[0001] Die Erfindung betrifft eine Flüssiglebensmittelkühlanlage, insbesondere für Milch,
mit einem Kühlmittelkreislauf, der einen Direktkühler, einen Eisspeicher und ein Kälteaggregat
umfaßt.
[0002] Bei der Verarbeitung flüssiger Lebensmittel, insbesondere der Milchverarbeitung,
ist es erforderlich, angelieferte Milch rasch und zuverlässig auf niedrige Temperaturen
zu kühlen. Wegen lebensmittelrechtlicher Vorschriften kann das Lebensmittel, bspw.
Milch, nicht direkt mit Kältemittel gekühlt werden, sondern es muß ein lebensmittelverträgliches
Kühlmittel, i.d.R. Wasser, zwischengeschaltet sein. Erwünscht sind Temperaturen im
Bereich von etwa 4°C und dafür werden Kühlmitteltemperaturen von etwa 0 °C - 1 °C
benötigt. Die dafür verwendeten Milchkühlanlagen verursachen einen beträchtlichen
Teil der Anschaffungs- wie auch der Betriebskosten von Molkereien. Aus offenkundiger
Vorbenutzung sind Milchkühlanlagen bekannt, bei denen zur Kühlung ein sogenannter
Eisspeicher verwendet wird. Bei einem Eisspeicher wird in Zeiten, während denen keine
Milch angeliefert wird, eine Eisschicht auf Kühlerrohren des Eisspeichers erzeugt.
Es wird solange Eis auf den Rohren erzeugt, bis eine gewünschte Menge Eis erreicht
ist oder bis eine Milchanlieferung erfolgt. Bei Milchanlieferung wird der Eisspeicher
in den Kühlbetrieb umgeschaltet. Dabei wird zur Kühlung der Milch dienendes Kühlwasser
durch den Eisspeicher geleitet, dem durch Abschmelzen des auf den Rohren gespeicherten
Eises Energie entzogen wird. Auf diese Weise läßt sich die Milch auf die gewünschte
Temperatur kühlen. Nachteilig an den bekannten Eisspeichern ist, daß sie viel Bauraum
beanspruchen und hohe Anschaffungs- wie auch Betriebskosten verursachen. Ferner sind
sie auf ausreichend lange Lastpausen zum Durchführen des Aufspeicherungsbetriebs angewiesen.
Sie sind nicht geeignet für einen Betrieb mit kontinuierlichem Milchverarbeitungsbetrieb,
wie er heute vorherrscht. Außerdem ist der Eisspeicher nur schwer in seiner Kühlleistung
zu regeln, da er aufgrund seiner großen Masse, die durch den Eisansatz noch zusätzlich
erhöht wird, träge auf Änderungen reagiert.
[0003] Ferner ist es bekannt, zusätzlich zu dem Eisspeicher einen direkt wirkenden Kühler
(Direktkühler) vorzusehen, um auch bei die Kapazität des Eisspeichers übersteigenden
Lastspitzen oder bei nicht ausreichender Aufspeicherung von Eis eine ausreichende
Kühlung der Milch zu gewährleisten. Der Direktkühler, der beispielsweise als ein Plattenkühler
ausgeführt ist, ist nur für kurzzeitigen Betrieb ausgelegt und daher im Vergleich
zu dem Eisspeicher-Kühler deutlich kleiner dimensioniert. Mit dem zusätzlichen Direktkühler
kann zwar eine nicht ausreichende Kapazität des Eisspeichers kurzzeitig ausgeglichen
werden, jedoch ist auch damit ein kontinuierlicher Betrieb der Milchkühlanlage nicht
erreichbar. Außerdem führt das Vorsehen eines zusätzlichen Direktkühlers zu noch höheren
Anschaffungs- und Betriebskosten.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Flüssiglebensmittelkühlanlage der
eingangs genannten Art zu schaffen, die weniger aufwendig und besser anwendbar ist.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in einer Flüssiglebensmittelkühlanlage mit den
Merkmalen des Anspruchs 1 und in Verfahren zum Betrieb einer Flüssiglebensmittelkühlanlage
mit den Merkmalen des Anspruchs 8 oder 9. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich
aus den abhängigen Ansprüchen.
[0006] Erfindungsgemäß ist bei einer Flüssiglebensmittelkühlanlage, insbesondere für Milch,
mit einem Kühlmittelkreislauf, der einen Direktkühler, einen Eisspeicher und ein Kälteaggregat
aufweist, vorgesehen, daß eine Schalteinrichtung mit einem Stellglied vorgesehen ist,
die dazu ausgebildet ist, das Kälteaggregat wahlweise mit dem Direktkühler oder mit
dem Eisspeicher zu verbinden.
[0007] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß eine bessere Anpassung der Kühlleistung
an den von der Menge und/oder Temperatur des flüssigen Lebensmittels abhängigen Kühlleistungsbedarf
dadurch erfolgt, daß zwar zwei Kühler vorgesehen sind, nämlich ein Direktkühler und
ein Eisspeicher, daß aber für diese beiden Kühler nur ein gemeinsames Kälteaggregat
vorgesehen ist, das je nach Kühlleistungsbedarf mit dem Direktkühler oder mit dem
Eisspeicher verbunden wird. Die erfindungsgemäße Flüssiglebensmittelkühlanlage kommt
also für die beiden Kühler mit einem Kälteaggregat aus. Damit vermindert sich der
Anschaffungsaufwand erheblich. Darüber hinaus vermindern sich auch die Betriebskosten,
da in Abhängigkeit von dem erforderlichen Kühlleistungsbedarf jeweils der Kühler mit
dem Kälteaggregat verbunden wird, der bei diesem Kühlleistungsbedarf am effizientesten
ist. Die erfindungsgemäße Milchkühlanlage ist daher besser anwendbar.
[0008] Nachfolgend werden einige verwendete Begriffe erläutert:
[0009] Unter Flüssiglebensmitteln werden Nahrungs- und Genußmittel in flüssigem Zustand
verstanden.
[0010] Ein Eisspeicher ist ein Kühler, dem in einem Aufspeicherbetrieb Kältemittel zur Eisbildung
zugeführt wird, während in einem Kühlbetrieb das Kühlmittel durch den Kühler geführt
und von dem Eis gekühlt wird.
[0011] Ein Direktkühler ist ein Kühler, bei dem zugeführtes Kältemittel unmittelbar zur
Kühlung eines zu kühlenden Mediums verwendet wird.
[0012] Unter einem Kälteaggregat wird eine um den Kühler verminderte Kältemaschine verstanden.
Üblicherweise umfaßt das Kälteaggregat einen Kompressor, einen Kondensator und mindestens
ein Drosselventil.
[0013] Unter einer Nennleistung eines Kühlers wird die Leistung verstanden, für die der
Kühler ausgelegt ist.
[0014] Unter einer Mindestleistung eines Kühlers wird die Leistung unterhalb der Nennleistung
verstanden, mit der der Kühler noch betrieben werden kann, ohne daß Störungen im Betrieb
oder Schäden am Kühler auftreten.
[0015] Vorzugsweise ist der Eisspeicher für eine kleinere Kühlleistung als der Direktkühler
und für eine größere Kühlleistung als eine Mindestkühlleistung des Direktkühlers dimensioniert.
Auf diese Weise kann die Flüssiglebensmittelkühlanlage über einen weiten Kühlleistungsbedarf-Bereich
hinweg im Direktkühlbetrieb betrieben werden. Außerdem kann sie bei niedrigem Kühlleistungsbedarf,
bei dem die Mindestkühlleistung unterschritten ist, in den Speicherkühlbetrieb umgeschaltet
und der Direktkühler abgeschaltet werden. Das hat den Vorteil, daß die Flüssiglebensmittelkühlanlage
einerseits länger im energiegünstigeren Direktkühlbetrieb arbeiten kann und andererseits
auch besser an Lastschwankungen anpaßbar ist. Außerdem kann somit der in seinen Anschaffungskosten
und auch im Betrieb teurere Eisspeicher kleiner als bei den Flüssiglebensmittelkühlanlagen
nach dem Stand der Technik dimensioniert werden. Im Normalbetrieb ist das Kälteaggregat
mit dem Direktkühler verbunden und wird lediglich in Ausnahmefällen mit dem Eisspeicher
verbunden. Der Eisspeicher dient dann lediglich zur Kühlung bei unterhalb der Mindestkühlleistung
liegenden Kühlleistungsbedarf oder zur Deckung von Lastspitzen. Der Direktkühler wird
also leistungsmäßig sowohl nach oben wie nach unten hin von dem Eisspeicher ergänzt;
trotz dieser Variabilität erfindungsgemäß ist insgesamt nur ein Kälteaggregat erforderlich.
[0016] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Direktkühler als Rieselkühler ausgeführt.
Der Rieselkühler hat gegenüber anderen Bauarten den Vorteil, daß er sich über einen
weiten Bereich an die jeweilige Last anpassen kann. Im Gegensatz zu Plattenkühlern
oder Rohrbündelkühlern, die lediglich einen Verstellbereich von etwa 10 bis 15 % aufweisen,
paßt sich der Rieselkühler an Laständerungen bis zu 30 %, unter Umständen bis zu 50
% an. Der Rieselkühler kann auch auf tiefere Temperaturen (etwa 0,5°C) als ein Plattenkühler
(2°C) hinunterkühlen. Während Platten- oder Rohrkühler bei zu geringer Last durch
Eisbildung zerstört werden können, besteht diese Gefahr bei Rieselkühlern nicht oder
nur in erheblich geringem Maß, da sie erst bei niedrigeren Belastungen einfrieren
und auch selbst dann nicht zerstört werden. Der Rieselkühler ist daher besser anwendbar
und betriebssicherer.
[0017] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform weist die Schalteinrichtung einen auf das
Kälteaggregat wirkenden Verdampfungstemperatursteller auf. Damit ist es möglich, daß
die Verdampfungstemperatur, die sowohl für die Kühlleistung wie auch den Wirkungsgrad
der Kühleinrichtung von entscheidender Bedeutung ist, eingestellt werden kann. Dies
ist insbesondere bei einem erfindungsgemäßen Betrieb desselben Kälteaggregats mit
unterschiedlichen Kühlern von Vorteil. Zugrunde liegt die Erkenntnis, daß unterschiedliche
Kühlerbauarten unterschiedliche Verdampfungstemperaturen erfordern. Die Schalteinrichtung
ist daher so ausgebildet, daß wenn der Direktkühler mit dem Kälteaggregat verbunden
ist, die Verdampfungstemperatur auf einen für den Betrieb mit dem Direktkühler geeigneten
Wert eingestellt ist, während für den Betrieb mit dem Eisspeicher die Verdampfungstemperatur
auf einen für den Eisspeicher geeigneten Wert eingestellt wird. Auf diese Weise können
mit ein und demselben Kälteaggregat die beiden Kühler trotz ihrer unterschiedlichen
Bauart und ihren unterschiedlichen Anforderungen an die Verdampfungstemperatur mit
günstigem Wirkungsgrad betrieben werden.
[0018] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist eine Mehrzahl von Kühleinrichtungen vorgesehen,
die je einen Direktkühler und ein Kälteaggregat aufweisen, vorzugsweise drei Kühleinrichtungen.
Mit der Mehrzahl von Kühleinrichtungen ist eine noch bessere Anpassung der Flüssiglebensmittelkühlanlage
an den jeweiligen Kühlleistungsbedarf möglich. Bei geringem Kühlleistungsbedarf braucht
dann beispielsweise nur eine der Kühleinrichtungen eingeschaltet zu sein; bei mittlerem
Kühlleistungsbedarf dann beispielsweise zwei der Kühleinrichtungen und schließlich
bei höherem Kühlleistungsbedarf sämtliche der Kühleinrichtungen. Besonders bewährt
hat es sich, drei Kühler und Kälteaggregate vorzusehen; bei geringeren Anforderungen
an die Anpaßbarkeit an den jeweiligen Kühlleistungsbedarf können auch zwei genügen.
[0019] Vorteilhafterweise sind die Kühleinrichtungen für unterschiedliche Kühlleistungen
dimensioniert. Auf diese Weise kann bei gleicher Anzahl der Kühleinrichtungen eine
noch feinere Anpassung der jeweils zugeschalteten Kühlleistung an den Kühlleistungsbedarf
erfolgen. Besonders vorteilhaft ist diese Art der Leistungsanpassung bei solchen Kühleinrichtungen,
deren Kälteaggregate eine jeweils fest eingestellte Leistung haben. Auf diese Weise
können konstruktiv einfach und daher preisgünstigere Kälteaggregate verwendet werden,
deren Kompressoren nicht verstellbar sind, wobei dennoch durch die erfindungsgemäße
Umschaltung und lastabhängige Zuschaltung der Kühleinrichtungen eine recht feinstufige
Anpassung an den jeweiligen Kühlleistungsbedarf erfolgen kann. Vorzugsweise ist eine
der Kühleinrichtungen zur Deckung eines Grundlastbedarfs dimensioniert. Es hat sich
herausgestellt, daß auch bei einem schwankenden Lastprofil häufig ein Lastwert vorhanden
ist, der abgesehen von Lastpausen nahezu über die gesamte Zeit hinweg vorhanden ist.
Dieser Lastwert wird auch als Grundlast bezeichnet. Dadurch wird erreicht, daß zumindest
für die häufig vorkommende Grundlast eine passend dimensionierte Direktkühleinrichtung
vorhanden ist.
[0020] Die Erfindung bezieht sich auch auf ein Verfahren zum Betreiben einer Flüssiglebensmittelkühlanlage,
die mindestens einen Direktkühler, einen Eisspeicher und ein Kälteaggregat aufweist,
wobei ein Umschalten des Kälteaggregats des Direktkühlers, der nicht benötigt wird,
auf den Eisspeicher vorgesehen ist.
[0021] Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein Verfahren zum Betreiben einer Flüssiglebensmittelkühlanlage
mit mehreren Kühleinrichtungen, gekennzeichnet durch die Schritte Bestimmen der erforderlichen
Kühlleistung; Auswählen der Kühleinrichtungen, deren addierte Kühlleistung dem geforderten
gesamten Kühlleistungsbedarf am nächsten kommt; Einschalten der benötigten oder Abschalten
der nicht benötigten Kühleinrichtungen, wobei das Bestimmen der erforderlichen Kühlleistung
ein Heranziehen eines Lastprofils umfaßt. Damit kann das Verfahren nicht nur wie üblich
den aktuellen Kühlleistungsbedarf, sondern auch einen zukünftigen Kühlleistungsbedarf
vorhersagen. Damit kann eine besonders gute Anpassung der Flüssiglebensmittelkühlanlage
an den durch die jeweils aktuell angelieferte und die zu erwartende Menge an Flüssigkeitsmitteln
sich ergebenden Leistungsbedarf erfolgen. Es ist somit ein vorausschauender Betrieb
der Flüssiglebensmittelkühlanlage ermöglicht, was insbesondere im Hinblick auf Kühleinrichtungen
mit Eisspeicher von Bedeutung ist. Denn es sollte einerseits vermieden werden, daß
der Eisspeicher nicht ausreichend aufgespeichert ist, andererseits sollte aber auch
eine unnötige Aufspeicherung vermieden werden, da dies unnötig Energie kostet. Damit
kann dann die erforderliche Kühlleistung bestimmt werden. Mit dieser Angabe wird dann
ausgewählt, welche der Kühleinrichtungen in ihrer Summe eine Kühlleistung bereitstellen,
die der erforderlichen Kühlleistung am nächsten kommt; diese Kühleinrichtungen werden
dann unter Abschaltung der nicht benötigten Kühleinrichtungen eingeschaltet. Auf diese
Weise wird nur etwa soviel Kühlleistung erzeugt, wie zur Kühlung erforderlich ist.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnung, die vorteilhafte
Ausführungsbeispiele der Erfindung zeigt, detaillierter beschrieben. Es zeigen im
einzelnen:
- Fig. 1
- die erfindungsgemäße Flüssiglebensmittelkühlanlage gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;
- Fig. 2
- die erfindungsgemäße Flüssiglebensmittelkühlanlage gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel
mit mehreren Kühleinrichtungen;
- Fig. 3
- ein Lastprofil und die daraus abgeleitete Auswahl von Kühlern gemäß dem der Erfindung
zugrundeliegenden Verfahren.
[0023] Eine erfindungsgemäße Flüssiglebensmittelkühlanlage ist als Milchkühlanlage ausgeführt.
Sie umfaßt einen Kühlwasserkreislauf 1, einen Direktkühler 2, einen Eisspeicher 3,
Umschaltventile 4, ein Kälteaggregat 5 sowie ein Schaltgerät 6. Der Direktkühler 2
und der Eisspeicher 3 sind beide an den Kühlwasserkreislauf 1 angeschlossen. Der Kühlwasserkreislauf
ist über einen nicht dargestellten Wärmetauscher, der mit der zu kühlenden Milch,
oder einem anderen zu kühlenden flüssigen Lebensmittel, in Kontakt steht geschlossen.
In dem gezeigten Ausführungsbeispiel strömt ferner ein Kältemittel durch den Direktkühler
2 , den Eisspeicher 3, die Umschaltventile 4 und das Kälteaggregat 5.
[0024] Der Direktkühler 2 ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel als ein Rieselkühler
ausgeführt. Im Inneren des Direktkühlers 2 sind eine Wärmetauscherplatte 21 und ein
Rieselsystem 22 angeordnet. Das Rieselsystem ist über eine Zuführleitung 23 und eine
Rückführleitung 24 mit den Umschaltventilen 4 verbunden. Der Eisspeicher 3 weist in
seinem Inneren ein Rohr-/Plattensystem 31 auf, dessen Rohre miteinander verbunden
sind und an denen Eis aufgespeichert werden kann. Das Rohr-/Plattensystem 31 ist über
eine Zuführleitung 32 und eine Rückführleitung 33 mit den Umschaltventilen 4 verbunden.
[0025] Die Umschaltventile 4 dienen als ein Stellglied, das zwischen zwei Stellungen umschaltbar
ist. Außer den Zuführ- und Rückführleitungen 23, 24, 32, 33 sind eine zu dem Kälteaggregat
5 führende Niederdruckleitung 58 sowie eine von dem Kälteaggregat 5 kommende Hochdruckleitung
59 an die Umschaltventile 4 angeschlossen. Durch sie zirkuliert das Kältemittel. Die
Umschaltventile 4 verbinden in einer ersten Stellung die Zuführ- und Rückführleitungen
23, 24 mit der Niedruck- und Hochdruckleitung 58, 59; in einer zweiten Stellung verbinden
sie die Zuführ-Rückführleitungen 32, 33 mit der Niederdruckund Hochdruckleitung 58,
59. Die Umschaltventile 4 sind mittels einer Steuerleitung 41 mit dem Schaltgerät
6 verbunden.
[0026] Das Kälteaggregat 5 umfaßt einen Verdichter 51, der mit einem Motor 52 verbunden
und von diesem angetrieben ist, einen Kondensator 54 sowie ein Regelventil 56. Die
Niederdruckleitung 58 ist an eine Niederdruckseite des Verdichters 51 angeschlossen.
An eine Hochdruckseite des Verdichters ist über eine Hochdruckleitung 53 eine Seite
des Kondensators 54 angeschlossen; die andere Seite des Kondensators 54 ist über eine
Leitung 55 mit einer Seite des Druckregelventils 56 verbunden. An dessen andere Seite
ist die Hochdruckleitung 59 angeschlossen. Ferner ist eine Steuerleitung 57 vorgesehen,
die das Druckregelventil 56 mit dem Schaltgerät 6 verbindet.
[0027] Das Schaltgerät 6 ist über Leitungen 63, 65 mit Sensoren 64, 66 für Temperatur bzw.
Durchflußmenge des Kühlwassers in dem Kühlwasserkreislauf 1 verbunden. Alternativ
oder zusätzlich können entsprechende Sensoren auch zur Messung entsprechender Parameter
der Milch vorgesehen sein. Das Schaltgerät 6 wirkt über eine Steuerleitung 62 auf
den Antriebsmotor 52 des Kälteaggregats 5 sowie über die Steuerleitung 41 auf die
Umschaltventile 4 ein. Das Schaltgerät 6 weist ferner einen Lastprofilspeicher 61
auf.
[0028] Die Vorrichtung wird wie folgt betrieben. Das Kühlmittel strömt in dem Kühlwasserkreislauf
1 von dem Milch-Wärmetauscher (nicht dargestellt) zurück zu dem Direktkühler 2 sowie
den Eisspeicher 3. Die Temperatur bzw. Durchflußmenge des Kühlmittels wird über die
Sensoren 64, 66 erfaßt und an das Schaltgerät 6 übermittelt. Aus diesen Daten sowie
aus dem in der Speichereinrichtung 61 gespeicherten Lastprofil bestimmt das Schaltgerät
6 die Kühlleistung, die zur Kühlung der angelieferten Milch erforderlich ist und die
bestimmt die Betriebsart der Kühleinrichtungen 7, 7'. Das Schaltgerät 6 wählt dann
aus den Kühlern 2, 3 denjenigen aus, dessen Kühlleistung dem geforderten Kühlleistungsbedarf
am nächsten kommt.
[0029] Es sei zuerst angenommen, daß der Direktkühler 2 ausgewählt wird. Es wird dann über
die Steuerleitung 41 ein Signal an die Umschaltventile 4 ausgegeben, durch das diese
in die erste Stellung schalten. In dieser Stellung sind die Hochdruckund Niederdruckleitungen
58, 59 mit den Zuführ- und Rückführleitungen 23, 24 des Direktkühlers verbunden. Damit
ist der Direktkühler 2 an das Kälteaggregat 5 angeschlossen. Das Kältemittel zirkuliert
dann in dem von Kälteaggregat 5 und Direktkühler 2 gebildeten Kreislauf über die Umschaltventile
4. Über die Steuerleitung 62 wird der Antriebsmotor 52 des Kälteaggregats angesteuert.
Über die Regelleitung 57 steuert das Schaltgerät 6 das Regelventil 56. Die Steuerung
erfolgt derart, daß das Kälteaggregat 5 auf eine Verdampfungstemperatur im Bereich
von -4°C bis -2°C eingestellt wird. In dieser Betriebsart wird die Milch über den
Kühlwasserkreislauf 1 und den Direktkühler 2 und das mit ihm verbundene Kälteaggregat
5 mit einem guten Wirkungsgrad auf die gewünschte Temperatur von etwa 0 bis 1°C gekühlt.
[0030] Es sei nun angenommen, daß keine oder nur noch wenig Milch angeliefert wird, so daß
der geforderte Kühlleistungsbedarf unterhalb der Mindestleistung des Direktkühlers
2 liegt. Das Schaltgerät 6 steuert über die Steuerleitung 41 die Umschaltventile 4
so an, daß es in seine zweite Stellung schaltet. Das Schaltgerät 6 gibt dazu ein geeignetes
Steuersignal auf der Steuerleitung 41 an die Umschaltventile 4 aus. Ferner gibt das
Schaltgerät 6 ein entsprechendes Signal über die Steuerleitung 62 an den Antriebsmotor
52 aus. Das Kälteaggregat 5 ist nun mit dem Eisspeicher 3 verbunden und das Kältemittel
zirkuliert in dem somit gebildeten Kreislauf. Der Direktkühler 2 ist abgeschaltet.
Außerdem steuert das Schaltgerät 6 über die Regelleitung 57 das Druckregelventil 56
derart an, daß sich eine Verdampfungstemperatur im Bereich von -15 bis -8°C ergibt.
Damit kann der Eisspeicher 3 im Aufspeicherbetrieb betrieben werden. Diese Betriebsart
ist vor allem dann sinnvoll, wenn praktisch kein Kühlleistungsbedarf besteht; also
in einer Lastpause. Sie kann andauern bis die Lastpause endet oder bis der Eisspeicher
3 eine maximale Aufspeicherung mit Eis erreicht hat. Das Schaltgerät 6 schaltet dann
mittels der Steuerleitung 62 den Antriebsmotor 52 des Kälteaggregats 5 ab. Das Schaltgerät
6 kann das Kälteaggregat auch abschalten, wenn kein oder nur noch ein geringer Kühlleistungsbedarf
unterhalb der Mindestleistung besteht und der Eisspeicher 3 ausreichend Eis aufweist.
Der Eisspeicher 3 kühlt dann im Speicherbetrieb. Die Umschaltventile 4 können auch
so ausgebildet sein, daß sie auch Zwischenstellungen einnehmen können, in denen beide
Kühler 2, 3 mit dem Kälteaggregat verbunden sind.
[0031] In Fig. 2 ist ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Flüssiglebensmittelkühlanlage
dargestellt. Es sind insgesamt drei Kühleinrichtungen (7, 7', 7'') vorgesehen, deren
Aufbau jeweils dem in Fig. 1 dargestellten entspricht, wobei für sämtliche Kühleinrichtungen
nur ein Schaltgerät 6' vorgesehen ist. Die dritte Kühleinrichtung (7'') ist abweichend
aufgebaut, hier ist kein Eisspeicher 3 vorgesehen. Im Unterschied zu dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 weist das Schaltgerät 6' bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel
eine Auswahleinheit 69 auf. Diese Auswahleinheit 69 ist dazu ausgebildet, um in Abhängigkeit
von der erforderlichen Kühlleistung diejenigen Kühler auszuwählen, deren zusammenaddierte
Kühlleistung der erforderlichen Kühlleistung am nächsten kommt. In Abhängigkeit von
dieser Auswahl betätigt das Schaltgerät 6 Ventile 8, 8', 8'', die Kühleinrichtungen
7, 7', 7'' mit dem Kühlwasserkreislauf verbinden, und gibt so den Zugang zu den ausgewählten
Kühleinrichtungen frei und verschließt ihn zu den nicht ausgewählten Kühleinrichtungen.
Das von den Kühleinrichtungen 7, 7', 7'' gekühlte Kühlwasser strömt in einen Sammeltank
9, in dem die Eisspeicher 3, 3' angeordnet sind, von dem es wieder in den Kühlwasserkreislauf
1 gelangt.
[0032] Die Flüssiglebensmittelkühlanlage gemäß dem zweiten Ausführungsbeispiel wird wie
folgt betrieben. Anhand von Sensoren 64, 65 und einem in eine Speichereinrichtung
61 eingespeicherten Lastprofil wird die erforderliche Kühlleistung bestimmt. Die über
einen Zeitraum von 24 Stunden ermittelten erforderlichen Kühlleistungen sind anhand
eines Beispiels in Fig. 3 dargestellt. Das Schaltgerät 6 wählt dann mittels der Auswahleinheit
69 diejenigen Kühleinrichtungen aus, deren addierte Kühlleistung der erforderlichen
Kühlleistung am nächsten kommt. Dazu steuert das Schaltgerät 6 die Ventile 8, 8',
8'' und die Umschaltventile 4, 4' entsprechend an.
[0033] Ein Beispiel für eine solche Auswahl ist in Fig. 3 dargestellt. Dabei ist angenommen,
daß die Kühleinrichtung 7 eine Leistung im Direktkühlbetrieb von 2300 kW, die Kühleinrichtung
7' eine Leistung im Direktkühlbetrieb von 1600 kW und die Kühleinrichtung 7'' eine
Leistung im Direktkühlbetrieb von 1700 kW aufweist. Die schmalen Säulen stehen für
den in dem jeweiligen Zeitraum geforderten Kühlleistungsbedarf, während die schraffierten
Bereiche die Einsatzzeiten der jeweiligen Kühleinrichtungen 7, 7', 7'' darstellen.
Die die schraffierten Bereiche nach oben berandende Linie zeigt die eingesetzte Leistung
im Direktkühlbetrieb an. In dem Lastprofil wird in dem mit "Phase I" bezeichneten
Zeitraum am frühen Morgen von etwa 3:00 bis 6:00 h eine Kühlleistung benötigt, die
derjenigen der Kühleinrichtung 7'' am ehesten entspricht. Das Schaltgerät 6 schaltet
daher diese Kühleinrichtung ein. In dem mit "Phase II" bezeichneten Zeitraum von etwa
6:00 bis 8:00 h steigt der Kühlleistungsbedarf an, so daß zu seiner Deckung die Kombination
der Kühleinrichtungen 7' und 7'' am besten ist. Das Schaltgerät 6 schaltet nun die
Kühleinrichtungen 7' zu und betreibt sie im Direktkühlbetrieb. In dem mit "Phase III"
bezeichneten folgenden Zeitraum ist der Kühlleistungsbedarf soweit angestiegen, daß
nunmehr eine Kombination aus den Kühleinrichtungen 7 und 7'' im Direktkühlbetrieb
den Kühlleistungsbedarf am besten deckt. Das Schaltgerät 6 schaltet dazu die Kühleinrichtung
7 zu und trennt die nunmehr nicht mehr benötigte Kühleinrichtung 7' mittels des Ventils
8' von dem Kühlwasserkreislauf 1 ab. Gleichzeitig schaltet das Schaltgerät 6 aufgrund
des in dem Lastprofilspeicher 61 gespeicherten Lastprofils in Erwartung kommender
Lastspitzen vorsorglich die Kühleinrichtung 7' durch Betätigen der Umschaltventile
4' in den zweiten Schaltzustand um, wodurch das Kälteaggregat 5' mit mit dem Eisspeicher
3' verbunden wird. Die Kühleinrichtung 7' läuft nun im Aufspeicherbetrieb. In der
folgenden "Phase IV" ist der Kühlleistungsbedarf weiter angestiegen, so daß alle drei
Kühleinrichtungen 7, 7', 7" von dem Schaltgerät 6 zugeschaltet werden und dazu die
Kühleinrichtung 7' wieder in den ersten Schaltzustand (Direktkühlbetrieb) gebracht
wird. In der folgenden "Phase V" treten teilweise Lastspitzen auf, während derer der
Kühlleistungsbedarf höher ist als die Kühlleistungen der Kühleinrichtungen 7, 7' und
7" zusammengenommen. Das ist in Fig. 3 daran zu erkennen, daß die dünne Säule über
die die schraffierten Bereiche berandende Linie hinausgeht. Erfindungsgemäß kann trotz
dieser Lastspitzen eine ausreichende Kühlung dank des Eisspeichers 3', ggf. auch durch
den Eisspeicher 3 erreicht werden. In den folgenden "Phasen VI-XI" verringert sich
die erforderliche Kühlleistung und das Schaltgerät 6 schaltet in entsprechender Weise
Kühleinrichtungen 7, 7', 7'' an oder ab. In den Phasen "X" und "XI" wird die Kühleinrichtung
7' bzw. 7 von dem Schaltgerät 6 in den Aufspeicherbetrieb geschaltet, um die Eisspeicher
3' und 3 in Erwartung der kommenden Phase "XII" mit Eis aufzuspeichern. In Phase "XII"
sinkt der Kühlleistungsbedarf unter die Mindestleistungsgrenze des kleinsten Direktkühlers.
Die Direktkühler 2, 2', 2'' werden abgeschaltet; zum Erbringen dieser niedrigen Kühlleistung
werden die Eisspeicher 3 bzw. 3' herangezogen. Anzumerken ist, daß zweckmäßigerweise
eine Aufspeicherung der Eisspeicher 3, 3' nicht unbedingt gleich in den Zeiten abfallender
Last, wie in den "Phasen VI-XI" erfolgt, sondern mit Vorteil erst in "Phase XII" (in
dem dargestellten Beispiel am frühen Morgen), wenn aufgrund des in der Speichereinrichtung
61 gespeicherten Lastprofils demnächst ein Einsatz der Eisspeicher 3, 3' zu erwarten
ist. Entsprechendes gilt für das Aufspeichern vor dem zu erwartenden Auftreten von
Lastspitzen. Diese Betriebsweise hat den Vorteil, daß nicht über unnötig lange Zeiträume
hinweg die Eisspeicher 3, 3' im aufgespeicherten Zustand gehalten werden müssen, wodurch
ein zusätzlicher Energieaufwand entstünde.
[0034] Anzumerken ist noch, daß die Leistung der Kühleinrichtung 7'' so gewählt wurde, daß
sie abgesehen von "Phase XI" und "Phase XII" die gesamte Zeit im Direktkühlbetrieb
durchlaufen kann; das bedeutet, daß diese Kühleinrichtung auf den Grundlastbedarf
abgestimmt ist.
1. Flüssiglebensmittelkühlanlage, insbesondere für Milch, mit einem Zwischenkühlmittelkreislauf
(1), der einen Direktkühler (2), einen Eisspeicher (3) und ein Kälteaggregat (5) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Schalteinrichtung (6) mit einem Stellglied (4) vorgesehen ist, die dazu ausgebildet
ist, das Kälteaggregat (5) wahlweise mit dem Direktkühler (2) oder mit dem Eisspeicher
(3) zu verbinden.
2. Flüssiglebensmittelkühlanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Eisspeicher (3) für eine kleinere Kühlleistung als der Direktkühler (2) und für
eine größere Kühlleistung als eine Mindestleistung des Direktkühlers (2) dimensioniert
ist.
3. Flüssiglebensmittelkühlanlage nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Direktkühler (2) als ein Rieselkühler ausgeführt ist.
4. Flüssiglebensmittelkühlanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kälteaggregat (5) einen Verdampfungstemperatursteller (54) aufweist, auf den
die Schalteinrichtung (6) einwirkt.
5. Flüssiglebensmittelkühlanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Mehrzahl von Kühleinrichtungen (7, 7', 7''), die je einen Direktkühler (2, 2',
2'') und ein Kälteaggregat (5, 5', 5'') aufweisen, vorgesehen sind, vorzugsweise in
einer Anzahl drei.
6. Flüssiglebensmittelkühlanlage nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühleinrichtungen (7, 7', 7'') für unterschiedliche Kühlleistungen dimensioniert
sind.
7. Flüssiglebensmittelkühlanlage nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß eine der Kühlanlagen (7'') zur Deckung eines Grundlastbedarfs dimensioniert ist.
8. Verfahren zum Betreiben einer Flüssiglebensmittelkühlanlage, insbesondere für Milch,
die mindestens einen Direktkühler (2), einen Eisspeicher (3) und ein Kälteaggregat
(5) aufweist, gekennzeichnet durch Umschalten des Kälteaggregats (5) des Direktkühlers (2), der nicht benötigt wird,
auf den Eisspeicher (3).
9. Verfahren zum Betreiben einer Flüssiglebensmittelkühlanlage, insbesondere für Milch,
mit mehreren Kühleinrichtungen (7, 7', 7''),
gekennzeichnet durch die Schritte
- Bestimmen der erforderlichen Kühlleistung;
- Auswählen der Kühleinrichtungen (7, 7', 7"), deren addierte Kühlleistung dem geforderten
Kühlleistungsbedarf am nächsten kommt;
- Einschalten der benötigten und Abschalten der nicht benötigten Kühleinrichtungen
(7, 7', 7'');
wobei
- das Bestimmen der erforderlichen Kühlleistung ein Heranziehen eines Lastprofils
(61) umfaßt.