[0001] Die Erfindung betrifft ein Vorratssystem für Arzneimittel in Pulverform in Form eines
Arzneimittelpulverpatronensystems und einen damit ausgestatteten Inhalator.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Auf dem Gebiet der Behandlung von Bronchialerkrankungen aber auch anderen Erkrankungen,
bei denen eine Medikation über den Atemwegstrakt erfolgen kann, ist es bekannt, neben
der Zerstäubung von Lösungen oder Suspensionen zu inhalierbaren Aerosolen pulverförmige
Medikamente zu applizieren. Beispiele für solche Medikamente sind in der Literatur
vielfach beschrieben, rein exemplarisch weisen wir auf
WO 93/11773.
EP 0 416 950 A1 und
EP 0 416 951 A1 hin.
[0003] Eine gebräuchliche Applikationsform ist dabei die Zuführung über ein Inhalationsgerät
(Inhalator).
[0004] Bei Inhalatoren für pulverförmige Arzneimittel sind sowohl solche zur Applikation
einer Einzeldosis bekannt, als auch Inhalationsgeräte, die einen Vorrat für eine Mehrzahl
von Arzneimitteldosen aufweisen. Dabei ist es bekannt, entweder getrennte Vorratsräume
für jeweils eine einzelne Dosis vorzusehen oder einen einzelnen Aufnahmeraum zur Aufnahme
einer Vielzahl von Dosen eines Medikaments.
[0005] Bei Inhalatoren, bei denen eine Vielzahl von Einzeldosen in separaten Vorratsräumen
vorgesehen ist, sind solche bekannt, bei denen einzelne Räume des Inhalators jeweils
mit einer Arzneimitteldosis befüllt sind.
[0006] Ein Beispiel eines solchen Inhalators ist in
US-A 5,301,666 beschrieben. Es ist aber auch bekannt, eine Vielzahl von Arzneimittelpulverdosen
jeweils getrennt in Räumen sog. Blisterverpackungen unterzubringen. Ein Beispiel für
eine solche Blisterverpackung zur Verwendung mit einem Inhalator ist in
DE 44 00 083 C2 beschrieben. Eine solche Blisterverpackung, die zugleich als Einweginhalator ausgebildet
ist, ist beispielsweise in
DE 44 00 084 A1 beschrieben.
[0007] Ein Inhalationsgerät, in das Blisterverpackungen eingelegt werden können, die jeweils
getrennte Vorratsräume für einzelne Dosen eines pulverförmigen Arzneimittels enthalten
und die mit Hilfe des Inhalationsgerätes nacheinander geleert werden können, ist beispielsweise
in
DE 195 23 516 C1 beschrieben.
[0008] Beispiele von Inhalatoren mit einem Vorratsraum für eine Vielzahl von Arzneimitteldosen
sind im Stand der Technik vielfältig beschrieben. Ein Beispiel mit einem auswechselbaren
Vorratsbehälter ist in
DE-PS 846 770 beschrieben, ein weiteres in
WO 95/31237.
[0009] Ein wesentliches Problem bei Inhalationssystemen, bei denen eine Vielzahl von Dosen
eines medizinisch wirksamen Stoffes in einem gemeinsamen Vorratsraum untergebracht
ist, ist die Zumessung einer einzelnen Dosis für einen einzelnen Inhalationsvorgang.
Hierzu sind eine Vielzahl von Lösungsvorschlägen gemacht worden, wie beispielsweise
in
US-A 2,587,215 und
US-A 4,274,403 beschrieben. Andere Formen von Anordnungen zum Dosieren einer einzelnen Arzneimittelpulverdosis
aus einem Vorratsraum für eine Vielzahl von Arzneimitteldosen sind weiterhin in
WO 92/09322,
WO 93/16748 und
DE 35 35 561 C2 sowie in
GB 2 165 159 A beschrieben. Eine auswechselbare Patrone zur Aufnahme einer Vielzahl von Dosen eines
Arzneimittelpulvers mit einem integrierten Dosierschieber ist aus
DE 195 22 415 A1 oder
US 5840 279 bekannt.
[0010] Ein weiteres wesentliches Problem bei der Inhalation von Arzneimittelpulver ist die
Zerlegung der galenischen Pulverformulierungen in lungengängige Partikel. Die auf
diesem Wege verabreichten Wirkstoffe werden in aller Regel mit Trägerstoffen zusammengeführt,
um eine vernünftige Dosierbarkeit des medizinisch wirksamen Stoffes zu erreichen und
um weitere Eigenschaften des Arzneimittelpulvers einzustellen, die z. B. die Lagerfähigkeit
betreffen können.
[0011] Lösungsansätze für Ausbildungen bei Pulverinhalatoren, mit denen die Bereitstellung
lungengängiger Partikel in einem Luftstrom zur Inhalation erreicht werden soll, sind
beispielsweise in
EP 0 640 354 A2,
US-A 5,505,196,
US-A 5,320,714,
US-A 5,435,301,
US-A 5,301,666,
DE 195 22 416 A1 und
WO 97/00703 beschrieben. Dabei sind auch Vorschläge bekannt, Hilfsenergie zur Erzeugung des Luftstromes
einzusetzen, beispielsweise aus
ZA-A 916741.
[0012] Ganz allgemein ist es bei der medikamentösen Behandlung von Krankheiten bekannt,
verschiedene pharmakodynamisch aktive Wirkstoffe zusammen einzusetzen. Bei Medikamenten
in Tabletten- oder Salbenform ist dies seit langem bekannt und üblich. Dabei ist lediglich
von pharmakologischer Seite zu berücksichtigen, daß sich die Wirkstoffe oder galenischen
Stoffe nicht gegenseitig nachteilig beeinflussen, sowohl hinsichtlich der Wirkung
auf den Organismus als auch hinsichtlich der Resorption.
[0013] Auch bei Einsatz von Medikamenten zur Inhalation in Pulverform ist es bekannt. Wirkstoffe
durch Applikation vorgefertigter Wirkstoffmischungen zu kombinieren. Entsprechende
Vorschläge finden sich in
EP 0 416 951 A1 und
WO 93/11773 beispielsweise für die Kombination von Salmeterol und Fluticasone oder Formoterol
und Budesonid. Allerdings besteht das Problem bei der Vorfertigung von Wirkstoffmischungen
bei losen Pulvern darin, daß durch chemische oder physikalische Reaktionen der Wirkstoffe
in den Mischungen diese insbesondere während einer längeren Lagerzeit verändert werden
können, was zu Wirkungsabfall, Inhomogenitäten in der Mischung, die zu Dosisstreuungen
oder unerwünschten Nebenwirkungen führen können.
[0014] Um solche Nachteile zu vermeiden, werden die pharmakodynamisch aktiven Wirkstoffe
daher oft sequentiell, d.h. getrennt nacheinander appliziert. Häufig kommen dabei
auch unterschiedliche Applikationssysteme für verschiedene Wirkstoffe zur Anwendung.
Dies stellt nicht nur für den Anwender eine Erschwerung der Anwendung dar, die zu
Verwechslungen. Anwendungsfehlern und Abfall der Compliance führen kann, sondern macht
eine solche Medikamentierung bei bestimmten Krankheiten undurchführbar. Solche Krankheiten
können insbesondere solche sein, deren Symptome anfallsweise auftreten und bei denen
durch einen solchen Anfall die Handlungs- und Koordinationsfähigkeit des Patienten
durch physische oder psychische Beeinträchtigungen beschränkt sein kann. Ein typisches
Beispiel dafür sind Asthmaanfälle.
[0015] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, bekannte Systeme zur Applikation
pulverförmiger Arzneimittel zu verbessern.
[0016] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Arzneimittelpulverpatronensystem
nach Anspruch 1.
[0017] Mit dem System gemäß der Erfindung ist es möglich, pharmakodynamisch aktive Wirkstoffe
in Form von pulverigen Arzneimitteln jeweils in getrennten Vorratsräumen für eine
Vielzahl von Dosen bereitzustellen und dennoch eine zusammenhängende und zeitlich
koordinierte Dosierung und Applikation der Wirkstoffe in Kombination durchzuführen,
ohne daß gegenüber einer herkömmlichen Inhalation eines einheitlichen Arzneimittelpulvers
zusätzliche Anforderungen an den Patienten oder den medizinischen Betreuer bestehen
oder ein zusätzlicher Handhabungsaufwand erforderlich ist.
[0018] Die Erfindung eröffnet auch die Möglichkeit, durch Kombination von getrennten Vorratsräumen
in Form von Teilpatronen mit dem gleichen pulverförmigen Arzneimittel eine sehr genau
auf den Patienten abgestimmte Dosierung durch den Arzt vorzunehmen, ohne daß eine
entsprechende Vielzahl von verschiedenen Patronen mit unterschiedlichen Dosiereinrichtungen
erforderlich wären.
[0019] Für eine besonders gute Kombinationswirkung der Wirkstoffe ist es vorteilhaft, wenn
das Vorratssystem ferner eine Einrichtung zur annähernd zeitgleichen Applikation von
Arzneimitteldosen aus wenigstens zwei der voneinander getrennten Vorratsräumen aufweist.
[0020] In einer vorteilhaften Ausführungsform weist das Arzneimittelpulverpatronensystem
eine Arzneimittelpulverpatrone auf, die wenigstens zwei Vorratskammern aufweist. Dabei
ist es zweckmäßig, wenn die Arzneimittelpulverpatrone eine Dosiereinrichtung aufweist,
wobei die Dosiereinrichtung für jede der Vorratskammern eine Dosierkammer zur Zumessung
einer vorbestimmten Menge eines jeden in den Vorratskammern vorgesehenen medizinisch
wirksamen Stoffes hat.
[0021] Für eine freiere Kombination der Wirkstoffe oder Dosismengen durch einen Arzt oder
Apotheker kann es aber auch zweckmäßig sein, wenn das das Vorratssystem ein Arzneimittelpulverpatronensystem
mit wenigstens zwei Arzneimittelpulverpatronen umfaßt, die jeweils wenigstens eine
Vorratskammer aufweisen.
[0022] Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn jede Arzneimittelpulverpatrone eine Dosiereinrichtung
aufweist, wobei jede Dosiereinrichtung für jede der Vorratskammern eine Dosierkammer
zur Zumessung einer vorbestimmten Menge eines jeden in den Vorratskammern der Arzneimittelpulverpatronen
vorgesehenen medizinisch wirksamen Stoffes hat.
[0023] Insbesondere, wenn in einem Inhalator das Arzneimittelpulverpatronensystem mit verschiedenen
Wirkstoffkombinationen nacheinander verwendet werden soll, ist es zur Vermeidung von
Wechselwirkungen der pulverförmigen Medikamente zweckmäßig, wenn das Arzneimittelpulverpatronensystem
eine Einrichtung zum Zusammenführen der mit den Dosierkammern zugemessenen Stoffmengen
aufweist.
[0024] In einer vorteilhaften Ausführungsform sind die Dosiereinrichtungen koppelbar.
[0025] Für besonders gute Handhabung ist es vorteilhaft. wenn die Arzneimittelpulverpatronen
mechanisch koppelbar sind.
[0026] Eine besonders große Sicherheit vor Fehlmedikation läßt sich erhalten, wenn die Arzneimittelpulverpatronen
ferner an Wirkflächen, die zum Koppeln der Arzneimittelpulverpatronen dienen, Kodiermittel
aufweisen, die ein Koppeln nur von dafür bestimmten Arzneimittelpulverpatronen erlauben.
Dazu ist es zweckmäßig, wenn die Kodiermittel Erhöhungen und Vertiefungen aufweisen,
die ein Koppeln nur von dafür bestimmten Arzneimittelpulverpatronen mit aufeinander
abgestimmten Erhöhungen und Vertiefungen erlauben, insbesondere, wenn die Erhöhungen
und Vertiefungen in Form einer Matrix angeordnet sind.
[0027] Für eine Zusammenstellung von Patronen für das erfindungsgemäße Arzneimittelpulverpatronensystem
z.B. durch einen Apotheker ist es günstig, wenn die Arzneimittelpulverpatronen ferner
an ihren Wirkflächen, die zum Koppeln der Arzneimittelpulverpatronen dienen, Rastmittel
aufweisen, die ein Koppeln von dafür bestimmten Arzneimittelpulverpatronen erlauben.
Eine besonders hohe Sicherheit gegen Manipulationen durch Nichtfachleute oder zur
Verhinderung einer Wiederbefüllung der Arzneimittelpulverpatronen läßt sich erhalten,
wenn die Rastmittel so ausgebildet sind, daß die miteinander gekoppelten Arzneimittelpulverpatronen
nicht ohne Beschädigungen wieder voneinander getrennt werden können.
[0028] Für die Handhabung durch den Patienten ist es vorteilhaft, wenn das Arzneimittelpulverpatronensystem
ferner eine Einrichtung zur Anzeige der in den Vorratskammern verbliebenen oder aus
den Vorratskammern entnommenen Menge an Arzneimitteldosen aufweist, insbesondere,
wenn die Arzneimittelpulverpatronen miteinander und mit der Einrichtung zur Anzeige
der in den Vorratskammern verbliebenen oder aus den Vorratskammern entnommenen Menge
an Arzneimitteldosen koppelbar sind und/oder das Arzneimittelpulverpatronensystem
für jede der Vorratskammern eine Einrichtung zur Anzeige der in den Vorratskammern
verbliebenen oder aus den Vorratskammern entnommenen Menge an Arzneimitteldosen aufweist.
[0029] Fertigungstechnisch besonders günstig ist es, wenn das Arzneimittelpulverpatronensystem
zwei oder mehr ohne die Rast- und Kodiermittel gleiche, spiegelbildlich gleiche oder
punktsymmetrisch gleiche Arzneimittelpulverpatronen umfaßt.
[0030] Für eine besonders vielfältige Anwendung ist es vorteilhaft, wenn die Dosiereinrichtungen
der einzelnen Arzneimittelpulverpatronen Dosierkavitäten mit gleichem oder unterschiedlichem
Volumen aufweisen.
[0031] Die Erfindung läßt sich wirtschaftlich besonders gut nutzen bei einem Inhalator für
pulverförmige Arzneimittel mit einem solchen Arzneimittelpulverpatronensystem.
Anwendung der Erfindung
[0032] Mit dem Arzneimittelpulverpatronensystem gemäß der Erfindung ist es möglich, pharmakodynamisch
aktive Wirkstoffe in Form von pulverigen Arzneimitteln jeweils in getrennten Vorratsräumen
für eine Vielzahl von Dosen bereitzustellen und dennoch eine zusammenhängende und
zeitlich koordinierte Dosierung und Applikation der Wirkstoffe in Kombination durchzuführen,
ohne daß gegenüber einer herkömmlichen Inhalation eines einheitlichen Arzneimittelpulvers
zusätzliche Anforderungen an den Patienten oder den medizinischen Betreuer bestehen
oder ein zusätzlicher Handhabungsaufwand erforderlich ist.
[0033] Weiterhin ist es möglich, pulverförmige Arzneimittel in Wirkstoffkombinationen zur
einheitlichen Inhalation bereitzustellen. deren einzelne Wirkstoffe untereinander
Unverträglichkeiten hinsichtlich der Lagerfähigkeit, ihrer Beständigkeit oder ihrer
Dosierbarkeit aufweisen.
Beispiele für solche Wirkstoffkombinationen können sein, ohne daß die Aufzählung beschränkend
wäre: Budesonid kombiniert mit Formoterol, Fluticason kombiniert mit Formoterol, Fluticason
kombiniert mit Salmeterol, Fenoterol kombiniert mit Ipatropiumbromid, Glycopyrrolate
kombiniert mit Formoterol, Loteprednol kombiniert mit Formoterol, Loteprednol kombiniert
mit Glycopyrrolate, Mometason mit Formoterol, Mometason kombiniert mit Salmeterol,
DNCG (Dinatriumcromoglycat) mit Reproterol.
[0034] Elemente für Wirkstoffkombinationen, für die die Erfindung einsetzbar ist, können
ferner beispielsweise sein aus der Gruppe der Betasympatikomimetika: Salbutamol, Reproterol,
Fenoterol, Formoterol, Salmeterol. Beispiele aus der Gruppe der Kortikosteroide können
sein: Budesonid, Beclomethason, Fluticason, Triamcinolon, Loteprednol. Mometason,
Flunisolid, Ciclosonid. Beispiele aus der Gruppe der Anticholinergica können sein:
Ipatropiumbromid, Tiotropiumbromid, Glycopyrrolate.
[0035] Beispiele aus der Gruppe der Analgetica und Migränetherapeutika können sein: Morphin,
Tramadol, Flupirtin, Sumatryptan. Aus der Gruppe der Peptide und Proteine können beispielsweise
verwendet werden: Cetrorelix, Insulin, Calcitonin, Parathyroid Hormon, Faktor VIII
Analoge, Alpha Interferon, Beta Interferon, Heparin, FSH (Follikel Stimulierendes
Hormon). Collistin, Tobramycin.
[0036] Die Anwendung ist nicht auf die hier genannten Wirkstoffe beschränkt. Das beschriebene
Arzneimittelpulverpatronensystem eignet sich für alle Wirkstoffe, die in Pulverform
dosiert und inhalativ appliziert werden können. Durch entsprechende Modifikation des
Systems und der Dosiervorrichtung eignet sich die beschriebene Erfindung auch zur
Kombination von Wirkstoffen, die flüssige Zubereitungen, zum Beispiel Lösungen oder
Suspensionen von pharmakodynamisch aktiven Wirkstoffen, enthalten.
[0037] Arzneimittelpulverformulierungen, die sinnvoll mit dem Arzneimittelpulverpatronensystem
gemäß der Erfindung verwendet werden können, können verschiedene Wirkstoffe enthalten,
wie beispielsweise Analgetika, Antiallergika, Antibiotika, Anticholinergika, Antihistaminika,
antiinflammatorisch wirkende Substanzen, Antipyretika, Kortikoide, Steroide, Antitussiva,
Bronchodilatatoren, Diuretika, Enzyme, Herz-Kreislauf wirksame Substanzen, Hormone,
Proteine und Peptide. Beispiele für Analgetika sind Codein, Diamorphin, Dihydromorphin,
Ergotamin, Fentanyl und Morphin: Beispiele für Antiallergika sind Cromoglicinsäure
und Nedocromil; Beispiele für Antibiotika sind Cephalosporine, Fusafungin, Neomycin,
Penicilline, Pentamidin, Streptomycin, Sulfonamide und Tetracycline, Collistin, Tobramycin;
Beispiele für Anticholinergika sind Atropin, Atropinmethonitrat, Ipratropiumbromid,
Oxitropiumbromid, Trospiumchlorid und Tiotropiumbromid; Beispiele für Antihistaminika
sind Azelastin, Flezelastin und Methapyrilen: Beispiele für antiinflammatorisch wirksame
Substanzen sind Beclometason, Budesonid, Loteprednol, Dexamethason, Flunisolid, Fluticason,
Tipredane, Triamcinolon, Mometason; Beispiele für Antitussiva sind Narcotin und Noscapin;
Beispiele für Bronchodilatatoren sind Bambuterol. Bitolterol, Carbuterol. Clenbuterol,
Ephedrin, Epinephrin, Formoterol, Fenoterol, Hexoprenalin, Ibuterol, Isoprenalin,
Isoproterenol, Metaproterenol, Orciprenalin, Phenylephrin, Phenylpropanolamin, Pirbuterol,
Procaterol, Reproterol, Rimiterol, Salbutamol, Salmeterol, Sulfonterol, Terbutalin
und Tolobuterol; Beispiele für Diuretika sind Amilorid und Furosemid; ein Beispiel
für Enzyme ist Trypsin; Beispiele für Herz-Kreislauf wirksame Substanzen sind Diltiazem
und Nitroglycerin: Beispiele für Hormone sind Cortison, Hydrocortison und Prednisolon;
Beispiele für Proteine und Peptide sind Cyclosporine, Cetrorelix, Glucagon und Insulin.
Weitere Wirkstoffe, die eingesetzt werden können, sind Adrenochrom, Colchicin, Heparin,
Scopolamin. Die beispielhaft angeführten Wirkstoffe können als freie Basen oder Säuren
oder als pharmazeutisch verträgliche Salze eingesetzt werden. Als Gegenionen können
beispielsweise physiologisch verträgliche Erdalkali- oder Alkalimetalle oder Amine
sowie beispielsweise Acetat, Benzolsulfonat, Benzoat, Hydrogencarbonat, Hydrogenartrat,
Bromid, Chlorid, Iodid, Carbonat, Citrat, Fumarat, Malat, Maleat, Cluconat, Lactat,
Pamoat und Sulphat eingesetzt werden. Es können auch Ester eingesetzt werden, beispielsweise
Acetat, Acetonid, Propionat, Dipropionat, Valerat.
[0038] Die Erfindung ermöglicht aber nicht nur die kombinierte Applikation von verschiedenen
pulverförmigen Arzneimitteln in jeweils gleichen oder unterschiedlichen Teildosen,
sondern eröffnet auch die Möglichkeit, durch Kombination von Teilpatronen mit dem
gleichen pulverförmigen Arzneimittel eine sehr genau auf den Patienten abgestimmte
Dosierung durch den Arzt vorzunehmen, ohne daß eine entsprechende Vielzahl von verschiedenen
Patronen mit unterschiedlichen Dosiereinrichtungen erforderlich wäre, z.B. im Vergleich
zu der aus
WO 97/00703 bekannten Patrone.
[0039] Werden die Teilpatronen z.B. in einer Stufung von Dosiervolumina von 1. 3 und 5 ml
geführt, lassen sich damit bei Verwendung auch nur einer Teilpatrone oder Ersatz der
zweiten Patrone durch einen Dummy als Schutz Dosisvolumina von 1, 2, 3, 4, 5, 6, 8,
10 ml erhalten.
[0040] Die Erfindung soll im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. Es zeigen:
- Figur 1
- ein erfindungsgemäßes Arzneimittelpulverpatronensystem in perspektivischer Ansicht;
- Figur 2
- einen Längsschnitt durch ein erfindungsgemäßes Arzneimittelpulverpatronensystem;
- Figur 3
- einen Querschnitt durch das erfindungsgemäßes Arzneimittelpulverpatronensystem entlang
der Linie A-A in Figur 2;
- Figur 4
- einen Längsschnitt durch eine Arzneimittelpatrone des erfindungsgemäßen Arzneimittelpulverpatronensystems
entlang der Linie B-B in Figur 3;
- Figur 5
- einen Längsschnitt durch eine Arzneimittelpatrone des erfindungsgemäßen Arzneimittelpulverpatronensystems
wie in Figur 2 (Sekundärpatrone);
- Figur 6
- einen Längsschnitt durch eine andere Arzneimittelpatrone des erfindungsgemäßen Arzneimittelpulverpatronensystems
wie in Figur 2 (Primärpatrone);
- Figur 7
- eine Ansicht einer Arzneimittelpatrone des erfindungsgemäßen Arzneimittelpulverpatronensystems
(Rückseite zur Darstellung in Figur 2) (Primärpatrone);
- Figur 8
- eine Ansicht einer Arzneimittelpatrone des erfindungsgemäßen Arzneimittelpulverpatronensystems
ähnlich wie in Figur 2 (Sekundärpatrone); und
- Figur 9
- eine Seitenansicht der Arzneimittelpatrone des erfindungsgemäßen Arzneimittelpulverpatronensystems
(Primärpatrone).
[0041] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Vorratsystems,
hier in Form eines Arzneimittelpulverpatronensystems 1 zum austauschbaren Einsetzen
in einen Pulverinhalator. Das dargestellte Arzneimittelpulverpatronensystem 1 besteht
hier aus zwei Arzneimittelpulverpatronen 2 und 3 mit jeweils einer Vorratskammer 4
für ein Arzneimittelpulver.
[0042] In Fig. 2 ist ein Längsschnitt durch das Arzneimittelpulverpatronensystem 1 dargestellt.
Auch hier ist gut erkennbar, daß das Arzneimittelpulverpatronensystem 1 in diesem
Falle aus zwei Teilpatronen 2 und 3 besteht. Der Übersichtlichkeit halber wird im
folgenden unterschieden zwischen der Primärpatrone 2 und der Sekundärpatrone 3. Jede
der Arzneimittelpulverpatronen 2 und 3 umfaßt eine Vorratskammer 4 zur Aufnahme eines
gleichen oder verschiedener Arzneimittelpulver, wie bereits zuvor erläutert.
[0043] Weiterhin weist jede der Arzneimittelpulverpatronen 2 und 3 jeweils eine Dosiereinrichtung
in Form eines Dosierschiebers 5 auf. Jeder der Dosierschieber 5 umfaßt eine Dosierkavität
6, deren Aufnahmevolumen die für eine Inhalation bereitzustellende Dosiermenge bildet.
[0044] Wie in Fig. 3, einem Querschnitt durch das Arzneimittelpulverpatronensystem 1 entlang
der Linie A-A in Fig. 2 in Höhe der Dosierschieber 5, zu erkennen ist, sind die Dosierschieber
5 in einem Dosierschieberkanal 7 zumindest aus der dargestellten Füllstellung in eine
Entleerungsstellung verschiebbar. Die Dosierschieber 5 der Primärpatrone 2 und der
Sekundärpatrone 3 sind hier der Einfachheit halber als zueinander spiegelbildlich
und mit gleich großen Dosierkavitäten 6 dargestellt.
[0045] In der in Fig. 3 dargestellten Befüllungsstellung kann, wie in Fig. 2 gut zu erkennen
ist, Arzneimittelpulver aus den Vorratskammern 4 in die Dosierkavitäten 6 fallen.
Wenn die Dosierkavitäten 6 mit einem Arzneimittelpulver wie gewünscht gefüllt sind,
können die Dosierschieber 5 durch nicht dargestellte Eingriffsmittel eines Pulverinhalators,
wie z.B. in
US-A-5,840,279 beschrieben, in eine nicht dargestellte Entleerungsposition verschoben werden. Die
Eingriffsmittel des Pulverinhalators ragen dabei zweckmäßig durch entsprechend in
den unteren Bereichen der Primärpatrone 2 und der Sekundärpatrone 3 vorgesehene Aussparungen
8.
[0046] Die Entleerungsstellung ist dann erreicht, wenn die Dosierkavitäten 6 sich über den
Entleerungsöffnungen 9 befinden. Wenn die Dosierschieber 5 diese Stellung erreicht
haben, kann das Arzneimittelpulver aus den Dosierkavitäten 6 durch die Entleerungsöffnungen
9 z.B. in einen nicht dargestellten Pulverkanal eines Inhalators fallen.
[0047] Werden unterschiedliche Arzneimittelpulver in den Vorratskammern 4 der Primärpatrone
2 und der Sekundärpatrone 3 untergebracht, vermengen sich die Arzneimittelpulver dann
entsprechend in dem Pulverkanal des Inhalators, möglichst unterstützt durch den Inhalationsluftstrom.
[0048] In Fig. 4 ist ein Längsschnitt durch die Sekundärpatrone 3 entlang der Linie B-B
in Fig. 2 dargestellt. Dort ist gut die Befüllungsstellung des Dosierschiebers 5 erkennbar
mit der Dosierkavität 6 unter dem Loch 10 der Unterseite der Vorratskammer 4. Zum
Erreichen der Entleerungsstellung wird der Dosierschieber 5 in Fig. 4 so weit nach
rechts verschoben, bis sich diese Dosierkavität 6 mit der Entleerungsöffnung 9 deckt
und das Arzneimittelpulver nach unten herausfallen kann.
[0049] Die Oberseite der Vorratskammer 4 der Sekundärpatrone 3 wird nach Befüllung der Sekundärpatrone
3 mit einem Arzneimittel durch beispielsweise einen stabilen Foliendeckel 11 verschlossen,
z.B. durch Ultraschallschweißen oder in anderer geeigneter Form.
[0050] In Fig. 5 ist die Sekundärpatrone 3 in gleicher Weise wie in Fig. 2 dargestellt,
jedoch ohne den Dosierschieber 5 und die Primärpatrone 2.
[0051] Entsprechend ist in Fig. 6 die Primärpatrone 2 dargestellt. Wie in Fig. 2 zu sehen
ist, ist in gleicher Weise wie bei der Sekundärpatrone 3 auf der Unterseite der Primärpatrone
2 ein Dosierschieber angeordnet. Die Wirkungsweise und die Betätigung des Dosierschiebers
entspricht derjenigen des Dosierschiebers der Sekundärpatrone 3, wie oben beschrieben.
[0052] Davon abweichend hat die Primärpatrone 2 einen oberen Bereich 12, der im zusammengesetzten
Zustand der beiden Patronen 2 und 3 auch die Sekundärpatrone 3 mit abdeckt, wie gut
in Fig. 2 zu sehen.
[0053] Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist nämlich in dem oberen Bereich 12 in
einem Ringkanal 13 zugleich eine Einrichtung zur Anzeige der in den Vorratskammern
4 verbliebenen oder aus den Vorratskammern 4 entnommenen Menge an Arzneimitteldosen
vorgesehen (jedoch nicht im einzelnen dargestellt).
[0054] Diese Anzeige kann z.B. als Folienstreifen mit entsprechenden Markierungen ausgebildet
sein, wie im einzelnen in
WO 97/00703 beschrieben. Entsprechend ist die Vorratskammer 4 in dem oberen Bereich 12 der Primärpatrone
2 durch einen Deckel 14 verschlossen, der zugleich auch den Ringkanal 13 für den Folienstreifen
zur Anzeige der Arzneimitteldosen abdeckt. Die Oberseite des Deckels 14 ist dabei
als Wellfeder 15 ausgebildet. um den Vorratsraum nicht nur elastisch zu verschließen,
sondern auch über den zentralen Stift 16 einen Längenausgleich und einen weitgehend
spielfreien Sitz des Arzneimittelpulverpatronensystems 1 in einem geeigneten Inhalator
sicherzustellen. Ein solcher Inhalator ist annäherungweise ebenfalls in
WO 97/00703 beschrieben.
[0055] Im oberen Bereich 12 der Primärpatrone 2 ist in Verbindung mit dem Ringkanal 13 noch
eine Ausnehmung 17 vorgesehen zum Eingriff eines Antriebsmittels eines Inhalators
zum Antrieb des Anzeigeelementes für die Zahl der verbliebenen bzw. entnommenen Arzneimitteldosen.
[0056] Weiterhin ist zweckmäßig im oberen Bereich 12 in Höhe des Ringkanals 13 in der Primärpatrone
12 ein Sichtfenster 18 vorgesehen, das das Ablesen der Einrichtung zur Anzeige der
entnommenen oder verbliebenen Arzneimitteldosen ermöglicht (Fig. 7). In Fig. 7 ist
ebenfalls gut zu erkennen, daß die Primärpatrone 2 mit Hakenelementen 19 versehen
ist, die mit entsprechenden Vertiefungen 20 in der Sekundärpatrone 3 zusammenwirken
können (Fig. 8). Weiterhin ist in der der Primärpatrone 2 zugewandten Wandung 21 der
Sekundärpatrone 3 ein keilförmiger Vorsprung 22 vorgesehen, der beim Einschieben der
Sekundärpatrone 3 von unten in eine Aussparung 23 im oberen Bereich 12 der Primärpatrone
2 zu einer elastischen Verformung der Wandung 21 führt und mit entsprechend ausgebildeter
Vertiefung 24 in der der Sekundärpatrone 3 zugewandten Wandung 25 der Primärpatrone
2 verrastet, sobald die Sekundärpatrone 2 ihren vorgesehenen Sitz erreicht hat. Durch
die Vertiefung 24 und das Zusammenwirken mit den Hakenelementen 19 der Primärpatrone
2 wird verhindert, daß die Sekundärpatrone 3 sich nach Montage seitlich von der Primärpatrone
2 weg bewegen kann. Durch die Verrastung des keilförmigen Vorsprungs 22 mit der zugehörigen
Vertiefung 24 in der Primärpatrone 2 ist sichergestellt, daß die Sekundärpatrone nicht
mehr nach unten gezogen werden kann, um die Hakenelemente 19 und die Vertiefung 24
außer Eingriff zu bringen (Fig. 9). Nach einer solchen Montage können die Primärpatrone
2 und die Sekundärpatrone 3 nur noch durch Zerstörung voneinander getrennt werden.
[0057] Eine geeignete Kodierung kann noch auf den einander zugewandten Wandungen 25 und
21 vorgesehen werden. Dies kann erfolgen z.B. in Form kodierter Vertiefungen und Vorsprünge
nach Art eines Schlüssels. Bei einer anderen Anordnung zur Vermeidung des Trennens
der Patrone nach Montage kann auch eine entsprechend kodierte Matrix mit stiftförmigen
Vorsprüngen und Löchern eingesetzt werden.
[0058] Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß auch andere Ausführungsformen des erfindungsgemäßen
Arzneimittelpulverpatronensystems denkbar sind, z.B. zwei symmetrische oder asymmetrische
Patronen, die separate Anzeigen für die entnommenen bzw. noch vorhandenen Dosen enthalten,
oder symmetrische oder asymmetrische Patronen, die zusammen mit einem Kopfelement
montiert werden, das eine entsprechende Anzeige enthält.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0059]
- 1
- Arzneimittelpulverpatronensystem
- 2
- Primärpatrone
- 3
- Sekundärpatrone
- 4
- Vorratskammer
- 5
- Dosierschieber
- 6
- Dosierkavität
- 7
- Dosierschieberkanal
- 8
- Aussparung
- 9
- Entleerungsöffnung
- 10
- Loch
- 11
- Foliendeckel
- 12
- oberer Bereich von 2
- 13
- Ringkanal
- 14
- Deckel
- 15
- Wellfeder
- 16
- Stift
- 17
- Ausnehmung in 13
- 18
- Sichtfenster
- 19
- Hakenelement
- 20
- Vertiefung
- 21
- Wandung
- 22
- keilförmiger Vorsprung
- 23
- Aussparung von 12
- 24
- Vertiefung
- 25
- Wandung
1. Arzneimittelpulverpatronensystem (1) zur Verwendung in einer medizinischen Applikationseinrichtung,
zur Aufnahme einer Vielzahl von Dosen wenigstens eines medizinisch wirksamen Stoffes,
und zum austauschbaren Einsetzen in einen Pulverinhalator, mit wenigstens zwei voneinander
getrennten Vorratsräumen in Form von Vorratskammern (4) für jeweils eine Vielzahl
von Dosen eines medizinisch wirksamen Stoffes, wobei das Arzneimittelpulverpatronensystem
zumindest eine Arzneimittelpulverpatrone umfasst, die eine Dosiereinrichtung aufweist
und die Dosiereinrichtung für jede der Vorratskammern (4) eine Dosierkavität (6) zur
Zumessung einer vorbestimmten Menge eines jeden in den Vorratskammern (4) vorgesehenen
medizinisch wirksamen Stoffes hat.
2. Arzneimittelpulverpatronensystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem (1) ferner eine Einrichtung zur annähernd zeitgleichen
Applikation von Arzneimitteldosen aus wenigstens zwei der voneinander getrennten Vorratsräumen
aufweist.
3. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem eine Arzneimittelpulverpatrone umfaßt, die wenigstens
zwei Vorratskammern (4) aufweist.
4. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem eine Einrichtung zum Zusammenführen der mit den
Dosierkammern zugemessenen Stoffmengen aufweist.
5. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem (1) wenigstens zwei Arzneimittelpulverpatronen
(2, 3) umfaßt, die jeweils wenigstens eine Vorratskammer (4) aufweisen.
6. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Arzneimittelpulverpatrone (2, 3) eine Dosiereinrichtung (5) aufweist, wobei jede
Dosiereinrichtung (5) für jede der Vorratskammern (4) eine Dosierkavität (6) zur Zumessung
einer vorbestimmten Menge eines jeden in den Vorratskammern (4) der Arzneimittelpulverpatronen
(2, 3) vorgesehenen medizinisch wirksamen Stoffes hat.
7. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem (1) eine Einrichtung zum Zusammenführen der mit
den Dosierkammern zugemessenen Stoffmengen aufweist.
8. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der Ansprüche 6 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dosiereinrichtungen (5) koppelbar sind.
9. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) mechanisch koppelbar sind.
10. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) ferner an Wirkflächen (21, 25), die zum Koppeln
der Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) dienen, Kodiermittel aufweisen, die ein Koppeln
nur von dafür bestimmten Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) erlauben.
11. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Kodiermittel Erhöhungen und Vertiefungen aufweisen, die ein Koppeln nur von dafür
bestimmten Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) mit aufeinander abgestimmten Erhöhungen
und Vertiefungen erlauben.
12. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Erhöhungen und Vertiefungen in Form einer Matrix angeordnet sind.
13. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der Ansprüche 5 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) ferner an ihren Wirkflächen (21, 25), die zum
Koppeln der Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) dienen, Rastmittel (22, 24, 19, 20,
23) aufweisen, die ein Koppeln von dafür bestimmten Arzneimittelpulverpatronen (2,
3) erlauben.
14. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Rastmittel (22, 24) so ausgebildet sind, dass die miteinander gekoppelten Arzneimittelpulverpatronen
(2, 3) nicht ohne Beschädigungen wieder voneinander getrennt werden können.
15. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der Ansprüche 5 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem (1) ferner eine Einrichtung zur Anzeige der in
den Vorratskammern (4) verbliebenen oder aus den Vorratskammern (4) entnommenen Menge
an Arzneimitteldosen aufweist.
16. Arzneimittelpulverpatronensystem nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) miteinander und mit der Einrichtung zur Anzeige
der in den Vorratskammern (4) verbliebenen oder aus den Vorratskammern (4) entnommenen
Menge an Arzneimitteldosen koppelbar sind.
17. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der Ansprüche 15 oder 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem (1) für jede der Vorratskammern (4) eine Einrichtung
zur Anzeige der in den Vorratskammern (4) verbliebenen oder aus den Vorratskammern
(4) entnommenen Menge an Arzneimitteldosen aufweist.
18. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Arzneimittelpulverpatronensystem (1) zwei oder mehr ohne die Rast- und Kodiermittel
(19, 20, 22, 23, 24) gleiche, spiegelbildlich gleiche oder punktsymmetrisch gleiche
Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) umfaßt.
19. Arzneimittelpulverpatronensystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Dosiereinrichtungen (5) der einzelnen Arzneimittelpulverpatronen (2, 3) Dosierkavitäten
(6) mit gleichem oder unterschiedlichem Volumen aufweisen.
20. Inhalator für pulverförmige Arzneimittel,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Inhalator ein Arzneimittelpulverpatronensystem (1) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche umfaßt.
1. Pharmaceutical powder cartridge system (1) for use in a medical administration device
(inhaler), for receiving a multiplicity of doses of at least one medically active
substance, and for exchangeable insertion into a powder inhaler, with at least two
storage spaces in the form of storage chambers (4) which are separate from each other
and are each intended to hold a multiplicity of doses of a medically active substance,
the pharmaceutical powder cartridge system comprising at least one pharmaceutical
powder cartridge, which has a metering device, and the metering device having, for
each of the storage chambers (4), a metering cavity (6) for apportioning a predetermined
quantity of each medically active substance provided in the storage chambers (4).
2. Pharmaceutical powder cartridge system (1) according to Claim 1, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system (1) further comprises a device for approximately
simultaneous administration of pharmaceutical doses from at least two of the separate
storage spaces.
3. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 1 or 2, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system comprises a pharmaceutical powder cartridge
which has at least two storage chambers (4).
4. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 3, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system has a device for bringing together the
quantities of substance apportioned by the metering chambers.
5. Pharmaceutical powder cartridge system according to one of Claims 1 or 2, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system (1) comprises at least two pharmaceutical
powder cartridges (2, 3) which each have at least one storage chamber (4).
6. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 5, characterized in that each pharmaceutical powder cartridge (2, 3) has a metering device (5), and each metering
device (5) has, for each of the storage chambers (4), a metering cavity (6) for apportioning
a predetermined quantity of each medically active substance provided in the storage
chambers (4) of the pharmaceutical powder cartridges (2, 3).
7. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 6, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system (1) has a device for bringing together
the quantities of substance apportioned by the metering chambers.
8. Pharmaceutical powder cartridge system according to one of Claims 6 to 7, characterized in that the metering devices (5) can be coupled together.
9. Pharmaceutical powder cartridge system according to one of Claims 6 to 8, characterized in that the pharmaceutical powder cartridges (2, 3) can be coupled together mechanically.
10. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 9, characterized in that, on active surfaces (21, 25) serving to couple the pharmaceutical powder cartridges
(2, 3) together, the pharmaceutical powder cartridges (2, 3) also have indexing means
which permit coupling only of pharmaceutical powder cartridges (2, 3) intended for
this purpose.
11. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 10, characterized in that the indexing means have elevations and depressions which permit coupling only of
pharmaceutical powder cartridges (2, 3) which are intended for this purpose and which
have matching elevations and depressions.
12. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 11, characterized in that the elevations and depressions are arranged in the form of a matrix.
13. Pharmaceutical powder cartridge system according to one of Claims 5 to 12, characterized in that, on their active surfaces (21, 25) serving to couple the pharmaceutical powder cartridges
(2, 3) together, the pharmaceutical powder cartridges (2, 3) also have locking means
(22, 24, 19, 20, 23) which permit coupling of pharmaceutical powder cartridges (2,
3) intended for this purpose.
14. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 13, characterized in that the locking means (22, 24) are designed in such a way that the coupled pharmaceutical
powder cartridges (2, 3) cannot be separated from each other again without damage.
15. Pharmaceutical powder cartridge system according to one of Claims 5 to 14, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system (1) also has a device for indicating the
quantity of pharmaceutical doses remaining in the storage chambers (4) or removed
from the storage chambers (4).
16. Pharmaceutical powder cartridge system according to Claim 15, characterized in that the pharmaceutical powder cartridges (2, 3) can be coupled to one another and to
the device for indicating the quantity of pharmaceutical doses remaining in the storage
chambers (4) or removed from the storage chambers (4).
17. Pharmaceutical powder cartridge system according to either of Claims 15 and 16, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system (1) has, for each of the storage chambers
(4), a device for indicating the quantity of pharmaceutical doses remaining in the
storage chambers (4) or removed from the storage chambers (4).
18. Pharmaceutical powder cartridge system according to one of Claims 1 to 17, characterized in that the pharmaceutical powder cartridge system (1) comprises two or more pharmaceutical
powder cartridges (2, 3) which, without the locking and indexing means (19, 20, 22,
23, 24), are identical, show mirror-image symmetry or point-symmetry.
19. Pharmaceutical powder cartridge system according to one of the preceding claims, characterized in that the metering devices (5) of the individual pharmaceutical powder cartridges (2, 3)
have metering cavities (6) of identical or different volume.
20. Inhaler for powdered pharmaceuticals, characterized in that the inhaler comprises a pharmaceutical powder cartridge system (1) according to one
of the preceding claims.
1. Système (1) de cartouches de poudre de médicament destiné à être utilisé dans un dispositif
d'application médicale (inhalateur), à recevoir plusieurs doses d'au moins une substance
médicalement active et à être placé de manière remplaçable dans un inhalateur de poudre,
avec au moins deux chambres de réserve séparées l'une de l'autre et présentant la
forme de chambres de réserve (4), chacune pour plusieurs doses d'une substance médicalement
active,
le système de cartouches de poudre de médicament comprenant au moins une cartouche
de poudre de médicament qui présente un dispositif de dosage, le dispositif de dosage
présentant pour chacune des chambres de réserve (4) une cavité de dosage (6) qui permet
de doser une quantité prédéterminée de chaque substance médicalement active prévue
dans les chambres de réserve (4).
2. Système (1) de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 1, caractérisé en ce que le système (1) de cartouches de poudre de médicament présente en outre un dispositif
d'application sensiblement simultanée de doses de médicament provenant d'au moins
deux des chambres de réserve séparées l'une de l'autre.
3. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que le système de cartouches de poudre de médicament comprend une cartouche de poudre
de médicament qui présente au moins deux chambres de réserve (4).
4. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 3, caractérisé en ce que le système de cartouches de poudre de médicament présente un dispositif qui rassemble
les quantités de substances dosées à l'aide des chambres de dosage.
5. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications 1 ou
2, caractérisé en ce que le système (1) de cartouches de poudre de médicament comprend au moins deux cartouches
(2, 3) de poudre de médicament qui présentent chacune au moins une chambre de réserve
(4).
6. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 5, caractérisé en ce que chaque cartouche de poudre de médicament (2, 3) présente un dispositif de dosage
(5), chaque dispositif de dosage (5) présentant pour chacune des chambres de réserve
(4) une cavité de dosage (6) qui permet de doser une quantité prédéterminée de chaque
substance médicalement active prévue dans les chambres de réserve (4) des cartouches
(2, 3) de poudre de médicament.
7. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 6, caractérisé en ce que le système (1) de cartouches de poudre de médicament présente un dispositif qui rassemble
les quantités de substance dosées à l'aide des chambres de dosage.
8. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications 6 à 7,
caractérisé en ce que les dispositifs de dosage (5) peuvent être accouplés.
9. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications 6 à 8,
caractérisé en ce que les cartouches (2, 3) de poudre de médicament peuvent être accouplées mécaniquement.
10. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 9, caractérisé en ce que les cartouches (2, 3) de poudre de médicament présentent en outre sur des surfaces
actives (21, 25) qui servent à l'accouplement des cartouches (2, 3) de poudre de médicament
des moyens de codage qui permettent d'accoupler uniquement des cartouches (2, 3) de
poudre de médicament destinées à cet effet.
11. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 10, caractérisé en ce que les moyens de codage présentent des saillies et des creux qui permettent uniquement
l'accouplement de cartouches (2, 3) de poudre de médicament destinées à cet effet
et qui présentent des saillies et des creux accordés mutuellement.
12. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 11, caractérisé en ce que les saillies et les creux sont disposés en forme de matrice.
13. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications 5 à 12,
caractérisé en ce que les cartouches (2, 3) de poudre de médicament présentent en outre sur leurs surfaces
actives (21, 25) qui servent à l'accouplement des cartouches (2, 3) de poudre de médicament
des moyens d'encliquetage (22, 24, 19, 20, 23) qui permettent l'accouplement des cartouches
(2, 3) de poudre de médicament destinées à cet effet.
14. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 13, caractérisé en ce que les moyens d'encliquetage (22, 24) sont configurés de telle sorte que les cartouches
(2, 3) de poudre de médicament accouplées l'une à l'autre ne peuvent être re-séparées
l'une de l'autre sans être endommagées.
15. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications 5 à 14,
caractérisé en ce que le système (1) de cartouches de poudre de médicament présente en outre un dispositif
d'affichage de la quantité de doses de médicament qui reste dans les chambres de réserve
(4) ou qui a été prélevée dans les chambres de réserve (4).
16. Système de cartouches de poudre de médicament selon la revendication 15, caractérisé en ce que les cartouches (2, 3) de poudre de médicament peuvent être accouplées l'une à l'autre
et au dispositif d'affichage de la quantité de doses de médicament qui reste dans
les chambres de réserve (4) ou qui a été prélevée dans les chambres de réserve (4).
17. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications 15 ou
16, caractérisé en ce que le système (1) de cartouches de poudre de médicament présente pour chacune des chambres
de réserve (4) un dispositif d'affichage de la quantité de doses de médicament qui
reste dans les chambres de réserve (4) ou qui a été prélevée dans les chambres de
réserve (4).
18. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications 1 à 17,
caractérisé en ce que le système (1) de cartouches de poudre de médicament comprend deux ou plusieurs cartouches
(2, 3) de poudre de médicament, sans moyens d'encliquetage et de codage (19, 20, 22,
23, 24), identiques, à symétrie spéculaire ou à symétrie ponctuelle.
19. Système de cartouches de poudre de médicament selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que les dispositifs de dosage (5) des différentes cartouches (2, 3) de poudre de médicament
présentent des cavités de dosage (6) qui ont le même volume ou des volumes différents.
20. Inhalateur de médicament poudreux, caractérisé en ce que l'inhalateur comprend un système (1) de cartouches de poudre de médicament selon
l'une des revendications précédentes.