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EP 1 245 386 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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30.11.2005 Patentblatt 2005/48 |
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Anmeldetag: 07.03.2002 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B41F 31/00 |
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Verfahren und Vorrichtung zum Erzeugung einer Farbverteilung im Farbwerk von Druckmaschinen
Method and means for obtaining an ink distribution in the inking device of a printing
press
Procédé et dispositif pour obtenir une distribution d'encre dans une machine à imprimer
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR |
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Priorität: |
27.03.2001 DE 10115121
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.10.2002 Patentblatt 2002/40 |
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Patentinhaber: MAN Roland Druckmaschinen AG |
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63075 Offenbach (DE) |
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Erfinder: |
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- Franz, Karl-Heinz
63741 Aschaffenburg (DE)
- Schramm, Peter
60594 Frankfurt am Main 70 (DE)
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Erzeugung einer Farbverteilung
im Farbwerk von Druckmaschinen gemäß dem Oberbegriff des Verfahrens- bzw. Vorrichtungsanspruches.
[Stand der Technik]
[0002] Bei Bogenoffsetdruckmaschinen wird die zu verdruckende Farbe über einen Farbkasten
und mit einer Farbkastenwalze zusammenwirkenden Dosierelementen in dem Farbbedarf
entsprechenden Schichtdicken auf der Farbkastenwalze aufgetragen. Über eine Heberwalze
wird Farbe von der Farbkastenwalze abgenommen und über Reiber- und weitere Farbwerkswalzen
und Farbauftragswalzen auf eine Druckform aufgetragen. Durch die Farbwerkwalzen und
die Vielzahl von Spaltstellen wird die im oberen Teil des Farbwerkes befindliche Farbschicht
auf eine einige µm dicke Farbschicht auf den Auftragwalzen gespalten. Durch mehrere
Farbauftragwalzen ist eine vom Sujet unabhängige und schablonierfreie Einfärbung der
Druckform möglich. Durch Walzenanzahl sowie Anordnung der Walzen können auf diese
Weise auch großformatige Drucksachen über die gesamte Formatbreite und Drucklänge
optimal eingefärbt werden.
[0003] Aufgrund der Walzenanzahl befindet sich im Farbwerk eine relativ große Farbmenge.
Entsprechend den Sujetverhältnissen (Anteil druckender / nichtdruckender Fläche) nimmt
die Farbschichtdicke vom oberen Teil des Farbwerkes zu den Farbauftragwalzen hin ab.
Bei einem "schweren" Sujet (hoher Anteil druckender Fläche) ist die Farbschichtdicke
im oberen Teil des Farbwerkes größer, verglichen mit den Farbschichtdicken im gleichen
Teil des Farbwerkes bei einem "leichten" Sujet (geringer Anteil druckender Fläche).
[0004] Bei einem Auftragswechsel bzw. bei Schichtende muss die im Farbwerk befindliche Farbe
entfernt und daraufhin das Farbwerk mit der für den jeweiligen Druckauftrag vorgesehenen
Farbe gefüllt werden. Das Entfernen der Druckfarbe eines vorangegangenen Druckauftrages
kann durch im Farbwerk angeordnete Waschvorrichtungen (Waschrakel plus Sprühvorrichtung)
erfolgen. Ggf. sind zusätzliche manuelle Eingriffe nötig.
[0005] Aufgrund der großen Oberfläche eines Farbwerkes sowie der Vielzahl von Spaltstellen
(Anzahl Farbwalzen) sind nach Befüllen des Farbwerkes eine Vielzahl von Maschinenumdrehungen
nötig, bis sich ein sujetabhängiges Farbprofil - das sogenannte Fortdruckprofil -
eingestellt hat. Zur Reduzierung von Anlaufmakulatur ist vor einem neuen Druckauftrag
das Farbwerk möglichst so vorzufüllen, dass ein Farbschichtdickengefälle erzeugt wird,
wie es auch während des Fortdruckes vorliegt.
[0006] Die DE 40 13 740 A1 beschreibt eine Offset-Druckmaschine sowie ein Verfahren zum
schnellen Erreichen des Fortdruckzustandes, bei welchem die Auftragwalzen dauernd
oder zeitweise während des vor Druckbeginn erfolgenden Farbeinlaufes bzw. während
eines den Fortdruckprozess unterbrechenden Stoppers an die Druckform angestellt sind.
Dadurch nimmt die Druckform Farbe auf, so dass auch während des Stoppers bzw. während
der Druckunterbrechung ein Farbfluss stattfindet.
[0007] Aus der DE 33 38 143 C2 ist ein Verfahren zur Erzeugung einer dem Druckbild entsprechenden
Farbschichtstärken im Farbwerk einer Druckmaschine bekannt, bei welchem das Farbwerk
bei abgestellten Farbauftragwalzen und laufendem Heber mit Farbe befüllt wird. Zunächst
erfolgt dies mit einer einheitlichen über die Formatbreite reichenden Einstellung
an Farbdosierelementen. Mit Druckbeginn kommt dann eine dem auszuführenden Druckauftrag
(dem Sujet) entsprechende Einstellung der Farbdosierelemente (des Farbprofils) zur
Anwendung.
[0008] Darüber hinaus ist es aus der DE 37 07 695 C2 bekannt, die in einem Farbwerk befindliche
und vom vorherigen Druckauftrag stammende Farbmenge durch Schließen der Farbdosierelemente
bei abgestellten Farbauftragwalzen und weiterlaufendem Heber abzubauen, d.h. die Farbe
zurück in den Farbkasten zu transportieren. Wenn das Farbwerk durch diese Maßnahme
weitestgehend farbfrei wurde, kann dann durch Öffnen der Farbdosierelemente das Farbwerk
mit einer vorgesehenen Farbmenge befüllt werden.
[0009] Die DE 44 36 953 C1 beschreibt ein Verfahren zur Erzeugung einer Farbschichtdickenverteilung
auf Farbwerkwalzen eines Farbwerkes einer Druckmaschine, bei welchem bei einem Auftragwechsel
durch entsprechende Einstellung der Farbdosierelemente die im Farbwerk befindliche
Farbmenge bis auf eine Grundmenge abgebaut wird. Ausgehend von dieser Grundfarbmenge
wird dann die Farbdosiereinrichtung auf das Profil des neuen Druckauftrages eingestellt
und das Farbwerk dann mit dieser Einstellung eine vorgegebene Anzahl von Maschinenumdrehungen
vorbeladen.
[0010] Die zuvorstehend beschriebenen Verfahren zum Vorfüllen eines Farbwerkes mit dem Ziel
eine dem Fortdruck nahe Farbschichtdickenverteilung auf den Farbwalzen zu erzielen
berücksichtigen aber nicht, dass sich ein Farbschichtdickengefälle, welches im Fortdruckzustand
herrscht, nur schwer während einer vorgegebenen Anzahl von Maschinenumdrehungen und
abgestellten Farbauftragwalzen / Druckzylindern erzielen lässt.
[0011] Um gerade während kurzzeitiger Druckunterbrechungen den Farbflusszustand (Farbschichtdickengefälle)
auch bei weiterlaufender Maschine und abgestellten Farbauftragwalzen aufrecht zu erhalten,
weisen Farbwerke von Bogenoffsetdruckmaschinen Einrichtungen zur Farbwerkstrennung
auf. Dabei kann der Walzenzug des Farbwerkes an ein oder mehreren Stellen durch zugeordnete
Stellmittel unterbrochen werden, so dass trotz weiterlaufender Farbwalzen das Farbschichtdickengefälle
sich nicht über das gesamte Farbwerk (alle Farbwalzen) ausgleicht sondern nur in der
durch die Abstellung gebildeten Gruppe von Farbwalzen. Ein derartiges Farbwerk zeigt
beispielsweise die DE 36 40 295 A1, wobei hier der durch die Trennung abgespalteten
Walzenzug beispielsweise während des Druckbetriebes gewaschen werden kann.
[Aufgabe der Erfindung]
[0012] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem Oberbegriff des Verfahrens- bzw. Vorrichtungsanspruchs
dahingehend zu erweitern, so dass eine differenziert auf die Farbflussbedingungen
des auszuführenden Druckauftrages angepasste Voreinfärbung mit entsprechendem Farbschichtdickenaufbau
erzielt wird.
[0013] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Verfahrens- bzw.
Vorrichtungsanspruches. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den jeweiligen
Unteransprüchen.
[Beispiele]
[0014] Nach der Erfindung ist vorgesehen, dass während des Farbeinlaufvorganges der Walzenzug
des Farbwerkes wenigstens einmal getrennt und daraufhin wieder - durch Abschalten
der Walzenzugtrennung - geschlossen wird. Bei einem farbfreien, d.h. zuvor durch Waschen
geleertem Farbwerk kann vorgesehen sein, dass zunächst die Farbdosierelemente auf
eine einheitliche Stellung verbracht werden, der Heber angestellt wird, d.h. eine
bestimmte Anzahl Takte laufen gelassen und dann wieder abgestellt wird, um das gesamte
Farbwerk mit einer vorgegebenen Farbmenge zu befüllen. Daraufhin würde dann bei dieser
Ausführungsform der Erfindung die Farbwerkstrennung eingeschaltet werden, d.h. der
Walzenzug des Farbwerkes würde an den vorgesehenen Stellen durch die zugeordneten
Stellmittel unterbrochen werden. Daraufhin erfolgt dann das Einstellen der Farbdosierelemente
auf die für den künftigen Druckauftrag vorgesehene Profil, d.h. es kommt dass in der
Druckvorstufe bzw. durch Vorlagenabtastung ermittelte zonale Profil zur Einstellung.
Vor der Wiederaufhebung der Farbwerkstrennung wird der Heber einige Zylinderumdrehungen
angestellt. Nach Aufhebung der Farbwerktrennung beginnt dann der Druckvorgang.
[0015] Weiterbildend kann vorgesehen sein, dass nach Einschalten der Farbwerktrennung (Walzenzug
unterbrochen) der Heber angestellt wird, d.h. in Abhängigkeit der Flächendeckung des
künftigen Druckauftrages wird der Heber eine dosierte Anzahl Takte laufen gelassen.
Daraufhin wird der Heber wieder abgestellt. So erzielt man eine dem Sujet des künftigen
Druckauftrages angepasste Füllung des oberen Teils des Farbwerkes. Wird die Anzahl
der Hebertakte und der Maschinenumdrehungen genau auf das Sujet des künftigen neuen
Druckauftrages abgestimmt, so kann im oberen Teil des Farbwerkes bereits ein dem späteren
Fortdruck exakt angepasstes Schichtdickengefälle erzielt werden.
[0016] Wurde das Farbwerk nicht gewaschen und soll der neue Druckauftrag in diesem Druckwerk
mit der gleichen Farbe ausgeführt werden, so sieht die vorliegende Erfindung vor,
dass am Ende des vorhergehenden Druckauftrages bereits die Farbwerktrennung eingeschaltet
wird. Daraufhin erfolgt das Schließen der Farbdosierelemente. Der Heber wird dabei
eine bestimmte Anzahl Takte laufen gelassen, so dass sich der obere Teil des Farbwerkes
durch die dadurch bedingte Farbrückfuhr entleert. Daraufhin werden die Farbdosierelemente
auf das für den nächsten Druckauftrag vorgesehene Profil eingestellt, beispielsweise
auf die Voreinstellwerte gemäß Druckvorstufe bzw. Druckformabtastung. Einige Zylinderumdrehungen
vor Druckbeginn wird der Heber abgestellt. Vor Beginn des Druckbetriebes wird dann
die Farbwerktrennung aufgehoben, d.h. der unterbrochene Walzenzug wird wieder geschlossen.
Sodann beginnt der Druckbetrieb durch Anstellen der Farbauftragwalzen sowie Anstellen
des Gummituchzylinders an den Druckformzylinder.
[0017] Die vorliegende Erfindung ist bei einem Farbwerk anwendbar, welches wenigstens eine
Farbwerktrennung aufweist, d.h. der Walzenzug des Farbwerkes ist an wenigstens einer
Stelle durch zugeordnete Stellmittel unterbrechbar. Weist das Farbwerk mehrere, in
Farbflussrichtung nacheinander angeordnete Trennstellen auf, so lässt sich durch Anwendung
der Erfindung eine noch differenziertere Farbschichtdickenabstufung erzielen. Dabei
würde dann bei vollständig abgestellter Farbwerktrennung das Farbwerk mit einer durchschnittlichen
Farbmenge gefüllt und sodann die erste (unterste) Farbwerktrennung eingeschaltet.
Daraufhin würden dann über weitere Hebertakte und entsprechende Dosierelementeeinstellungen
eine Farbmenge in den Farbwerksteil oberhalb dieser Farbwerktrennung eingebracht.
Diese neu hinzugebrachte Farbmenge addiert sich auf die bereits befindliche Farbschichtdicke,
so dass die Farbschichtdicke in diesem Abschnitt des Farbwerkes nun höher ist als
in dem unteren und insbesondere die Auftragwalzen umfassenden Farbwerkteil. Sodann
wird die nächste Farbwerktrennung eingeschaltet und wiederum der darüber befindliche
Farbwerkteile mit einer vorgegebenen Farbwerkmenge befüllt, was durch eine entsprechende
Anzahl von Hebertakten erfolgt. Dies wird solange fortgeführt, bis durch Schalten
sämtlich vorhandener Farbwerktrennungen sich eine in Farbflussrichtung gewünschte
Abstufung der Farbschichtdicken auf den einzelnen Farbwerkwalzen bzw. den einzelnen
Abschnitten des Farbwerkzuges eingestellt hat.
[0018] Unabhängig davon, ob man das erfindungsgemäße Vorgehen bei einem zuvor gewaschenen
oder nicht gewaschenen, d.h. also bereits mit Farbe vom vorherigen Druckauftrag gefüllten
Verfahren anwendet, wird eine Farbschichtdickenverteilung erzeugt, die im unteren
und insbesondere die Auftragwalzen umfassenden Teil des Farbwerkes eine vom Anteil
druckender Fläche des künftigen Druckauftrages nahezu unabhängige Schichtdicke erzeugt,
wohingegen in den oberen, den Farbdosierelementen zugewandten Teilen des Farbwerkes
eine Schichtdicke erzeugt wird, welche in Abhängigkeit des Farbbedarfes der Druckform
(Sujet - Anteil druckender Fläche) gewählt werden kann. Ein solches Schichtdickengefälle
stellt sich auch während des Fortdruckes ein, so dass die Erfindung eine sehr differenzierte
Anpassung an die Farbflusssituation des Fortdruckes ermöglicht. Makulatur wird dadurch
weitestgehend vermieden.
[0019] Des weiteren erfolgt die Erläuterung von Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand
der Zeichnungen. Es zeigt:
- Fig. 1 bis 6
- ein Farbwerk mit Farbwerktrennung und auf den Farbwerkwalzen befindlichen Farbschichtdicken,
und
- Fig. 7
- eine das erfindungsgemäße Verfahren ausführende Steuerung in Verbindung mit einem
Farbwerk.
[0020] Fig. 7 zeigt ein Farbwerk, bei welchen von einem Farbkasten 1 Farbe über eine Farbkastenwalze
2, eine Heberwalze 3 dem oberen Teil 4 eines Farbwerkes zugeführt wird. Mit der Farbkastenwalze
2 wirken an der Unterseite des Farbkastens 1 angebrachte Dosierelemente zusammen,
welche von einer Steuerung 16 über zugeordnete Stellmittel 11 betätigbar sind. Die
Freigabe, bzw. das Sperren der Bewegung des Hebers 3 erfolgt seitens der Steuerung
16 über Stellmittel 12.
[0021] Über die Walzen des oberen Farbwerkes 4 gelangt die Farbe über insgesamt zwei Walzenzüge
zu den mit dem Druckformzylinder 9 zusammenwirkenden Auftragwalzen. In Drehrichtung
des Druckformzylinders 9 ist im unteren Teil 6 des Farbwerkes ein Feuchtwerk 7 zugeordnet.
[0022] Wie durch die Doppelpfeile angedeutet ist der obere Teil 4 des Farbwerkes vom unteren
Teil 6 des Farbwerkes durch insgesamt zwei Farbwalzentrennungen 5 auftrennbar. Die
Farbwerktrennung 5 ist durch zugeordnete Stellmittel 13 seitens der Steuerung 16 betätigbar.
Beim gezeigten Beispiel ist der obere Teil 4 des Farbwerkes über insgesamt zwei Walzen
mit dem unteren Teil 6 des Farbwerkes verbunden, so dass das Trennen von oberen und
unterem Farbwerk 4, 6 durch zwei Farbwerktrennungen 5 in beiden Teilsträngen auf gleicher
Höhe erfolgt.
[0023] Der die vorletzte mit der letzten Auftragwalze verbindenden Brückenwalze ist eine
Waschvorrichtung 8 zugeordnet, durch welche die auf dieser Walze befindliche Farbe
aufnehmbar und so der gesamte Walzenzug des oberen und des unteren Farbwerkes 4, 6
gereinigt werden kann. Auch die Waschvorrichtung 8 sind seitens der Steuerung 16 über
zugeordnete Stellmittel 14 betätigbar. Letztlich sind seitens der Steuerung 16 über
Stellmittel 15 die Auftragwalzen des unteren Farbwerkes 6, das Feuchtwerk 7 sowie
die Druckzylinder 9, 10 schaltbar, d.h. die entsprechenden Walzen / Zylinder können
an- bzw. abgestellt werden.
[0024] Figur 1 zeigt die Farbflusssituation im Farbwerk 1 - 6 während des Druckes, d.h.
die Auftragwalzen des unteren Farbwerkteiles 6 sind an den Druckformzylinder 9 angestellt,
die Druckwerkszylinder 9, 10 sind auf Druck geschaltet, die Farbwerktrennung 5 ist
abgeschaltet. Wie angedeutet weisen die oberen Farbwerkwalzen 2, 3, 4 eine höhere
Schichtdicke auf als die Walzen des unteren Farbwerkes 6. Die Schichtdicken im oberen
Teil 4 des Farbwerkes hängen dabei vom Sujet ab, d.h. vom Anteil druckender Fläche
auf dem Druckformzylinder 9. Im unteren Teil des Farbwerkes 6 herrscht dabei eine
vom Sujet weitestgehend unabhängige Farbschichtdicke.
[0025] Ausgehend von einem leeren, d.h. beispielsweise durch die Waschvorrichtung 8 gereinigten
Farbwerk 1 - 6 soll dieses nun bei abgestellten Farbauftragwalzen mit Farbe vorgefüllt
werden. Dazu wird der Heber 3 zwischen Farbkastenwalze 2 und der ersten Reiberwalze
des oberen Farbwerks 4 zugeschaltet, die Farbdosierelemente des Farbkastens 1 nehmen
eine vorgegebene definierte Stellung zur Farbkastenwalze 2 ein (Fig. 2).
[0026] Nach ein paar Maschinenumdrehungen stellt sich dabei die in Figur 3 angedeutete Situation
ein, d.h. sämtliche Walzen des Farbwerkes 1 - 6 weisen eine bestimmte Farbschichtdicke
auf. Die Zahl der Maschinenumdrehungen, die Einstellung der Farbdosierelemente am
Farbkasten 1 sowie die Zahl der Hebertakte 3 wird dabei so gewählt (empirisch bzw.
durch Modellrechnung), dass die Farbschichtdicke den gewünschten Wert einnimmt.
[0027] Ausgehend von der Situation gemäß Figur 3 wird nach Erreichen der gewünschten Farbschichtdicke
auf sämtlichen Walzen des oberen sowie des unteren Farbwerkes 4, 6 die Farbwerktrennung
5 geschaltet, d.h. der Walzenzug an den vorgesehenen Stellen unterrochen. Diese Situation
zeigt Figur 4.
[0028] Durch Weiterlaufenlassen des Hebers 3 und Einstellen der Farbdosierelemente am Farbkasten
1 auf vorgesehene Werte (insbesondere das für den vorgesehenen Druckauftrag vorgesehene
Profil) wird der obere Farbwerkteil 4 mit Farbe gefüllt, so dass sich dort eine weitestgehend
den späteren Fortdruckbedingungen entsprechende Farbschichtdicke einstellt. Diese
Situation zeigt Figur 5.
[0029] Sodann wird der obere Teil 4 des Farbwerkes durch Abschalten der Farbwerktrennung
5 mit dem unteren Teil 6 des Farbwerkes verbunden, was in Figur 6 dargestellt ist.
Nach Anstellen der Farbauftragwalzen des unteren Teils 6 des Farbwerkes an den Druckformzylinder
9 - es entsteht die Situation wie in Figur 1 dargestellt - kann der Druck beginnen.
[0030] Wird bei einem Umrüsten von einem beendeten Auftrag auf einen neuen Auftrag das Farbwerk
1 - 6 nicht gewaschen bzw. vollständig entleert, so ist nach einer Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen, dass nach Abstellen der Farbauftragwalzen vom Druckformzylinder
9 (Figur 1 → Figur 6) gleichzeitig auch die Farbwerktrennung 5 geschaltet wird. So
ist nun durch Schließen der Farbdosierelemente im Farbkasten 1 und weiterlaufendem
Heber 3 der obere Teil 4 des Farbwerkes entleerbar, so dass die Farbschichtdicke -
wie in Figur 6 angedeutet - im oberen Farbwerk 4 abgebaut - wie in Figur 5 dargestellt
- werden kann. Sodann erfolgt das Füllen des oberen Teils des Farbwerkes 4 durch Einstellen
eines vorgesehenen Farbprofils am Farbkasten 1 sowie Betreiben des Hebers 3. Nach
dem im oberen Farbwerk 4 die Farbwalzen die vorgesehene Schichtdicke aufweisen, wird
durch Schalten der Farbwerktrennung 5 der Farbfluss geschlossen und die Auftragwalzen
können (wie in Figur 1 gezeigt) an den Druckformzylinder 9 angestellt werden.
[Bezugszeichenliste]
[0031]
- 1
- Farbkasten
- 2
- Farbkastenwalze
- 3
- Heber
- 4
- Farbwerk (oberer Teil)
- 5
- Farbwerktrennung
- 6
- Farbwerk (unterer Teil)
- 7
- Feuchtwerk
- 8
- Waschvorrichtung (Farbwerk 1 - 6)
- 9
- Druckformzylinder
- 10
- Gummituchzylinder
- 11
- Stellmittel (Farbdosierelemente Farbkasten 1)
- 12
- Stellmittel (Heberwalze 3)
- 13
- Stellmittel (Farbwerktrennung 5)
- 14
- Stellmittel (Waschvorrichtung 8)
- 15
- Stellmittel (Farbauftragwalzen, Feuchtwerk 7, Druckformzylinder 9, Gummituchzylinder
10)
- 16
- Steuerung
1. Verfahren zum Erzeugen einer Schichtdickenverteilung im Farbwerk einer Druckmaschine,
insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine, bei welchem während eines Einlaufvorganges
bei laufender Maschine und vom Druckformzylinder abgestellten Farbauftragwalzen über
mit einer Farbkastenwalze zusammenwirkende Farbdosierelemente und angetriebener Heberwalze
Farbe in das Farbwerk gefördert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass während des Einlaufvorganges der Walzenzug des Farbwerkes durch eine Farbwerktrennung
wenigstens zeitweise unterbrochen ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei leerem Farbwerk zunächst eine vorgegebene Farbmenge in das Farbwerk gefördert
wird, dass der Walzenzug durch die Farbwerktrennung unterbrochen wird, dass daraufhin
der obere, der Farbkastenwalze zugewandte Teil des Farbwerkes mit einer zusätzlichen
Farbmenge gefüllt wird, und dass nach dem Verbinden des Walzenzuges durch die Farbwerktrennung
der Druck beginnt.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem vom vorherigen Druckauftrag mit Farbe gefüllten Farbwerk der Walzenzug
durch die Farbwerktrennung unterbrochen wird, dass der obere Teil des Farbwerkes nach
Abfördern von Druckfarbe mit einer vorgegebenen Farbmenge entsprechend dem auszuführenden
Druckauftrag gefüllt wird, und dass nach Verbinden des Walzenzuges durch die Farbwerktrennung
der Druck aufgenommen wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die bei durch Farbwerktrennung unterbrochenem Walzenzug eingebrachte Farbmenge mit
einer für den auszuführenden Druckauftrag vorgesehen Einstellung der Farbdosierelemente
zugeführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Abfördern von Druckfarbe durch Schließen der Dosierelemente bei laufendem Heber
erfolgt.
6. Vorrichtung zum Erzeugen einer Farbschichtdickenverteilung im Farbwerk einer Druckmaschine,
insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine, mit einer Farbkastenwalze, mit der Farbkastenwalze
zusammenwirkenden Dosierelementen, einer Heberwalze, einem durch eine Farbwerktrennung
aufteilbaren Walzenzug, mit dem Druckformzylinder zusammenwirkenden und an diesen
an- und abstellbaren Farbauftragwalzen sowie einer Steuerung, welche über Stellmittel
mit den Farbdosierelementen, dem Heber, der Farbwerktrennung, den Auftragwalzen sowie
den Druckwerkszylindern in Verbindung steht, zur Durchführung des Verfahrens nach
Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Steuerung (16) während eines Farbeinlaufes die Farbwerktrennung (5) wenigstens
zeitweise betätigbar ist.
1. Process for generating a layer thickness distribution in the inking unit of a printing
press, particularly an offset sheet printing press, in which, during a run-up process
with the press running and with ink applicator rollers set off from the forme cylinder,
ink is fed via ink metering elements cooperating with an ink fountain roller and a
driven ductor roller into the inking unit, characterised in that during the run-up process, the roller train of the inking unit is interrupted at
least intermittently by an inking unit separation.
2. Process according to Claim 1, characterised in that, with the empty inking unit, first a preset quantity of ink is fed into the inking
unit, that the roller train is interrupted by means of the inking unit separation,
that thereafter the upper part of the inking unit turned towards the ink fountain
roller is filled with an additional quantity of ink, and that, after the connection
of the roller train by means of the inking unit separation, the printing starts.
3. Process according to Claim 1, characterised in that in the case of an inking unit filled with ink from a preceding print order, the roller
train is interrupted by the inking unit separation, that the upper portion of the
inking unit after feeding away of the printing ink is filled with a preset quantity
of ink corresponding to the print order to be carried out and that, after connecting
the roller train by the inking unit separation, the print is started.
4. Process according to Claim 1, 2 or 3, characterised in that the quantity of ink introduced with the roller train interrupted by means of the
inking unit separation is carried out with a preset adjustment of the ink metering
elements for the print order to be carried out.
5. Process according to Claim 3, characterised in that the feeding away of printing ink takes place by closure of the metering elements
with the ductor running.
6. Device for generating an ink layer thickness distribution in the inking unit of a
printing press, particularly an offset printing press, with an ink fountain roller,
with metering elements cooperating with the ink fountain roller, a ductor roller,
a roller train which can be separated by means of an inking unit separation, with
ink applicator rollers cooperating with the print forme cylinder and which can be
set against and away from this as well as a control which, by means of adjusting means,
is connected with the ink metering elements, the ductor, the inking unit separation,
the applicator rollers as well as the printing unit cylinders, for carrying out the
process according to Claim 1, characterised in that by means of the control (16) during ink running in, the inking unit separation (5)
can be at least actuated intermittently.
1. Procédé pour produire une répartition d'épaisseur de couche dans le mécanisme d'encrage
d'une machine d'impression, en particulier une machine d'impression offset à feuilles,
selon lequel, pendant un processus d'entrée, la machine étant en marche et les rouleaux
encreurs étant arrêtés par le cylindre d'impression, de l'encre est transportée dans
le mécanisme d'encrage par l'intermédiaire d'éléments doseurs d'encre coopérant avec
un rouleau d'encrier et un rouleau preneur entraîné,
caractérisé en ce que, pendant le processus d'entrée, le train de rouleaux du mécanisme d'encrage est interrompu
au moins par moments par une séparation de mécanisme d'encrage.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, le mécanisme d'encrage étant vide, une quantité d'encre prédéterminée est transportée
d'abord dans le mécanisme d'encrage, en ce que le train de rouleaux est interrompu par la séparation de mécanisme d'encrage, en ce qu'ensuite la partie supérieure du mécanisme d'encrage orientée vers le rouleau d'encrier
est remplie d'une quantité d'encre supplémentaire et en ce que l'impression commence après la liaison du train de rouleaux par la séparation de
mécanisme d'encrage.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que, dans le cas d'un mécanisme d'encrage rempli d'encre d'une tâche d'impression précédente,
le train de rouleaux est interrompu par la séparation du mécanisme d'encrage, en ce que la partie supérieure du mécanisme d'encrage après évacuation de l'encre d'impression
est remplie d'une quantité d'encre prédéterminée correspondant à la tâche d'impression
à réaliser et en ce que, après la liaison du train de rouleaux par la séparation du mécanisme d'encrage,
l'impression est reprise.
4. Procédé selon la revendication 1, 2 ou 3,
caractérisé en ce que la quantité d'encre introduite lors de l'interruption du train de rouleaux par la
séparation du mécanisme d'encrage est amenée avec un réglage des éléments doseurs
d'encre prévu pour la tâche d'impression à réaliser.
5. Procédé selon la revendication 3,
caractérisé en ce que l'évacuation de l'encre d'impression a lieu par fermeture des éléments doseurs, le
rouleau preneur étant en fonctionnement.
6. Dispositif pour produire une répartition d'épaisseur de couche d'encre dans le mécanisme
d'encrage d'une machine d'impression, en particulier une machine d'impression offset
à feuilles, comprenant un rouleau d'encrier, des éléments doseurs coopérant avec le
rouleau d'encrier, un rouleau preneur, un train de rouleaux pouvant être séparé par
une séparation de mécanisme d'encrage, des rouleaux encreurs coopérant avec le cylindre
d'impression pouvant être serrés sur celui-ci et desserrés, ainsi qu'une commande,
qui est reliée par l'intermédiaire de moyens de réglage aux éléments doseurs d'encre,
au rouleau preneur, à la séparation de mécanisme d'encrage, aux rouleaux encreurs
ainsi qu'aux cylindres du groupe d'impression pour mettre en oeuvre le procédé selon
la revendication 1,
caractérisé en ce que la séparation de mécanisme d'encrage (5) peut être actionnée au moins par moments
pendant une entrée d'encre par la commande (16).