[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von hydrolysestabilisierten
Monofilamenten aus einem nachkondensierten Polyestergranulat mit einem Viskositätsindex
(VI) von wenigstens 90 ml/g und deren Verwendung in Geweben für die Lebensmittel-,
Pharma und Papierindustrie.
[0002] Zur Herstellung von Transportbändern und zur Filtration in der Lebensmittelindustrie
werden aus wirtschaftlichen Gründen vorwiegend Gewebe aus Polyester eingesetzt. Moderne
Produktionsanlagen in der Lebensmittelindustrie werden schneller und bei erhöhten
Temperaturen gefahren. Die Bedingungen, unter denen die Transportbänder oder Filtergewebe
eingesetzt werden, erfordern wegen der oft hohen Temperaturen und der hohen Feuchtigkeit
eine gute Hydrolysebeständigkeit der Materialien. Es ist bekannt, daß reines, nachkondensiertes
Polyethylenterephthalat in feucht heißem Medium nicht hydrolysebeständig ist und somit
den Anforderungen der Lebensmittelindustrie nur teilweise genügt. Außerdem dürfen
die Monofilamente aus Polyester keine toxischen Zusätze enthalten.
[0003] Unter Polyester (PET) sind Thermoplaste zu verstehen, welche wenigstens 95 Gew.-%
Polyethylenterephthalat-, Polybutylenterephthalat- und Polynaphthalat-Einheiten aufweisen.
[0004] Die Erhöhung der Hydrolysebeständigkeit von Polyethylenterephthalat durch Zugabe
von Carbodiimiden ist lange bekannt. Sie führen auch zu einer zufriedenstellenden
Hydrolysebeständigkeit des Polyesters, sind aber toxisch, führen zu Hautreizungen
und zu einer Verschlechterung des Weissgrads.
[0005] Aus der DE-A-19 526 405 ist ein Verfahren zur Reduzierung der Carboxylendgruppen
von Polyester bekannt. Beim bekannten Verfahren wird Alkylencarbonat mit Allyltriphenylphosphoniumbromid
als Katalysator vorzugsweise in die Zuleitung zum Nachkondensationsreaktor gearbeitet.
Im resultierenden nachkondensierten Polyester soll ein möglichst geringer Viskositätsabbau
stattfinden. Das bekannte Verfahren dient zur Thermostabilisierung und Farbstabilisierung
eines Polysters. Das bekannte nachkondensierte Polyestergranulat soll zur Herstellung
von hochfesten Garnen für Reifencord geeignet sein, welche in der Regel aus Multifilamenten
bestehen. Solche Garne müssen zwar während des Vulkanisierens thermostabil sein und
die Farbe möglichst wenig verändern, sind aber feuchter Hitze kaum ausgesetzt. Erst
das nachkondensierte Polyestergranulat ist als Ausgangsmaterial zur Herstellung von
hochfesten Garnen vorgesehen. Allerdings werden keine Angaben über die Herstellung
der Garne und deren Reisskraft gemacht. Die Herstellung von Monofilamenten wird nicht
offenbart.
[0006] Das bekannte Verfahren hat den Nachteil, daß das nachkondensierte Polyestergranulat
zur Herstellung von Garnen erneut aufgeschmolzen werden muß. Dabei erfolgt in Gegenwart
von Polycarbonat mit Katalysator ein thermischer Abbau unter Bildung von Gasblasen,
welche in einem Faden, insbesondere in einem Monofilament zu einer Störung der Polyesterstruktur
und damit zu Unhomogenität führen kann. Weiter werden als Katalysatoren Halogenide
eingesetzt, die den Nachteil aufweisen, daß sie auch in kleinsten Mengen eine Verfärbung
bewirken und bei der Entsorgung durch Verbrennen giftige Säuregase bilden (HCl, HBr).
[0007] Aus der US-A-3 657 191 ist ein Verfahren zur Verminderung der Carboxyl-Endgruppen
von Polyester zur Herstellung auch von Monofilamenten bekannt. Darin wird die Möglichkeit
der Verwendung von Ethylencarbonat genannt, ohne daß Ausführungsbeispiele beschrieben
werden. Alle Beispiele wurden mit monofunktionalem Glycidilether ausgeführt. Das bekannte
Verfahren läßt keinen Vergleich mit den erhaltenen Ergebnissen zu. Ein Nachteil im
bekannten Verfahren sind die langen Reaktionszeiten zur Blockierung der Carboxyl-Endgruppen.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist die Herstellung von hydrolysebeständigen, atoxischen, homogene
Monofilamente, die keine Einschlüsse oder Dickstellen aufweisen, aus Polyestern für
den Einsatz in der Lebensmittel-, Pharma- und Papierindustrie.
[0009] Eine weitere Aufgabe ist es, ein Monofilament aus Polyester herzustellen, das eine
über dem Stand der Technik verbesserte Hydrolysebeständigkeit aufweist.
[0010] Noch eine weitere Aufgabe ist die Verwendung des hydrolysestabilisierten Polyestermonofilaments
zur Herstellung von Geweben für Transportbänder und Filtergewebe für die Lebensmittel-
und Pharmazeutischen-, und Papierindustrie.
[0011] Die Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, daß einem Polyestergranulat mit
einem Viscositätsindex (VI) von wenigstens 90 ml/g ein flüssiges Additivgemisch aus
Ethylencarbonat und einem Alkylphosphoniumsalz unmittelbar vor dem Extruder kontinuierlich
zudosiert wird. Die kontinuierliche Zudosierung zum Granulat gewährleistet eine gute
Homogenisierung bei einer überraschend kurzen Reaktionszeit.
[0012] Als Ethylencarbonat(EC) (1,3-Dioxalan-2-on) wird das handelsübliche Produkt mit einem
Schmelzpunkt von etwa 39°C verwendet. Die Herstellung erfolgt aus Ethylenoxid und
flüssigem Kohlenstoffdioxid. Ethylencarbonat gilt nach Angaben des "Registry of toxic
Effekts of Chemical Substances" vom US Department of Health, Education and Welfare
als ungefährlich. Außerdem wird bei der Reaktion im Polyester nur CO
2-Gas frei. Der verbleibende Glykolrest wird an der Polyesterendgruppe angelagert.
[0013] Als Katalysatoren sind Alkyl phosphoniumsalze geeignet, wie Tetrabutylphosphonium-acetat
(TBPA). Sie dienen als Katalysatoren zur Blockierung der Carboxylendgruppen des Polyesters.
[0014] Das zuverwendende flüssige Additiv besteht aus 0.15 Gew.-% bis 0.5 Gew.-% Ethylencarbonat
und 0.005 Gew.-% bis 0.025 Gew.-%, insbesondere 0.010 Gew.-% bis 0.020 Gew.-%, bevorzugt
0.11 Gew.-% bis 0.15 Gew.-% eines Alkylphosphoniumsalzes, bezogen auf das Polyestergranulat.
Bei weniger als 0.005 Gew.-% des Katalysators ist die Restreisskraft zu gering; bei
mehr als 0.025 Gew.-% ist die Restreisskraft ebenfalls zu gering und das Monofilament
für technische Zwecke nicht brauchbar.
[0015] Das mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Polyestermonofilament weist
eine Restreisskraft nach einer Behandlung von 6 Tagen in Wasser bei einer Temperatur
von 125°C von mehr als 55 % und einen Viskositätsindex von wenigsten 75 ml/g auf,
was eine wesentliche Verbesserung der Hydrolysebeständigkeit von Monofilamenten gegenüber
dem Stand der Technik bedeutet.
Messmethoden:
[0016]
Viskositätsindex nach ISO-Norm 1628
Reisskraft gemessen als Höchstzugkraft in N nach DIN 53 834, Teil 1, S. 177.
Restreisskraft : eiskraft des behandelten Fadens in % bezogen auf die Reiskraft des unbehandelten
Fadens.
Hydrolysebeständigkeit :
[0017] Die Monofilamente wurden zwischen 3 und 8 Tagen in einem Autoklaven bei 125°C in
Wasser behandelt. Nach der Hydrolyse wurde die Temperatur auf unter 100°C abgesenkt,
die Fäden entnommen und die Restreisskraft bestimmt.
[0018] Die Verwendung der hydrolysebeständigen Monofilamente aus Polyester ist insbesondere
zur Herstellung von Geweben zum Einsatz in der Lebensmittel,- Pharma- und Papier-industrie
geeignet.
[0019] Der Einsatz von hydrolysebeständigem Polyester beschränkt sich nicht nur auf die
Herstellung von Monofilamenten, sondern kann allgemein für technische Garne erfolgen.
[0020] Die Erfindung soll anhand von Beispielen näher beschrieben werden:
Beispiel 1 (Vergleichsbeispiel)
[0021] Als Ausgangspolymer für alle Beispiele dient ein nachkondensiertes Polyethylenterephthalat
in Granulatform mit einer Granulatviskosität VI von 98 ml/g. Dieses Granulat wird
in einem Extruder aufgeschmolzen und durch Spinndüsen zu Monofilamenten mit einem
Durchmesser von 0.50 mm extrudiert. Die Monofilamente wurden auf herkömmliche Weise
in Wasser abgekühlt, verstreckt, relaxiert, mit einem Präparationsmittel versehen
und aufgewickelt.
Beispiel 2
[0022] 0.23 Gew.-% Ethylencarbonat puriss. (EC) werden mit 0.011 Gew.-% Tetra-n-butylphosphoniumactetat
(TBPA), bezogen auf Polyethylenterephthalat (PET) vermischt, aufgeschmolzen und flüssig
bei 50°C vor dem Extruder dem PET-Granulat zudosiert. Weiterverarbeitung analog Beispiel
1.
Beispiel 3
[0023] 0.25 Gew.-% Ethylencarbonat puriss. (EC) werden mit 0.015 Gew.-% Tetra-n-butylphosphoniumactetat
(TBPA), bezogen auf Polyethylenterephthalat (PET) vermischt, aufgeschmolzen und flüssig
bei 50°C vor dem Extruder dem PET-Granulat zudosiert. Weiterverarbeitung analog Beispiel
1.
[0024] Die Ergebnisse der Bestimmung der Hydrolysebeständigkeit sind in Diagrammen graphisch
dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 Verlauf der Restreisskraft (RK%) mit und ohne erfindungsgemässes Additiv.
Fig. 2 Restreisskraft in Funktion der Katalysatormenge nach 6 Tagen Behandlung in
Wasser bei 125°C und 1.5 bar.
[0025] Bei Figur 1 zeigt Kurve 1 den Verlauf der Restreisskraft [%] eines bekannten Polyestermonofilaments
ohne Zusatz im Verlauf der Zeit; Kurve 2 den Verlauf des erfindungsgemässen Monofilaments.
[0026] In Fig. 2 ist die Restreisskraft in Funktion der Katalysatormenge nach einer Behandlung
in Wasser bei 125°C und 1.5 bar während 6 Tagen aufgezeichnet. Die Hydrolysebeständigkeit,
ausgedrückt in Prozent Restreisskraft in Abhängigkeit von der Katalysatorkonzentration,
durchläuft bei etwa 0.14 g/kg ein Maximum und entspricht somit der optimalen Menge.
Beständigkeitstest des Additivgemisches
[0027] 2,5 g Ethylencarbonat und als Katalysator 0,214 g Tetrabutylphosphoniumphosphat,
in 70% Methanol, wurde im Wasserbad bei ca.50 °C aufgeschmolzen, homogenisiert und
je 0,2 g in Schraubdeckelreagenzgläser dosiert. Letztere wurden unterschiedlich lange
bei 120° C im Trockenschrank exponiert, anschließend gekühlt und mit 10 ml Methanol
gelöst. Nach vergleichender GC-Analyse fand keine Reaktion statt, d. h. Ethylencarbonat
wurde durch die Hitze nicht verändert.
[0028] Ethylencarbonat zur Veresterung der COOH-Gruppen des Polyesters ergaben überraschend
tiefe COOH-Werte und gute Farbe am Monofil.
[0029] Die erfindungsgemässen Monofilamente aus Polyester weisen in überraschender Weise
nach der Behandlung in Wasser bei 125°C nach 6 Tagen eine wesentlich verbesserte Reisskraft
gegenüber bekannten nicht hydrolysestabilisierten Monofilamenten auf.
1. Verfahren zur Herstellung von hydrolysestabilisierten Monofilamente aus einem nachkondensierten
Polyestergranulat mit einem Viskositätsindex (VI) von wenigstens 90 ml/g und mit einem
Durchmesser 0.12 - 0.80 mm durch Schmelzspinnen, dadurch gekennzeichnet, daß dem nachkondensierten Polyestergranulat ein flüssiges Additivgemisch aus 0.15 Gew.-%
bis 0.5 Gew.-% Ethylencarbonat und 0.005 Gew.-% (50 ppm) bis 0.025 Gew.-% (250 ppm)
eines Alkylphosphoniumsalzes, bezogen auf das Polyestergranulat als Katalysator unmittelbar
vor dem Extruder dem Polyestergranulat kontinuierlich zudosiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Alkylphosphoniumsalz Tetra-n-butylphosphoniumactetat (TBPA) verwendet wird.
3. Monofilament, hergestellt nach dem Verfahren gemäß den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch eine Restreisskraft nach einer Behandlung 6 Tagen in Wasser bei einer Temperatur
von 125°C von mehr als 55 % und einem Viskositätsindex von wenigsten 75 ml/g.
4. Verwendung der Monofilamente nach Anspruch 3 zur Herstellung von technischen Geweben
zum Einsatz in der Lebensmittel-, Pharma- und Papierindustrie.
1. A method for the preparation of hydrolysis-stabilized monofilaments from a post-condensed
polyester granulate with a viscosity index (VI) of at least 90mL/g and with a diameter
of 0.12 - 0.80 mm by melt spinning, wherein a liquid mixture of the additives comprising
0.15% by weight to 0.5% by weight of ethylene carbonate and 0.005% by weight (50 ppm)
to 0.025% by weight (250 ppm) of an alkyl phosphonium salt as catalyst, based on the
polyester granulate, is added continuously to the post-condensed polyester granulate
before it enters the extruder.
2. The method of claim 1, wherein tetra-n-butyl phosphonium acetate (TBPA) is used as
alkyl phosphonium salt.
3. A monofilament, prepared by the method of claim 1, wherein the residual tensile strength
after a treatment of 6 days in water at a temperature of 125°C is more than 55% and
the viscosity is at least 75mL/g.
4. Use of the monofilaments of claim 2 for the preparation of industrial fabrics for
use in the food, pharmaceutical and paper industries.
1. Procédé permettant de fabriquer, par filage par fusion, des monofilaments stabilisés
vis-à-vis de l'hydrolyse, à partir d'un granulé de polyester post-condensé possédant
un indice de viscosité (IV) d'au moins 90 ml/g et avec un diamètre de 0,12 à 0,80
mm, caractérisé en ce que, au granulé de polyester post-condensé, on ajoute en continu, immédiatement avant
l'extrudeuse, en une quantité dosée, un mélange d'additifs liquide constitué de 0,15
% en poids à 0,5 % en poids de carbonate d'éthylène et de 0,005 % en poids (50 ppm)
à 0,025 % en poids (250 ppm) d'un sel d'alkylphosphonium en tant que catalyseur, rapportés
au granulé de polyester.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on utilise, comme sel d'alkylphosphonium, de l'acétate de tétra-n-butylphosphonium
(TBPA).
3. Monofilament fabriqué selon le procédé conforme aux revendications 1 et 2, caractérisé par une résistance à la traction résiduelle supérieure à 55 %, après un traitement de
6 jours dans l'eau à une température de 125 °C, et par un indice de viscosité d'au
moins 75 ml/g.
4. Utilisation des monofilaments selon la revendication 3 pour la fabrication de tissus
techniques destinés à être employés dans l'industrie des produits alimentaires, l'industrie
pharmaceutique ou l'industrie du papier.