[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Binden eines Gegenstandes, insbesondere
eines Kabelbaums, mit einem Werkzeug, einem Band sowie einem Schloß, wobei das Band
in Form einer Schlaufe durch das Schloß geführt ist, das einen Banddurchlaß und darin
angeordnete in das Band eingreifende Rastklinken aufweist, wobei das Werkzeug eine
Zange und eine Bandführung, die in eine Schloßhalterung an einer Stirnseite des Werkzeugs
mündet, sowie eine bewegliche Abdeckzunge aufweist, die zeitweise mindestens eine
der Rastklinken am Eingreifen in das Band hindert.
[0002] Eine Anordnung dieser Art ist aus dem US-Patent 4,908,911 bekannt. Dort ist insbesondere
ein Werkzeug zum Binden eines durch ein Schloß gehaltenen Bandes beschrieben. Das
Werkzeug weist ein Werkzeuggehäuse auf, an dessen vorderem Ende eine Zange angeordnet
ist. In dem Werkzeuggehäuse ist eine Bandführung, entlang der das Band aus einem Magazin
durch das Gehäuse zu und durch die Zange hin vorgeschoben wird, sowie ein Schloßkanal
vorgesehen, durch den die Schlösser zu einer Schloßhalterung geführt werden. Die Schloßhalterung
ist an der zangenseitigen Mündung der Bandführung angeordnet. Im Betrieb wird ein
Schloß über den Schloßkanal in die Schloßhalterung gebracht, dann wird das Band aus
der Bandführung durch das Schloß in der Schloßhalterung in die Zange vorgeschoben
und als Schlaufe um den zu bindenden Gegenstand herumgeführt. Das freie Bandende wird
danach durch das Schloß wieder in das Werkzeug geführt, um daran das Band zu spannen.
Die Bandschlaufe wird vom Schloß gespannt gehalten und kann nach Durchtrennen des
Bandes vom Werkzeug abgenommen werden. Damit ein Lösen der Bandschlaufe von dem Schloß
verhindert werden kann, weist es Rastklinken zum Festhalten des Bandes auf. Damit
das Band aber beim Vorschieben ungehindert durch das Schloß laufen kann, ist eine
Abdeckzunge vorgesehen, die in den Bereich zwischen Band und Rastklinke eingebracht
werden kann, um ein Eingreifen der Rastklinken des Schlosses in eine Zahnung des Bandes
und damit ein Hemmen des Bandvorschubs zu verhindern. Die Abdeckzunge ist längsverschieblich
mittels eines Schlittens geführt und weist an ihrer Spitze einen Keil auf, um damit
eine der Rastklinken von dem Band abzuheben und so am Eingreifen in dessen Zahnung
zu hindern. Die bekannte Anordnung ist jedoch nachteilig im Hinblick auf Zuverlässigkeit
und Vielseitigkeit. Das Werkzeug ist empfindlich gegenüber Abweichungen bei der Lage
des Schlosses bzw. der Rastklinke relativ zu der Abdeckzunge. Liegt nämlich das Schloß
abweichend von seiner idealen Position, so kann es passieren, daß die Abdeckzunge
beim Einbringen in das Schloß nicht mit seiner Keilspitze unter die Rastklinke faßt
und sie damit anhebt, sondern frontal gegen die Rastklinke anläuft und dabei entweder
blockiert oder die Rastklinke bis hin zu ihrer Zerstörung beschädigt. Ein unerwünschter
Stillstand des Werkzeugs ist die Folge. Dasselbe Problem tritt auch dann auf, wenn
für verschiedene Banddicken verschiedene Schlösser mit unterschiedlich angeordneten
Rastklinken eingesetzt werden sollen. Das Werkzeug muß dann jedes Mal umständlich
an das jeweils verwendete Schloß mit seiner Anordnung der Rastklinken angepaßt werden,
um Störungen zu vermeiden.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Zuverlässigkeit und Variabilität einer
solchen Anordnung zu erhöhen.
[0004] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in einer Anordnung mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0005] Erfindungsgemäß ist bei einer Anordnung zum Binden eines Gegenstands, insbesondere
eines Kabelbaums, mit einem Werkzeug, einem Band sowie einem Schloß, wobei das Band
in Form einer Schlaufe durch das Schloß geführt ist, das einen Banddurchlaß und darin
angeordnete in das Band eingreifende Rastklinken aufweist, wobei das Werkzeug eine
Zange und eine Bandführung, die in eine Schloßhalterung an einer Stirnseite des Werkzeugs
mündet, sowie eine bewegliche Abdeckzunge aufweist, die zeitweise mindestens eine
der Rastklinken am Eingreifen in das Band hindert, vorgesehen, daß die Abdeckzunge
schwenkbar gelagert ist.
[0006] Die erfindungsgemäße schwenkbare Lagerung verleiht der Abdeckzunge einen zusätzlichen
Freiheitsgrad, der eine Anpassung an unterschiedliche Lagen der Rastklinken bei verschiedenen
Schlössern ermöglicht. Die Abdeckzunge kann beim Einbringen in das Schloß soweit ausgelenkt
sein, daß bei allen zu erwartenden Schlössern mitsamt ihren Rastklinken ein sicheres
Unterfassen der Rastklinke erfolgen kann. Damit ist auch bei toleranzbedingt unvermeidlich
abweichenden Lagen der Rastklinken innerhalb derselben Schloßart ein sicheres Ergreifen
der Rastklinken gewährleistet. Die schwenkbare Lagerung der Abdeckzunge ermöglicht
es, daß die Abdeckzunge beim Einbringen in das Schloß keinen unmittelbaren Kontakt
mit der Rastklinke zu haben braucht; sie kann vielmehr mit Sicherheitsabstand zu den
Rastklinken eingebracht werden.
[0007] Vorzugsweise ist die Abdeckzunge um eine Achse schwenkbar, die senkrecht zu einer
Bandführungsrichtung liegt. Das hat den Vorteil, daß die Schwenkachse der Abdeckzunge
etwa parallel zu der Achse bzw. den Achsen ist, um die sich die Rastklinke bzw. Rastklinken
des Schlosses bewegen; üblicherweise liegt die Achse der Rastklinke, genauer gesagt
die des Momentandrehpols, um den sich die Rastklinke bewegt, ebenfalls senkrecht zur
Bandvorschubrichtung. Die Bahnen, auf die sich die Abdeckzunge einerseits und die
Rastklinke andererseits bewegen, liegen dann in einer Ebene. Das ermöglicht einen
harmonischen Verlauf beim Anheben der Rastklinke durch die Abdeckzunge.
[0008] Vorzugsweise ist die Schwenkachse der Abdeckzunge so angeordnet, daß sich eine Bewegungsbahn
der Abdeckzunge unter einem spitzen Winkel mit einer Bewegungsbahn der Rastklinke
schneidet.
[0009] Zweckmäßigerweise ist die zur Anlage an die Rastklinke des Schlosses bestimmte Fläche
der Abdeckzunge gekehlt ausgebildet. Das hat den Vorteil, daß einerseits ein leichtes
Einschieben der Abdeckzunge in den Bereich unter der Rastklinke ermöglicht wird und
andererseits auch sich beim Anheben der Rastklinke ergebende Relativbewegungen zwischen
Rastklinke und Abdeckzunge, insbesondere aufeinander zu, gut aufgenommen werden können.
[0010] Das Schwenken der Abdeckzunge kann aktiv oder passiv bewirkt werden. Bei aktiv ist
zweckmäßigerweise ein eigener Antrieb für die Abdeckzunge vorgesehen. Bei passiv ist
zweckmäßigerweise die Abdeckzunge so angeordnet, daß sie ausgeschwenkt in den am Schloß
zur Banddurchführung vorgesehenen Bereich ragt. Wenn das Band aus dem Werkzeugkörper
hinaus durch das Schloß zur Zange hin vorgeschoben wird, trifft es auf die Abdeckzunge
und drängt diese aus dem Bandführungsbereich heraus, wodurch ein Schwenken der Abdeckzunge
bewirkt wird.
[0011] Vorzugsweise ist die Abdeckzunge längsverschieblich zwischen einer in die Schloßhalterung
vorgeschobenen Position und einer daraus zurückgezogenen Position angeordnet. Durch
eine Kombination der erfindungsgemäßen Schwenkbewegung mit der Längsbewegung kann
die Betätigung der Abdeckzunge verbessert und vereinfacht werden. So kann insbesondere
das Herausziehen der Abdeckzunge durch einfaches Längsverschieben erfolgen. Dabei
wird unter Längsverschieben nicht nur eine lineare Bewegung verstanden, sondern es
kann sich um eine beliebige z. B. kreisförmige Bewegung mit ausreichender Längskomponente
handeln. Besonders vorteilhaft ist es, die Abdeckzunge dazu an einem Exzenter anzuordnen.
Damit wird auf einfachste Weise sowohl eine Schwenk- wie auch eine Längsbewegung ermöglicht.
[0012] Zweckmäßigerweise ist eine Betätigungseinrichtung für die Abdeckzunge vorgesehen
ist, die so gesteuert ist, daß die Abdeckzunge bei geschlossener Zange vorgeschoben
und bei geöffneter Zange zurückgezogen ist. Damit kann die Abdeckzunge auf aufwandsparende
Weise mit der Betätigung der Zange verbunden werden, ggf. mittels des Exzenters.
[0013] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung erläutert, in der
vorteilhafte Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt sind. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht einer Anordnung gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung
im Teilschnitt;
- Fig. 2
- eine vergrößerte Ansicht eines Teils der Fig. 1 mit Abdeckzunge in ausgeschwenkter
Position;
- Fig. 3
- eine Fig. 2 entsprechende Ansicht mit teilweise eingeschwenkter Abdeckzunge;
- Fig. 4
- eine Fig. 2 entsprechende Ansicht mit vollständig eingeschwenkter Abdeckzunge;
- Fig. 5
- eine vergrößerte Ansicht eines Teils entsprechend Fig. 3 bei einer Anordnung gemäß
einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung; und
- Fig. 6
- eine Aufsicht auf die Abdeckzunge gemäß Fig. 5.
[0014] Die erfindungsgemäße Anordnung besteht aus einem Werkzeug 1, einem Band 9 sowie mindestens
einem Schloß 2. Mittels des Werkzeugs 1 wird das Band 9 um einen zu bindenden Gegenstand,
bspw. ein Kabelbündel 99, in einer Schlaufe herumgeführt und die jeweiligen Enden
der Bandschlaufe von dem Schloß 2 gehalten.
[0015] Das Werkzeug 1 weist einen länglichen Werkzeugkörper 11 auf, an dem ein pistolenartiger
Handgriff 12 mit einem Betätigungsschalter 14 angeordnet ist. In einem hinteren Bereich
des Werkzeugs 1 ist an dem Werkzeugkörper 11 ein Bandmagazin 13 angebracht. Das Bandmagazin
13 braucht nicht unbedingt unmittelbar an dem Werkzeugkörper 11 angeordnet zu sein,
es kann auch von diesem getrennt angeordnet sein, wobei dann die Zuführung des Bandmaterials
über eine Verbindungsleitung erfolgt; eine solche Ausführung bietet sich insbesondere
für Großmagazine an. Der Werkzeugkörper 11 weist in seinem Inneren eine Bandführung
7 auf, von der ein vorderes Ende in dem teilgeschnitten dargestellten Bereich der
Fig. 1 zu erkennen ist. Gleichfalls innerhalb des Werkzeugkörpers 11 oder außerhalb
in einem gesonderten Großmagazin (nicht dargestellt) befindet sich ein Vorrat an Schlössern
2, die über einen Schloßkanal einer an dem vorderen Ende des Werkzeugkörpers 11 angeordneten
Schloßhalterung 5 zugeführt werden. Die Schloßhalterung 5 weist ein Hohlraum 51 zur
Aufnahme eines der Schlösser 2 auf. Die Bandführung 7 innerhalb des Werkzeugkörpers
11 mündet werkzeugseitig der Schloßhalterung 5 etwa in der Mitte des Aufnahmeraums
51, wobei sich an die Mündung der Bandführung 7 fluchtend die Bandführungsnut 41 der
Zange 4 anschließt. An der Schloßhalterung 5 ist ferner werkzeugseitig eine Schneidklinge
8 zum Durchtrennen des Bandes 9 angeordnet.
[0016] Eine vergrößerte und genauere Darstellung des Bereichs des Werkzeugs 1 um die Schloßhalterung
5, die Bandführung 7 sowie die Abdeckzunge 6 ist in Fig. 2 dargestellt. Dargestellt
ist eine Konfiguration zu Beginn eines Bindevorgangs. Das Band 9 ist in der Bandführung
7 geführt. Sein vorderes Bandende 91 befindet sich als Folge eines vorgehenden Abtrennvorgangs
im Bereich der Klinge 8.
[0017] Oberhalb der Bandführung 7 ist die Abdeckzunge 6 angeordnet. Sie ist über ein Schwenklager
63 mit einem Schlitten 64 verbunden, der in einer Führung 65 längsverschieblich geführt
ist. Die Bandzunge liegt im Bereich ihrer Spitze 61 an dem vorderen Bandende 91 auf,
und zwar derart, daß sie mit ihrer Unterseite 66 das vordere Bandende berührt. An
ihrer Oberseite weist die Abdeckzunge 6 im Bereich ihrer Spitze 61 eine Auskehlung
67 auf. Die Abdeckzunge ist in Fig. 2 in ihrer vorgeschobenen Position dargestellt,
in der sie mit ihrer Spitze 61 in den Schloßaufnahmeraum 51 hineinragt. Beim Schwenken
bewegt sie sich etwa auf einer durch eine gestrichelte Linie 62 dargestellten Bahn.
[0018] In dem Aufnahmeraum 51 der Schloßhalterung 5 befindet sich das Schloß 2. Es weist
in seiner Mitte einen Banddurchlaß 23 auf. In dem Durchlaß sind einander gegenüberliegend
zwei Rastklinken 21 angeordnet. Die Rastklinken 21 sind mit dem Schloß 2 der Schloßseite
verbunden, auf der sich nach einem Bindevorgang die Bandschlaufe befindet. Die Rastklinken
21 erstrecken sich von der Bandschlaufenseite des Schlosses 2 wegweisend in den Banddurchlaß
23 hinein. Sie weisen an ihrem äußeren Ende jeweils zwei Rastnasen 24 auf, die an
eine jeweils der anderen Rastnase 24 zugewandten Fläche der Rastklinke 21 parallel
zueinander angeordnet sind. Die Rastnasen 24 sind zum Eingreifen in eine Zahnung (nicht
dargestellt) an einer der Außenseiten 92 des Bandes 9 ausgebildet. Die lichte Weite
zwischen den Rastklinken 21 ist so bemessen, daß sie größer ist als die einfache Dicke
des Bandes 9, jedoch kleiner als die doppelte Dicke des Bandes 9; die untere Grenze
ist jedoch nicht zwingend, die lichte Weite kann auch geringer sein als die Dicke
des Bandes 9. Der äußere der Rastzähne 24 bewegt sich bei ausgelenkten Rastzähnen
21 etwa auf einer durch eine punktierte Linie 22 dargestellten Bahn.
[0019] Die Anordnung wird wie folgt betrieben: Zu Beginn eines Bindevorgangs wird ein Schloß
2 in den Aufnahmeraum 51 der Schloßhalterung 5 zugeführt. Von einem vorhergehenden
Bindevorgang befindet sich noch das Band 9 in der Bandführung 7, wobei das Bandende
91 im Bereich der Klinge 8 liegt. Die Abdeckzunge 6 befindet sich in ihrer vorgeschobenen
sowie ausgeschwenkten Position. Abhängig von der Dicke des Bandes 9 ist die ausgeschwenkte
Position nicht vollständig erreicht. Dieser Zustand ist in Fig. 2 dargestellt.
[0020] Der eigentliche Bindevorgang beginnt, sowie die Zange 4 um den zu bindenden Kabelbaum
9 geschlossen ist. Auf an sich bekannte Weise wird das Band 9 über die Bandführung
7 in Vorschubrichtung 71 bewegt. Dabei tritt das vordere Bandende 91 durch den Banddurchlaß
23 des Schlosses 2 durch und tritt fluchtend in die Bandführungsnut 41 der Zange 4
ein. Dabei lenkt das Band 9 mit seiner Außenseite 92, die an der Rückseite 66 der
Abdeckzunge 6 anliegt, die Abdeckzunge aus, so daß sie (in der Darstellung nach oben)
geschwenkt wird in ihre teilweise eingeschwenkte Position. Dabei untergreift die Abdeckzunge
6 mit ihrer Spitze 61 die obere Rastklinke 21, wobei die Auskehlung 67 den äußeren
Rastzahn 24 der Rastklinke zur Anlage kommt und ihn bedeckt. Die Rastklinke 21 wird
dadurch etwas von dem Band 9 weggespreizt und damit ein Eingreifen der Rastzähne 24
in die Zahnung an der Rückseite 92 des Bands 9 verhindert. Die Abdeckzunge 6 bedeckt
zwar nur den äußeren der beiden Rastzähne 24, jedoch reicht dies aus, um ein Eingreifen
beider Rastzähne 24 in die Zahnung des Bands 9 zu verhindern. Dieser Zustand ist in
Fig. 3 dargestellt.
[0021] Wenn das Band 9 bei seiner Bewegung in Vorschubrichtung 71 die Zange 4 durchlaufen
hat, tritt es von der Zangenseite wieder in den Banddurchlaß 23 des Schlosses 2 mit
seinem äußeren Bandende 91 voran ein. Das äußere Bandende 91 läuft dabei parallel,
jedoch in entgegengesetzter Richtung zu der Vorschubrichtung 71 des restlichen Bandes
9. Wenn das Bandende 91 dabei in den Bereich der Rastklinken 21 eintritt, werden beide
Rastklinken 24 gespreizt, da im ungespreizten Zustand die lichte Weite nicht für die
Dicke zweier Bänder ausreichend ist. Dabei kommt die Rückseite 92 des Bandes 9 mit
den Rastzähnen 24 der unteren Rastklinke 21' in Kontakt, d. h. die Rastzähne 24 greifen
in die Zahnung ein, die an der Rückseite 92 vorgesehen ist. Üblicherweise stört das
nicht, da in dieser Richtung, die auch als Spannrichtung bezeichnet wird, eine Bewegung
der Bandspitze 91 von der Rastklinke 21' nicht gehemmt wird (wohl aber in der entgegengesetzten
Richtung). Bei dem anderen, in Vorschubrichtung sich bewegenden Teil des Bandes 9
würde ein Eingreifen der Rastzähne 24 in die Zahnung an der Außenseite 92 jedoch die
Bewegung hemmen. Die Abdeckzunge verhindert jedoch mit ihrer Spitze 61, die zwischen
dem Äußeren Rastzähne 24 und der Rückseite 92 des Bandes liegt, ein Eingreifen der
Rastzähne 24 in die Zahnung an der Rückseite 92. Die Bewegung des Bandes wird daher
von der Rastklinke 21 nicht gehemmt. Dieser Zustand ist in Fig. 4 dargestellt.
[0022] Da dank der Bandzunge 6 ein Eingreifen der Rastzähne 24 in der Zahnung der Rückseite
92 verhindert ist, kann das Band 9 weiter geschoben werden, bis schließlich die Bandspitze
die in Fig. 4 gestrichelt dargestellte Position erreicht, bei der sie an der Klinge
8 anliegt. Die Klinge 8 fungiert als Anschlag für die Bandspitze 91. Damit ist die
Vorschubbewegung des Bandes 9 beendet. Die Abdeckzunge 6 kann aus dem Bereich zwischen
dem Band 9 und der Rastklinke 21 herausgezogen werden. Damit greift die Rastklinke
21 in die an der Rückseite 92 vorgesehene Zahnung des Bandes 9 ein und hindert eine
weitere Bewegung des Bandes 9 zu der Zange hin. Nach dem Spannen des Bandes wird dann
mittels der Klinge 8 das Band 9 durchtrennt. Dank der Rastklinken 21 des Schlosses
2 bleibt die vom Band 9 gebildeten Schlaufe 93 um das Kabelbündel 99 erhalten, da
eine zur Lösung führende Bewegung des Bandes zur Schlaufe hin von den Rastklinken
21 des Schlosses 2 verhindert wird.
[0023] Wie am besten in Fig. 2 zu erkennen ist, schneiden sich die Bahn 22 der Rastklinke
21 beim Spreizen sowie die Bewegungsbahn 62 der Abdeckzunge 6 in einem spitzen Winkel.
Der Winkel beträgt in dem darstellten Beispiel etwa 25°. Jedoch ist es nicht unbedingt
nötig, daß der Winkel derart spitz ist, vorzugsweise ist er jedoch kleiner als 60°,
weiter vorzugsweise kleiner als 45°, noch weiter vorzugsweise kleiner als 20°. Durch
diesen spitzen Winkel wird erreicht, daß sich die Spitze 61 der Abdeckzunge 6 bei
ihrer Schwenkbewegung nicht bzw. nur wenig relativ zu der Rastklinke 21 verschiebt.
Ein solches Verschieben wäre nachteilig, da durch die dabei auftretende Horizontalbewegung
zwischen Abdeckzunge 6 und Rastnase 24 die Rastnase in unkontrollierter Weise abgeschliffen
würden, wodurch die Verbindungssicherheit verschlechtert würde.
[0024] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Abdeckzunge 6 nur auf einer Seite
vorgesehen und wirkt lediglich auf die Rastklinke 21 ein, an der das Band 9 bei seiner
Vorschubbewegung mit seiner gezahnten Seite 92 anliegt. Es versteht sich, daß auch
mehr als eine Abdeckzunge 6 vorgesehen sein können, um weitere Rastklinken abzudecken.
[0025] Bei dem in Fig. 5 dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Abdeckzunge 6' schwenkbar
unterhalb des Bandes 9 angeordnet. Die Abdeckzunge weist in ihrem Mittelbereich eine
Öffnung 68' auf, durch die das Band 9 geführt ist. Am lagerseitigen und am spitzenseitigen
Ende der Öffnung 68' sind jeweils Schrägungen 69' vorgesehen. Die Spitze 61' der Abdeckzunge
bewegt sich beim Schwenken auf der mit einer gestrichelten Linie 62' dargestellten
Bahn. In dem Aufnahmeraum 51 des Werkzeugs ist ein Schloß 2' aufgenommen, dessen Abmessungen
von denen des Schlosses 2 abweichen. So sind seine Rastklinken 21'', 21''' weniger
voluminös als die Rastklinken 21, 21' des Schlosses 2. Ein äußerer Rastzahn 24'' der
Rastklinke 21'' bewegt sich beim Spreizen längs einer mit einer punktierten Linie
22' dargestellten Bahn.
[0026] Bei dem in Fig. 5 dargestellten Zustand erstreckt sich das Band 9 durch die Öffnung
68' der Abdeckzunge 6' aus dem Werkzeugkörper 1 zu Zange 4 und die Spitze 61' der
Abdeckzunge faßt knapp unter den äußeren Rastzahn 24" der Rastklinke 21''. Die Abdeckzunge
6' liegt dabei mit ihrer spitzenseitigen Schrägung 69' auf der gezahnte Seite 92 des
Bandes auf. Dadurch schwenkt des Band 9 mit seiner gezahnten Seite 92 die Abdeckzunge
so weit, daß die Rastzähne 24'' der Rastklinke 21'' von dem Band 9 abgehoben sind.
Das Band 9 kann frei durch das Schloß 2' laufen. Beim Wiedereintreten der Bandspitze
91 nach Schlaufenbildung wird der sich in Vorschubrichtung bewegende Teil des Bandes
9 nach oben zu der Rastklinke 21'' hin gedrängt. Dabei verursachte es ein weiteres
Schwenken der Abdeckzunge 6', wobei deren den Rastzahn 24'' unterfassende Spitze 61'
die Rastklinke 21'' von dem Band 9 abhebt, so daß ein Eingreifen der Rastzähne 24"
in das Band 9 verhindert wird. Das Band 9 kann daher weiter vorgeschoben werden, bis
es seine Endposition mit der Spitze 91 an der Klinge 8 anliegend erreicht hat. Damit
schließlich die Abdeckzunge 6' die Rastklinke 21'' freigibt und so ein Eingreifen
und Halten des Bandes 9 in dem Schloß 2' ermöglicht, wird die Abdeckzunge 6' weiter
nach oben entlang ihrer Bahn 62' geschwenkt, bis sie von der sich auf ihrer Bahn 22'
bewegenden Rastklinke 21'' so weit entfernt ist, daß die Rastklinke 21'' frei kommt,
in Richtung zu dem Band 9 zurückschnappt und mit ihren Rastzähnen in die gezahnte
Seite 92 eingreift, um so eine Bewegung des Bandes 9 in Richtung 71 zu verhindern.
Bei diesem Ausführungsbeispiel ist es nicht erforderlich, daß die Abdeckzunge 6' längsverschieblich
gelagert ist.
1. Anordnung zum Binden eines Gegenstandes, insbesondere eines Kabelbaums, mit einem
Werkzeug (1), einem Band (9) sowie einem Schloß (2), wobei das Band (9) in Form einer
Schlaufe (93) durch das Schloß (2) geführt ist, das einen Banddurchlaß (23) und darin
angeordnete in das Band (9) eingreifende Rastklinken (21) aufweist, wobei das Werkzeug
(1) eine Zange (4) und eine Bandführung (7), die in eine Schloßhalterung (5) an einer
Stirnseite des Werkzeugs (1) mündet, sowie eine bewegliche Abdeckzunge (6) aufweist,
die zeitweise mindestens eine der Rastklinken (21) am Eingreifen in das Band (9) hindert,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckzunge (6) schwenkbar gelagert ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckzunge (6) um eine Achse (63) schwenkbar ist, die senkrecht zu einer Bandführungsrichtung
(71) ist.
3. Anordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwenkachse (63) der Abdeckzunge (6) so angeordnet ist, daß eine Bewegungsbahn
(62) der Abdeckungzunge (6) unter einem spitzen Winkel eine Bewegungsbahn (22) der
Rastklinke (21) schneidet.
4. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckzunge (6) in ihrer ausgeschwenkten Position in den Banddurchlaß (23) des
Schlosses (2) ragt.
5. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckzunge (6) in einer Führung (62) längsverschieblich geführt ist.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Abdeckzunge (6) an einem Exzenter angeordnet ist.
7. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Betätigungseinrichtung für die Abdeckzunge (6) vorgesehen ist, die so gesteuert
ist, daß die Abdeckzunge (6) bei geschlossener Zange (4) vorgeschoben und bei geöffneter
Zange (4) zurückgezogen ist.
8. Werkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine zur Anlage an die Rastklinke (21) bestimmte Fläche (67) der Abdeckzunge (6)
gekehlt ausgebildet ist.