[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorbehandlungsvorrichtung zur Bereitstellung eines thixotropen
Metallbolzens in einer Giesskammer einer Thixoformeinrichtung, enthaltend einen Behälter
für die Aufnahme eines Metallbolzens, einen Ofen zur Überführung des im Behälter befindlichen
Metallbolzens in einen teilflüssigen, thixotropen Zustand, sowie eine Transportvorrichtung
für das Transportieren und Einführen des thixotropen Metallbolzens in die Giesskammer,
und die Verwendung der Vorbehandlungsvorrichtung. Die Erfindung betrifft weiter ein
entsprechendes Verfahren nach den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 12, und
die Verwendung des Verfahrens.
[0002] Das Thixoformen betrifft die Herstellung von Formteilen aus thixotropen Metallbolzen.
Als Metallbolzen kommen dabei alle Bolzen aus einem in einen thixotropen Zustand überführbaren
Metall in Frage. Insbesondere können die Metallbolzen aus Aluminium, Magnesium oder
Zink und den Legierungen dieser Metalle bestehen.
[0003] Beim Thixoformen werden die thixotropen Eigenschaften teilflüssiger bzw. teilfester
Metalllegierungen ausgenützt. Die thixotropen Eigenschaften einer Metalllegierung
bedeuten, dass ein entsprechend vorbereitetes Metall sich unbelastet wie ein Festkörper
verhält, unter Schubbeanspruchung seine Viskosität jedoch soweit verringert, dass
es sich ähnlich einer Metallschmelze verhält. Dazu ist ein Aufheizen der Legierung
in das Erstarrungsintervall zwischen Liquidus- und Solidustemperatur erforderlich.
Die Temperatur ist dabei so einzustellen, dass beispielsweise ein Gefügeanteil von
20 bis 80 Gew.% aufgeschmolzen wird, der Rest jedoch in fester Form verbleibt.
[0004] Beim Thixoformen wird teilfestes/teilflüssiges Metall in einer modifizierten Druckgiessmaschine,
einer sogenannten Thixoformeinrichtung, zu Formteilen verarbeitet. Die zum Thixoformen
eingesetzten Druckgiessmaschinen unterscheiden sich gegenüber den Druckgiessmaschinen
zum Druckgiessen von Metallschmelzen durch beispielsweise eine länger ausgestaltete
Giesskammer zur Aufnahme des thixotropen Metallbolzens und einen dadurch benötigten
grösseren Kolbenhub, und beispielsweise einer mechanisch verstärkten Ausgestaltung
der die thixotrope Metalllegierung führenden Teile der Druckgiessmaschine infolge
der höheren Druckbelastung dieser Teile während dem Thixoformen.
[0005] Das Aufheizen der Metallbolzen geschieht üblicherweise in einem separaten Ofen. Die
Beheizung der Öfen kann mit Brennstoff, wie beispielsweise Gas oder Öl, oder elektrischer
Energie, wie beispielsweise mittels einer Widerstandsheizung oder mittels induktiver
Energieeinbringung, geschehen.
[0006] Der Aufheizung der Metallbolzen kommt, in Bezug auf den grossen Einfluss, welcher
der Zustand des in die Giesskammer eingeführten Bolzens auf die Qualität des Produktes
ausübt, eine grosse Bedeutung zu, da:
- der Bolzenzustand, d.h. seine Teilfestigkeit, üblicherweise nur in einem kleinen Temperaturbereich
vorhanden ist,
- lang dauernde Aufheizzeiten, beispielsweise der Bildung einer dicken Oxidhaut oder
einer möglichen Kornvergröberung wegen, vermieden werden sollen,
- und zur Erzielung eines homogenen Endproduktes die Temperaturverteilung im thixotropen
Metallbolzen, dem sogenannten Thixo-Rohling, möglichst homogen sein soll.
[0007] Deshalb geschieht das Überführen des Metalibolzens in den thixotropen Zustand, d.h.
die Erwärmung des Bolzens bis der gewünschte Legierungsanteil aufgeschmolzen ist,
zweckmässigerweise durch eine mit Sensoren geregelte Ofentemperatur.
[0008] Zum Aufheizen der Metallbolzen werden diese üblicherweise in ein schalenförmiges
Behältnis, beispielsweise in eine metallische Schale aus rostfreiem Stahl, oder einem
Tiegel aus Ton-Graphit oder Ton-SiC gegeben und in horizontaler Lage in den thixotropen
Zustand überführt.
[0009] Der thixotrope Metallbolzen kann dann, beispielsweise in demselben Behälter, mittels
beispielsweise einem Greifer zur Giesskammer einer Horizontal-Thixoformeinrichtung
transferiert und durch Kippen des Behälters in die Giesskammer eingeführt werden.
In diesem Fall bleibt der Metallbolzen während dem Aufheizprozess und dem Transport
bis zur Giesskammer in demselben Behälter.
[0010] Die EP-A-0 645 206 beschreibt eine Vorrichtung zur Herstellung von mechanisch hoch
beanspruchten Teilen durch Thixoformen, welche eine eingangs beschriebene Vorbehandlungsvorrichtung
enthält. Dabei werden die Metallbolzen in tassenförmigen Behältern in einem rohrförmigen
Durchlaufofen in den thixotropen Zustand überführt, und der den thixotropen Bolzen
enthaltende Behälter wird mittels einem Roboter zur Giesskammer transportiert, und
durch Kippen des Behälters wird der thixotrope Bolzen in die Giesskammer befördert.
[0011] Die EP-B-0 713 736 beschreibt eine Haltevorrichtung zum induktiven Aufheizen von
Bolzen aus Metalllegierungen mit thixotropen Eigenschaften und zum Halten und Transportieren
der Bolzen bis zum Vergiessen. Die Haltevorrichtung ist dabei eine speziell gestaltete
wannenförmige Schale.
[0012] Die in der Praxis angewandten technischen Lösungen hinsichtlich der Bolzen-Aufheizung
und dem Bolzen-Transport von thixotropen Metallbolzen gewährleisten oft weder eine
ausreichende thermische Homogenität des in die Giesskammer eingeführten Bolzens, noch
die für die Erreichung einer stabilen Qualität notwendige Wiederholbarkeit des Aufheizprozesses.
Die thermische Inhomogenität manifestiert sich beispielsweise in einer in Bezug auf
den Bolzenquerschnitt unregelmässigen Verteilung des Flüssiganteils, wobei dies oft
zu einer lokalen Anschmelzung des Metallbolzens, insbesondere an den Metallbolzen-Enden,
führt. Als Folge davon kann sich die Geometrie des Bolzens wesentlich verändern (Ovalisierung,
Krater), was in der Anfangsphase des Thixoformprozesses üblicherweise ein Eindringen
von Luft und/oder von Aluminium-Oxiden in die Formkavität bewirkt und als Konsequenz
zu einer Erhöhung des Ausschusses führt.
[0013] Ein weiteres Problem während des Aufheizprozesses kann sich durch das Austreten von
flüssigem Metall aus dem Bolzen ergeben, da solches flüssiges Metall während dem Transport
des Behälters, beispielsweise noch innerhalb des Ofens, nach aussen dringen kann,
was häufig das Innere des Ofens, insbesondere bei Verwendung eines Induktionsofens,
beschädigt. Hierbei ist zu beachten, dass das während dem Bolzen-Aufheizprozess aus
dem Metallbolzen austretende Volumen von flüssigem Metall typischerweise bis zu 10
% des Bolzenvolumens betragen kann.
[0014] Ein weiteres Problem durch das Ausscheiden von flüssigem Metall während dem Aufheizprozess
kann entstehen, wenn flüssiges Metall in die Giesskammer eingefüllt wird, da dadurch
Vorerstarrungen in der Giesskammer entstehen können, welche dann eine Vielzahl von
Defekten, wie Lufteinschlüsse oder Strukturinhomogenitäten, im Thixo-Formteil verursachen
können.
[0015] Aufgabe vorliegender Erfindung ist die Vermeidung der vorgenannten Nachteile des
Standes der Technik und die Angabe einer Vorbehandlungsvorrichtung und eines Verfahrens
zur reproduzierbaren Bereitstellung von thixotropen Metallbolzen in einer Giesskammer
einer Thixoformeinrichtung, wobei der thixotrope Metallbolzen eine homogene Temperaturverteilung
und einen über den ganzen Bolzenquerschnitt und die ganze Bolzenlänge homogen verteilten
Flüssiganteil aufweist, und das Auslaufen von flüssigem Metall in den Aufheizofen
sowie das Einbringen von flüssigem Metall in die Giesskammer vermieden werden. Eine
weitere Aufgabe vorliegender Erfindung ist der Erhalt der Bolzen-Gestalt während dem
Aufheizprozess und dem Transport des thixotropen Bolzens zur Giesskammer und während
dessen Einführen in die Giesskammer. Eine noch weitere Aufgabe vorliegender Erfindung
wird in der Möglichkeit einer Erhöhung der Transportgeschwindigkeit gesehen, da dadurch
die während dem Bolzentransport vom Ofen zur Giesskammer sich ergebende Abkühlung
verringert wird.
[0016] Erfindungsgemäss wird dies durch die Merkmale des Anspruchs 1 erreicht.
[0017] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemässen Vorbehandlungsvorrichtung
sind in den Ansprüchen 2 bis 8 beschrieben.
[0018] Das erfindungsgemässe, neue Konzept, demgemäss sich der Metallbolzen während dem
ganzen Vorbehandlungsprozess in einem hohlzylinderförmigen Behälter, dem sogenannten
Aufheizrohr, befindet:
- garantiert eine homogene und symmetrische Erwärmung in achsialer und radialer Richtung
des Bolzens;
- minimiert während dem Aufheizprozess in einem Induktionsofen die Inhomogenitäten des
magnetischen Feldes an den Rändern des Bolzens;
- verhindert übermässiges Aufschmelzen der Bolzenoberfläche;
- gewährleistet den Formerhalt des Bolzens während dem Aufheizprozess, dem Transport
zur Giesskammer und in der Giesskammer;
- beseitigt den Einfluss von allfällig vorhandenen, strukturellen Inhomogenitäten und
der chemischen Zusammensetzung des Metallbolzens auf den Erwärmungsprozess;
- ermöglicht die Anwendung einer billigeren und effizienteren Erwärmung mittels Induktionsfeld
mit einer gegenüber dem Stand der Technik höheren Frequenz;
- vermeidet - abgesehen vom Metallbolzen und dem Aufheizrohr - das Erfordernis und die
Anwesenheit anderer Metallelemente innerhalb eines Induktionsofens, was die Störung
der Homogenität des magnetischen Feldes innerhalb eines Induktionsofens minimiert;
- ermöglicht eine gegenüber dem Stand der Technik präzisere Kontrolle des Erwärmungsprozesses
durch direkte Messung der Temperatur des Aufheizrohres und der während dem Aufheizprozess
sich einstellenden, thermischen Längenausdehnung des Metallbolzens, wobei die Längenausdehnung
des Metallbolzens während dem Aufheizprozess oberhalb der Solidustemperatur des Bolzenmaterials
proportional zum Flüssiganteil ist;
- eliminiert die Notwendigkeit der Verwendung von Kompensationsplatten an den Bolzenenden
innerhalb eines Induktionsofens zur Homogenisierung des magnetischen Feldes, was die
Kosten für die Vorbehandlungsvorrichtung senkt und ihre Funktionssicherheit erhöht;
und
- ermöglicht einen gegenüber dem bekannten Stand der Technik schnelleren Transport des
thixotropen Metallbolzens vom Aufheizofen in die Giesskammer.
[0019] Die erfindungsgemässe Vorbehandlungsvorrichtung eignet sich für alle Metallbolzen
aus handelsüblichen Legierungen, die in einen thixotropen Zustand überführt werden
können. Besonders geeignete Metallbolzenmaterialien sind Legierungen aus Aluminium,
Magnesium oder Zink. Insbesondere werden Aluminium-Gusssowie Aluminium-Knetlegierungen
bevorzugt. Die erfindungsgemässe Vorbehandlungsvorrichtung eignet sich vorteilhaft
auch für die Verarbeitung von partikelverstärkten Aluminiumlegierungen, die beispielsweise
homogen verteilte SiC- oder Al
2O
3-Partikel enthalten. Ganz besonders geeignet ist die erfindungsgemässe Vorbehandlungsvorrichtung
für Aluminiumlegierungen, die ein ausgeprägtes Erstarrungsintervall aufweisen, wie
beispielsweise AlSi7Mg.
[0020] Die Metallbolzen enthalten zweckmässigerweise homogen verteilte, primär erstarrte
Festteilchen, die aus einzelnen degenerierten Dentriten bestehen. Bevorzugt beträgt
der Anteil an primär erstarrten Festteilchen zwischen 40 und 80 Gew.-%. Zur Erzielung
eines guten thixotropen Verhaltens muss beispielsweise bei Aluminiumlegierungen der
Alpha-Mischkristall in globulistischer Form vorliegen, um ein gleichmässiges Fliessen
von Schmelze und Feststoff zu erreichen.
[0021] Die degenerierten Dendriten der Metallbolzen weisen allgemein vorzugsweise eine globulistische
Gestalt auf, wodurch ein gleichmässig homogenes Fliessen von Schmelze und Feststoff
ohne Entmischung erreicht werden kann. Die Herstellung von Metallbolzen mit einem
Gefüge mit globulistischen Dentriten erfolgt u.a. durch ein Stranggiessverfahren,
kombiniert mit einem intensiven elektromagnetischen Rühren auch während der Erstarrungphase.
Dadurch kommt es zum Abschmelzen und Abbrechen von Dentritenarmen, die sich nahe der
Solidustemperatur einformen und das globulistische Gefüge bilden.
[0022] Die für das Thixoformen benötigten Metallbolzen werden vorgängig zum Thixoformprozess
mittels der erfindungsgemässen Vorbehandlungsvorrichtung auf eine Temperatur oberhalb
der Solidustemperatur und unterhalb der Liquidustemperatur, d.h. bis zur Erreichung
eines teilfesten, thixotropen Zustandes, aufgeheizt.
[0023] Im teilfesten Zustand enthält die thixotrope Legierung, der sogenannte thixotrope
Legierungsbrei, die zurückentwickelten dentritischen, primärfesten Partikel in einer
diese umgebenden Matrix aus flüssigem Metall. Bevorzugt enthält der thixotrope Legierungsbrei
einen Flüssiganteil von 40 Gew.-% bis 50 Gew.-% und insbesondere zwischen 43 Gew.-%
und 48 Gew.-%.
[0024] Während dem Aufheizprozess können sich die Metallbolzen bezüglich ihrer Längsachse
in vertikaler oder horizontaler Lage befinden.
[0025] Zur Überführung des Metallbolzens in einen thixotropen Zustand wird bevorzugt ein
Induktionsofen verwendet. Dabei ist beispielsweise eine Primärspule um den Behälter
angeordnet, wobei der in der Primärspule fliessende Wechselstrom im Behälter und/oder
im Metallbolzen ein magnetisches Wechselfeld induziert. Die Erwärmung des Aufheizrohres
bzw. des Metallbolzens geschieht durch das magnetische Wechselfeld, welches im Aufheizrohr
bzw. im Metallbolzen kräftige Wirbelströme und dadurch eine entsprechende Ewärmung
hervorruft. Die Eindringtiefe der Wirbelströme und somit die Tiefe der erwärmten Schicht
ist frequenzabhängig; bei Anwendung hoher Frequenzen erfolgt eine rasche Aufheizung
vorwiegend der oberflächennahen Schichten.
[0026] In einer vorteilhaften Ausgestaltung des Aufheizrohres besteht dieses aus einem Metall.
Bevorzugt werden dazu Metalle der Reihe der eisen-kohlenstoffhaltigen Metalle, wie
Stahl, Edelstahl, Thermax-Stahl, Warmarbeitsstahl oder aus der Reihe der Metalle Tantal,
Niob, Vanadium, Wolfram oder Titan oder Legierungen davon verwendet. Weiter bevorzugt
werden Aufheizrohre aus Kupfer oder seinen Legierungen. Speziell bevorzugt werden
Aufheizrohre aus Stahl und insbesondere aus Edelstahl oder Werkzeugstahl.
[0027] Wird für den Aufheizprozess in einem Induktionsofen ein metallenes Aufheizrohr, insbesondere
ein Aufheizrohr aus Stahl, verwendet, so durchdringt das magnetische Feld im wesentlichen
nur das Aufheizrohr, so dass der Induktionsofen im wesentlichen nur das Aufheizrohr
direkt aufheizt und die Erwärmung des Metallbolzens fast ausschliesslich durch Wärmeleitung
vom Aufheizrohr in den Metallbolzen geschieht. Die Aufheizung des Bolzenmaterials
geschieht somit durch Aufheizung des Aufheizrohres und durch Wärmeleitung vom Aufheizrohr
auf das Bolzenmaterial. Aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit eines metallenen Aufheizrohres
ergibt sich eine radialsymmetrischen Wärmeleitung vom Aufheizrohr auf den Metallbolzen,
sofern der Metallbolzen über seinen gesamten Umfang in thermischem Kontakt mit dem
Aufheizrohr ist. Die radialsymmetrische Wärmeleitung bewirkt dann auch eine radialsymmetrische
Temperaturverteilung im Metallbolzen, wobei durch die hohe Wärmeleitfähigkeit des
Metallbolzens sich sehr schnell ein geringer radialer Temperaturgradient einstellt.
[0028] Durch die erfindungsgemässe Aufheizvorrichtung mit einem metallenen Aufheizrohr wird
eine sehr homogene Temperatur- und damit auch eine sehr homoge Flüssigmetall-Verteilung
im ganzen Metallbolzen erreicht. Dies insbesondere auch, weil die direkte Energieeinbringung
in das Aufheizrohr geschieht und das Bolzenmaterial nur indirekt durch Wärmeleitung
aufgeheizt wird, so dass allfällige, lokal vorhandene Unterschiede in der Gefügestruktur
oder in der chemischen Zusammensetzung des Bolzenmaterials keinen Einfluss auf die
direkte Energieeinbringung haben.
[0029] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Aufheizrohres kann dieses aus
keramischem Material bestehen. Bei Verwendung derartiger Aufheizrohre in einem Induktionsofen
durchdringt das magnetische Feld das Aufheizrohr, d.h. das keramische Material des
Aufheizrohres ist für das magnetische Feld transparent. Die Aufheizung des Metallbolzens
geschieht dann durch direkte Wechselwirkung mit dem Magnetfeld des Induktionsofens.
[0030] Geeignete keramische Materialien sind beispielsweise Al
2O
3, AL
3O
4, BN, SiC, Si
3N
4, MgO, TiO, ZrO
2, stabilisierte, wie Yttrium-stabilisierte ZrO
2, Gläser oder feuerfeste Zemente oder Mischungen, welche die genannten Materialien
enthalten. Weiter bevorzugt kann das Aufheizrohr aus faserverstärktem keramischem
Material bestehen oder solche Materialien enthalten, und die Fasern des faserverstärkten
keramischen Materials können beispielsweise aus SiC, Al
2O
3, Glas oder Kohlenstoff sein.
[0031] Zur Gewährleistung des Einführens des Metallbolzens in das Aufheizrohr ist der Innendurchmesser
dR des Aufheizrohres im kalten Zustand, insbesondere bei Raumtemperatur, d.h. bei einer
Temperatur von 15°C bis 30°C, zweckmässigerweise etwas grösser als der Bolzendurchmessers
dB des kalten Metallbolzens.
[0032] Der Innendurchmesser
dR des Aufheizrohres in Abhängigkeit des Bolzendurchmessers
dB wird bevorzugt derart gewählt, dass der Metallbolzen im kalten Zustand, insbesondere
bei Raumtemperatur, d.h. bei einer Temperatur von 15°C bis 30°C, um ein Mass Δd von
ca. 0.5 mm, vorzugsweise 0.5 ± 0.3 mm, insbesondere 0.5 ± 0.1 mm, kleiner als der
Innendurchmesser
dR des Aufheizrohres ist.
[0033] Während des Aufheizprozesses dehnt sich der Metallbolzen in radialer und achsialer
Richtung aus, so dass zu einem bestimmten Zeitpunkt der Bolzendurchmessers
dB dem Innendurchmesser
dR des Aufheizrohres entspricht, wobei zu berücksichtigen ist, dass der Innendurchmesser
dR ebenfalls temperaturabhängig ist.
[0034] Bei Verwendung eines metallenen Aufheizrohres, insbesondere bei Verwendung eines
Aufheizrohres aus Stahl, wird während dem Aufheizprozess des Metallbolzens - sobald
infolge der Wärmeausdehnung der Bolzendurchmesser
dB gleich dem Innendurchmesser
dR des Aufheizrohres entspricht - eine sehr gleichmässige, radialsymmetrische Wärmeübertragung
vom Aufheizrohr auf den Metallbolzen gewährleistet. Eine radialsymmetrisch gleichmässige
Wärmeübertragung ist insbesondere nach Erreichen der Solidustemperatur des Metallbolzens
von grosser Bedeutung, da eine lokal überhöhte Temperatur in einem Temperaturbereich
oberhalb der Solidustemperatur eine entsprechende lokale Aufschmelzung des Bolzenmaterials
bewirkt und folglich unbedingt vermieden werden soll.
[0035] Im Rahmen der erfinderischen Tätigkeit hat sich gezeigt, dass die Verwendung einer
dünnen Schmierschicht zur Vermeidung eines Anhaftens des Metallbolzens am Aufheizrohr
praktisch keinen Einfluss auf die Wärmeübertragung zwischen dem Bolzen und dem Aufheizrohr
bewirkt. Dabei ist zu beachten, dass die als Trennmittel eingesetzten Schmiermittel
- falls überhaupt notwendig - meist nur bei Aufheizrohren aus Metall eingesetzt werden,
d.h. bei Verwendung von Aufheizrohren aus keramischem Material werden üblicherweise
keine Trennmittel benötigt.
[0036] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemässen Vorbehandlungsvorrichtung
wird der Werkstoff des Aufheizrohres und der Innendurchmesser
dR des Aufheizrohres derart gewählt, dass der Metallbolzen bei seiner Solidustemperatur
T
solidus im Wesentlichen denselben Durchmesser
dB wie der Innendurchmesser
dR des Aufheizrohres aufweist. Weiter bevorzugt erfüllt der Bolzendurchmesser
dB bei T
solidus die Beziehung 0.996
dR ≤
dB ≤
dR, besonders bevorzugt 0.998
dR ≤
dB ≤
dR und insbesondere 0.999
dR ≤
dB ≤
dR.
[0037] Die Metallbolzen sind zylinderförmig und weisen in der Regel einen runden oder ovalen
Querschnitt auf, können jedoch auch polygonalen Querschnitts sein. Der Durchmesser
der Metallbolzen im kalten Zustand beträgt beispielsweise 50 bis 180 mm, zweckmässigerweise
75 bis 150 mm und bevorzugt 100 bis 150 mm. Die Länge der Metallbolzen beträgt im
kalten Zustand beispielsweise 80 bis 500 mm.
[0038] Beim Aufheizen des Metallbolzens dehnt sich der Metallbolzen wie auch das Aufheizrohr
aus. Unterschiedliche Materialien weisen verschiedene thermische Ausdehnungskoeffizienten
auf. Der thermische Ausdehnungskoeffizient von Stahl oder keramischem Material ist
wesentlich kleiner als derjenige von beispielsweise Aluminium oder Aluminiumlegierungen.
Demzufolge dehnt sich beispielsweise ein Metallbolzen aus einer Aluminiumlegierung
stärker aus als ein Aufheizrohr aus beispielsweise Stahl oder keramischem Material,
so dass - ausgehend von einem im kalten Zustand gegenüber dem Innendurchmesser des
Aufheizrohres kleineren Durchmesser des Metallbolzens - der Metallbolzen bei einer
bestimmten Temperatur den gleichen Durchmesser wie das Aufheizrohr aufweist. Erfindungsgemäss
bevorzugt ist nun, dass bei der Solidustemperatur T
solidus des Metallbolzenmaterials der Durchmesser des Metallbolzens im Wesentlichen dem Durchmesser
des Aufheizrohres entspricht, so dass im Temperaturbereich, in dem die thixotropen
Eigenschaften des Metallbolzens im Wesentlich eingestellt werden, ein optimaler thermischer
Kontakt zwischen Aufheizrohr und Metallbolzen gebildet wird. Bei Erwärmung des den
Metallbolzen enthaltenden Aufheizrohres über die Solidustemperatur T
solidus hinaus, findet die Aufschmelzung des Eutektikums statt, verbunden mit einer Volumenvergrösserung
des Metallbolzens. Das Eutektikum von für das Thixoformen geeigneten Aluminiumlegierungen
bildet sich typischerweise bei ca. 550 bis 570 °C. Die Volumenvergrösserung im Bereich
zwischen Solidus- und Liquidustemperatur beträgt bei thixotropen Aluminiumlegierungen
typischerweise ca. 1.0 bis 5.5 % und insbesondere zwischen 1.5 bis 3 %. Bei der Aufheiz-
oder Erwärmungsphase oberhalb der Solidustemperatur T
solidus, welche bei für das Thixoformen geeigneten Aluminiumlegierungen typischerweise ca.
520 bis 550 °C beträgt, kann sich das Bolzenmaterial nur noch in Längsrichtung des
Aufheizrohres ausdehnen, sofern die Bedingung, wonach bei T
solidus der Bolzendurchmesser
dB dem Durchmesser
dR des Aufheizrohres entspricht, erfüllt ist. Bei Aluminiumlegierungen manifestiert
sich die Volumenvergrösserung zwischen Solidus- und Liquiduszustand - abhängig von
der Bolzenlänge - in einer Zunahme der Bolzenlänge von typischerweise ca. 3 bis 16
mm und insbesondere von 3 bis 6 mm. Die Längenzunahme eines Aluminiumbolzens unterhalb
der Solidustemperatur beträgt - abhängig von der Bolzenlänge - typischerweise zwischen
1 und 2 mm.
[0039] Aufgrund der Längenänderung des Metallbolzens während seiner Überführung in den thixotropen
Zustand und zum wenigstens teilweisen Einführen von Verschlusselementen in den Hohlraum
des Aufheizrohres muss die Länge des Aufheizrohres grösser als die Bolzenlänge sein.
Vorzugsweise wird die Länge des Aufheizrohres derart gewählt, dass das Aufheizrohr
insgesamt ca. 5 bis 30 mm, insbesondere 10 bis 20 mm, länger ist als der darin zu
erwärmende Metallbolzen. Bei einer Aufheizung des Metallbolzens in horizontaler Lage
steht somit auf jeder Seite des Aufheizrohres die Stirnseite des Aufheizrohres gegenüber
der Simseite des Metallbolzens bevorzugt um ca. 2.5 bis 15 mm und insbesondere um
5 bis 10 mm vor. Bei einer Aufheizung des Metallbolzens in vertikaler Lage steht die
Stirnseite des Aufheizrohres am oberen Rohrende gegenüber der Stirnseite des Metallbolzens
bevorzugt um ca. 5 bis 30 mm und insbesondere um 10 bis 20 mm vor.
[0040] Die Wanddicke des Aufheizrohres beträgt für Stahlrohre bevorzugt 1 bis 5 mm, für
Kupferrohre bevorzugt 4 bis 10 mm und für keramische Rohre bevorzugt 8 bis 15 mm.
[0041] Das erfindungsgemässe Aufheizrohr ist beidseits verschliessbar. Dazu werden bevorzugt
Verschlusselemente aus keramischem Material verwendet. Als keramische Materialien
für die Verschlusselemente eignen sich dieselben vorbeschriebenen Materialien wie
für die eine bevorzugte Ausführungsvariante des Aufheizrohres aus keramischem Material.
Keramisches Material weist gegenüber dem Metallbolzenmaterial eine geringe Wärmeleitfähigkeit
auf, so dass die radiale Temperaturverteilung an den stirnseitigen Randbereichen des
Metallbolzens durch solche Verschlusselemente nur wenig beeinflusst wird.
[0042] Bei einer während dem Aufheizprozess im Wesentlichen horizontalen Lage des Metallbolzens
wird das Aufheizrohr auf seinen beiden Stirnseiten zweckmässigerweise mittels Verschlusselementen,
bevorzugt durch stopfen- oder zapfenförmige Verschlusselemente, dicht verschlossen.
Die Dichtheit bezieht sich dabei auf die Vermeidung des Austretens von flüssigem Metall
aus dem Aufheizrohr während dem Aufheizprozess.
[0043] Weiter bevorzugt sind die stopfen- oder zapfenförmige Verschlusselemente bezüglich
Materialwahl und Form derart ausgebildet, dass deren Reibungseigenschaften im Aufheizrohr
einerseits eine durch die thermische Ausdehnung des Metallbolzens während dem Aufheizprozess
bedingte Verschiebung in Richtung der Längsachse des Aufheizrohres erlauben und andererseits
eine Verschiebung durch den vom Metallbolzen auf die Verschlusselemente ausgeübten
Druck nach Erreichen der für den gewünschten thixotropen Zustand erforderlichen Temperatur
vermieden wird. Die Verschlusselemente werden vorgängig dem Aufheizprozess bevorzugt
soweit in das Aufheizrohr geschoben, dass diese in direktem mechanischem Kontakt zu
den Stirnseiten des Metallbolzens stehen. Dadurch verschieben sich die Verschlusselemente
während dem Aufheizvorgang im Aufheizrohr infolge der thermischen Längenausdehnung
des Metallbolzens.
[0044] Bei einer während dem Aufheizprozess im Wesentlichen senkrechten Metallbolzen-Lage
wird das Aufheizrohr einseitig, am unteren Rohrende dicht verschlossen. Auch hier
bezieht sich die Dichtheit nur auf die Vermeidung des Ausfliessens von flüssigem Metall
aus dem Aufheizrohr. Das Aufheizrohr kann dazu mit einer Stirnseite direkt auf einer
bevorzugt höhenverstellbaren Tischplatte, vorzugsweise auf einer Tischplatte aus keramischem
Material, festgelegt werden, oder das Aufheizrohr kann mittels einem Verschlusselement,
bevorzugt durch ein stopfen- oder zapfenförmiges Verschlusselement, dicht verschlossen
und mittels diesem Verschlusselement auf einer bevorzugt höhenverstellbaren Tischplatte
aus beliebigem, wärmefesten Material in vertikaler Position festgelegt werden. Insbesondere
bei Verwendung eines stopfen- oder zapfenförmigen Verschlusselementes ist das Verschlusselement
bezüglich Materialwahl und Form bevorzugt derart ausgebildet, dass einerseits während
dem Aufheizprozess im Ofen kein flüssiges Metall aus dem Aufheizrohr austreten kann
und andererseits die Reibung des Verschlusselementes im Aufheizrohr weniger als 10
N beträgt.
[0045] Die Reibung des Verschlusselementes muss gering sein, damit ein Greifarm einer Transportvorrichtung,
insbesondere ein Robotergreifarm, das Aufheizrohr ohne grosse Kraftaufwendung, d.h.
ohne dass der Greifarm für grosse mechanische Beanspruchungen ausgelegt werden muss,
vom auf der Tischplatte festgelegten Verschlusselement abheben kann. Andererseits
ist eine hohe Reibung für die Erreichung einer hohen Dichtheit auch nicht erforderlich,
da das Verschlusselement nur das Auslaufen von flüssigem Metall während dem Aufheizvorgang
verhindern muss und aufgrund der Kohäsion von Metallschmelzen, insbesondere von Aluminiumschmelzen,
dies keine hohe Dichtheit erfordert. Zweckmässigerweise beträgt die Reibung des Verschlusselementes
im Aufheizrohr weniger als 30 N, bevorzugt zwischen 2 und 20 N und insbesondere zwischen
5 und 10 N.
[0046] Die erfindungsgemässe Vorbehandlungsvorrichtung eignet sich für die Bereitstellung
eines thixotropen Metallbolzens in einer Giesskammer einer Vertikal- oder Horizontal-Thixoformeinrichtung.
Besonders vorteilhaft ist diese Vorbehandlungsvorrichtung jedoch für die Bereitstellung
eines thixotropen Metallbolzens in einer horizontal liegenden Giesskammer, da hierbei
der Formerhalt mit der erfindungsgemässen Vorrichtung besonders gut gewährleistet
werden kann. Bei einer Horizontal-Thixoformeinrichtung liegt die Giesskammer, die
den thixotropen Metallbolzen aufnimmt, waagrecht.
[0047] Besonders vorteilhaft ist die erfindungsgemässe Vorrichtung für die Bereitstellung
von thixotropen Metallbolzen aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen. Aluminiumbolzen
werden dabei ganz besonders bevorzugt in einem Induktionsofen mit einem vertikal liegenden
Aufheizraum aufgeheizt.
[0048] Die auf das Verfahren gerichtete Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale
des Anspruchs 11 gelöst.
[0049] Bevorzugte Weiterbildungen des erfindungsgemässen Verfahrens sind in den abhängigen
Ansprüchen 12 bis 14 beschrieben. Die für die erfindungsgemässe Vorbehandlungsvorrichtung
gemachten Aussagen hinsichtlich besonderer Merkmale und Einzelheiten gelten sinngemäss
auch für das erfindungsgemässe Verfah ren.
[0050] Das den thixotrope Metallbolzen enthaltende Aufheizrohr wird nach dem Aufheizvorgang
und nach allfälligem Abtropfen von während dem Aufheizvorgang aus dem Metallbolzen
ausgetretener Metallschmelze durch beispielsweise einen Roboter zur Giesskammer transportiert
und in den vorderen, halboffenen Teil der Giesskammer eingelegt. Nach der Vorbehandlung,
d.h. zu Beginn des eigentlichen Thixoformprozesses, schiebt der Giesskolben den Metallbolzen
aus dem Aufheizrohr in einen geschlossenen Teil der Giesskammer; danach wird die thixotrope
Metalllegierung durch eine Durchgangsöffnung in Eingusskanäle und danach in die Formkavität
eingeleitet. Nach dem Thixoformprozess wird der Giesskolben zurückgezogen, so dass
danach ein Greifarm der Transportvorrichtung das Aufheizrohr wieder aus der Giesskammer
abholen und der Verwendung für weitere Vorbehandlungsverfahren zuführen kann. Die
Rückführung des Aufheizrohres zur Weiterverwendung für weitere Vorbehandlungsverfahren
geschieht zweckmässigerweise während der Erstarrungsphase der thixotropen Metallegierung
in der Formkavität. Das sich während der Erstarrung der thixotropen Metalllegierung
in der Formkavität ausbildende Gussgefüge bestimmt wesentlich die Eigenschaften der
Formteile. Die Gefügeausbildung ist gekennzeichnet durch die Phasen, wie Mischkristall
und eutektische Phasen, das Gusskorn, wie Globuliten und Dendriten, Seigerungen als
auch Gefügefehler wie Porosität (Gasporen, Mikrolunker) und Verunreinigungen, wie
beispielsweise Oxide.
[0051] Bevorzugt wird nach dem Aufheizprozess, jedoch vor dem Einführen des den thixotropen
Metallbolzen enthaltenden Aufheizrohres in die Giesskammer, das während dem Aufheizprozess
aus dem Metallbolzen ausgetretene, flüssige Metall wenigstens teilweise aus dem Aufheizrohr
entfernt. Der während dem Aufheizprozess aus dem Metallbolzen austretende Flüssigmetall-Anteil
beträgt typischerweise weniger als 1 Gew.-% des Bolzenmaterials.
[0052] Der Transport des thixotropen Metallbolzens vom Aufheizofen in die Giesskammer mittels
einem Roboter dauert typischerweise 5 bis 30 s und bevorzugt 8 bis 15 s. Die Zeitdauer,
während der der thixotrope Metallbolzen in der Giesskammer verbleibt, beträgt typischerweise
zwischen 3 und 5 s. Diese Zeit wird für das Wegfahren eines Roboter-Greifarmes aus
der Giesskammer und für die elektronische Bereitschaftskontrolle einer Thixoformeinrichtung
benötigt.
[0053] Das erfindungsgemässe Vorbehandlungsverfahren bringt wesentliche Vorteile, insbesondere:
- es führt zu einer wesentlichen Reduktion der Wärmeverluste des thixotropen Metalles
während dem Transport vom Aufheizofen zur Giesskammer und in der Giesskammer dank
des bis auf die gleiche Temperatur wie der Metallbolzen erwärmten Aufheizrohres;
- durch das Absetzen des Metallbolzens innerhalb des Aufheizrohres in die Giesskammer,
insbesondere in die Giesskammer einer Horizontal-Thixoformeinrichtung, eliminiert
es den Schock des Falls, was die Beibehaltung der Form und der Homogenität des Metallbolzens
gewährleistet;
- es vermeidet die Trennung des Flüssiganteils beim Einlegen des thixotropen Metallbolzens
in die Giesskammer, so dass damit verbundene Vorerstarrungen von Flüssigmetall in
der Giesskammer vermieden werden;
- es verhindert zu einem wesentlichen Teil die Oxidation der Metallbolzenoberfläche,
da der Metallbolzen während des Aufheizvorganges und dem Transport in die Giesskammmer
und dessen Aufenthalt in der Giesskammer bis zum Beginn des eigentlichen Thixoformprozesses
nicht einer freien Atmosphäre ausgesetzt ist;
- es vermindert das Risiko von Lufteinschlüssen und von Oxiden in der Giesskammer während
der Füllphase der Formkavität, da einerseits die Oxidbildung vermindert wird und andererseits
durch den Formerhalt des Metallbolzens während der Vorbehandlung auch Lufteinschlüsse
durch Bolzenverformungen vermieden werden.
[0054] Die genannten Vorteile haben einen direkten Einfluss auf die Qualität der produzierten
Formteile; dadurch wird der Ausschuss verringert.
[0055] Die erfindungsgemässe Vorbehandlungsvorrichtung und das erfindungsgemässe Verfahren
eignen sich zur Bereitsstellung von thixotropen Metallbolzen in vertikal oder horizontal
liegenden Giesskammern. Bevorzugte Verwendungen des erfindungsgemässen Verfahrens
sind in den Verwendungsansprüchen 18 und 19 beschrieben.
Beispiel:
[0056] Für die Verifikation des Erwärmungsprinzips in einem Aufheizrohr wird ein kreiszylinderförmiger
Aluminiumbolzen mit einem Durchmesser von 100 mm und einer Länge von 200 mm in vertikaler
Lage in einem Ofen mit einer Widerstandsheizung auf eine erforderliche Temperatur
oberhalb der Solidustemperatur aufgeheizt, wobei die Endtemperatur und das zeitabhängige
Temperaturprofil des Aufheizofens derart gewählt werden, dass am Ende des Aufheizprozesses
ein thixotroper Metallbolzen mit einem Flüssiganteil von ca. 50 Gew.-% vorliegt. Der
Aluminiumbolzen befindet sich während des Aufheizprozesses in einem Aufheizrohr aus
Edelstahl mit einer Wanddicke von 5 mm. Das Aufheizrohr und somit auch der Metallbolzen
liegen am unteren Ende auf einer Wärmeisolationsplatte auf. Am oberen Ende des Aufheizrohres
ragt dessen kreisförmige Oberkante etwa 5 mm über den oberen Bolzenrand vor. Das obere
Ende des Aufheizrohres ist nicht verschlossen, so dass die Längenänderung mittels
einem Laser-Interferometer während dem ganzen Aufheizprozess gemessen werden kann.
[0057] Die Bolzentemperatur wird mittels parallel zur Bolzen-Längsachse liegenden Thermoelementen
während dem Aufheizprozess kontinuierlich erfasst, wobei - bezüglich der konzentrischen
Längsachse des Aluminiumbolzens - ein erstes Thermoelement zur Messung der Randtemperatur
T
0 im Randbereich des Aluminiumbolzens eingeführt ist, ein zweites Thermoelement zur
Messung der Temperatur T
1 in der Mitte zwischen Bolzenmitte und Bolzenrand positioniert wird und ein drittes
Thermoelement zur Messung der Temperatur T
2 ungefähr 5 mm von der Bolzenmitte entfernt angeordnet ist. Die Thermoelemente werden
ca. 50 mm tief in den Bolzen gesteckt. Die mit den genannten drei Thermoelementen
gemessenen, zeitabhängigen Temperaturprofile T
0(t), T
1(t) und T
2(t) sind in Fig. 3 dargestellt und zeigen - innerhalb einer Messgenauigkeit von ±
1 % - im Wesentlichen alle denselben Temperaturverlauf.
[0058] Die während des in Fig. 3 dargestellten Aufheizprofiles gemessene Längenänderung
des Metallbolzens ist in Fig. 4 dargestellt. Daraus ist ersichtlich, dass sich der
Aluminiumbolzen bis zum Erreichen der Solidustemperatur in Längsrichtung um ca. 1.5
mm ausdehnt, wobei oberhalb der Solidustemperatur die thermische Längenausdehnung
stark zunimmt.
[0059] Zur Untersuchung der Formstabilität des thixotropen Bolzens wird ein Aluminiumbolzen
erfindungsgemäss in senkrechter Lage aufgeheizt bis der thixotrope Bolzen einen Flüssiganteil
von ca. 50 Gew.-% aufweist, dann aus dem Ofen genommen, in eine horizontale Lage überführt
und aus dem Aufheizrohr ausgestossen. Die Prüfung der geometrischen Gestalt des thixotropen
Aluminiumbolzens zeigt, dass die Formstabilität gegeben ist, d.h. der thixotrope Aluminiumbolzen
hat im Wesentlichen - abgesehen der thermischen Ausdehnung - dieselbe Gestalt wie
der ursprüngliche Aluminiumbolzen.
[0060] Im Weiteren wird festgestellt, dass während dem Aufheizprozess nur sehr wenig flüssiges
Metall aus dem Metallbolzen austritt. Zudem behält der thixotrope Bolzen seine glatte
Oberfläche auch während dem Aufheizprozess. Oxidationsspuren können an der Oberfläche
keine beobachtet werden. Die Prüfung der Flüssigmetall-Verteilung mittels einem Schneidtest
zeigt weiter, dass die Homogenität des thixotropen Zustandes ebenfalls sehr gut erfüllt
ist.
[0061] Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der Figuren 1 bis 4, sowie anhand der Zeichnungen.
- Fig. 1
- zeigt schematisch die zeitliche Abfolge der wesentlichen Verfahrensschritte für die
Bereitstellung eines thixotropen Metallbolzens in der Giesskammer einer Horizontal-Thixoformeinrichtung,
wobei der Metallbolzen in einer Horizontallage in den thixotropen Zustand überführt
wird;
- Fig. 2
- zeigt schematisch die zeitliche Abfolge der wesentlichen Verfahrensschritte für die
Bereitstellung eines thixotropen Metallbolzens in der Giesskammer einer Horizontal-Thixoformeinrichtung,
wobei die Aufheizung des Metallbolzens in einer vertikalen Lage geschieht;
- Fig. 3
- zeigt beispielhaft eine typische Aufheizkurve;
- Fig. 4
- zeigt beispielhaft eine typische temperaturabhängige Deformationskurve eines Metallbolzens
während eines erfindungsgemässen Aufheizvorganges.
[0062] Die Zeichnungen a) bis c) von Fig. 1 zeigen jeweils einen vertikalen Längsschnitt
entlang der konzentrischen Längsachse ℓ eines Metallbolzens 10, resp. durch die Vorrichtungselemente
14, 20, 30, in denen sich der Metallbolzen 10 während der Vorbehandlung befindet,
wobei der Aufheizvorgang des Metallbolzens 10 in einer horizontalen Lage geschieht.
[0063] Fig. 1 a) zeigt das Laden eines in einem festen Aggregatzustand befindlichen Metallbolzens
10 in ein horizontal liegendes Aufheizrohr 14. Das Aufheizrohr 14 wird mit stopfenförmigen
Verschlusselementen 16, 18 verschlossen, wobei die Verschlusselemente 16, 18 einerseits
an den Stirnseiten 15 des Aufheizrohres 14 anliegen und andererseits mit dem Metallbolzen
10 bündig schliessen, d.h. die Verschlusselemente 16, 18 liegen innerhalb des Aufheizrohres
14 an den Stirnseiten 12 des Metallbolzens 10 an.
[0064] Das den Metallbolzen 10 enthaltende und mit den Verschlusselementen 16, 18 verschlossene
Aufheizrohr 14 wird waagrecht in den Aufheizraum 21 eines Induktionsofens 20 eingeschoben.
Dabei befindet sich das Aufheizrohr 14 in der Mitte des von Induktionsspulen 22 umschlossenen
Aufheizraumes 21, d.h. die konzentrische Längsachse des Aufheizraumes 21 und die konzentrische
Längsachse ℓ des Metallbolzens 10 fallen zusammen. Während des Aufheizvorganges dehnt
sich der Metallbolzen anfänglich in allen Richtungen aus. Wenn der Metallbolzen seine
Solidustemperatur T
solidus erreicht, stösst der Metallbolzen 10 am Aufheizrohr 14 an, so dass sich der Metallbolzen
10 radial im Wesentlichen nicht mehr weiter ausdehnt, d.h. die weitere radiale Ausdehnung
des Metallbolzens 10 ist auf die üblicherweise sehr geringe radiale Ausdehnung des
Aufheizrohres 14 beschränkt. Demnach ist die weitere thermische Ausdehnung des Metallbolzens
10 nach Erreichen der Solidustemperatur T
solidus im Wesentlichen nur in Richtung seiner konzentrischen Längsachse ℓ möglich, wobei
die Verschlusselemente 16, 18 entsprechend der thermischen Ausdehnung des Metallbolzens
10 voneinander weggeschoben werden, so dass die stopfenförmigen Verschlusselemente
16, 18 nicht mehr an den Stirnseiten 15 des Aufheizrohres 14 anliegen.
[0065] Fig. 1 b) zeigt das Entladen des Induktionsofens 20, d.h. das Herausführen des den
thixotropen Metallbolzen 10 enthaltenden Aufheizrohres 14 aus dem Aufheizraum 21 des
Induktionsofens 20. Die Verschlusselemente 16, 18 werden nach dem Entladen des Induktionsofens
20 vom Aufheizrohr 14 getrennt. Im Weiteren wird die während dem Aufheizvorgang aus
dem Metallbolzen 10 ausgetretene, flüssige Metallschmelze 24 aus dem Aufheizrohr 14
entfernt, indem man das flüssige Metall 24 aus dem Aufheizrohr 14 abtropften lässt,
wobei das flüssige Metall beispielsweise in einer Auffangschale (nicht eingezeichnet)
aufgefangen wird.
[0066] Fig. 1 c) zeigt das in eine Giesskammer 30 einer Horizontal-Thixoformeinrichtung
eingeführte Aufheizrohr 14. Dabei ist das Aufheizrohr 14 derart im Giesskammerhohlraum
32 der Giesskammer 30 positioniert, dass während dem nachfolgenden Thixoformprozess
der Giesskolben 34 den thixotropen Metallbolzen 10 aus dem Aufheizrohr 14 stossen
kann, so dass die thixotrope Metalllegierung anschliessend durch die Durchgangsöffnung
36 in die Eingusskanäle (nicht eingezeichnet) und dann in die Formkavität (nicht eingezeichnet)
eingeleitet werden kann. Die Giesskammer 30 weist eine Aussparung für die Aufnahme
des Aufheizrohres auf. Diese Aussparung dient einerseits für die Zentrierung des Aufheizrohres
14 und andererseits als Anschlag für das Festlegen des Aufheizrohres 14 während dem
Herausstossen des thixotropen Metallbolzens 10 zu Beginn des Thixoformprozesses.
[0067] Die Zeichnungen a) bis e) von Fig. 2 zeigen jeweils einen vertikalen Längsschnitt
entlang der konzentrischen Längsachse ℓ eines Metallbolzens 10, resp. durch die Vorrichtungselemente
14, 20, 30, in denen sich der Metallbolzen 10 während der Vorbehandlung befindet,
wobei der Aufheizvorgang des Metallbolzens 10 in einer vertikalen Bolzen-Lage geschieht.
[0068] Fig. 2 a) zeigt das Einführen eines in einem senkrechten Aufheizrohr 14 befindlichen
Metallbolzens 10 in einen vertikal liegenden, zylinderförmigen Aufheizraum 21 eines
Induktionsofens 20. Das Aufheizrohr 14 ist am unteren Rohrende, d.h. an der unteren
Stirnseite 15 des Aufheizrohres 14, mit einem stopfenförmigen Verschlusselement 16
verschlossen. Das Verschlusselement liegt auf einer Tischplatte 26 auf. Das Einführen
des den Metallbolzen 10 enthaltenden Aufheizrohres 14 in den Induktionsofen 20 geschieht
durch senkrechtes Aufsetzen des Aufheizrohres 14 auf die Tischplatte 26, wobei das
Verschlusselement 16 auf die Tischplatte 26 zu liegen kommt, und durch Heben der Tischplatte
26 bis das Aufheizrohr 14 vollständig in den Aufheizraum 21 des Induktionsofens 20
zu liegen kommt. Das Aufheizrohr 14 befindet sich mittig im durch die Induktionsspulen
22 begrenzten Aufheizraum 21, d.h. die konzentrische Längsachse des Aufheizraumes
21 fällt mit der konzentrischen Längsachse ℓ des Metallbolzens 10 zusammen.
[0069] Während des Aufheizvorganges dehnt sich der Metallbolzen anfänglich in radialer wie
auch in senkrechter Richtung aus. Wenn der Metallbolzen seine Solidustemperatur T
solidus erreicht, stösst der Metallbolzen 10 in radialer Richtung am Aufheizrohr 14 an, so
dass sich der Metallbolzen 10 radial im Wesentlichen nicht mehr weiter ausdehnt, d.h.
die weitere radiale Ausdehnung des Metallbolzens 10 ist auf die üblicherweise sehr
geringe radiale Ausdehnung des Aufheizrohres 14 beschränkt. Demnach ist die weitere
thermische Ausdehnung des Metallbolzens 10 nach Erreichen der Solidustemperatur T
solidus im Wesentlichen nur in senkrechter Richtung, parallel zu seiner konzentrischen Längsachse
ℓ möglich. Das obere Rohrende 15 des Aufheizrohres 14 ist offen, so dass sich der
Metallbolzen 10 ungehindert nach oben thermisch ausdehnen kann.
[0070] Fig. 2 b) zeigt den Induktionsofen 20, nachdem das Aufheizrohr 14 mit dem thixotropen
Metallbolzen 10 aus dem Aufheizraum 21 herausgeführt ist. Das Herausführen des thixotropen
Metallbolzens geschieht hierbei durch Absenkung der Tischplatte 26.
[0071] Fig, 2 c) zeigt das in senkrechter Richtung aus dem Ofen herausgeführte, den thixotropen
Metallbolzen 10 enthaltende, senkrecht auf der Tischplatte 26 festgelegte Aufheizrohr
14, welches zudem noch mit dem stopfenförmigen Verschlusselement 16 dicht verschlossen
ist.
[0072] Fig. 2 d) zeigt das von der Tischplatte 26 und dem Verschlusselement 16 getrennte,
den thixotropen Metallbolzen 10 enthaltende Aufheizrohr 14 in horizontaler Lage. Zweckmässigerweise
geschieht die Trennung des Aufheizrohres 14 vom Verschlusselement 16 und die Überführung
des Aufheizrohres in eine horizontale Lage mittels einem Roboter. Dabei ist die vom
Roboterarm für das Abheben des Aufheizrohres 14 von der Tischplatte 26 und dem Verschlusselement
16 aufzuwendene Kraft gering.
[0073] Das Verschlusselement 16 verschliesst das Aufheizrohr 14 formschlüssig und dicht.
Die Dichtheit wird jedoch nur zur Vermeidung des Ausfliessens von flüssigem Metall
gefordert, so dass aufgrund der Oberflächenspannung des flüssigen Metalls das Verschlusselement
16 im Wesentlichen nur formschlüssig in das Aufheizrohr 14 greifen muss und daher
keine hohe Reibung zwischen Aufheizrohr 14 und Verschlusselement 16 erforderlich ist.
[0074] Der thixotrope Metallbolzen ist derart im Aufheizrohr eingeklemmt, d.h. dessen Adhäsion
ist so gross, dass das Aufheizrohr in vertikaler Richtung vom Verschlusselement abgehoben
werden kann, ohne dass der thixotrope Metallbolzen 10 aus dem Aufheizrohr 14 fällt.
Das vertikale Abheben des Aufheizrohres 14 vom auf der Tischplatte 26 festgelegten
Verschlusselement 16 erlaubt zudem das Abtropfen des sich während dem Aufheizvorgang
gebildeten flüssigen Metalles 24 ausserhalb des Aufheizofens 20.
[0075] Fig. 2 e) zeigt das in eine Giesskammer 30 einer Horizontal-Thixoformeinrichtung
eingeführte Aufheizrohr 14. Dabei ist das Aufheizrohr 14 derart im Giesskammerhohlraum
32 der Giesskammer 30 positioniert, dass während dem nachfolgenden Thixoformprozess
der Giesskolben 34 den thixotropen Metallbolzen 10 aus dem Aufheizrohr 14 stossen
kann, so dass die thixotrope Metalllegierung anschliessend durch die Durchgangsöffnung
36 in die Eingusskanäle (nicht eingezeichnet) und dann in die Formkavität (nicht eingezeichnet)
eingeleitet werden kann. Die Giesskammer 30 weist eine Aussparung für die Aufnahme
des Aufheizrohres auf. Diese Aussparung dient einerseits zur Zentrierung des Aufheizrohres
14 und andererseits als Anschlag für das Festlegen des Aufheizrohres 14 während dem
Herausstossen des thixotropen Metallbolzens 10 zu Beginn des Thixoformprozesses.
[0076] Das Einlegen des thixotropen Metallbolzens 10 in den Giesskammerhohlraum 32 der Giesskammer
30 geschieht zweckmässigerweise mittels einem Roboter. Das Einlegen des thixotropen
Metallbolzens hat dabei so sanft zu erfolgen, dass der Formerhalt des Bolzens 10 nach
dem Einlegen in die Giesskammer 30 gewährleistet ist.
[0077] Fig. 3 zeigt eine typische Aufheizkurve bis zur Erreichung der Solidustemperatur
T
solidus eines in einem erfindungsgemässen Aufheizrohr 14 befindlichen Aluminiumbolzens 10
in einem Widerstandsofen. Die Aufheizkurve betrifft einen in einem Aufheizrohr 14
aus Edelstahl befindlichen, kreiszylinderförmigen Aluminiumbolzen 10 mit einem Durchmesser
von 100 mm und einer Länge von 200 mm in vertikaler Lage, wobei das Aufheizrohr 14
eine Wanddicke von 5 mm aufweist und die untere Stirnseite 12 des Aluminiumbolzens
10 auf einer Wärmeisolationsplatte 26 direkt aufliegt, d.h. die untere Sirnseite 12
des Aluminiumbolzens 10 und die untere Stirnseite 15 des Aufheizrohres 14 liegen in
derselben Ebene.
[0078] Die Aufheizkurve, d.h. die zeitabhängige Bolzentemperatur, wird mittels parallel
zur Bolzen-Längsachse ℓ liegenden Thermoelementen während dem Aufheizprozess kontinuierlich
erfasst, wobei - bezüglich der konzentrischen Längsachse ℓ des Aluminiumbolzens 10
- ein erstes Thermoelement zur Messung der Randtemperatur T
0(t) im Randbereich des Aluminiumbolzens 10 eingeführt ist, ein zweites Thermoelement
zur Messung der Temperatur T
1(t) in der Mitte zwischen Bolzenmitte und Bolzenrand positioniert wird und ein drittes
Thermoelement zur Messung der Temperatur T
2(t) ungefähr 5 mm von der Bolzenmitte entfernt angeordnet ist. Die Thermoelemente
werden ca. 50 mm tief in den Bolzen 10 gesteckt. Die mit den genannten drei Thermoelementen
gemessenen, zeitabhängigen Temperaturprofile T
0(t), T
1(t) und T
2(t) sind in Fig. 3 dargestellt und zeigen - innerhalb einer Messgenauigkeit von ±
1 % - im Wesentlichen alle denselben Temperaturverlauf.
[0079] Fig. 4 zeigt beispielhaft eine typische temperaturabhängige Deformationskurve während
des in Fig. 3 durch die Aufheizkurve dargestellten, erfindungsgemässen Aufheizvorganges
eines Aluminiumbolzens 10. Aus Fig. 4 ist ersichtlich, dass sich der Aluminiumbolzen
10 bis zum Erreichen der Solidustemperatur T
solidus bei ca. 560°C in Längsrichtung im Wesentlichen linear temperaturabhängig um ca. 1.5
mm ausdehnt, wobei oberhalb der Solidustemperatur die thermische Längenausdehnung
ΔL(T) sprunghaft zunimmt.
1. Vorbehandlungsvorrichtung zur Bereitstellung eines thixotropen Metallbolzens (10)
in einer Giesskammer (30) einer Thixoformeinrichtung, enthaltend einen Behälter für
die Aufnahme eines Metallbolzens (10), der homogen verteilte, primär erstarrte Festteilchen
aus einzelnen degenerierten Dendriten enthält, einen von der Thixoformeinrichtung
räumlich getrennten Ofen (20) zur Überführung des im Behälter befindlichen Metallbolzens
(10) in einen teilflüssigen, thixotropen Zustand, sowie eine Transportvorrichtung
für das Transportieren und Einführen des thixotropen Metallbolzens (10) in die Giesskammer
(30),
dadurch gekennzeichnet, dass
der Behälter ein zylinderförmiges, seitlich durch stopfen- oder zapfenförmige Verschlusselemente
(16, 18) verschliessbares Aufheizrohr (14) darstellt, wobei die Verschlusselemente
(16, 18) derart gestaltet sind, dass diese beim aus dem Ofen (20) herausgeführten
Aufheizrohr (14) vor dem Einführen des Aufheizrohres (14) in die Giesskammer (30)
wegnehmbar sind, und der Innendurchmesser dR des Aufheizrohres (14) in Abhängigkeit des Bolzendurchmessers dB derart gewählt ist, dass der Metallbolzen (10) bei seiner Solidustemperatur Tsolidus im Wesentlichen denselben Durchmesser dB wie der Innendurchmesser dR des Aufheizrohres (14) aufweist, und die Vorbehandlungsvorrichtung dergestalt ausgebildet
ist, dass der Metallbolzen (10) während der ganzen Vorbehandlung, nämlich dem Aufheizprozess
im Ofen (20) und dem Transport in die Giesskammer (30) und dem Verweilen in der Giesskammer
(30) bis zum Beginn des Thixoformprozesses, im Aufheizrohr (14) verbleiben kann.
2. Vorbehandlungsvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Aufheizrohr (14) aus Metall, vorzugsweise aus Stahl, insbesondere aus Edelstahl
oder Werkzeugstahl, besteht.
3. Vorbehandlungsvorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das Aufheizrohr (14) aus keramischem Material besteht.
4. Vorbehandlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer während dem Aufheizprozess im Wesentlichen horizontalen Lage des Metallbolzens
(10) das Aufheizrohr (14) beidseits durch Verschlusselemente (16, 18) dicht verschlossen
ist, wobei die Verschlusselemente (16, 18) bezüglich Materialwahl und Form derart
ausgebildet sind, dass deren Reibungseigenschaften im Aufheizrohr (14) einerseits
eine durch die thermische Ausdehnung des Metallbolzens (10) während dem Aufheizprozess
bedingte Verschiebung in Richtung der Längsachse ℓ des Aufheizrohres (14) erlauben
und andererseits eine Verschiebung durch den vom Metallbolzen (10) auf die Verschlusselemente
(16, 18) ausgeübten Druck nach Erreichen der für den gewünschten thixotropen Zustand
erforderlichen Temperatur vermieden wird.
5. Vorbehandlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer während dem Aufheizprozess im Wesentlichen senkrechten Metallbolzen-Lage
das Aufheizrohr (14) einseitig, am unteren Rohrende (15) verschlossen ist, wobei bei
Verwendung eines Verschlusselementes (16) das Verschlusselement (16) bezüglich Materialwahl
und Form derart ausgebildet ist, dass einerseits während dem Aufheizprozess im Ofen
(20) kein flüssiges Metall (24) aus dem Aufheizrohr (14) austreten kann und andererseits
die Reibung des Verschlusselementes (16) im Aufheizrohr (14) weniger als 10 N beträgt.
6. Vorbehandlungsvorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Verschlusselemente (16, 18) aus keramischem Material bestehen.
7. Vorbehandlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Ofen (20) ein Induktionsofen ist.
8. Vorbehandlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportvorrichtung einen Roboter darstellt, wobei die Klemmvorrichtung des
Roboters zur Halterung des Aufheizrohres wenigstens an der gegen das Aufheizrohr gerichteten
Oberfläche aus keramischem Material besteht.
9. Verwendung der Vorbehandlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 für die
Bereitstellung eines thixotropen Metallbolzens (10) in einer Giesskammer (30) einer
Horizontal-Thixoformeinrichtung.
10. Verwendung der Vorbehandlungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 für die
Bereitstellung eines thixotropen Metallbolzens (10) aus einer Aluminiumlegierung.
11. Verfahren zur Bereitstellung eines thixotropen Metallbolzens (10) in einer Giesskammer
(30) einer Thixoformeinrichtung, wobei ein Metallbolzen (10), der homogen verteilte,
primär erstarrte Festteilchen aus einzelnen degenerierten Dendriten enthält, in einem
festen Aggregatzustand in einen Behälter gegeben und der im Behälter befindliche Metallbolzen
(10) in einem von der Thixoformeinrichtung räumlich getrennten Ofen (20) solange aufgeheizt
wird, bis sich der Metallbolzen (10) in einem thixotropen Zustand befindet, und der
thixotrope Metallbolzen (10) mit Hilfe einer Transportvorrichtung in die Giesskammer
(30) der Thixoformeinrichtung eingeführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Behälter ein zylinderförmiges, seitlich durch stopfen- oder zapfenförmige Verschlusselemente
(16, 18) verschliessbares Aufheizrohr (14) darstellt, das Aufheizrohr (14) während
dem Aufheizprozess des Metallbolzens (10) wenigstens einseitig durch ein stopfen-
oder zapfenförmiges Verschlusselement (16, 18) verschlossen wird, der Metallbolzen
(10) während dem Aufheizprozess und dem daran anschliessenden Transport in die Giesskammer
(30) stets im Aufheizrohr (14) verbleibt, die Verschlusselemente (16, 18) nach dem
Herausführen des Aufheizrohres (14) aus dem Ofen (20), jedoch vor dem Einführen des
Aufheizrohres (14) in die Giesskammer (30) vom Aufheizrohr (14) getrennt werden, der
Innendurchmesser dR des Aufheizrohres (14) in Abhängigkeit des Bolzendurchmessers dB derart gewählt wird, dass bei Raumtemperatur der Innendurchmesser dR grösser ist als der Bolzendurchmessers dB und bei der Solidustemperatur Tsolldus des Metallbolzens (10) der Bolzendurchmessers dB im Wesentlichen dem Innendurchmesser dR des Aufheizrohres (14) entspricht, und das den Metallbolzen (10) enthaltende Aufheizrohr
(14) in der Giesskammer (30) derart positioniert wird, dass während dem nachfolgenden
Thixoformprozess der Giesskolben (34) der Thixoformeinrichtung den thixotropen Metallbolzen
(10) aus dem Aufheizrohr (14) stossen kann.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass nach dem Aufheizprozess, jedoch vor dem Einführen des den thixotropen Metallbolzen
(10) enthaltenden Aufheizrohres (14) in die Giesskammer (30), das während dem Aufheizprozess
aus dem Metallbolzen (10) ausgetretene, flüssige Metall (24) wenigstens teilweise
aus dem Aufheizrohr (14) entfernt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein einends am unteren Rohrende (15) mit einem Verschlusselement (16) dicht verschlossenes,
den Metallbolzen (10) enthaltendes Aufheizrohr (14) in vertikaler Position senkrecht
auf eine Tischplatte (26) gegeben wird, vorzugsweise auf eine Tischplatte (26) aus
keramischem Material, und die Tischplatte (26) in vertikaler Richtung, vorzugsweise
von unten, in den Ofen (20) eingeführt und das den Metallbolzen (10) enthaltende Aufheizrohr
(14) solange aufgeheizt wird, bis der Metallbolzen (10) sich in einem thixotropen
Zustand befindet, und nachfolgend das den thixotropen Metallbolzen (10) enthaltende
Aufheizrohr (14) in vertikaler Richtung, vorzugsweise durch eine Absenkung der Tischplatte
(26), aus dem Ofen (20) herausgeführt und vom Verschlusselement (16) getrennt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das den Metallbolzen (10) enthaltende Aufheizrohr (14) beidseitig mit je einem in
Richtung der konzentrischen Längsachse ℓ des Aufheizrohres (14) verschiebbaren Verschlusselement
(16, 18) mit zwischen dem Aufheizrohr (14) und dem Verschlusselement (16, 18) vorgegebenen
Reibungseigenschaften dicht verschlossen und in einer im Wesentlichen horizontalen
Lage in den Ofen (20) eingeführt wird, wobei während dem Aufheizprozess die beiden
Verschlusselemente (16, 18) infolge der thermischern Ausdehnung des Bolzenmaterials
(10) voneinander weggeschoben und nach Erreichen des thixotropen Zustandes die Verschlusselemente
(16, 18) infolge Reibung in ihrer Position gehalten werden, und nach dem Herausführen
des den Metallbolzen (10) enthaltenden Aufheizrohres (14) aus dem Ofen (20) die beiden
Verschlusselemente (16, 18) vom Aufheizrohr (14) entfernt werden.
15. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 11 bis 14 zur Bereitstellung eines
thixotropen Metallbolzens (10) in einer Horizontal-Thixoformeinrichtung.
16. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 11 bis 14 zur Bereitstellung eines
thixotropen Metallbolzens (10) aus einer Aluminiumlegierung.
1. Pretreatment device for the production of a thixotropic metal bolt (10) in a shot
chamber (30) of a thixoforming device, comprising a container for receiving a metal
bolt (10) comprising homogeneously distributed, primary-solidified solid particles
consisting of individually degenerated dendrites, a furnace (20) disposed at a distance
from the thixoforming device for converting the metal bolt (10) situated in the container
into a partially liquid, thixotropic state, as well as a conveying device for conveying
and feeding the thixotropic metal bolt (10) into the shot chamber (30), characterised in that the container is a cylindrical heating tube (14) that can be closed laterally by
means of plug-shaped or peg-shaped closing elements (16, 18), the closing elements
(16, 18) being designed in such a manner that they can be removed when the heating
tube (14) is brought out of the furnace (20) and before the heating tube (14) is fed
into the shot chamber (30), the inner diameter dR of the heating tube (14) is selected as a function of the bolt diameter dB in such a manner that the metal bolt (10) has substantially the same diameter dB as the inner diameter dR of the heating tube (14) at its solidus temperature Tsolidus, and the pretreatment device is designed in such a manner that the metal bolt (10)
can remain in the heating tube (14) during the entire pretreatment operation, i.e.
the heating process in the furnace (20), the conveying into the shot chamber (30)
and the residence time in the shot chamber (30) until the beginning of the thixoforming
process.
2. Pretreatment device according to claim 1, characterised in that the heating tube (14) consists of metal, preferably steel, in particular stainless
steel or tool steel.
3. Pretreatment device according to claim 1, characterised in that the heating tube (14) consists of ceramic material.
4. Pretreatment device according to one of claims 1 to 3, characterised in that, when the metal bolt (10) is in a substantially horizontal position during the heating
process, the heating tube (14) is closed tightly at both ends by means of closing
elements (16, 18), the material and shape of the closing elements (16, 18) being such
that their friction properties in the heating tube (14), on the one hand, allow for
displacement in the direction of the longitudinal axis ℓ of the heating tube (14)
due to the thermal expansion of the metal bolt (10) during the heating process and,
on the other hand, prevent displacement as a result of the pressure exerted on the
closing elements (16, 18) by the metal bolt (10) once the required temperature for
the desired thixotropic state has been achieved.
5. Pretreatment device according to one of claims 1 to 3, characterised in that, when the metal bolt is in a substantially vertical position during the heating process,
the heating tube (14) is closed at one end, i.e. at the lower tube end (15), wherein,
when one closing element (16) is used, the material and shape of the closing element
(16) are such that, on the one hand, no liquid metal (24) can emerge from the heating
tube (14) during the heating process in the furnace (20) and, on the other hand, the
friction of the closing element (16) in the heating tube (14) is less than 10 N.
6. Pretreatment device according to claim 4 or claim 5, characterised in that the closing elements (16, 18) consist of ceramic material.
7. Pretreatment device according to one of claims 1 to 6, characterised in that the furnace (20) is an induction furnace.
8. Pretreatment device according to one of claims 1 to 7, characterised in that the conveying device is a robot, the clamping device of the robot for holding the
heating tube consisting of ceramic material at least on the surface directed towards
the heating tube.
9. Use of the pretreatment device according to one of claims 1 to 8 for the production
of a thixotropic metal bolt (10) in a shot chamber (30) of a horizontal thixoforming
device.
10. Use of the pretreatment device according to one of claims 1 to 8 for the production
of a thixotropic metal bolt (10) from an aluminium alloy.
11. Process for the production of a thixotropic metal bolt (10) in a shot chamber (30)
of a thixoforming device, in which a metal bolt (10) comprising homogeneously distributed,
primary-solidified solid particles consisting of individually degenerated dendrites
is added to a container in a solid state of aggregation and the metal bolt (10) situated
in the container is heated in a furnace (20) disposed at a distance from the thixoforming
device until the metal bolt (10) is in a thixotropic state and the thixotropic metal
bolt (10) is fed into the shot chamber (30) of the thixotropic device with the aid
of a conveying device, characterised in that the container is a cylindrical heating tube (14) that can be closed laterally by
means of plug-shaped or peg-shaped closing elements (16, 18), the heating tube (14)
is closed at least at one end by means of a plug-shaped or peg-shaped closing element
(16, 18) during the heating process, the metal bolt (10) always remains in the heating
tube (14) during the heating process and the subsequent conveying into the shot chamber
(30), the closing elements (16, 18) are separated from the heating tube (14) after
the heating tube (14) has been brought out of the furnace (20), but before the heating
tube (14) is fed into the shot chamber (30), the inner diameter dR of the heating tube (14) is selected as a function of the bolt diameter dB in such a manner that the inner diameter dR is larger than the bolt diameter dB at room temperature and the bolt diameter dB corresponds substantially to the inner diameter dR of the heating tube (14) at the
solidus temperature Tsolidus of the metal bolt (10), and the heating tube (14) containing the metal bolt (10)
is positioned in the shot chamber (30) in such a manner that the injection piston
(34) of the thixoforming device can push the thixotropic metal bolt (10) out of the
heating tube (14) during the subsequent thixoforming process.
12. Process according to claim 11, characterised in that, after the heating process, but before the heating tube (14) containing the thixotropic
metal bolt (10) is fed into the shot chamber (30), the liquid metal (24) emerging
from the metal bolt (10) during the heating process is at least partially removed
from the heating tube (14).
13. Process according to claim 11 or claim 12, characterised in that a heating tube (14) containing the metal bolt (10) closed tightly at one end, i.e.
at the lower tube end (15) by means of a closing element (16) is placed in a vertical
position on a table top (26), preferably on a table top (26) made of ceramic material,
the table top (26) is fed into the furnace (20) in the vertical direction, preferably
from below, the heating tube (14) containing the metal bolt (10) is heated until the
metal bolt (10) is in a thixotropic state and then the heating tube (14) containing
the thixotropic metal bolt (10) is brought out of the furnace (20) in the vertical
direction, preferably by lowering the table top (26), and separated from the closing
element (16).
14. Process according to claim 11 or claim 12, characterised in that the heating tube (14) containing the metal bolt (10) is closed tightly at both ends
by means of respective closing elements (16, 18) displaceable in the direction of
the concentric longitudinal axis ℓ of the heating tube (14) with predetermined friction
properties between the heating tube (14) arid the closing element (16, 18) and is
fed into the furnace (20) in a substantially horizontal position, the two closing
elements (16, 18) being pushed away from one another during the heating process as
a result of the thermal expansion of the bolt material (10), the closing elements
(16, 18) being held in their positions as a result of friction once the thixotropic
state has been achieved and the two closing elements (16, 18) being removed from the
heating tube (14) after the heating tube (14) containing the metal bolt (10) has been
brought out of the furnace (20).
15. Use of the process according to one of claims 11 to 14 for the production of a thixotropic
metal bolt (10) in a horizontal thixoforming device.
16. Use of the process according to one of claims 11 to 14 for the production of a thixotropic
metal bolt (10) from an aluminium alloy.
1. Dispositif de prétraitement pour la mise à disposition d'une billette thixotropique
(10) dans une chambre de coulée (30) d'une installation de thixoformage, comprenant
un récipient pour accueillir une billette (10) contenant des particules solides de
solidification primaire réparties de manière homogène qui sont constituées de dendrites
individuelles dégénérées, un four (20) séparé dans l'espace de l'installation de thixoformage
pour amener la billette (10) se trouvant dans le récipient dans un état partiellement
liquide, thixotrope, ainsi qu'un dispositif de transport pour transporter et introduire
la billette thixotropique (10) dans la chambre de coulée (30),
caractérisé en ce que
le récipient est constitué par un tube d'échauffement (14) cylindrique, pouvant
être fermé latéralement par des éléments de fermeture en forme de bouchons ou de tenons
(16, 18), les éléments de fermeture (16, 18) étant conçus de telle sorte que ceux-ci
peuvent être enlevés du tube d'échauffement (14) extrait du four (20) avant l'introduction
du tube d'échauffement (14) dans la chambre de coulée (30) et que le diamètre intérieur
dR du tube d'échauffement (14) est sélectionné de telle façon en fonction du diamètre
de la billette dB que la billette (10) présente à sa température de solidus Tsolidus essentiellement le même diamètre dB que le diamètre intérieur dR du tube d'échauffement (14) et que le dispositif de prétraitement est conçu de telle
façon que la billette (10) peut rester dans le tube d'échauffement (14) pendant tout
l'ensemble du prétraitement, à savoir le processus d'échauffement dans le four (20)
et le transport dans la chambre de coulée (30) et le séjour dans la chambre de coulée
(30) jusqu'au début du processus de thixoformage.
2. Dispositif de prétraitement suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le tube d'échauffement (14) est en métal, de préférence en acier, en particulier
en acier inoxydable ou en acier à outils.
3. Dispositif de prétraitement suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le tube d'échauffement (14) est en matériau céramique.
4. Dispositif de prétraitement suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, pour une position de la billette (10) essentiellement horizontale pendant le processus
d'échauffement, le tube d'échauffement (14) est fermé des deux côtés de manière étanche
par des éléments de fermeture (16, 18), les éléments de fermeture (16, 18) étant conçus
de telle façon du point de vue du choix du matériau et de la forme que leurs propriétés
de frottement dans le tube d'échauffement (14) d'une part permettent un déplacement
dû à la dilatation thermique de la billette (10) dans le sens de l'axe longitudinal
1 du tube d'échauffement (14) pendant le processus d'échauffement et évitent d'autre
part un déplacement sous l'effet de la pression exercée par la billette (10) sur les
éléments de fermeture (16, 18) lorsque la température nécessaire pour l'état thixotropique
désiré est atteinte.
5. Dispositif de prétraitement suivant l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, pour une position de la billette essentiellement verticale pendant le processus
d'échauffement, le tube d'échauffement (14) est fermé d'un côté, à l'extrémité inférieure
(15) du tube, en cas d'utilisation d'un élément de fermeture (16), l'élément de fermeture
(16) étant conçu de telle façon du point de vue du choix du matériau et de la forme
que, d'une part, du métal liquide (24) ne peut pas s'écouler du tube d'échauffement
(14) dans le four (20) pendant le processus d'échauffement et, d'autre part, le frottement
de l'élément de fermeture (16) dans le tube d'échauffement (14) est inférieur à 10
N.
6. Dispositif de prétraitement suivant la revendication 4 ou 5, caractérisé en ce que les éléments de fermeture (16, 18) sont en matériau céramique.
7. Dispositif de prétraitement suivant l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le four (20) est un four à induction.
8. Dispositif de prétraitement suivant l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le dispositif de transport est constitué par un robot, l'élément de serrage du robot
pour maintenir le tube d'échauffement est constitué au moins à la surface orientée
vers le tube d'échauffement d'un matériau céramique.
9. Utilisation du dispositif de prétraitement suivant l'une des revendications 1 à 8
pour la mise à disposition d'une billette thixotropique (10) dans une chambre de coulée
(30) d'une installation de thixoformage horizontale.
10. Utilisation du dispositif de prétraitement suivant l'une des revendications 1 à 8
pour la mise à disposition d'une billette thixotropique (10) d'un alliage d'aluminium.
11. Procédé de mise à disposition d'une billette thixotropique (10) dans une chambre de
coulée (30) d'une installation de thixoformage, une billette (10), qui contient des
particules solides de solidification primaire réparties de manière homogène qui sont
constituées de dendrites individuelles dégénérées, étant placée à l'état solide dans
un récipient et la billette (10) se trouvant dans le récipient étant chauffée dans
un four (20) séparé dans l'espace de l'installation de thixoformage jusqu'à ce que
la billette (10) se trouve dans un état thixotropique, et la billette thixotropique
(10) étant introduite dans 1a chambre de coulée (30) de l'installation de thixoformage
à l'aide d'un dispositif de transport,
caractérisé en ce que
le récipient est constitué par un tube d'échauffement (14) cylindrique, pouvant
être fermé latéralement par des éléments de fermeture en forme de bouchons ou de tenons
(16, 18), le tube d'échauffement (14) étant fermé au moins d'un côté pendant le processus
d'échauffement de la billette (10) par un élément de fermeture en forme de bouchon
ou de tenon (16, 18), la billette (10) restant en permanence dans le tube d'échauffement
(14) pendant le processus d'échauffement et le transport subséquent dans la chambre
de coulée (30), les éléments de fermeture (16, 18) sont séparés du tube d'échauffement
(14) après l'extraction du tube d'échauffement (14) hors du four (20), mais avant
l'introduction du tube d'échauffement (14) dans la chambre de coulée (30), le diamètre
intérieur dR du tube d'échauffement (14) est sélectionné de telle façon en fonction du diamètre
de la billette dB que, à température ambiante, le diamètre intérieur dR est plus grand que le diamètre de la billette dB et qu'à la température de solidus TSolidus de la billette (10) le diamètre de la billette dB correspond essentiellement au diamètre intérieur dR du tube d'échauffement (14), et que le tube d'échauffement (14) contenant la billette
(10) est positionné de telle façon dans la chambre de coulée (30) que, pendant le
processus de thixoformage qui suit, le piston d'injection (34) de l'installation de
thixoformage peut repousser la billette thixotropique (10) hors du tube d'échauffement
(14).
12. Procédé suivant la revendication 11, caractérisé en ce que le métal liquide (24) sorti de la billette (10) pendant le processus d'échauffement
est éliminé au moins partiellement du tube d'échauffement (14) après le processus
d'échauffement, mais avant l'introduction du tube d'échauffement (14) contenant la
billette thixotropique (10) dans la chambre de coulée (30).
13. Procédé suivant la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce qu'un tube d'échauffement (14) contenant la billette (10), fermé de manière étanche d'un
côté, à l'extrémité inférieure (15) du tube, par un élément de fermeture (16), est
placé en position verticale sur un plateau de table (26), de préférence sur un plateau
de table (26) en matériau céramique, et le plateau de table (26) est introduit en
direction verticale, de préférence par le bas, dans le four (20) et le tube d'échauffement
(14) contenant la billette (10) est chauffé jusqu'à ce que la billette (10) se trouve
dans un état thixotropique, et ensuite le tube d'échauffement (14) contenant la billette
thixotropique (10) est extrait du four (20) en direction verticale, de préférence
par un abaissement du plateau de table (26), et séparé de l'élément de fermeture (16).
14. Procédé suivant la revendication 11 ou 12, caractérisé en ce que le tube d'échauffement (14) contenant la billette (10) est fermé de chaque côté de
manière étanche par un élément de fermeture (16, 18) pouvant se déplacer dans le sens
de l'axe longitudinal concentrique 1 du tube d'échauffement (14) avec des propriétés
de frottement prédéfinies entre le tube d'échauffement (14) et l'élément de fermeture
(16, 18) et est introduit dans une position essentiellement horizontale dans le four
(20), les deux éléments de fermeture (16, 18) étant écartés l'un de l'autre pendant
le processus d'échauffement suite à la dilatation thermique du matériau de la billette
(10) et, après avoir atteint l'état thixotropique, les éléments de fermeture (16,
18) étant maintenus dans leur position par le frottement, et, après l'extraction hors
du four (20) du tube d'échauffement (14) contenant la billette (10), les deux éléments
de fermeture (16, 18) étant séparés du tube d'échauffement (14).
15. Utilisation du procédé suivant l'une des revendications 11 à 14 pour la mise à disposition
d'une billette thixotropique (10) dans une installation de thixoformage horizontale.
16. Utilisation du procédé suivant l'une des revendications 11 à 14 pour la mise à disposition
d'une billette thixotropique (10) d'un alliage d'aluminium.