[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Steuerung und/oder Regelung der
Kühlstrecke einer Warmbandstraße zum Walzen von Metallband, bei dem durch die Kühlung
die Gefügeeigenschaften des gewalzten Metallbandes, insbesondere eines Stahlbandes,
eingestellt werden. Daneben bezieht sich die Erfindung auch auf die zugehörige Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Speziell in der Stahlindustrie werden sogenannte Brammen im heißen Zustand in einer
Warmbandstraße zu Bändern gewalzt. Nach dem Walzen durchläuft das Blech eine Kühlstrecke.
Die Kühlstrecke der Warmbandstraße dient zum Einstellen der Gefügeeigenschaften der
gewalzten Stahlbänder.
[0003] Die Gefügeeigenschaften der hergestellten Bänder werden bisher überwiegend aus der
Haspeltemperatur abgeleitet, die durch die Kühlstreckenautomatisierung auf einem vorgegebenen
Sollwert konstant gehalten wird.
[0004] Neue Werkstoffe, wie Mehrphasenstähle, TRIP-Stähle oder dergleichen, erfordern eine
genaue definierte Wärmebehandlung, d.h. die Vorgabe und die Überwachung eines Temperaturverlaufes
vom letzten Walzgerüst bis zum Haspel.
[0005] Aus "Proceedings of ME FEC Kongreß 99", Düsseldorf, June 13 - 15, 1999 (Verlag Stahl
Eisen GmbH) ist ein Vorschlag bekannt geworden zur Automatisierung von Warmbandstraßen,
bei der speziell für die Kühlstrecke eine modellgestützte Steuerung vorhanden ist.
Dabei liegt der Kühlung die Vorstellung zugrunde, daß über die Länge der gesamten
Kühlstrecke eine Referenztemperatur vorgebbar ist und daß die aktuell gemessene Temperatur
über eine adaptive Steuereinheit an die vorgegebenen Werte angepaßt wird. Wesentlich
ist dabei, daß über Enthalpie-Betrachtungen und Aufteilung des Abkühlungsprozesses
in eine Serie von kleineren thermodynamischen Prozessen der Einfluß der Kühlung in
longitudinaler und vertikaler Richtung erfaßt werden kann. Insbesondere erfolgt dabei
eine Berechnung über die Methode der "Finite Elemente".
[0006] Von letzterem ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, ein verbessertes Verfahren
zur Automatisierung von Kühlstrecken in Warmwalzstraßen anzugeben und die zugehörige
Vorrichtung zu schaffen.
[0007] Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches
1 gelöst. Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Eine zugehörige
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist durch die Merkmale des Anspruches
10 gekennzeichnet.
[0008] Die eingangs dargestellte Problematik wird nunmehr nicht wie beim Stand der Technik
durch eine Vorgabe des Temperaturprofils entlang der Kühlstrecke, sondern durch die
Vorgabe eines für jeden Bandpunkt des Metallbandes individuellen zeitlichen Abkühlverlaufs
gelöst. Vorteilhaft ist dabei insbesondere, daß eine solche Vorgabe unmittelbar aus
den gewünschten Stahleigenschaften ermittelt werden kann und unabhängig von variablen
Prozeßgrößen, wie beispielsweise die Bandgeschwindigkeit, bleibt.
[0009] Beim erfindungsgemäßen Verfahren ist also wesentlich, daß für jeden sogenannten Bandpunkt
des zu kühlenden Materials ein eigener zeitlicher Abkühlverlauf vorgegeben wird. Damit
können die so ermittelten Zeitfunktionen jederzeit für jeden Bandpunkt mit den vorgegebenen
zeitlichen Abkühlkurven verglichen werden.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß Abkühlverhältnisse vorgegeben
werden können, die den tatsächlichen Vorgaben der Praxis besser entsprechen. Vorteilhafterweise
kann nunmehr auch eine variable Kühlung entlang des Bandes vorgegeben werden, womit
im Walzband Bereiche bestimmter Qualität gezielt erzeugt werden können. Dadurch sind
nunmehr auch sogenannte Dual-Phasen-Materialien erzeugbar, was beim Stand der Technik
nicht möglich war.
[0011] Dadurch, daß der Abkühlverlauf für jeden Bandpunkt entlang der gesamten Kühlstrecke
vorgegeben wird, ist die Steuerung und/oder Regelung nicht mehr an feste Schaltorte
gebunden; es sind vielmehr jederzeit beliebige Ventile zur Kühlmittelzufuhr betätigbar.
Damit die Einhaltung der vorgegebenen Abkühlung entlang der Kühlstrecke durch die
Steuerung und/oder Regelung überprüft werden kann, wird erfindungsgemäß das Modell
in Echtzeit mit dem Band in der Kühlstrecke mitgerechnet. Dies liefert die erforderlichen
Bandtemperaturen auf der Kühlstrecke und wird durch gemessene Temperaturwerte ständig
korrigiert.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt also insgesamt eine flexible Vorgabe der Wärmebehandlung
für moderne Stähle. Damit wird den Forderungen der Praxis Rechnung getragen.
[0013] Bei entsprechenden Vorrichtungen, die jeweils eine Kühlstrecke beinhalten, welche
über ihre gesamte Länge durch jeweils individuell einstellbare Ventile mit Kühlmitteln
beaufschlagbar ist, sind Mittel zur Vorgabe von Abkühlkurven für die einzelnen Bandpunkte
des Metallbandes vorhanden. Weiterhin sind Einheiten zur Berechnung der Abkühlkurven,
zur Korrektur der ermittelten Abkühlkurven auf der Basis von gemessenen Temperaturen,
zum Vergleich mit der Vorgabe der Abkühkurven und zur Generierung von Prozeßführungssignalen
vorhanden. Diese Einheiten können softwaremäßig in einen Rechner implementiert werden.
[0014] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Figurenbeschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung in Verbindung mit
weiteren Unteransprüchen. Es zeigen
- Figur 1
- den Aufbau einer der Walzstraße nachgeschalteten Kühlstrecke,
- Figur 2
- ein dreidimensionales Temperatur-Zeit/Bandlängen-Diagramm,
- Figur 3
- das Strukturbild der Steuerung/Regelung einschließlich Modellkorrektur für die Kühlstrecke
gemäß Figur 1 und
- Figur 4
- im einzelnen die Berechnung der Modellkorrektur aus Figur 3.
[0015] Anhand Figur 1 wird die Abkühlung von Metallband als Teil der Warmwalztechnologie
und dort im einzelnen die Funktion der Kühlstrecke verdeutlicht. Beim Warmwalzen von
Stahl werden sogenannte Brammen mit einer Ausgangsdicke von ca. 200 mm zu einem Band
von 1,5 bis 20 mm gewalzt. Die Verarbeitungstemperatur ist dabei 800 bis 1200°C. Das
Prozeßende beinhaltet nach dem Walzen die Abkühlung des Bandes mit Wasser in einer
Kühlstrecke auf 300 bis 800°C.
[0016] In Figur 1 ist dazu das letzte Walzgerüst einer Warmbandstraße mit 1 bezeichnet.
Dem Walzgerüst 1 folgt ein Fertigstraßenmeßplatz 2, nach der Kühlung ein Haspelmeßplatz
3, an denen jeweils die Temperatur des Bandes gemessen wird, und anschließend eine
Unterflurhaspel 4 zum Aufhaspeln des Metallbandes zu einem Coil. Zwischen Fertigstraßenmeßplatz
2 und Haspelmeßplatz 3 befindet sich die im vorliegenden Zusammenhang allgemein als
Anlage bezeichnete Kühlstrecke 10.
[0017] Ein gewalztes Warmband aus Stahl ist in Figur 1 mit 100 bezeichnet. Es läuft durch
die Kühlstrecke 10 und wird von beiden Seiten über Ventile mit einem Kühlmedium, insbesondere
Wasser, gekühlt. Einzelne Ventile können zu Gruppen zusammengefaßt sein, beispielsweise
sind die Ventilgruppen 11, 11', ..., 12, 12', ..., 13, 13', ... sowie 14, 14', ...
dargestellt.
[0018] Der regeltechnisch zu erfassenden Abkühlung des Bandes 100 liegt üblicherweise eine
eindimensionale instationäre Wärmeleitungsgleichung zugrunde. Bei der mathematischen
Beschreibung wird von einem isolierten Stab, der nur am Anfang und Ende - entsprechend
der Ober- und Unterseite des Bandes - einen Wärmeaustausch mit der Umgebung durchführt,
ausgegangen.
[0019] Speziell zur Wärmeleitung im Band wird von der Modellannahme ausgegangen, daß die
Wärmeleitung in Längs- und Querrichtung verschwindet und daß in der Breite des Bandes
die Enthalpie konstant ist. Dadurch läßt sich die Problematik auf ein eindimensionales
instationäres Wärmeleitungsproblem reduzieren, bei dem die Anfangsbedingungen und
die Randbedingungen definiert werden müssen.
[0020] Nach letzterem Modell kann das Band 100 mit einzelnen Bandpunkten beschrieben werden,
in denen eine Wärmeleitung im Stab erfolgt. Dies ist bekannt, wozu auf die diesbezügliche
Fachliteratur verwiesen wird.
[0021] In der Kühlstrecke 10 sind im allgemeinen keine Temperaturen meßbar. Die Temperatur
wird aber am Meßplatz 2 vor der Kühlstrecke und insbesondere am Haspelmeßplatz 3 gemessen.
Über das mathematische Modell wird der Wärmeaustausch im Band 100 entsprechend obigen
Voraussetzungen berücksichtigt. Es wird also ein Modell der Kühlstrecke erstellt,
welches in Figur 1 mit 15 bezeichnet ist. Wenn über das Modell 15 die Temperaturen
an jeder beliebigen Stelle verfügbar sind, läßt sich eine Regelung auf das vorgegebene
Abkühlprofil realisieren.
[0022] In Figur 2 ist anhand eines dreidimensionalen Temperatur-Bandlängen/Zeit-Diagramms
die Vorgabe eines Abkühlverlaufes dargestellt: Wenn man von einem Abkühlbeginn (t
= 0)eines Bandpunktes ausgeht, so ergibt sich über die Zeit t ein vorgegebenes Akühlprofil
300 als Zeitfunktion. Aus Figur 2 ist für jeden Bandpunkt des Metallbandes 100 eine
eigene Abkühlkurve entnehmbar. Beispielhaft ist für einen bestimmten Bandpunkt bei
li die Kurve 300 dargestellt, wobei sich so für diesen Bandpunkt eine eigene Zeitfunktion
ergibt.
[0023] Beispielsweise soll das Temperaturprofil für den Bandpunkt i nach einer bestimmten
Abkühlzeit t
i eine vorgegebene Temperatur Ti, insbesondere Haspeltemperatur T
H, aufweisen. Entsprechende Vorgaben gibt es auch für die übrigen Bandpunkte. Verbindet
man alle vorgegebenen Haspeltemperaturen der einzelnen Bandpunkte, so erhält man die
in Figur 2 eingezeichnete Kurve 400. Mit dieser Kurve 400 kann beispielsweise gewährleistet
werden, daß Verfahrensschritte wie das Fassen des Bandes am Haspel mit ansonsten möglichst
geringen Gefügeänderungen berücksichtigt werden.
[0024] Betrachtet man nun in einem Augenblick die Vorgaben aller momentan in der Kühlstrecke
10 liegenden Bandpunkte und verbindet man diese Bandpunkte, so erhält man eine Kurve
500, welche das Abkühlprofil über die Kühlstreckenlänge darstellt. Diese Abkühlkurve
ist auch in Figur 1 in Einheit 30 eingezeichnet. Wesentlich ist dabei, daß gemäß der
angegebenen technischen Lehre die Kurve 500 bei Störungen im Fertigungsprozeß, beispielsweise
bei variabler Bandgeschwindigkeit, selbsttätig dynamisch angepaßt wird. Dadurch bleiben
solche Störungen - im Gegensatz zum Stand der Technik - ohne jegliche Auswirkungen
auf den vorgegebenen Abkühlverlauf eines jeden Bandpunktes.
[0025] Wichtig ist also beim beschriebenen Verfahren, daß für jeden Bandpunkt eigene Abkühlkurven
300, 310, 311, 312 etc. vorgegeben werden. Beispielsweise wird für den ersten Punkt
eine Abkühlkurve mit einem zunächst steilem Abfall und anschließend einem flacherem
Abfall vorgegeben, während sich im Mittenbereich Abkühlkurven mit nahezu konstantem
Temperaturgradienten ergeben. Damit wird insgesamt das beschriebene Profil 400 erreicht.
[0026] Auch andere Abkühlprofile können erzeugt werden. Insbesondere wenn man von dem Gefüge
als Zielgröße ausgeht, kann das Profil so vorgegeben werden, daß weitestgehend konstante
Gefügeeigenschaften am Fertigband vorliegen. Es kann aber auch bewußt eine Änderung
der Gefügeeigenschaften für bestimmte Bandbereiche vorgesehen werden. Z.B. können
auch Gefügeänderungen bedingt durch die größere Liegezeit der hinteren Bandabschnitte
vor dem weiteren Walzen wieder ausgeglichen werden.
[0027] Da die Gefügeeigenschaften die mechanischen Eigenschaften und damit die Qualität
insbesondere von Stahlband bestimmen, lassen sich durch gezielte Gefügeänderungen
gewünschte Materialeigenschaften erzielen. Insofern ergibt sich durch das beschriebene
Verfahren ein erhöhtes Potential bei der Erzeugung von Fertigband.
[0028] In Figur 3 ist die Kühlstrecke als eigentliche Anlage mit 10 bezeichnet. Die Modellbildung
der Figur 1 wird hier durch ein sogenanntes Echtzeitmodell 20 ausgedrückt, mittels
dem die Temperaturen
T̂i an den einzelnen Bandpunkten i des Bandes 100 ermittelt werden.
[0029] Die berechnete Haspeltemperatur
T̂H, die mit einem Fehler behaftet ist, wird mit der an der Haspel 3 gemessenen Temperatur
T
H verglichen und der resultierende Fehler einer Einheit 25 zur Modellkorrektur zugeführt.
Letzterer Einheit 25 wird weiterhin der gesamte, vom Echtzeitmodell 20 berechnete
Abkühlvorgang zugeführt. Die Einheit 25 ermittelt aus diesen Daten eine Korrektur
des Abkühlverlaufes, die auf den berechneten Abkühlverlauf aufgeschaltet wird. Der
so ermittelte korrigierte Abkühlverlauf wird mit der Sollabkühlung verglichen und
die resultierende Regelabweichung dem Regler 33 zugeführt. Dieser erzeugt daraus und
mittels der von der Einheit 25 ermittelten Verstärkungsfaktoren die Ventilstellungen
als Prozeßführungssignale, die sowohl auf der Anlage umgesetzt als auch dem Echtzeitmodell
20 wieder als Information zugeführt werden.
[0030] Falls kein gültiger Meßwert vorliegt, entfällt die Berechnung eines korrigierten
Abkühlverlaufes. Die Korrektur wird dann zu Null angenommen.
[0031] Der Regler 33 kann aufgrund der eingegebenen Regelabweichung und der weiteren Werte
mit einem vorgegebenen Algorithmus betrieben werden. Solche Algorithmen werden softwaremäßig
vorgegeben und lassen die Ansteuerung beliebiger Muster von Ventilen zu. Insbesondere
sind mit dem Regler jederzeit jedes der Ventile 11, 11', ..., 12, 12', ...,13,13',...,
14, 14', ... gleichzeitig in beliebiger Kombination vom Regler aktivierbar.
[0032] Die Abkühlung längs des Metallbandes wird im einzelnen anhand der Enthalpie und des
Temperaturverlaufs in Abhängigkeit von der Enthalpie betrachtet.
[0033] In Figur 4 ist die Berechnung der Modellkorrektur für den Regler im einzelnen verdeutlicht:
Es werden die Enthalpien e und die Temperaturen T in Abhängigkeit von der Enthalpie
e ermittelt. Das Echtzeitmodell 20 liefert einen berechneten Enthalpiewert
ê, woraus in einer Einheit 21 der Wert
T̂(
ê) gebildet wird. Daraus lassen sich also die Temperaturwerte
T̂ für beliebige Bandpunkte berechnen. Speziell der berechnete Temperaturwert
T̂H für die Haspeltemperatur wird mit der gemessenen Haspeltemperatur T
H verglichen, woraus sich ein Wert ΔT
H ergibt.
[0034] Vom Echtzeitmodell 20 werden Enthalpiesignale gleichermaßen einer Einheit 22 zugeführt,
in der die partielle Ableitung der Enthalpie nach dem Wärmeleitungskoeffizienten

gebildet wird. Der Wärmeleitungskoeffizient stellt gewissermaßen einen Korrekturfaktor
dar. In beide Einheiten 20 und 22 gehen weiterhin die Ventilstellungen der Anlage
ein.
[0035] Als Ausgangssignal der Einheit 22 ergeben sich berechnete Werte

. In der Einheit 23 wird das Signal mit

beaufschlagt, woraus sich über die Bildung von partiellen Ableitungen nach der Kettenregel
ein Signal

bestimmen läßt.
[0036] Speziell der Wert für die Haspel

wird betrachtet und es wird der vorher ermittelte Temperaturfehler ΔT
H durch diesen Wert dividiert, woraus sich der Δκ ergibt. Letzterer Wert Δκ wird mit

multipliziert, so daß sich als Ausgangswert die Modellkorrektur Δe vorliegt. Somit
ist die Modellkorrektur der Einheit 25 aus Figur 3 realisiert.
[0037] Bei der Berechnung der Modellkorrektur Δe gemäß Figur 4 stellt also

ein Sensitivitätsmodell dar.
[0038] Es hat sich gezeigt, daß bei obiger Vorgehensweise und Berücksichtigung der Abkühlkurven
für die einzelnen Bandpunkte die Verhältnisse für die Praxis besser modellierbar sind.
Dabei liegt der Vorgehensweise die Erkenntnis zugrunde, daß die Wärmebehandlung moderner
Stähle durch direkte Vorgabe der Sollkurven für den Temperaturverlauf des tatsächlichen
Abkühlverlaufs für jeden Bandpunkt individuell vorgegeben werden kann. Insofern ist
die Schnittstelle für die Steuer- und/oder Regelung das in Echtzeit gerechnete Modell
und ist der zugehörige Korrekturalgorithmus wesentlicher Bestandteil des beschriebenen
Verfahrens.
[0039] Diese Vorgehensweise berücksichtigt in idealer Weise die Vorgabe für den gefertigten
Werkstoff, da sie im Rahmen der Anlagegrenzen - unabhängig von der gefahrenen Bandgeschwindigkeit
- die Einstellung der geforderten Qualität gewährleistet.
1. Verfahren zur Steuerung und/oder Regelung der Kühlstrecke einer Warmbandstraße zum
Walzen von Metallband, insbesondere eines Stahlbandes, wobei durch Kühlung die Gefügeeigenschaften
des gewalzten Metallbandes, insbesondere des Stahlbandes, eingestellt werden, mit
folgenden Verfahrensschritten:
- es wird für jeden Bandpunkt des Metallbandes ein zeitlicher Abkühlverlauf vorgegeben,
- daneben wird für jeden Bandpunkt des Metallbandes die tatsächliche Abkühlkurve als
Funktion der Zeit ermittelt,
- die ermittelte Zeitfunktion des tatsächlichen Abkühlverlaufes wird mit der Vorgabe
des zeitlichen Abkühlverlaufes für jeden Bandpunkt des Metallbandes verglichen;
- aus den Abweichungen der ermittelten Zeitkurven vom tatsächlichen Abkühlverlauf
werden Prozeßführungssignale zur Steuerung und/oder Regelung der Kühlstrecke abgeleitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für einzelne Bandpunkte des Metallbandes unterschiedliche Abkühlkurven vorgegeben
werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß angestrebte Gefügeeigenschaften aufgrund der vorgegebenen Abkühlkurven für jeden
Bandpunkt des Metallbandes eingestellt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß für die einzelnen Bandpunkte des Metallbandes solche Abkühlkurven vorgegeben werden,
daß aufgrund äußerer Einflüsse auftretende, unerwünschte Änderungen der Gefügeeigenschaften
ausgeglichen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abkühlkurven für die einzelnen Bandpunkte des Metallbandes derart vorgegeben
werden, daß sich für unterschiedliche Bandpunkte des Metallbandes vorbestimmte, gegebenenfalls
unterschiedliche, Gefügeeigenschaften ergeben.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanischen Eigenschaften des Metallbandes aufgrund der gezielten Beeinflussung
der Gefügeeigenschaften vorgegeben werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitfunktionen oder einzelne Werte zum augenblicklichen Zeitpunkt des Abkühlverlaufes
der einzelnen Bandpunkte einem Regler zugeführt und zur Generierung der Prozeßführungssignale
führen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei mit dem Regler Ventile für Kühlmittel zur Abkühlung
des Metallbandes aktivierbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß durch den Regler zu jedem Zeitpunkt beliebige Ventile gleichzeitig aktivierbar sind.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Vergleichstemperatur zu den Abkühlkurven der einzelnen Bandpunkte die gemessene
Zeitfunktion der Haspeltemperatur herangezogen wird.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder einem der Ansprüche
2 bis 9, mit einer Kühlstrecke, in welcher das durchlaufende Metallband über einstellbare
Ventile (11, ..., 14) mit Kühlmittel beaufschlagbar ist, sowie einer Einheit zur Ermittlung
der Temperatur-Zeit-Funktionen jedes einzelnen Bandpunktes des Metallbandes und mit
einer Prozeßführungseinheit (30) zur Gewinnung von Prozeßführungssignalen zur Steuerung
und/oder Regelung der Abkühlung entsprechend vorgegebener Kriterien, wobei der Prozeßführungseinheit
zur Steuerung und/oder Regelung der Abkühlung ein Echtzeitmodell (20) mit einer Modellkorrektur
(25) zugrunde liegt, woraus die Eingangssignale für einen Regler (33) zur Ansteuerung
der einzelnen Ventile (11, 11', ... bis 14, 14', ...) abgeleitet werden..
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß mit der Prozeßführungseinheit (30) jedes der einzelnen Ventile (11, 11', ... bis
13, 13', ...) zur Kühlmittelzufuhr jederzeit aktivierbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Kriterien ein Abkühlprofil entlang des Metallbandes entsprechend gewünschter
Gefügeeigenschaften beinhaltet.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Modellkorrektur die gemessene Haspeltemperatur (TH) herangezogen wird.
14. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Regelabweichung für den Regler (33) aus einem korrigierten Abkühlverlauf und
der Sollabkühlung gebildet wird.
1. Method for the open-loop and/or closed-loop control of the cooling section of a hot
strip rolling mill for rolling metal strip, in particular a steel strip, the microstructural
properties of the rolled metal strip being adjusted by cooling, with the following
method steps:
- for each strip point of the metal strip, a course of cooling over time is specified,
- in addition, for each strip point of the metal strip, the actual cooling curve is
determined as a function of time,
- the determined time function of the actual course of cooling is compared with the
specification of the course of cooling over time for each strip point of the metal
strip;
- process control signals for the open-loop and/or closed-loop control of the cooling
section are derived from the deviations of the determined time curves from the actual
course of cooling.
2. Method according to Claim 1, characterized in that different cooling curves are specified for individual strip points of the metal strip.
3. Method according to Claim 1 or Claim 2, characterized in that desired microstructural properties are adjusted on the basis of the specified cooling
curves for each strip point of the metal strip.
4. Method according to Claim 3, characterized in that such cooling curves that undesired changes in the microstructural properties occurring
on account of external influences are offset are specified for the individual strip
points of the metal strip.
5. Method according to Claim 3, characterized in that the cooling curves for the individual strip points of the metal strip are specified
in such a way that predetermined, possibly different, microstructural properties are
obtained for different strip points of the metal strip.
6. Method according to Claim 5, characterized in that the mechanical properties of the metal strip are specified on the basis of the specifically
selective influencing of the microstructural properties.
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the time functions or individual values at the given instant in time of the course
of cooling of individual strip points are fed to a controller and lead to the generation
of the process control signals.
8. Method according to Claim 7, it being possible to use the controller for activating
valves for coolant for cooling the metal strip, characterized in that any desired valves can be simultaneously activated by the controller at any point
in time.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the measured time function of the coiling temperature is used as the comparison temperature
with respect to the cooling curves of individual strip points.
10. Device for carrying out the method according to Claim 1 or one of Claims 2 to 9, with
a cooling section, in which the metal strip running through can be subjected to coolant
by means of adjustable valves (11, ..., 14), and a unit for determining the temperature-time
functions of each individual strip point of the metal strip and with a process control
unit (30) for obtaining process control signals for the open-loop and/or closed-loop
control of the cooling in accordance with specified criteria, where the process control
unit for the open-loop and/or closed-loop control of the cooling is based on a real-time
model (20) with a model correction (25), from which the input signals for a controller
(33) for activating the individual valves (11, 11', ... to 14, 14 ', ...) are derived.
11. Device according to Claim 10, characterized in that, with the process control unit (30), each of the individual valves (11, 11', ...
to 13, 13', ...) for supplying coolant can be activated at any time.
12. Device according to Claim 10, characterized in that the criteria comprise a cooling profile along the metal strip in accordance with
desired microstructural properties.
13. Device according to Claim 10, characterized in that the measured coiling temperature (TH) is used for the model correction.
14. Device according to Claim 10, characterized in that the system deviation for the controller (33) is formed from a corrected course of
cooling and the setpoint cooling.
1. Procédé de commande et/ou de réglage de la section de refroidissement d'un train à
feuillards à chaud destiné à laminer du feuillard métallique, notamment un feuillard
d'acier, dans lequel on règle par refroidissement les propriétés de structure du feuillard
métallique laminé, notamment du feuillard d'acier, comprenant les stades de procédé
suivants :
- on prescrit pour chaque point du feuillard métallique une courbe de refroidissement
dans le temps ;
- on détermine en outre pour chaque point du feuillard métallique la courbe réelle
de refroidissement en fonction du temps ;
- on compare la variation déterminée de la courbe de refroidissement réelle en fonction
du temps à la prescription de la courbe de refroidissement en fonction du temps pour
chaque point du feuillard métallique ;
- on déduit des écarts entre les courbes déterminées de la variation de refroidissement
réelle en fonction du temps des signaux pour mener les opérations de commande et/ou
de régulation de la section de refroidissement.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que l'on prescrit des courbes de refroidissement différentes pour divers points du feuillard
métallique.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que l'on règle les propriétés de structure que l'on vise sur la base des courbes de refroidissement
prescrites pour chaque point du feuillard métallique.
4. Procédé suivant la revendication 3, caractérisé en ce que l'on prescrit pour les divers points du feuillard métallique des courbes de refroidissement
telles que l'on compense des variations peu souhaitées des propriétés de structure
qui se produisent en raison d'influences extérieures.
5. Procédé suivant la revendication 3, caractérisé en ce que l'on prescrit les courbes de refroidissement pour les divers points du feuillard
métallique de façon à obtenir pour des points différents du feuillard métallique des
propriétés de structure déterminées à l'avance, le cas échéant différentes.
6. Procédé suivant la revendication 5, caractérisé en ce que l'on prescrit les propriétés mécaniques du feuillard métallique sur la base de l'influence
visée des propriétés de structure.
7. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on envoie des variations en fonction du temps ou des valeurs à l'instant présent
de la courbe de refroidissement des divers points du feuillard à un régulateur et
on les envoie afin de générer les signaux permettant de mener les opérations.
8. Procédé suivant la revendication 7, dans lequel on peut activer par le régulateur
des vannes pour du fluide de refroidissement du feuillard métallique, caractérisé en ce que n'importe quelle vanne peut être activée simultanément par le régulateur à n'importe
quel instant.
9. Procédé suivant l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise comme température de comparaison pour les courbes de refroidissement
des divers points du feuillard la variation en fonction du temps de la température
de l'enrouleuse bobineuse.
10. Installation pour la mise en oeuvre du procédé suivant la revendication 1 ou l'une
des revendications 2 à 9 comprenant une section de refroidissement dans laquelle le
feuillard métallique qui passe peut être soumis par des vannes (11, ..., 14) réglables
à du fluide de refroidissement, ainsi qu'une unité de détermination des variations
température-temps de chaque point du feuillard métallique, et d'une unité (30) permettant
de mener les opérations et destinée à recevoir des signaux de menée d'opérations afin
de commander et/ou de régler le refroidissement suivant des critères prescrits dans
laquelle, il y a à la base de l'unité permettant de mener les opérations pour la commande
et/ou le réglage du refroidissement, un modèle (20) en temps réel ayant une correction
(25) de modèle, les signaux d'entrée pour un régulateur (33) étant dérivés pour la
commande des diverses vannes (11, 11', ..., à 14, 14', ...).
11. Installation suivant la revendication 10, caractérisée en ce que chacune des diverses vannes (11, 11', ..., à 13, 13', ...) peut être activée à tout
instant pour l'apport de fluide de refroidissement par l'unité (30) permettant de
mener les opérations.
12. Installation suivant la revendication 10, caractérisée en ce que les critères comprennent un profil de refroidissement le long du feuillard métallique
correspondant à des propriétés de structure souhaitées.
13. Installation suivant la revendication 10, caractérisée en ce qu'on utilise pour la correction du modèle la température (TH) mesurée de l'enrouleuse bobineuse.
14. Installation suivant la revendication 10, caractérisée en ce que l'on forme l'écart de régulation pour le régulateur (33) à partir d'une courbe corrigée
de refroidissement et du refroidissement de consigne.