[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Sichern mindestens eines Behälters, beispielsweise
einer Schublade, gegen unberechtigtes Öffnen, wie sie in den Oberbegriffen der unabhängigen
Patentansprüche beschrieben sind.
[0002] Es hat sich als notwendig und zweckmäßig erwiesen, Arbeitsplätze mit abschließbaren
Behältern auszustatten, beispielsweise Schubladen und Schränke. Üblicherweise erfolgt
dies über ein mechanisches, schlüsselbetätigtes Schloss. Die Erfahrung hat aber gezeigt,
dass insbesondere bei kurzfristigem Verlassen des Arbeitsplatzes das Schloss häufig
nicht betätigt wird, und der Behälterinhalt dann auch Unberechtigten zugänglich ist.
Die Sicherheit des Behälterinhalts ist ausschließlich von der Sorgfalt und Aufmerksamkeit
des Arbeitsplatzbenutzers abhängig.
[0003] Ferner ist es bekannt, derartige Behälter über eine Zentrale ferngesteuert zu verriegeln.
Die Verriegelung erfolgt dabei außerhalb der üblichen Arbeitszeiten, typischerweise
nachts und an arbeitsfreien Tagen. Zwar erreicht man auf diese Weise eine Sicherung
unabhängig vom individuellen Einzelfall, aber es ist praktisch unmöglich, diese Sicherungen
während der Arbeitszeit anzuwenden.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ein Verfahren der
eingangs genannten Art anzugeben, mit welchen ein Behälter besser gegen unberechtigtes
Öffnen geschützt wird.
[0005] Diese Aufgabe wird vorrichtungsmäßig dadurch gelöst, dass eine Datenverbindung zu
einem Arbeitsplatzcomputer vorhanden ist, dass der Arbeitsplatzcomputer mit einem
Programm zum Durchführen einer Sicherheitsabfrage versehen ist, mit welchem der Zugang
zum Arbeitsplatzcomputer geregelt wird, dass eine von diesem Programm angesteuerte
Auswerteeinrichtung sowie eine Steuereinrichtung für die Verriegelungsvorrichtung
vorhanden sind, welche in Abhängigkeit vom Ablauf und Ergebnis der Sicherheitsabfrage
die Verriegelungsvorrichtung zum Verriegeln oder zur Freigabe des Behälters ansteuern.
[0006] Verfahrensmäßig wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Verriegelungsvorrichtung
in Abhängigkeit vom Ergebnis eines Authentifizierungsvorgangs gleichzeitig mit der
Freigabe oder der Sperre des Arbeitsplatzcomputers entriegelt bzw. verriegelt wird.
[0007] Ein Grundgedanke der Erfindung ist darin zu sehen, den in jedem Arbeitsplatzcomputer
vorhandenen Authentifizierungsvorgang für den Zugang zum Arbeitsplatzcomputer gleichzeitig
für die Zugangssicherung eines Behälter am Arbeitsplatz einzusetzen. Das hat den Vorteil,
dass der Benutzer keine zusätzlichen Maßnahmen für die Behältersicherung treffen muss,
so dass diese praktisch automatisch nebenbei durchgeführt wird, und dass dennoch ein
Höchstmaß an Sicherheit erreicht wird. Ein weiterer Vorteil ist, dass die individuelle
Konfiguration eines Arbeitsplatzes sowie einer Gruppe von Arbeitsplätzen im Rahmen
eines Netzwerkes mit den in den einzelnen Betriebsprogrammen der Arbeitsplatzcomputer
und Netzwerke grundsätzlich vorhandenen Programmen auf einfache Weise durchgeführt
werden kann.
[0008] Insbesondere in Verbindung mit einem passwortgeschützten Bildschirmschoner wird mit
der Erfindung sichergestellt, dass Türen und Schubladen zu allen Abwesenheitszeiten
des Berechtigten verriegelt sind. Durch den Bildschirmschoner wird der Zugang eines
Unberechtigten zu Rechnerdaten unterbunden. Gleichzeitig werden auch schriftliche
Unterlagen und ähnliches unter Verschluss gehalten, so dass eine bestmögliche Datensicherheit
mit höchstem Komfort gegeben ist, was sowohl für Hardwaredaten als auch für Softwaredaten
gilt.
[0009] Es kann zweckmäßig sein, dass eine Vorrichtung zur biometrischen Identifizierung
eines Benutzers vorhanden ist, und dass das Programm zum Steuern einer Sicherheitsabfrage
mit dieser Identifizierungsvorrichtung zusammenwirkt.
[0010] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass der Benutzer
des Bildschirmarbeitsplatzes beim Herunterfahren des Rechners automatisch daran erinnert
wird, dass Türen und Schubladen geschlossen und verriegelt werden müssen.
[0011] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.
[0012] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
weiter beschrieben.
[0013] Die einzige Figur zeigt schematisch ein Blockschaltbild einer Verriegelungsvorrichtung.
[0014] In der Figur ist mit 10 ein Arbeitsplatzrechner bezeichnet, der typischerweise mit
dem Betriebssystem Windows NT arbeitet. Der Arbeitsplatzrechner 10 umfasst eine an
sich bekannte Authentifizierung, beispielsweise einen passwortgeschützten Bildschirmschoner,
die als Authentifizierungsmodul 11 dargestellt ist. Eine Authentifizierung dient bekanntlich
dazu, die Zugangsberechtigung eines Benutzers zu überprüfen. Der Authentifizierungsmodul
11 blockiert den Zugang zum Bildschirmarbeitsplatz 10, wenn der Benutzer eine Berechtigungsabfrage
nicht erfolgreich durchführt und wenn im Verlauf der Arbeit mit dem Arbeitsplatzcomputer
innerhalb einer vorgegebenen Zeit die Tastatur nicht betätigt wird. Der Zugang wird
erst wieder freigegeben, wenn der Benutzer erneut erfolgreich eine Berechtigungsüberprüfung
durchführt, beispielsweise die Eingabe eines dafür vorgesehenen Passworts. In einem
Arbeitsplatzrechner mit einem Windows NT Betriebssystem wird eine derartiger Authentifizierung
durch einen Programmteil CINA.DLL (Graphical Identification and Authentication) gesteuert.
[0015] Verschiedene Behälter (nicht dargestellt) des zugehörigen Arbeitsplatzes, beispielsweise
Schubladen und Schränke, sind jeweils mit einer handelsüblichen Verriegelungsvorrichtung
20, 21, 22 mit Rückmeldekontakt versehen, die mit einem Elektromotor oder elektromagnetisch
betätigbar sind. Die Behälter können auf diese Weise ferngesteuert verriegelt oder
entriegelt werden.
[0016] Zur Ansteuerung der Verriegelungsvorrichtungen 20,21, 22 dienen unabhängig voneinander
eine Auswerteeinheit 12 und eine Steuereinheit 13 im Arbeitsplatzrechner 10. Mit der
Steuereinheit 13 werden die Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 in Verbindung mit
den üblichen Eingabemitteln eines Arbeitsplatzrechners, beispielsweise Tastatur oder
Maus, direkt angesteuert, indem ein Benutzer entsprechende Befehle eingibt.
[0017] Mit der Auswerteeinheit 12 werden die Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 in Verbindung
mit dem Authentifizierungsmodul 11 angesteuert. In Abhängigkeit vom Status der Authentifizierung
werden die Verriegelungsvorrichtungen 20, 21,22 verriegelt oder entriegelt. Wird der
Zugangsschutz, zum Beispiel der Bildschirmschoner, aktiviert, das heißt der Zugang
zum Arbeitsplatzrechner 10 ist gesperrt, werden gleichzeitig die Verriegelungsvorrichtungen
20, 21, 22 verriegelt. Damit ist auch ein Zugang zu den betreffenden Behältern ausgeschlossen.
Wird der Zugangsschutz durch Eingabe eines zutreffenden Passwortes deaktiviert, so
werden gleichzeitig Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 entriegelt.
[0018] Über die Rückmeldekontakte der Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 wird bei allen
Verriegelungs- und Entriegelungsvorgängen der Status der Verriegelungsvorrichtungen
20, 21, 22 abgefragt. Im Arbeitsplatzrechner 10 kann auf diese Weise ein Protokoll
über die Zustände der Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 aufgezeichnet werden.
[0019] Die Verbindung zwischen dem Arbeitsplatzrechner 10 und den Verriegelungsvorrichtungen
20, 21, 22 erfolgt über eine übliche Schnittstelle 14 des Arbeitsplatzrechners 10,
bevorzugte eine serielle Schnittstelle RS 232. An der Schnittstelle 14 liegt ein Umwandler
15, welcher die Anpassung zu einem bidirektionalen Bus 16 herstellt. Der Bus 16 liegt
ferner an einer Steuervorrichtung 17, welche die einzelnen Verriegelungsvorrichtungen
20, 21, 22 ansteuert.
[0020] Das Verfahren zum Sichern der Behälter verläuft typischerweise folgendermaßen. Nimmt
man an, dass zu Beginn alle Behälter verriegelt und der Arbeitsplatzcomputer 10 ausgeschaltet
sind, dann ist zunächst ein Einloggen in den Arbeitsplatzcomputer 10 durch einen berechtigten
Benutzer erforderlich. Der Benutzer startet das Authentifizierungsmodul 11 und führt
eine Authentifizierung durch. Üblicherweise erfolgt dies durch Eingabe eines Passwortes.
Grundsätzlich sind aber auch andere Methoden möglich, beispielsweise eine biometrische
Identifizierung. Wenn dieser Vorgang erfolgreich abgeschlossen wird, erhält der Benutzer
Zugang zum Arbeitsplatzcomputer und gleichzeitig werden die Verriegelung Elemente
20,21,22 zum Entriegeln der Behälter angesteuert, so dass der Benutzer auch Zugang
zu den Behältern erhält.
[0021] Dieser kombinierte Zugang bleibt solange aufrecht, wie der Benutzer am Arbeitsplatzcomputer
10 aktiv ist, beispielsweise durch Betätigen der Tastatur. Wenn für eine vorbestimmte
Zeit keine Aktivitäten am Arbeitsplatzcomputer 10 ausgeführt werden sperrt das Modul
11 den Zugang zum Arbeit als Computer 10. Ausgelöst durch diese Sperre werden gleichzeitig
die Verriegelung Vorrichtungen 20, 21, 22 in ihren verriegelten Zustand gebracht,
so dass auch die Behälter nicht mehr zugänglich sind. Die Sperre des Arbeitsplatzcomputers
10 und die Verriegelung der Behälter wird gemeinsam nur aufgehoben, wenn ein erneuter
Authentifizierungsvorgang erfolgreich durchgeführt wird.
[0022] Wenn der Arbeitsplatzcomputer 10 heruntergefahren wird und durch die Rückmeldekontakte
der Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 gemeldet wird, dass sich die Behälter in
entriegeltem Zustand befinden, wird am Bildschirm eine Aufforderung zum Verriegeln
der Behälter angezeigt. Mittels der Steuereinheit 13 kann dann der Benutzer ferngesteuert
die Verriegelung der Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 durchführen.
[0023] Alternativ kann vorgesehen sein, dass beim Herunterfahren des Arbeitsplatzcomputers
10 die Verriegelungsvorrichtungen 20, 21, 22 über die Auswerteeinheit 12 automatisch
verriegelt werden.
1. Vorrichtung zum Sichern mindestens eines Behälters, beispielsweise einer Schublade,
der mit einer ferngesteuerten Verriegelungsvorrichtung versehen ist, gegen unberechtigtes
Öffnen, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Datenverbindung zu einem Arbeitsplatzcomputer (10) vorhanden ist, dass der Arbeitsplatzcomputer
(10) mit einem Programm zum Durchführen einer Sicherheitsabfrage versehen ist, mit
welchem der Zugang zum Arbeitsplatzcomputer (10) geregelt wird, dass eine von diesem
Programm angesteuerte Auswerteeinheit (12) sowie eine Steuereinheit (13) für die Verriegelungsvorrichtung
(20, 21, 22) vorhanden sind, welche in Abhängigkeit vom Ablauf und Ergebnis der Sicherheitsabfrage
die Verriegelungsvorrichtung (20, 21, 22) zum Verriegeln oder zur Freigabe des Behälters
ansteuern.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Programm zum Steuern einer Sicherheitsabfrage ein Bildschirmschoner mit Passwortabfrage
ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorrichtung zur biometrischen Identifizierung eines Benutzers vorhanden ist,
und dass das Programm zum Steuern einer Sicherheitsabfrage mit dieser Identifizierungsvorrichtung
zusammenwirkt.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Behälter mit Verriegelungsvorrichtungen (20, 21, 22) vorhanden sind, welche
von der Steuereinheit (13) angesteuert werden.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede Verriegelungsvorrichtung (20, 21, 22) mit einem Statusmelder versehen ist, welcher
Statusmeldungen an die Auswerteeinheit (12) sendet.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit in Abhängigkeit von der empfangenen Statusmeldung eine Bildschirmanzeige
am Arbeitsplatzcomputer (10) ansteuert.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit und/oder die Steuereinheit über ein Bedienelement des Arbeitsplatzcomputers
(10) zur Betätigung der Verriegelungsvorrichtung (20, 21, 22) ansteuerbar sind.
8. Verfahren zum Sichern mindestens eines Behälters, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsvorrichtung in Abhängigkeit vom Ergebnis eines Authentifizierungsvorgangs
gleichzeitig mit der Freigabe oder der Sperre des Arbeitsplatzcomputers (10) entriegelt
bzw. verriegelt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Benutzer des Bildschirmarbeitsplatzes beim Herunterfahren des Arbeitsplatzcomputers
(10) automatisch daran erinnert wird, dass Türen und Schubladen geschlossen und verriegelt
werden müssen.