[0001] Die Erfindung betrifft Schlüssel einer Hauptschlüsselanlage. Eine Hauptschlüsselanlage
besteht aus mindestens zwei Schließzylindern und zugehörigen Schlüsseln, wobei der
Hauptschlüssel in der Lage ist, die mindestens zwei Schließzylinder zu schließen und
der Einzelschlüssel in der Lage ist, nur einen Schließzylinder zu schließen.
[0002] Im Stand der Technik ist es bekannt, Hauptschlüssel und Einzelschlüssel mit unterschiedlichen
Breitseitenprofilen zu versehen. Dabei besitzt der Einzelschlüssel in der Regel ein
kompliziertes Profil und der Hauptschlüssel ein weniger kompliziertes Profil. Aus
einem Einzelschlüssel lässt sich somit durch Entfernen, beispielsweise durch Abschleifen,
einer Profilrippe ein Schlüssel erzeugen, der zu Schließzylindern passt, für die er
nicht vorgesehen ist. Eine derartige Manipulationsmöglichkeit ist nachteilhaft.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Hauptschlüsselanlage manipulationssicherer
zu gestalten.
[0004] Gelöst wird die Aufgabe durch die im Anspruch angegebene Erfindung, wobei darauf
abgezielt ist, dass der Hauptschlüssel eine Längsrippe ausbildet, welche am einschubseitigen
Ende eine Steuerschräge für einen Steuervorsprung eines Zuhaltungselementes eines
Schließzylinders besitzt und dieser Steuerschräge nachgeordnet eine Steuervertiefung,
wobei ein Einzelschlüssel ebenfalls eine Längsrippe ausbildet, die jedoch stumpf zur
Einschubrichtung endet und im übrigen eine gleichbleibende Querschnittskontur besitzt.
Ein übergeordneter Schließzylinder, der nicht mit dem Einzelschlüssel, sondern nur
mit dem Hauptschlüssel schließbar ist, besitzt eine zusätzliche Zuhaltung, die einen
in den Schlüsselkanal ragenden Steuervorsprung aufweist. Dieser Steuervorsprung gleitet
beim Einschub des Hauptschlüssels in den Schlüsselkanal an der Steuerschräge ab. Bei
vollständig eingeschobenem Schlüssel liegt der Steuervorsprung an der Steuervertiefung.
Die Lage der Steuervertiefung ist so gewählt, dass die zusätzliche Zuhaltung beim
richtigen Hauptschlüssel ihre Freigabeposition einnimmt. Beim Einstecken des Einzelschlüssels
in den übergeordneten Schließzylinder kann wegen des Fehlens der Steuerschräge die
zusätzliche Zuhaltung nicht verlagert werden. Der Einzelschlüssel stößt nur gegen
diese. Ein zusätzliches Einschieben des Schlüssels ist damit verhindert. Selbst wenn
eine Steuerschräge am Einzelschlüssel verbotener Weise nachträglich angefertigt werden
sollte, lässt sich der Schließvorgang nicht vornehmen, da dann zwar das Einschieben
des Schlüssels möglich ist, jedoch keine vorschriftsmäßige Verlagerung des zusätzlichen
kernseitigen Zuhaltungselementes. Nach Durchführen einer Schließdrehung kann eine
Sperrung und durch Einfangen des nachgefertigten Schlüssels erfolgen.
[0005] Nachstehend werden zwei Ausführungsbeispiele von Schließzylindern einer Hauptschlüsselanlage
und zugehörige Schlüssel anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht einer Schließvorrichtung in vergrößerter Darstellung, welche Schließvorrichtung
sich aus einem Schlüssel und einem als Profil-Halbzylinder ausgebildeten Schließzylinder
zusammensetzt, betreffend die erste Ausführungsform;
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch den Schließzylinder im Bereich einer die Zuhaltungselemente
aufnehmenden Höhlung;
- Fig. 3
- eine der Fig. 2 entsprechende Darstellung, wobei der zugehörige Schlüssel eingesteckt
ist unter Einordnen der Zuhaltungselemente;
- Fig. 4
- ebenfalls ein der Fig. 2 entsprechender Querschnitt, wobei ein falscher Schlüssel
eingesteckt ist;
- Fig. 5
- in stark vergrößerter Darstellung eine Ansicht des zugehörigen Schlüssels;
- Fig. 6
- einen Querschnitt durch den Schlüsselschaft entlang der Linie VI - VI in Fig. 5;
- Fig. 7
- den Schnitt nach der Linie VII - VII in Fig. 5;
- Fig. 8
- den Schnitt nach der Linie VIII - VIII in Fig. 5;
- Fig. 9
- den Schnitt nach der Linie IX - IX in Fig. 5;
- Fig. 10
- eine Ansicht einer Schließvorrichtung in der Fig. 1 vergleichbarer Darstellung, jedoch
die zweite Ausführungsform betreffend;
- Fig. 11
- den Schnitt nach der Linie XI - XI in Fig. 10;
- Fig. 12
- in vergrößerter Darstellung den Schnitt nach der Linie XII-XII in Fig. 11;
- Fig. 13
- in vergrößerter Darstellung den zugehörigen Schlüsselschaft in Ansicht;
- Fig. 14
- den Schnitt nach der Linie XIV - XIV in Fig. 13;
- Fig. 15
- eine der Fig. 12 vergleichbare Schnittdarstellung, wobei abweichend von dieser der
vorschriftsmäßige Schlüssel eingesteckt ist unter Zurückziehen des kernseitigen Zuhaltungselements;
- Fig. 16
- die Ansicht gegen den Schlüsselschaft eines falschen Schlüssels, bei welchem am einschubseitigen
Ende der Rippe die Steuerschräge fehlt;
- Fig. 17
- eine Ansicht des Schlüsselschaftes eines als Einzelschlüssel ausgebildeten Schlüssels
und
- Fig. 18
- einen Querschnitt wie Fig. 12, wobei der Schlüssel gemäß Fig. 17 in den Schlüsselkanal
eingesteckt ist, und zwar nach einer Teildrehung des Zylinderkerns bis in die Sperrstellung.
[0006] Gemäß der ersten Ausführungsform nach Fig. 1 bis 10 besitzt der als Profil-Halbzylinder
ausgebildete Schließzylinder 1 ein Zylindergehäuse 2, welches sich aus einer eine
Zylinderöffnung 3 ausweisenden, im Querschnitt kreisförmigen Zylinderwand 4 und einem
von dieser radial materialeinheitlich ausgehenden Stegabschnitt zusammensetzt.
[0007] In die Zylinderöffnung 3 ist ein einen Gehäuseabschnitt 6 darstellender Hohlzylinder
eingesteckt und mittels einer nicht veranschaulichten, vom Stegabschnitt 5 ausgehenden
Madenschraube fixiert. Der als Hohlzylinder gestaltete Gehäuseabschnitt 6 formt mit
seiner Innenwand eine Kernbohrung 7, in welche ein Zylinderkern 8 eingesetzt ist.
Im Zylinderkern 8 ist ein radial eingeschnittener Schlüsselkanal 9 eingearbeitet,
der zur einen Seite der Drehfuge F des Zylinderkerns 8 hin offen ist und mit der Längsmittelebene
des Stegabschnittes 5 fluchtet. In bekannter Weise nimmt der Zylinderkern 8 zweigeteilte
Zuhaltungsstifte 10 auf, die von schlüsselschaftbreitseitigen Vertiefungen 11 eines
Schlüssels 12 eingeordnet werden. Die kernseitigen Enden der in Richtung des Schlüsselkanals
abgefederten Zuhaltungsstifte 10 ragen dabei anschlagbegrenzt in den Schlüsselkanal
9 hinein. Solche Zuhaltungsstifte sind jedoch bekannt, so dass nicht näher darauf
eingegangen wird.
[0008] Parallel zur Schlüsselkanallängsmittelebene ist eine die Drehfuge F des Zylinderkerns
8 kreuzende Höhlung H vorgesehen, welche sich aus einer Kernhöhlung 13 und einer fluchtend
zu ihr angeordneten Sperrausnehmung 13' zusammensetzt. Der Boden der gehäuseseitigen
Sperrausnehmung 13' bildet dabei die Zylinderwand 4. Die außerdiametral angeordnete
Höhlung H ist so positioniert, dass sie noch in Überdeckung liegt zum Schlüsselkanal
9, so dass die Kernhöhlung 13 zu dem Schlüsselkanal 9 hin offen ist.
[0009] Die gehäuseseitige Sperrausnehmung 13 ' nimmt einen in Kerneinwärtsrichtung abgefederten
Gehäusestift auf, welcher als Zuhaltungselement 14 ausgebildet ist und mit einem in
Gehäuseauswärtsrichtung abgefederten kernseitigen Zuhaltungselement 15 zusammenwirkt.
Letzteres besitzt eine etwa mittige Querschnittseinschnürung 16 in Form eines abgesetzten
Zapfens, welche von der als Druckfeder ausgebildeten Feder 17 umfaßt ist. Die dem
gehäuseseitigen Zuhaltungselement 14 zugeordnete Feder 18 ist ebenfalls als Druckfeder
gestaltet und stützt sich an der Zylinderwand 4 ab. Es ist eine solche Dimensionierung
der Federn 17,18 vorgenommen, dass die Federkraft der kernseitigen Feder 17 größer
ist als diejenige der gehäuseseitigen Feder 18. Dadurch ist gewährleistet, dass das
gehäuseseitige Zuhaltungselement 14 stets der Verlagerung des kernseitigen Zuhaltungselementes
15 folgt. Aufgrund der außerdiametralen Anordnung der Zuhaltungselemente 14,15 besitzt
die Höhlung H einen unrunden Querschnitt, in welcher Höhlung H die Zuhaltungselemente
14, 15 formschlüssig undrehbar einliegen. Dabei ist die Stirnflächenkontur S bzw.
die Trennfuge zwischen beiden Zuhaltungselementen 14, 15 der Drehfugenkontur angepasst.
[0010] Die Kernhöhlung 13 nimmt einen die Einschnürung 16 formschlüssig führenden Schuh
19 auf, an dessen einer Seite sich die Druckfeder 17 abstützt. Die andere Seite des
Schuhes 19 dagegen bildet eine Anschlagfläche 20 für eine Schulter 21 des kernseitigen
Zuhaltungselementes 15 aus, wodurch dieses bei nicht steckendem Schlüssel stets eine
definierte Endstellung einnimmt.
[0011] Das kernseitige Zuhaltungselement 15 ist zweiteilig gestaltet. Das eine Teil 15'
bildet die Einschnürung 16 und das andere Teil 15" die Stirnfläche aus. Im Anschluss
an die Schulter 21 ist dem Teil 15' ein in den Schlüsselkanal 9 hineinragender Steuervorsprung
22 angeformt.
[0012] Das Zusammensetzen des kernseitigen, geteilten Zuhaltungselementes 15 geschieht in
der Weise, dass zunächst das Teil 15' mit seiner zapfenartigen Einschnürung 16 eine
Bohrung 23 des Schuhes 19 durchgreift. Danach wird die Druckfeder 17 und anschließend
das Teil 15" auf den Endabschnitt der Einschnürung 16 aufgepresst, so dass die beiden
Teile 15', 15" wie ein Teil wirken. Alsdann wird das kernseitige Zuhaltungselement
15 mit dem Schuh in die Kernhöhlung 13 eingesetzt. Diese ist so bemessen, dass eine
kerneinwärts gerichtete Verlagerung des kernseitigen Teils 15' möglich ist. Der entsprechende
Freiraum ist dort mit der Ziffer 24 bezeichnet. Es wäre möglich, zur Erzielung eines
einteiligen Zuhaltungselementes 15 die Druckfeder 18 in diesem Freiraum 24 anzuordnen,
was jedoch nicht dargestellt ist.
[0013] Die mit dem Steuervorsprung 22 zusammenwirkende Schlüssel-Profilierung ist von einer
Seitenwandung 25 einer Längsrippe 26 oder - Nut 27 gebildet. Zu diesem Zweck ist die
Seitenwandung 25 mit mindestens einer Steuervertiefung 28 ausgestattet, welcher, in
Schlüssellängsrichtung gesehen, dachförmig zueinander stehende Steuerschrägen 29 zugeordnet
sind. Beim Ausführungsbeispiel sind drei solcher Steuervertiefungen 28 hintereinanderliegend
vorgesehen, so dass auch der Schließzylinder 1 eine entsprechende Anzahl von paarig
angeordneten Zuhaltungselementen 14, 15 besitzt.
[0014] Die Längsrippe 26 ist dabei der Schlüssel-Schmalkante 30 benachbart. Im Bereich der
Schlüsselspitze setzt sich die Seitenwandung 25 in einen den Teil eines Einführtrichters
T ausbildenden, spitzenseitig schräg auslaufenden Seitenwandungs-Abschnitt 25' fort.
Die, im Querschnitt gesehen, diametral gegenüberliegende Längsrippe 25 ist ebenfalls
entsprechend gestaltet, so dass der Schlüssel 12 auch als flacher Wendeschlüssel dient.
[0015] Sodann sind im Bereich der Schlüsselspitze dachförmig zueinander angeordnete Auflaufschrägen
31 in spitzwinkliger Anordnung vorgesehen, welche in den Längsnutengrund 27' münden,
siehe insbesondere Figur 8. Zwischen den Auflaufschrägen 31 befinden sich im Schlüsselspitzenbereich
Dachschrägen 32, welche gegenüber dem vorerwähnten Winkel in einem größeren Winkel
aufeinanderstoßen.
[0016] Wie insbesondere die Figuren 5, 6, und 7 veranschaulichen, besitzt der sich an die
Schlüsselreide 12" anschließende Schlüsselschaft 12' im einsteckseitigen Spitzenbereich
eine querschnittsandere Rippenstruktur als der reidennahe Bereich des Schlüsselschaftes
12'. Zwischen jeweils zwei endständigen, an dieser Schlüsselbreitseite vorgesehenen
Längsrippen 26 befinden sich in Schlüsselschaftlängsrichtung verlaufende Rippen 33,
die gegenüber in Längsrippen 26 um das Maß x zurückversetzt liegen. Aufgrund dessen
wird eine Abtastbarkeit sowie Kopierbarkeit des Schlüssels erschwert. Die Rippen 33
enden jedoch im Bereich vor den ersten Vertiefungen 11 des Schlüsselschaftes 12' bzw.
tangieren diese. Entsprechend dieser Rippenstruktur besitzt auch der Schlüsselkanal
9 des Zylinderkerns 8 im endseitigen Bereich eine entsprechende Querschnittsprofilierung.
An diese durch Rippen 33 erzeugte Querschnittsprofilierung schließt sich diejenige
des reidennahen Bereiches so an, dass das Einordnen der Zuhaltungsstifte 10 nicht
beeinträchtigt ist.
[0017] Es stellt sich folgende Wirkungsweise ein:
[0018] Eine Schließdrehung des Zylinderkerns 8 verlangt das Einführen des vorschriftsmäßigen
Schlüssels 12 in den Schlüsselkanal 9. Während der Einsteckbewegung werden sowohl
die Zuhaltungsstifte 10 als auch die Zuhaltungselemente 14, 15 eingeordnet, wodurch
das Drehen des Zylinderkerns ermöglicht wird. Dies sieht bei den Zuhaltungselementen
14, 15 so aus, dass von der betreffenden Seitenwandung 25 mit den darin befindlichen
Steuervertiefungen 28 die Steuervorsprünge 22 entsprechend verlagert werden. Gemäß
Figuren 2 und 3 wird das kernseitige Zuhaltungselement 15 in Kerneinwärtsrichtung
gezogen. Dieser Verlagerung folgt das federbelastete Zuhaltungselement 14. In der
vollständig eingeschobenen Stellung fluchtet dann die Stirnflächenkontur S zwischen
den beiden Zuhaltungselementen 14,15 mit derjenigen der Drehfuge F des Zylinderkerns
8, so dass die Schließdrehung des Zylinderkerns vorgenommen werden kann.
[0019] Während der Einsteckbewegung des Schlüsselschaftes 12' in den Schlüsselkanal 9 verlagern
die Dachschrägen 32 die ihnen zukommenden Zuhaltungsstifte 10, während die Auflaufschrägen
31 auch bei leicht gekipptem Schlüsselschaft 12' das Hineinbewegen der Steuervorsprünge
22 in die Längsnut 27 ermöglichen. Auch der Einführtrichter T wirkt in dieser Hinsicht.
[0020] Figur 4 veranschaulicht einen falschen Schlüssel 34. Dessen Seitenwandung 25" ist
so beschaffen, dass sie das kernseitige Zuhaltungselement 15 so weit verlagert, das
die Stirnflächenkontur S beider Zuhaltungselemente 14, 15 die Zylinderkern-Drehfuge
F überschritten hat und sich innerhalb des Zylinderkerns 8 befindet. Dadurch wird
eine Drehung des Zylinderkerns 8 durch das gehäuseseitige Zuhaltungselement 14 verhindert,
so dass selbst bei vorschriftsmäßig eingeordneten Zuhaltungsstiften 10 eine Drehbewegung
des Zylinderkerns 8 blockiert wird.
[0021] Gemäß der in Figuren 10 bis 18 veranschaulichten zweiten Ausführungsform handelt
es sich ebenfalls um einen als Profil-Halbzylinder ausgebildeten Schließzylinder 35.
Dessen Zylinderabschnitt 36 nimmt in der Kernbohrung 7 drehbar einen Zylinderkern
8' auf, während der Stegabschnitt 37 zur Unterbringung von Gehäusestiftbohrungen 38
herangezogen ist. In diesen führen sich von Druckfedern 39 beaufschlagte Gehäusestifte
40. Diese wirken zusammen mit in Kernstiftbohrungen 41 geführten Kernstiften 42. In
der durch die Kernstifte 42 gelegten Ebene des Zylinderkerns 8' erstreckt sich ein
Schlüsselkanal 43 zur Aufnahme eines entsprechend profilierten Schaftes 44 eines Schlüssels
45. Dessen Schlüsselbrust ist mit Schließkerben 46 ausgestattet, welche die Kernstifte
42 so verlagern, dass die Trennfuge zwischen den Kernstiften 42 und den Gehäusestiften
40 auf Höhe der Drehfuge F des Zylinderkerns 8' liegt.
[0022] Parallel zum Schlüsselkanal 43 verläuft eine die Drehfuge F kreuzende Höhlung H.
Diese setzt sich zusammen aus der zum Schlüsselkanal 43 hin offenen Kernhöhlung 47
und der gehäuseseitigen Sperrausnehmung 48. Im Einzelnen besitzt die Kernhöhlung 47
einen ein Zuhaltungselement 49 führenden Höhlungsabschnitt 47', welcher sich mündungsseitig
in einen Eintauchraum 50 fortsetzt. Letzterer erstreckt sich in der Drehebene eines
der benachbarten Zuhaltungsstifte 40, vergleiche hierzu insbesondere Figur 11. Das
von einer Feder 58 in Kernauswärtsrichtung beaufschlagte Zuhaltungselement 49 ist
im Querschnitt etwa trapezförmig gestaltet. Die der Trapezbasis gegenüberliegende
Trapezseite bildet den in den Schlüsselkanal 43 hineinragenden Steuervorsprung 51
aus. Wie Figur 11 veranschaulicht, erstreckt sich der Steuervorsprung 51 auf Lücke
zwischen zwei benachbarten Zuhaltungsstiftpaaren und damit auch das Zuhaltungselement
49. Ferner geht aus Figur 11 hervor, dass die axiale Lage des Zuhaltungselementes
49 axial versetzt liegt zu den Gehäusestiftbohrungen 38, so dass sich die Querschnittsflächen
des Zuhaltungselements 49 und des gehäuseseitigen Zuhaltungsstiftes 40 überschneiden.
Sodann veranschaulicht Figur 11, dass das Zuhaltungselement 49 im inneren Endbereich
des Zylinderkerns 8' angeordnet ist.
[0023] Weiterhin ist ein in Schlüsseleinsteckrichtung dem Steuervorsprung 51 vorgeordneter
Schutzstift 52 vorgesehen. Letzterer tastet eine Breitseitenaussparung 53 einer am
Schlüsselschaft 44 befindlichen Längsrippe 54 ab. Fehlt die Breitseitenaussparung
53 am Schlüsselschaft, so lässt sich dieser nicht einschieben. Das bedeutet, dass
sowohl der Schutzstift 52 als auch die Breitseitenaussparung 53 entsprechend positioniert
sein müssen.
[0024] Der Breitseitenaussparung 53 ist, in Richtung der Schlüsselspitze gesehen, eine in
die Längsrippe 54 eingeschnittene Steuervertiefung 55 vorgeordnet, welche sich über
schräg ansteigende Abschnitte in die Seitenwandung 56 der Längsrippe 54 fortsetzt.
Im Schlüsselspitzenbereich ist der Seitenwandung 56 eine Steuerschräge 57 zugeordnet.
[0025] Die Wirkungsweise des Schließzylinders 35 gemäß der zweiten Ausführungsform ist wie
folgt:
[0026] Bei nicht in den Schlüsselkanal 43 eingeführtem Schlüssel 45 erfolgt eine Drehsperre
des Zylinderkerns 8' sowohl durch die Gehäusestifte 40 als auch durch das Zuhaltungselement
49, welches die Drehfuge F überschreitet und in die Sperrausnehmung 48 eingreift.
[0027] Eine Schließdrehung des Zylinderkerns 8' verlangt das Einführen des vorschriftsmäßigen
Schlüssels 45, welcher beim Ausführungsbeispiel ein Hauptschlüssel sein kann. Durch
die Schließkerben 46 werden die Gehäusestifte 40 und Kernstifte 42 so eingeordnet,
dass deren Trennfuge auf Höhe der Drehfuge F des Zylinderkerns 8' zu liegen kommt.
Ferner wird beim Schlüsseleinschub über die Steuerschräge 57 und den Steuervorsprung
51 das Zuhaltungselement 49 zurückgezogen. In der Einschubstellung des Schlüssels
45 stützt sich dann das Steuerelement 51 an der Steuervertiefung 55 ab derart, dass
die der Zylinderkernkrümmung folgende Stirnfläche des Zuhaltungselements 49 auf Höhe
der Drehfuge F liegt. Der Zylinderkern 8' kann somit mittels des Schlüssels 45 gedreht
werden. Da die das Zuhaltungselement 49 in Kernauswärtsrichtung belastende Feder 58
stärker ist als die den betreffenden Gehäusestift 40 belastende Druckfeder 39, kann
während der Schließdrehung des Zylinderkerns 8' der betreffende Gehäusestift 40 nicht
in den Eintauchraum 50 des Höhlungsabschnittes 47' der Kernhöhlung 47 eintreten.
[0028] In Figur 16 ist ein falscher Schlüssel aufgezeigt, welcher weitgehend identisch ist
mit dem Schlüssel 45. An diesem falschen Schlüssel 59 fehlt jedoch die Steuerschräge
57 an der Längsrippe 54. Das bedeutet, dass die Längsrippe 54 stumpf zur Einschubrichtung
endet. Beim versuchten Einstecken dieses Schlüssels 59 stößt das stumpfe Ende 60 der
Längsrippe 54 gegen den Steuervorsprung 51 unter Blockierung eines weiteren Einschiebens
dieses Schlüssels 59.
[0029] Gemäß Figur 17 ist ein Schlüssel 61 veranschaulicht, dessen Längsrippe 54 ebenfalls
stumpf zur Einschubrichtung endet und im Übrigen eine gleichbleibende Querschnittskontur
besitzt. Dieser Schlüssel 61 dient im Rahmen einer Hauptschlüsselanlage als Einzelschlüssel.
Er vermag daher nicht den übergeordneten Schließzylinder zu betätigen, welcher das
Zuhaltungselement 49 besitzt. Dagegen kann er in den untergeordneten Schließzylinder
eingesteckt werden und dort die Kern- und Gehäusestifte einordnen. Fertigt man an
diesem Schlüssel 61, wie strichpunktiert in Figur 17 veranschaulicht ist, eine Steuerschräge
60 an, so lässt sich dieser Schlüssel 61 vollständig in den Schlüsselkanal einschieben.
Er ordnet dann auch die Kernstifte 42 und Gehäusestifte 40 vorschriftsmäßig ein. Jedoch
wird wegen der fehlenden Steuervertiefung 55 das Zuhaltungselement 49 soweit in den
Höhlungsabschnitt 47' hineingezogen, dass dadurch die Sperrausnehmung 48 freigegeben
wird. Nach einer Schließdrehung von etwa 180° gelangt dann die Sperrausnehmung 48
auf Höhe des betreffenden Gehäusestiftes 40, so dass die diesen belastende Druckfeder
39 den Gehäusestift 40 in die Sperrausnehmung 48 hineintreibt und damit jede weitere
Drehbewegung des Zylinderkerns 8' sperrt. Hierdurch ist einhergehend der Schlüssel
61 gefangen, so dass der Schließvorgang nicht durchgeführt werden kann und ein Missbrauch
sofort erkennbar ist.