[0001] Die Erfindung betrifft ein Schwertfalzwerk mit einer einem Falzschwert und einem
Paar Falzwalzen zugeordneten Transporteinrichtung, durch welche eine Signatur vor
dem Falzvorgang an einen Vorderkantenanschlag befördert wird.
[0002] Um eine möglichst präzise Falzung einer durch eine Transporteinrichtung an ein Schwertfalzwerk
herantransportierte Signatur zu ermöglichen, sind typischerweise Vorderkantenanschläge
und oft Seitenkantenanschläge vorgesehen, sodass die Signatur während des Verzögerungs-
oder Bremsvorgangs eine Führung erfährt und ausgerichtet entlang der durch die Geometrie
des Falzschwertes vorgegebenen Koordinaten wird. Bekannte Ausführungen von Schwertfalzwerken
weisen typischerweise motorisch verstellbare Anschlagträger mit fest fixierten Anschlagfingern,
häufig vorgesehen für ein minimales Format der zu verarbeitenden Signaturen, auf.
Schwertfalzwerke in Falzmaschinen werden insbesondere zur Erzeugung von Kreuzbrüchen
verwerdet, beispielsweise in sogenannten Kombifalzmaschinen, welche sowohl wenigstens
ein Taschen- als auch ein Schwertfalzwerk aufweisen.
[0003] Beispielsweise sind in der US 5,158,524 derartige Anschläge an einem Schwertfalzwerk
offenbart. In diesem Dokument ist ein Schwertfalzwerk mit einem Vorderkantenanschlag
zur Abbremsung der Bewegung eines mit einer Transporteinrichtung über den Falzspalt
beförderten Bogens und mit Anschlägen zur Vermeidung einer Vertikalbewegung der Seitenkanten
des Bogens während des Falzvorgangs dargestellt. Die Anschläge zur Vermeidung einer
Vertikalbewegung und der Vorderkantenanschlag sind bewegbar und können zusammen bewegt
werden, beispielsweise um sie vom Falzspalt im Fall einer Fehloperation zur schnellen
Behebung des Problems abzuziehen.
[0004] Insbesondere bei großen Formaten der zu falzenden Signaturen und dünnem Bedruckstoff
kann es bei fest vorgesehenen und beabstandeten Anschlagfingern zu Markierungsbildung
kommen. Zudem wird keine sichere Anschlagkante für die Vorderkante der Signatur gebildet,
sodass bei einer heftigen Abbremsung der Signatur diese schräg über dem Falzspalt
zu liegen kommen kann. Durch diese derartige Verdrehung der Signatur können Falzungenauigkeiten
entstehen.
[0005] Um eine oben angesprochene Markierungsbildung zu vermeiden und um eine sichere Arbeitsweise
bei allen Formaten zu gewährleisten, werden häufig nach dem Einstellen der Seitenanschläge
zusätzliche Anschlagfinger manuell, dem Format der zu falzenden Signatur entsprechend,
eingebaut. Diese zusätzlichen Anschlagfinger müssen wieder ausgebaut werden, sobald
die Seitenanschläge bewegt werden sollen. Eine automatische Formateinstellung ist
auf diesem Wege nicht möglich.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Schwertfalzwerk mit einstellbaren
Anschlägen zu schaffen, welches eine Anschlagkonfiguration in Abhängigkeit von Material-
und Produktionsparametern ermöglicht. Insbesondere liegt der Erfindung die Aufgabe
zu Grunde, dass eine automatische Einstellung vorgenommen werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird durch ein Schwertfalzwerk mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes
sind in den Unteransprüchen charakterisiert.
[0008] Das erfindungsgemäße Schwertfalzwerk umfasst eine einem Falzschwert und einem Paar
Falzwalzen zugeordnete Transporteinrichtung, durch welche eine Signatur vor dem Falzvorgang
an einen Vorderkantenanschlag befördert wird. Es zeichnet sich dadurch aus, dass der
Vorderkantenanschlag wenigstens einen relativ zum Falzschwert bewegbaren Anschlagträger
umfasst, welcher wenigstens einen relativ zum Anschlagträger bewegbaren Anschlagfinger
mit Führungsstäben aufweist.
[0009] Die Konstruktion des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes ist derart ausgelegt, dass
der Anschlagträger und die Anschlagfinger entsprechend dem Format der zu falzenden
Signatur vollautomatisch eingestellt werden können. Die Anschlagfinger sind dabei
im Wesentlichen senkrecht zu der durch die Transporteinrichtung definierten Fläche
bewegbar, während die Führungsstäbe im Wesentlichen parallel zur durch die Transporteinrichtung
definierten Fläche liegen.
[0010] Zusätzlich können mit besonderem Vorteil Seitenanschläge zur Ausrichtung der Signatur
entlang durch die Geometrie des Falzschwertes vorgegebenen Koordinaten vorgesehen
sein. Wenigstens einer der Seitenanschläge des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes
weist wenigstens ein Niederhalteband oberhalb und/oder ein Transportband unterhalb
des Transportweges der Signatur auf. Wenigstens einer der Seitenanschläge ist relativ
zum Falzschwert bewegbar, typischerweise im Wesentlichen senkrecht zur Transportrichtung
der zu falzenden Signatur. Wenigstens zwischen einem Seitenanschlag und einer Führungsschiene
an einem Leitblech unterhalb des Falzschwertes oberhalb und/oder unterhalb des Transportweges
der Signatur sind Scherengitter vorgesehen.
[0011] Für wenigstens einen Anschlagfinger ist eine Ruheposition und wenigstens eine aktive
Position vorgesehen. In der Ruheposition gibt der Anschlagfinger den Transportweg
der Signatur am Falzschwert vorbei frei, während in der aktiven Position der Anschlagfinger
den Transportweg der Signatur über die Position des Falzschwertes hinaus blockiert.
Wenigstens ein Abschnitt der unteren Führungsstäbe unterhalb der durch die Transportrichtung
definierten Ebene und ein Abschnitt der oberen Führungsstäbe oberhalb der durch die
Transportrichtung definierten Ebene verhindern eine Bewegung der Signatur aus der
durch die Transportrichtung definierten Ebene heraus. Wenn mehrere Anschlagfinger
vorgesehen sind, können wenigstens zwei Anschlagfinger unabhängig voneinander von
der Ruheposition in eine aktive Position und zurück gebracht werden. Die Bewegung
des Anschlagträgers und/oder die Bewegung wenigstens eines Anschlagfingers und/oder
eines Seitenanschlags erfolgt mit besonderem Vorteil mittels wenigstens eines Aktuators.
Beispielsweise kann ein geeigneter Aktuator ein ventilgesteuerter Pneumatikzylinder
oder ein Servomotor sein.
[0012] Besonders vorteilhaft ist zusätzlich eine Steuerungseinheit für das Schwertfalzwerk
vorgesehen. Die Steuerungseinheit steuert dabei wenigstens einen Aktuator in Funktion
wenigstens eines Material- oder Produktionsparameters, also eines Signaturparameters,
beispielsweise des Formates, derart an, dass eine dem Format der zu falzenden Signatur
entsprechende Positionierung des Anschlagträgers und/oder wenigstens eines Anschlagfingers
und/oder wenigstens eines Seitenanschlages erfolgt. Durch diese Maßnahmen ist es möglich,
die Markierungen an der Vorderkante der zu falzenden Signatur zu verringern. Eine
automatische Einstellung der Anschläge in Abhängigkeit von Material- oder Produktionsparametern,
insbesondere in Abhängigkeit des Formates der Signatur, ist ermöglicht. Durch die
relativ zum Anschlagträger bewegbaren Anschlagfinger mit Führungsstäben ist es darüber
hinaus möglich, eine Bewegung der Seitenkantenanschläge durchzuführen, ohne dass eine
manuelle Veränderung des Vorderkantenanschlages erforderlich ist.
[0013] Mit besonderem Vorteil wird das erfindungsgemäße Schwertfalzwerk in einer Falzmaschine
für bogenförmiges Material mit wenigstens einem Anleger, einer Transporteinrichtung,
wenigstens einem Falzwerk und einer Auslage eingesetzt. Insbesondere kann die Falzmaschine
dabei zusätzlich wenigstens ein Taschenfalzwerk aufweisen, also eine sogenannte Kombifalzmaschine
sein.
[0014] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung
werden anhand der nachfolgenden Figuren sowie deren Beschreibungen dargestellt. Es
zeigt im Einzelnen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Schwertfalzwerkes mit Vorderanschlägen in der Ruheposition,
- Figur 2
- eine schematische Ansicht der vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Schwertfalzwerkes mit Vorderanschlägen in einer aktiven Position,
- Figur 3
- eine schematische Draufsicht einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Schwertfalzwerkes mit Vorderanschlägen, Seitenanschlägen und Scherengittern,
- Figur 4
- ein Detail der schematischen Ansicht der Seitenanschläge des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes
entlang der durch die Transportrichtung definierten Ebene und
- Figur 5
- ein Detail der schematischen Ansicht der Vorderanschläge und Scherengitter des erfindungsgemäßen
Schwertfalzwerkes entlang der durch die Transportrichtung definierten Ebene.
[0015] Die Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht einer vorteilhaften Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes mit Vorderanschlägen in der Ruheposition. Entlang
der durch einen Pfeil gekennzeichneten Transportrichtung 30 gelangen Signaturen 23,
wie in der Figur 1a gezeigt, in das erfindungsgemäße Schwertfalzwerk unter ein Falzschwert
22. Die zugeordneten Falzwalzen 24 sind in dieser Darstellung durch einen Teil der
Transporteinrichtung verdeckt. Es ist ein Transportband 7, welches eine Bandwalze
4 und eine auf einer Vierkanttraverse 5 aufgenommene Rolle umschließt, zu sehen. Oberhalb
der durch die Signatur 23 definierten Ebene ist ein Vorderkantenanschlag 2 in der
Ruheposition gezeigt. Der Vorderkantenanschlag 2 weist dabei einen Anschlagträger
16 mit einem ausfahrbaren Anschlagfinger 17 auf. Der Anschlagträger 16 kann vermittels
einer an einer Traverse 3 aufgenommenen Einstelleinheit 15 entlang der Transportrichtung
der Signatur 23 bewegt werden. Der Vorderanschlag 2 umfasst dabei eine Führungsstabeinheit
19, welche zur Aufnehmung eines oberen Führungsstabes 19.1 und eines unteren Führungsstabes
19.2 einen ausfahrbaren Führungsstabhalter 19.3, welcher im wesentlichen senkrecht
zur durch die Transportrichtung der Signatur 23 definierten Ebene bewegbar ist, aufweist.
Der obere Führungsstab 19.1 und der untere Führungsstab 19.2 sind dabei derart beabstandet,
dass eine Signatur 23 in den durch die Führungsstäbe 19.1 und 19.2 gebildeten Spalt
eingeführt werden kann. Der obere Führungsstab 19.1 und der untere Führungsstab 19.2
passieren den Anschlagfinger 17, beispielhaft durch jeweils eine zugeordnete Ausnehmung.
In anderen Worten: Die beabstandeten Führungsstäbe 19.1 und 19.2 weisen Lagerungspunkte
im Führungsstabhalter 19.3 und im Anschlagfinger 17 auf, welche beide im Wesentlichen
senkrecht zur durch die Transportrichtung der Signatur 23 definierten Ebene bewegbar
sind. Des Weiteren ist oberhalb der durch die Transportrichtung der Signatur 23 definierten
Ebene ein Scherengitter 21 und unterhalb der Ebene ein Scherengitter 13 und ein Scherengitter
20 zur Führung der Signatur vorgesehen.
[0016] In der Figur 1b ist im Detail der Anschlagträger 16 mit dem Anschlagfinger 17 gezeigt.
Der Anschlagfinger 17 ist relativ zum Anschlagträger 16 entlang der Ausfahrrichtung
31 bewegbar. Er umfasst den Anschlag 17.1, durch welchen der obere Führungsstab 19.1
und der untere Führungsstab 19.2 passieren, einen Pneumatikzylinder 17.2 nebst einem
Steuerungsventil 17.3 und Führungen 17.4 durch den Anschlagträger 16.
[0017] Die Figur 2 zeigt schematisch eine Ansicht der vorteilhaften Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes mit Vorderanschlägen in einer aktiven Position.
In der Figur 2a ist gezeigt, wie in einer aktiven Position des Anschlagfingers und
des Führungsstabhalters 19.3 der obere Führungsstab 19.1 oberhalb der durch die Signatur
23 definierten Ebene und der untere Führungsstab 19.2 unterhalb der durch die Transportrichtung
der Signatur 23 definierten Ebene zu liegen kommt. Die Signatur 23 wird in dieser
aktiven Position durch den Anschlagfinger 17 des Vorderkantenanschlag 2 abgebremst
und liegt vor dem eigentlichen Falzvorgang unterhalb des Falzschwertes 22. Die Position
des Anschlagträgers 16, also der Abstand des Anschlagträgers 16 zum Falzschwert 22,
bestimmt die Lage der Signatur 23 zum Falzschwert 22 und wird in Funktion des Formates
der zu falzenden Signatur 23 eingestellt.
[0018] In der Figur 2b ist im Detail der Anschlagträger 16 mit einem ausgefahrenen Anschlagfinger
17 gezeigt. Der Anschlagfinger 17 ist entlang der Ausfahrrichtung 31 relativ zum Anschlagträger
16 bewegbar. Er umfasst dabei den Anschlag 17.1, einen Pneumatikzylinder 17.2 nebst
Steuerungsventil 17.3 und Führungen 17.4 durch den Anschlagträger 16. Der Anschlag
17.1 nimmt einen oberen Führungsstab 19.1 und einen unteren Führungsstab 19.2 auf.
[0019] Dem Anschlagträger 16 mit Anschlagfinger 17 entsprechend, aber nicht zeichnerisch
dargestellt, ist eine Führungsstabeinheit 19 derart aufgebaut, dass sie einen Führungsstabhalter
19.3, einen Pneumatikzylinder 19.4 mit Steuerungsventil 19.5 und Führungen 19.6 durch
den Führungsstabträger 18 hindurch aufweist.
[0020] In der Figur 3 ist eine schematische Draufsicht einer vorteilhaften Ausführungsform
des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes mit Vorderkantenanschlägen, Seitenanschlägen
und Scherengittern gezeigt. Entlang der Transportrichtung 30 gelangt eine Signatur
23 mit Hilfe von Transportbändern 7 und 9.2 unter das Falzschwert 22. Der Antrieb
der Transportbänder 7 und 9.2 erfolgt durch eine rotierende Bandwalze 4. Durch die
Einstellung des Vorderkantenanschlags 2, eines linken Seitenkantenanschlags 9 und
eines rechten Seitenkantenanschlags 10 wird relativ zum Falzschwert 22 eine präzise
Positionierung der Signatur 23 vor dem eigentlichen Falzvorgang durch das Falzschwert
22 erreicht. Die Seitenteile 1, die Traverse 3 mit der Vierkanttraverse 5 und die
Bandwalze 4 bilden dabei eine Art Rahmen, zu welchem der Vorderkantenanschlag 2, der
linke Seitenkantenanschlag 9 und der rechte Seitenkantenanschlag 10 relativ bewegt
werden. Etwa mittig zu diesem Rahmen ist ein Leitblech 6 mit Führungsschienen 8 vorgesehen.
Die Transportbänder 7 und die Führungsschienen 8 bleiben bei einer Formatverstellung
des Vorderkantenanschlags 2 und/oder der Seitenkantenanschläge 9 und 10 in ihrer Position
unverändert. Der linke Seitenkantenanschlag 9 weist dabei bevorzugt eine Bandspannrolle
9.1, das Transportband 9.2, eine Andrückrolle 9.3, Spindelmuttern 9.4 und den eigentlichen
Seitenanschlag 9.5 auf. Entsprechendes gilt für den rechten Seitenkantenanschlag 10.
Der komplette linke Seitenkantenanschlag 9 ist mit Hilfe einer ersten Einstelleinheit
11.1 und einer zweiten Einstelleinheit 11.2, hier beispielhaft gezeigt mittels eines
Spindelantriebs, bewegbar. Eine Einstelleinheit 11.1 bzw. 11.2 weist dabei bevorzugt
einen Spindelantrieb mit Motor, Getriebe und Drehgeber auf. Beispielhaft ist in der
Figur 3 ein Vorderkantenanschlag 2 mit einem Anschlagträger 16 mit beispielhaft sechs
ausfahrbaren Anschlagfingern 17, wie sie bereits in den Figuren 1 und 2 beschrieben
worden sind, gezeigt. Des Weiteren umfasst der Vorderkantenanschlag 2 einen Führungsstabträger
18, welcher beispielhaft sechs Führungsstabeinheiten 19 aufweist. Die Draufsicht zeigt
daher sechs obere Führungsstäbe 19.1. Der Anschlagträger 16 ist beispielhaft mittels
eines Spindelantriebs durch eine linke Einstelleinheit 14 und eine rechte Einstelleinheit
15 im Wesentlichen parallel zu der durch die Transportrichtung 30 definierten Richtung
bewegbar. Der komplette rechte Seitenkantenanschlag 10 wird mit Hilfe einer ersten
Einstelleinheit 12.1 und einer zweiten Einstelleinheit 12.2 bewegt. Beispielhaft sind
hier zwei linke Einstelleinheiten 11.1 und 11.2 und zwei rechte Einstelleinheiten
12.1 und 12.2 gezeigt, im allgemeinen kann aber auch eine Konfiguration mit einer
einzelnen Einstelleinheit oder mehreren Einstelleinheiten vorgesehen sein.
[0021] Zur Führung oder Stabilisierung der Signatur entlang der Transportebene sind oberhalb
der durch die Transportrichtung 30 definierten Ebene und/oder unterhalb der durch
die Transportrichtung 30 definierten Ebene Scherengitter vorgesehen. Beispielhaft
ist in der Figur 3 ein oberes Scherengitter 21 aufgespannt zwischen einer Führungsschiene
8 und dem rechten Seitenkantenanschlag 10 gezeigt. Ein unteres Scherengitter 20 ist
am Leitblech 6 und am Seitenanschlag 9.5 des linken Seitenkantenanschlags 9 gezeigt.
[0022] Mit anderen Worten: Die zu falzende Signatur erfährt von unten eine Unterstützung
von den unteren Scherengittern 20 und den Führungsstäben 19.2 des Vorderkantenanschlags
2. Mit Hilfe der oberen Scherengitter 21 und der oberen Führungsstäbe 19.1 wird die
zu falzende Signatur niedergehalten.
[0023] Für Signaturen, welche, ohne gefalzt zu werden, über die Position des Schwertfalzwerkes
hinaus auf eine hier nicht gezeigte Auslage befördert werden, müssen die ausfahrbaren
Anschlagfinger 17, wie in Figur 1 gezeigt, sich in der Ruheposition befinden. Zur
Unterstützung der Signatur von unten sind weitere untere Scherengitter 13 vorgesehen.
In der Figur 3 sind diese unteren Scherengitter 13 zusammengefaltet gezeigt. Mit Hilfe
einer linken Einstelleinheit 25 und einer rechten Einstelleinheit 26, beispielhaft
vermittels eines Seilantriebs mit Motor, Getriebe und Drehgeber, können diese unteren
Scherengitter 13 aus ihrer Ruhelage (zusammengefaltet) in wenigstens eine Arbeitslage
(ausgefaltet) gebracht werden.
[0024] Eine automatische Einstellung in Funktion von Signaturparametern oder Produktionsparametern
kann mit dem erfindungsgemäßen Schwertfalzwerk wie folgt erreicht werden: Eine hier
nicht in den Figuren gezeigte Steuerungseinheit verfügt beispielsweise nach Eingabe
oder Messung über die entsprechenden Parameter. Mittels entsprechender Wirkverbindungen
zu den Einstelleinheiten 11.1, 11.2, 12.1 und 12.2 kann der linke Seitenkantenanschlag
9 und der rechte Seitenkantenanschlag 10 in eine gewünschte Position, insbesondere
dem Format der Signatur entsprechend, bewegt werden. Der Anschlagträger 16 des Vorderkantenanschlags
2 kann mit Hilfe der linken Einstelleinheit 14 und der rechten Einstelleinheit 15,
welche in Wirkverbindung mit der Steuerungseinheit stehen, mit eingefahrenen Anschlagfingern
17 in die erforderliche Position gebracht werden. Abhängig von der Breite der zu falzenden
Signatur und unabhängig voneinander können Anschlagfinger 17 mit Führungsstabeinheiten
19 gleichzeitig bewegt werden und von der Ruheposition in eine aktive Position gebracht
werden.
[0025] Die Figur 4 zeigt ein Detail der schematischen Ansicht der Seitenanschläge nebst
Scherengittern des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerkes entlang der durch die Transportrichtung
definierten Ebene. Die Figur 4 zeigt beispielhaft eine spiegelsymmetrische Anordnung.
Die Falzung einer Signatur 23 erfolgt durch die Bewegung des Falzschwertes 22 in der
Symmetrieebene in Richtung auf die Falzwalzen 24. Zwischen Leitblech 6 und linkem
Seitenkantenanschlag 9 sowie zwischen Leitblech 6 und rechtem Seitenkantenanschlag
10 ist jeweils ein unteres Scherengitter 20 aufgenommen. Der linke Seitenkantenanschlag
9 steht in Wirkverbindung mit einer zweiten Einstelleinheit 11.2, welche an einem
Seitenteil 1 aufgenommen ist, und ist bewegbar. Entsprechend steht der rechte Seitenkantenanschlag
10 in Wirkverbindung mit einer zweiten Einstelleinheit 12.2, welche an einem Seitenteil
1 aufgenommen ist, und ist bewegbar. Zwischen dem linken Seitenkantenanschlag 9 und
einer Führungsschiene 8 ist ein oberes Scherengitter 21 gespannt, während zwischen
dem rechten Seitenkantenanschlag 10 und der Führungsschiene 8 ein oberes Scherengitter
21 aufgenommen ist.
[0026] Die Figur 5 stellt ein Detail der schematischen Ansicht der Vorderanschläge und Scherengitter
des erfindungsgemäßen Schwertfalzwerks entlang der durch die Transportrichtung definierten
Ebene dar. Beispielhaft ist hier wiederum eine symmetrische Ausführungsform gezeigt.
In der Nähe der Symmetrieebene ist das Falzschwert 22 mit den zugehörigen Falzwalzen
24 angeordnet. Die Figur 5 zeigt den Anschlagträger 16 mit beispielhaft sechs Anschlagfingern
17, wobei zwei Anschlagfinger 17 aufgefahrene Anschläge 17.1 in einer aktiven Position
aufweisen. Unterhalb der durch die Lage der Signatur 23 unterhalb des Falzschwertes
22 definierten Ebene befindet sich ein unteres Scherengitter 13 in einer Ruhelage.
Auf der anderen Seite der Symmetrieebene sind Anschlagfinger 17 mit Anschlägen 17.1
in der Ruheposition gezeigt. Das zugeordnete untere Scherengitter 13 ist hier beispielhaft
in einer aktiven Position gezeigt. Mittels eines Seiles 29 und einer linken Einstelleinheit
25 bzw. einer rechten Einstelleinheit 26 können die unteren Scherengitter 13 bewegt,
also aus- oder eingefahren werden.
[0027] Bezugszeichenliste
- 1
- Seitenteil
- 2
- Vorderkantenanschlag
- 3
- Traverse
- 4
- Bandwalze
- 5
- Vierkanttraverse
- 6
- Leitblech
- 7
- Transportbänder
- 8
- Führungsschiene
- 9
- Seitenkantenanschlag links
- 9.1
- Bandspannrolle
- 9.2
- Transportband
- 9.3
- Andrückrolle
- 9.4
- Spindelmutter
- 9.5
- Seitenanschlag
- 10
- Seitenkantenanschlag rechts
- 11.1
- erste Einstelleinheit für linken Seitenkantenanschlag
- 11.2
- zweite Einstelleinheit für linken Seitenkantenanschlag
- 12.1
- erste Einstelleinheit für rechten Seitenkantenanschlag
- 12.2
- zweite Einstelleinheit für rechten Seitenkantenanschlag
- 13
- unteres Scherengitter
- 14
- linke Einstelleinheit für Anschlagträger
- 15
- rechte Einstelleinheit für Anschlagträger
- 16
- Anschlagträger
- 17
- Anschlagfinger
- 17.1
- Anschlag
- 17.2
- Pneumatikzylinder
- 17.3
- Steuerungsventil
- 17.4
- Führung
- 18
- Führungsstabträger
- 19
- Führungsstabeinheit
- 19.1
- oberer Führungsstab
- 19.2
- unterer Führungsstab
- 19.3
- Führungsstabhalter
- 19.4
- Pneumatikzylinder
- 19.5
- Steuerungsventil
- 19.6
- Führung
- 20
- unteres Scherengitter
- 21
- oberes Scherengitter
- 22
- Falzschwert
- 23
- Signatur
- 24
- Falzwalze
- 25
- linke Einstelleinheit für Scherengitter
- 26
- rechte Einstelleinheit für Scherengitter
- 27
- Führungsschiene für Scherengitter
- 28
- Umlenkrolle
- 29
- Seil
- 30
- Transportrichtung
- 31
- Ausfahrrichtung
1. Schwertfalzwerk mit einer einem Falzschwert (22) und einem Paar Falzwalzen (24) zugeordneten
Transporteinrichtung, durch welche eine Signatur (23) vor dem Falzvorgang an einen
Vorderkantenanschlag (2) befördert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Vorderkantenanschlag (2) einen relativ zum Falzschwert (22) bewegbaren Anschlagträger
(16) umfasst, welcher wenigstens einen relativ zum Anschlagträger (16) bewegbaren
Anschlagfinger (17) mit Führungsstäben (19.1, 19.2) aufweist.
2. Schwertfalzwerk gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anschlagträger (16) im Wesentlichen parallel zur Transportrichtung (30) der Signatur
(23) bewegbar ist, dass der Anschlagfinger (17) im Wesentlichen senkrecht zur durch
die Transporteinrichtung (30) definierten Fläche bewegbar ist und dass die Führungsstäbe
(19.1, 19.2) im Wesentlichen parallel zur durch die Transportrichtung (30) definierten
Fläche liegen.
3. Schwertfalzwerk gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 2 mit zusätzlichen Seitenanschlägen
(9, 10) zur Ausrichtung der Signatur entlang durch die Geometrie des Falzschwertes
vorgegebenen Koordinaten,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens einer der Seitenanschläge (9, 10) wenigstens ein Niederhalteband oberhalb
und/oder ein Transportband (9.2) unterhalb des Transportweges der Signatur (23) aufweist
und/oder dass wenigstens ein Seitenkantenanschlag (9, 10) relativ zum Falzschwert
(22) bewegbar ist.
4. Schwertfalzwerk gemäß einem der oberen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens zwischen einem Seitenkantenanschlag (9, 10) und einer Führungsschiene
(8) an einem Leitblech (6) unterhalb des Falzschwertes (22) oberhalb und/oder unterhalb
des Transportweges der Signatur Scherengitter (20, 21) vorgesehen sind.
5. Schwertfalzwerk gemäß einem der oberen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass für wenigstens einen Anschlagfinger (17) eine Ruheposition und wenigstens eine aktive
Position vorgegeben sind, wobei der Anschlagfinger (17) in der Ruheposition den Transportweg
der Signatur (23) am Falzschwert (22) vorbei freigibt und wobei der Anschlagfinger
(17) in einer aktiven Position den Transportweg der Signatur (23) über die Position
des Falzschwertes (22) hinaus blockiert und ein Abschnitt der unteren Führungsstäbe
(19.2) unterhalb der durch die Transporteinrichtung definierten Ebene und ein Abschnitt
der oberen Führungsstäben (19.1) oberhalb der durch die Transporteinrichtung definierten
Ebene zu liegen kommt.
6. Schwertfalzwerk gemäß Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Anschlagfinger (17) vorgesehen sind und wenigstens zwei Anschlagfinger (17)
voneinander unabhängig von der Ruheposition in eine aktive Position und wieder zurück
gebracht werden können.
7. Schwertfalzwerk gemäß einem der oberen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bewegung des Anschlagträgers (16) und/oder die Bewegung wenigstens eines Anschlagfingers
(17) und/oder wenigstens eines Seitenkantenanschlags (9, 10) mittels eines Aktuators
(11.1, 11.2, 12.1, 12.2, 14, 15, 25, 26) erfolgt.
8. Schwertfalzwerk gemäß Anspruch 7, welches zusätzlich eine Steuerungseinheit umfasst,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerungseinheit in Funktion wenigstens eines Signaturparameters wenigstens
einen Aktuator (11.1, 11.2, 12.1, 12.2, 14, 15, 25, 26) derart ansteuert, dass eine
dem Format der zu falzenden Signatur (23) entsprechende Positionierung des Anschlagträgers
(16) und/oder wenigstens eines Anschlagfingers (17) und/oder wenigstens eines Seitenkantenanschlages
(9, 10) erfolgt.
9. Schwertfalzwerk für bogenförmiges Material mit wenigstens einem Anleger, einer Transporteinrichtung,
wenigstens einem Falzwerk und einer Auslage,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Falzmaschine ein Schwertfalzwerk gemäß einem der oberen Ansprüche aufweist.
10. Falzmaschine gemäß Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Falzmaschine zusätzlich wenigstens ein Taschenfalzwerk aufweist.