Wachse, der
Paraffine, der natürlichen oder synthetischen Fett-Derivate und der Oligomere vom
Amid-Typ, insbesondere Kenolube®, enthält.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die verpressten Formteile nach dem Verfahrensschritt b.) zunächst bei einer Temperatur
von 150°C bis 400°C, insbesondere 230°C bis 310°C, in Luft, einer Inertgasatmosphäre
oder einem Gasgemisch aus einem Inertgas und Sauerstoff, wobei der Anteil des Sauerstoffes
in dem Gasgemisch zwischen 10 Vol% und 1 Vol% beträgt, getempert werden, danach nachgeformt
und anschließend gemäß Verfahrensschritt c.) erneut getempert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zur Nachformung ein weiteres Verpressen bei einem Druck zwischen 600 MPa bis 900
MPa, insbesondere 700 MPa bis 800 MPa, oder ein Heißplanformen vorgenommen wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Tempern gemäß Verfahrensschritt c.) zumindest bereichsweise eine mechanische
Bearbeitung, insbesondere ein Schleifen, der Oberfläche der Formteile erfolgt.
9. Verfahren zur Herstellung eines Formteils aus einem weichmagnetischen Verbundwerkstoff
mit den Verfahrensschritten a.) Bereitstellen einer Ausgangsmischung mit einem Eisenpulver
und einem Presshilfsmittel, b.) Verpressen der Ausgangsmischung zu einem Formteil
und c.) Tempern des Formteils, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Tempern des Formteils eine Nachformung und ein weiteres Tempern erfolgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zur Nachformung ein weiteres Verpressen des Formteils bei einem Druck zwischen 600
MPa bis 900 MPa, insbesondere 700 MPa bis 800 MPa, bei Raumtemperatur oder ein Heißplanformen
des Formteils vorgenommen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Tempern bei Temperaturen zwischen 380°C und 450°C, insbesondere 425°C,
über eine Zeitdauer von 10 min bis 120 min, insbesondere 30 min bis 60 min, erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Tempern gemäß Verfahrensschritt c.) bei einer Temperatur von 150°C bis 400°C,
insbesondere 230°C bis 310°C, über eine Zeitdauer von 10 min bis 120 min, insbesondere
30 min bis 60 min, erfolgt.
13. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Verpressen gemäß Verfahrensschritt b.) bei einem Druck zwischen 600 MPa bis 900
MPa, insbesondere 700 MPa bis 800 MPa, bei Raumtemperatur erfolgt.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Tempern gemäß Verfahrensschritt c.) und/oder das weitere Tempern in Luft, in
einer Stickstoffatmosphäre, einer Edelgasatmosphäre oder einem Gasgemisch aus einem
Inertgas und Sauerstoff erfolgt, wobei der Anteil des Sauerstoffes in dem Gasgemisch
zwischen 10 Vol% und 1 Vol% beträgt.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Tempern gemäß Verfahrensschritt c.) und das weitere Tempern in einem Gasgemisch
aus einem Inertgas und Sauerstoff erfolgt, wobei der Anteil des Sauerstoffes in dem
Gasgemisch zwischen 10 Vol% und 1 Vol% beträgt.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ausgangsmischung eingesetzt wird, die ein phosphatiertes Reineisenpulver und
ein Presshilfsmittel ausgewählt aus der Gruppe der Metallstearate, der Wachse, der
Paraffine, der natürlichen oder synthetischen Fett-Derivate und der Oligomere vom
Amid-Typ, insbesondere Kenolube®, enthält.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem weiteren Tempern zumindest bereichsweise eine mechanische Bearbeitung, insbesondere
ein Schleifen, der Oberfläche der Formteile erfolgt.