[0001] Die Erfindung betrifft einen Motorschutzschalter gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Ein Motorschutzschalter der eingangs genannten Art ist aus der DE 42 13 729 C2 bekannt
geworden. Bei dieser Ausführung ist ein in Richtung zur Befestigungsebene offener
Napfkörper vorgesehen, in dem sich die Kontaktstellen sowie die Lichtbogenlöschbleche
befinden; die festen Kontaktstücke sind dabei mit elektrischen Leiterteilstücken,
die sich auf der äußeren Seite des Napfbodens befinden, fest verbunden. Mittels eines
weiteren napfförmigen Gehäuses wird das zur Befestigungsebene offene Napfgehäuse verschlossen.
[0003] Die Auslöser befinden sich auf der Seite des Napfbodens, die der Befestigungsebene
entgegengesetzt liegt. Eine Drehwelle, an der ein Hebel angebracht ist, mit dem die
beweglichen Kontaktstücke betätigt werden können, ist mittels eines Trägers mit Stützbeinen
am Napfboden geführt; der Träger besitzt eine Platte, auf der ein Schaltschloß angebracht
ist.
[0004] Bei dieser Anordnung ist die Montage kompliziert. Zunächst müssen die Kontaktstellen
sowie die Lichtbogenlöschbleche montiert werden; danach wird dieser Bereich verschlossen
und die gesamte Einheit muß um 180 ° gedreht werden, bevor die übrigen Komponenten
montiert werden können.
[0005] Aus der EP 0 501 844 B1 ist ein elektrischer Schutzschalter bekannt geworden, bei
dem der thermische und der magnetische Auslöser eine magnetothermische Untereinheit
bilden und auf einem Sockel aus isolierendem Material angeordnet sind. An der Untereinheit
ist auch ein Hebel angelenkt, mit dem die beweglichen Kontaktstücke in Ausschaltstellung
verbracht werden. Zusätzlich ist am thermischen und magnetischen Auslöser eine Klemme
angeordnet, wobei der thermische Auslöser an einer Trägerplatte aus elektrisch leitendem
Material befestigt ist, die in dem Sockel aus isolierendem Material geführt ist. Mit
dem Träger aus isolierendem Material ist auch ein Tragelement aus isolierendem Material
für den Magnetauslöser verbunden. An dem Träger aus elektrisch isolierendem Material
ist weiterhin auch eine Lichtbogenleitschiene mit einem feststehenden Kontaktstück
verankert, so daß die gesamte Einheit den thermischen Auslöser, den magnetischen Auslöser,
eine Anschlußklemme und die Lichtbogenleitschiene mit entsprechendem Kontaktstück
umfaßt. Die Komponenten aus isolierendem Material besitzen seitliche Leisten, die
in Rillen im Gehäuse von der Schmalseite her in dieses einfügbar sind.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Schutzschalter der eingangs genannten Art zu
schaffen, bei dem die Montage erheblich vereinfacht ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruches 1.
[0008] Erfindungsgemäß also ist der thermische Auslöser und das feststehende Kontaktstück
an einer bandartigen Verlängerung des elektromagnetischen Auslösers befestigt, wobei
das Kontaktstück auf der Seite der Verlängerung angebracht ist, die dem thermischen
Auslöser entgegengesetzt liegt. Diese Einheit wird senkrecht zur Bodenebene in das
Gehäuseunterteil eingesetzt, wobei die bandartige Verlängerung den Kontaktstellenraum
von dem Auslöseraum abdichtet.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0010] Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Ausgestaltung besteht darin, daß der
thermische Auslöser und der elektromagnetische Auslöser sowie das feststehende Kontaktstück
zusammen mit der Anschlußklemme eine Einheit bildend in das Gehäuseunterteil eingesetzt
werden können; hierdurch ist die Montage vereinfacht, weil alle Komponenten von oben
nach unten einfügbar sind.
[0011] Anhand der Zeichnung, in der ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt ist,
sollen die Erfindung sowie weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Verbesserungen
der Erfindung und weitere Vorteile näher erläutert und beschrieben werden.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittansicht gemäß Schnittlinie I-I der Fig. 2,
- Fig. 2
- eine Einsicht in das Schaltgerät gemäß Pfeilrichtung P, und
- Fig. 3 bis 5
- unterschiedliche Montageschritte bei der Montage des Schaltgerätes.
[0013] Das Schaltgerät 10 gemäß Fig. 1 besitzt ein Gehäuseunterteil 11, das etwa eine Napfform
mit einem Bodenabschnitt 12 und Seitenwänden 13 und 14 aufweist. Über die Seitenwände
13 und 14 ist ein Zwischenteil 15 mit seinem umlaufenden Wandabschnitt 16 geschoben,
das eine Zwischenplatte 17 aufweist, auf der ein weiterer umlaufender Wandabschnitt
18 angeformt ist, der einen Innenraum umgrenzt, in dem mehrere Kammern 19, 20 und
21 durch Zwischenwände 22 und 23 gebildet sind. Über den Wandungsabschnitt 18 wird
dann der Gehäusedeckel 24 geschoben. Die Wandabschnitte 16, 18 springen in entgegengesetzte
Richtungen vor.
[0014] An der den Trennwänden 22 und 23 entgegengesetzten Seite der Zwischenplatte 17 sind
weitere Trennwände 24 und 25 vorgesehen, die bis zum Boden des Gehäuseunterteils 11
ragen und dort in Rillen 26 und 27 eingreifen, die durch vorstehende Leisten 28, 29;
30, 31 gebildet sind.
[0015] In den durch die Trennwände 24 und 25 gebildeten Räumen 32, 33 und 34 befindet sich
je eine Kontaktbrücke 35, die sog. bewegliche Kontaktstücke 36 trägt und mittels einer
Kontaktdruckfeder 37 dauernd in Schließrichtung beaufschlagt ist.
[0016] Mit den Kontaktstücken 36 wirken Festkontaktstücke 38 zusammen, die in weiter unten
näher dargestellter Weise an einer Einheit aus elektromagnetischem und thermischem
Auslöser befestigt sind.
[0017] Hierzu wird auf die Fig. 3 verwiesen.
[0018] Die Fig. 3 zeigt das Zwischengehäuse 15 sowie die Kammern 19, 20 und 21, wobei in
der Kammer 19 eine Einheit 40 mit einem elektromagnetischen und einem thermischen
Auslöser sowie einer Anschlußklemme schon eingesetzt ist.
[0019] Die Einheit 40 besitzt ein Joch 41, das U-förmig mit einem Steg 42 und zwei senkrecht
dazu verlaufenden Schenkeln 43 und 44 ausgebildet ist. Zwischen den Schenkeln 43 und
44 befindet sich eine Spule 45 mit einem aus dem Schenkel 43 herausragenden Anker
46 sowie einer Rückstellfeder 47 für den Anker 46.
[0020] An dem Schenkel 44 ist ein senkrecht dazu verlaufender Steg 48 angeformt, der parallel
zum Steg 41 verläuft und in entgegengesetzte Richtung vom Schenkel 44 vorspringt.
Senkrecht an dem Steg 48 ist eine Verlängerung 49 angeformt, die in die gleiche Richtung
vorspringt wie die Schenkel 43 und 44.
[0021] Auf der Verlängerung 49 ist eine Thermobimetall 50 befestigt, das eine Heizwicklung
51 trägt. An dem Joch 41 ist weiterhin eine Anschlußklemme 52 angebracht.
[0022] Diese Anordnung ist etwa aus der DE 199 35 662.9 bekannt geworden.
[0023] Die Einheit 40 wird nun in die Kammern 19, 20 und 21 von oben eingefügt. Die Verlängerung
49 ist gegenüber dem Schenkel 43 bzw. 44 verbreitert ausgebildet und legt sich, wie
in Fig. 1 dargestellt, gegen beidseitig an den Kammern 19 angeformte Absätze 53 und
54 an, die eine entgegen der Einsetzrichtung vorspringende Nase 55 und 56 sowie daran
nach innen anschließende Rillen 57 und 58 umfassen; aufgrund der Nasen 54 und 55 sowie
der Rillen 56 und 57, die von der Verlängerung 49 überdeckt werden, ist dort eine
Labyrinthdichtung erzeugt, die die Kontakträume 32, 33 und 34 von den Auslöseräumen
19, 20 und 21 trennen bzw. abdichten.
[0024] Am Zwischenteil 15 sind Aussparungen 60 angeformt, in der eine Schaltwelle geführt
ist, an der in einer Richtung parallel zum Bimetall 50 ein Zapfen 62 und senkrecht
dazu Arme angeformt sind, die einerseits mit den beweglichen Kontaktbrücken 35 und
andererseits mit dem Anker 46 jedes Magnetauslösers zusammenwirken. Man erkennt aus
der Fig. 3, daß an der Einheit 40 auf der dem Thermobimetall 50 entgegengesetzten
Seite eine Lichtbogenleitschiene 59 befestigt ist, die das feststehende Kontaktstück
38 trägt.
[0025] Nach dem Einsetzen der Einheiten 40 in die entsprechenden Kammern sowie der Welle
61 in die Aussparungen 60 wird ein Niederhalter 70 aufgesetzt, der eine Tragplatte
71 mit daran senkrecht dazu angeformten Füßen 72, 73 und 74 aufweist, wobei an den
Füßen 72, von denen nur einer sichtbar ist, eine Aussparung 75 vorgesehen ist, die
über die Welle 61 greift, so daß über den Niederhalter 70 mit den Füßen 72 und den
Aussparungen 75 die Welle 61 im Zwischengehäuse festgehalten ist.
[0026] Die beiden Füße 73 und 74 sind mit einem Verbindungsblock 76, der senkrecht zu beiden
verläuft, überbrückt. Der Verbindungsblock 76 trägt auf der nach unten, also in Richtung
zum Zwischenteil hinweisenden Fläche Stützfahnen 77, 78 und 79, die im montierten
Zustand auf die Verlängerung 49 aufdrücken und so die gesamte Einheit 40 in ihrer
entsprechenden Kammer fixieren. Der Verbindungsblock 76 dient gleichzeitig dazu, die
Anschlußklemmen 52 festzuhalten.
[0027] Auf der Oberseite der Trägerplatte, also auf der Seite, die den Stützbeinen oder
-füßen 72, 73 und 74 entgegengesetzt liegt, ist ein Schaltschloß 80 befestigt, mit
dem die Kontaktstellen bleibend geöffnet werden. In dieses Schaltwerk 80 greift einerseits
der Zapfen 62 und andererseits eine Verlängerung 63 am Thermobimetall 50 ein, um eine
dort befindliche, nicht näher dargestellte Verklinkungsstelle zu entklinken.
[0028] Die Fig. 5 zeigt das fertig montierte Zwischenteil mit den Thermobimetallen 50, der
festgelegten Drehwelle 61 und dem aufgesetzten Niederhalter 70 für die Fixierung der
Verlängerung 49 und für das Schaltschloß 80.
[0029] Die in Fig. 5 gezeigte Einheit wird einerseits in das Gehäuseunterteil 11 eingesetzt
und andererseits mit der in Fig. 1 strichliert dargestellten Abdeckkappe 24 verschlossen.
Aus der Abdeckkappe 24 ragen nicht näher dargestellte Verstelleinrichtungen sowie
eine Schaltwelle 81 heraus.
1. In einem ein Gehäuseunterteil und ein Gehäuseoberteil aufweisenden Gehäuse untergebrachter
Motorschutzschalter mit einem thermischen und einem magnetischen Auslöser pro Phase,
mit wenigstens einer je ein feststehendes und ein bewegliches Kontaktstück aufweisenden
Kontaktstelle pro Phase, wobei der Auslöser und die Kontaktstellen jeweils in einer
eigenen Kammer im Gehäuseunterteil des Motorschutzschalters untergebracht sind, und
mit einem Schaltschloß, auf das die Auslöser einwirken, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Gehäuseoberteil und dem Gehäuseunterteil ein Zwischenstück eingesetzt
ist, daß sich die Kontaktstellen in Kammern zwischen dem Zwischenteil und dem Gehäuseunterteil
befinden, daß der thermische Auslöser und das feststehende Kontaktstück an einer bandartigen
Verlängerung des Joches des elektromagnetischen Auslösers befestigt sind, wobei das
Kontaktstück auf der Seite der Verlängerung befestigt ist, die dem thermischen Auslöser
entgegengesetzt ist, daß die aus dem thermischen, dem magnetischen Auslöser und dem
Kontaktstück bestehende Einheit senkrecht zur Bodenebene in das Zwischenteil eingesetzt
ist und daß die bandartige Verlängerung den Kontaktstellenraum von dem Auslöserraum
abdichtet.
2. Motorschutzschalter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß am Zwischenteil ein Absatz vorgesehen ist, auf dem die bandartige Verlängerung des
Joches aufliegt.
3. Motorschutzschalter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Absatz wenigstens eine Leiste aufweist, die zu einer Abdichtung dient.
4. Motorschutzschalter nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß alle Komponenten des Motorschutzschalters in Richtung zum Gehäuseunterteil einsetzbar
sind.