[0001] Die Erfindung betrifft einen Wagenkasten eines großräumigen Fahrzeuges, insbesondere
eines Schienenfahrzeuges, mit einem aus Metallprofilen gebildeten Kastengerippe, einer
Außenverkleidung und einer Innenverkleidung.
[0002] Im Schienenfahrzeugbau ist es allgemein bekannt, das Gerippe eines Wagenkastens aus
einfachen Metallprofilen (z. B. Rechteckrohren) zu bilden, die in der Regel durch
Schweißen miteinander verbunden sind. Als Außenverkleidung eines solchen Gerippes
sind Bleche üblich, die wand- und dachseitig ebenfalls durch Schweißen am Kastengerippe
befestigt werden. Da das Gerippe und dessen Beblechung die äußeren Abmessungen des
Wagenkastens definieren, müssen vor allem bei der Herstellung des Gerippes enge Maßtoleranzen
eingehalten werden, was hohen technischen Aufwand und entsprechende Kosten verursacht.
Weiter nachteilig erfordert die Beblechung spezielle Spann-, Richt- und Spachtelarbeiten,
um eine akzeptable optische Qualität zu erreichen (keine Schweißnähte oder Schweißpunkte,
keine Beulen).
[0003] Durch die europäische Patentschrift 0 146 706 ist es bekannt, an einem Gerippe eines
Wagenkastens, das aus durchgehenden Außenwänden mit T-förmig nach innen ragenden Aussteifungen
besteht, innere Verkleidungselemente an Distanzschienen zu befestigen, die Langlöcher
aufweisen und durch Schrauben an den Aussteifungen der Außenwand fixiert werden. Dadurch
können bauliche Toleranzen zwischen dem Kastengerippe und der Innenverkleidung ausgeglichen
werden. Eine Außenverkleidung ist bei dem Wagenkasten gemäß dieser Patentschrift nicht
vorgesehen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Wagenkasten der gattungsgemäßen Art
im Hinblick auf eine zeitsparende, kostengünstige Herstellung so zu gestalten, daß
größere Maßtoleranzen für das Kastengerippe zulässig sind, wobei jedoch die Genauigkeit
der Verkleidung nicht beeinträchtigt werden soll.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß Elemente der Außenverkleidung
und Elemente der Innenverkleidung über formschlüssige und/oder kraftschlüssige Befestigungsmittel
zu einer Baugruppe vereinigt sind, wobei zwischen dieser Baugruppe und den Metallprofilen
des Kastengerippes ein maßliche Toleranzen des Kastengerippes ausgleichendes Spiel
besteht.
[0006] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0007] Die mit dem Gegenstand nach der Erfindung erzielbaren Vorteile liegen insbesondere
in folgenden Punkten:
- weitgehende Unabhängigkeit von Rohbautoleranzen
- Vermeidung von Anpaßarbeiten
- Einsparung von Montagestunden
- glatte, optisch hochwertige Außenverkleidung, auch großflächig erzielbar
- einfache Gestaltung strukturierter Oberflächen (wie Sicken, Nuten, Rillen)
- gewölbte Seitenwände einfach realisierbar
- einfache und schnelle Reparatur bei eventuellen Beschädigungen
[0008] Im weiteren wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben,
das in der Zeichnung prinzipartig dargestellt ist. Es zeigen
- Fig. 1
- einen Wagenkasten im Schnitt quer zur Wagenlängsachse,
- Fig. 2
- die Seitenwand des Wagenkastens im unteren Fensterbereich, ebenfalls im Querschnitt.
[0009] Bei dem Wagenkasten gemäß Fig. 1 ist das Kastengerippe aus Metallprofilen 1 gebildet,
und zwar hier aus Rechteckrohren. Diese Metallprofile 1 sind mit nicht dargestellten,
in entsprechenden Längs- und Querebenen angeordneten Metallprofilen jeweils durch
Schweißen verbunden.
[0010] Der Wagenkasten hat eine Außenverkleidung 2, die im Ausführungsbeispiel aus Seitenwandelementen
2a und 2b und einem inneren Dachelement 2c besteht. Zwischen den Seitenwandelementen
2a und 2b befinden sich Fensterscheiben 4. Das Wagendach ist durch eine dichte Dachabdeckung
5 ergänzt. Zur Innenverkleidung 3 des Wagenkastens gehören untere Seitenwandelemente
3a, Voutenelemente 3b und ein Deckenelement 3c. Die genannten Verkleidungselemente
2a, 2b, 2c und 3a, 3b, 3c sind paarweise über formschlüssige und/oder kraftschlüssige
Befestigungsmittel zu jeweils einer Baugruppe verbunden. Im Beispiel nach Fig. 2 ist
als Befestigungsmittel eine Schraubverbindung 6 vorgesehen. Alternativ oder zusätzlich
eignen sich Steck-, Klebe- oder Klettverbindungen.
[0011] Zwischen den aus Elementen der Außenverkleidung 2 und aus Elementen der Innenverkleidung
3 gebildeten Baugruppen und den Metallprofilen 1 des Kastengerippes besteht ein Spiel
(siehe insbesondere Fig. 2), durch das maßliche Toleranzen des Kastengerippes ausgeglichen
werden. Die in vertikaler Richtung an den Metallprofilen 1 abgestützten Verkleidungs-Baugruppen
können - wie in Fig. 2 gezeigt - durch eine Klebeverbindung 7 zwischen dem jeweiligen
Element (hier 2a) der Außenverkleidung 2 und dem Metallprofil 1 angeschlossen werden.
Umgekehrt könnte auch das jeweilige Element (z. B. 3a) der Innenverkleidung 3 mit
dem Metallprofil 1 durch Kleben verbunden werden. Als Alternative zu den Klebeverbindungen
bieten sich beispielsweise Schraub- oder Klettverbindungen an. In das untere Seitenwandelement
2a der Außenverkleidung sind Öffnungen 8 für den Wasserablauf integriert.
[0012] Die Elemente der Außenverkleidung 2 und die Elemente der Innenverkleidung 3 sind
bevorzugt aus pultrudierten Halbzeugen erstellt. Solche Pultrusionsprofile können
beispielsweise eine Länge von 7000 mm, eine Breite von 1400 mm und eines Gesamtdicke
von 100 mm aufweisen. Neben parallel angeordneten Rovings aus Glasfasermaterial empfiehlt
es sich, Glasfasermatten, Glasgewebe oder Glasgelege einzusetzen, um die Querfestigkeit
der Verkleidungen 2 und 3 zu erhöhen. Im Hinblick auf die im Schienenfahrzeugbereich
geltenden Forderungen, z. B. in bezug auf Brandverhalten und Hydrolysebeständigkeit,
können als Harzsystem ungesättigte Polyesterharze (UP), Epoxidharze (EP) oder Phenolharze
verwendet werden, wobei Leichtfüllstoffe das spezifische Gewicht verringern. Durchgefärbte
Pultrusionsprofile garantieren auch bei kleinen Kratzern eine gute optische Qualität
der Verkleidungen. Die Elemente der Außenverkleidung 2 können Befestigungsmöglichkeiten
für äußere Anbauteile aufweisen, beispielsweise für Schürzen, Wasserrinnen oder Zierleisten.
Entsprechend können die Elemente der Innenverkleidung 3 mit Befestigungsmöglichkeiten
für innere Anbauteile versehen sein, beispielsweise für Kabelkanäle, Leuchten oder
Lautsprecher.
Liste der Bezugszeichen
[0013]
- 1
- Metallprofile des Kastengerippes
- 2
- Außenverkleidung
- 2a
- unteres Seitenwandelement
- 2b
- oberes Seitenwandelement
- 2c
- Dachelement
- 3
- Innenverkleidung
- 3a
- unteres Seitenwandelement
- 3b
- Voutenelement
- 3c
- Deckenelement
- 4
- Fensterscheibe
- 5
- Dachabdeckung
- 6
- Schraubverbindung
- 7
- Klebeverbindung
- 8
- Öffnung für Wasserablauf
1. Wagenkasten eines großräumigen Fahrzeuges, insbesondere eines Schienenfahrzeuges,
mit einem aus Metallprofilen (1) gebildeten Kastengerippe, einer Außenverkleidung
(2) und einer Innenverkleidung (3), dadurch gekennzeichnet, daß Elemente der Außenverkleidung (2) und Elemente der Innenverkleidung (3) über formschlüssige
und/oder kraftschlüssige Befestigungsmittel zu einer Baugruppe vereinigt sind, wobei
zwischen dieser Baugruppe und den Metallprofilen (1) des Kastengerippes ein maßliche
Toleranzen des Kastengerippes ausgleichendes Spiel besteht.
2. Wagenkasten nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente der Außenverkleidung (2) und/oder die Elemente der Innenverkleidung
(3) aus pultrudierten Halbzeugen erstellt sind.
3. Wagenkasten nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente der Außenverkleidung (2) und die Elemente der Innenverkleidung (3) durch
Steck-, Schraub-, Klebe- oder Klettverbindungen vereinigt sind.
4. Wagenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die aus Elementen der Außenverkleidung (2) und aus Elementen der Innenverkleidung
(3) gebildete Baugruppe an den Metallprofilen (1) des Kastengerippes in vertikaler
Richtung abgestützt ist.
5. Wagenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß nur die Elemente der Außenverkleidung (2) oder nur die Elemente der Innenverkleidung
(3) durch Steck-, Schraub-, Klebe- oder Klettverbindungen an den Metallprofilen (1)
des Kastengerippes befestigt sind.
6. Wagenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente der Außenverkleidung (2) Befestigungsmöglichkeiten für äußere Anbauteile
aufweisen, beispielsweise für Schürzen, Wasserrinnen oder Zierleisten.
7. Wagenkasten nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Elemente der Innenverkleidung (3) Befestigungsmöglichkeiten für innere Anbauteile
aufweisen, beispielsweise für Kabelkanäle, Leuchten oder Lautsprecher.