[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Kunststoff-Abstandshalterrahmen
für Isolierscheiben oder Isolierglassysteme sowie die nach dem Verfahren hergestellten
Kunststoff-Abstandshalterrahmen selbst.
[0002] Herkömmlich werden Metallhohlprofile als Abstandshalter verwendet und als Endlosmaterial
auf Biegemaschinen zu den Abstandshalterrahmen verarbeitet.
[0003] Die Metallprofile weisen allerdings eine hohe thermische Leitfähigkeit auf, weshalb
verschiedentlich vorgeschlagen wurde, diese durch Profile aus einem Kunststoffmaterial
zu ersetzen.
[0004] Bei der Herstellung der Kunststoff-Abstandshalterrahmen für Isolierscheiben werden
Kunststoffhohlprofile auf den konventionellen Biegemaschinen vor allem im kalten Zustand
verarbeitet, was aufgrund der hohen Rückprallelastizität des Kunststoffs zu Problemen
führt.
[0005] Diese Probleme bestehen insbesondere in störenden Verformungen des Kunststoffhohlprofils
und/oder unzulässigen Maßabweichungen vor allem im Winkelbereich aber auch in den
Schenkellängen.
[0006] In den deutschen Patentanmeldungen DE 198 05 348 A1 und DE 198 07 454 A1 sind Kunststoff-Abstandshalter
beschrieben, bei denen über die Länge der Kunststoffhohlprofile Metallverstärkungselemente
eingebettet sind, die beim Verbiegen den elastischen Rückfedereffekt des Kunststoffmaterials
zurückdrängen sollen.
[0007] Es hat sich allerdings gezeigt, daß das Einbringen solcher in Längsrichtung durchgehender
Verstärkungselemente im Herstellungsprozeß, insbesondere in der Profil-Extrusion zwar
möglich ist, jedoch einen höheren Werkzeug- und Apparateaufwand verlangt. Außerdem
wird der Fertigungsprozeß solcher Profile störanfälliger, die Ausbringungsleistung
des Prozesses ist reduziert und man beobachtet eine höhere Ausschußquote.
[0008] Darüber hinaus erhöhen die in Längsrichtung durchgehend eingebetteten Verstärkungselemente
die Wärmeleitfähigkeit des Abstandshalters und verursachen zusätzliche Materialkosten.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zu finden, mit dem Kunststoff-Abstandshalter
für Isolierscheiben auf herkömmlichen Biegeanlagen (für die Herstellung von Abstandshalterrahmen
aus Metall gebräuchlich) verarbeitet werden können, ohne daß die vorgenannten Probleme
in Kauf zu nehmen sind.
[0010] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs beschriebenen Verfahren erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß ein Kunststoffhohlprofil an einem abzuwinkelnden Bereich mit einem Versteifungselement
versehen wird und anschließend das Kunststoffprofil zusammen mit dem Versteifungselement
gebogen wird.
[0011] Alternativ kann das Kunststoffhohlprofil in einem zur Abwinkelung vorgesehenen Bereich
gebogen und anschließend mit einem Versteifungselement versehen werden.
[0012] Überraschenderweise zeigt sich, daß für die Stabilisierung der so erhaltenen Eckbereiche
von Kunststoff-Abstandshalterrahmen, in denen die Kunststoffhohlprofile abgewinkelt
sind, die Anbringung von auf diesen Bereich beschränkten Versteifungselementen völlig
ausreichend ist, um dem elastischen Rückfedereffekt des Kunststoffmaterials entgegenzutreten.
[0013] Damit entfällt die Notwendigkeit bereits bei der Herstellung der Kunststoffhohlprofile,
durchgehend in Längsrichtung Verstärkungselemente vorzusehen, wie dies im Stand der
Technik der Fall war, so daß nicht nur die damit in Zusammenhang stehenden Probleme
und Kosten vermieden werden können, sondern es wird darüber hinaus auch eine Erhöhung
der Wärmeleitfähigkeit der Kunststoffhohlprofile bzw. des Kunststoff-Abstandshalterrahmens
im wesentlichen vermieden. Obwohl das Versteifungselement jeweils nur über eine kurze
Strecke die beiden einen Eckbereich des Rahmens bildenden Profilschenkel reicht, ist
dies für die Stabilisierungswirkung des gebildeten Eckbereichs ausreichend zur Kompensierung
des Rückstellungseffekts oder Rückfedereffekts, der durch das Kunststoffmaterial des
Kunststoffhohlprofils sonst zu gewärtigen wäre.
[0014] Bei einem bevorzugten Verfahren werden die Verstärkungselemente als Metallteile ausgeführt
und weiter bevorzugt weisen diese Metallteile im Bereich der Biegung eine Verjüngung
oder Einschnürung auf.
[0015] Metallteile eignen sich als Versteifungselemente insbesondere deshalb, weil sie sich
gut verformen lassen und die Verformung bleibend ist. Dadurch können sie verläßlich
dem elastischen Rückfedereffekt des Kunststoffmaterials entgegenwirken. Wird das Versteifungselement
als Metallteil im Bereich der Biegung mit einer Verjüngung ausgebildet, so wird bereits
seitens des Versteifungselements die Biegestelle am Kunststoffhohlprofil vordefiniert
und darüber hinaus erleichtert das Weniger an Material im Biegebereich seitens des
Versteifungselements die Verformung des Kunststoffhohlprofils, da dessen Kunststoff-Material
zusätzlich Raum zum Ausweichen beim Biegevorgang findet.
[0016] Eine bevorzugte Verwendung des Versteifungselements liegt darin, dieses in den Hohlraum
des Kunststoffprofils an der Stelle einzusetzen, an der das Kunststoffhohlprofil umgebogen
werden soll. Dadurch wird das Versteifungselement in dem Kunststoffhohlprofil verborgen
und fällt optisch überhaupt nicht ins Gewicht.
[0017] Alternativ hierzu kann das Versteifungselement auch an den äußeren Oberflächen des
Kunststoffhohlprofils angeordnet werden, die später bei der zusammengesetzten Isolierglasscheibe
unsichtbar bleiben, d. h. bei den Seitenwänden und der vom Rahmen aus gesehen außenliegenden
Oberfläche. Dies läßt eine besonders einfache Fertigung zu.
[0018] Bevorzugt wird dann, wenn das Versteifungselement an den Seitenwandungen oder an
der beim fertigen Rahmen außenliegenden Oberfläche des Kunststoffhohlprofils angeordnet
werden soll, Aussparungen im Kunststoffhohlprofil zum Einsetzen der Versteifungselemente
vorgesehen. Diese Aussparungen können zum einen über die gesamte Länge des Kunststoffhohlprofils
vorgesehen sein und bereits bei der Extrusion des Profils mit ausgebildet werden oder
aber in das Kunststoffhohlprofil in den Bereichen der Biegungen eingeformt werden.
Beim Einformen werden vorzugsweise spanende Bearbeitungsschritte verwendet.
[0019] Das Einformen der Aussparungen lediglich in den Bereichen, in denen die Biegung vorgenommen
werden soll, läßt eine einfachere Geometrie des Kunststoffhohlprofils zu. Andererseits
muß an den Stellen, an denen die Versteifungselemente eingesetzt werden sollen, nicht
zusätzlich die Wandstärke vergrößert werden, da anstelle des spanend entfernten Kunststoffmaterials
hier die Versteifungselemente eingesetzt werden und so dem Kunststoffhohlprofil im
wesentlichen dieselbe Steifigkeit wieder zurückgeben oder aber diese sogar erhöhen.
[0020] Bei der Verwendung von Metallteilen als Versteifungselemente wird deren Oberfläche
mindestens in den Bereichen, die mit dem Kunststoffhohlprofil in Berührung stehen,
vorzugsweise aufgerauht, was eine besonders sichere Halterung des Versteifungselements
in dem Kunststoffhohlprofil erlaubt, ebenso wie eine formschlüssige Verbindung des
Versteifungselements mit dem Kunststoffhohlprofil, über die die stabilisierende Wirkung
auf den Eckbereich besonders gut übertragen wird.
[0021] Wie bereits zuvor erwähnt, kann nach dem erfindungsgemäßen Verfahren selbstverständlich
auch die Bildung eines Eckbereichs zunächst durch ein Umbiegen des Kunststoffhohlprofils
erfolgen und anschließend ein Verstärkungselement eingesetzt werden. Das Verstärkungselement
fixiert dann bei dieser Verfahrensvariante das zum Eckbereich gebogene Kunststoffhohlprofil
in seiner Winkelstellung. Bei dieser Verfahrensvariante eignen sich als weitere Versteifungselemente
schnell aushärtende Harze, niedrigschmelzende Metallegierungen oder spritzfähige,
biegesteife Kunststoffe, die dann in der abgewinkelten Stellung des Kunststoffhohlprofils
im Bereich der Biegung in das Profil eingebracht werden, aushärten/erkalten und dadurch
dem elastischen Rückfedereffekt des Kunststoffhohlprofils entgegenwirken. Die dabei
verwendeten Harz- oder Kunststoffmaterialien können verstärkt, insbesondere faserverstärkt
sein.
[0022] Selbstverständlich eignen sich bei dieser Verfahrensvariante auch metallische Versteifungselemente,
die vorgefertigt sind und die nach erfolgter Biegung des Kunststoffhohlprofils im
Eckbereich eingesetzt werden. Hier können beispielsweise U-förmige Bügel verwendet
werden, die mit zwei abstehenden Zapfen in jeweils einen Schenkel der von dem Kunststoffhohlprofil
gebildeten Winkelstruktur eingreifen und so das Kunststoffhohlprofil in der abgewinkelten
Stellung fixieren.
[0023] Ebenfalls möglich ist die Verwendung von zu Winkeln zu biegenden Flachmaterialien,
wobei hier beispielsweise vorgesehen werden kann, daß die Flachmaterialien an der
abzubiegenden Stelle eine dreieckige oder V-förmige Aussparung aufweisen, wobei die
beiden Schenkel dieser V-förmigen Aussparung im gebogenen Zustand aneinander zu liegen
kommen und beispielsweise mit einem Schweißpunkt miteinander verbunden und so fixiert
werden können. Dies bringt dem Versteifungselement bzw. dem so hergestellten Kunststoff-Abstandshalterrahmen
zusätzliche Stabilität.
[0024] Als weitere Versteifungselemente eignen sich bei den erfindungsgemäßen Verfahren
auch gitterartige Strukturen mit sich überkreuzenden Stegen, die entweder zunächst
in das Profil eingebracht und dann zusammen mit dem Profil umgebogen werden oder aber
die bereits zu einer Winkelstruktur vorgebogen in das dann zunächst zu einem Winkel
gebogene Kunststoffhohlprofil eingesetzt werden.
[0025] Bevorzugt werden metallische Versteifungselemente in der gebogenen Form durch Schweißen,
Kleben oder Stauchen fixiert.
[0026] Alternativ hierzu kann auch ein Ausgießen, Einschmelzen oder Einkleben der Versteifungselemente
vorgenommen werden, um diese zusätzlich zu fixieren und gegebenenfalls zusätzlich
eine Verminderung des elastischen Rückfedereffekts des Kunststoffhohlprofils zu bewirken.
[0027] Schließlich sind Gegenstand der vorliegenden Erfindung Kunststoff-Abstandshalterrahmen
für Isolierscheiben oder Isolierglassystem aus einem Kunststoffhohlprofil mit einem
oder mehreren abgewinkelten Bereichen oder Ecken, wobei der Rahmen in den Eckbereichen
jeweils ein Versteifungselement angeordnet umfaßt.
[0028] Bevorzugte Versteifungselemente sind wie oben ausgeführt Metallteile, insbesondere
in Form von Hohlprofilen, in Form von Flachmaterial (Vollmaterial) oder Rundprofilen.
[0029] Gemäß einer Variante werden die Versteifungselemente im Innern des Kunststoffhohlprofils
angeordnet und sind so dem Auge im wesentlichen verborgen.
[0030] Alternativ kann vorgesehen sein oder auch ergänzend, daß Versteifungselemente außen
an den Oberflächen des Kunststoffhohlprofils angeordnet sind. Dabei werden bevorzugt
solche Oberflächen ausgewählt, die später bei dem fertiggestellten Isolierglassystem
oder den Isolierscheiben dem Auge verborgen bleiben. Dies sind insbesondere die Seitenflächen
der Kunststoffhohlprofile oder aber auch die beim fertigen Rahmen außenliegenden Oberflächen.
[0031] Werden die Versteifungselemente nicht im Innern des Kunststoffhohlprofils angeordnet,
dann empfiehlt es sich, an den beaufschlagten Oberflächen Aussparungen vorzusehen,
wobei diese von vornherein im Kunststoffhohlprofil einextrudiert sein können oder
aber nachträglich im Eckbereich eingeformt werden können.
[0032] Weiter bevorzugt werden die an den seitlichen oder außenliegenden Oberflächen der
Kunststoffhohlprofile eingesetzten oder eingelegten Versteifungselemente vergossen
oder in das Kunststoffhohlprofil eingeschmolzen.
[0033] Dies bewirkt eine besonders sichere Halterung der Versteifungselemente, so daß sie
bei der Handhabung des Kunststoff-Abstandshalterrahmens nicht verloren werden.
[0034] Diese und weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung werden
im folgenden anhand der Zeichnung noch näher erläutert. Es zeigen im einzelnen:
- Fig. 1
- eine ausschnittsweise Darstellung eines erfindungsgemäßen Abstandshalterprofilrahmen
mit einem Versteifungselement aus Flachmaterial;
- Fig. 2
- eine Variante des erfindungsgemäßen Kunststoff-Abstandshalterrahmens gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- eine andere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Kunststoff-Abstandshalterrahmens
mit mehreren Varianten des Versteifungselements;
- Fig. 4
- eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Kunststoff-Abstandshalterrahmens;
- Fig. 5
- eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Kunststoff-Abstandshalterrahmens;
- Fig. 6 bis 9
- Schnittdarstellungen von erfindungsgemäßen Kunststoff-Abstandshalterrahmen mit mehreren
Varianten der erfindungsgemäßen Versteifungselemente;
- Fig. 10
- zwei weitere Varianten von erfindungsgemäß zu verwendenden Versteifungselementen bei
Kunststoff-Abstandshalterrahmen;
- Fig. 11
- eine weitere Variante eines Kunststoff-Abstands-halterrahmens mit einem erfindungsgemäß
eingesetzten Versteifungselement.
[0035] Fig. la zeigt ausschnittsweise einen erfindungsgemäßen Kunststoffhohlprofilrahmen
10, der als Abstandshalter für Isolierglasscheiben dient, und zwar einen Eckbereich
12. Der Abstandshalterrahmen 10 setzt sich im wesentlichen aus einem Kunststoffhohlprofil
14 und in den Eckbereichen 12 eingesetzten Versteifungselementen 16 zusammen. Die
Versteifungselemente 16 sind aus einem bandförmigen metallischen Material, beispielsweise
Stahlblech, gefertigt und weisen im Querschnitt (vgl. Fig. 1d) eine trapezförmige
oder schwalbenschwanzförmige Struktur auf. Das Kunststoffhohlprofil 14 weist an seinen
Seitenwandungen 18 Aussparungen auf, die komplementär zu dem in Fig. 1d dargestellten
Querschnitt des metallischen Bandmaterials 16 sind. Dadurch lassen sich die metallischen
Versteifungselemente 16 in die Seitenfläche des Kunststoffhohlprofils einschieben
oder einklipsen, letzteres insbesondere dann, wenn die Trapezstruktur des Querschnitts
des Bandmaterials 16 nicht all zu ausgeprägt ausgebildet ist (vgl. Schnittdarstellung
in Fig. 1b).
[0036] Die dann in dem Kunststoffhohlprofil in gerader Form eingesetzten Versteifungselemente
16 (Fig. 1c) können dann zusammen mit dem Hohlprofil 14 zu einem Eckbereich 12 gebogen
werden, wie dies in Fig. 1a letztendlich dargestellt ist.
[0037] Eine Variante des erfindungsgemäßen Abstandshalterrahmens aus Fig. 1 ist in Fig.
2 dargestellt, wobei dort ein Ausschnitt aus einem Kunststoff-Abstandshalterrahmen
20 in Fig. 2a gezeigt ist. Auch hier weist der Eckbereich 22 in einem Kunststoffhohlprofil
24 seitlich eingesetzte Versteifungselemente 26 auf, die entweder in gerader Form,
wie in Fig. 2b dargestellt, in das noch gerade Kunststoffhohlprofil 24 eingesetzt
werden und dann zusammen mit diesem zu einem Eckbereich 22 gebogen werden oder aber
vorgebogen werden, wie in Fig. 2c dargestellt, und dann in einen bereits abgebogenen
Eckbereich des Kunststoffhohlprofils 24 eingesetzt werden.
[0038] Bevorzugt weist auch hier das Versteifungselement 26 aus einem Bandmaterial wieder
im Querschnitt eine Trapezform auf, so daß die in den Seitenwandungen des Profils
24 enthaltenen Hinterschneidungen das metallische Versteifungselement 26 dort sicher
an Ort und Stelle halten.
[0039] Das Versteifungselement 26 ist gemäß der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform in Längsrichtung
gesehen mit einer mittigen Einschnürung 27 versehen, welche beim Biegen weniger Materialzwängungen
verursacht.
[0040] Fig. 3 zeigt eine andere Variante der vorliegenden Erfindung, bei der der Abstandshalterrahmen
30 im Eckbereich 32 mit stabförmigen, in ein Hohlprofil 34 eingesetzten Versteifungselementen
36 fixiert wird. Den ausschnittsweisen Rahmen mit den seitlich eingesetzten Versteifungselementen
36 zeigt Fig. 3a, während Fig. 3b eine Schnittansicht längs Linie IIIb-IIIb zeigt,
aus der der kastenförmige Querschnitt des Hohlprofils 34 ersichtlich ist ebenso wie
die in dem Hohlprofil 34 eingeformten Aussparungen 38. Die Aussparungen können entweder
von vornherein in das Hohlprofil 34 beim Extrusionsvorgang eingeformt werden oder
nachträglich beispielsweise spanend bzw. durch Ausfräsen auf den Eckbereich beschränkt
hergestellt werden.
[0041] Wie zuvor können die Versteifungselemente 36 in die Seitenflächen des Hohlprofils
34 im Eckbereich nach dem Biegevorgang eingesetzt werden oder aber bereits zuvor in
den vorgesehenen Bereich eingesetzt werden und dann zusammen mit dem Hohlprofil 34
zur Ausbildung des Eckbereichs 32 gebogen werden.
[0042] Die Versteifungselemente 36 können einen rechteckigen Querschnitt, wie in Fig. 3d/3e
gezeigt, oder aber auch einen runden Querschnitt, in Fig. 3f/3g gezeigt, aufweisen.
[0043] Eine weitere Variante der Versteifungselemente zeigt Fig. 3h, wo das Versteifungselement
36" eine aufgerauhte, beispielsweise gerändelte Oberfläche besitzt, was einen besseren
Formschluß mit dem Kunststoff des Hohlprofils 34 ermöglicht.
[0044] Wie in Fig. 3c gezeigt, können die Aussparungen 38' entweder mit den Versteifungselementen,
hier in Form der Versteifungselemente 36', belegt werden oder aber, wie im unteren
Bereich der Fig. 3c gezeigt, zunächst offen gelassen und dann mit Harzen oder Kunststoff,
die auch Verstärkungsstoffe enthalten können, ausgegossen werden können. Alternativ
bietet sich für das Ausgießen eine niederschmelzende Metallegierung an. Auch damit
lassen sich die Rückstellkräfte des Kunststoffmaterials des Kunststoffhohlprofils
34 in ausreichendem Maße kompensieren.
[0045] Eine weitere Variante der erfindungsgemäßen Abstandshalterrahmen ist in Fig. 4a gezeigt,
wo ein Abstandshalterrahmen 40 mit seinem Eckbereich 42 dargestellt ist. In das Kunststoffhohlprofil
44 ist ein Versteifungselement 46 seitlich in eine Aussparung 48 und zusammen mit
dem Hohlprofil 44 zur Bildung des Eckbereichs gebogen. Alternativ kann das Versteifungselement
46 vorgeformt werden und dann in den bereits ausgebildeten Eckbereich 42 des Hohlprofils
44 bzw. des Rahmens 40 eingesetzt werden. Die Besonderheit bei dem Versteifungselement
46 liegt darin, daß es an der Knickstelle zunächst einen parallel zur Längsrichtung
des Versteifungselements 46 ausgerichteten länglichen Durchbruch 47 (vgl. Fig. 4b)
aufweist und gegebenenfalls im jeweiligen Randbereich V-förmige Einkerbungen 49, die
im exakten Punkt für das Abbiegen des Versteifungselements 46 vorgeben.
[0046] Im abgebogenen Zustand kommen die Seitenkanten des Durchbruchs 47 in einem mittleren
Bereich aneinander zur Anlage (vgl. Fig. 4A) und können dann mit einem Schweißpunkt
fixiert werden. Dadurch läßt sich eine weitere Versteifung des Eckbereichs erzielen.
[0047] Im Querschnitt kann das Versteifungselement 46 wieder trapezförmig sein, wie dies
beispielhaft in Fig. 1 angegeben ist und in korrespondierend ausgebildete Ausnehmungen
48 der Seitenwände des Hohlprofils 44 eingepaßt werden.
[0048] Eine andere Variante zu dem in Fig. 4 dargestellten Versteifungselement ist in Fig.
5a gezeigt, wobei dort das Versteifungselement 52 eine V-förmige Einkerbung 54 aufweist,
die den Biegepunkt für das Versteifungselement 52 definiert.
[0049] Alternativ kann, wie strichpunktiert in Fig. 5a dargestellt, das Versteifungselement
aus einem gezackten Endlosmaterial ausgebildet werden, so daß sich dieses in beliebiger
Länge jeweils auf den Anwendungsfall bezogen ablängen läßt und als Versteifungselement
in unterschiedlichen Anwendungen einsetzen läßt.
[0050] Nachdem das Versteifungselement als solches oder aber zusammen mit einem Kunststoffhohlprofil
zu einem Eckbereich gebogen ist (siehe Fig. 5b), werden die nun aneinanderliegenden
Kanten der Einkerbung 54 bei einem Schweißpunkt oder einer Schweißnaht 56 miteinander
verbunden und führen so zu einer erhöhten Steifigkeit des in einem Winkelbereich gebogenen
Versteifungselements 52, was einer erhöhten Aufnahme von Rückstellkräften des gebogenen
Kunststoffhohlprofils oder Kunststoff-Abstandshalters entspricht. Im Querschnitt kann
dieses Versteifungselement 52 wieder ähnlich wie in Fig. 1 ausgebildet sein, so daß
sich hier wieder eine gute Fixierung in einer Seitenfläche des Kunststoffhohlprofils
ergibt.
[0051] Die Figuren 6, 7 und 8 zeigen unterschiedliche Varianten der Anordnung der Versteifungselemente
bei kastenförmigen Hohlprofilen, wobei in Fig. 6 ein Hohlprofil 58, welches in Längsrichtung
einen Innensteg 60 aufweist, in zwei abgeschrägten Eckbereichen 61, 62 mit Ausnehmungen
64 versehen ist, in welche Verstärkungselemente 66 eingesetzt werden können. Auch
hier gilt, daß die Versteifungselemente entweder zusammen mit dem Kunststoffhohlprofil
58 zusammen zu einem Eckbereich gebogen werden können oder aber nach dem Biegen des
Kunststoffhohlprofils 58 in die Aussparungen 64 im Eckbereich eingesetzt werden. Auch
hier können die Aussparungen von vornherein in das Profil 58 eingeformt werden oder
aber nachträglich über die vorgesehene Länge der Versteifungselemente nachträglich
in das Hohlprofil eingearbeitet werden.
[0052] Die in Fig. 7 gezeigte Variante eines Hohlprofils 68 ähnelt im Querschnitt dem Hohlprofil
58, weist jedoch an seiner beim fertigen Rahmen nach außen weisenden Oberfläche einen
in Längsrichtung durchgehenden verstärkten Mittelstreifen 70 auf, der über einen Innensteg
72 mit der gegenüberliegenden, nach innen weisenden Wandung des Hohlprofils 68 verbunden
ist. Dieser verstärkte Mittelstreifen 70 weist eine Ausnehmung 74 auf, die entweder
von vornherein beim Extrudieren des Hohlprofils 68 ausgebildet werden kann oder aber
nachträglich in das Profil 68 im Eckbereich eingearbeitet wird und welche ein Versteifungselement
76 aufnimmt. Das Versteifungselement 76 weist bevorzugt im Querschnitt eine trapezförmige
Struktur auf und läßt sich so sicher in die Aussparung 74 einklipsen. Wiederum kann
das Versteifungselement 76 in einem bereits fertig ausgebildeten Eckbereich und selber
bereits zum Eckbereich gebogen eingesetzt werden oder aber in das noch gerade Hohlprofil
68 eingesetzt und zusammen mit diesem zum Eckbereich gebogen werden.
[0053] Schließlich zeigt Fig. 8 ein Hohlprofil 78 mit einem im wesentlichen exakten Rechteckquerschnitt,
bei welchem die Hohlkammer durch einen Innensteg 80, wie bereits in ähnlicher Form
in den Figuren 6 und 7 gezeigt, in Längsrichtung zweigeteilt ist. An der später außenliegenden
Oberfläche des Hohlprofils 78 werden Rundstäbe als Verstärkungselemente 82 in Ausnehmungen
84 eingefügt, wobei auch hier wieder gilt, daß die Versteifungselemente 82 vor dem
Biegen des Hohlprofils 78 oder erst nach Ausbildung des Eckbereichs und dann bereits
auf den Winkel vorgebogen in die Ausnehmungen 84 eingefügt werden können.
[0054] Fig. 9 zeigt eine weitere Variante der vorliegenden Erfindung, bei der ein Hohlprofil
86 an seinen Seitenwänden Aussparungen 88 aufweist, in die Verstärkungselemente 90,
90' eingesetzt werden können. Die Versteifungselemente 90 und 90' der Fig. 9 weichen
von den zuvor gezeigten Versteifungselementen dadurch ab, daß sie zapfenförmige Vorsprünge
92, 92' aufweisen, die in entsprechende Bohrungen der Seitenwand des Hohlprofils 86
eingreifen. Dabei sind die mit dem Bezugszeichen 92 bezeichneten Zapfen oder Vorsprünge
relativ kurz gehalten und greifen in ein Sackloch der Seitenwandung des Hohlprofils
86 ein, während die Vorsprünge oder Zapfen 92' in durchgehende Bohrungen der Seitenwand
des Hohlprofils 86 eingreifen.
[0055] Fig. 10 zeigt schließlich einen Ausschnitt aus einem erfindungsgemäßen Abstandshalterrahmen
100, welcher aus einem Hohlprofil 102 hergestellt ist und einen Eckbereich 104 umfaßt.
Auch hier wird wieder ein erfindungsgemäßes Versteifungselement 106 verwendet, welches
als U-förmiger Bügel (vgl. Fig. 10b) ausgeführt ist. Die freien Schenkel 108 des bügelförmigen
Versteifungselements 106 greifen als Zapfen in Bohrungen, die in der Seitenwand des
Hohlprofils 102 vorgesehen sind, ein und fixieren damit das Hohlprofil 102 in gebogenem
Zustand.
[0056] Alternativ kann das Versteifungselement 106 auch eine gebogene Konfiguration aufweisen,
wie in Fig. 10c gezeigt, wodurch sich der Abstand der in die Seitenwand des Hohlprofils
102 eingreifenden Zapfen von dem Eckpunkt des Eckbereichs 104 vergrößern und damit
der Stabilisierungseffekt erhöhen läßt. Schließlich ist in Fig. 11 ein erfindungsgemäßer
Abstandshalterrahmen 110 ausschnittsweise mit einem Eckbereich 112 dargestellt. Der
Rahmen 110 ist aus einem Kunststoffhohlprofil 114 gebildet, welches an seinen Seitenflächen
eine Aufnahme oder Aussparung 116 für ein Versteifungselement 118 aufweist. Das Versteifungselement
weist eine gitterförmige Struktur auf, bei der sich überkreuzende Stege eine Aussteifung
des Eckbereichs bewirken.
[0057] Die vorstehende Beschreibung zeigt im einzelnen und deutlich, daß der erfindungsgemäße
Grundgedanke, die Rückstellkräfte der Kunststoffhohlprofile bei der Bildung eines
abgewinkelten Kunststoff-Abstandshalterrahmens durch das Einsetzen von Versteifungselementen
in diesen Eckbereichen zu kompensieren, in vielfältiger Weise, für die die vorstehend
im einzelnen beschriebenen Beispiele Zeugnis geben, realisiert werden kann.
[0058] Einzelheiten, die vorstehend für spezifische Formen der Versteifungselemente beschrieben
sind, lassen sich häufig bei anderen Vorrichtungen ebenso realisieren, auch wenn nicht
in jedem Fall einzeln darauf verwiesen wurde.
1. Verfahren zum Herstellen von Kunststoff-Abstandshalterrahmen für Isolierscheiben,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Kunststoffhohlprofil an einem abzuwinkelnden Bereich mit einem Versteifungselement
versehen wird und anschließend das Kunststoffprofil zusammen mit dem Metallteil gebogen
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement ein Metallteil ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement im Bereich der Biegung einen verjüngten Querschnitt aufweist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungsteil in den Hohlraum des Kunststoffprofils eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallteil als Hohlprofil, mit rundem oder polygonalem Querschnitt oder als volles
Flachmaterial oder Rundprofil ausgebildet ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement in seitlichen Aussparungen des Kunststoffhohlprofils im Bereich
der Biegung eingesetzt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Metallteil an mindestens einem Teil der Oberflächen, die in Kontakt mit dem Kunststoffprofil
stehen, aufgerauht ist.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Aussparungen im Bereich der Biegung in das Kunststoffhohlprofil, vorzugsweise
durch spanende Bearbeitung, eingeformt werden.
9. Verfahren zur Herstellung von Kunststoff-Abstandshalterrahmen für Isolierscheiben,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Kunststoffhohlprofil in einem zur Biegung vorgesehenen Bereich gebogen und anschließend
mit einem Versteifungselement versehen wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement aus einem schnell aushärtenden Harz, einer niedrigschmelzenden
Metallegierung oder einem spritzfähigen, biegesteifen, gegebenenfalls faserverstärkten
Kunststoff gebildet wird und in eine seitliche Ausnehmung des Kunststoffprofils in
dem gebogenen Bereich eingebracht wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Harz oder der spritzfähige Kunststoff Verstärkungsstoffe enthält und insbesondere
faserverstärkt ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement in gebogener Form fixiert ist, vorzugsweise geschweißt, geklebt
oder gestaucht ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß als Versteifungselement ein U-förmiger Bügel verwendet wird, welcher mit zwei Zapfen
in das Kunststoffprofil eingesetzt wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement als eine gitterartige Struktur ausgebildet ist.
15. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Einsetzen des Versteifungselements bzw. nach dem Biegen des Kunststoffhohlprofils
zusammen mit dem Versteifungselement letzteres eingegossen wird oder in das Material
des Kunststoffelements eingeschmolzen wird.
16. Kunststoff-Abstandshalterrahmen für Isolierscheiben aus einem Kunststoffhohlprofil
mit einem oder mehreren abgewinkelten Bereichen, dadurch gekennzeichnet, daß der Rahmen in den abgewinkelten Bereichen jeweils mindestens ein Verstärkungselement
angeordnet umfaßt.
17. Kunststoff-Abstandshalterrahmen nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement ein Metallteil, insbesondere in Form eines Hohlprofils, eines
vollen Flachmaterials oder Rundprofils ist.
18. Kunststoff-Abstandshalterrahmen nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement im Innern des Kunststoffhohlprofils angeordnet ist.
19. Versteifungselement nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement an einer oder mehreren außenliegenden Oberflächen des Kunststoffhohlprofils
angeordnet ist.
20. Kunststoff-Abstandshalterrahmen nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß er an den Außenoberflächen Aussparungen aufweist.
21. Kunststoff-Abstandshalterrahmen nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Versteifungselemente vergossen oder eingeschmolzen sind.