[0001] Die Erfindung betrifft ein Sitz-Liegemöbel mit einem Gestell, einen an dem Gestell
schwenkbar angelehnten Rückenlehnenrahmen, einem gelenkig mit dem Rückenlehnenrahmen
verbundenen Rückenpolster und einem aus dem Gestell ausziehbaren, einen Sitzrahmen
mit einem Sitzpolster tragenden Wagen.
[0002] Ein derartiges Sitz-Liegemöbel ist beispielsweise aus DE 44 37 326 C2 bekannt. Bei
diesem Sitz-Liegemöbel ist an der Rückseite des Gestells, welches bei dem in diesem
Dokument beschriebenen Gegenstand als Bettkasten ausgebildet ist, ein Rückenlehnenrahmen
schwenkbar angelenkt. Der Rückenlehnenrahmen trägt an seiner von dem Gestell wegweisenden
Seite eine Polsterung und befindet sich in aufrechter Stellung in der Sitzstellung
des Sitz-Liegemöbels. An dem in der Sitzstellung des Sitz- und Liegemöbels aufgerichteten
Rückenlehnenrahmen ist im Bereich seiner oberen, zum Gestell weisenden Kante ein Rückenpolster
mittels Scharnieren angelenkt, die einerseits an dem Rückenlehnenrahmen und andererseits
an einem dem Rückenpolster zugeordneten Rahmen befestigt sind. Das vorbekannte Sitz-Liegemöbel
umfaßt einen Wagen, der einen Sitzrahmen mit einer Sitzpolsterung trägt. Dieser Wagen
ist gegenüber dem Gestell in einer von dem Rückenlehnenrahmen weg gerichteten Bewegungsrichtung
ausziehbar, um das Sitz-Liegemöbel von seiner Sitzposition in seine Liegeposition
zu bringen. In der Sitzstellung des Sitz-Liegemöbels grenzt der Wagen bzw. das Sitzpolster
an den Rückenlehnenrahmen und die Unterseite des Rückenpolsters liegt auf der Oberseite
des Sitzpolsters auf.
[0003] Aus der Sitzstellung des Sitz-Liegemöbels wird dieses in seine Liegestellung gebracht,
indem der Wagen ausgezogen, anschließend das Rückenpolster mit seinem Rahmen aufgeschwenkt
und gemeinsam mit dem Rükkenlehnenrahmen auf die Oberseite des Gestells herabgeschwenkt
wird. Das aus der DE 44 37 326 C2 bekannte Sitz-Liegemöbel ist als sogenannter Querschläfer
konzipiert, bei dem die Schlafrichtung quer zur Auszugsrichtung und somit zur Breite
des Sitz-Liegemöbels vorgesehen ist.
[0004] Von Nachteil ist bei einem solchen Sitz-Liegemöbel, daß aufgrund seiner Konzeption
als Querschläfer das Sitz-Liegemöbel eine Breite aufweisen muß, die der Länge einer
das Sitz-Liegemöbel liegend benutzenden Person entspricht. Daher sind diese Sitz-Liegemöbel
üblicherweise 1,90 m bis 2,00 m breit. Die relativ große Länge bedingt zum einen,
daß das Sitz-Liegemöbel optisch relativ mächtig wirkt und insbesondere, daß von einem
Benutzer durch Anheben des Rückenpolsters mit seinem Rahmen und Absenken desselben
zusammen mit dem Gewicht des Rückenlehnenrahmens und seiner Polsterung ein nicht unerhebliches
Gewicht bewegt werden muß. Auch wenn ein Ausbilden der Liegefläche zumeist von jedermann
durchgeführt werden kann, so bereitet jedoch das Umrüsten des Sitz-Liegemöbels von
seiner Liegestellung in seine Sitzstellung mitunter Schwierigkeiten, da dann die zuvor
abgesenkten Elemente angehoben werden müssen.
[0005] Unter anderem aus diesen Gründen sind sogenannte Längsschläfer entwickelt worden,
bei denen die Schlafposition in Richtung der Auszugsbewegung verläuft. Aus diesem
Grunde können derartige Sitz-Liegemöbel erheblich schmaler ausgebildet sein, beispielsweise
auch als Ein- oder Zweisitzer. Derartige Sitz-Liegemöbel können ähnlich aufgebaut
sein wie das zuvor beschriebene, jedoch ist es üblich, die einzelnen Polsterteile
- Sitzrahmen, Rückenpolsterrahmen, Rückenlehnenrahmen - gelenkig miteinander zu verbinden,
so daß mit der Auszugsbewegung des Wagens die weiteren Elemente in die Liege- bzw.
Sitzposition gebracht werden, ohne daß durch zusätzliche Handgriffe bestimmte Elemente
aufgerichtet werden müssen. Bei einer solchen gelenkigen Kopplung einzelner Elemente
aneinander besteht ferner die Möglichkeit, das die Aufstellbewegung der Rückenlehne
durch die Kraft eines Federelementes unterstützt ist, welche Federkraft beim Wandeln
des Sitz-Liegemöbels von seiner Sitzstellung in seine Liegestellung durch das Absenken
des Rückenlehnenrahmens gespeichert wird. Derartige Sitz-Liegemöbel stellen nicht
unbeträchtliche Anforderungen an die eingesetzten Beschläge und sind daher aufwendig
in ihrer Herstellung.
[0006] Vor dem Hintergrund des diskutierten Standes der Technik liegt der Erfindung daher
die Aufgabe zugrunde, ein eingangs genanntes Sitz-Liegemöbel dergestalt weiterzubilden,
daß dieses nicht nur ohne weiteres gewandelt werden kann, sondern welches zudem ohne
einen Einsatz komplizierter Beschläge auskommt.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der ausziehbare Wagen über
ein in Ausziehrichtung gegenüber dem Gestell beweglich am Gestell geführtes Kupplungsstück
verbunden ist und seinerseits gegenüber dem Kupplungsstück in Ausziehrichtung verschiebbar
ist und daß das Rückenpolster rahmenlos und die Oberseite des Kupplungsstück als Auflagefläche
für die Rückseite des Rückenpolsters in der Liegestellung des Möbels dient.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Sitz-Liegemöbel ist der aus dem Gestell ausziehbare bzw.
von dem Gestell abziehbare Wagen über ein Kupplungsstück mit dem Gestell verbunden.
Das Kupplungsstück selbst ist am Gestell und der Wagen am Kupplungsstück in Auszugsrichtung
verschieblich geführt. Dies hat zum Vorteil, daß mit einem solchen Sitz-Liegemöbel
im Gegensatz zu einem sogenannten Querschläfer und die mit einem solchen Möbel nur
geringe zu realisierende Liegebreite durch die teleskopartig ausziehbare Anordnung
von dem Wagen und dem Kupplungsstück gegenüber dem Gestell vergrößert ist. Ferner
ist das Rückenpolster des beanspruchten Sitz-Liegemöbels rahmenlos ausgebildet und
hat somit nur ein geringes Gewicht. Die Oberfläche des Kupplungsstückes dient als
Auflagefläche für die Rückseite des Rückenpolsters in der Liegestellung des Möbels.
Somit übernimmt das Kupplungsstück in der Liegestellung des Sitz-Liegemöbels die tragende
Funktion für das Rückenpolster, was beim vorbekannten Stand der Technik durch den
Rückenpolsterrahmen bewerkstelligt worden ist. In der Sitzstellung des Sitz-Liegemöbels
stützt sich das Rückenpolster an den Rückenlehnenrahmen ab, so daß auch in dieser
Stellung ein ohnehin vorhandenes Element, nämlich der Rückenlehnenrahmen ausgenutzt
wird, um dem Rückenpolster die notwendige Stabilität auch in der Sitzstellung des
Sitz-Liegemöbels zu verleihen. Das rahmenlose Rückenpolster kann aufgrund seines geringes
Gewichtes quasi von jedermann angehoben oder abgesenkt werden.
[0009] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist vorgesehen, daß das Kupplungsstück nach Art
eines Auflagerahmens konzipiert ist und gestellseitig als auch wagenseitig auf Kufen
geführt ist. Die Auszugsbewegungen können durch gegen die jeweiligen Rahmen wirkende
Anschläge begrenzt sein. Selbstverständlich können auch Rollenführungen eingesetzt
sein.
[0010] Zur gelenkigen Verbindung des Rückenpolsters mit dem Rückenlehnenrahmen ist es beim
Gegenstand des beanspruchten Sitz-Liegemöbels ausreichend, wenn der Bezugsstoff des
Rückenpolsters an dem Rückenlehnenrahmen befestigt ist. Zum Ausgleich einer unterschiedlichen
Höhe zwischen der Oberseite des Kupplungsstückes und der Oberseite des Gestells, nachdem
das Kupplungsstück von dem Gestell abgezogen bzw. ausgezogen worden ist, können Scharniere
eingesetzt werden, deren gestellseitig befestigter Schenkel mit Abstand zur Drehachse
rechtwinklig abgewinkelt ist und mit diesen abgewinkelten Schenkel an dem Rückenlehnenrahmen
befestigt sind. Der Abstand der Drehachse von der Abwinklung entspricht der Höhe,
mit der die Oberseite des Kupplungsstükkes von der Oberseite des Gestells beabstandet
ist. Mit einem solchen Höhenausgleich ist eine ebene Liegefläche herstellbar.
[0011] Nachfolgend ist die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme
auf die beigefügten Figuren beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Eine Seitenan- bzw. -einsicht in ein wandelbares Sitz-Liegemöbel in seiner Sitzstellung,
- Fig. 2:
- Das Sitz-Liegemöbel der Figur 1 in einer ersten Stellung zum Wandeln des Sitz-Liegemöbels
in die Sitzstellung und
- Fig. 3:
- Das Sitz-Liegemöbel der Figur 1 in seiner Liegestellung.
[0012] Ein Sitz-Liegemöbel 1 umfaßt ein Gestell 2, von dem ein Wagen 3 ausziehbar ist. Auf
dem Wagen 3 ist ein Sitzrahmen 4 mit einem Sitzpolster 5 angeordnet. An der Rückseite
des Gestells 2 ist über Scharniere 6 ein Rückenlehnenrahmen 7 mit einer Polsterung
8 schwenkbar angelenkt. Die Polsterung 8 ist von dem Gestell 2 wegweisend an dem Rückenlehnenrahmen
7 befestigt und dient bei einer Wandelung des Sitz-Liegemöbels 1 zur Ausbildung der
Liegefläche. An der zum Gestell 2 weisenden oberen vorderen Kante ist gelenkig ein
rahmenloses Rückenpolster 9 angeordnet, wobei die gelenkige Verbindung zwischen dem
Rückenpolster 9 und dem Rückenlehnenrahmen 7 dadurch hergestellt ist, daß der Bezugsstoff
des Rückenpolsters 9 an dem Rückenlehnenrahmen 7 bzw. an der vorderen Kante des Bezugsstoffes
der Polsterung 8 befestigt ist.
[0013] Das Gestell 2 verfügt über Füße 10, während der äußere Wagen 3 sich auf Rollen 11
bodenseitig abstützt.
[0014] Der Wagen 3 ist, wie aus Figur 2 ersichtlich, in der der Wagen 3 von dem Gestell
2 abgezogen dargestellt ist, über einen als Kupplungsstück dienenden Auflagerahmen
12 mit dem Gestell 2 verbunden. Der Auflagerahmen 12 ist einerseits wagenseitig auf
Kufen 13 geführt, wobei der Auflagerahmen 12 über Anschläge 14 verfügt, um die Auszugsbewegung
des Auflagerahmens 12 aus dem Wagen 3 zu begrenzen. In entsprechender Weise ist der
Auflagerahmen 12 ebenfalls gestellseitig geführt; die diesbezüglichen Anschläge sind
in Figur 2 mit dem Bezugszeichen 15 gekennzeichnet. In nicht näher dargestellter Weise
weist der Auflagerahmen 12 eine innere größere Ausnehmung auf, die mit Gurten zur
besseren Polsterung überspannt ist.
[0015] Die Scharniere 6, mit denen der Rückenlehnenrahmen 7 an dem Gestell 2 schwenkbar
angelenkt sind, sind mit einem flachen Schenkel 16 auf der Oberseite des Gestells
2 montiert. Der andere Schenkel 17 ist abgewinkelt, wobei der abgewinkelte Abschnitt
18 an dem Rückenlehnenrahmen 7 befestigt ist. Der Abstand des abgewinkelten Abschnittes
18 von der Drehachse 19 der Scharniere 6 entspricht in etwa der Stärke des Auflagerahmens
12, damit bei einer Ausbildung einer Liegefläche eine ebene Liegefläche, wie in Figur
3 dargestellt ist, realisierbar ist. Figur 3 zeigt das Sitz-Liegemöbel 1 in seiner
Liegestellung, nachdem das Rückenpolster 9 um seinen schematisiert mit dem Bezugszeichen
20 gekennzeichneten Gelenkpunkt aufgeschwenkt worden ist und anschießend das Rückenpolster
9 mit dem Rückenlehnenrahmen 8 abgesenkt worden ist.
[0016] Eine Wandlung des Sitz-Liegemöbels 1 von der in Figur 3 gezeigten Liegestellung in
die in Figur 1 gezeigte Sitzstellung erfolgt entsprechend umgekehrt.
[0017] Aus der Beschreibung der Erfindung wird deutlich, daß mit dem beanspruchten Sitz-Liegemöbel
nicht nur in einfacher Weise ein funktionales wandelbares Sitz-Liegemöbel herstellbar
ist, sondern daß dieses auch ohne weiteres von jedermann gewandelt werden kann, ohne
daß zu diesem Zweck besondere Beschläge benötigt werden würden.
Bezugszeichenliste
[0018]
- 1
- Sitz-Liegemöbel
- 2
- Gestell
- 3
- Wagen
- 4
- Sitzrahmen
- 5
- Sitzpolster
- 6
- Scharnier
- 7
- Rückenlehnenrahmen
- 8
- Polsterung
- 9
- Rückenpolster
- 10
- Fuß
- 11
- Rolle
- 12
- Kupplungsstück, Auflagerahmen
- 13
- Kufe
- 14
- Anschlag
- 15
- Anschlag
- 16
- Flacher Schenkel
- 17
- Schenkel
- 18
- Abgewinkelter Abschnitt
- 19
- Drehachse
- 20
- Gelenk
1. Sitz-Liegemöbel mit einem Gestell (2), einen an dem Gestell (2) schwenkbar angelehnten
Rückenlehnenrahmen (7), einem gelenkig mit dem Rückenlehnenrahmen (7) verbundenen
Rückenpolster (9) und einem aus dem Gestell (2) ausziehbaren, einen Sitzrahmen (4)
mit einem Sitzpolster (5) tragenden Wagen (3), dadurch gekennzeichnet, daß der ausziehbare Wagen (3) über ein in Ausziehrichtung gegenüber dem Gestell (2) beweglich
am Gestell (2) geführtes Kupplungsstück (12) verbunden ist und seinerseits gegenüber
dem Kupplungsstück (12) in Ausziehrichtung verschiebbar ist und daß das Rückenpolster
(9) rahmenlos und die Oberseite des Kupplungsstück (12) als Auflagefläche für die
Rückseite des Rückenpolsters (9) in der Liegestellung des Möbels (1) dient.
2. Sitz-Liegemöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungsstück (12) nach Art eines Auflagerahmens konzipiert ist und einen mit
Gurten überspannten Innenraum umfaßt.
3. Sitz-Liegemöbel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kupplungsstück (12) gestellseitig und wagenseitig auf Kufen (13) geführt ist
und die Auszugsbewegungen durch gegen die jeweiligen Rahmen wirkende Anschläge (14,
15) begrenzt ist.
4. Sitz-Liegemöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Rückenpolster (9) mittels seines Bezugsstoffes an dem Rückenlehnenrahmen (7)
befestigt ist.
5. Sitz-Liegemöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückenlehnenrahmen (7) über Scharniere (6) gestellseitig befestigt ist, deren
am Rückenlehnenrahmen (7) befestigter Schenkel (17) mit Abstand zur Drehachse (19)
rechtwinklig abgewinkelt ist, wobei der Abstand der Drehachse (19) von der Abwinklung
(18) der Höhe entspricht, die die Oberseite des Kupplungsstücks (12) von der Oberseite
des Gestells (2) beabstandet ist.