[0001] Die Erfindung betrifft ein Schwertfalzwerk mit einer einem Falzschwert und einem
Paar Falzwalzen zugeordneten Transporteinrichtung, durch welche eine Signatur vor
der Falzung in einer Transportebene an eine Anschlagträgereinheit befördert werden
kann.
[0002] Um eine möglichst präzise Falzung einer durch eine Transporteinrichtung an ein Schwertfalzwerk
herantransportierte Signatur zu ermöglichen, sind typischerweise ein Vorderkantenanschlag
und Seitenkantenanschläge vorgesehen, sodass die Signatur während des Verzögerungs-
oder Bremsvorgangs eine Führung erfährt und ausgerichtet entlang der durch die Geometrie
des Falzschwertes vorgegebenen Koordinaten wird. Bekannte Ausführungen von Schwertfalzwerken
weisen typischerweise motorisch verstellbare Anschlagträger mit fest fixierten Anschlagfingern,
häufig vorgesehen für ein minimales Format der zu verarbeitenden Signaturen, auf,
um zwischen die Transporteinrichtung in den Transportweg der Signatur zu gelangen.
Schwertfalzwerke in Falzrnaschinen werden insbesondere zur Erzeugung von Kreuzbrüchen
verwendet, beispielsweise in sogenannten Kombifalzmaschinen, welche sowohl wenigstens
ein Taschen- als auch ein Schwertfalzwerk aufweisen.
[0003] Beispielsweise ist in der US 5,158,524 ein derartiger Vorderkantenanschlag an einem
Schwertfalzwerk offenbart. In diesem Dokument ist ein Schwertfalzwerk mit einem Vorderkantenanschlag
zur Abbremsung der Bewegung eines mit einer Transporteinrichtung über den Falzspalt
beförderten Bogens und mit Anschlägen zur Vermeidung einer Vertikalbewegung der Seitenkanten
des Bogens während des Falzvorgangs dargestellt. Die Anschläge zur Vermeidung einer
Vertikalbewegung sind am Vorderkantenanschlag aufgenommen und können gemeinsam bewegt
werden, beispielsweise um sie vom Falzspalt im Fall einer Fehloperation zur schnellen
Behebung des Problems abzuziehen.
[0004] Insbesondere bei großen Formaten der zu falzenden Signaturen und dünnem Bedruckstoff
kann es bei fest vorgesehenen und beabstandeten Anschlagfingern eines Vorderkantenanschlags
zu Markierungsbildung kommen. Zudem wird keine sichere Anschlagkante für die Vorderkante
der Signatur gebildet, sodass bei einer heftigen Abbremsung der Signatur diese schräg
über dem Falzspalt zu liegen kommen kann. Durch diese Verdrehung der Signatur können
Falzungenauigkeiten entstehen.
[0005] Um eine oben angesprochene Markierungsbildung zu vermeiden und um eine sichere Arbeitsweise
bei allen Formaten zu gewährleisten, werden häufig bei gängigen Falzmaschinen nach
dem Einstellen der Seitenanschläge zusätzliche Anschlagfinger manuell, dem Format
der zu falzenden Signatur entsprechend, eingebaut. Diese zusätzlichen Anschlagfinger
müssen wieder ausgebaut werden, sobald die Seitenanschläge bewegt werden sollen. Eine
automatische Einstellung, insbesondere zur Berücksichtigung des Formates der Signatur,
ist auf diesem Wege nicht möglich.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Schwertfalzwerk mit einem Vorderanschlag
zu schaffen, welches Markierungsbildung und Falzungenauigkeiten durch Verdrehungen
der Signatur verringert. Insbesondere liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, dass
eine automatische Einstellung einer Anschlagskonfiguration in Abhängigkeit von Material-
und Produktionsparametern ermöglicht werden soll.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Schwertfalzwerk mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes
sind in den Unteransprüchen charakterisiert.
[0008] Das erfindungsgemäße Schwertfalzwerk umfasst eine einem Falzschwert und einem Paar
Falzwalzen zugeordnete Transporteinrichtung, durch welche wenigstens eine Signatur
vor dem Falzvorgang in einer Transportebene an eine Anschlagträgereinheit befördert
werden kann. Es zeichnet sich dadurch aus, dass die Anschlagträgereinheit relativ
zum Falzschwert im Wesentlichen parallel zur Transportebene bewegbar ist und wenigstens
einen sich von zumindest der Positionslinie des Falzschwertes bis zu einer extremen
Seitenkantenlinie durchgehend erstreckenden Vorderkantenanschlag aufweist, welcher
im Wesentlichen senkrecht zur Transportebene bewegbar ist. Eine Transporteinrichtung
kann dabei beispielsweise Transportrollen oder Transportbänder umfassen. Eine extreme
Seitenkantenlinie wird beispielsweise durch eine maximal zu verarbeitende Signaturbreite
bestimmt.
[0009] Für den bevorzugten Fall, dass unterhalb der Transportebene die Transporteinrichtung
Transportbänder umfasst, welche durchgehend bis zu einer dem Schwertfalzwerk nachgeordneten
Auslage verlaufen, damit auch ohne Kreuzbruchfalzung eine Passage der Signatur bequem
und einfach möglich ist, ist es besonders vorteilhaft, dass eine Gruppe von Umlenkrollen
für die Transportbänder zur Umleitung der Transportbänder am Vorderkantenanschlag
entlang der von der Transportebene abgewandten Seite vorbei vorgesehen wird.
[0010] Die Konstruktion des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes ist bevorzugt derart ausgelegt,
dass die Anschlagträgereinheit wenigstens einen im Wesentlichen senkrecht zur Positionslinie
des Falzschwertes bewegbaren Seitenanschlagschlitten mit Seitenanschlägen zur Ausrichtung
der Signatur entlang durch die Geometrie des Falzschwertes vorgegebenen Koordinaten
aufweist. Bevorzugt ist dabei wenigstens einer der Seitenanschläge im Wesentlichen
senkrecht zur Transportebene bewegbar und kann von einer Ruheposition in wenigstens
eine aktive Position und zurück überführt werden. Entsprechend dem Format der zu falzenden
Signatur können die Anschlagträgereinheit und/oder der Seitenanschlagsschlitten nebst
den Seitenanschlägen vollautomatisch eingestellt werden.
[0011] Es ist besonders vorteilhaft, wenn zusätzlich wenigstens ein Niederhalteband oberhalb
der Transportebene vorgesehen ist. Zweckmäßig wird dann eine zugeordnete Gruppe von
Umlenkrollen zur Umleitung des Niederhaltebands am Vorderkantenanschlag vorbei entlang
der von der Transportebene abgewandten Seite vorgesehen.
[0012] Eine zusammengehörige Gruppe von Umlenkrollen für ein Transportband bzw. Niederhalteband
ist typischerweise am Seitenanschlagsschlitten aufgenommen. Das zugeordnete Transportband
bzw. Niederhalteband kann entsprechend der Bewegung des Seitenanschlagschlittens translatiert
oder gleichsinnig verschoben werden. Besonders vorteilhaft ist es, wenn wenigstens
eine Umlenkrolle in einer bestimmten Gruppe von Umlenkrollen im Wesentlichen senkrecht
zur Transportebene bewegbar ist. Dadurch kann das zugeordnete Transportband bzw. Niederhalteband
gestrafft werden, wenn sich die besagte Umlenkrolle in einer ersten Position befindet,
und entspannt werden, wenn sich die Umlenkrolle in einer zweiten Position befindet,
sodass eine Translation oder Verschiebung des Transportbandes gleichsinnig mit dem
Seitenanschlagsschlitten erfolgen kann.
[0013] Insbesondere aufgrund der nicht vernachlässigbaren Ausdehnung oder Breite des Seitenanschlagsschlittens
ist vorteilhafterweise vorgesehen, dass wenigstens ein Seitenanschlag auf dem Seitenanschlagsschlitten
für einen ersten Bereich und wenigstens ein Seitenanschlag für einen zweiten Bereich
möglicher Positionen zwischen einer minimalen und einer maximalen Position des Seitenanschlagsschlittens
vorgesehen sind. Je nach Position des Seitenanschlagsschlittens relativ zum Falzschwert
kann also ein erster Seitenanschlag oder ein zweiter Seitenanschlag zum Einsatz kommen.
Bevorzugt ist wenigstens ein Seitenanschlag an einer Gruppe von Umlenkrollen an der
dem Falzschwert zugewandten Seiten und/oder wenigstens ein Seitenanschlag an wenigstens
einer Gruppe von Umlenkrollen an der dem Falzschwert abgewandten Seite aufgenommen.
Diese Maßnahme trägt wiederum in vorteilhafter Weise der nicht vernachlässigbaren
Breite der Umlenkrollen und zugeordneten Transportbänder bzw. Niederhaltebänder Rechnung,
so dass eine durchgängige Variation des Formates von einem minimalen zu einem maximalen
erzielt werden kann.
[0014] Es ist zweckmäßig, die Bewegung der Anschlagträgereinheit und/oder die Bewegung des
Vorderkantenanschlags und/oder die Bewegung wenigstens einer der Seitenanschläge mittels
eines Aktuators zu erzeugen. Beispielsweise kann ein geeigneter Aktuator ein ventilgesteuerter
Pneumatikzylinder oder ein Servomotor sein.
[0015] Besonders vorteilhaft ist zusätzlich das Schwertfalzwerk mit einer Steuerungseinheit
zu versehen. Die Steuerungseinheit steuert dabei wenigstens einen Aktuator in Funktion
wenigstens eines Signaturparameters, beispielsweise des Formates, eines Material-
oder Produktionsparameters derart an, dass eine dem Format der zu falzenden Signatur
entsprechende Positionierung der Anschlagträgereinheit und/oder des Vorderkantenanschlags
und/oder wenigstens eines Seitenanschlags erfolgt. Durch diese Maßnahmen ist es möglich,
die Markierungen an der Vorderkante der zu falzenden Signatur zu verringern. Falzungenauigkeiten
durch Verdrehung der Signatur werden vermieden. Eine automatische Einstellung der
Anschläge in Abhängigkeit von Material- oder Produktionsparameter in eine bestimmte
Anschlagskonfiguration, insbesondere in Abhängigkeit des Formates der Signatur, ist
dadurch möglich. Durch die Integration der Seitenanschläge und des Vorderkantenanschlags
in eine Anschlagträgereinheit werden Kollisionen zwischen den Seitenanschlägen und
dem Vorderkantenanschlag bei Veränderung ihrer Position zueinander vermieden. Die
Seitenanschläge können bevorzugt unabhängig voneinander von der Ruheposition in eine
aktive Position und zurück gebracht werden. Die Bewegung des Anschlagträgers und/oder
die Bewegung wenigstens eines Anschlagfingers und/oder wenigstens eines Seitenanschlags
erfolgt mit besonderem Vorteil mittels eines Aktuators.
[0016] Beispielsweise kann ein geeigneter Aktuator ein ventilgesteuerter Pneumatikzylinder
oder ein Servomotor sein.
[0017] Besonders vorteilhaft ist zusätzlich eine Steuerungseinheit für das Schwerfalzwerk
vorgesehen. Die Steuerungseinheit steuert dabei wenigstens einen Aktuator in Funktion
wenigstens eines Material- oder Produktionsparameters, also eines Signaturparameters,
beispielsweise des Formates, derart an, dass eine dem Format der zu falzenden Signatur
entsprechende Positionierung des Anschlagträgers und/oder wenigstens eines Vorderkantenanschlags
und/oder wenigstens eines Seitenanschlagsschlittens und/oder wenigstens eines Seitenanschlages
erfolgt. Durch diese Maßnahmen ist es möglich, die Markierungen an der Vorderkante
der zu falzenden Signatur und Falzungenauigkeiten durch Verdrehung der Signatur zu
verringern. Eine automatische Einstellung der Anschläge in Abhängigkeit von Material-
oder Produktionsparametern, insbesondere in Abhängigkeit des Formates der Signatur,
ist ermöglicht. Durch die jedem Transportband zugeordneten Gruppen von Umlenkrollen
ist es darüber hinaus möglich, eine Bewegung der Seitenkantenanschläge und der Transportbänder
durchzuführen, ohne dass eine manuelle Veränderung des durchgehenden Vorderkantenanschlages
erforderlich ist.
[0018] Mit besonderem Vorteil wird das erfindungsgemäße Schwertfalzwerk in einer Falzmaschine
für bogenförmiges Material mit wenigstens einem Anleger, einer Transporteinrichtung,
wenigstens einem Falzwerk und einer Auslage eingesetzt. Insbesondere kann die Falzmaschine
dabei zusätzlich wenigstens ein Taschenfalzwerk aufweisen, also eine sogenannte Kombifalzmaschine
sein.
[0019] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung
werden anhand der nachfolgenden Figuren sowie deren Beschreibungen dargestellt. Es
zeigt im Einzelnen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Schwertfalzwerkes mit bewegbarer Anschlagträgereinheit,
- Figur 2
- eine schematische Ansicht eines Schnittes entlang der Linie AB in Figur 1 durch die
bewegbare Anschlagträgereinheit des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes,
- Figur 3
- eine schematische Seitenansicht der vorteilhaften Ausrührungsform des erfindungsgemäßen
Schwertfalzwerkes,
- Figur 4
- eine Ansicht in einer Schnittebene durch den Seitenanschlagsschlitten der vorteilhaften
Ausrührungsform des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes mit einem Vorderkantenanschlag
in Ruheposition,
- Figur 5
- eine Ansicht entlang einer Schnittebene durch den Seitenanschlagsschlitten der vorteilhaften
Ausführungsform mit dem Vorderkantenanschlag in aktiver Position,
- Figur 6
- schematische Darstellung der Anschlagträgereinheit mit den Seitenanschlagsschlitten
in einer maximalen Position (Teilbild a) und einer minimalen Position (Teilbild b)
mit Benutzung eines äußeren Seitenkantenanschlages, eines äußeren Seitenkantenanschlags
an der inneren Gruppe von Umlenkrollen, und eines inneren Seitenkantenanschlags an
der inneren Gruppe von Umlenkrollen und
- Figur 7
- eine schematische Darstellung der Anschlagträgereinheit mit Vorderkantenanschlägen
in Ruheposition zur Passage der Signaturen ohne Kreuzbruchfalzung durch das Schwertfalzwerk
hindurch.
[0020] Die Figur 1 ist eine schematische Darstellung einer vorteilhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes mit bewegbarer Anschlagträgereinheit. Der
Falzvorgang in einem Schwertfalzwerk, insbesondere zur Erzeugung eines Kreuzbruchs,
wird durch ein Falzschwert 8 in Verbindung mit zwei Falzwalzen 18 bewirkt. Entlang
einer Transportrichtung 21 wird eine Signatur mit Hilfe von Transportbändern 6 unter
das Falzschwert 8 gebracht. Der Antrieb der Transportbänder 6 erfolgt durch die rotierende
Bandwalze 4. Bandwalze 4, das erste Seitenteil 1, die Traverse 3 und das zweite Seitenteil
2 bilden eine Art Rahmen und definieren im Zusammenhang mit den Transportbändern 6
eine Transportebene. In der Nähe des Falzschwertes 8, im Wesentlichen mittig, sind
ein Leitblech 5 und Führungsschienen 7 vorgesehen. Die innersten Transportbänder 6
und die Führungsschienen 7 bleiben bevorzugt unverändert in ihrer Position auch bei
einem Formatwechsel. Die gewünschte Position der Signatur relativ zum Falzschwert
8 wird durch die Einstellung von Anschlägen erreicht. Das erfindungsgemäße Schwertfalzwerk
weist in der hier dargestellten bevorzugten Ausführungsform eine Anschlagträgereinheit
13 auf. Die Anschlagträgereinheit 13 ist entlang der durch die Geometrie des Falzschwertes
8 bestimmten Koordinatenrichtung bewegbar. Dazu sind hier beispielhaft eine linke
Einstelleinheit 9 und eine rechte Einstelleinheit 10 vorgesehen. Eine typische Einstelleinheit
9 bzw. 10 besteht aus einem Spindelantrieb mit Motor, Getriebe und Drehgeber. Die
Anschlagträgereinheit 13 ist auf Längsführungen 13.3 gelagert und entlang diesen bewegbar
bzw. verfahrbar. Eine Anschlagträgereinheit weist dabei wenigstens einen Verfahrschlitten,
hier beispielhaft gezeigt einen rechten Verfahrschlitten 13.1 und einen linken Verfahrschlitten
13.2, auf. Mit Querrührungen 13.4 und einer Brücke 13.5 sind diese zu einer Einheit,
der Anschlagträgereinheit 13, verbunden. Auf den Querführungen 13.4 ist wenigstens
ein Seitenanschlagsschlitten, hier beispielhaft ein linker Seitenanschlagsschlitten
14 und ein rechter Seitenanschlagsschlitten 15, vorgesehen. Es ist eine Einstelleinheit
11 für den linken Seitenanschlag 14 und eine Einstelleinheit 12 für den rechten Seitenanschlag
15 vorgesehen. Die verschiedenen Einstelleinheiten oder Aktuatoren können dabei beispielsweise
in Form ventilgesteuerter Pneumatikzylinder oder Servomotoren zur Verfügung gestellt
werden. In der gezeigten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist der linke
Seitenanschlagsschlitten 14 bzw. der rechte Seitenanschlagsschlitten 15 beispielhaft
drei Seitenanschläge auf. Es ist ein Seitenanschlag 15.5 vorgesehen, welcher typischerweise
fest ist. Des Weiteren können bewegbare oder ausfahrbare Seitenanschläge vorgesehen
sein: Ein Seitenanschlag 15.6 ist dabei an einer Gruppe von Umlenkrollen 15.4 an der
dem Falzschwert abgewandten Seite aufgenommen, während ein Seitenanschlag 15.7 an
einer Gruppe von Umlenkrollen 15.3 an der dem Falzschwert 8 zugewandten Seite aufgenommen
ist. Für die innersten Transportbänder 6 sind darüber hinaus wie in der hier gezeigten
vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung Andrückrollen 20 vorgesehen.
[0021] Die Figur 2 ist eine schematische Ansicht eines Schnittes entlang der Linie AB in
Figur 1 durch die bewegbare Anschlagträgereinheit des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes.
Die Figur 2 zeigt die Anschlagträgereinheit 13 mit dem Falzschwert 8 und den Falzwalzen
18 sowie dem Leitblech 5 und Transportbändern 6. Die Anschlagträgereinheit 13 ist
entlang der Längs führungen 13.3 bewegbar gelagert und kann in Richtung der Papierebene
bewegt werden. Im Falle der Verwendung von Spindeln für die Längsführung 13.3 sind
Spindelmuttem 13.6 am rechten Verfahrschlitten 13.1 sowie am linken Verfahrschlitten
13.2 vorgesehen. Der komplette Anschlag 13.7 umfasst dabei einen Anschlagrahmen 13.7.1,
einen Anschlag 13.7.2, wenigstens einen Anschlagfinger 13.7.3 in der Nähe des Falzschwertes
8 und kann in wenigstens zwei Positionen, einer Ruheposition (oben) und einer aktiven
Position (unten) mit Hilfe eines Pneumatikzylinders 13.9 nebst Steuerungsventil bewegt
werden.
[0022] Die Figur 3 zeigt eine schematische Seitenansicht der vorteilhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes. Unterhalb des Falzschwertes 8 ist eine Signatur
17 gezeigt. Diese ist mittels des Transportbandes 6 bis an den Vorderkantenanschlag
13.7.2 vor dem eigentlichen Falzvorgang herangeführt worden. In dieser Figur 3 ist
erkennbar, wie im Seitenanschlagsschlitten 15 das Transportband 6 um eine Gruppe von
unteren Umlenkrollen 15.4 geschlungen ist, um eine Umleitung des Transportbandes 6
um die Position einer Traverse 13.8, welche hier beispielhaft als Gegenanschlag zum
Vorderkantenanschlag 13.7.2 fungiert, zu ermöglichen. Des Weiteren ist in der Figur
3 ein Niederhalteband 19 gezeigt. Es ist entsprechend im Seitenanschlagsschlitten
15 eine Gruppe von oberen Umlenkrollen 15.3 vorgesehen, um eine Umleitung des Niederhaltebandes
19 um die Position des Vorderkantenanschlags 13.7.2 zu ermöglichen. An einer Führungsschiene
7 sind hier beispielhaft Andrückrollen 20 für das Transportband 6 gezeigt.
[0023] Mit anderen Worten: Die Signatur 17 enthält von unten eine Unterstützung von den
Transportbändern 6, während sie mittels der Führungsschienen 7 und der Niederhaltebänder
19 niedergehalten wird.
[0024] Die Figur 4 ist eine Ansicht in einer Schnittebene durch den Seitenanschlagsschlitten
der vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes mit einem
Vorderkantenanschlag in der Ruheposition, während in Figur 5 eine Ansicht entlang
einer Schnittebene durch den Seitenanschlagsschlitten mit dem Vorderkantenanschlag
in aktiver Position gezeigt ist. Eine Beschreibung beider Figuren kann daher gemeinsam
erfolgen. In der Figur 4 bzw. Figur 5 ist beispielhaft der rechte Seitenanschlagsschlitten
15 der bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes gezeigt.
Ein entsprechender Aufbau ist typischerweise auch für den linken Seitenanschlagsschlitten
14 vorgesehen. Der Seitenanschlagsschlitten 15 umfasst dabei ein Schlittengrundteil
15.1, welches entlang der Querrührungen 13.4 bewegbar gelagert ist, sodass für den
Fall, dass die Querführungen Spindeln sind, Spindelmuttern 15.2 vorgesehen sind. Es
ist eine Gruppe von hier beispielhaft drei unteren Umlenkrollen 15.4 für das Transportband
6 und eine Gruppe von oberen Umlenkrollen 15.3, hier ebenfalls beispielhaft gezeigt
drei, für das Niederhalteband 19 gezeigt. In dieser bevorzugten Ausführungsform ist
sowohl die mittlere Umlenkrolle der oberen Gruppe 15.3 als auch die mittlere Umlenkrolle
der unteren Gruppe 15.4 im Wesentlichen senkrecht zur Transportebene, hier aus der
Lage der Signatur 17 ersichtlich, bewegbar. Durch die Umleitung des Transportbandes
bzw. des Niederhaltebandes mittels der Umschlingung der oberen mittleren Umlenkrolle
15.3 bzw. der unteren mittleren Umlenkrolle 15.4 entlang der von der Transportebene
abgewandten Seite ergibt sich ein Zwischenraum, in welchem der Vorderkantenanschlag
13.7.2 und eine Traverse 13.8 vorgesehen sind. In der Figur 4 ist der Vorderkantenanschlag
13.7.2 in einer Ruheposition (oben) gezeigt, während er in Figur 5 in einer aktiven
Position (unten) den Weg der Signatur 17 blockierend, gezeigt. Der Seitenanschlagsschlitten
15 umfasst weiterhin einen oberen Seitenanschlag 15.7, welcher im Wesentlichen senkrecht
zur Transportrichtung bewegbar ist, und einen unteren Seitenanschlag 15.6, welcher
ebenfalls im Wesentlichen senkrecht zur Transportrichtung bewegbar ist. Als Aktuatoren
sind hier beispielhaft ein Pneumatikzylinder 15.8 nebst Steuerungsventil 15.9 gezeigt.
Der obere Seitenanschlag 15.7 ist typischerweise an der Seite der Umlenkrollen 15.4
bzw. 15.3 aufgenommen, welche vom Falzschwert 8 abgewandt ist (siehe Figur 1). Hingegen
ist der obere Seitenanschlag 15.7 typischerweise an der Seite der Umlenkrollen 15.3
bzw. der untere Seitenanschlag 15.6 an der Seite der Umlenkrollen 15.4 aufgenommen,
welche dem Falzschwert
8 zugewandt ist (siehe Figur 1).
[0025] Eine automatische Einstellung in Funktion von Signaturparametern, Materialparametern
oder Produktionsparametern kann mit dem erfindungsgemäßen Schwertfalzwerk wie folgt
erreicht werden: Eine hier nicht gezeigte Steuerungseinheit verfügt beispielsweise
nach Eingabe oder Messung über die entsprechenden Parameter. Mittels entsprechender
Wirkverbindung zu wenigstens einer der Einstelleinheiten 9, 10, 11, 12, 13.9 und 15.8
kann die Anschlagträgereinheit 13, der linke Seitenanschlagsschlitten 14 und der rechte
Seitenanschlagsschlitten 15 in eine gewünschte Position, insbesondere dem Format der
Signatur entsprechend, bewegt werden. Dem Format des Bogens entsprechend, ist eine
Entscheidung zu fällen, welcher von den Seitenanschlägen 15.5, 15.6 oder 15.7 aktiviert
wird. Derartige Entscheidungskriterien können für die Steuerung hinterlegt sein und
entsprechend benutzt werden.
[0026] Die Figur 6 mit Teilbild a und b bildet quasi eine Serie zur Darstellung verschiedener
Situationen, in welchen die festen Seitenanschläge 15.5 die unteren bewegbaren Seitenanschläge
15.6 oder die oberen Seitenanschläge 15.7 zum Einsatz kommen. Des Weiteren ist in
Figur 7 die Situation gezeigt, in welcher sich der Vorderkantenanschlag in Ruheposition
befindet, sodass eine Passage der Signatur ohne Kreuzbruchfalzung durch das Schwertfalzwerk
hindurch stattfinden kann. Die Figur 6 mit Teilbildern a und b sind jeweils eine schematische
Darstellung der Anschlagträgereinheit mit den Seitenanschlagsschlitten in einer maximalen
und einer minimalen Position unter Benutzung der drei verschiedenen Seitenanschläge
bzw. in Figur 7 eine Darstellung mit den Seitenanschlagsschlitten in einer maximalen
Position und mit Vorderkantenanschlägen in der Ruheposition.
[0027] Das Teilbild a der Figur 6 zeigt die Anschlagträgereinheit 13 mit dem linken Seitenanschlagsschlitten
14 und dem rechten Seitenanschlagsschlitten 15 in einer maximalen Position, das heißt
in einer Position, in welcher die Seitenanschläge 15.5 maximal von der Position des
Falzschwertes 8 etwa entlang der Symmetrieebene der beispielhaften Ausführungsform
liegen. Gleichzeitig weisen die unteren äußeren ausfahrbaren Seitenanschläge 15.6
und die oberen inneren ausfahrbaren Seitenanschläge 15.7 einen maximalen Abstand zum
Falzschwert 8 auf. Der linke Seitenanschlagsschlitten 14 und der rechte Seitenanschlagsschlitten
15 sind entlang der Querführungen 13.4 bewegbar.
[0028] Im Teilbild b der Figur 6 sind die beiden Seitenanschlagsschlitten 14 und 15 in Positionen
gezeigt, in welcher die Seitenanschläge 15.5 einen minimalen Abstand zum Falzschwert
8 aufweisen. Gleichzeitig weisen die unteren äußeren ausfahrbaren Seitenanschläge
15.6 und die oberen inneren ausfahrbaren Seitenanschläge 15.7 einen minimalen Abstand
zum Falzschwert 8 auf. Maximale und minimale Position definieren einen Verfahrweg
α des Seitenanschlags 15.5, einen Verfahrweg β des ausfahrbaren unteren Seitenanschlags
15.6 und einen Verfahrweg γ für den Seitenanschlag 15.7. Die Breiten der Seitenanschlagsschlitten
und die Verfahrwege entlang der Querrührungen 13.4 sind dabei beispielhaft derart
gewählt, dass der Verfahrweg α des Seitenanschlags 15.5, der Verfahrweg β des Seitenanschlags
15.6 und der Verfahrweg γ des Seitenanschlags 15.7 einander überlappen können. Folglich
kann eine kontinuierliche Formateinstellung der Seitenanschläge zwischen einem maximalen
respektive minimalen Breitenformat für die zu verarbeitende Signatur erfolgen.
[0029] In der Figur 7 ist eine schematische Darstellung der Anschlagträgereinheit mit Vorderkantenanschlägen
in Ruheposition gezeigt, sodass eine Passage der Signatur ohne Kreuzbruchfalzung durch
das Schwertfalzwerk hindurch ermöglicht ist. Für Signaturen 17, welche ohne Kreuzbruchfalzung
direkt durch das Schwertfalzwerk auf eine hier nicht gezeigte Auslage befördert werden,
wird der Anschlag 13.7 der Anschlagträgereinheit 13 mit dem durchgehenden Vorderkantenanschlag
13.7.2 und den Anschlagfingern 13.7.3 in die Ruheposition (oben) gefahren.
[0030] Bezugszeichenliste
- 1
- erstes Seitenteil
- 2
- zweites Seitenteil
- 3
- Traverse
- 4
- Bandwalze
- 5
- Leitblech
- 6
- Transportband
- 7
- Führungsschiene
- 8
- Falzschwert
- 9
- Einstelleinheit für Anschlagträgereinheit links
- 10
- Einstelleinheit für Anschlagträgereinheit rechts
- 11
- Einstelleinheit für Seitenanschlag links
- 12
- Einstelleinheit für Seitenanschlag rechts
- 13
- Anschlagträgereinheit
- 13.1
- Verfahrschlitten rechts
- 13.2
- Verfahrschlitten links
- 13.3
- Längsführung
- 13.4
- Querführung
- 13.5
- Brücke
- 13.6
- Spindelmutter
- 13.7
- Anschlag komplett
- 13.7.1
- Anschlagrahmen
- 13.7.2
- Vorderkantenanschlag
- 13.7.3
- Anschlagfinger
- 13.8
- Traverse
- 13.9
- Pneumatikzylinder mit Steuerungsventil
- 14
- Seitenanschlagsschlitten links
- 15
- Seitenanschlagsschlitten rechts
- 15.1
- Schlitten
- 15.2
- Spindelmutter
- 15.3
- Umlenkrollen unten
- 15.4
- Umlenkrollen oben
- 15.5
- Seitenanschlag
- 15.6
- Seitenanschlag ausfahrbar unten
- 15.7
- Seitenanschlag ausfahrbar oben
- 15.8
- Pneumatikzylinder
- 15.9
- Steuerungsventil
- 17
- Signatur
- 18
- Falzwalzen
- 19
- Niederhaltebänder
- 20
- Andrückrollen
- 21
- Transportrichtung
- α
- Verfahrweg des Seitenanschlags 15.5
- β
- Verfahrweg des Seitenanschlags 15.6
- γ
- Verfahrweg des Seitenanschlags 15.7
1. Schwertfalzwerk mit einer einem Falzschwert (8) und einem Paar Falzwalzen (18) zugeordneten
Transporteinrichtung, durch welche eine Signatur (17) vor dem Falzvorgang in einer
Transportebene an eine Anschlagträgereinheit (13) befördert werden kann,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anschlagträgereinheit (13) relativ zum Falzschwert (8) im Wesentlichen parallel
zur Transportebene bewegbar ist und wenigstens einen sich zumindest von der Positionslinie
des Falzschwertes (8) bis zu einer extremen Seitenkantenlinie durchgehend erstreckenden
Vorderkantenanschlag (13.7.2) aufweist, welcher im Wesentlichen senkrecht zur Transportebene
bewegbar ist.
2. Schwertfalzwerk gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Transporteinrichtung Transportbänder (6,17) aufweist und dass eine Gruppe von
Umlenkrollen (15.4) für die Transportbänder (6,17) zur Umleitung der Transportbänder
(6) am Vorderkantenanschlag (13.7.2) entlang der von der Transportebene abgewandten
Seite vorbei vorgesehen ist.
3. Schwertfalzwerk gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich wenigstens ein Niederhalteband (19) oberhalb der Transportebene vorgesehen
ist und dass eine Gruppe von Umlenkrollen (15.3) zur Umleitung des Niederhaltebands
(19) am Vorderkantenanschlag (13.7.2) vorbei entlang der von der Transportebene abgewandten
Seite vorgesehen ist.
4. Schwertfalzwerk gemäß einem der oberen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Anschlagträgereinheit (13) wenigstens einen im Wesentlichen senkrecht zur Positionslinie
des Falzschwertes (8) bewegbaren Seitenanschlagsschlitten (14, 15) mit Seitenanschlägen
(15.5, 15.6, 15.7) aufweist, wobei wenigstens einer der Seitenanschläge (15.5, 15.6,
15.7) im Wesentlichen senkrecht zur Transportebene bewegbar ist und von einer Ruheposition
in wenigstens eine aktive Position und zurück überführt werden kann.
5. Schwertfalzwerk gemäß Anspruch 3 oder Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Gruppe von Umlenkrollen (15.3, 15.4) am Seitenanschlagsschlitten
(14, 15) aufgenommen ist, wobei das zugeordnete Transportband (6) bzw. Niederhalteband
(19) bei Bewegung des Seitenanschlagsschlittens (14, 15) entsprechend translatiert
wird.
6. Schwertfalzwerk gemäß einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eine Umlenkrolle (15.3, 15.4) in wenigstens einer Gruppe von Umlenkrollen
(15.3, 15.4) im Wesentlichen senkrecht zur Transportebene bewegbar ist, wobei das
zugeordnete Transportband (6) bzw. Niederhalteband (19) in einer ersten Position der
Umlenkrolle (15.3, 15.4) gestrafft wird und in einer zweiten Position entspannt wird.
7. Schwertfalzwerk gemäß einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein erster Seitenanschlag (15.6) auf dem Seitenanschlagsschlitten (15)
für einen ersten Bereich und wenigstens ein zweiter Seitenanschlag (15.7) für einen
zweiten Bereich möglicher Positionen zwischen einer minimalen und einer maximalen
Position des Seitenanschlagsschlittens (15) vorgesehen sind.
8. Schwertfalzwerk gemäß einem der oberen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewegung der Anschlagträgereinheit (13) und/oder die Bewegung des Vorderkantenanschlags
(13.7.2) und/oder die Bewegung wenigstens einer der Seitenanschläge (15.5, 15.6, 15.7)
mittels eines Aktuators erfolgt.
9. Falzmaschine für bogenförmiges Material mit wenigstens einem Anleger, einer Transporteinrichtung,
wenigstens einem Falzwerk und einer Auslage,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Falzmaschine ein Schwertfalzwerk gemäß einem der oberen Ansprüche aufweist.
10. Falzmaschine gemäß Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Falzmaschine zusätzlich wenigstens ein Taschenfalzwerk aufweist.