(19)
(11) EP 1 251 589 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.10.2002  Patentblatt  2002/43

(21) Anmeldenummer: 02008645.0

(22) Anmeldetag:  17.04.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01R 4/24
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 20.04.2001 DE 10119652

(71) Anmelder: Wieland Electric GmbH
96052 Bamberg (DE)

(72) Erfinder:
  • Süss, Christian
    96129 Strullendorf (DE)
  • Ungermann, Heinz
    63589 Linsengericht (DE)

(74) Vertreter: Tergau, Dietrich, Dipl.-Ing. 
Tergau & Pohl, Patentanwälte, Mögeldorfer Hauptstrasse 51
90482 Nürnberg
90482 Nürnberg (DE)

   


(54) Schraubenlose Anschlussklemme


(57) Schraubenlose Anschlussklemme (1), insbesondere Reihenklemme, mit einer in einem Klemmengehäuse (2) angeordneten Stromschiene (3) und einem mit dieser Stromschiene (3) elektrisch leitend verbundenen Schneid-Klemm-Kontakt (4), zwischen dessen einander zugewandten Schneidkanten (7,8) ein elektrischer Leiter (11) kontaktierbar ist, der über eine Gehäusedurchführung (10) in das Klemmengehäuse (2) einführbar ist, und wobei eine Schneid-Klemm-Kontaktierung des unbeweglich positionierten Leiters (11) durch eine Translationsbewegung des Schneid-Klemm-Kontaktes (4) entlang der Stromschiene (3) in Schienenlängsrichtung (L) erfolgt wobei in mindestens einen Klemmschenkel (5,6) des Schneid-Klemm-Kontakts (4) mindestens eine Sicke (35) eingeformt ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine schraubenlose Anschlussklemme, insbesondere Reihenklemme, mit einer in einem Klemmengehäuse angeordneten Stromschiene und einem mit dieser elektrisch leitend verbundenen Schneid-Klemm-Kontakt, zwischen dessen einander zugewandten Schneidkanten ein elektrischer Leiter kontaktierbar ist, der über eine Gehäusedurchführung in das Klemmengehäuse einführbar ist.

[0002] Anschlussklemmen zur Kontaktierung und Verbindung von elektrischen Leitern sind in vielfältigen Ausführungen auch als sogenannte Reihenklemmen bekannt, die auf Trag- oder Hutschienen aufschnappbar sind. Dabei kann unterschieden werden zwischen Schraubklemmen, bei denen die elektrischen Leiter mittels Klemmschrauben festgelegt werden, und schraubenlosen Anschlussklemmen in Form von Federklemmen, bei denen die elektrischen Leiter mittels einer Druckoder Zugfeder klemmkontaktiert werden. Während bei den genannten Schraubklemmen und den Federklemmen das zu kontaktierende Leiterende zuvor abisoliert wird, ermöglichen sogenannte Schneidklemmen oder Schneid-Klemm-Kontakte eine abisolierfreie Leiterkontaktierung. Zur abisolierfreien Leiterkontaktierung werden dabei üblicherweise schraubenlose Anschlussklemmen eingesetzt.

[0003] Eine derartige Anschlussklemme ist beispielsweise bekannt aus der internationalen Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer WO 00/70714 der hiesigen Anmelderin mit der Bezeichnung "Schraubenlose Anschlussklemme" vom 09. Mai 2000. Diese bekannte Anschlussklemme ist im Wesentlichen in ihrem Aufbau und ihrer Funktion mit dem Gegenstand der hiesigen Erfindung identisch, so dass auf die gesamte Offenbarung der WO 00/70714 Bezug genommen wird. Insbesondere sind sämtliche dort gezeigten Ausführungsvarianten mutatis mutandis auch mit der vorliegend beanspruchten Erfindung realisierbar. Bei dieser sich der Schneid-Klemm-Technik bedienenden Anschlussklemme ist ein mit einer Stromschiene verbundener Schneid-Klemm-Kontakt vorgesehen. Dieser im Wesentlichen U-förmige Schneid-Klemm-Kontakt weist zwei aufeinanderzu gebogene, die U-Schenkel bildenden Klemmschenkel auf. Zur Aufbringung der erforderlichen Federkraft für den Schneid-Klemm-Kontakt müssen die Klemmschenkel eine relativ große Wandstärke aufweisen, so dass der Schneid-Klemm-Kontakt recht breitbauend ausfallen kann.

[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Schneid-Klemm-Kontakt für eine Anschlussklemme möglichst platzsparend auszugestalten.

[0005] Zur Lösung der Aufgabe ist nach der Erfindung vorgesehen, mindestens in einen der beiden Klemmschenkel eine oder mehrere Sicken einzuformen.

[0006] Vorteil dieser Erfindung ist die Möglichkeit, einen relativ dünnwandigen Schneid-Klemm-Kontakt einsetzen zu können. Durch die exakte Platzierung der Sicke kann sichergestellt werden, dass die durch die Einbringung der Sicke bewirkte Querschnittsversteifung exakt an der Stelle angeordnet ist, an welcher bei angeschlossenem Leiter die Federkraft der Klemmschenkel bei in die Anschlussklemme eingeführtem Leiter auch tatsächlich benötigt wird. Der Schneid-Klemm-Kontakt ist auf diese Weise exakt an derjenigen Stelle gezielt versteift, an welcher bei angeschlossenem Leiter hohe Federkräfte auch tatsächlich benötigt werden. Die übrigen Bereiche des Schneid-Klemm-Kontakts können auf diese Weise platzund materialsparend und damit schmalbauend ausgeführt sein. Außerdem ist der Materialeinsatz als solcher vermindert.

[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wegen der Symmetrie des U-förmigen Schneid-Klemm-Kontakts auch eine im Wesentlichen U-förmige, also hinsichtlich der Mittellängsachse der Anschlussklemme symmetrische Sickenform zu wählen.

[0008] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind drei Sicken entlang der Mittellängsachse des Schneid-Klemm-Kontakts nebeneinander angeordnet.

[0009] Zur Ausbildung der Schneidkanten ist der Schneid-Klemm-Kontakt U-förmig ausgeführt, wobei die Freienden der U-Schenkel zur Schaffung des Schneid- und Führungsschlitzes aufeinanderzu gebogen sind. Die bei in das Klemmengehäuse eingeführtem Leiter diesem zugewandte Vorderkante des Schneid-Klemm-Kontaktes, d. h. des Schneidschlitzes, ist dabei schräg nach unten verlaufend und angeschärft ausgeführt.

[0010] Der vorteilhafterweise starr und somit unbeweglich im Klemmengehäuse positionierte Leiter ist nach dessen Einführen in das Klemmengehäuse und vor der eigentlichen Schneid-Klemm-Kontaktierung in einer hülsenförmigen Führung gehalten, die oberhalb der Schneidkanten durch die Gehäusedurchführung und unterhalb der Schneidkanten durch an den Schneid-Klemm-Kontakt angeformte und sich in Schienenlängsrichtung erstreckende Führungslaschen gebildet ist. Diese liegen vor der Schneid-Klemm-Kontaktierung am Leiter an und nehmen diesen somit zwischen sich auf.

[0011] Die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt und der Stromschiene kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform erfolgt die Verbindung mittels einer unterhalb einer Vorderkante des Schneid-Klemm-Kontaktes an diesen angeformte Schleiflasche, die sich in Schienenlängsrichtung erstreckt. Die Schleiflasche ist dabei gegen einen eingebogenen Stromschienenabschnitt derart aufgebogen, dass diese an der Unterseite des Stromschienenabschnitts anliegt. In einer zweckmäßigen Weiterbildung dieser Ausführungsform weist der eingebogene Stromschienenabschnitt ein in Richtung der Gehäusedurchführung aufgestelltes Freiende auf. Dieses dient als rückseitiger, d. h. auf der dem Schneid-Klemm-Kontakt abgewandten Seite des Leiters, für diesen als Anlagesteg.

[0012] Gemäß einer alternativen Ausführungsform erfolgt die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt und der Stromschiene mittels eines seitlichen Schleifkontaktes. Dabei weist der Schneid-Klemm-Kontakt vorzugsweise zwei an den gegenüberliegenden Seitenkanten der Stromschiene anliegende Schleiflaschen auf. Bei dieser Ausführungsform ist die Stromschiene zweckmäßigerweise im Schleifkontaktbereich tailliert ausgebildet, so dass die vorzugsweise einwärts in Richtung auf die Stromschiene gewölbten Schleiflaschen die Stromschiene nicht oder nur unwesentlich seitlich überragen.

[0013] In einer weiteren Ausführungsform erfolgt die elektrische leitende Verbindung mittels eines bezüglich der Stromschiene unteren und/oder oberen Schleifkontaktes. Dabei liegt eine an den Schneid-Klemm-Kontakt angeformte Schleiflasche an der Stromschienenunterseite, an der Stromschienenoberseite oder beidseitig an der Stromschiene an. Dazu ist die an dem Schneid-Klemm-Kontakt angeformte Schleiflasche quer zur Schienenlängsrichtung eingebogen. Zur ober- und unterseitigen Kontaktierung ist diese Schleiflasche ausgehend von der Unterseite der Stromschiene auf deren Oberseite umgebogen und liegt dabei die Stromschiene umgreifend freiendseitig an der Stromschienenoberseite an.

[0014] Ferner kann die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt und der Stromschiene mittels eines im Mittenbereich der Stromschiene vorgesehenen Schleifkontaktes erfolgen. Dazu liegt an einer an der Stromschiene angeformten Kontaktlasche eine gegen diese angestellte Schleiflasche an, die wiederum an den Schneid-Klemm-Kontakt angeformt ist. Zweckmäßigerweise sind bei dieser Ausführungsform an den Schneid-Klemm-Kontakt zwei die Kontaktlasche der Stromschiene zwischen sich aufnehmende Schleiflaschen angeformt, die in Richtung auf die Stromschienenmitte eingebogen sind und an der aufgestellten Kontaktlasche der Stromschiene anliegen.

[0015] Zur Bildung der Kontaktlasche kann ein verbreiterter Stromschienenabschnitt beidendseitig quer zur Stromschienenlängsrichtung geschlitzt und anschließend aufgebogen werden. Alternativ kann zur Bildung der Kontaktlasche ein durch mehrfaches Umbiegen aufgestellter Stromschienenabschnitt durch anschließendes Verdrillen oder Verdrehen parallel zur Stromschienenlängsrichtung ausgerichtet werden.

[0016] Bei derartigen Anschlussklemmen in Schneid-Klemm-Technik wird zur Kontaktierung des Leiter dessen Isolierung durchtrennt. Um die hierzu erforderliche Kraft aufzubringen, ist im Allgemeinen ein von außen in das Gehäuse der Anschlussklemme einführbares Betätigungswerkzeug, beispielsweise ein Schraubendreher, vorgesehen, mit dem Leiter und Schneid-Klemm-Kontakt relativ zueinander bewegt werden. Daher weist der Schneid-Klemm-Kontakt zweckmäßigerweise in Bewegungsrichtung hintereinanderliegend eine Einführöffnung oder einen Einführschlitz für den Leiter und eine Eingriffsmulde für ein Betätigungswerkzeug auf. Mit dieser beispielsweise schwalbenschwanzförmig ausgebildeten Eingriffsmulde fluchtet ein trichterförmiger Gehäuseschacht im Klemmengehäuse, über den ein Betätigungswerkzeug von außen in das Klemmengehäuse einführbar ist. Der trichterförmige Gehäuseschaft verjüngt sich in Einführrichtung, um in Einführrichtung unterhalb der dabei gebildeten Engstelle oder Einschnürung sich in Richtung auf die Eingriffsmulde konisch aufzuweiten.

[0017] Um eine möglichst schonende Handhabung zu ermöglichen wird in besonders zweckmäßiger Ausgestaltung zur Kontaktierung des Leiters ein Kontaktierungselement über ein mit dem Betätigungswerkzeug zusammenwirkendes Betätigungselement betätigt, welches derart ausgebildet ist, dass ein unmittelbarer Kontakt zwischen Betätigungswerkzeug und dem Kontaktierungselement vermieden ist. Dabei ist für eine sichere Schneid-Klemm-Kontaktierung vorgesehen, dass das Kontaktierungselement den Schneid-Klemm-Kontakt zur Kontaktierung des ortsfest im Klemmengehäuse gehaltenen Leiters umfasst. Das Kontaktierungselement und der Schneid-Klemm-Kontakt bilden somit ein einheitliches Bauelement.

[0018] Diese Ausführung mit dem zusätzlichen Betätigungselement hat den Vorteil, dass das Kontaktierungselement beispielsweise infolge eines unsachgemäßen Einführens vom Betätigungswerkzeug nicht verletzt werden kann. Dies gewährleistet eine schonende Betätigung, so dass die Funktionsfähigkeit des Schneid-Klemm-Kontakts auch bei wiederholter Leiterkontaktierung erhalten bleibt. Bevorzugt ist das Betätigungselement hierzu bei eingeführtem Betätigungswerkzeug zwischen diesem und dem Kontaktierungselement angeordnet.

[0019] Das einen Aufnahmeraum für das Betätigungswerkzeug aufweisende Betätigungselement ist innen hohl ausgestaltet und bildet eine mehrseitige Führung für das Betätigungswerkzeug. Dadurch wird sowohl beim Kontaktieren als auch beim Lösen des Kontakts, also bei unterschiedlichen Bewegungsrichtungen des Betätigungswerkzeugs, ein direkter Kontakt zwischen Betätigungswerkzeug und Kontaktierungselement vermieden. Bevorzugt greift dabei das Betätigungselement in das Kontaktierungselement lose ein. Durch den losen Eingriff wird zum einen eine sichere Führung des Betätigungswerkzeugs ermöglicht, und zum anderen ist aufgrund des Spiels eine einfache Handhabung gewährleistet. Dabei ist das Betätigungselement vorzugsweise in dem Klemmengehäuse unverlierbar angeordnet, so dass ein Verlust des Betätigungselements vermieden ist.

[0020] In zweckmäßiger Weiterbildung weist das Gehäuse einen Vorsprung als Widerlager für das Betätigungselement auf, und das Betätigungselement ist in dieses Widerlager eingeschnappt. Dies ermöglicht ein besonders einfaches Anbringen des Betätigungselements in das Klemmengehäuse, indem das Betätigungselement über einen durch den Vorsprung bestimmten Druckpunkt in das Klemmengehäuse eingedrückt wird. Dabei kann der Vorsprung eine Drehachse für das Betätigungselement bestimmen. Da das Betätigungselement zugleich das Betätigungswerkzeug führt, wird dieses ebenfalls um diese Drehachse gedreht. Der als Widerlager ausgebildete Vorsprung bildet somit einen Angriffspunkt, an dem das Betätigungswerkzeug abgestützt wird. Die vom Betätigungswerkzeug ausgeübten Kräfte werden dadurch in vorteilhafter Weise von dem Klemmengehäuse aufgenommen.

[0021] Ist das Betätigungselement als Schwenkhebel mit einer insbesondere keilartigen Auswölbung als Gegenlager zum Widerlager ausgebildet, so ist ein einfaches Einführen des Betätigungselements in das Klemmengehäuse ermöglicht. Um ein einfaches Einführen über den Vorsprung hinweg zu gewährleisten, ist das Betätigungselement vorzugsweise elastisch ausgebildet. Für eine fertigungstechnisch einfache Ausgestaltung ist das Betätigungselement vorzugsweise einstückig.

[0022] Um eine hohe Bedienerfreundlichkeit der Anschlussklemme zu erhalten, weist das Betätigungselement zweckmäßigerweise eine Anzeige für die Bewegungsrichtung in die Offenstellung bzw. in die Klemmstellung auf. Damit ist von außen gut sichtbar, in welche Richtung das Betätigungswerkzeug zur Klemmkontaktierung bzw. zum Lösen des Kontakts geführt werden muss. Ebenfalls für eine hohe Bedienerfreundlichkeit und um zu erkennen, ob der eingesteckte Leiter kontaktiert ist, hat das Betätigungselement in einer bevorzugten Ausgestaltung eine Markierung für die Position des Kontaktierungselements.

[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform verjüngen sich die Sicken nach oben in Richtung auf die Schneidkanten hin. Die Sickentiefe nimmt also vom U-Grund des Schneid-Klemm-Kontakts zu den Schneidkanten hin ab. Die Sicke ist somit in der Nähe des U-Grundes stark ausgeprägt und schmiegt sich nach oben hin in Richtung auf die Schneidkanten hin wieder an die Aussenwand der Klemmschenkel an. Dies bewirkt ein Verhalten der Klemmschenkel nach Art eines Federbalkens gleichmäßiger Biegebeanspruchung, wie er beispielsweise aus Viewegs ― Fachbücher der Technik, Verfasser Alfred Bögel, Formeln und Tabellen zur Mechanik und Festigkeitslehre, S 29, Kapitel 4.15, "Träger gleicher Biegebeanspruchung" sowie Dubbel, Taschenbuch für den Maschinenbau, 13. Auflage, Neudruck 1974, S. 378, Kapitel "Träger gleicher Biegebeanspruchung" bekannt ist.

[0024] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Darin zeigen:
Fig. 1
in einer vereinfachten Darstellung ohne Sicke eine Seitenansicht einer schraubenlosen Anschlussklemme mit translatorisch entlang einer Stromschiene verschiebbarem Schneid-Klemm-Kontakt,
Fig. 2 und 3
die Anschlussklemme gemäß Fig. 1 in einer Schnittdarstellung bzw. in einer Draufsicht,
Fig. 4 und 5
in einer Seitenansicht die Funktionsteile einer Ausführungsform der Anschlussklemme mit einer Sicke am Kontaktelement mit einer seitlichen Schleifkontaktierung zwischen Schneid-Klemm-Kontakt und Stromschiene in unkontaktierter bzw. kontaktierter Funktionsstellung,
Fig. 6
die Funktionsteile der Anschlussklemme gemäß den Fig. 4 und 5 in einer Explosionsdarstellung,
Fig. 7 und 8
eine Ausführungsform des Schneid-Klemm-Kontakts mit drei Sikken in einer Seitenansicht bzw. Draufsicht,
Fig. 9
eine perspektivische Ansicht des Schneid-Klemm-Kontakts gemäß Fig. 7 und 8 und
Fig. 10
dieselbe Seitenansicht des Schneid-Klemm-Kontakts wie Fig. 7,
Fig. 11
eine Draufsicht auf die vordere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts gemäß Fig. 10,
Fig. 12
eine Schnittansicht entlang der Linie XII - XII in Fig. 10,
Fig. 13
eine Schnittansicht entlang der Linie XIII -XIII in Fig. 10,
Fig. 14
eine Draufsicht auf die hintere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts gemäß Fig. 10.


[0025] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.

[0026] Die Fig. 1 bis 3 zeigen eine vereinfachte Darstellung der schraubenlosen Anschlussklemme 1 in Seitenansicht, Vorderansicht bzw. Draufsicht zur Erläuterung der wesentlichen Funktionsteile. Die ausschnittsweise dargestellte Anschlussklemme 1 ist vorzugsweise als sogenannte Reihenklemme ausgeführt und umfasst dazu ein Klemmengehäuse 2, von dem lediglich eine mit Innenkonturen versehene sogenannte Halbschale dargestellt ist. Die Anschlussklemme 1 umfasst des Weiteren innerhalb des Klemmengehäuses 2 eine ortsfest angeordnete Stromschiene 3 und einen an oder auf dieser verschiebbar angeordneten Schneid-Klemm-Kontakt 4. Diese ist U-förmig ausgebildet (Fig. 2) und weist an deren freiendseitig aufeinanderzu gebogenen Klemmschenkeln 5,6 messerartige Schneidkanten 7 bzw. 8 auf, zwischen denen ein Schneid- und Führungsschlitz 9 zur Schneid-Klemm-Kontaktierung eines über eine Gehäusedurchführung 10 (Fig. 1) in das Klemmengehäuse 2 eingeführten Leiters 11 gebildet ist.

[0027] In Stromschienenlängsrichtung L, die gleichzeitig die Verschiebe- oder Bewegungsrichtung des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 entlang der Stromschiene 3 ist, ist vor der Durchgangsöffnung 10 eine weitere Durchgangsöffnung 12 im Klemmengehäuse 2 vorgesehen, über die ein Betätigungswerkzeug 13, beispielsweise ein Schraubendreher, in das Klemmengehäuse 2 einführbar ist. Die Durchgangsöffnung 12 ist als trichterförmiger Gehäuseschacht ausgeführt, der sich zu einer Engstelle 14 des trichterförmigen Gehäuseschachtes 12 hin konisch verjüngt, um sich von dort wiederum konisch in Richtung auf den Schneid-Klemm-Kontakt 4 aufzuweiten. Mit diesem trichterförmigen Gehäuseschacht 12 fluchtet eine in den Schneid-Klemm-Kontakt 4 im Bereich deren Schneidkanten 7,8 eingebrachte schwalbenschwanzförmige Eingriffsmulde 15, in die das Betätigungswerkzeug 13 zum Verschieben des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 relativ zur ortsfesten Stromschiene 3 von der dargestellten Position in die strichpunktiert angedeutete Position eingreift. Dabei stützt sich das Betätigungswerkzeug 13 hebelartig an der Verengung oder Engstelle 14 ab.

[0028] In der dargestellten Position ist der in das Klemmengehäuse 2 eingeführte Leiter 11 lagefixiert und unbeweglich gehalten. Dazu dient einerseits die Wandung der Gehäusedurchführung 11 und andererseits eine Abstützung des Leiters 11 in einem Bereich zwischen der Stromschiene 3 und den Schneidkanten 7, 8 des Schneid-Klemm-Kontaktes 4. Dazu sind an diese sich in Richtung der Gehäusedurchführung 10 erstreckende Führungslaschen 16 angeformt, von denen nur eine sichtbar ist. Diese Laschen 16 flankieren das Leiterende des Leiters 11 und bilden somit für diesen die seitliche Abstützung. Eine zusätzliche rückwärtige Stütze innerhalb des Klemmgehäuses 2 in Schienenlängsrichtung L hinter der Gehäusedurchführung 10 bildet ein parallel zur Einführrichtung 17 des Leiters 11 aufgestelltes Freiende 18 eines einwärts gebogenen Stromschienenabschnitts 19.

[0029] Unterhalb der Unterseite 20 des Stromschienenabschnitts 19 ist ein Schleifkontaktraum 21 gebildet. In diesem Schleifkontaktraum 21 gelangt eine an der den Schneidkanten 7 und 8 gegenüberliegenden Unterseite des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 an diese angeformte und in Richtung der Durchführungsöffnung 10 aufgestellte Schleiflasche 22. Diese liegt - wie durch die strichpunktierte Linienführung dargestellt - infolge einer translatorischen Verschiebung des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 von der dargestellten unkontaktierten Funktionsstellung in die strichpunktiert dargestellte kontaktierende Funktionsstellung an der Unterseite des eingebogenen Stromschienenabschnitts 19 an. Dadurch ist die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt 4 und der Stromschiene 3 hergestellt.

[0030] In dieser kontaktierenden Funktionsstellung, bei der die Schneidkanten 7 und 8 die Leiterisolierung des Leiters 11 durchdringen und dessen Leiterader kontaktieren, ist der Schneid-Klemm-Kontakt 4 verrastet. Dazu ist an der oder jeder Klemmlasche 16 eine Rastnut 23 vorgesehen, in die ein federnd an die Innenkontur des Klemmengehäuses 2 angeformter Rasthaken 24 einschnappt. Eine in der dargestellten Offenstellung einrastende, weitere Schnappverbindung ist auch auf der den Führungslaschen 16 gegenüberliegenden Rückseite des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 vorgesehen. Dazu ist im Bereich deren Oberseite wiederum eine Rastnut 25 in diese eingeformt, in die ein wiederum federnder Rasthaken 26 einschnappt.

[0031] Eine erste Ausführungsform der schraubenlosen Anschlussklemme 1 nach der Erfindung zeigen die Fig. 4 und 5 in unkontaktierter bzw. kontaktierter Funktionsstellung. Dargestellt ist lediglich das wiederum aus der Stromschiene 3 und dem Schneid-Klemm-Kontakt 4 gebildete Funktionselement der Anschlussklemme 1 zur Schneid-Klemm-Kontaktierung des Leiters 11. Auch bei dieser Ausführungsform der Anschlussklemme 1 wird in analoger Art und Weise der Schneid-Klemm-Kontakt 4 in Stromschienenlängsrichtung L und somit in Richtung auf den innerhalb des Klemmengehäuses 2 unbeweglich und ortsfest gehaltenen Leiter 11 translatorisch verschoben, wobei wiederum die Schneid-Klemm-Kontaktierung infolge eines Durchtrennens der Leiterisolierung 11a mittels der Schneidkanten 7 und 8 des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 bis zu deren Kontaktierung mit der Leiterader 11b erfolgt.

[0032] In Fig. 4 und Fig. 5 gut erkennbar ist die in den Klemmschenkel 5 eingeformte Sicke 35. Die Sicke 35 steift den Klemmschenkel 5, was insbesondere in der Darstellung der Fig. 5 gut erkennbar ist, exakt in dem Bereich aus, der deckungsgleich mit dem elektrischen Leiter 11 in seiner in Fig. 5 gezeigten Kontaktierungsendstellung ist.

[0033] Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß den Fig. 1 bis 3 erfolgt die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt 4 und der Stromschiene 3 mittels eines seitlichen Schleifkontaktes. Dieser ist durch an den Schneid-Klemm-Kontakt 4 angeformte Schleiflaschen 27 realisiert, die an gegenüberliegenden Seitenkanten 28 der Stromschiene 3 anliegen. Dies ist vergleichsweise deutlich aus der in Fig. 6 gezeigten Explosionsdarstellung dieses Funktionselements ersichtlich. Die einwärts gewölbten Schleiflaschen 27 der Stromschiene 4 schließen dazu einen tailliert ausgeführten Stromschienenbereich 29 zwischen sich ein, der durch beidseitige Ausnehmungen 30 der Stromschiene 3 gebildet ist. Die Ausnehmungen 30 bilden somit gleichzeitig Anschlagkanten 31 und 32 in der kontaktierenden bzw. unkontaktierenden Funktionsstellung des auf der Stromschiene 3 translatorisch verschiebbaren Schneid-Klemm-Kontaktes 4.

[0034] Fig. 7 zeigt ebenso wie Fig. 8 und 9 eine bevorzugte Ausführungsform des Schneid-Klemm-Kontakts 4 mit drei in Richtung der Mittellängsachse 37 nebeneinander angeordneten Sicken 35. Diese Sicken 35 sind in die Klemmschenkel 5,6 umlaufend eingeformt und bilden so U-förmige Versteifungssicken. Durch die Anbringung der drei Sicken 35 hintereinander ist der gesamte Bereich des Schneid-Klemm-Kontakts 4 versteift, welcher mit dem elektrischen Leiter 11 des Schneid-Klemm-Kontaktierens in Berührung kommt. In den Figuren ebenfalls erkennbar ist die Möglichkeit, auch in anderen Bereichen am Schneid-Klemm-Kontakt 4 Zusatzsicken 36 vorzusehen zur Aussteifung auch weiterer Bereiche des Schneid-Klemm-Kontakts 4.

[0035] Die Sicken 35 bewirken eine Erhöhung der Federkraft des U-förmigen Schneid-Klemm-Kontakts 4 mit der Folge, dass die Klemmschenkel 5,6 bzw. die Schneidkanten 7,8 durch den elektrischen Leiter 11 nicht so weit auseinander gespreizt werden, wie dies bei einer Ausführungsform gleicher Wandstärke ohne Sicken 35 der Fall ist.

[0036] Fig. 10 zeigt dieselbe Seitenansicht des Schneid-Klemm-Kontakts 4 wie Fig. 7, allerdings mit zwei Schnitten XII - XII, XIII - XIII. Im Folgenden werden die sich in Richtung auf die Schneidkanten 7,8 hin verjüngenden Sicken 35 und die damit verbundene abnehmende wirksame Wandstärke Ws des Schneid-Klemm-Kontakts 4 beschrieben.

[0037] Fig. 11 zeigt eine Draufsicht auf die vordere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts 4. Dabei sind die Klemmschenkel 5,6 teilweise transparent dargestellt. Somit kann die wirksame Wandstärke Ws des Schneid-Klemm-Kontakts 4 abgebildet werden. Hier wird die wirksame Wandstärke Ws bei der Sicke 35 im Bereich des U-Grundes 38 des Schneid-Klemm-Kontakts 4 gezeigt. Die wirksame Wandstärke im oberen Bereich der Klemmschenkel 5,6 ist dagegen deutlich geringer, da die Sickentiefe Ts nach oben hin abnimmt.

[0038] Fig. 12 zeigt eine Schnittansicht entlang der Linie XII - XII in Fig. 10. Wiederum ist die wirksame Wandstärke Ws, hier im Bereich der Sicke 36, dargestellt. Da sich auch die Sicke 36 nach oben hin verjüngt, nimmt die wirksame Wandstärke Ws wiederum entsprechend ab.

[0039] Fig. 13 zeigt eine Schittansicht entlang der Linie XIII―XIII in Fig. 10. Daraus ist ersichtlich, dass bei dem in Fig. 10 dargestellten Ausführungsbeispiel jede der Sicken 35 nach oben in Richtung zu den Schneidkanten 7,8 hin ausläuft, also die Sickentiefe Ts vom U-Grund 38 des Schneid-Klemm-Kontakts 4 zu den Schneidkanten 7,8 hin abnimmt. Die Sicke 35 ist folglich in der Nähe des U-Grundes 38 stark ausgeprägt und schmiegt sich nach oben hin in Richtung auf die Schneidkanten 7,8 hin wieder an die Außenwand der Klemmschenkel 5,6 an. Auf diese Weise nimmt die wirksame Wandstärke Ws des Schneid-Klemm-Kontakts 4 vom U-Grund 38 her nach oben in Richtung auf die Schneidkanten 7,8 ab. Die Wirksame Wandstärke Ws verjüngt sich also vom U-Grund 38 des Schneid-Klemm-Kontakts 4 in Richtung auf die Schneidkanten 7,8.

[0040] Fig. 14 zeigt schließlich eine Draufsicht auf die hintere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts 4. Auch hier wird deutlich, dass die Sickentiefe Ts der Sicke 36, und damit auch die wirksame Wandstärke (vergleiche Fig. 12) nach oben hin abnimmt.

Bezugszeichenliste



[0041] 
1
Anschlussklemme
2
Klemmengehäuse
3
Stromschiene
3a,b
Schenkel
4
Schneid-Klemm-Kontakt
4a,b
Kontaktelement
5,6
Klemmschenkel
7,8
Schneidkante
9
Führungs- / Schneidschlitz
10
Durchführungsöffnung
10a,b
Leiterkanal
11
elektrischer Leiter
11a
Leiterisolierung
11b
Leiterader
12
Gehäuseschacht
12a,b
Öffnung
13
Betätigungswerkzeug
14
Engstelle
15
Eingriffsmulde
16
Führungslasche
17
Einführrichtung
18
Freiende
19
Stromschienenabschnitt
20
Unterseite
21
Schleifkontaktraum
22
Schleiflasche
23
Rastnut
24
Rasthaken
25
Rastnut
26
Rasthaken
27
Schleiflasche
28
Seitenkante
29
Stromschienenbereich
30
Ausnehmung
31,32
Anschlagkante
33
Einführschlitz
34
Führung
35
Sicke
36
Zusatzsicke
37
Mittellängsachse
38
U-Grund
L
Längs- / Verschieberichtung
Ws
Wirksame Wandstärke
Ts
Sickentiefe



Ansprüche

1. Schraubenlose Anschlussklemme (1), insbesondere Reihenklemme, mit einer in einem Klemmengehäuse (2) angeordneten Stromschiene (3) und einem mit dieser Stromschiene (3) elektrisch leitend verbundenen Schneid-Klemm-Kontakt (4), zwischen dessen einander zugewandten Schneidkanten (7,8) ein elektrischer Leiter (11) kontaktierbar ist, der über eine Gehäusedurchführung (10) in das Klemmengehäuse (2) einführbar ist, und wobei eine Schneid-Klemm-Kontaktierung des unbeweglich positionierten Leiters (11) durch eine Translationsbewegung des Schneid-Klemm-Kontaktes (4) entlang der Stromschiene (3) in Schienenlängsrichtung (L) erfolgt
   dadurch gekennzeichnet,
dass in mindestens einen Klemmschenkel (5,6) des Schneid-Klemm-Kontakts (4) mindestens eine Sicke (35) eingeformt ist.
 
2. Anschlussklemme nach Anspruch 1,
   dadurch gekennzeichnet,
dass der Schneid-Klemm-Kontakt (4) eine U-förmige Querschnittsform aufweist derart, dass die beiden U-Schenkel die Klemmschenkel (5,6) bilden und dass in jeden der Klemmschenkel (5,6) mindestens eine Sicke (35) eingeformt ist.
 
3. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
   dadurch gekennzeichnet,
dass die in die Klemmschenkel (5,6) eingeformten Sicken (35) einander gegenüber liegen.
 
4. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
   dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicke (35) derart umläuft, dass sie ebenfalls die Querschnittsform eines U aufweist.
 
5. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
   dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Sicken (35) bezogen auf die Mittellängsachse (37) des Schneid-Klemm-Kontakts (4) nebeneinander angeordnet sind.
 
6. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
   dadurch gekennzeichnet,
dass die Tiefe (Ts) der Sicke (35, 36) in Richtung auf die Schneidkanten (7,8) der Klemmschenkel (5,6) vorzugsweise kontinuierlich abnimmt, derart, dass sich die wirksame Wandstärke (Ws) des Schneid-Klemm-Kontakts (4) in Richtung auf die Schneidkanten (7,8) verjüngt.
 
7. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
   dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicke (35) konvex nach außen gewölbt ist.
 
8. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
   dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicke (35) konkav nach innen gewölbt ist.
 




Zeichnung






















Recherchenbericht