[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine schraubenlose Anschlussklemme, insbesondere Reihenklemme,
mit einer in einem Klemmengehäuse angeordneten Stromschiene und einem mit dieser elektrisch
leitend verbundenen Schneid-Klemm-Kontakt, zwischen dessen einander zugewandten Schneidkanten
ein elektrischer Leiter kontaktierbar ist, der über eine Gehäusedurchführung in das
Klemmengehäuse einführbar ist.
[0002] Anschlussklemmen zur Kontaktierung und Verbindung von elektrischen Leitern sind in
vielfältigen Ausführungen auch als sogenannte Reihenklemmen bekannt, die auf Trag-
oder Hutschienen aufschnappbar sind. Dabei kann unterschieden werden zwischen Schraubklemmen,
bei denen die elektrischen Leiter mittels Klemmschrauben festgelegt werden, und schraubenlosen
Anschlussklemmen in Form von Federklemmen, bei denen die elektrischen Leiter mittels
einer Druckoder Zugfeder klemmkontaktiert werden. Während bei den genannten Schraubklemmen
und den Federklemmen das zu kontaktierende Leiterende zuvor abisoliert wird, ermöglichen
sogenannte Schneidklemmen oder Schneid-Klemm-Kontakte eine abisolierfreie Leiterkontaktierung.
Zur abisolierfreien Leiterkontaktierung werden dabei üblicherweise schraubenlose Anschlussklemmen
eingesetzt.
[0003] Eine derartige Anschlussklemme ist beispielsweise bekannt aus der internationalen
Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer WO 00/70714 der hiesigen Anmelderin
mit der Bezeichnung "Schraubenlose Anschlussklemme" vom 09. Mai 2000. Diese bekannte
Anschlussklemme ist im Wesentlichen in ihrem Aufbau und ihrer Funktion mit dem Gegenstand
der hiesigen Erfindung identisch, so dass auf die gesamte Offenbarung der WO 00/70714
Bezug genommen wird. Insbesondere sind sämtliche dort gezeigten Ausführungsvarianten
mutatis mutandis auch mit der vorliegend beanspruchten Erfindung realisierbar. Bei
dieser sich der Schneid-Klemm-Technik bedienenden Anschlussklemme ist ein mit einer
Stromschiene verbundener Schneid-Klemm-Kontakt vorgesehen. Dieser im Wesentlichen
U-förmige Schneid-Klemm-Kontakt weist zwei aufeinanderzu gebogene, die U-Schenkel
bildenden Klemmschenkel auf. Zur Aufbringung der erforderlichen Federkraft für den
Schneid-Klemm-Kontakt müssen die Klemmschenkel eine relativ große Wandstärke aufweisen,
so dass der Schneid-Klemm-Kontakt recht breitbauend ausfallen kann.
[0004] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen Schneid-Klemm-Kontakt für eine Anschlussklemme möglichst platzsparend auszugestalten.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe ist nach der Erfindung vorgesehen, mindestens in einen der
beiden Klemmschenkel eine oder mehrere Sicken einzuformen.
[0006] Vorteil dieser Erfindung ist die Möglichkeit, einen relativ dünnwandigen Schneid-Klemm-Kontakt
einsetzen zu können. Durch die exakte Platzierung der Sicke kann sichergestellt werden,
dass die durch die Einbringung der Sicke bewirkte Querschnittsversteifung exakt an
der Stelle angeordnet ist, an welcher bei angeschlossenem Leiter die Federkraft der
Klemmschenkel bei in die Anschlussklemme eingeführtem Leiter auch tatsächlich benötigt
wird. Der Schneid-Klemm-Kontakt ist auf diese Weise exakt an derjenigen Stelle gezielt
versteift, an welcher bei angeschlossenem Leiter hohe Federkräfte auch tatsächlich
benötigt werden. Die übrigen Bereiche des Schneid-Klemm-Kontakts können auf diese
Weise platzund materialsparend und damit schmalbauend ausgeführt sein. Außerdem ist
der Materialeinsatz als solcher vermindert.
[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wegen der Symmetrie des U-förmigen Schneid-Klemm-Kontakts
auch eine im Wesentlichen U-förmige, also hinsichtlich der Mittellängsachse der Anschlussklemme
symmetrische Sickenform zu wählen.
[0008] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind drei Sicken entlang
der Mittellängsachse des Schneid-Klemm-Kontakts nebeneinander angeordnet.
[0009] Zur Ausbildung der Schneidkanten ist der Schneid-Klemm-Kontakt U-förmig ausgeführt,
wobei die Freienden der U-Schenkel zur Schaffung des Schneid- und Führungsschlitzes
aufeinanderzu gebogen sind. Die bei in das Klemmengehäuse eingeführtem Leiter diesem
zugewandte Vorderkante des Schneid-Klemm-Kontaktes, d. h. des Schneidschlitzes, ist
dabei schräg nach unten verlaufend und angeschärft ausgeführt.
[0010] Der vorteilhafterweise starr und somit unbeweglich im Klemmengehäuse positionierte
Leiter ist nach dessen Einführen in das Klemmengehäuse und vor der eigentlichen Schneid-Klemm-Kontaktierung
in einer hülsenförmigen Führung gehalten, die oberhalb der Schneidkanten durch die
Gehäusedurchführung und unterhalb der Schneidkanten durch an den Schneid-Klemm-Kontakt
angeformte und sich in Schienenlängsrichtung erstreckende Führungslaschen gebildet
ist. Diese liegen vor der Schneid-Klemm-Kontaktierung am Leiter an und nehmen diesen
somit zwischen sich auf.
[0011] Die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt und der Stromschiene
kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
erfolgt die Verbindung mittels einer unterhalb einer Vorderkante des Schneid-Klemm-Kontaktes
an diesen angeformte Schleiflasche, die sich in Schienenlängsrichtung erstreckt. Die
Schleiflasche ist dabei gegen einen eingebogenen Stromschienenabschnitt derart aufgebogen,
dass diese an der Unterseite des Stromschienenabschnitts anliegt. In einer zweckmäßigen
Weiterbildung dieser Ausführungsform weist der eingebogene Stromschienenabschnitt
ein in Richtung der Gehäusedurchführung aufgestelltes Freiende auf. Dieses dient als
rückseitiger, d. h. auf der dem Schneid-Klemm-Kontakt abgewandten Seite des Leiters,
für diesen als Anlagesteg.
[0012] Gemäß einer alternativen Ausführungsform erfolgt die elektrisch leitende Verbindung
zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt und der Stromschiene mittels eines seitlichen Schleifkontaktes.
Dabei weist der Schneid-Klemm-Kontakt vorzugsweise zwei an den gegenüberliegenden
Seitenkanten der Stromschiene anliegende Schleiflaschen auf. Bei dieser Ausführungsform
ist die Stromschiene zweckmäßigerweise im Schleifkontaktbereich tailliert ausgebildet,
so dass die vorzugsweise einwärts in Richtung auf die Stromschiene gewölbten Schleiflaschen
die Stromschiene nicht oder nur unwesentlich seitlich überragen.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform erfolgt die elektrische leitende Verbindung mittels
eines bezüglich der Stromschiene unteren und/oder oberen Schleifkontaktes. Dabei liegt
eine an den Schneid-Klemm-Kontakt angeformte Schleiflasche an der Stromschienenunterseite,
an der Stromschienenoberseite oder beidseitig an der Stromschiene an. Dazu ist die
an dem Schneid-Klemm-Kontakt angeformte Schleiflasche quer zur Schienenlängsrichtung
eingebogen. Zur ober- und unterseitigen Kontaktierung ist diese Schleiflasche ausgehend
von der Unterseite der Stromschiene auf deren Oberseite umgebogen und liegt dabei
die Stromschiene umgreifend freiendseitig an der Stromschienenoberseite an.
[0014] Ferner kann die elektrisch leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt
und der Stromschiene mittels eines im Mittenbereich der Stromschiene vorgesehenen
Schleifkontaktes erfolgen. Dazu liegt an einer an der Stromschiene angeformten Kontaktlasche
eine gegen diese angestellte Schleiflasche an, die wiederum an den Schneid-Klemm-Kontakt
angeformt ist. Zweckmäßigerweise sind bei dieser Ausführungsform an den Schneid-Klemm-Kontakt
zwei die Kontaktlasche der Stromschiene zwischen sich aufnehmende Schleiflaschen angeformt,
die in Richtung auf die Stromschienenmitte eingebogen sind und an der aufgestellten
Kontaktlasche der Stromschiene anliegen.
[0015] Zur Bildung der Kontaktlasche kann ein verbreiterter Stromschienenabschnitt beidendseitig
quer zur Stromschienenlängsrichtung geschlitzt und anschließend aufgebogen werden.
Alternativ kann zur Bildung der Kontaktlasche ein durch mehrfaches Umbiegen aufgestellter
Stromschienenabschnitt durch anschließendes Verdrillen oder Verdrehen parallel zur
Stromschienenlängsrichtung ausgerichtet werden.
[0016] Bei derartigen Anschlussklemmen in Schneid-Klemm-Technik wird zur Kontaktierung des
Leiter dessen Isolierung durchtrennt. Um die hierzu erforderliche Kraft aufzubringen,
ist im Allgemeinen ein von außen in das Gehäuse der Anschlussklemme einführbares Betätigungswerkzeug,
beispielsweise ein Schraubendreher, vorgesehen, mit dem Leiter und Schneid-Klemm-Kontakt
relativ zueinander bewegt werden. Daher weist der Schneid-Klemm-Kontakt zweckmäßigerweise
in Bewegungsrichtung hintereinanderliegend eine Einführöffnung oder einen Einführschlitz
für den Leiter und eine Eingriffsmulde für ein Betätigungswerkzeug auf. Mit dieser
beispielsweise schwalbenschwanzförmig ausgebildeten Eingriffsmulde fluchtet ein trichterförmiger
Gehäuseschacht im Klemmengehäuse, über den ein Betätigungswerkzeug von außen in das
Klemmengehäuse einführbar ist. Der trichterförmige Gehäuseschaft verjüngt sich in
Einführrichtung, um in Einführrichtung unterhalb der dabei gebildeten Engstelle oder
Einschnürung sich in Richtung auf die Eingriffsmulde konisch aufzuweiten.
[0017] Um eine möglichst schonende Handhabung zu ermöglichen wird in besonders zweckmäßiger
Ausgestaltung zur Kontaktierung des Leiters ein Kontaktierungselement über ein mit
dem Betätigungswerkzeug zusammenwirkendes Betätigungselement betätigt, welches derart
ausgebildet ist, dass ein unmittelbarer Kontakt zwischen Betätigungswerkzeug und dem
Kontaktierungselement vermieden ist. Dabei ist für eine sichere Schneid-Klemm-Kontaktierung
vorgesehen, dass das Kontaktierungselement den Schneid-Klemm-Kontakt zur Kontaktierung
des ortsfest im Klemmengehäuse gehaltenen Leiters umfasst. Das Kontaktierungselement
und der Schneid-Klemm-Kontakt bilden somit ein einheitliches Bauelement.
[0018] Diese Ausführung mit dem zusätzlichen Betätigungselement hat den Vorteil, dass das
Kontaktierungselement beispielsweise infolge eines unsachgemäßen Einführens vom Betätigungswerkzeug
nicht verletzt werden kann. Dies gewährleistet eine schonende Betätigung, so dass
die Funktionsfähigkeit des Schneid-Klemm-Kontakts auch bei wiederholter Leiterkontaktierung
erhalten bleibt. Bevorzugt ist das Betätigungselement hierzu bei eingeführtem Betätigungswerkzeug
zwischen diesem und dem Kontaktierungselement angeordnet.
[0019] Das einen Aufnahmeraum für das Betätigungswerkzeug aufweisende Betätigungselement
ist innen hohl ausgestaltet und bildet eine mehrseitige Führung für das Betätigungswerkzeug.
Dadurch wird sowohl beim Kontaktieren als auch beim Lösen des Kontakts, also bei unterschiedlichen
Bewegungsrichtungen des Betätigungswerkzeugs, ein direkter Kontakt zwischen Betätigungswerkzeug
und Kontaktierungselement vermieden. Bevorzugt greift dabei das Betätigungselement
in das Kontaktierungselement lose ein. Durch den losen Eingriff wird zum einen eine
sichere Führung des Betätigungswerkzeugs ermöglicht, und zum anderen ist aufgrund
des Spiels eine einfache Handhabung gewährleistet. Dabei ist das Betätigungselement
vorzugsweise in dem Klemmengehäuse unverlierbar angeordnet, so dass ein Verlust des
Betätigungselements vermieden ist.
[0020] In zweckmäßiger Weiterbildung weist das Gehäuse einen Vorsprung als Widerlager für
das Betätigungselement auf, und das Betätigungselement ist in dieses Widerlager eingeschnappt.
Dies ermöglicht ein besonders einfaches Anbringen des Betätigungselements in das Klemmengehäuse,
indem das Betätigungselement über einen durch den Vorsprung bestimmten Druckpunkt
in das Klemmengehäuse eingedrückt wird. Dabei kann der Vorsprung eine Drehachse für
das Betätigungselement bestimmen. Da das Betätigungselement zugleich das Betätigungswerkzeug
führt, wird dieses ebenfalls um diese Drehachse gedreht. Der als Widerlager ausgebildete
Vorsprung bildet somit einen Angriffspunkt, an dem das Betätigungswerkzeug abgestützt
wird. Die vom Betätigungswerkzeug ausgeübten Kräfte werden dadurch in vorteilhafter
Weise von dem Klemmengehäuse aufgenommen.
[0021] Ist das Betätigungselement als Schwenkhebel mit einer insbesondere keilartigen Auswölbung
als Gegenlager zum Widerlager ausgebildet, so ist ein einfaches Einführen des Betätigungselements
in das Klemmengehäuse ermöglicht. Um ein einfaches Einführen über den Vorsprung hinweg
zu gewährleisten, ist das Betätigungselement vorzugsweise elastisch ausgebildet. Für
eine fertigungstechnisch einfache Ausgestaltung ist das Betätigungselement vorzugsweise
einstückig.
[0022] Um eine hohe Bedienerfreundlichkeit der Anschlussklemme zu erhalten, weist das Betätigungselement
zweckmäßigerweise eine Anzeige für die Bewegungsrichtung in die Offenstellung bzw.
in die Klemmstellung auf. Damit ist von außen gut sichtbar, in welche Richtung das
Betätigungswerkzeug zur Klemmkontaktierung bzw. zum Lösen des Kontakts geführt werden
muss. Ebenfalls für eine hohe Bedienerfreundlichkeit und um zu erkennen, ob der eingesteckte
Leiter kontaktiert ist, hat das Betätigungselement in einer bevorzugten Ausgestaltung
eine Markierung für die Position des Kontaktierungselements.
[0023] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform verjüngen sich die Sicken nach oben
in Richtung auf die Schneidkanten hin. Die Sickentiefe nimmt also vom U-Grund des
Schneid-Klemm-Kontakts zu den Schneidkanten hin ab. Die Sicke ist somit in der Nähe
des U-Grundes stark ausgeprägt und schmiegt sich nach oben hin in Richtung auf die
Schneidkanten hin wieder an die Aussenwand der Klemmschenkel an. Dies bewirkt ein
Verhalten der Klemmschenkel nach Art eines Federbalkens gleichmäßiger Biegebeanspruchung,
wie er beispielsweise aus Viewegs ― Fachbücher der Technik, Verfasser Alfred Bögel,
Formeln und Tabellen zur Mechanik und Festigkeitslehre, S 29, Kapitel 4.15, "Träger gleicher Biegebeanspruchung" sowie Dubbel,
Taschenbuch für den Maschinenbau, 13. Auflage, Neudruck 1974, S. 378, Kapitel "Träger gleicher Biegebeanspruchung"
bekannt ist.
[0024] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in einer vereinfachten Darstellung ohne Sicke eine Seitenansicht einer schraubenlosen
Anschlussklemme mit translatorisch entlang einer Stromschiene verschiebbarem Schneid-Klemm-Kontakt,
- Fig. 2 und 3
- die Anschlussklemme gemäß Fig. 1 in einer Schnittdarstellung bzw. in einer Draufsicht,
- Fig. 4 und 5
- in einer Seitenansicht die Funktionsteile einer Ausführungsform der Anschlussklemme
mit einer Sicke am Kontaktelement mit einer seitlichen Schleifkontaktierung zwischen
Schneid-Klemm-Kontakt und Stromschiene in unkontaktierter bzw. kontaktierter Funktionsstellung,
- Fig. 6
- die Funktionsteile der Anschlussklemme gemäß den Fig. 4 und 5 in einer Explosionsdarstellung,
- Fig. 7 und 8
- eine Ausführungsform des Schneid-Klemm-Kontakts mit drei Sikken in einer Seitenansicht
bzw. Draufsicht,
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht des Schneid-Klemm-Kontakts gemäß Fig. 7 und 8 und
- Fig. 10
- dieselbe Seitenansicht des Schneid-Klemm-Kontakts wie Fig. 7,
- Fig. 11
- eine Draufsicht auf die vordere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts gemäß Fig. 10,
- Fig. 12
- eine Schnittansicht entlang der Linie XII - XII in Fig. 10,
- Fig. 13
- eine Schnittansicht entlang der Linie XIII -XIII in Fig. 10,
- Fig. 14
- eine Draufsicht auf die hintere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts gemäß Fig. 10.
[0025] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0026] Die Fig. 1 bis 3 zeigen eine vereinfachte Darstellung der schraubenlosen Anschlussklemme
1 in Seitenansicht, Vorderansicht bzw. Draufsicht zur Erläuterung der wesentlichen
Funktionsteile. Die ausschnittsweise dargestellte Anschlussklemme 1 ist vorzugsweise
als sogenannte Reihenklemme ausgeführt und umfasst dazu ein Klemmengehäuse 2, von
dem lediglich eine mit Innenkonturen versehene sogenannte Halbschale dargestellt ist.
Die Anschlussklemme 1 umfasst des Weiteren innerhalb des Klemmengehäuses 2 eine ortsfest
angeordnete Stromschiene 3 und einen an oder auf dieser verschiebbar angeordneten
Schneid-Klemm-Kontakt 4. Diese ist U-förmig ausgebildet (Fig. 2) und weist an deren
freiendseitig aufeinanderzu gebogenen Klemmschenkeln 5,6 messerartige Schneidkanten
7 bzw. 8 auf, zwischen denen ein Schneid- und Führungsschlitz 9 zur Schneid-Klemm-Kontaktierung
eines über eine Gehäusedurchführung 10 (Fig. 1) in das Klemmengehäuse 2 eingeführten
Leiters 11 gebildet ist.
[0027] In Stromschienenlängsrichtung L, die gleichzeitig die Verschiebe- oder Bewegungsrichtung
des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 entlang der Stromschiene 3 ist, ist vor der Durchgangsöffnung
10 eine weitere Durchgangsöffnung 12 im Klemmengehäuse 2 vorgesehen, über die ein
Betätigungswerkzeug 13, beispielsweise ein Schraubendreher, in das Klemmengehäuse
2 einführbar ist. Die Durchgangsöffnung 12 ist als trichterförmiger Gehäuseschacht
ausgeführt, der sich zu einer Engstelle 14 des trichterförmigen Gehäuseschachtes 12
hin konisch verjüngt, um sich von dort wiederum konisch in Richtung auf den Schneid-Klemm-Kontakt
4 aufzuweiten. Mit diesem trichterförmigen Gehäuseschacht 12 fluchtet eine in den
Schneid-Klemm-Kontakt 4 im Bereich deren Schneidkanten 7,8 eingebrachte schwalbenschwanzförmige
Eingriffsmulde 15, in die das Betätigungswerkzeug 13 zum Verschieben des Schneid-Klemm-Kontaktes
4 relativ zur ortsfesten Stromschiene 3 von der dargestellten Position in die strichpunktiert
angedeutete Position eingreift. Dabei stützt sich das Betätigungswerkzeug 13 hebelartig
an der Verengung oder Engstelle 14 ab.
[0028] In der dargestellten Position ist der in das Klemmengehäuse 2 eingeführte Leiter
11 lagefixiert und unbeweglich gehalten. Dazu dient einerseits die Wandung der Gehäusedurchführung
11 und andererseits eine Abstützung des Leiters 11 in einem Bereich zwischen der Stromschiene
3 und den Schneidkanten 7, 8 des Schneid-Klemm-Kontaktes 4. Dazu sind an diese sich
in Richtung der Gehäusedurchführung 10 erstreckende Führungslaschen 16 angeformt,
von denen nur eine sichtbar ist. Diese Laschen 16 flankieren das Leiterende des Leiters
11 und bilden somit für diesen die seitliche Abstützung. Eine zusätzliche rückwärtige
Stütze innerhalb des Klemmgehäuses 2 in Schienenlängsrichtung L hinter der Gehäusedurchführung
10 bildet ein parallel zur Einführrichtung 17 des Leiters 11 aufgestelltes Freiende
18 eines einwärts gebogenen Stromschienenabschnitts 19.
[0029] Unterhalb der Unterseite 20 des Stromschienenabschnitts 19 ist ein Schleifkontaktraum
21 gebildet. In diesem Schleifkontaktraum 21 gelangt eine an der den Schneidkanten
7 und 8 gegenüberliegenden Unterseite des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 an diese angeformte
und in Richtung der Durchführungsöffnung 10 aufgestellte Schleiflasche 22. Diese liegt
- wie durch die strichpunktierte Linienführung dargestellt - infolge einer translatorischen
Verschiebung des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 von der dargestellten unkontaktierten Funktionsstellung
in die strichpunktiert dargestellte kontaktierende Funktionsstellung an der Unterseite
des eingebogenen Stromschienenabschnitts 19 an. Dadurch ist die elektrisch leitende
Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt 4 und der Stromschiene 3 hergestellt.
[0030] In dieser kontaktierenden Funktionsstellung, bei der die Schneidkanten 7 und 8 die
Leiterisolierung des Leiters 11 durchdringen und dessen Leiterader kontaktieren, ist
der Schneid-Klemm-Kontakt 4 verrastet. Dazu ist an der oder jeder Klemmlasche 16 eine
Rastnut 23 vorgesehen, in die ein federnd an die Innenkontur des Klemmengehäuses 2
angeformter Rasthaken 24 einschnappt. Eine in der dargestellten Offenstellung einrastende,
weitere Schnappverbindung ist auch auf der den Führungslaschen 16 gegenüberliegenden
Rückseite des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 vorgesehen. Dazu ist im Bereich deren Oberseite
wiederum eine Rastnut 25 in diese eingeformt, in die ein wiederum federnder Rasthaken
26 einschnappt.
[0031] Eine erste Ausführungsform der schraubenlosen Anschlussklemme 1 nach der Erfindung
zeigen die Fig. 4 und 5 in unkontaktierter bzw. kontaktierter Funktionsstellung. Dargestellt
ist lediglich das wiederum aus der Stromschiene 3 und dem Schneid-Klemm-Kontakt 4
gebildete Funktionselement der Anschlussklemme 1 zur Schneid-Klemm-Kontaktierung des
Leiters 11. Auch bei dieser Ausführungsform der Anschlussklemme 1 wird in analoger
Art und Weise der Schneid-Klemm-Kontakt 4 in Stromschienenlängsrichtung L und somit
in Richtung auf den innerhalb des Klemmengehäuses 2 unbeweglich und ortsfest gehaltenen
Leiter 11 translatorisch verschoben, wobei wiederum die Schneid-Klemm-Kontaktierung
infolge eines Durchtrennens der Leiterisolierung 11a mittels der Schneidkanten 7 und
8 des Schneid-Klemm-Kontaktes 4 bis zu deren Kontaktierung mit der Leiterader 11b
erfolgt.
[0032] In Fig. 4 und Fig. 5 gut erkennbar ist die in den Klemmschenkel 5 eingeformte Sicke
35. Die Sicke 35 steift den Klemmschenkel 5, was insbesondere in der Darstellung der
Fig. 5 gut erkennbar ist, exakt in dem Bereich aus, der deckungsgleich mit dem elektrischen
Leiter 11 in seiner in Fig. 5 gezeigten Kontaktierungsendstellung ist.
[0033] Im Unterschied zur Ausführungsform gemäß den Fig. 1 bis 3 erfolgt die elektrisch
leitende Verbindung zwischen dem Schneid-Klemm-Kontakt 4 und der Stromschiene 3 mittels
eines seitlichen Schleifkontaktes. Dieser ist durch an den Schneid-Klemm-Kontakt 4
angeformte Schleiflaschen 27 realisiert, die an gegenüberliegenden Seitenkanten 28
der Stromschiene 3 anliegen. Dies ist vergleichsweise deutlich aus der in Fig. 6 gezeigten
Explosionsdarstellung dieses Funktionselements ersichtlich. Die einwärts gewölbten
Schleiflaschen 27 der Stromschiene 4 schließen dazu einen tailliert ausgeführten Stromschienenbereich
29 zwischen sich ein, der durch beidseitige Ausnehmungen 30 der Stromschiene 3 gebildet
ist. Die Ausnehmungen 30 bilden somit gleichzeitig Anschlagkanten 31 und 32 in der
kontaktierenden bzw. unkontaktierenden Funktionsstellung des auf der Stromschiene
3 translatorisch verschiebbaren Schneid-Klemm-Kontaktes 4.
[0034] Fig. 7 zeigt ebenso wie Fig. 8 und 9 eine bevorzugte Ausführungsform des Schneid-Klemm-Kontakts
4 mit drei in Richtung der Mittellängsachse 37 nebeneinander angeordneten Sicken 35.
Diese Sicken 35 sind in die Klemmschenkel 5,6 umlaufend eingeformt und bilden so U-förmige
Versteifungssicken. Durch die Anbringung der drei Sicken 35 hintereinander ist der
gesamte Bereich des Schneid-Klemm-Kontakts 4 versteift, welcher mit dem elektrischen
Leiter 11 des Schneid-Klemm-Kontaktierens in Berührung kommt. In den Figuren ebenfalls
erkennbar ist die Möglichkeit, auch in anderen Bereichen am Schneid-Klemm-Kontakt
4 Zusatzsicken 36 vorzusehen zur Aussteifung auch weiterer Bereiche des Schneid-Klemm-Kontakts
4.
[0035] Die Sicken 35 bewirken eine Erhöhung der Federkraft des U-förmigen Schneid-Klemm-Kontakts
4 mit der Folge, dass die Klemmschenkel 5,6 bzw. die Schneidkanten 7,8 durch den elektrischen
Leiter 11 nicht so weit auseinander gespreizt werden, wie dies bei einer Ausführungsform
gleicher Wandstärke ohne Sicken 35 der Fall ist.
[0036] Fig. 10 zeigt dieselbe Seitenansicht des Schneid-Klemm-Kontakts 4 wie Fig. 7, allerdings
mit zwei Schnitten XII - XII, XIII - XIII. Im Folgenden werden die sich in Richtung
auf die Schneidkanten 7,8 hin verjüngenden Sicken 35 und die damit verbundene abnehmende
wirksame Wandstärke W
s des Schneid-Klemm-Kontakts 4 beschrieben.
[0037] Fig. 11 zeigt eine Draufsicht auf die vordere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts
4. Dabei sind die Klemmschenkel 5,6 teilweise transparent dargestellt. Somit kann
die wirksame Wandstärke W
s des Schneid-Klemm-Kontakts 4 abgebildet werden. Hier wird die wirksame Wandstärke
W
s bei der Sicke 35 im Bereich des U-Grundes 38 des Schneid-Klemm-Kontakts 4 gezeigt.
Die wirksame Wandstärke im oberen Bereich der Klemmschenkel 5,6 ist dagegen deutlich
geringer, da die Sickentiefe T
s nach oben hin abnimmt.
[0038] Fig. 12 zeigt eine Schnittansicht entlang der Linie XII - XII in Fig. 10. Wiederum
ist die wirksame Wandstärke W
s, hier im Bereich der Sicke 36, dargestellt. Da sich auch die Sicke 36 nach oben hin
verjüngt, nimmt die wirksame Wandstärke W
s wiederum entsprechend ab.
[0039] Fig. 13 zeigt eine Schittansicht entlang der Linie XIII―XIII in Fig. 10. Daraus ist
ersichtlich, dass bei dem in Fig. 10 dargestellten Ausführungsbeispiel jede der Sicken
35 nach oben in Richtung zu den Schneidkanten 7,8 hin ausläuft, also die Sickentiefe
T
s vom U-Grund 38 des Schneid-Klemm-Kontakts 4 zu den Schneidkanten 7,8 hin abnimmt.
Die Sicke 35 ist folglich in der Nähe des U-Grundes 38 stark ausgeprägt und schmiegt
sich nach oben hin in Richtung auf die Schneidkanten 7,8 hin wieder an die Außenwand
der Klemmschenkel 5,6 an. Auf diese Weise nimmt die wirksame Wandstärke W
s des Schneid-Klemm-Kontakts 4 vom U-Grund 38 her nach oben in Richtung auf die Schneidkanten
7,8 ab. Die Wirksame Wandstärke W
s verjüngt sich also vom U-Grund 38 des Schneid-Klemm-Kontakts 4 in Richtung auf die
Schneidkanten 7,8.
[0040] Fig. 14 zeigt schließlich eine Draufsicht auf die hintere Stirnseite des Schneid-Klemm-Kontakts
4. Auch hier wird deutlich, dass die Sickentiefe T
s der Sicke 36, und damit auch die wirksame Wandstärke (vergleiche Fig. 12) nach oben
hin abnimmt.
Bezugszeichenliste
[0041]
- 1
- Anschlussklemme
- 2
- Klemmengehäuse
- 3
- Stromschiene
- 3a,b
- Schenkel
- 4
- Schneid-Klemm-Kontakt
- 4a,b
- Kontaktelement
- 5,6
- Klemmschenkel
- 7,8
- Schneidkante
- 9
- Führungs- / Schneidschlitz
- 10
- Durchführungsöffnung
- 10a,b
- Leiterkanal
- 11
- elektrischer Leiter
- 11a
- Leiterisolierung
- 11b
- Leiterader
- 12
- Gehäuseschacht
- 12a,b
- Öffnung
- 13
- Betätigungswerkzeug
- 14
- Engstelle
- 15
- Eingriffsmulde
- 16
- Führungslasche
- 17
- Einführrichtung
- 18
- Freiende
- 19
- Stromschienenabschnitt
- 20
- Unterseite
- 21
- Schleifkontaktraum
- 22
- Schleiflasche
- 23
- Rastnut
- 24
- Rasthaken
- 25
- Rastnut
- 26
- Rasthaken
- 27
- Schleiflasche
- 28
- Seitenkante
- 29
- Stromschienenbereich
- 30
- Ausnehmung
- 31,32
- Anschlagkante
- 33
- Einführschlitz
- 34
- Führung
- 35
- Sicke
- 36
- Zusatzsicke
- 37
- Mittellängsachse
- 38
- U-Grund
- L
- Längs- / Verschieberichtung
- Ws
- Wirksame Wandstärke
- Ts
- Sickentiefe
1. Schraubenlose Anschlussklemme (1), insbesondere Reihenklemme, mit einer in einem Klemmengehäuse
(2) angeordneten Stromschiene (3) und einem mit dieser Stromschiene (3) elektrisch
leitend verbundenen Schneid-Klemm-Kontakt (4), zwischen dessen einander zugewandten
Schneidkanten (7,8) ein elektrischer Leiter (11) kontaktierbar ist, der über eine
Gehäusedurchführung (10) in das Klemmengehäuse (2) einführbar ist, und wobei eine
Schneid-Klemm-Kontaktierung des unbeweglich positionierten Leiters (11) durch eine
Translationsbewegung des Schneid-Klemm-Kontaktes (4) entlang der Stromschiene (3)
in Schienenlängsrichtung (L) erfolgt
dadurch gekennzeichnet,
dass in mindestens einen Klemmschenkel (5,6) des Schneid-Klemm-Kontakts (4) mindestens
eine Sicke (35) eingeformt ist.
2. Anschlussklemme nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schneid-Klemm-Kontakt (4) eine U-förmige Querschnittsform aufweist derart, dass
die beiden U-Schenkel die Klemmschenkel (5,6) bilden und dass in jeden der Klemmschenkel
(5,6) mindestens eine Sicke (35) eingeformt ist.
3. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die in die Klemmschenkel (5,6) eingeformten Sicken (35) einander gegenüber liegen.
4. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicke (35) derart umläuft, dass sie ebenfalls die Querschnittsform eines U aufweist.
5. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere Sicken (35) bezogen auf die Mittellängsachse (37) des Schneid-Klemm-Kontakts
(4) nebeneinander angeordnet sind.
6. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tiefe (Ts) der Sicke (35, 36) in Richtung auf die Schneidkanten (7,8) der Klemmschenkel
(5,6) vorzugsweise kontinuierlich abnimmt, derart, dass sich die wirksame Wandstärke
(Ws) des Schneid-Klemm-Kontakts (4) in Richtung auf die Schneidkanten (7,8) verjüngt.
7. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicke (35) konvex nach außen gewölbt ist.
8. Anschlussklemme nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Sicke (35) konkav nach innen gewölbt ist.