[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Bildträger, der mindestens ein Elastomer
mit Hohlräumen enthält. Der Bildträger kann unter anderem Verwendung finden in der
Elektrographie, Elektrofotographie oder Magnetographie.
[0002] Digitale Druckverfahren gewinnen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung, insbesondere
die Elektrofotographie. Obwohl weiterhin die meisten Geräte nur Schwarz/Weiß arbeiten,
steigt der Anteil der farbigen Geräte immer weiter. Dabei haben farbige Geräte wesentlich
höhere Anforderungen an die Bildqualität als Schwarz/Weiß Geräte.
[0003] Zentrale Komponente bei elektrofotographischen Druckverfahren ist der Fotoleiter.
Bei praktisch allen heutigen elektrofotographischen Farbdruckern kommen organische
Fotoleiter zum Einsatz. Die Dicke des Fotoleiters beträgt dabei typischerweise ca.
20 µm auf einer Trommel aus Aluminium. Üblicherweise ist der Fotoleiter weder elastisch
noch kompressibel. Eine detaillierte Beschreibung des elektrofotographischen Prozesses
findet sich z. B. in "Electrophotography and Development Physics" von L. B. Schein,
Springer Verlag, 1992, ISBN 0-387-55858-6.
[0004] Um eine gute Bildqualität zu erreichen, wie sie im Farbdruck erforderlich ist, werden
in den elektrofotographischen Farbdruckern oft Zwischenträger eingesetzt. Bei Einsatz
eines Zwischenträgers wird das Tonerbild vom Fotoleiter erst auf den Zwischenträger
übertragen und von dort auf Papier. Diese Zwischenträger sind zum Teil elastisch und/oder
kompressibel, so dass Unebenheiten des rauen Papiers ausgeglichen werden. Solche Zwischenträger
werden beispielsweise in folgenden kommerziell verfügbaren elektrofotographischen
Druckern eingesetzt:
DocuColor 2060 von Xerox: als Zwischenträger wird ein Endlosband über einen elektrostatischen
Transfer eingesetzt.
NexPress 2100 von NexPress: Zwischenträger sind Trommeln (auch elektrostatischer Transfer).
E-Print 1000 von Indigo: Zwischenträger ist eine Art Drucktuch, weiches auf einen
Zylinder gespannt ist. Der Transfer auf Papier erfolgt über Druck und Hitze.
[0005] Solche Zwischenträger verbessern die Bildqualität, haben aber auch erhebliche Nachteile:
[0006] So verursachen sie als zusätzliche Komponenten und Verschleißteile erhebliche Kosten
für jede gedruckte Seite und erhöhen die Komplexität der Maschine. Außerdem wird bei
Farbdruckern typischerweise mit den vier Prozessfarben Schwarz, Zyan, Magenta und
Gelb gearbeitet, die nacheinander auf Papier (oder den Zwischenträger) aufgebracht
werden. Ein qualitativ hochwertiges Bild erfordert eine Registergenauigkeit von 100
µm oder besser zwischen den Farbauszügen. Das Erreichen dieser Genauigkeit wird durch
einen Zwischenträger erschwert.
[0007] In der US 3,945,723 wird eine Technik beschrieben, bei der eine flexible Schicht
unter einer Fotoleiter Hülse über zwei Endstücke unter Druck gesetzt wird, so dass
die Fotoleiterhülse dort befestigt ist.
[0008] In US 3,994,726 wird ein flexibler Fotoleiter beschrieben. Die Flexibilität wird
benötigt, um eine breite Kontaktzone für eine spezielle Form der Flüssigentwicklung
zu erreichen.
[0009] In US 5,828.931 und der korrespondierenden DE 19646348-A1 wird zur Erreichung einer
besseren Bildqualität ohne Zwischenträger eine elastische Schicht unter einem Fotoleiter
vorgeschlagen. Insbesondere werden die Härte der elastischen und der fotoleitenden
Schicht spezifiziert, wobei der Fotoleiter härter als die elastische Schicht ist.
[0010] Gegenüber den vorher bekannten Systemen wird gemäß US 5,828,931 sowohl eine gute
Bildqualität (der elastische Fotoleiter passt sich dem rauen Papier gut an) als auch
ein vereinfachter Maschinenaufbau und eine Kostenersparnis durch den Wegfall eines
Zwischenträgers erreicht.
[0011] Bei dieser Lösung tritt jedoch ein Problem für solche Systeme auf, bei denen die
vier Prozessfarben nacheinander in vier Druckstationen auf Papier übertragen werden:
elastische Materialien zeigen einen sogenannten Verformungsschlupf. Dabei handelt
es sich um einen Effekt, der anhand von Figur 1 näher erläutert wird: Walze 1 hat
einen elastomereN Bezug 3 (beispielsweise Gummi) und ist an Walze 2 angestellt. Walze
2 und der Kern von Walze 1 bestehen aus im Vergleich zu Bezug 3 nicht elastischem
Material (beispielsweise Stahl). Durch die Anstellung entsteht eine Kontaktzone 4,
auch Nip genannt, in der der elastomere Bezug verformt wird. Wird nun Walze 1 angetrieben,
so dass Walze 2 über Reibung von Walze 1 bewegt wird, stellt man bei der harten Walze
2 eine höhere Oberflächengeschwindigkeit als bei Walze 1 mit elastomerem Bezug fest.
Dieser Effekt wird als positiver Verformungsschlupf bezeichnet. Er kommt im wesentlichen
dadurch zustande, dass elastische Materialien wie beispielsweise Gummi oder Polyurethan
nicht kompressibel sind, aber im Nip durch einen Spalt gedrückt werden, der kleiner
als die Bezugsdicke ist. Grundsätzlich wird der positive Verformungsschlupf umso größer,
je stärker die beiden Walzen aneinander gepresst werden. Außerdem wird der positive
Verformungsschlupf umso kleiner, je dicker der Bezug ist.
[0012] Dieser Verformungsschlupf hat ungünstige Auswirkungen beim Farbdruck nach dem Verfahren
von US 5,828,931, wie Figur 2 an einem Druckprozess für zwei Farben beispielhaft verdeutlicht:
Walzen 5a und 5b sind Fotoleiter nach US 5,828,931. Über hier nicht dargestellte,
aber bekannte Einrichtungen wird auf Fotoleiter 5a ein Tonerbild der ersten Farbe
erzeugt und auf Fotoleiter 5b ein Bild der zweiten Farbe. Papier 7 läuft in Pfeilrichtung
8 und wird durch Gegendruckwalze 6a zuerst an Fotoleiter 5a gedrückt, so dass das
Bild der ersten Farbe auf das Papier übertragen wird. Anschließend wird das Papier
über Gegendruckwalze 6b gegen Fotoleiter 5b gedrückt und die zweite Farbe wird auf
das Papier übertragen.
[0013] Problematisch ist hier die genaue Positionierung der beiden Farbbilder zueinander,
insbesondere durch den Verformungsschlupf sowie Fertigungstoleranzen bei der Herstellung
von Fotoleitern 5a und 5b. Für eine gute Bildqualität muss die Registergenauigkeit
bei 100 µm oder besser (d. h. genauer) liegen. Dies muß darüber hinaus über die gesamte
Papierfläche erreicht werden. Der Verformungsschlupf liegt bei typischen Gegebenheiten
bei ca. 1%. Bei einem Blatt der Länge A4 (29,7 cm) entspricht dies einer Längendifferenz
von 2970 µm, also erheblich mehr als die erwünschten 100 µm. Nach dem Stand der Technik
werden drei Techniken angewendet, um den Verformungsschlupf kleinzuhalten: Bei bekannter
Anpressung kann der Verformungsschlupf gemessen werden. In dem Maße, wie der Verformungsschlupf
das Bild verlängert, wird das Bild auf dem Fotoleiter verkürzt aufgebracht, so dass
das auf Papier übertragene Bild die richtige Länge hat. Als zweite Technik zur Verringerung
von Registerfehlern wählt man die gleiche Anstellung für Gegendruckwalzen 6a und 6b,
d. h. Gegendruckwalze 6a wird mit der gleichen Kraft gegen Fotoleiter 5a gestellt,
wie Gegendruckwalze 6b gegen Fotoleiter 5b. Die dritte Korrekturmöglichkeit ist, den
Bezug möglichst dick zu gestalten, da dadurch der positive Verformungsschlupf relativ
klein gehalten wird.
[0014] Trotz dieser Korrekturmechanismen ist es sehr schwierig, die erwünschte Registergenauigkeit
zu erreichen. In der Praxis ist es im allgemeinen nicht möglich, exakt die gleiche
Anstellung für alle (typischerweise vier) Farben zu erreichen. Schon geringe Unterschiede
in der Anstellung führen zu erheblichen Registerfehlern. Eine weitere wesentliche
Fehlerquelle stellt die Fertigungsgenauigkeit der Fotoleiter nach US 5,828,931 dar.
Die Herstellung einer hochpräzisen Walze mit elastomerem Bezug ist aufwendig und verursacht
hohe Kosten. Weiterhin werden dicke (typisch 1 cm oder mehr) Bezüge benötigt, die
zu großen und schweren Walzen führen. Dies ist in der Praxis von erheblichem Nachteil,
da der Fotoleiter ein Verschleißteil darstellt, welches relativ häufig gewechselt
werden muss (z. B. nach 50000 A4 Seiten). Entsprechend muss diese Komponente sowohl
kostengünstig als auch leicht handhabbar für den Austausch sein.
[0015] Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Bildträger bereitzustellen, der keinen
oder nur einen sehr geringen Verformungsschlupf aufweist, so dass das Problem der
Registriergenauigkeit mit den damit verbundenen Nachteilen gelöst wird. Der erfindungsgemäße
Bildträger soll auch als Fotoleiter verwendbar sein.
[0016] Überraschenderweise wird das Problem durch einen Bildträger gelöst, der mindestens
ein Elastomer mit Hohlräumen enthält.
[0017] Das Elastomer ist dabei vorzugsweise ein geschäumtes Polymer, insbesondere ein geschäumtes
Polyurethan, Silikon, EPDM-Kautschuk und/oder NBR. Geschäumt bedeutet hier beispielsweise,
dass das Polymer so hergestellt wird, dass beim Herstellungvorgang ein Gas, zum Beispiel
Stickstoff oder CO
2, freigesetzt wird. Alternativ kann das Gas auch bei der Herstellung des Polymers
eingeleitet werden. In beiden Fällen entsteht ein Elastomer, das Hohlräume enthält
und eine relativ geringe Dichte aufweist.
[0018] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform werden die Hohlräume im Elasomer dadurch
erzeugt, dass expandiert Hohlkugeln oder nicht expandierte Hohlkugeln, die dann expandiert
werden, eingebracht werden. Bei den Elastomeren handelt es sich dabei insbesondere
um die oben genannten materialien Polyurethan, Silikon, EPDM-Kautschuk und/oder NBR.
Solche Systeme auf Polyurethan-Basis werden in der Deutschen Patentanmeldung DE 10111618.7
beschrieben. Die thermoplastischen Hohlkugeln bestehen vorzugsweise aus einem Acrylat-Vinylidenfluorid-Copolymerisat
und enthalten ein Gas, zum Beispiel Butan.
[0019] Der Volumenanteil der Hohlräume am Elastomer beträgt vorzugsweise 5 bis 95%, insbesondere
20 bis 80%. Das Verhältnis der Hohlräume zum elastomeren Material lässt sich dabei
auf einfache Weise so optimieren, dass der Verformungsschlupf minimiert wird. Wenn
das Elastomer mit den Hohlräumen weitere Bestandteile aufweist, wie zum Beispiel ein
fotoleitendes oder magnetisches Material, dann ist der Volumenanteil der Hohlräume
an dem Material, das das Elastomer und die Zusatzstoffe enthält, vorzugsweise 5 bis
95%, insbesondere 20 bis 80%.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Bildträger ein Fotoleiter. Der erfindungsgemäße
Fotoleiter wird vorzugsweise in einer der beiden folgenden Ausführungsformen bereitgestellt:
[0021] Zum einen kann er mindestens zwei Schichten aufweisen, von denen mindestens eine
Schicht fotoleitende Eigenschaften aufweist und mindestens eine Schicht ein Elastomer
mit Hohlräumen enthält. Zum anderen kann er eine Schicht enthalten, die ein Elastomer
und Hohlräume enthält und gleichzeitig fotoleitende Eigenschaften aufweist.
[0022] Beispielsweise wird bei der ersten Ausführungsform auf eine elastomere Schicht mit
einer Dicke von 1 mm und einem relativ geringen spezifischen Widerstand (z. B. geringer
als 10
9 Ωm), die aus Polyurethan, das expandierte Hohlkugeln enthält, besteht, eine fotoleitende
Schicht aufgebracht. Bei der zweiten Ausführungsform hingegen hat die elastomere Schicht
mit den Hohlräumen selbst fotoleitende Eigenschaften.
[0023] Die erfindungsgemäßen Fotoleiter haben gegenüber bekannten Fotoleitern folgende Vorteile:
Nicht geschäumte oder allgemein nicht kompressible Elastomere zeigen bei Anstellung
gegen eine harte Walze einen positiven Verformungsschlupf (d.h. die harte Walze dreht
schneller als die elastomere Walze), während kompressible Materialien einen negativen
Verformungsschlupf (d.h. die harte Walze dreht langsamer als die elastomere Walze)
zeigen.
[0024] Dagegen wird bei Verwendung der erfindungsgemäßen Materialien durch die richtige
Wahl des Verhältnisses von Hohlräumen zu Elastomer ein Verformungsschlupf in der Regel
vollständig vermieden. Dadurch wird eine hohe Registergenauigkeit erreicht, die sowohl
weitgehend unabhängig von der Anstellung der Gegendruckwalzen für die verschiedenen
Farben beim elektrostatischen Transfer vom Fotoleiter auf Papier, als auch in hohem
Maße unabhängig von Fertigungstoleranzen (beispielsweise Rundlauf) ist. Durch die
hohe Registriergenauigkeit wird eine außerordentlich gute Bildqualität beim Transfer
erhalten.
[0025] Dies geht mit einem geringen Verbrauch an elastomerem Material einher (im Vergleich
zum Beispiel mit einem Fotoleiter nach US 5,828,931). Dies wird bei den erfindungsgemäßen
Fotoleitern in mehrfacher Hinsicht erreicht. Erstens wird durch das Einbringen von
Hohlräumen Material eingespart. Zweitens ist es bei einem erfindungsgemäßen Material,
welches keinen Verformungsschlupf aufweist, nicht nötig, den Bezug besonders dick
zu gestalten, um den Verformungsschlupf zu minimieren, wie dies bei Verwendung von
Materialien ohne Hohlräume der Fall ist. Drittens ist es bei Materialien mit Hohlräumen
erheblich einfacher, eine geringe Shore Härte zu erreichen. Dies ist vorteilhaft,
da damit schon bei geringem Andruck ein relativ breiter Nip entsteht. Ein relativ
breiter Nip von typischerweise mehreren Millimetern ist bei der Elektrofotographie
beim elektrostatischen Transfer vom Fotoleiter auf Papier sehr vorteilhaft. Der geringe
Verbrauch des elastomeren Materials hat unter anderem die Vorteile, dass geringere
Kosten entstehen und dass ein vereinfachter Austausch des Fotoleiters möglich wird.
[0026] In einem Ausführungsbeispiel der oben beschriebenen ersten Ausführungsform hat die
elastomere Schicht mit den Hohlräumen eine Dicke von 1 mm. Die Schicht hat eine Shore
A Härte von 20 und einen spezifischen Widerstand von 10
8 Ωm. Dieser Wert gilt für einen Geschwindigkeitsbereich bis ca. 0,5 m/s. Bei höheren
Geschwindkeiten wird ein in erster Näherung umgekehrt proportional zur Geschwindigkeit
geringerer spezifischer Widerstand benötigt. Der Aufbau des Fotoleiters ist in erster
Näherung ähnlich wie bei konventionellen Fotoleitertrommeln, d.h. auf der elastomeren
Schicht befindet sich eine weniger als 1 µm dicke Sperrschicht, darauf eine ca. 1
µm dicke Generationsschicht für Ladungsträger (hier werden durch Lichteinfall Ladungsträger
generiert) und schließlich als oberstes eine ca. 20 µm dicke Transportschicht für
Ladungsträger. Optional kann auf der obersten Schicht noch eine dünne (z. B. ca. 3
µm dicke) und harte Verschleißschutzschicht aufgebracht werden. Offensichtlich kann
die Anzahl der Schichten reduziert werden, wenn eine der genannten Schichten mehrere
Funktionen übernimmt.
[0027] Für diese 3 Schichten, oder 4 Schichten bei Verwendung einer Verschleißschutzschicht,
stehen heute eine Vielzahl von Materialien zur Verfügung (siehe z.B. "Electrophotography
and Development Physics" von L. B. Schein, Springer Verlag, 1992, ISBN 0-387-55858-6
oder DE 19951522). Für die erfindungsgemäßen Fotoleiter werden solche Materialien
bevorzugt, die flexibel sind, so dass sie die Biegungen und Belastungen, die beim
Durchgang durch den Nip entstehen, ohne Beschädigung aushalten. Entsprechend sind
hier organische Fotoleiter gegenüber härteren und damit weniger flexiblen anorganischen
Fotoleitern bevorzugt.
[0028] Bei den erfindungsgemäßen Fotoleitern ohne Verformungsschlupf ist es von Vorteil,
das Verhältnis von Hohlraum zu elastomerem Material zu optimieren. Bei einem zu hohen
Anteil an Hohlraum erhält man einen negativen Verformungsschlupf, während man bei
einem sehr geringen Anteil an Hohlraum einen positiven Verformungsschlupf erhält.
Der Anteil an Hohlraum, der benötigt wird, um den Verformungsschlupf zu vermeiden,
hängt insbesondere von der Art und Härte des verwendeten Elastomers ab. Er variiert
insbesondere zwischen 5 und 95%.
[0029] Als Grundkörper für das Aufbringen der elastomeren Schicht sind verschiedene Varianten
Stand der Technik: eine feste Trommel, eine starre Hülse (z.B. Aluminium mit einer
Wandstärke von 1 mm), eine flexible Hülse (z.B. Edelstahl mit einer Wandstärke von
50 µm) oder ein flexibles Band (z.B. PET mit einer Dicke von 100 µm). Für die Haftung
der elastomeren Schicht auf dem Substrat können Haftvermittler eingesetzt werden.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird kein Substrat verwendet.
Der Fotoleiter wird dann als Hülse in der oben beschriebenen Form auf beispielsweise
einer Trommel gefertigt und anschließend davon abgezogen. Dies hat den Vorteil der
geringen Kosten, da ein Substrat gespart werden kann. Wie bereits erwähnt, ist der
Fotoleiter eine Verschleißkomponente, die relative häufig (z.B. nach 50000 A4 Seiten)
gewechselt werden muss, so dass Kosten hier eine wichtige Rolle spielen. Um bei dieser
Ausführungsform eine gute elektrische Anbindung an die aufnehmende Trommel in der
Druckmaschine zu gewährleisten (dies ist für das Funktionieren des Fotoleiters unabdingbar),
werden zwei Ausgestaltungen bevorzugt: Erstens, ein vergleichsweise geringer spezifischer
Widerstand des elastomeren Materials (z.B. geringer als 10
7 Ωm) oder zweitens eine "stark leitfähige" Beschichtung im Inneren der Hülse (Beispiel:
eine ca. 1 µm dick Schicht aus Graphit).
[0031] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Krümmungsradius für den Fotoleiter
möglichst groß gehalten. Dadurch werden Belastungen der fotoleitenden Materialien
möglichst gering gehalten. Dies kann beispielsweise für eine Trommel durch einen großen
Außendurchmesser erreicht werden (Beispiel: 200 mm). Bei einem Band kann dies durch
eine hinreichende Länge und eine geeignete Bandführung erreicht werden.
[0032] Wie bereits oben beschrieben, ist bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
in der Schicht, die das Elastomer und die Hohlräume enthält, auch der Fotoleiter enthalten.
Die elastomere Schicht ist dann die Transportschicht für die Ladungsträger. In diesem
Fall ist beispielsweise folgender Aufbau möglich: Auf das Substrat wird eine weniger
als 1 µm dicke Sperrschicht aufgetragen. Darauf kommt die ca. 1 mm dicke elastomere
Schicht, die gleichzeitig als Transportschicht für Ladungsträger dient. Es folgt die
Generationsschicht (ca. 1 µm dick). Da solche Schichten typischerweise mechanisch
nur wenig belastbar sind (starker Verschleiß in Kontakt mit Papier), wird hier eine
Verschleißschutzschicht wie bereits oben beschrieben verwendet.
[0033] Allgemein werden die Vorteile des erfindungsgemäßen Bildträgers, wie sie oben beschrieben
werden, auch bei Ausführungsformen erzielt, bei denen der Bildträger kein Fotoleiter
ist. Der erfindungsgemäße Bildträger wird vorzugsweise auch für die Elektrographie
und die Magnetographie verwendet. Bei der Elektrographie (oder auch Ionographie, wie
beschrieben in "Electrophotography and Development Physics" von L. B. Schein, Springer
Verlag, 1992, ISBN 0-387-55858-6) verwendet man statt eines Fotoleiters eine elektrisch
isolierende Schicht. Die vorliegende Erfindung kann hier mit den gleichen Vorteilen
wie bei einem Fotoleiter eingesetzt werden. Alternativ kann auch auf eine isolierende
Beschichtung verzichtet werden, indem man für das elastomere Material ein hoch isolierendes
Material verwendet.
[0034] Das gleiche trifft auf die Magnetographie (wie beschrieben in "Electrophotography
and Development Physics" von L. B. Schein, Springer Verlag, 1992, ISBN 0-387-55858-6)
zu. Statt einer fotoleitenden Schicht wird hier eine magnetische Schicht verwendet.
Alternativ können in das elastomere Material ein oder mehrere magnetische Stoffe eingebracht
werden (z.B. Magnetit). Außer bei den genannten Druckverfahren (Elektrofotographie,
Elektrographie, Magnetographie) ist der erfindungsgemäße Bildträger auch für jedes
andere Druckverfahren anwendbar, bei dem ein Tonerbild auf einem Bildträger erzeugt
und von dort ohne Zwischenträger auf den Bedruckstoff übertragen wird, insbesondere
beim Farbdruck.
[0035] In einer weiteren Variante erfolgt der Transfer thermisch, d.h. der Toner wird erhitzt,
so dass er anschmilzt und bei Kontakt mit dem Papier dort klebt. Dies hat zwei Vorteile:
Erstens werden die Schritte Transfer und Fixieren in einem Schritt zusammengefasst,
was den Prozess vereinfacht. Zweitens werden bei dieser Variante einige Fehler vermieden,
die beim elektrostatischen Transfer auftreten können. Für diese Variante müssen die
elastomere und fotoleitende Schicht hinreichend temperaturstabil sein. Außerdem wird
für die oberste Schicht ein Material mit geringer Oberflächenenergie eingesetzt, so
dass sich der angeschmolzene Toner gut vom Fotoleiter für den Transfer auf Papier
löst.
Figuren:
[0036]
Figur 1: Schema einer Anordnung zum elektrofotographischen Druck nach dem Stand der Technik
Figur 2: Schema einer Anordnung zum elektrophotographischen Druckprozess für zwei Farben nach
dem Stand der Technik.
1. Bildträger, dadurch gekennzeichnet, dass er mindestens ein Elastomer mit Hohlräumen enthält.
2. Bildträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenanteil der Hohlräume am Elastomer 5 bis 95%, vorzugsweise 20 bis 80% ist.
3. Bildträger nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Elastomer ein geschäumtes Polymer, insbesondere ein Polyurethan, Silikon, EPDM-Kautschuk
und/oder NBR ist.
4. Bildträger nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Elastomer ein Polyurethan ist, das expandierte thermoplastische Hohlkugeln enthält.
5. Bildträger nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die thermoplastischen Hohlkugeln aus einem Acrylat-Vinylidenfluorid-Copolymerisat
bestehen.
6. Fotoleiter zur Verwendung in der Elektrofotographie nach mindestens einem Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass er mindestens zwei Schichten aufweist, wobei mindestens eine Schicht fotoleitende
Eigenschaften aufweist und mindestens eine Schicht ein Elastomer mit Hohlräumen enthält.
7. Fotoleiter zur Verwendung in der Elektrofotographie nach mindestens einem Ansprüche
1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass er eine Schicht enthält, die ein Elastomer mit Hohlräumen enthält und fotoleitende
Eigenschaften aufweist.
8. Fotoleiter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Volumenanteil der Hohlräume an der Schicht, die ein Elastomer mit Hohlräumen
enthält und fotoleitende Eigenschaften aufweist, 9 bis 95%, vorzugsweise 20 bis 80%
ist.
9. Verwendung eines Bildträgers nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5 in einem
elektrofotographischen, elektrographischen oder magnetographischen Verfahren und/oder
Farbdruck-Verfahren.
10. Verwendung eines Bildträgers oder Fotoleiters nach einem der Ansprüche 1 bis 9 in
einem Verfahren, bei dem der Transfer des Toners vom Bildträger oder Fotoleiter auf
den Bedruckstoff thermisch erfolgt.