[0001] Für Transport und Lagerung temperierter Ladegüter sind isolierte Tankcontainer erforderlich,
die üblicherweise mit Dämmstoffen isoliert werden, die auf den Tank aufgebracht und
von einer Außenhülle umgeben sind. Temperaturänderungen des Ladeguts entstehen zum
einen durch das Dämmaterial selbst und zum anderen durch Wärmebrücken, die beispielsweise
an den metallischen Verbindungsstellen zwischen Tank und Rahmen entstehen. Diese Temperaturänderungen
erfordern zusätzliche Heiz- oder Kühlaggregate, um einen bestimmten Temperaturbereich
einzuhalten.
[0002] Besonders hochwertige Isolierungen, insbesondere Vakuumisolierungen, bei denen der
Zwischenraum zwischen dem Tank und der Außenhülle evakuiert ist, können über einen
längeren Zeitraum Temperaturbereiche einhalten und damit den Einsatz von Zusatzaggregaten
vermeiden. Hier ist die Isolierwirkung entscheidend durch verbleibende Wärmebrücken
begrenzt. Insbesondere im Bereich der Tank-Rahmenverbindung ist die Wärmeabgabe oder
-aufnahme besonders groß, da die Verbindung zwischen Tank und Rahmen aus Festigkeitsgründen
weitgehend über metallische Bauelemente erfolgt.
[0003] Dem Oberbegriff des Anspruchs 1 entspricht ein aus DE 32 12 696 C2 bekannter Frachtcontainer,
bei dem ein Tank über eine Ringsattelung mit Stirnrahmen verbunden ist. Auch bei einer
isolierenden Zwischenlage zwischen tankseitigem Stirnring und rahmenseitigem Sattelring
besteht dort über metallische Befestigungsschrauben, die beide Ringe und die Zwischenlage
durchsetzen, eine gut leitende, metallische Koppelung zwischen Tank und Rahmen. Eine
solche Sattelung ist ebenfalls aus DE 90 14 104 U1 bekannt. Darüber hinaus können
herkömmliche Zwischenlagen nur Druckkräfte aufnehmen.
[0004] Der Erfindung liegt die generelle Aufgabe zugrunde, Schwierigkeiten, wie sie bei
vergleichbarem Stand der Technik auftreten, mindestens teilweise zu beseitigen. Eine
speziellere Aufgabe kann darin gesehen werden, einen zur Aufnahme temperierter Ladegüter
geeigneten Tankcontainer mit geringen Wärmeverlusten anzugeben, der auch für hochwertige
Isolierungen, insbesondere für Vakuumisolierungen geeignet ist.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Beim hier
vorgesehene Tank können durch die Isolierzarge unerwünschte Wärmebrückenwirkungen
zwischen Tank und Rahmen erheblich reduziert werden. Die metallischen Anschlußenden
können jeweils auf herkömmliche Art und Weise mit tank- oder rahmenseitigen Elementen
einer Ringsattelung verbunden werden. Die Isolierzarge überträgt alle Lasten zwischen
Tank und Rahmen; sie kann vorgefertigt und auf einfache Weise als quasimetallisches
Bauteil verarbeitet werden.
[0006] Die Weiterbildung der Erfindung nach den Ansprüchen 2 und 3 erlaubt durch Integration
der rahmenseitigen Ringsattelung in eine Isolierhülle, die mit der Außenfläche des
Tanks einen hermetisch abgeschlossenen Zwischenraum definiert, einen besonders hochwertig
vakuumisolierten Tankcontainer.
[0007] Die erfindungsgemäße Gestaltung der Verbindung zwischen Tank und Außenhülle nach
den Ansprüchen 4 bis 7 erlaubt eine besonders platzsparende und leicht zu fertigende
Tanksattelung.
[0008] Die Gestaltung nach Anspruch 8 vermeidet temperaturbedingte Spannungen zwischen Tank
und Außenhülle, die durch unterschiedliche Wärmeausdehnungen von Tank und Außenhülle
entstehen. Damit sind auch große, Tank und Außenhülle durchsetzende Öffnungen möglich,
ohne daß an den Verbindungsstellen kritische Spannungen auftreten.
[0009] Ansprüche 9 bis 14 geben besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Isolierzarge
zur Optimierung der Festigkeit und der Isolierwirkung an.
[0010] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnungen
näher erläutert. Darin zeigen
- Figur 1
- eine Vorderansicht des Tankcontainer,
- Figur 2
- eine Seitenansicht des Tankcontainers
- Figur 3
- eine Darstellung des Schnitts A - A in Figur 2.
[0011] Der Tankcontainer umfaßt einen im Wesentlichen zylindrischen Tank
1, der über Ringsattelungen
2 mit zwei Stirnrahmen
3 verbunden ist. Jeder Stirnrahmen
3 ist mit zwei oberen und zwei unteren Eckbeschlägen
4, 5 versehen. Die Stirnrahmen
3 weisen obere und untere Querholme
6, 7 sowie Eckstützen
8 auf, die zwischen den Eckbeschlägen
4, 5 angeordnet sind. Zusätzlich sind die Stirnrahmen
3 durch eingesetzte Diagonalstreben
9 verstärkt.
[0012] An der Außenhülle
10 sind zur besseren Kraftübertragung zwischen Außenhülle
10 und Stirnrahmen
3 Sattelstrukturen
11 angebracht, die über Verstrebungen
12 mit den unteren Eckbeschlägen
5 verbunden sind. Zusätzliche Bodengruppen
13 mit Eckbeschlägen
5 erlauben die variable Koppelung an (nicht dargestellte) Fahrzeugchassis.
[0013] Der Stirnrahmen
3 ist an entsprechenden Ausnehmungen in den Querholmen
6, 7, den Eckstützen
8 und den Diagonalstreben
9 mit der Außenhülle
10 verschweißt. Die Stirnrahmen können aber auch entsprechend DE 32 12 696 C2 gestaltet
sein und an den Stirnseiten der Enden
14 der Außenhülle
10 angebracht sein.
[0014] Gemäß der Schnittdarstellung in Figur 3 umfaßt die Ringsattelung
2 einen Stirnring
15, eine Isolierzarge
16 und einen ersten Sattelring
17. Der Stirnring
15 ist als Rohrstück ausgeführt und ist an einem Boden
18 des Tanks
1 angeschweißt. Ein Verstärkungsring
19 mit radial verlaufendem Flansch ist zwischen dem Boden
18 und dem Stirnring
15 eingesetzt. Der erste Sattelring
17 ist mit der zylindrischen Außenhülle
10 verschweißt und über Rippen
20 mit einem zweiten Sattelring
21 verbunden, wobei die Rippen
20 ebenfalls mit der Außenhülle
10 verschweißt sind, die wiederum mit entsprechend ausgeschnittenen Rahmenteilen
6,
7,
8,
9 verschweißt ist. Dabei zeigt Figur 3 das Restprofil einer Eckstütze
8.
[0015] Die konische Isolierzarge
16 besteht aus einem metallischen, engen, tankseitigen Anschlußende
22, einem Zwischenstück
23 und einem metallischen, weiten, rahmenseitigen Anschlußende
24. Das Zwischenstück
23 besteht aus einem geeigneten faserverstärkten Kunststoff, in das die Anschlußenden
22, 24 einlaminiert sind, die zusätzlich über das Zwischenstück
23 und die Anschlußenden
22, 24 durchsetzende Stifte
25 formschlüssig fixiert sind. Der Abstand und damit die Anzahl der Stifte
25 kann entsprechend der zu übertragenden Lasten variiert werden. Üblicherweise sind
die im unteren Teil des Tankcontainers übertragenen Lasten höher als die im oberen
Teil. Damit sollte im unteren Teil die Anzahl der Stifte
25 erhöht werden.
[0016] Der Querschnitt des Zwischenstücks
23 kann zwischen den beiden Anschlußenden
22, 24 reduziert werden, um die Wärmeübertragung weiter zu verringern. Zusätzlich kann innerhalb
des Zwischenstücks zwischen den Anschlußenden eine Zwischenlage
26 mit zusätzlich verringerter Wärmeleitfähigkeit eingesetzt werden, um die Isolierwirkung
des Zwischenstücks 23 noch weiter zu verbessern.
[0017] Das tankseitige Anschlußende
22 ist mit der zylindrischen Umfangsfläche
28 des Stirnrings
15 verschweißt, und das rahmenseitige Anschlußende
24 ist mit der radial verlaufenden Stirnfläche
29 des ersten Sattelrings
17 verschweißt. Mit dieser Anordnung lassen sich bei der Montage Längsund Quertoleranzen
bezüglich der Tankachse
30 ausgleichen. An der radialen Stirnfläche
29 ist ebenfalls das Ende
14 der Außenhülle
10 angeschweißt. Damit entsteht zwischen Tank
1 und Außenhülle
10 ein evakuierbarer Hohlraum
27.
[0018] Der faserverstärkte Kunststoff, aus dem das Zwischenstücks
23 besteht, weist niedrige Ausgasungsraten auf, um die innere Leckage des evakuierten
Hohlraums
27 gering zuhalten. Vorteilhaft ist ein anfängliches Ausgasungsvolumen von weniger als
9x10
12 mol/cm
3 innerhalb von 2 Monaten bei einem anfänglichen Umgebungsdruck von 10
-4 hPa. Die Zugfestigkeit einer geeigneten Isolierzarge 16 liegt über 105 N/mm
2.
[0019] Die Außenhülle
10 weist zwei Kompensatorringe
31 auf, die temperaturbedingte unterschiedliche Längenänderungen in axialer Richtung
von Tank
1 und Außenhülle
10 durch elastische Verformung ausgleichen. Zwischen den Kompensatorringen
31 ist ein Anschlußbereich
32 angeordnet, der die Außenhülle
10 durchsetzt und mit dem Tank
1 verbunden ist. Durch die Kompensatorringe
31 bleiben die Verbindungsstellen zwischen Anschlußbereich
32 und Außenhülle
10 einerseits und zwischen Anschlußbereich
32 und Tank 1 andererseits spannungsarm.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1.
- Tank
- 2.
- Ringsattelung
- 3.
- Stirnrahmen
- 4.
- oberer Eckbeschlag
- 5.
- unterer Eckbeschlag
- 6.
- oberer Querholm
- 7.
- unterer Querholm
- 8.
- Eckstütze
- 9.
- Diagonalstrebe
- 10.
- Außenhülle
- 11.
- Sattelstruktur
- 12.
- Verstrebung
- 13.
- Bodengruppe
- 14.
- Ende
- 15.
- Stirnring
- 16.
- Isolierzarge
- 17.
- erster Sattelring
- 18.
- Boden
- 19.
- Verstärkungsring
- 20.
- Rippe
- 21.
- zweiter Sattelring
- 22.
- tankseitiges Anschlußende
- 23.
- Zwischenstück
- 24.
- rahmenseitiges Anschlußende
- 25.
- Stift
- 26.
- Zwischenlage
- 27.
- Hohlraum
- 28.
- Umfangsfläche
- 29.
- Stirnfläche
- 30.
- Tankachse
- 31.
- Kompensatorring
- 32.
- Anschlußbereich
1. Isolierter Tankcontainer, bei dem ein Tank (1) an seinen Böden (18) über eine Ringsattelung (2) mit einem Stirnrahmen (3) verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Ringsattelung (2) eine Isolierzarge (16) mit einem tankseitigen und einem rahmenseitigen Anschlußende (22, 24) umfaßt, wobei die Anschlußenden (22, 24) über ein Zwischenstück (23) aus gegebenenfalls faserverstärktem Kunststoff ohne metallischen Kontakt miteinander
verbunden sind.
2. Tankcontainer nach Anspruch 1, wobei das rahmenseitige Anschlußende (24) über eine den Tank (1) in einem Abstand umgebende Außenhülle (10) mit dem Stirnrahmen (3) verbunden ist.
3. Tankcontainer (1) nach Anspruch 2, wobei der Hohlraum (27) zwischen Tank (1) und Außenhülle (10) evakuierbar ist.
4. Tankcontainer (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das tankseitige Anschlußende (22) über einen Stirnring (15) mit dem Boden (18) verbunden ist, und das rahmenseitige Anschlußende (24) über einen ersten Sattelring (17) mit dem Stirnrahmen (3) oder der Außenhülle (10) verbunden ist.
5. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das tankseitige Anschlußende
(22) an der äußeren Umfangsfläche (28) des Stirnrings (15) und das rahmenseitige Anschlußende (24) an einer Stirnfläche (29) des ersten Sattelrings (17) befestigt ist.
6. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Isolierzarge (16) konisch ausgebildet ist.
7. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Anschlußenden (22, 24) der Isolierzarge (16) verschweißt werden können.
8. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Außenhülle (10) einen Kompensatorring (31) aufweist.
9. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Zwischenstück (23) der Isolierzarge (16) mit den beiden Anschlußenden (22, 24) formschlüssig und/oder durch Klebung verbunden ist.
10. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei Stifte (25) das Zwischenstück (23) und die Anschlußenden (22, 24) formschlüssig durchsetzen.
11. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Isolierzarge (16) aus mehreren Segmenten besteht.
12. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Zwischenstück (23) zwischen den Anschlußenden (22, 24) eine Zwischenlage (26) enthält deren Wärmeleitung geringer ist, als die des umgebenden Zwischenstückmaterials.
13. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Zwischenstück (23) bei einem anfänglichen Umgebungsdruck von 10-4 hPa ein Ausgasungsvolumen von weniger als 9x1012 mol/cm3 innerhalb von 2 Monaten abgibt.
14. Tankcontainer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Isolierzarge (16) eine Zugfestigkeit von mindestens 105 N/mm2 hat.