[0001] Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Gehäuse- oder Schmuckstückteils
gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der Internationalen Patentanmeldung WO 92/18915 ist ein Verfahren zur Herstellung
eines Gehäuses für die Aufnahme eines Uhrwerks aus einem erschöpften Gebrauchsgegenstand,
z.B. aus einem Getränkedosenrumpf, bekannt. Bei diesem Verfahren wird der von Boden
und Deckel befreite Rumpf entlang seiner Längsachse und gegebenenfalls in radialer
Richtung in eine vorgegebene Form gepresst und ein Hohlraum für die Aufnahme des Uhrwerks
ausgeformt.
[0003] In der US-A 5,479,686 ist weiter ein Verfahren offenbart, bei dem ein erschöpftes
Gebinde vorerst wiederum von Boden und Deckel befreit, dann der zylindrische Gebindemantel
flach zu einer Platte zusammengedrückt und danach ein napfförmiger Behälter mit zylindrischem
Mantel gebildet wird. Der Mantel des Napfs wird danach axial in Richtung der noch
mit der Platte verbundenen offenen Seite des Napfs zusammengestaucht. Beim Zusammenstauchen
wird mit einem dornförmigen Fortsatz am Pressstempel eine zentrale Öffnung gebildet.
Der zentrale, vom dornförmigen Fortsatz radial nach aussen gedrängte Materialanteil
des ursprünglichen Bodenbereichs wird seitlich in das aus dem zylindrischen Teil herrührende
Material eingepresst. Das undefinierte Zurseiteschieben des den Boden des Napfs bildenden
Materials verursacht eine ästhetisch unbefriedigende Oberfläche des erzeugten Rings.
[0004] Aus der spanischen Patentschrift Nr. 2130015 ist es weiter bekannt, aus dem Rumpf
eines Gebindes durch axiales Stauchen eine Lunette für ein Uhrengehäuse herzustellen.
Nach diesem Verfahren hergestellte Lunetten weisen in der Ausnehmung eine schichtförmige
Struktur auf, da durch das Zusammenstauchen des Rumpfmaterials eine nachträgliche
Kalibrierung der zentralen Öffnung mit einem Stanzwerkzeug notwendig wird und eine
Oberflächenstruktur erzeugt, die sich aus blanken Schnittflächen an der parallel ubereinander
liegenden Bleche zusammensetzt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens zur Herstellung eines Gehäuse-
oder Schmuckstückteils, bei dem durch geeignete Materialvorlage vor dem Zusammenpressen
eine Oberflächenstruktur des fertigen Teils hoher mechanischer und ästhetischer Qualität
erreicht werden kann.
[0006] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Verfahren nach den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0007] Durch Ausbildung eines die zentrale Öffnung umgebenden nach innen gerollten Bördels
während der Verformung des Ausgangsmaterials ist es möglich, beim Stauchen des zuvor
aus einem gefalteten Rumpf einer Dose hergestellten, vorzugsweise leicht konischen
Napfs, dessen Mantelmaterial in den konkaven rückwärtigen Raum des Bördels am Mantel
hineinzupressen. Die Oberfläche des auf diese Weise erzeugten Ringes setzt sich dadurch
teils aus unzerknitterten Abschnitten und teils durch das Stauchen zusammengeschcbener
oder gefalteter Abschnitte zusammen, welche ein ästhetisch hochwertiges Aussehen bewirken.
Auch bei Verwendung völlig identisch lackierter Dosenkörper als Ausgangsmaterial gleicht
kein daraus hergestellter Lunettenring einem anderen auf gleiche Weise erstellten.
Die hohe Toleranzgenauigkeit bei der Erstellung des Ringes ermöglicht es, diesen auch
ohne zusätzlich Massnahmen, wie mechanische Nachbearbeitung, Kleben oder Verformen
mit den übrigen Teilen einer Uhr, eines Rings oder einem Handy oder einem Brillengestell
etc. zu verbinden.
[0008] Nach dem beanspruchten Verfahren kommen nur Teile der bedruckten Mantelfläche des
für die Herstellung zusammengepressten Gebinderumpfes an der Oberfläche der Lunette
zu liegen; die ursprünglich das Innere der Dose bildende Blechoberfläche, welche keine
farbige Lackierung aufweist, ist an keiner Stelle sichtbar. Auf diese Weise kann auch
ohne Mühe erreicht werden, dass Rückstände des Doseninhalts, die beim Waschen der
Dose nicht entfernt werden konnten, ins Innere der Lunette zu liegen kommen und deren
ästhetische Erscheinung nicht stören. In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung
kann der Gebindemantel aufgeschnitten, gereinigt und mit der Innenseite nach aussen
gekehrt verformt werden. Dadurch erhält die Oberfläche des daraus hergestellten Teils
eine einheitliche Farbe, z.B. goldig oder silberig, je nach Art des verwendeten Schutzlacks
im Innern der Dose. Die Oberflächenstruktur durch das Zusammenstauchen des Materials
kommt auch auf diese Weise voll zur Geltung.
[0009] Anhand illustrierter Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher erläutert. Es
zeigen
- Figur 1
- eine leere Getränkedose,
- Figur 2
- die Getränkedose mit abgetrenntem Boden und Deckel,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch einen von Boden und Deckel befreiten Gebinderumpf nach dem
radialen Flachdrücken,
- Figur 4
- einen Längsschnitt durch einen aus dem flachgedrückten Gebinderumpf tiefgezogenen
Napf und das vom Napf abgetrennte Stanzgitter,
- Figur 5
- einen Längsschnitt durch den Napf nach dem Anbringen einer kreisringförmigen Öffnung
und anschliessenden Bördeln des die Öffnung enthaltenden Randes,
- Figur 6
- ein bereits teilweise gestauchter Napf und
- Figur 7
- einen Querschnitt durch den vollständig zusammengestauchten Napf mit kalibrierter
Durchgangsöffnung und ebener Auflagefläche,
- Figur 8
- einen Querschnitt durch eine Uhr mit aufgesetzter Lunette aus gestauchtem Blech,
- Figur 9
- einen Querschnitt durch eine weitere Uhr mit aufgesetzter Lunette aus gestauchtem
Blech,
- Figur 10
- einen Querschnitt durch eine weitere Uhr mit aufgesetzter Lunette aus gestauchtem
Blech,
- Figur 11
- eine Ansicht eines drahtlosen Telefongeräts, z.B. ein Handy, mit Einfassungen aus
gestauchtem Dosenblech,
- Figur 12
- ein Brillengestell mit einer Einfassung aus gestauchtem Dosenblech,
- Figur 13
- ein Finger- oder Armring mit einer Einfassung aus gestauchtem Dosenblech.
[0010] Durch eine nicht näher beschriebene Trennvorrichtung wird der Boden 6 und der Deckel
4 einer leeren Getränkedose 2 vom zylindrischen Rumpf 1 (Mantel) entfernt. Nach einem
Wasch- oder Reinigungsvorgang, mit dem Rückstände des Getränks, das im Gebinde 2 enthalten
war, entfernt werden, wird der zylindrische Rumpf 1 radial zusammengepresst, so dass
eine rechteckförmige, flache zweischichtige Platte 3 entsteht, an deren beiden Aussenseiten
die Bedruckung oder Lackierung des Gebinderumpfs sichtbar ist (Figur 3). Die ursprünglichen
Doseninnenflächen liegen satt aneinander an. Dieser als Ausgangsmaterial für die weitere
Verarbeitung dienende plattgedrückte Gebinderumpf, nachfolgend nun Platte 3 genannt,
ist mehrschichtig und mit Ausnahme der beiden Schnittkanten 5 an den schmalen Seiten
frei von blankem, d.h. unlackiertem Blech (Figur 3).
[0011] Im anschliessenden Arbeitsgang, dessen Resultat in Figur 4 dargestellt ist, wird
aus der Platte 3 ein Näpfchen 7 gebildet, z.B. gezogen, und vorzugsweise gleichzeitig
das Näpfchen 7 vom übrigen, nicht in das Näpfchen 7 eingezogenen flachen Material
der Platte 3 abgetrennt. Das Näpfchen 7 kann eine leicht konische Mantelfläche 11
aufweisen, die oben durch den flachen oder leicht bombierten Boden 13 verschlossen
ist. Die Konizität in den Figuren 4-6 ist übertrieben dargestellt. Die Mantelfläche
11, welche auch zylindrisch sein kann, wird durch den Ziehvorgang in Falten 15 gelegt.
Die Falten 15 entstehen bei der Umformung des flachen Materials zu einem zylindrischen
oder kegelförmigen Mantel 11. Sowohl an der Aussen- als auch an der Innenseite des
Näpfchens 7 bleiben von der Aussenseite der Dosenzarge herrührende Bedruckungen sichtbar.
Selbstverständlich könnte der Dosenrumpf 1 nach dem Abtrennen des Bodens 6 und des
Deckels 4 aufgeschnitten und mit der Innenseite, welche üblicherweise eine Lackierung
aus einem transparenten oder einem Goldlack aufweist, nach aussen gerichtet gefaltet
werden. Dadurch kann eine farblich homogene, jedoch mit einer interessanten Faltenstruktur
versehene Oberfläche erzeugt werden.
[0012] Figur 5 zeigt einen Längsschnitt durch das Näpfchen 7 in Figur 4, nachdem in einem
weiteren Arbeitsschritt mit einem Stanzwerkzeug zuerst eine Öffnung 17 in den Boden
13 gestanzt worden ist. Die an der Öffnung 17 anliegenden Kantenbereiche sind im gleichen
Arbeitsschritt gegen das Innere des Näpfchens 7 umgebogen worden und bilden einen
umlaufenden Bördelrand 19 mit beispielsweise halbkreisförmigem Querschnitt.
[0013] Im nachfolgenden Bearbeitungsschritt wird der Mantel 11 des Näpfchens 7 in einer
nicht dargestellten Presse mit einer Kraft F beaufschlagt und in Richtung der Pfeile
a gegen den Bördelrand 19 hin gestaucht. Das gestauchte Material 21 des Mantels 11
(in Figur 6 ist das Näpfchen 7 erst teilweise gestaucht dargestellt) wird in den vom
Bördelrand 19 gebildeten konkaven Ringraum 23 hineingepresst. Während des Stauchvorgangs
kalibriert ein Kalibrierdorn 25 die Öffnung 17 auf ein vorbestimmtes, eng tolerierbares
Endmass. Die Peripherie des Bördelrandes 19 wird dabei vom Kalibrierdorn 25 gehalten,
so dass das zusammengestauchte Material 21 des Mantels 11 im wesentlichen vollständig
in den Bördelrand 19 hinein gedrängt wird. Am Ende dieses Arbeitsschrittes liegt ein
Ring vor, welcher z.B. eine Lunette 27 für eine Uhr bilden kann (Figur 7). Die gesamte
Oberfläche der Lunette 27 wird von der lackierten Oberfläche des für die Herstellung
verwendeten Blechs bedeckt. Durch das Stauchen sind auch an der Oberfläche Falten
entstanden, zwischen denen grössere und kleinere Abschnitte von ungefaltetem lackiertem
Dosenmaterial sichtbar sind. Je nach Höhe der für die Pressung verwendeten Kraft können
die Faltentäler tiefer oder weniger tief bzw. breiter oder weniger breit ausgestaltet
sein. Die untere Fläche 39 der Lunette 27 ist völlig plan.
[0014] Der im vierten Arbeitsschritt hergestellte Ring, welcher die Lunette 27 bildet, ist
bezüglich seiner Abmasse gesamthaft sehr eng tolerierbar und kann direkt oder nach
einer zusätzlich Schutzlackierung mit Klarlack mit einem Uhrengehäuse 31 verbunden
werden.
[0015] Der nach dem Verfahren hergestellte Ring kann einen im wesentlichen kreissegmentförmigen
Querschnitt aufweisen und als Lunette 27 auf das Uhrengehäuse 31 aufgesetzt werden
(vgl. Figur 8). Dabei kann ein Teil der lochseitigen Peripherie 33 der Lunette 27
sichtbar bleiben und das Uhrenglas 35 tragen, wenn der das Zifferblatt 24 einfassende
Steg 26 sich nicht über die gesamte Höhe der Lunette 27 erstreckt. Der zentrierende
Steg 26 des Uhrengehauses 31 kann auch, wie in Figur 8 in gebrochenen Linien dargestellt,
die gesamte innere Peripherie der Lunette 27 abdecken und das Uhrenglas 35 tragen.
In den Ausführungen gemäss den Figuren 9 und 10 ist die Lunette 27 in einem umlaufenden
Einstich 37 im Uhrengehause 31 eingelassen.
[0016] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird der aus zusammengepressten Dosenmänteln
2 hergestellte Ring bzw. die Lunette 27 in eine dafür vorgesehene Nut 4 an einem Handy
oder einem anderen drahtlosen Telefongerät 43 eingesetzt. Der Ring 27 dient dort ebenfalls
als Schmuckring und er kann nebst dem Displayfeld 45 auch das Tastaturfeld 47 einfassen
(Figur 11).
[0017] Eine weitere Möglichkeit für die Verwendung des Lunetten-Rings 27 ist in Figur 12
dargestellt. Dort liegt der Ring 27 in einer entsprechenden Ausnehmung in der Einfassung
49 der Brillengläser einer Brille 51.
[0018] Der Ring 27 lässt sich aber auch als Einlage in einem Finger- oder Armring 53 einsetzen
(Figur 13).
[0019] Bei nicht kreisringförmigen Ringen 27 kann die Verformung bereits bei der Herstellung
des Näpfchens 7 auf die künftige Gestalt stattfinden; es ist aber auch möglich, den
kreisförmigen Ring 27 nachträglich beispielsweise oval zu formen, damit er in das
Gestell einer Brille 51 einsetzbar ist. Analoges trifft zu für den "rechteckigen"
Querschnitt des Ringes 27 in Figur 11 als Einfassung an einem Handy.
[0020] Als geschlossener Ring 27 oder als Teil davon kann der gepresste Dosenmantel auch
in Knöpfe oder Schnallen als Dekorelement eingesetzt werden (keine Abbildung).
1. Verfahren zur Herstellung eines Gehäuse- oder Schmuckstückteils aus bedrucktem Blech,
bei dem ein von Boden und Deckel befreiter Gebinderumpf radial zusammengepresst und
daraus eine rechteckige Platte gebildet wird, aus der Platte ein Napf gezogen und
der Napf anschliessend entlang seiner Längsachse zu einem ringförmigen Gebilde mit
einer zentralen Öffnung zusammengepresst wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Napf (7) am Ende des Ziehvorganges aus der flachen Platte (3) vom übriggebliebenen
flachen Material der Platte (3) abgetrennt wird,
- im Boden (13) des Napfs (7) eine Öffnung (17) ausgestanzt und entlang der Öffnung
(17) ein Bördel (19) angerollt wird,
- der mit dem Bördel (19) versehene Napf (7) in ein Werkzeug eingelegt und der Mantel
(11) in axialer Richtung in den Bördelrand (19) hineingepresst wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in die Öffnung (17) vor oder während des Stauchens des Mantels (11) ein Kalibrierdorn
(25) eingeschoben wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche des zusammengepressten Napfes (7) mit Ausnahme von dessen gegenüber
dem Bördel (19) liegenden Fläche (39) vom Material des Bördels (19) umgeben wird.
1. A method for manufacturing a housing- or jewelry part of printed sheet-metal, with
which a rump of a drum-like container which is freed from the base and top cover,
is radially pressed together and a rectangular plate is formed from this, a cup is
drawn from the plate and the cup subsequently along its longitudinal axis is pressed
together into an annular formation with a central opening,
characterised in that
- the cup (7) at the end of the drawing procedure from the flat plate (3), is separated
away from the remaining flat material of the plate (3)
- an opening (17) is punched out in the base (13) of the cup (7) and a flange (19)
is curled along the opening (17)
- the cup (7) provided with the flange (17) is applied in a tool, and the shell (11)
is pressed into the flange edge (19) in the axial direction.
2. A method according to claim 1, characterised in that a calibration mandrel (25) is inserted into the opening before or during the compression
of the shell (11).
3. A method according to one of the claims 1 or 2, characterised in that the surface of the pressed-together cup (7) with the exception of its surface lying
opposite the flange (19), is surrounded by the material of the flange (19).
1. Procédé pour fabriquer une partie d'un boîtier ou d'un bijou en tôle emboutie, selon
lequel un contenant métallique cylindrique tronqué dont on a ôté le fond et le couvercle
est comprimé radialement pour le transformer en une plaquette rectangulaire dans laquelle
on réalise par emboutissage un godet que l'on comprime ensuite le long de son axe
longitudinal pour lui donner une forme annulaire avec une ouverture centrale,
caractérisé en ce que
- une fois l'emboutissage de la plaquette plate (3) achevé, le godet (7) est détaché
du matériau plat restant de la plaquette (3),
- une ouverture (17) est découpée dans le fond (13) du godet (7) et un collet (19)
est roulé le long de l'ouverture (17),
- le godet (7) doté du collet (19) est déposé dans un outil et l'enveloppe latérale
(11) est enfoncée axialement dans le collet roulé (19).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'un mandrin de calibrage (25) est introduit dans l'ouverture (17) avant ou après la
compression de l'enveloppe latérale (11).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la surface du godet (7) comprimé est entourée par le matériau du collet (19) à l'exception
de sa surface (39) située à l'opposé du collet (39).