[0001] Die Erfindung betrifft eine Selbstladewaffe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Eine solche Waffe ist durch die Tschechoslowakische Pistole CZ 1922 in Kaliber 6,35
mm bekannt.
[0003] Die folgenden Druckschriften bilden hierbei den Ausgangspunkt:
DE 195 01 397 A1
DE 82 32 810 U1
US 59 83 773.
[0004] Die hier verwendeten Lagebegriffe, wie "vorne", "oben", "links" usw. beziehen sich
auf eine bei Abgabe eines horizontalen Schusses ordnungsgemäß positionierte Waffe,
wobei die Schußrichtung nach vorne verläuft. Gleiches gilt für Richtungsangaben ("nach
vorne", "nach oben", "nach links" usw.).
[0005] Im allgemeinen werden bei Mehrladewaffen die Patronen einzeln von einer Bevorratung,
etwa einem Magazin oder Patronengurt, in das Patronenlager überführt. Zu diesem Zweck
werden sie zunächst in oder von der Bevorratung in eine Übergabeposition gebracht
und von dort, beispielsweise vom Verschluß, in das Patronenlager geschoben.
[0006] Der das Patronenlager enthaltene Abschnitt des Waffenrohres kann dabei als integraler
Bestandteil des Laufes oder, wie von Revolverwaffen bekannt, als gesondertes Bauteil
ausgebildet sein. Die Anzahl der Übergabepositionen ist meist durch die Bauart der
Bevorratung bedingt. So gibt es beispielsweise Zickzack-Magazine mit zwei nebeneinander
liegenden Übergabepositionen.
[0007] Die Übergabeposition(en) befinden sich in der Regel nicht unmittelbar hinter dem
Waffenrohr bzw. dem Patronenlager. Stattdessen sind sie häufig unterhalb des Patronenlagers
oder dazu seitlich versetzt angeordnet (solche seitlichen Versetzungen sind zwingend
notwendig, wenn mehrere nebeneinander liegende Übergabepositionen vorgesehen sind).
In aller Regel muß daher eine Patrone zwischen einer Übergabeposition und dem Patronenlager
eine konstruktionsbedingte Zwischenstrecke zurücklegen. Gleichzeitig muß bei dieser
Bewegung, im folgenden Zuführbewegung genannt, die zu niedrige bzw. seitlich versetzte
Lage der Patrone soweit korrigiert werden, daß sie sich in das Patronenlager einführen
läßt. Dazu muß die Patrone neben einer Bewegung in Längsrichtung der Waffe zusätzlich
eine Bewegung quer dazu vollführen, d.h. in Querrichtung der Waffe verschoben und/oder
seitlich geschwenkt werden. Letzteres führt dazu, daß sich die Patrone in vielen Fällen
in einer Schräglage befindet, wenn sie das Waffenrohr erreicht, genauer, wenn ihre
Spitze in das Patronenlager hineingleitet. Die Patrone wird dann durch das weitere
Einschieben in das Patronenlager horizontal ausgerichtet.
[0008] Um die Patronen auf dem jeweiligen Weg zu führen, sind bei bekannten Mehrladewaffen
Führungselemente am Waffenrohr oder allgemein an festen Bestandteilen der Waffe vorgesehen,
z.B. sog. "Lippen" am Magazin. Daneben sind auch Ausfräsungen an der Aufnahme des
Patronenlagers bekannt, welche dazu gedacht sind, das Einfädeln der Patronen in das
Patronenlager zu erleichtern. Solche Ausfräsungen haben allerdings den Nachteil, daß
die Patronenhülse an dieser Stelle dann nicht mehr an der Innenwandung des Patronenlagers
anliegt, wenn die Patrone ganz in dieses eingeschoben ist. Dies kann beim Abfeuern
der Patrone zum "Aufblasen", d.h. Ausbeulen, der Hülse führen, wenn die Wandstärke
an der betreffenden Stelle aufgrund eines Materialfehlers oder ungeeigneter Munition
zu gering dimensioniert ist. Die Gefahr einer Verklemmung oder eines Aufplatzens der
Hülsen im Patronenlager und der daraus resultierenden Ladehemmungen oder Schützengefährdung
ist dann deutlich größer.
[0009] Als günstige Lösung hat sich das eingangs genannte, gattungsbildende Waffenrohr der
Anmelderin herausgestellt (DE 195 01 397 A1): an dieses grenzt eine Zuführrampe zur
Führung der Patronen an, welche die Strecke zwischen der Patronenbevorratung und dem
Patronenlager zumindest teilweise überbrückt und als gesondertes Bauteil ausgebildet
ist.
[0010] Die Oberfläche der Zuführrampe weist dabei eine oder mehrere Führungsrillen auf,
in denen die Patronen von ihrer Übergabeposition in das Patronenlager geführt werden.
Dabei gleiten sie beispielsweise von einer tieferen Position (relativ zum Patronenlager)
in leichter Schräglage nach oben, so daß ihre Spitze genau in das Patronenlager "eintaucht".
[0011] Insgesamt hat sich diese Lösung der Anmelderin in der Praxis vielfach bewährt. Sie
setzt für einen störungsfreien Ladevorgang allerdings eine präzise Fertigung der Zuführrampe
bzw. der Führungsrillen voraus.
[0012] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung nun die Aufgabe zugrunde, eine weitere
Möglichkeit anzugeben, bei einer Mehrladewaffe eine zuverlässige Patronenzuführung
bereitzustellen.
[0013] Die Erfindung löst diese Aufgabe mit dem Gegenstand des Anspruchs 1, also mit einem
Waffenrohr der eingangs genannten Art, bei welchem das Führungselement im wesentlichen
dort angeordnet ist, wo beim Ladevorgang die vorgesehene Zuführbewegung der Patronen
in Querrichtung der Waffe endet.
[0014] Das erfindungsgemäße Führungselement begrenzt also die Querbewegung der Patronen
auf ihrem Weg von der Übergabeposition in das Patronenlager. Dabei ist es in Bezug
auf die Mittelachse des Patronenlagers im wesentlichen auf derjenigen Seite angeordnet,
die der Übergabeposition gegenüber liegt.
[0015] Das erfindungsgemäße Führungselement hat somit eine andere Funktion, als die aus
dem Stand der Technik bekannte Zuführrampe. Letztere schafft einen körperlichen Übergang
für die Patronen von der Übergabeposition zum Patronenlager. Das erfindungsgemäße
Führungselement hingegen wirkt einer über das vorgesehene Maß hinausgehenden Querbewegung
der Patronen, etwa einem Aufstellen derselben (sog. Spießer), entgegen. Übermäßige
Querbewegungen können zum Verdrehen und damit zum Verklemmen der Patronen beim Ladevorgang
führen und vor allem bei Mehrladewaffen auftreten, die nur einfach ausgestaltete Übergänge
aufweisen, etwa die eingangs erwähnten Magazinlippen oder Ausfräsungen. Das erfindungsgemäße
Waffenrohr findet daher besonders vorteilhaft Anwendung bei Mehrladewaffen, bei denen
- etwa aus Kosten- oder Fertigungsgründen - auf präzise Übergänge verzichtet werden
muß. Die Störanfälligkeit solcher Waffen beim Ladevorgang läßt sich dann mit Hilfe
der Erfindung deutlich senken. Gleichermaßen ist das erfindungsgemäße Waffenrohr aber
auch dazu geeignet, bei präzise ausgestalteten Übergängen (etwa nach Art der eingangs
genannten Lösung der Anmelderin) die Robustheit der Mehrladewaffe noch weiter zu erhöhen.
[0016] Daneben ist die Erfindung grundsätzlich auch vorteilhaft bei Waffen anwendbar, bei
denen sich die Übergabeposition unmittelbar hinter dem Waffenrohr bzw. Patronenlager
befindet. Bei solchen Waffen ist eine Querbewegung der Patronen nicht vorgesehen und
folglich auch nicht erwünscht. Solche unerwünschten Querbewegungen der Patronen können
dann durch das erfindungsgemäße Führungselement verhindert werden.
[0017] Aufgrund der besonderen Anordnung des Führungselements weicht die vorliegende Erfindung
von der traditionellen Bauart bekannter Waffenrohre ab. So wurde bisher angestrebt,
den Bereich vor der Aufnahme des Patronenlagers möglichst freizuhalten, um einen möglichst
störungsfreien Hülsenauswurf zu gewährleisten. Es wäre also beim Einsatz des erfindungsgemäß
angeordneten Führungselements zu erwarten gewesen, daß eine erhöhte Anzahl von Ladehemmungen
aufgrund von Verklemmungen beim Hülsenauswurf in Kauf genommen werden muß. Erste Praxisversuche
haben jedoch gezeigt, daß dies nicht der Fall ist, sondern die Vorzüge der Erfindung
ohne negative Seiteneffekte zum Tragen kommen.
[0018] Das erfindungsgemäße Waffenrohr kann grundsätzlich bei jeder Art von Mehrladewaffe
in herkömmlicher Bauweise Anwendung finden. Im Einzelfall kann es jedoch vorteilhaft
oder erforderlich sein, einzelne Komponenten der Mehrladewaffe konstruktiv an das
neue Waffenrohr anzupassen. Daher richtet sich die Erfindung neben dem Waffenrohr
auch auf eine Mehrladewaffe, insbesondere eine Selbstladewaffe, mit einem solchen
Waffenrohr.
[0019] Grundsätzlich kann das erfindungsgemäße Führungselement als gesondertes Bauteil ausgebildet
sein und über eine feste oder lösbare Verbindung am Waffenrohr angebracht sein. Bevorzugt
stellt das Führungselement jedoch einen integralen Bestandteil des Waffenrohres dar
(gemäß Anspruch 2), wird also mit diesem aus einem Werkstoffblock gefertigt.
[0020] In vielen Fällen, insbesondere bei Handfeuerwaffen mit Stangenmagazin, befindet/befinden
sich die Übergabeposition(en) der Patronen unterhalb des Patronenlagers. Daher ist
bei einer bevorzugten Ausgestaltung das Führungselement oberhalb des Patronenlagers
angeordnet (gemäß Anspruch 3). Gleichermaßen ist es bei Mehrladewaffen, bei denen
die Übergabeposition(en) oberhalb des Patronenlagers angeordnet ist, zweckmäßig, das
Führungselement unterhalb des Patronenlagers anzuordnen.
[0021] Das Führungselement kann weiter so angeordnet sein, daß seine relative Lage, in Umfangsrichtung
des Patronenlagers gesehen, gegenüber einem am Verschluß angebrachten Ausziehelement
versetzt ist (gemäß Anspruch 4). Auf diese Weise ist sichergestellt, daß die Funktion
des Ausziehelements, beispielsweise einer Ausziehkralle, durch das Führungselement
nicht beeinträchtigt wird. Gleichzeitig liegt das Führungselement dadurch im Regelfall
nicht in der Auswurfrichtung der Hülsen.
[0022] Im Bedarfsfall kann das Führungselement auch mehrteilig ausgestaltet sein. Es können
auch mehrere Führungselemente vorgesehen sein, die dann vorzugsweise am Rohrumfang
verteilt angeordnet sind.
[0023] Wie oben dargelegt, ist das erfindungsgemäße Waffenrohr grundsätzlich dazu geeignet,
jede Art von Patronenzuführung bekannter Mehrladewaffen vorteilhaft zu unterstützen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung ist zusätzlich ein Zuführelement vorgesehen, das
sich in Richtung des hinteren Waffenteils erstreckt, in Bezug auf die Mittelachse
des Patronenlagers im wesentlichen gegenüber dem Führungselement angeordnet ist, und
dazu gedacht ist, mit dem Führungselement bei der Führung der Patronen zusammenzuwirken
(gemäß Anspruch 5). Das Zuführelement ist dabei vorzugsweise als integraler Bestandteil
des Waffenrohres ausgebildet.
[0024] Das Zuführelement ist vorzugsweise weiter so ausgebildet, daß bei der betreffenden
Mehrladewaffe weitere Mittel zur Führung der Patronen auf der besagten Zwischenstrecke
nicht mehr erforderlich sind. Die Patronenzuführung wird dann allein durch das Zusammenspiel
des Zuführelements mit dem erfindungsgemäßen Führungselement bewerkstelligt.
[0025] Für eine verbesserte Patronenzuführung ist weiter vorgesehen, das Führungselement
und/oder gegebenenfalls (falls vorhanden) das Zuführelement so auszugestalten, daß
seine/ihre Innenfläche(n) gegenüber der Mittelachse des Patronenlagers zumindest abschnittsweise
schräg verläuft/verlaufen und zwar so, daß sich der Abstand der Innenfläche(n) zur
Mittelachse nach vorne hin verringert (gemäß Anspruch 6). Dabei ist es vorteilhaft,
wenn die Innenfläche(n) fließend in die Innenwandung des Patronenlagers übergehen.
Ist ein Zuführelement vorhanden, laufen die Innenflächen der beiden Elemente vorzugsweise
keilförmig zusammen.
[0026] Daneben ist vorgesehen, das Führungselement und/oder gegebenenfalls das Zuführelement
so auszugestalten, daß seine/ihre Innenfläche(n) zumindest abschnittsweise (einen)
Querschnitt(e) in Form eines Kreissegments aufweist/aufweisen, also gekrümmt ist/sind.
Die Krümmung der/des Kreissegmente(s) entspricht/entsprechen dabei vorzugsweise dem
Radius des Patronenlagers (gemäß Anspruch 7).
[0027] Die oben beschriebenen Ausgestaltungen der Innenfläche(n) des Führungselements bzw.
des Zuführelements (Schräge und Krümmung) stellen bevorzugte Maßnahmen dar, ein störungsfreies
Hineingleiten der Patrone in das Patronenlager zu fördern. Dabei ist eine Kombination
der beiden Maßnahmen besonders vorteilhaft, da auf so ein "Ausbrechen" der Patrone
vom vorhergesehenen Weg noch wirksamer verhindert werden kann.
[0028] Die Innenflächen des Führungselementes und des Zuführelementes können auch kegelförmig
zusammenlaufen, also jeweils als ein Segment eines gemeinsamen Trichters ausgestaltet
sein. Die Kegelform kann dann vorteilhaft beim Dreharbeitsgang am Waffenrohr mit angearbeitet
werden.
[0029] Aus dem bisher Gesagten geht hervor, daß das erfindungsgemäße Führungselement sowie
das zugehörige Zuführelement primär dazu gedacht sind, eine möglichst störungsfreie
Patronenzuführung zu gewährleisten. Grundsätzlich ist das Führungselement, insbesondere
im Zusammenspiel mit dem Zuführelement, überdies dazu geeignet, den Verschluß (oder
gegebenenfalls Verschlußkopf) beim Abschließen des Patronenlagers in Bezug auf dieses
zu zentrieren. Daher behält sich die Anmelderin zusätzlich eigenständigen Schutz für
ein Waffenrohr gemäß Anspruch 1 vor, welches die besagte Zentrierfunktion erfüllt,
und vorzugsweise auch ein oder mehrere Merkmale der Ansprüche 2 bis 7 aufweist. Selbstverständlich
ist der Verschluß dann in seiner Ausgestaltung so anzupassen, daß das Zuführelement
die Zentrierfunktion erfüllen kann.
[0030] Obige Ausführungen zum Waffenrohr gelten auch vollinhaltlich für die erfindungsgemäße
Mehrladewaffe gemäß Anspruch 8, nämlich eine Mehrladewaffe, insbesondere Selbstladewaffe,
mit einem Waffenrohr, bei welcher die Patronen beim Ladevorgang dem Waffenrohr zugeführt
werden und sich dabei in Längs- und in Querrichtung der Waffe bewegen, und bei welcher
das Waffenrohr ein Patronenlager zur Aufnahme der Patronen und ein an das Patronenlager
angrenzendes Führungselement aufweist, wobei sich das Führungselement in Richtung
des hinteren Waffenteils erstreckt und derart ausgestaltet ist, daß es die Patronen
führt und im wesentlichen dort angeordnet ist, wo die vorgesehene Querbewegung der
Patronen beim Ladevorgang endet.
[0031] Obige Ausführungen zum Waffenrohr gelten ebenso für die vorteilhaften Ausgestaltungen
der erfindungsgemäßen Mehrladewaffe.
[0032] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen noch näher erläutert. In
der hierzu angefügten Zeichnung zeigen:
- Fig. 1
- ein Schrägbild eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Waffenrohres;
- Fig. 2
- ein Schrägbild eines zweiten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Waffenrohres;
- Fig. 3
- ein (nicht maßstäblicher) Teil-Längsschnitt durch eine Maschinenpistole mit dem Waffenrohr
aus Fig. 2 in Einbaulage und einem zugehörigen Verschluß;
- Fig. 4
- ein (nicht maßstäbliches) Schrägbild des Verschlusses aus Fig. 3.
[0033] Fig. 1 zeigt einen (nur teilweise dargestellten) Lauf 3 einer nicht dargestellten
Selbstladewaffe, mit einem Patronenlager 5 und einer (nicht dargestellten) Geschoßbohrung.
Das Patronenlager 5 befindet sich dabei im hinteren Abschnitt 1 des Laufes 3 und mündet
nach vorne gehend in die Geschoßbohrung, so daß die Mittelachse des Patronenlagers
5 der Seelenachse des Laufes 3 entspricht. Das Patronenlager 5 dient zur Aufnahme
von (nicht dargestellten) Patronen.
[0034] Der Lauf 3 weist weiter ein Führungselement 7 auf, das auf einer Stirnfläche 9 des
Laufes 3 sitzt und einen integralen Bestandteil desselben darstellt. Das Führungselement
7, das im folgenden als "Führungsnase" bezeichnet wird, ist oberhalb des Patronenlagers
5 angeordnet und erstreckt sich (in Längsrichtung der Waffe) nach hinten. Die Führungsnase
7 weist eine Innenfläche 7a auf, die entsprechend dem Radius des Patronenlagers 5
leicht gekrümmt ist und in einer leichten Schräge fließend in das Patronenlager 5
übergeht.
[0035] Weiter ist der Lauf 3 mit einem Zuführelement 11 bestückt, das im folgenden als "Zuführrampe"
bezeichnet wird. Die Zuführrampe 11 weist eine Innenfläche 11a auf, die entsprechend
dem Radius des Patronenlagers 5 leicht gekrümmt ist, in Längsrichtung gesehen im wesentlichen
in zwei unterschiedlich schräge Abschnitte 11a' und 11a'' abgestuft ist und fließend
in das Patronenlager 5 übergeht.
[0036] Ferner hat der Lauf 3 eine Freisparung 13 für eine (nicht dargestellte) Ausziehkralle
des zum Lauf 3 gehörenden Verschlusses (nicht dargestellt).
[0037] Die Krümmungsradien der Innenflächen 7a und 11a entsprechen denen des Innendurchmessers
des Patronenlagers 5, um einen möglichst harmonischen Übergang zwischen den Innenflächen
7a, 11a und dem Patronenlager 5 zu schaffen. So ist ein möglichst störungsfreies Einführen
der Patronen in das Patronenlager 5 gewährleistet.
[0038] Durch die schräge Ausgestaltung der Innenfläche 7a und des vorderen Abschnitts 11a'
der Innenfläche 11a (die Schräge beträgt jeweils etwa 8 Grad in Bezug auf die Mittelachse
des Patronenlagers 5), nähern sich die beiden Flächen in Längsrichtung der Waffe nach
vorne einander kontinuierlich an. Sie bilden so eine Art "Schnabel" zur besseren Aufnahme
der Patronen. Durch die gekrümmte Ausbildung der Innenflächen 7a, 11a fungieren diese
zusätzlich als Führungsrillen, um die Patronen auf einem geradlinigen Weg in Richtung
Patronenlager 5 zu halten.
[0039] Die Patronenzuführung funktioniert bei dem vorliegenden Beispiel wie folgt: Nach
erfolgtem Hülsenauswurf wird durch die Nachladebewegung des Verschlusses eine neue
Patrone von einer nicht dargestellten Übergabeposition in Richtung des Patronenlagers
5 geschoben. Die relative Lage der Übergabeposition liegt dabei unterhalb des Patronenlagers
5, so daß die Spitze der Patrone auf den hinteren Abschnitt 11a'' (der Innenfläche
11a) aufläuft. Die Patrone wird dadurch angehoben und durch die Schräge dieses Abschnittes
11a'' nach oben in Richtung des Patronenlagers 5 gelenkt. Schließlich trifft die Patronenspitze
auf die Innenfläche 7a (der Führungsnase 7) und kippt dadurch mit der Spitze nach
unten in eine stärker waagrechte Position, in der sie auf dem ersten Abschnitt 11a'
der Innenfläche 11a zu liegen kommt und danach vollständig in das Patronenlager 5
eingeschoben wird.
[0040] In Wirklichkeit läuft die Patronenzuführung beim Ladevorgang in Sekundenbruchteilen
ab. Daher ist die vorstehende Beschreibung lediglich als stark vereinfachtes Anschauungsmodell
zu verstehen. Dabei treffen die Patronen nicht immer genau an der gleichen Stelle
auf den Abschnitt 11a'' bzw. die Innenfläche 7a auf. Bei hohen Nachladegeschwindigkeiten
können einzelne Patronen von der Zuführrampe 11 sogar nach oben abprallen und danach
relativ weit hinten auf die Innenfläche 7a auftreffen (wie zum Beispiel die eingangs
erwähnten Spießer). Solche "Ausreißer" würden bei fehlender Führungsnase 7 das Patronenlager
5 verfehlen, sich vor dem Patronenlager 5 bzw. vor der Stirnfläche 9 querlegen und
damit eine Ladehemmung verursachen. Bei herkömmlichen Waffenrohren bzw. Läufen (ohne
ein Führungselement wie die Führungsnase 7) muß solchen Ausreißern mit entsprechend
aufwendig ausgestalteten Zuführelementen entgegengewirkt werden. Diese Problematik
verschärft sich zusätzlich bei relativ kurzen und/oder flachköpfigen Patronen, da
diese aufgrund der stärkeren Schräglage bzw. der flachen Spitze das Patronenlager
5 noch leichter verfehlen können.
[0041] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Laufes 3 ist somit, daß durch das Zusammenwirken
der Führungsnase 7 mit der Zuführrampe 11 letztere relativ einfach ausgestaltet sein
kann, ohne daß vermehrte Ladehemmungen in Kauf genommen werden müssen. Dies vermindert
bei gleicher Zuverlässigkeit der Waffe den Fertigungsaufwand und damit die Herstellungskosten.
Zugleich findet ein erfindungsgemäßes Führungselement wie die Führungsnase 7 auch
bei bekannten Läufen bzw. Mehrladewaffen mit präzise ausgestalteten Zuführelementen
vorteilhaft Anwendung, da sich hierdurch die Robustheit der jeweiligen Mehrladewaffe
gegen Ladehemmungen noch weiter erhöht.
[0042] Aus dem bisher Gesagten ergibt sich auch, daß die Führungsnase 7 die Querbewegung
der Patronen nach oben begrenzt, so daß sich diese in Querrichtung der Waffe nicht
weiter als vorgesehen aufwärts bewegen können. Die Führungsnase 7 "fängt" dabei Patronen,
welche das Patronenlager 5 zu verfehlen drohen, auf und lenkt sie beim Auftreffen
auf die Innenfläche 7a in Richtung des Patronenlagers 5. Im Zusammenspiel mit der
Zuführrampe 11 wird so eine Patronenzuführung geschaffen, welche die Patronen in die
vorgesehene Bahn lenkt und sie dort hält, unmittelbar nachdem diese ihre Übergabeposition(en)
verlassen haben. Daher sind außer der Zuführrampe 11 keine weiteren Zuführelemente
erforderlich.
[0043] Da die Patronen zunächst durch die Zuführrampe 11 geführt werden und die Funktion
der Führungsnase hauptsächlich auf das besagte Auffangen beschränkt ist, kann die
Führungsnase 7 im allgemeinen kürzer als die Zuführrampe 11 ausgestaltet sein. Aus
dem Beispiel ist ersichtlich, daß das erfindungsgemäße Führungselement dadurch in
der Regel relativ wenig Platz beansprucht und sich daher praktisch nicht störend auf
andere Abläufe, insbesondere den Hülsenauswurf, auswirkt.
[0044] Aus dem Beispiel ist weiter ersichtlich, daß durch das Vorhandensein der Führungsnase
7 Ausfräsungen an der Aufnahme des Patronenlagers 5 nicht erforderlich sind. Die Hülsen
der im Patronenlager 5 liegenden Patronen liegen dadurch vollständig an der Innenwandung
des Patronenlagers 5 an. Somit besteht keine Gefahr, daß sie beim Schußvorgang (wie
bereits beschrieben) aufgeblasen werden.
[0045] Fig. 2 bis 4 zeigen einen weiteren erfindungsgemäßen Lauf 3', welcher in seiner Ausgestaltung
und seiner Funktion im wesentlichen dem des Laufes 3 entspricht. Einzige Unterschiede
sind der anders gestaltete äußerliche Übergang zwischen dem Abschnitt 1 und dem übrigen
Teil des Laufes 3', sowie die andersförmige Ausgestaltung und leicht veränderte Anordnung
der Freisparung 13' für die (nicht dargestellte) Ausziehkralle eines zugehörigen Verschlusses
17.
[0046] Fig. 3 zeigt den Lauf 3' in Einbaulage in einer Maschinenpistole 15 mit dem Verschluß
17, der das Patronenlager 5 von hinten abschließt. Der in Fig. 4 nochmals separat
dargestellte Verschluß 17 ist in Längsrichtung der Waffe verschieblich gelagert und
kann so in bekannter Weise beim Durchladen oder nach Abfeuern einer Patrone eine Nachladebewegung
ausführen.
[0047] In Fig. 4 ist zu erkennen, daß der Verschluß 17 an seiner Frontfläche 19 neben verschiedenen
anderen Aussparungen (die hier nicht näher erläutert werden sollen) eine Nut 21 aufweist,
die sich von einem Punkt oberhalb eines Stoßbodens 23 durchgängig bis zum Boden des
Verschlusses 17 erstreckt und als Freisparung für die Führungsnase 7 und die Zuführrampe
11 dient (siehe auch Fig. 3). Der Verschluß 17 ist dadurch in seiner Funktion nicht
eingeschränkt und muß insbesondere in diesem Bereich auch konstruktiv nicht weiter
an den neuartig ausgestalteten Lauf 3' angepaßt werden. Das Beispiel zeigt auch, daß
für den Einsatz der Erfindung die Längsmaße der Waffe im allgemeinen nicht vergrößert
werden müssen.
1. Waffenrohr (3; 3') für eine Mehrladewaffe (15), insbesondere eine Selbstladewaffe,
bei der die Patronen beim Ladevorgang dem Waffenrohr zugeführt werden und sich dabei
in Längs- und in Querrichtung der Waffe bewegen, mit:
a) einem Patronenlager (5) zur Aufnahme der Patronen; und
b) einem an das Patronenlager angrenzenden Führungselement (7), das sich in Richtung
des hinteren Waffenteils erstreckt und derart ausgestaltet ist, daß es die Patronen
führt, wobei
c) das Führungselement (7) im wesentlichen dort angeordnet ist, wo die vorgesehene
Querbewegung der Patronen beim Ladevorgang endet, und
d) das Führungselement (7) derart ausgestaltet ist, daß seine Innenfläche (7a) zumindest
abschnittsweise einen kreissegmentförmigen Querschnitt aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß
e) die Krümmung des Kreissegmentes dem Radius des Patronenlagers (5) entspricht.
2. Waffenrohr nach Anspruch 1, bei welchem das Führungselement (7) als integraler Bestandteil
des Waffenrohres ausgebildet ist.
3. Waffenrohr nach Anspruch 1 oder 2, bei welchem das Führungselement (7) oberhalb des
Patronenlagers (5) angeordnet ist.
4. Waffenrohr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem die relative Lage
des Führungselements (7), in Umfangsrichtung des Patronenlagers (5) gesehen, gegenüber
einem am Verschluß (17) angebrachten Ausziehelement versetzt ist.
5. Waffenrohr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einem an das Patronenlager
angrenzenden Zuführelement (11), das sich in Richtung des hinteren Waffenteils erstreckt,
in Bezug auf die Mittelachse des Patronenlagers (5) im wesentlichen gegenüber dem
Führungselement (7) angeordnet ist, und derart ausgestaltet ist, daß es bei der Führung
der Patronen mit dem Führungselement (7) zusammenwirkt.
6. Waffenrohr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei welchem das Führungselement
(7) und/oder gegebenenfalls das Zuführelement (11) derart ausgestaltet ist/sind, daß
seine/ihre Innenfläche(n) (7a; 11a) gegenüber der Mittelachse des Patronenlagers (5)
zumindest abschnittsweise schräg verläuft/verlaufen und zwar so, daß sich der Abstand
der Innenfläche(n) zur Mittelachse nach vorne hin verringert.
7. Waffenrohr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Zuführelement (11) einen kreissegmentförmigen Querschnitt aufweist, dessen Krümmung
der des Patronenlagers entspricht.
8. Waffenrohr nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement (7) und /oder das Zuführelement (11) fließend in das Patronenlager
(5) übergeht.
1. A barrel (3; 3') for a repeating weapon (15), in particular a self-loading arm, in
which the cartridges are supplied to the barrel during the loading operation and in
so doing move in the longitudinal and transverse direction of the weapon, having:
a) a cartridge chamber (5) for receiving the cartridges; and
b) a guide element (7) adjacent to the cartridge chamber, which extends in the direction
of the rear weapon part and is configured in such a manner that it guides the cartridges,
wherein
c) the guide element (7) is disposed substantially in the place where the provided
transverse movement of the cartridges during the loading operation ends, and
d) the guide element (7) is configured in such a manner that its internal surface
(7a), at least in sections, comprises a cross section shaped as a circular segment,
characterised in that
e) the curvature of the circular segment corresponds to the radius of the cartridge
chamber (5).
2. A barrel according to Claim 1, in which the guide element (7) is constructed as an
integral component of the barrel.
3. A barrel according to Claim 1 or 2, in which the guide element (7) is disposed above
the cartridge chamber (5).
4. A barrel according to one of the preceding Claims, in which the relative position
of the guide element (7), seen in the circumferential direction of the cartridge chamber
(5), is offset in relation to an extractor element mounted on the breech (17).
5. A barrel according to one of the preceding Claims, having a feed element (11) adjacent
to the cartridge chamber, which extends in the direction of the rear weapon part,
is disposed substantially opposite the guide element (7) with respect to the central
axis of the cartridge chamber (5), and is configured in such a manner that it cooperates
with the guide element (7) when the cartridges are guided.
6. A barrel according to one of the preceding Claims, in which the guide element (7)
and/or possibly the feed element (11) is/are configured in such a manner that its/their
internal face/faces (7a; 11) runs/run obliquely in relation to the central axis of
the cartridge chamber (5), at least in some portions, specifically so that the distance
of the internal surface(s) to the central axis decreases towards the front.
7. A barrel according to one of the preceding Claims, characterised in that the feed element (11) comprises a cross section shaped as a circular segment, the
curvature of which corresponds to that of the cartridge chamber.
8. A barrel according to one of the preceding Claims, characterised in that the guide element (7) and/or the feed element (11) makes a continuous transition
into the cartridge chamber (5).
1. Canon (3 ; 3') pour une arme à répétition (15), en particulier une arme semi-automatique
dans laquelle les cartouches sont fournies au canon lors du chargement et, lors de
ce processus, se déplacent dans le sens longitudinal et transversal de l'arme, comprenant
:
a) un chargeur (5) servant à loger les cartouches ; et
b) un élément de guidage (7) contigu au chargeur, lequel élément de guidage s'étend
en direction de la partie arrière de l'arme et est configuré de manière telle, qu'il
guide les cartouches,
c) l'élément de guidage (7) étant disposé essentiellement, là où se termine le mouvement
transversal prévu des cartouches lors du chargement, et
d) l'élément de guidage (7) étant configuré de manière telle, que sa surface intérieure
(7a) présente, au moins partiellement, une section en forme de segment circulaire,
caractérisé
e) en ce que la courbure du segment circulaire correspond au rayon du chargeur (5).
2. Canon selon la revendication 1, dans lequel l'élément de guidage (7) est conçu comme
une pièce monobloc intégrée au canon.
3. Canon selon la revendication 1 ou 2, dans lequel l'élément de guidage (7) est disposé
au-dessus du chargeur (5).
4. Canon selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la position
relative de l'élément de guidage (7), vue dans la direction circonférentielle du chargeur
(5), est décalée par rapport à un élément télescopique fixé sur la culasse (17).
5. Canon selon l'une quelconque des revendications précédentes, comprenant un élément
d'introduction (11) contigu au chargeur, élément d'introduction qui s'étend en direction
de la partie arrière de l'arme, est disposé, en référence à l'axe central du chargeur
(5), pratiquement en face de l'élément de guidage (7) et est conçu de manière telle,
que, lors du guidage des cartouches, il agit en association avec l'élément de guidage
(7).
6. Canon selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'élément
de guidage (7) et/ou, le cas échéant, l'élément d'introduction (11), est ou sont conçu(s)
de manière telle, que sa surface intérieure ou leurs surfaces intérieures (7a ; 11a)
s'étend ou s'étendent au moins partiellement en oblique par rapport à l'axe central
du chargeur (5) et ce, de manière telle, que la distance de la surface intérieure
ou des surfaces intérieures, par rapport à l'axe central, se réduit en allant vers
l'avant.
7. Canon selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément d'introduction (11) présente une section ayant une forme de segment circulaire
dont la courbure correspond à celle du chargeur.
8. Canon selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'élément de guidage (7) et/ou l'élément d'introduction (11) s'intègre sans difficulté
dans le chargeur (5).