Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Warmlaufen einer Brennkraftmaschine insbesondere
eines Kraftfahrzeugs, bei dem Kraftstoff in ein Ansaugrohr oder in einen Brennraum
eingespritzt wird, und bei dem unterhalb einer Betriebstemperatur der Brennkraftmaschine
ein Warmlauffaktor zur Erhöhung der eingespritzten Kraftstoffmenge ermittelt wird.
Die Erfindung betrifft ebenfalls eine entsprechende Brennkraftmaschine sowie ein entsprechendes
Steuergerät für eine derartige Brennkraftmaschine.
[0002] Ein derartiges Verfahren, eine derartige Brennkraftmaschine und ein derartiges Steuergerät
sind beispielsweise von einer sogenannten Saugrohreinspritzung wie z.B.
US-A-4 711 217 bekannt. Dort wird Kraftstoff in einem Homogenbetrieb während der Ansaugphase in
das Ansaugrohr der Brennkraftmaschine eingespritzt, um dann in den Brennraum derselben
angesaugt zu werden. Entsprechend wird bei sogenannten direkteinspritzenden Brennkraftmaschinen
der Kraftstoff direkt während der Ansaugphase oder während der Verdichtungsphase in
den Brennraum eingespritzt und dort verbrannt.
[0003] Beim Warmlaufen muß bei nicht-betriebswarmer Brennkraftmaschine eine erhöhte Kraftstoffmenge
in das Ansaugrohr bzw. in den Brennraum eingespritzt werden. Dies wird bekannterweise
mit Hilfe eines Warmlauffaktors durchgeführt, der unterhalb der Betriebstemperatur
der Brennkraftmaschine die einzuspritzende Kraftstoffmenge beeinflußt.
[0004] Die bekannte Ermittlung des Warmlauffaktors basiert auf Saugrohreinspritzungen und
ist damit nicht flexibel einsetzbar. Insbesondere kann die bekannte Ermittlung des
Warmlauffaktors nur bedingt für direkteinspritzende Brennkraftmaschinen verwendet
werden.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Warmlaufen einer Brennkraftmaschine
zu schaffen, mit dem eine größere Flexibilität und insbesondere eine vereinfachte
Applikation bei gleichzeitig verbessertem Warmlaufverhalten der Brennkraftmaschine
erreichbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß der Warmlauffaktor aus einem Grundfaktor und einem lastabhängigen
Faktor ermittelt wird. Bei einer Brennkraftmaschine und einem Steuergerät der eingangs
genannten Art wird die Aufgabe erfindungsgemäß entsprechend gelöst.
[0007] Durch die erfindungsgemäße Trennung des Grundfaktors und des lastabhängigen Faktors
kann der zuletzt genannte Faktor für verschiedene Betriebsarten unabhängig von dem
Grundfaktor ermittelt werden. Damit ist ein einfacher Einsatz der erfindungsgemäßen
Ermittlung des Warmlauffaktors bei direkteinspritzenden Brennkraftmaschinen möglich.
[0008] Ebenfalls ist es durch die erfindungsgemäße Trennung möglich, den Grundfaktor und
den lastabhängigen Faktor unabhängig voneinander zu applizieren. Entsprechendes gilt
auch für die Ermittlung des lastabhängigen Faktors in den unterschiedlichen Betriebsarten
einer direkteinspritzenden Brennkraftmaschine.
[0009] Insbesondere ist es bei der Erfindung nicht erforderlich, die Ermittlung des Grundfaktors
nachträglich in Abhängigkeit von einer an der Brennkraftmaschine anliegenden Last
zu verändern.
[0010] Durch die erfindungsgemäße erreichbare Flexibilität ist die Erfindung auch ohne weiteres
bei Saugrohreinspritzungen anwendbar. Hier macht sich vor allem die voneinander unabhängige
Applikation des Grundfaktors und des lastabhängigen Faktors vorteilhaft bemerkbar.
[0011] Bei vorteilhaften Weiterbildungen der Erfindungen wird der lastabhängige Faktor in
Abhängigkeit von einer integrierten Luftmasse und/oder einer integrierten Kraftstoffmasse
und/oder einer Motortemperatur der Brennkraftmaschine ermittelt und/oder es wird der
lastabhängige Faktor in Abhängigkeit von einer relativen Luftfüllung und/oder einer
relativen Kraftstoffmenge und/oder eines Ist- oder Soll-Lambdas und/oder eines Ist-
oder Sollmoments der Brennkraftmaschine ermittelt.
[0012] Wesentlich dabei ist, daß der lastabhängige Faktor möglichst schnell und flexibel
auf Laständerungen der Brennkraftmaschine und/oder auf sonstige Änderungen von Betriebsgrößen
der Brennkraftmaschine reagiert. Daraus resultiert dann der Vorteil einer subjektiv
guten "Fahrbarkeit" der Brennkraftmaschine auch bei niedriger Betriebstemperatur.
[0013] Bei einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird der Grundfaktor
in Abhängigkeit von der Motortemperatur ermittelt. Dies stellt eine besonders einfache,
aber trotzdem ausreichende Möglichkeit zur Ermittlung des Grundfaktors dar.
[0014] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden der lastabhängige Faktor
und der Grundfaktor additiv miteinander verknüpft. Damit werden die erfindungsgemäß
unabhängig voneinander ermittelten Faktoren wieder zu dem Warmlauffaktor zusammengefaßt.
[0015] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird der lastabhängige Faktor
oder die Summe aus dem lastabhängigen Faktor und dem Grundfaktor in Abhängigkeit von
der Drehzahl der Brennkraftmaschine gewichtet. Die Wichtung wirkt also entweder auf
den lastabhängigen Faktor alleine ein oder auf die Summe aus dem lastabhängigen Faktor
und dem Grundfaktor. Damit ist es möglich, in Abhängigkeit von dem Typ der Brennkraftmaschine
entsprechende Anpassungen im Hinblick auf die Drehzahlwichtung durchzuführen.
[0016] Von besonderer Bedeutung ist die Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens in
der Form eines Steuerelements, das für ein Steuergerät einer Brennkraftmaschine, insbesondere
eines Kraftfahrzeugs, vorgesehen ist. Dabei ist auf dem Steuerelement ein Programm
abgespeichert, das auf einem Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor, ablauffähig
und zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist. In diesem Fall wird
also die Erfindung durch ein auf dem Steuerelement abgespeichertes Programm realisiert,
so daß dieses mit dem Programm versehene Steuerelement in gleicher Weise die Erfindung
darstellt wie das Verfahren, zu dessen Ausführung das Programm geeignet ist. Als Steuerelement
kann insbesondere ein elektrisches Speichermedium zur Anwendung kommen, beispielsweise
ein Read-Only-Memory oder ein Flash-Memory.
[0017] Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in
den Figuren der Zeichnung dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten
Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig
von ihrer Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig
von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung bzw. in der Zeichnung.
Ausführungsbeispiele der Erfindung
[0018]
- Figur 1
- zeigt ein schematisches Blockschaltbild eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Brennkraftmaschine, und
- Figur 2
- zeigt ein schematisches Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens zum Warmlaufen
der Brennkraftmaschine der Figur 1.
[0019] In der Figur 1 ist eine Brennkraftmaschine 1 eines Kraftfahrzeugs dargestellt, bei
der ein Kolben 2 in einem Zylinder 3 hin- und herbewegbar ist. Der Zylinder 3 ist
mit einem Brennraum 4 versehen, der unter anderem durch den Kolben 2, ein Einlaßventil
5 und ein Auslaßventil 6 begrenzt ist. Mit dem Einlaßventil 5 ist ein Ansaugrohr 7
und mit dem Auslaßventil 6 ist ein Abgasrohr 8 gekoppelt.
[0020] Im Bereich des Einlaßventils 5 und des Auslaßventils 6 ragen ein Einspritzventil
9 und eine Zündkerze 10 in den Brennraum 4. Über das Einspritzventil 9 kann Kraftstoff
in den Brennraum 4 eingespritzt werden. Mit der Zündkerze 10 kann der Kraftstoff in
dem Brennraum 4 entzündet werden.
[0021] In dem Ansaugrohr 7 ist eine drehbare Drosselklappe 11 untergebracht, über die dem
Ansaugrohr 7 Luft zuführbar ist. Die Menge der zugeführten Luft ist abhängig von der
Winkelstellung der Drosselklappe 11. In dem Abgasrohr 8 ist ein Katalysator 12 untergebracht,
der der Reinigung der durch die Verbrennung des Kraftstoffs entstehenden Abgase dient.
[0022] Von dem Abgasrohr 8 führt eine Abgasrückführrohr 13 zurück zu dem Ansaugrohr 7. In
dem Abgasrückführrohr 13 ist ein Abgasrückführventil 14 untergebracht, mit dem die
Menge des in das Ansaugrohr 7 rückgeführten Abgases eingestellt werden kann. Das Abgasrückführrohr
13 und das Abgasrückführventil 14 bilden eine sogenannte Abgasrückführung.
[0023] Von einem Kraftstofftank 15 führt eine Tankentlüftungsleitung 16 zu dem Ansaugrohr
7. In der Tankentlüftungsleitung 16 ist ein Tankentlüftungsventil 17 untergebracht,
mit dem die Menge des dem Ansaugrohr 7 zugeführten Kraftstoffdampfes aus dem Kraftstofftank
15 einstellbar ist. Die Tankentlüftungsleitung 16 und das Tankentlüftungsventil 17
bilden eine sogenannte Tankentlüftung.
[0024] Der Kolben 2 wird durch die Verbrennung des Kraftstoffs in dem Brennraum 4 in eine
Hin- und Herbewegung versetzt, die auf eine nicht-dargestellte Kurbelwelle übertragen
wird und auf diese ein Drehmoment ausübt.
[0025] Ein Steuergerät 18 ist von Eingangssignalen 19 beaufschlagt, die mittels Sensoren
gemessene Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine 1 darstellen. Beispielsweise ist das
Steuergerät 18 mit einem Luftmassensensor, einem Lambda-Sensor, einem Drehzahlsensor
und dergleichen verbunden. Des weiteren ist das Steuergerät 18 mit einem Fahrpedalsensor
verbunden, der ein Signal erzeugt, das die Stellung eines von einem Fahrer betätigbaren
Fahrpedals und damit das angeforderte Drehmoment angibt. Das Steuergerät 18 erzeugt
Ausgangssignale 20, mit denen über Aktoren bzw. Stellern das Verhalten der Brennkraftmaschine
1 beeinflußt werden kann. Beispielsweise ist das Steuergerät 18 mit dem Einspritzventil
9, der Zündkerze 10 und der Drosselklappe 11 und dergleichen verbunden und erzeugt
die zu deren Ansteuerung erforderlichen Signale.
[0026] Unter anderem ist das Steuergerät 18 dazu vorgesehen, die Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine
1 zu steuern und/oder zu regeln. Beispielsweise wird die von dem Einspritzventil 9
in den Brennraum 4 eingespritzte Kraftstoffmasse von dem Steuergerät 18 insbesondere
im Hinblick auf einen geringen Kraftstoffverbrauch und/oder eine geringe Schadstoffentwicklung
gesteuert und/oder geregelt. Zu diesem Zweck ist das Steuergerät 18 mit einem Mikroprozessor
versehen, der in einem Speichermedium, insbesondere in einem Flash-Memory ein Programm
abgespeichert hat, das dazu geeignet ist, die genannte Steuerung und/oder Regelung
durchzuführen.
[0027] Die Brennkraftmaschine 1 der Figur 1 kann in einer Mehrzahl von Betriebsarten betrieben
werden. So ist es möglich, die Brennkraftmaschine 1 in einem Homogenbetrieb, einem
Schichtbetrieb, einem homogenen Magerbetrieb, einem betrieb mit Doppeleinspritzung
und dergleichen zu betreiben.
[0028] Im Homogenbetrieb wird der Kraftstoff während der Ansaugphase von dem Einspritzventil
9 direkt in den Brennraum 4 der Brennkraftmaschine 1 eingespritzt. Der Kraftstoff
wird dadurch bis zur Zündung noch weitgehend verwirbelt, so daß im Brennraum 4 ein
im wesentlichen homogenes Kraftstoff/Luft-Gemisch entsteht. Das zu erzeugende Moment
wird dabei im wesentlichen über die Stellung der Drosselklappe 11 von dem Steuergerät
18 eingestellt. Im Homogenbetrieb werden die Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine
1 derart gesteuert und/oder geregelt, daß Lambda gleich Eins ist. Der Homogenbetrieb
wird insbesondere bei Vollast angewendet.
[0029] Der homogene Magerbetrieb entspricht weitgehend dem Homogenbetrieb, es wird jedoch
das Lambda auf einen Wert größer Eins eingestellt.
[0030] Im Schichtbetrieb wird der Kraftstoff während der Verdichtungsphase von dem Einspritzventil
9 direkt in den Brennraum 4 der Brennkraftmaschine 1 eingespritzt. Damit ist bei der
Zündung durch die Zündkerze 10 kein homogenes Gemisch im Brennraum 4 vorhanden, sondern
eine Kraftstoffschichtung. Die Drosselklappe 11 kann, abgesehen von Anforderungen
z.B. der Abgasrückführung und/oder der Tankentlüftung, vollständig geöffnet und die
Brennkraftmaschine 1 damit entdrosselt betrieben werden. Das zu erzeugende Moment
wird im Schichtbetrieb weitgehend über die Kraftstoffmasse eingestellt. Mit dem Schichtbetrieb
kann die Brennkraftmaschine 1 insbesondere im Leerlauf und bei Teillast betrieben
werden.
[0031] Zwischen den genannten Betriebsarten der Brennkraftmaschine 1 kann hin- und her-
bzw. umgeschaltet werden. Derartige Umschaltungen werden von dem Steuergerät 18 durchgeführt.
[0032] Wird die Brennkraftmaschine 1 bei einer Temperatur gestartet, die unterhalb einer
Betriebstemperatur der Brennkraftmaschine 1 liegt, wird die Brennkraftmaschine 1 z.B.
bei tiefen Außentemperaturen nach längerem Stillstand gestartet, so wird die in den
Brennraum 4 eingespritzte Kraftstoffmenge erhöht. Auf diese Weise wird nicht nur ein
zündfähiges Luft/Kraftstoff-Gemisch im Brennraum 4 zur Verfügung gestellt, sondern
es werden auch diejenigen Verluste an Kraftstoff ausgeglichen, die durch die Eintragung
von Kraftstoff in das Motoröl und/oder durch den Aufbau eines Wandfilms aus Kraftstoff
im Brennraum 4 entstehen.
[0033] Durch jede Verbrennung wird die Brennkraftmaschine 1 erwärmt, so daß die Erhöhung
der Kraftstoffmenge langsam zurückgenommen werden kann. Wird die Betriebstemperatur
der Brennkraftmaschine 1 erreicht, so wird die eingespritzte Kraftstoffmenge zumindest
insoweit nicht mehr erhöht.
[0034] Die Erhöhung der eingespritzten Kraftstoffmenge beim Kaltstart der Brennkraftmaschine
1 und deren langsame Rücknahme wird mit Hilfe eines Warmlauffaktors fWL von dem Steuergerät
18 durchgeführt. Dieser Warmlauffaktor fWL kann noch mit einem sogenannten Nachstartfaktor
multiplikativ verknüpft werden, um danach die in den Brennraum 4 einzuspritzende Kraftstoffmenge
zu beeinflussen.
[0035] In der Figur 2 ist die Ermittlung des Warmlauffaktors fWL dargestellt. Der Warmlauffaktor
fWL wird aus einem Grundfaktor fG und einem lastabhängigen Faktor fLA ermittelt. Es
wird also zwischen einem im wesentlichen nur den Leerlauf betreffenden Faktor, dem
Grundfaktor fG, und einem nur unter Last auftretenden Faktor, dem lastabhängigen Faktor
fLA, unterschieden. Der Grundfaktor fG und der lastabhängige Faktor fLA sind damit
unabhängig voneinander und können separat appliziert werden.
[0036] Der Grundfaktor fG wird mittels eines Leerlaufkennfelds 10 ermittelt, dem eine Motorstarttemperatur
TMS und eine Motortemperatur TM eingegeben wird. Durch das Leerlaufkennfeld 10 wird
der Grundfaktor fG derart eingestellt, daß sich ein erwünschter Lambdaverlauf für
den Leerlauf bzw. bei einer kleinen anliegenden Last ergibt.
[0037] Bei der Motorstarttemperatur TMS handelt es sich um diejenige Temperatur der Brennkraftmaschine
1, die diese beim Starten aufweist. Damit werden unterschiedliche Startstrategien
für einen Neustart bei kalten Außentemperaturen und einem Wiederstart bei warmer,
jedoch nicht betriebswarmer Brennkraftmaschine unterschieden. Bei der Motortemperatur
TM handelt es sich um die aktuelle Motortemperatur, die durch jede Verbrennung ansteigt.
Beim Starten der Brennkraftmaschine 1 sind Motorstarttemperatur TMS und Motortemperatur
TM zumindest kurzzeitig gleich.
[0038] Zur Ermittlung des lastabhängigen Faktors fLA wird die Motorstarttemperatur TMS mit
einer relativen Luftfüllung rl über ein Kennfeld 11 verknüpft. Durch die relative
Luftfüllung rl im Brennraum 4 wird die Lastabhängigkeit des Faktors fLA erreicht.
Es versteht sich, daß anstelle der relativen Luftfüllung rl auch eine relative Kraftstoffmenge
und/oder ein Ist- oder Soll-Lambda und/oder ein Ist- oder Sollmoment oder dergleichen
stehen können.
[0039] Ebenfalls wird die Motorstarttemperatur TMS mit einer integrierten Luftmasse mli
über ein Kennfeld 12 verknüpft. Hierdurch wird der aus dem Kennfeld 11 gewonnene Wert
mit sich erwärmender Brennkraftmaschine 1 erniedrigt. Die integrierte Luftmasse mli
ist ein Maß für die im Brennraum 4 umgesetzte Energie, die ihrerseits über die damit
verbundenen Verbrennungen eine Erhöhung der Temperatur der Brennkraftmaschine 1 zur
Folge hat. Es versteht sich, daß anstelle der integrierten Luftmasse mli auch eine
integrierte Kraftstoffmasse und/oder im einfachsten Fall die Motortemperatur TM stehen
können.
[0040] Die Ausgangswerte der beiden Kennfelder 11, 12 werden multiplikativ miteinander verknüpft,
woraus dann der lastabhängige Faktor fLA entsteht. Der lastabhängige Faktor fLA wird
additiv mit dem Grundfaktor fG verknüpft, woraus dann der Warmlauffaktor fWL entsteht.
[0041] Des weiteren wird eine Drehzahlwichtung fn der Warmlaufanreicherung der Brennkraftmaschine
1 über eine Kennlinie 13 ermittelt. Anstelle der Kennlinie 13 kann auch ein Kennfeld
vorgesehen sein, das zusätzlich zur Drehzahlabhängigkeit noch von einer Temperatur
oder der relativen Luftmasse oder der relativen Kraftstoffmasse abhängig ist.
[0042] Diese Drehzahlwichtung fn kann einerseits, wie in der Figur 2 mit durchgezogener
Linie dargestellt, über eine multiplikative Verknüpfung direkt auf den lastabhängigen
Faktor fLA einwirken. Als Alternative ist es andererseits möglich, daß die Drehzahlwichtung
fn multiplikativ erst auf die Summe aus dem lastabhängigen Faktor fLA und dem Grundfaktor
fG einwirkt, wie dies in der Figur 2 gestrichtelt dargestellt ist.
[0043] Zusätzlich ist es möglich, in einem weiteren Zweig der Figur 2 eine Kennlinie oder
ein Kennfeld vorzusehen, das von Lambda abhängig ist, und das multiplikativ oder additiv
mit einem der anderen, vorstehend beschriebenen Zweige verknüpft ist.
[0044] Der Warmlauffaktor fWL wird bei einer direkteinspritzenden Brennkraftmaschine 1 auf
die vorstehend beschriebene Art und Weise in Abhängigkeit von der Betriebsart der
Brennkraftmaschine 1 ermittelt. Dies bedeutet, daß die Kennfelder 10, 11, 12 bzw.
die Kennlinie 13 der Figur 2 für jede der Betriebsarten der Brennkraftmaschine 1 vorhanden
sind, also insbesondere für den Schichtbetrieb und den Homogenbetrieb.
[0045] Wird die Brennkraftmaschine 1 während des Warmlaufens zwischen den verschiedenen
Betriebsarten umgeschaltet, so erfolgt auch eine Umschaltung im Hinblick auf die Ermittlung
des Warmlauffaktors fWL. Nähert sich die Motortemperatur TM der Betriebstemperatur
der Brennkraftmaschine 1, so geht der Warmlauffaktor fWL gegen Eins und sein Einfluß
auf die einzuspritzende Kraftstoffmenge geht gegen Null.
[0046] Wird der anhand der Figur 2 beschriebene Warmlauffaktor fWL - abweichend von der
Figur 1 - bei Brennkraftmaschinen mit Saugrohreinspritzung verwendet, so sind die
Kennfelder 10, 11, 12 bzw. die Kennlinie 13 der Figur 2 nur einmalig vorhanden, und
zwar für den Homogenbetrieb. Ein Umschalten zwischen Betriebsarten erfolgt nicht.
1. Verfahren zum Warmlaufen einer Brennkraftmaschine (1), bei dem Kraftstoff in einen
Brennraum (4) eingespritzt wird, und bei dem unterhalb einer Betriebstemperatur der
Brennkrafrmaschine (1) ein Warmlauffaktor (fWL) zur Erhöhung der eingespritzten Kraftstoffmenge
ermittelt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Warmlauffaktor (fWL) aus einem Grundfaktor (fG) und einem lastabhängigen Faktor
(fLA) ermittelt wird, wobei der lastabhängige Faktor (fLA) für verschiedene Betriebsarten
unabhängig von dem Grundfaktor (fG) ermittelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der lastabhängige Faktor (fLA) in Abhängigkeit von einer integrierten Luftmasse (mli)
und/oder einer integrierten Kraftstoffmasse und/oder einer Motortemperatur (TM) der
Brennkraftmaschine (1) ermittelt wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der lastabhängige Faktor (fLA) in Abhängigkeit von einer relativen Luftfüllung (rl)
und/oder einer relativen Kraftstoffmenge und/oder eines Ist- oder Soll-Lambdas und/oder
eines Ist- oder Sollmoments der Brennkraftmaschine (1) ermittelt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der lastabhängige Faktor (fLA) durch eine multiplikative Verknüpfung ermittelt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Grundfaktor (fG) in Abhängigkeit von der Motortemperatur (TM) ermittelt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der lastabhängige Faktor (fLA) und der Grundfaktor (fG) additiv miteinander verknüpft
werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der lastabhängige Faktor (fLA) oder die Summe aus dem lastabhängigen Faktor (fLA)
und dem Grundfaktor (fG) in Abhängigkeit von der Drehzahl (n) der Brennkraftmaschine
(1) gewichtet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der lastabhängige Faktor (fLA) und/oder der Grundfaktor (fG) und/oder der Warmlauffaktor
(fWL) in Abhängigkeit von einer Motorstarttemperatur (TMS) ermittelt werden.
9. Steuerelelement, insbesondere Read-Only-Memory oder Flash-Memory, für ein Steuergerät
(18) einer Brennkraftmaschine (1) insbesondere eines Kraftfahrzeugs, auf dem ein Programm
abgespeichert ist, das auf einem Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor,
ablauffähig und zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 geeignet
ist.
10. Brennkraftmaschine (1), bei der beim Warmlaufen Kraftstoff in einen Brennraum (4)
einspritzbar ist, und mit einem Steuergerät (18) zur Ermittlung eines Warmlauffaktors
(fWL) zur Erhöhung der eingespritzten Kraftstoffmenge unterhalb einer Betriebstemperatur
der Brennkraftmaschine (1), dadurch gekennzeichnet, dass durch das Steuergerät (18) der Warmlauffaktor (fWL) aus einem Grundfaktor (fG) und
einem lastabhängigen Faktor (fLA) ermittelbar ist, wobei der lastabhängige Faktor
(fLA) für verschiedene Betriebsarten unabhängig von dem Grundfaktor (fG) ermittelbar
ist.
11. Steuergerät (18) für eine Brennkraftmaschine (1), wobei bei der Brennkraftmaschine
(1) beim Warmlaufen Kraftstoff in einen Brennraum (4) einspritzbar ist, und wobei
das Steuergerät (18) zur Ermittlung eines Warmlauffaktors (fWL) zur Erhöhung der eingespritzten
Kraftstoffmenge unterhalb einer Betriebstemperatur der Brennkraftmaschine (1) vorgesehen
ist, dadurch gekennzeichnet, dass durch das Steuergerät (18) der Warmlauffaktor (fWL) aus einem Grundfaktor (fG) und
einem lastabhängigen Faktor (fLA) ermittelbar ist, wobei der lastabhängige Faktor
(fLA) für verschiedene Betriebsarten unabhängig von dem Grundfaktor (fG) ermittelbar
ist.
1. Method for warming up an internal combustion engine (1), in which method fuel is injected
into a combustion chamber (4), and in which method, below an operating temperature
of the internal combustion engine (1), a warm-up factor (fWL) for increasing the injected
fuel quantity is determined, characterized in that the warm-up factor (fWL) is determined from a base factor (fG) and from a load-dependent
factor (fLA), with the load-dependent factor (fLA) being determined independently
of the base factor (fG) for different operating modes.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the load-dependent factor (fLA) is determined as a function of an integrated air
mass (mli) and/or an integrated fuel mass and/or an engine temperature (TM) of the
internal combustion engine (1).
3. Method according to one of Claims 1 or 2, characterized in that the load-dependent factor (fLA) is determined as a function of a relative air charge
(rl) and/or a relative fuel quantity and/or an actual or nominal lambda value and/or
an actual or nominal torque of the internal combustion engine (1).
4. Method according to one of Claims 2 or 3, characterized in that the load-dependent factor (fLA) is determined by multiplicative combination.
5. Method according to one of Claims 1 to 4, characterized in that the base factor (fG) is determined as a function of the engine temperature (TM).
6. Method according to one of Claims 1 to 5, characterized in that the load-dependent factor (fLA) and the base factor (fG) are combined with one another
by addition.
7. Method according to one of Claims 1 to 6, characterized in that the load-dependent factor (fLA) or the sum of the load-dependent factor (fLA) and
the base factor (fG) is weighted as a function of the rotational speed (n) of the
internal combustion engine (1).
8. Method according to one of Claims 1 to 7, characterized in that the load-dependent factor (fLA) and/or the base factor (fG) and/or the warm-up factor
(fWL) are determined as a function of an engine start temperature (TMS).
9. Control element, in particular read-only memory or flash memory, for a control unit
(18) of an internal combustion engine (1), in particular of a motor vehicle, on which
control element is stored a program which can be executed on a computer, in particular
on a microprocessor, and which is suitable for carrying out a method according to
one of Claims 1 to 8.
10. Internal combustion engine (1) in which fuel can be injected into a combustion chamber
(4) during the warming-up, and having a control unit (18) for determining a warm-up
factor (fWL) for increasing the injected fuel quantity below an operating temperature
of the internal combustion engine (1), characterized in that the warm-up factor (fWL) can be determined by the control unit (18) from a base factor
(fG) and a load-dependent factor (fLA), with it being possible for the load-dependent
factor (fLA) to be determined independently of the base factor (fG) for different
operating modes.
11. Control unit (18) for an internal combustion engine (1), in which internal combustion
engine (1) fuel can be injected into a combustion chamber (4) during the warming-up,
with the control unit (18) being provided for determining a warm-up factor (fWL) for
increasing the injected fuel quantity below an operating temperature of the internal
combustion engine (1), characterized in that the warm-up factor (fWL) can be determined by the control unit (18) from a base factor
(fG) and a load-dependent factor (fLA), with it being possible for the load-dependent
factor (fLA) to be determined independently of the base factor (fG) for different
operating modes.
1. Procédé pour chauffer un moteur à combustion interne (1), dans lequel du carburant
est injecté dans une chambre de combustion (4) et dans lequel, en dessous d'une température
de fonctionnement du moteur à combustion interne (1), un facteur de chauffage (fWL)
est déterminé pour augmenter la quantité de carburant injectée, caractérisé en ce que le facteur de chauffage (fWL) est déterminé à partir d'un facteur de base (fG) et
d'un facteur dépendant de la charge (fLA), le facteur dépendant de la charge (fLA)
étant déterminé pour différents modes de fonctionnement indépendamment du facteur
de base (fG).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le facteur dépendant de la charge (fLA) est déterminé en fonction d'une masse d'air
intégrée (mli) et/ou d'une masse de carburant intégrée et/ou d'une température du
moteur (TM) du moteur à combustion interne (1).
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le facteur dépendant de la charge (fLA) est déterminé en fonction d'un remplissage
d'air relatif (r1) et/ou d'une quantité de carburant relative et/ou d'une valeur lambda
réelle ou de consigne et/ou d'un couple réel ou de consigne du moteur à combustion
interne (1).
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 2 ou 3, caractérisé en ce que le facteur dépendant de la charge (fLA) est déterminé par une liaison multiplicative.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le facteur de base (fG) est déterminé en fonction de la température du moteur (TM).
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le facteur dépendant de la charge (fLA) et le facteur de base (fG) sont reliés l'un
à l'autre par addition.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le facteur dépendant de la charge (fLA) ou la somme du facteur dépendant de la charge
(fLA) et du facteur de base (fG) est pondéré (e) en fonction du régime (n) du moteur
à combustion interne (1).
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le facteur dépendant de la charge (fLA) et/ou le facteur de base (fG) et/ou le facteur
de chauffage (fWL) sont déterminés en fonction d'une température de démarrage du moteur
(TMS).
9. Elément de commande, en particulier une mémoire morte ou une mémoire flash, pour un
appareil de commande (18) d'un moteur à combustion interne (1), en particulier d'un
véhicule automobile, sur lequel est mémorisé un programme, qui est capable de tourner
sur un ordinateur, en particulier un microprocesseur, et qui est approprié pour mettre
en oeuvre un procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 8.
10. Moteur à combustion interne (1) dans lequel, lors du chauffage, du carburant peut
être injecté dans une chambre de combustion (4), et comprenant un appareil de commande
(18) pour déterminer un facteur de chauffage (fWL) pour augmenter la quantité de carburant
injectée en dessous d'une température de fonctionnement du moteur à combustion interne
(1), caractérisé en ce que le facteur de chauffage (fWL) peut être déterminé par l'appareil de commande (18)
à partir d'un facteur de base (fG) et d'un facteur dépendant de la charge (fLA), le
facteur dépendant de la charge (fLA) pouvant être déterminé indépendamment du facteur
de base (fG) pour différents modes de fonctionnement.
11. Appareil de commande (18) pour un moteur à combustion interne (1), dans lequel, dans
le moteur à combustion interne (1), lors du chauffage, du carburant peut être injecté
dans une chambre de combustion (4), et dans lequel l'appareil de commande (18) est
prévu pour déterminer un facteur de chauffage (fWL) pour augmenter la quantité de
carburant injectée en dessous d'une température de fonctionnement du moteur à combustion
interne (1), caractérisé en ce que l'appareil de commande (18) permet de déterminer le facteur de chauffage (fWL) à
partir d'un facteur de base (fG) et d'un facteur dépendant de la charge (fLA), le
facteur dépendant de la charge (fLA) pouvant être déterminé pour différents modes
de fonctionnement indépendamment du facteur de base (fG).