[0001] Die Erfindung betrifft ein Uhrengehäuse für eine Armband- oder Taschenuhr, enthaltend
einen Gehäusering, ein mit dem Gehäusering verbundenes Glas und einen mit dem Gehäusering
lösbar verbundenen Gehäuseboden.
[0002] Es sind verschiedene Befestigungsarten bekannt, um den Gehäusering und den Gehäuseboden
eines Uhrengehäuses lösbar miteinander zu verbinden. Beispielsweise können die beiden
Teile mit einem Aussen- und einem Innengewinde versehen sein oder der Gehäusering
kann mit an seiner Stirnseite angeordneten Gewindebohrungen versehen sein, in die
Schrauben ragen, die den Gehäuseboden durchdringen. Uhrengehäuse aus sehr hartem Werkstoff
wie beispielsweise polykristallinem Saphir oder Diamant sind sehr beliebt. Da solche
Werkstoffe praktisch nur durch Schleifen bearbeitet werden können, ist es nicht möglich,
einen aus einem solchen Werkstoff gefertigten Gehäusering mit einem umlaufenden Innen-
oder Aussengewinde zu versehen oder darin Gewindebohrungen anzubringen.
[0003] Gemäss dem Patent CH 647 376 wurde vorgeschlagen, das Problem dadurch zu lösen, dass
im Gehäusering Gewindebüchsen eingesetzt sind, in welche den Gehäuseboden haltende
Schrauben eingeschraubt sind. Diese Massnahme löst aber das Problem nur teilweise,
denn für die Aufnahme der Gewindebüchsen müssen im Gehäusering Löcher angebracht werden,
was sehr aufwendig ist. Zudem müssen die Gewindebüchsen in diese Löcher eingeklebt
werden, was unbefriedigend ist.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine Uhr der eingangs genannten Art vorzuschlagen, bei welcher am Gehäusering weder
Löcher noch Gewinde für die Befestigung des Gehäusebodens erforderlich sind.
[0005] Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung dadurch gelöst, dass ein Haltering vorhanden
ist, der mit dem Gehäuseboden lösbar verbunden ist und den Gehäusering am Gehäuseboden
hält und dass entweder der Haltering den Gehäusering umgibt, wobei sich der Haltering
und der Gehäusering an den einander zugewandten Flächen zum Gehäuseboden hin erweitern
oder der Haltering vom Gehäusering umgeben ist, wobei sich der Haltering und der Gehäusering
an den einander zugewandten Flächen zum Gehäuseboden hin verengen.
[0006] Nach einer bevorzugten Ausführungsart der Erfindung können der Haltering und der
Gehäusering an den einander zugewandten Flächen konisch ausgebildet sein. Dies erlaubt
es, insbesondere einen aus sehr hartem Material bestehenden Gehäusering besonders
einfach zu bearbeiten, beispielsweise durch Schleifen. Zur lösbaren Befestigung des
Halterings am Gehäuseboden kann einer dieser Teile ein Aussengewinde oder ein Innengewinde
aufweisen und der andere Teil entsprechend ein Innengewinde oder ein Aussengewinde.
Der Gehäuseboden kann aber auch am Haltering mit Hilfe von mindestens zwei Schrauben
lösbar befestigt sein. Wenn der Haltering den Gehäusering umgibt, kann er nach einer
bevorzugten Ausführungsart der Erfindung eine doppelte Funktion ausüben, indem er
neben seiner Aufgabe des Zusammenhaltens von Gehäusering und Gehäuseboden auch der
Verzierung des Uhrengehäuses dient, indem er auf seiner von aussen sichtbaren Oberfläche
Verzierungen wie Gravuren oder Edelsteine trägt. Nach einer weiteren Ausführungsart
der Erfindung hat der Haltering eine weitere Funktion, indem er mit Befestigungsmitteln
für ein Armband oder dergleichen versehen ist. Diese Befestigungsmittel können nach
einer anderen Ausführungsart auch am Gehäuseboden befestigt oder angeformt sein.
[0007] Besondere Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der beiliegenden
Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Es zeigt
- Figur 1
- einen Axialschnitt durch eine erste Ausführungsart des erfindungsgemässen Uhrengehäuses,
- Figur 2
- die Hälfte eines Grundrisses einer ersten Variante der Ausführungsart nach Figur 1,
- Figur 3
- die Hälfte eines Grundrisses einer zweiten Variante der Ausführungsart nach Figur
1,
- Figur 4
- die Hälfte eines Axialschnitts einer zweiten Ausführungsart des erfindungsgemässen
Uhrengehäuses und
- Figur 5
- die Hälfte eines Axialschnitts einer dritten Ausführungsart des erfindungsgemässen
Uhrengehäuses.
[0008] Die Figuren 1 bis 3 zeigen eine erste Ausführungsart des erfindungsgemässen Uhrengehäuses,
wobei Figur 1 eine axial geschnittene Ansicht ist und die Figuren 2 und 3 jeweils
die Hälfte eines Grundrisses zweier Varianten zeigen. Ein Gehäusering 1 ist aus einem
harten Material wie Hartmetall, Stein oder polykristallinem Saphir oder Diamant hergestellt.
Wie Figur 1 zeigt, hat der Gehäusering 1 ein einfaches Profil, das sich in einfacher
Weise durch Schleifen fertigen lässt. Oben im Gehäusering 1 ist ein Glas 2 eingesetzt
und beispielsweise durch Kleben befestigt. An der unteren Seite des Gehäuserings 1
ist ein Gehäuseboden 3 angeordnet und wie folgt befestigt. Auf der äusseren Seite
des Gehäuserings 1 ist ein Haltering 4 angeordnet, dessen innere Fläche derart konisch
ausgebildet ist, dass sich der innere Durchmesser, gegen den Gehäuseboden 3 hin vergrössert.
In gleicher Weise ist die äussere Mantelfläche des Gehäuserings 1 derart konisch ausgebildet
ist, dass sich der äussere Durchmesser gegen den Gehäuseboden 3 hin vergrössert. Der
Haltering 4 ist aus einem Werkstoff hergestellt, der weicher ist als jener des Gehäuserings
1 und der sich folglich leichter spanabhebend bearbeiten lässt. Der Haltering 4 weist
an der dem Gehäuseboden 3 zugewandten Seite mindestens zwei Gewindebohrungen auf,
in die Schrauben 5 greifen, die durch entsprechende Durchgangsbohrungen des Gehäusebodens
3 ragen und den Haltering 4 gegen den Gehäuseboden 3 ziehen. Der Gehäusering 1 wird
dabei durch die erwähnte konische Ausbildung formschlüssig am Gehäuseboden 3 festgehalten
und mit diesem zentriert. In einer im Gehäuseboden 3 eingearbeiteten Ringnut kann
eine Dichtung 7 vorgesehen sein, die das Eindringen von Feuchtigkeit in das Uhrengehäuse
verhindert.
[0009] Der Haltering 4 kann neben seiner soeben beschriebenen Hauptaufgabe gleichzeitig
noch weitere Aufgaben erfüllen. So können an ihm zum Anbringen eines Armbandes, oder
im Falle einer Taschenuhr, einer Kette oder Kordel, bestimmte Befestigungsmittel 6
befestigt oder einstückig angeformt sein. Auch kann der Haltering 4 an seiner von
aussen sichtbaren Oberfläche Verzierungen wie beispielsweise eingesetzte Edelsteine
tragen (nicht dargestellt).
[0010] Die Variante nach Figur 3 zeigt, dass der Gehäusering 1 und der Haltering 4 nicht
kreisrund ausgebildet sein müssen. Vielmehr können sie polygonal, beispielsweise wie
dargestellt achteckig sein. Auch eine Variante mit ovalem Gehäusering 1 und entsprechendem
Haltering 4 ist denkbar.
[0011] Figur 4 zeigt eine Ausführungsart, bei welcher der Gehäusering 1 und der Haltering
4 an den einander zugewandten Seiten nicht konisch ausgebildet sind, sondern eine
Stufe aufweisen. Auch dieser Gehäusering 1 lässt sich leicht aus einem sehr harten
Material durch Schleifen herstellen.
[0012] In Figur 5 ist eine Ausführungsart der Erfindung dargestellt, bei welcher der Haltering
4 innerhalb des Gehäuserings 1 angeordnet ist. Der Formschluss, mit dem hier der Gehäusering
1 durch den Haltering 4 gegen den Gehäuseboden 3 gespannt wird, ist erreicht, indem
sich die beiden Teile an den einander zugewandten Flächen zum Gehäuseboden hin verengen.
Diese Ausführungsart hat gegenüber den vorher beschriebenen Ausführungsarten die Vorteile,
dass das Uhrengehäuse kompakter gebaut werden kann, weil kein ausserhalb des Gehäuserings
1 angeordneter Haltering erforderlich ist und dass dieses Uhrengehäuse widerstandsfähiger
ist, weil praktisch seine ganze Mantelfläche aus dem harten Material des Gehäuserings
1 besteht. Die Nachteile dieser Ausführungsart sind darin zu sehen, dass hier nicht
so leicht Verzierungen wie Schmucksteine aussen am Gehäuse angebracht werden können,
wie dies mit Hilfe eines aussen liegenden Halterings möglich ist und dass ein Armband,
eine Uhrenkette oder dergleichen anders befestigt werden müssen, als bei den vorher
beschriebenen Ausführungsarten. Figur 5 zeigt auch, wie der zuletzt genannte Nachteil
dieser Ausführungsart eliminiert werden kann. Die Befestigungsmittel 6 für ein Armband,
eine Kette oder dergleichen sind hier am Gehäuseboden 3 befestigt oder einstückig
angeformt.
1. Uhrengehäuse für eine Armband- oder Taschenuhr, enthaltend einen Gehäusering (1),
ein mit dem Gehäusering (1) verbundenes Glas (2) und einen mit dem Gehäusering (1)
lösbar verbundenen Gehäuseboden (3), dadurch gekennzeichnet, dass ein Haltering (4) vorhanden ist, der mit dem Gehäuseboden (3) lösbar verbunden ist
und den Gehäusering (1) am Gehäuseboden hält und dass der Haltering (4) den Gehäusering
(1) umgibt, wobei sich der Haltering (4) und der Gehäusering (1) an den einander zugewandten
Flächen zum Gehäuseboden (3) hin erweitern.
2. Uhrengehäuse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (4) und der Gehäusering (1) an den einander zugewandten Flächen konisch
ausgebildet sind.
3. Uhrengehäuse nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (4) mit dem Gehäuseboden (3) durch mindestens zwei Schrauben (5) verbunden
ist.
4. Uhrengehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (4) mit dem Gehäuseboden (3) durch Gewinde verbunden ist.
5. Uhrengehäuse nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (4) auf seiner von aussen sichtbaren Oberfläche Verzierungen wie Gravuren
oder Edelsteine trägt.
6. Uhrengehäuse nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (4) mit Befestigungsmitteln (6) für ein Armband oder dergleichen versehen
ist.
7. Uhrengehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehäuseboden (3) mit Befestigungsmitteln (6) für ein Armband oder dergleichen
versehen ist.
7. Uhrengehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Gehäuseboden (3) mit Befestigungsmitteln (6) für ein Armband oder dergleichen
versehen ist.