[0001] Die Erfindung betrifft eine Schälanlage für Spelzgetreide der im Oberbegriff des
Anspruchs 1 angegebenen Gattung.
[0002] Es sind bereits Schälanlagen für Spelzgetreide bekannt, die je nach Bauart als Reibschäler
oder Fliehkraftschäler arbeiten. Diese Geräte haben sich aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit
und Zuverlässigkeit bewährt.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Schälanlage für Spelzgetreide zu
schaffen, die bei einfachem Aufbau zu einem verbesserten Schälergebnis führt.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Schälanlage für Spelzgetreide mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Neben den Vorteilen eines einfachen Aufbaus und der hohen Schälleistung zeichnet
sich die erfindungsgemäße Schälanlage auch durch ein überdurchschnittliches Schälergebnis
aus. Die Körner werden zuverlässig von den Spelzen getrennt, was aufgrund der hohen
Geschwindigkeit, mit der die Wurfscheibe das zu schälende Getreide gegen die Prallvorrichtung
bewegt, und aufgrund der Neigung der Prallfläche zu der Rotationsachse der Wurfscheibe
bzw. des Fliehkraftrotors erreicht wird.
[0006] In bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung weist die Prallvorrichtung eine sich nach
unten erweiternde kegelstumpfförmige Prallfläche auf. Dabei ist die Rotationsachse
der Wurfscheibe bzw. des Fliehkraftrotors vertikal ausgerichtet.
[0007] Als besonders geeignet wird die Ausbildung der Prallvorrichtung als ein in das Gehäuse
eingesetzter Ring angesehen. Aufgrund dieses Einsatzteiles ist nicht nur die Gehäusekonfiguration
von der Prallvorrichtung unabhängig, sondern es können auch Anlagen, die prinzipiell
einen ähnlichen Aufbau besitzen, entsprechend nachgerüstet werden. Es ist darüber
hinaus vorteilhaft, den Ring auswechselbar in dem Gehäuse zu halten, so daß bei einem
möglicherweise im Laufe längerer Benutzung auftretenden Verschleiß die Prallvorrichtung
ausgetauscht werden kann. Ein weiterer Vorteil der Auswechselbarkeit liegt darin,
daß je nach Getreideart oder anderer Parameter Prallvorrichtungen mit unterschiedlichem
Kegelwinkel eingesetzt werden können.
[0008] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist die Prallvorrichtung in Längsrichtung
der Rotationsachse begrenzt verstellbar angeordnet. Diese Verstellbarkeit der Prallvorrichtung
bezogen auf den Rotor hat den Vorteil, daß der Bereich, der hauptsächlich von dem
zu bearbeitenden Gut beaufschlagt wird, veränderbar ist und somit eine gleichmäßigere
Abnutzung über die gesamte axiale Länge der Prallvorrichtung erreicht werden kann.
Damit wird die Standzeit der Prallvorrichtung wesentlich verlängert. In einer vorteilhaften
Ausführung zur Verstellbarkeit der Prallvorrichtung ist diese an einer Deckelplatte
des Gehäuses hängend angeordnet, wobei die Deckelplatte mit mindestens zwei, vorzugsweise
drei Gewindespindeln versehen ist, an denen die Prallvorrichtung hängt.
[0009] Zur Lagerung der Gewindespindeln sind in einfacher Weise an der Deckelplatte Gewindehülsen
drehfest angeordnet. Zweckmäßigerweise sind die Gewindespindeln in der Nähe ihrer
unteren Enden mit radialen Bunden versehen, zwischen denen ein Flanschabschnitt der
Prallvorrichtung aufgenommen ist. Ein solcher Flanschabschnitt kann beispielsweise
an einer Ringplatte ausgebildet sein, die vorzugsweise mit der Prallvorrichtung verschraubt
ist.
[0010] In erfindungsgemäßer Ausgestaltung weist die Wurfscheibe bzw. der Fliehkraftrotor
mindestens drei im wesentlichen in radialer Richtung weisende Flügel auf. Als besonders
zweckmäßig wird jedoch eine Wurfscheibe angesehen, die sechs bis zwölf Flügel umfaßt.
Damit ist sichergestellt, daß auch bei niedrigeren Drehzahlen der Wurfscheibe das
zugeführte Getreide sicher erfaßt und gegen die Prallvorrichtung geschleudert wird.
[0011] Bei einem Fliehkraftrotor für die erfindungsgemäße Schälanlage wird es als vorteilhaft
angesehen, daß die Flügel entgegen der Drehrichtung gekrümmt ausgebildet sind. In
weiterer Ausgestaltung wird vorgeschlagen, daß die Flügel aus mehreren geschichteten
Flügelelementen bestehen, wobei die Flügelelemente vorzugsweise eine einheitliche
Höhe aufweisen. Ein solcher Aufbau hat den Vorteil, daß der Rotor bzw. die Flügel
in unterschiedlicher Höhe ausgeführt werden können, beispielsweise mit einem Flügelelement
oder mit mehreren übereinandergeschichteten Flügelelementen. So kann mit einer standardisierten
Höhe des Flügelelementes, beispielsweise von 5 mm eine Flügelhöhe von ganzzahligen
Vielfachen des Grundelementes erreicht werden, beispielsweise 5 mm, 10 mm, 15 mm oder
20 mm. Auf diese Weise ist der Fliehkraftrotor auf die Art des zu verarbeitenden Gutes
einstellbar, womit den spezifischen Erfordernissen des jeweiligen Schälgetreides Rechnung
getragen werden kann. Zur Fixierung der geschichteten Flügelelemente ist es zweckmäßig,
daß die Flügelelemente zwischen einer unteren Platte und einem Deckring angeordnet
und mittels Spannschrauben verspannt sind.
[0012] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die Prallfläche und
die Flügel mit einer Beschichtung aus einem hochverschleißfesten Werkstoff versehen.
Als ein solcher Werkstoff kommt insbesondere ein Kunststoff mit dynamischen Eigenschaften
in Betracht.
[0013] Als Zuführung für das Getreide ist vorzugsweise auf der Oberseite des Gehäuses ein
Trichter mit einem Dosierrohr vorgesehen. An der Unterseite des Gehäuses befindet
sich zweckmäßigerweise ein Bauteil in Form eines sich nach unten verjüngenden Konus,
wobei in diesen Konus die von der Prallvorrichtung abfallenden Getreidekörner, Spelz
und dgl. gelangen. Unter dem Bauteil mit dem Konus ist vorzugsweise ein Kaskadenreiniger
angeordnet, dem dann ein Gravitationsausleser nachgeordnet werden kann. Der Antriebsmotor
ist vorzugsweise mit dem Rotor über eine Keilriemenanordnung gekoppelt, da der Motor
vorzugsweise außerhalb des Gehäuses angeordnet wird, damit eine gute Zugänglichkeit
und ausreichende Kühlung gegeben ist. Zweckmäßigerweise ist die Drehzahl des Rotors
einstellbar, beispielsweise über ein Getriebe oder unmittelbar am Antriebsmotor durch
einen Frequenzwandler.
[0014] Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Schälanlage sind nachstehend anhand der
Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt:
- Fig. 1
- eine Schälanlage als einzelnes Standgerät,
- Fig. 2
- eine Schälanlage auf einer Reinigungs- und Auslese vorrichtung,
- Fig. 3
- eine Schälanlage mit einer einstellbaren Prallvorrichtung,
- Fig. 4
- eine Darstellung der Prallvorrichtung mit Eingabetrichter und Dosierrohr,
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf den Fliehkraftrotor,
- Fig. 6
- einen Schnitt entlang der Linie VI-VI in Fig. 5,
- Fig. 7
- die Draufsicht auf ein einzelnes Flügelelement,
- Fig. 8
- eine Ansicht des Flügelelementes in Richtung des Pfeiles VIII in Fig. 7.
[0015] In Fig. 1 ist eine Schälanlage 1 dargestellt, die ein Gehäuse 2 umfaßt, das im wesentlichen
aus einem zylindrischen Bauteil besteht. Auf der Oberseite des Gehäuses 2 ist ein
Deckel 3 abnehmbar befestigt. Das Gehäuse 2 ist mit Stützfüßen 12 versehen, so daß
die Schälanlage 1 auf einem Boden absetzbar ist. Von dem zylindrischen Gehäuse 2 erstrecken
sich mehrere Streben 4 radial nach innen, von denen eine Lagereinheit 5 getragen ist.
In der Lagereinheit 5 ist eine Rotorwelle 6, deren Rotationsachse R vertikal verläuft,
drehbar gehalten, wobei an dem oberen Ende der Rotationswelle 6 ein als Wurfscheibe
7 ausgebildeter Rotor angeordnet ist. Die Wurfscheibe 7 umfaßt mehrere sich radial
erstreckende Flügel 8. Am unteren Ende der Rotorwelle 6 ist eine Riemenscheibe 9 angeordnet.
[0016] Im oberen Bereich des Gehäuses 2 befindet sich eine Prallvorrichtung 10 mit einer
zum Gehäuseinneren gewandten Prallfläche 11, die geneigt zur Rotationsachse R verläuft.
Die Prallvorrichtung 10 ist gemäß dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel vorzugsweise
als ein kegelstumpfförmiger Ring ausgebildet, der auf den Streben 4 abgestützt ist.
Da der Deckel 3 vom Gehäuse 2 abnehmbar ist, ist auch die Prallvorrichtung 10 leicht
zugänglich, so daß es zweckmäßig ist, die Prallvorrichtung 10 derart in dem Gehäuse
2 anzuordnen, daß die Prallvorrichtung 10 leicht entnehmbar bzw. wieder einsetzbar
ist. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit eines Austausches der Prallvorrichtung
10 gegen eine andere, beispielsweise eine Prallvorrichtung die einen anderen Neigungswinkel
aufweist oder im Falle des Verschleißes der Prallfläche 11 gegen eine neue Prallvorrichtung.
[0017] Von dem Deckel 3 wird ein Trichter 15 gehalten, der zur Eingabe des zu schälenden
Getreides dient. An das untere Ende des Trichters 15 schließt sich ein Dosierrohr
16 an, durch welches das zu schälende Getreide dem Zentrum der Wurfscheibe 7 zugeführt
wird. An der Unterseite des Gehäuses 2 schließt sich ein konisches Bauteil 13 an,
an dessen unterem Ende sich eine Öffnung 14 befindet, durch die die Bestandteile des
geschälten Getreides, nämlich die Getreidekörner, die leeren Spelzen sowie mitgeführter
Schmutz und Staub zur weiteren Verarbeitung bzw. Separierung abgeführt werden.
[0018] Zum Antrieb der Wurfscheibe 7 ist ein elektrischer Antriebsmotor 17 vorgesehen, der
mit dem Gehäuse 2 baulich vereinigt ist und ebenfalls von den Stützfüßen 12 getragen
wird. An der Abtriebswelle des Antriebsmotors 17 ist eine Riemenscheibe 18 angeordnet,
über die ein oder mehrere Keilriemen 19 gelegt sind, welche den Antriebsmotor 17 mit
der Rotorwelle 6 über die Riemenscheibe 9 kraftschlüssig koppeln. An dem Antriebsmotor
17 ist ein Steuergerät 21 angeordnet, das nicht nur zur Inbetriebsetzung der Schälanlage,
sondern auch zur Drehzahlregelung des Antriebsmotors 17 dient. Die Drehzahlregelung
kann in dem Steuergerät 21 beispielsweise über einen Frequenzwandler erfolgen. Damit
das geschälte Getreide nicht in den Riementrieb gelangt, ist innerhalb des Gehäuses
2 eine Abdeckung 20 für die Keilriemen 19 und die Riemenscheibe 9 vorgesehen, wobei
der über dem Keilriemen 17 befindliche Abschnitt der Abdeckung 20 geneigt und gegebenenfalls
zusätzlich auch gewölbt gestaltet sein sollte, so daß sich keine Getreidebestandteile
auf der Abdeckung 20 ablagern.
[0019] Die Fig. 2 zeigt eine Schälanlage 1, die im wesentlichen den gleichen Aufbau besitzt
wie diejenige, die zu Fig. 1 beschrieben ist. Im Gegensatz zu der zuvor beschriebenen
Ausführung, ist an der Unterseite des Gehäuses 2 ein konisches Übergangsstück 23 angeordnet,
mittels dem sich die Schälanlage 1 auf einer Baueinheit 22 abstützt, die einen Kaskadenreiniger
24 und einen Gravitationsausleser 25 umfaßt. Kaskadenreiniger 24 und Gravitationsausleser
25 sind an sich bekannte Geräte, die hier nicht näher erläutert werden müssen. Die
Gesamtanordnung ist von Stützfüßen 26 getragen.
[0020] Durch die Rotation der Wurfscheibe 7 mit Drehzahlen, die beispielsweise im Bereich
von 2.800 min
-1 bis 3.400 min
-1 liegen, wird das durch das Dosierrohr 16 zugeführte Getreide mit hoher Wucht gegen
die Prallfläche 11 der Prallvorrichtung 10 geschleudert und trifft dort unter einem
durch die Neigung der Prallfläche 11 bestimmten Winkel auf. Dort platzt die Frucht
auf, so daß das Korn aus der Schale austritt. Durch die Schrägstellung werden die
Bestandteile des Getreides nach unten abgelenkt, so daß diese in das konische Bauteil
13 fallen und durch die Öffnung 14 abgeführt werden. Wie in Fig. 2 dargestellt, werden
dann die einzelnen Bestandteile, die nach der Trennung von Schale und Korn vorliegen,
ausgelesen und unterschiedlichen Behältnissen zugeführt. Die Anzahl der die Wurfscheibe
7 bildenden Flügel 8 kann je nach Auslegung des Gerätes unterschiedlich sein, wobei
zumindest drei Flügel 8 für eine Wurfscheibe 7 vorzusehen sind. Als besonders geeignet
wird eine Flügelzahl im Bereich zwischen sechs und zwölf Flügeln angesehen. Die als
kegelstumpfförmiger Ring ausgestaltete Prallvorrichtung 10 ist vorzugsweise an ihrer
Prallfläche 11 mit einem hochverschleißfesten Werkstoff beschichtet. Ein solcher Werkstoff
kann beispielsweise ein Kunststoff mit dynamischen Eigenschaften sein. Im Falle des
Verschleißes der Prallfläche 11 ist die Prallvorrichtung - wie bereits zu Fig. 1 angegeben
- leicht auswechselbar.
[0021] Die Fig. 3 zeigt eine Ausführungsvariante der Schälanlage 1 mit einem Gestell 28,
wobei sich Stützen 29 lediglich auf einer Seite des Gehäuses 2 und dem darunter angeordneten
Kaskadenreiniger 24 befinden, so daß eine gute Zugänglichkeit zu dem Kaskadenreiniger
24 gegeben ist. In dem Kaskadenreiniger 24 sind drei verstellbare Prallelemente 49
vorgesehen, die in Abhängigkeit des jeweils zu verarbeitenden Schälgetreides einstellbar
sind. Wie aus Fig. 3 weiter ersichtlich ist, wird die Prallvorrichtung 10 von Gewindespindeln
31 gehalten, wobei diese Gewindespindel an einer Deckelplatte 30 des Gehäuses 2 gehalten
ist. Mittels der Gewindespindeln 31, die später zu Fig. 4 noch näher erläutert sind,
ist die Prallvorrichtung 10 höhenverstellbar, d.h. die Prallvorrichtung 10 wird in
Längsrichtung der Rotationsachse R verschoben. Konzentrisch zu der Prallvorrichtung
10 befindet sich ein Fliehkraftrotor 40, der auf einer Welle der Lagereinheit 5 befestigt
ist. Der Fliehkraftrotor 40 wird von dem Antriebsmotor 17 über den Keilriemen 18 angetrieben,
wie dies bereits zu Fig. 1 beschrieben ist. Über dem Fliehkraftrotor 14 befindet sich
das Dosierrohr 16, welches sich an das untere Ende des Eingabetrichters 15 anschließt.
[0022] In Fig. 4 ist lediglich der Eingabetrichter 15 mit dem Dosierrohr 16 und der Prallvorrichtung
10 gezeigt. An der Deckelplatte 30 sind Gewindehülsen 34 drehfest angeordnet und in
diesen Gewindehülsen 34 sind die Gewindespindeln 31 gelagert. Die Gewindespindeln
31 sind jeweils mit einem Griffelement 38 versehen, mit dessen Hilfe die Gewindespindel
31 drehbar ist. In der Darstellung in Fig. 4 befinden sich die Gewindespindeln 31
in ihrer obersten Endlage, so daß auch die Prallvorrichtung 10 ihre dem Deckelelement
30 benachbarte Endlage einnimmt. Die Prallvorrichtung 10 ist an ihrem oberen Ende
mit einer Ringplatte 32 versehen, durch deren zentrische Öffnung 36 das Dosierrohr
16 ragt. Am äußeren Umfang der Ringplatte 32 sind Flanschabschnitte 37 vorgesehen,
in denen Öffnungen angeordnet sind, durch die die Gewindespindeln 31 ragen. An den
Gewindespindeln 31 ist jeweils ein oberer Radialbund 35 und ein unterer Radialbund
36 vorgesehen, wobei zwischen den Radialbunden 35 und 36 der Flanschabschnitt 37 aufgenommen
ist, so daß mit der axialen Verstellung der Gewindespindel 31 ebenso die Ringplatte
32 mit der Prallvorrichtung 10 in horizontaler Richtung bewegt wird.
[0023] In Fig. 5 ist die Draufsicht auf den Fliehkraftrotor 40 dargestellt, und Fig. 6 zeigt
einen Schnitt entlang der Linie VI-VI in Fig. 5. Dieser Fliehkraftrotor 40 umfaßt
eine Nabe 41, an der eine untere Platte 42 befestigt, vorzugsweise angeschweißt ist.
Zwischen der unteren Platte 42 und einem Deckring 45 befinden sich sechs Flügel 43,
die entgegen der Drehrichtung etwas gekrümmt ausgeführt sind. Die Flügel 43 bestehen
jeweils aus übereinandergestapelten Flügelelementen 44, die eine einheitliche Dicke
und deckungsgleiche Kontur besitzen. Zum Verspannen der unteren Platte 42 mit dem
Deckring 45 und den dazwischen befindlichen Flügelelementen 44 dienen Spannschrauben
47. Der Deckring 45 besitzt eine zentrische Öffnung 46, durch die das Schälgetreide
in das Zentrum des Fliehkraftrotors 40 gelangt und aufgrund der Rotation von den Flügeln
43 nach außen, in Richtung auf das Prallelement 10 geschleudert wird. In den Fig.
7 und 8 ist ein Flügelelement 44 als Einzelteil dargestellt, wobei die Draufsicht
gemäß Fig. 7 zeigt, daß jedes Flügelelement 44 zwei Bohrungen 48 zum Durchtritt der
Spannschrauben 47 besitzt.
[0024] Die Gestaltung der Flügel 43 aus Flügelelementen 44 hat den Vorteil, daß auf einfache
Weise unterschiedliche Flügelhöhen realisierbar sind, ohne komplette Rotoren austauschbar
bereitzuhalten. Durch das standardisierte Maß von beispielsweise 5mm können je nach
Zahl der gestapelten Elemente Flügelhöhen von 5mm, 10mm, 15mm oder 20mm realisiert
werden.
[0025] Die vorstehend beschriebene Schälanlage zeichnet sich durch eine hohe Durchsatzleistung
aus. Es erfolgt dabei eine äußerst schonende Behandlung des Schälgutes mit einem minimalen
Bruchanteil.
[0026] Um die Wurfscheibe 7 bzw. den Fliehkraftrotor 40 verschleißfest auszuführen, ist
es zweckmäßig, auch die Flügel aus einem verschleißfesten Material herzustellen oder
deren mit dem Schälgetreide in Berührung kommende Oberfläche mit einem hochverschleißfesten
Werkstoff zu überziehen, wobei es sich um den gleichen Werkstoff handeln kann, der
auch zur Bildung der Prallfläche 11 benutzt wird.
1. Schälanlage für Spelzgetreide mit einem Gehäuse (2), das an seiner Oberseite mit einer
Zuführung für das zu schälende Getreide versehen ist und mit einem in dem Gehäuse
(2) gelagerten und von einem Motor (17) angetriebenen Rotor,
dadurch gekennzeichnet, daß der Rotor als Wurfscheibe (7) oder Fliehkraftrotor (40) ausgebildet und in dem Gehäuse
(2) eine Prallvorrichtung (10) angeordnet ist, die eine bezogen auf die Rotationsachse
(R) der Wurfscheibe (7) bzw. des Fliehkraftrotors (40) geneigte Prallfläche (11) aufweist.
2. Schälanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Prallvorrichtung (10) eine kegelstumpfförmige Prallfläche (11) aufweist.
3. Schälanlage nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Prallfläche (11) nach unten erweitert und vorzugsweise die Rotationsachse (R)
vertikal angeordnet ist.
4. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Prallvorrichtung (10) als in das Gehäuse eingesetzter Ring ausgebildet und vorzugsweise
auswechselbar gehalten ist.
5. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Prallvorrichtung (10) in Längsrichtung der Rotationsachse (R) begrenzt verstellbar
und insbesondere an einer Deckelplatte (30) des Gehäuses (1) hängend angeordnet ist,
wobei die Deckelplatte (30) mit mindestens zwei, vorzugsweise drei Gewindespindeln
(31) versehen ist, an denen die Prallvorrichtung (10) hängt.
6. Schälanlage nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß an der Deckelplatte (30) Gewindehülsen (24) drehfest angeordnet und in den Gewindehülsen
(34) die Gewindespindeln (31) gelagert sind, wobei die Gewindespindeln (31) benachbart
zu ihrem unteren Ende mit radialen Bunden (35, 36) versehen sind und sich zwischen
den Bunden (35, 36) der jeweiligen Gewindespindeln (31) ein Flanschabschnitt (37)
der Prallvorrichtung (10) befindet und der Flanschabschnitt (37) an einer Ringplatte
(32) ausgebildet ist, die vorzugsweise mit der Prallvorrichtung (10) verschraubt ist.
7. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Wurfscheibe (7) bzw. der Fliehkraftrotor (40) mindestens drei, vorzugsweise sechs
bis 12 im wesentlichen in radialer Richtung weisende Flügel (8, 43) aufweist.
8. Schälanlage nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (43) entgegen der Drehrichtung gekrümmt ausgebildet sind.
9. Schälanlage nach einem der Ansprüche 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Flügel (43) aus mehreren geschichteten Flügelelementen (44) bestehen, wobei die
Flügelelemente (44) vorzugsweise eine einheitliche Höhe (h) aufweisen und die Flügelelemente
(44) zwischen einer unteren Platte (42) und einem Deckring (45) angeordnet und mittels
Spannschrauben (47) verspannt sind.
10. Schälanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß die Prallfläche (11) und/oder die Flügel (8, 43) mit einer Beschichtung aus einem
hochverschleißfesten Werkstoff versehen ist/sind, wobei als Werkstoff vorzugsweise
ein Kunststoff mit dynamischen Eigenschaften vorgesehen ist.
11. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß als Zuführung für das Getreide ein Trichter (15) mit einem Dosierrohr (16) vorgesehen
ist.
12. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite des Gehäuses (2) ein Bauteil (13) in Form eines sich nach unten
verjüngenden Konus angeordnet ist.
13. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß unter dem Gehäuse (2) ein Kaskadenreiniger (24) angeordnet ist, in dem mehrere verstellbare
Prallelemente (49) angeordnet sind und vorzugsweise dem Kaskadenreiniger (24) ein
Gravitationsausleser (25) nachgeordnet ist.
14. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß der Motor (17) mit dem Rotor über eine Keilriemenanordnung (9, 18, 19) gekoppelt
ist.
15. Schälanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet, daß Mittel (21) zur Einstellung der Drehzahl der Wurfscheibe (7) bzw. des Fliehkraftrotors
(40) vorgesehen sind.