[0001] Die Erfindung betrifft eine modulare Steuerungsanlage für Steuerungs- und Automatisierungssysteme
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Derartige modulare Steuerungsanlagen sind insbesondere in der herstellenden Industrie
für Fertigungsanlagen, Transportanlagen oder dgl. notwendig. Sie müssen sorgsam geplant
und erstellt werden und insbesondere bei Aufrüstung der Fertigungsanlagen Erweiterungen
zulassen. Bei bekannten Systemen werden Schalt- und Steuerschränke in der Nähe der
Anlagen errichtet und mit erheblichem Verdrahtungsaufwand installiert.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine modulare Steuerungsanlage der gattungsgemäßen
Art derart weiterzubilden, daß bei geringem Aufwand eine Erweiterung, eine Änderung
oder eine Reparatur der Steuerungsanlage möglich ist.
[0004] Diese Aufgabe wird nach den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Jede Einzelkomponente ist in einem selbständigen, selbsttragenden Einzelkomponentengehäuse
angeordnet, wobei jedes Einzelkomponentengehäuse einen Leitungsanschluß zur Verbindung
mit einem äußeren Systemelement wie einen Aktor, einen Sensor oder dgl. aufweist.
Somit kann jedem Systemelement gezielt eine Einzelkomponente zugeordnet werden, was
die Zusammenstellung der Steuerungsanlage wesentlich vereinfacht.
[0006] Die Einzelkomponentengehäuse weisen einen mechanischen Anschluß zur verkettenden
mechanischen Befestigung untereinander auf, so daß Grundplatten oder dgl. entfallen.
Der Benutzer kann abhängig von den Gegebenheiten des Bauraums die Steuerungsanlage
räumlich gestalten, ohne daß er Rücksicht auf Grundplatten, Erweiterungsplatten oder
dgl. nehmen müßte. Dies gibt dem Benutzer einen hohen Freiheitsgrad bei der Gestaltung
und Einrichtung von Steuerungsanlagen.
[0007] Da jedes Einzelkomponentengehäuse eine elektrische Anschlußleiste und eine elektrische
Kontaktleiste aufweist, die innerhalb des Einzelkomponentengehäuses elektrisch leitend
miteinander in Verbindung stehen, werden bei der Verkettung alle Pole der Anschlußleiste
durchgeschleift, so daß der Benutzer jede Einzelkomponente an beliebiger Stelle innerhalb
einer Verkettungsreihe anordnen kann, wobei durch integrierte Abdichtungen die Anforderungen
hoher Schutzklassen wie IP 67 erfüllt sind.
[0008] Der mechanische Anschluß und die elektrische Verbindung benachbarter Komponentengehäuse
erfolgt immer auf einer Gehäuseseite, wobei der mechanische Anschluß vorteilhaft eine
formschlüssige, trennbare Rastverbindung aufweist, die eine formschlüssige Verbindung
und Sicherung beider Einzelkomponentengehäuse gewährleistet. Durch eine "Plug and
Play" Auslegung ist eine automatische Adressierung erzielt, so daß nach mechanischer
Änderung einer Verkettungsreihe der elektrische Betrieb ohne große Umprogrammierung
aufgenommen werden kann.
[0009] Die Kontaktleiste ist vorteilhaft so angeordnet, daß sie an dem einen Rastteil der
Rastverbindung und die Anschlußleiste an dem anderen Rastteil der Rastverbindung vorgesehen
ist. Somit dient der mechanische Anschluß nicht nur der mechanischen Verbindung der
Einzelkomponenten miteinander, sondern zugleich der Sicherung der elektrischen Kontaktierung.
[0010] In besonderer Ausgestaltung der Erfindung ist zumindest ein Kontaktpin einer Steckverbindung
über ein vorzugsweise programmierbares IC an den Feldbus angeschlossen, derart, daß
ein Kontaktpin der mehrpoligen Steckverbindung von Funktionseingang auf Diagnoseeingang
umparametrierbar ist. Der Kontaktpin kann so als Eingang, Ausgang und/oder Diagnose
betrieben werden. Dies hat den Vorteil, daß der Benutzer freie Pins zu Diagnosezwecken
nutzen kann. So kann über den Kontaktpin überprüft werden, ob eine angeschlossene
Leitung defekt ist oder sich gelockert hat. Wird an jedem Einzelkompontengehäuse eine
optische Funktionsanzeige angeordnet, kann ein über den Diagnosepin festgestellter
Fehler sofort erkannt und angezeigt werden. Die Anzeige erfolgt dabei zweckmäßig durch
LEDs, die in der Gehäuseoberseite eines Einzelkomponentengehäuses angeordnet sind.
[0011] Eine Verkettungsreihe ist vorteilhaft über ein Montagemodul festlegbar, wobei das
Montagemodul einen vorzugsweise dem mechanischen Anschluß des Einzelkomponentengehäuses
entsprechenden mechanischen Anschluß zur verkettenden mechanischen Befestigung an
einem Einzelkomponentengehäuse aufweist. Wird ein Montagemodul am Anfang oder am Ende
einer Verkettungsreihe angeordnet, ist die Ausbildung als mechanisches Anschlußteil
ausreichend. Muß hingegen in der Verkettung eine zusätzliche Befestigung vorgesehen
werden, weil die Verkettungsreihe mechanisch instabil wird, wird das Montagemodul
derart gestaltet, daß auf der einen Gehäusestirnseite eine elektrische Anschlußleiste
und auf der abgewandt liegenden anderen Gehäusestirnseite eine Kontaktleiste vorgesehen
ist, wobei die Anschlußleiste und die Kontaktleiste in dem Montagemodul miteinander
elektrisch leitend verbunden sind. Somit werden die elektrischen Kontakte durchgeschleift,
so daß vor und nach dem Montagemodul in der Verkettungsreihe liegende Einzelkomponenten
die gleichen elektrischen Bedingungen haben.
[0012] Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den weiteren Ansprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung, in der ein nachfolgend im einzelnen beschriebenes Ausführungsbeispiel
der Erfindung dargestellt ist.
[0013] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer modularen Steuerungsanlage gemäß der Erfindung,
- Fig. 2
- in vergrößerter Darstellung eine Verkettungsreihe einer Steuerungsanlage nach Fig.
1,
- Fig. 3
- in schematischer und perspektivischer Darstellung eine Verkettungsreihe mit Einzelkomponentengehäusen
einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 4
- eine Einzelkomponente der Reihe nach Fig. 3 in um 180° gedrehter Seitenansicht,
- Fig. 5
- in vergrößerter Darstellung eine Einzelkomponente mit einem würfelförmigen Einzelkomponentengehäuse,
- Fig. 6
- eine Einzelkomponente als Eingabe-/Ausgabemodul in Draufsicht,
- Fig. 7
- eine Einzelkomponente als Link-Modul in Draufsicht,
- Fig. 8
- eine Einzelkomponente mit zwei Eingabe-/Ausgabe-Einheiten in Draufsicht,
- Fig. 9
- ein Montagemodul mit elektrisch durchgeschleiften Kontakten in Draufsicht,
- Fig. 10
- ein Montagemodul ohne elektrische Kontakte,
- Fig. 11 bis 16
- schematische Darstellungen einer anwendbaren elektrischen Kontaktierung,
- Fig. 17
- in schematischer Darstellung eine Beschaltung einer Leitungsverbindung mit frei parametrierbaren
Kontaktpins,
- Fig. 18
- eine perspektivische Ansicht auf Ein/Ausgabemodule in einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 19
- eine perspektivische Ansicht auf Ein/Ausgabemodule gemäß Fig. 18 mit Schriftfeld,
- Fig. 20
- eine Verkettungsreihe der Ein/Ausgabemodule gemäß Fig. 19.
[0014] Die Steuerungsanlage wird über eine Energieleitung 1 an ein spannungsführendes Netz
angeschlossen; über einen Feldbus 2 werden Daten und Steuerungsbefehle ausgetauscht.
[0015] An einem beliebigen Punkt der Energieleitung 1 und des Feldbus 2 kann die Verbindung
zu einer Fertigungsanlage aufgebaut werden. Hierzu wird zunächst ein Netzteil 3 mit
der Energieleitung 1 verbunden. Das Netzteil dient zur Spannungsversorgung anzuschließender
Einzelkomponenten. Die Verbindung mit dem Feldbus 2 wird über eine vorzugsweise aktive
Schnittstellenkarte 4 erreicht, welche vier Anschlüsse 4a, 4b, 4c und 4d für Einzelkomponenten
wie eine Vielzahl von Eingabe-/Ausgabemodulen 10 oder dgl. aufweist.
[0016] Gemäß der Erfindung ist jede Einzelkomponente 10, 11, 12, 13 in einem selbständigen,
selbsttragenden Einzelkomponentengehäuse 5 angeordnet. Jedes Einzelkomponentengehäuse
5 hat einen Leitungsanschluß 6 zur Verbindung mit einem äußeren Systemelement wie
z.B. einem Aktor (Stellelement), einem Sensor, einem Schnittstellenanschluß, einer
Ventilinsel oder dgl..
[0017] Gemäß der Erfindung sind die Einzelkomponentengehäuse 5 miteinander in vorzugsweise
einer Verkettungslängsachse 7 miteinander zu verbinden. Hierzu weist jedes Einzelkomponentengehäuse
5 einen mechanischen Anschluß 8 auf, der formschlüssig an dem anzuschließenden Einzelkomponentengehäuse
5 eingreift. Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 weist der mechanische Anschluß
8 eine Rastverbindung auf, deren erstes Rastteil 8a an dem einen Einzelkomponentengehäuse
5 und deren anderes Rastteil 8b an dem anderen Einzelkomponentengehäuse 5 vorgesehen
ist. Das erste Rastteil 8a ist als Rastwippe ausgebildet, die einteilig mit dem bevorzugt
aus Kunststoff bestehenden Einzelkomponentengehäuse 5 gefertigt ist. Zur Erzielung
einer Beweglichkeit der Rastwippe 8a ist diese über einen Wippensteg 9 an das Einzelkomponentengehäuse
5 angebunden.
[0018] Die Rastverbindung des mechanischen Anschlusses 8 ist dabei so ausgelegt, daß das
eine Rastteil 8a, z.B. die Rastwippe, an dem einen Einzelkomponentengehäuse 5 vorgesehen
ist, während das mit der Rastwippe zusammenwirkende andere Rastteil 8b an dem anderen
Einzelkomponentengehäuse 5 ausgebildet ist.
[0019] Zur elektrischen Verbindung der Einzelkomponenten miteinander ist eine elektrische
Anschlußleiste 20 an dem einen Einzelkomponentengehäuse 5 und eine entsprechende Kontaktleiste
21 an dem anderen Einzelkomponentengehäuse 5 vorgesehen. Wie die Fig. 3 und 4 deutlich
zeigen, liegt die Anschlußleiste 20 auf der einen Gehäusestirnseite 18 und die Kontaktleiste
21 auf der abgewandt liegenden anderen Gehäusestirnseite 19 des Einzelkomponentengehäuses
5. Die Verkettungslängsachse 7 liegt senkrecht zu den Gehäusestirnseiten 18 und 19.
[0020] Der Leitungsanschluß 6 ist vorteilhaft in der Oberseite 9 des im wesentlichen eine
quader- bis würfelförmige Grundform aufweisenden Einzelkomponentengehäuses 5 vorgesehen
und als mehrpolige Steckverbindung 17 ausgebildet. Die Steckverbindung 17 ist dabei
von einem Gewindeabschnitt 16 umgeben, in den eine Sicherungshülse des zugeordneten
Steckers 15 der Steckverbindung einschraubbar ist. Der Gewindeabschnitt 16 kann dabei
als M12-Gewinde oder auch als M8-Gewinde vorgesehen sein. Bei einem M12-Gewinde kann
die Steckverbindung 6 entsprechend groß ausgeführt sein und - wie die Fig. 10 und
11 zeigen - mehrere Kontaktpins 22 aufweisen. Die Eingabe-/Ausgabeeinheit 10 hat z.B.
fünf Kontaktstifte; die Linkeinheit 11 hat sieben Kontaktpins 22. Eine andere Anzahl
und Anordnung der Kontaktpins 22 kann vorteilhaft sein.
[0021] Ist der die Steckverbindung 17 umgebende Gewindeabschnitt kleiner ausgeführt, so
z.B. als M8-Gewinde, können in einem Einzelkomponentengehäuse 5 auch zwei nebeneinander
liegende Steckverbindungen 17 ausgeführt sein, wie z.B. Fig. 8 zeigt. Eine derartige
Steckverbindung hat z.B. drei Kontaktpins 22 und eignet sich sowohl als Eingabe-/Ausgabeeinheit
für Daten und Steuerungsbefehle als auch zur Energieeinspeisung.
[0022] Wie die Fig. 1 und 2 zeigen, kann in Richtung der Verkettungslängsachse 7 eine Vielzahl
von Einzelkomponenten zu einer Reihe zusammengefügt werden. Dabei wird am Anfang einer
Reihe ein Befestigungsmodul 14 angeordnet, welches einen dem Einzelkomponentengehäuse
5 entsprechenden mechanischen Anschluß aufweist. Wird eine Reihe von Einzelkomponenten
5 sehr lang, so kann - wie in Fig. 1, Mitte dargestellt - als Verkettungselement der
Reihe ein Befestigungselement 13 zwischengeschaltet werden, welches neben den mit
den Einzelkompontengehäusen 5 korrespondierenden mechanischen Anschlüssen 8 auch entsprechend
korrespondierende elektrische Anschlüsse aufweist, also auf der einen Gehäusestirnseite
20 eine Anschlußleiste 18 und auf der anderen Gehäusestirnseite 19 eine Kontaktleiste
21 trägt. Innerhalb des Montagemoduls 13 sind die Kontaktleiste 21 und die Anschlußleiste
18 miteinander elektrisch leitend verbunden, so daß ein Durchschleifen der einzelnen
Leitungen gewährleistet ist.
[0023] Jede Reihe von Einzelkomponenten 10, 11, 12, 13, 14 wird über ein Linkmodul 11 an
einen Schnittstellenanschluß 4a, 4b, 4c oder 4d über ein Schnittstellenkabel 23 angeschlossen.
Es kann zweckmäßig sein, aufgrund örtlicher und räumlicher Gegebenheiten eine Verkettungsreihe
zu unterbrechen, wie dies in Fig. 1, oben dargestellt ist. Dann wird am Ende der ersten
Verkettungsreihe ein Linkmodul 11 angeordnet und am Kopf der zweiten Verkettungsreihe
ebenfalls ein derartiges Linkmodul 11 vorgesehen. Beide Linkmodule werden über ein
Verbindungskabel 23 (Linkkabel) miteinander verbunden.
[0024] Aufgrund der Ausbildung jedes Einzelkomponentengehäuses 5 mit einer Anschlußleiste
20 und einer Kontaktleiste 21, die innerhalb des Einzelkomponentengehäuses 5 elektrisch
leitend miteinander in Verbindung stehen, werden die vom Linkkabel 23 und das Link-Modul
11 bereitgestellten Anschlüsse durch eine gesamte Verkettungsreihe durchgeschleift,
so daß der Benutzer freie Wahl hat, an welcher Stelle er die benötigten Einzelkomponenten
anordnen will. Auf diese Weise können Einzelkomponenten unter dem Gesichtspunkt möglichst
kurzer Verbindungskabel an jedem beliebigen Ort der Reihe angeordnet werden.
[0025] Im gezeigten Ausführungsbeispiel können in einer Reihe eine Vielzahl von Eingabe-/Ausgabemodule
10 miteinander verkettet werden. Dabei kann es zweckmäßig sein, innerhalb der Reihe
ein Modul zur Energieeinspeisung vorzusehen.
[0026] Wie in Fig. 1, unten dargestellt, ist auch die Ansteuerung einer Ventilinsel 24 über
ein Linkmodul 11 direkt möglich. Hierzu wird die Ventilinsel 24 über die Anschlußleiste
20 des Einzelkomponentengehäuses 5 angeschlossen und über das Linkkabel 23 und die
Schnittstellenkarte 4 unmittelbar vom Feldbus 2 angesteuert.
[0027] Im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4 wird ein Einzelkomponentengehäuse 5
nach Art einer Schublade auf der Höhe der Verkettungsreihe in die Kontaktleiste 21
eingeschoben, wobei die Rastwippe 8a mit dem Rastteil 8b (Rastnut) an der Kontaktleiste
des anderen Einzelkomponentengehäuses 5 verrastet. Hierzu ist erforderlich, daß in
Richtung der Verkettungslängsachse 7 ausreichend Freiraum zur Verfügung steht, um
die Einzelkomponentengehäuse 5 der Module auf gleicher Höhe nebeneinander auszurichten
und dann schubladenartig zusammenzuschieben.
[0028] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist vorgesehen, daß die Kontaktleiste 21 quer
zur Verkettungsrichtung 7 und von oben auf die Anschlußleiste 20 aufzusetzen ist.
Dabei ist die Anschlußleiste 20 der Gehäuseoberseite 9 zugewandt ausgerichtet und
besteht aus vorzugsweise neun Kontaktstiften 25. Die Anschlußleiste 20 kann in einem
Gehäusevorsprung 26 vor der Stirnseite 18 des Einzelkomponentengehäuses 5 liegen.
Am oberen Rand des trogartigen Gehäusevorsprungs 26 ist eine umlaufende Dichtung 27
angeordnet, die beim Aufsetzen der Kontaktleiste 21 an einer Gegendichtfläche des
Einzelkomponentengehäuses 5 anliegt und eine Abdichtung der elektrischen Kontaktierung
gegen Umgebungseinflüsse sicherstellt.
[0029] Die Kontaktleiste 21 auf der anderen Gehäusestirnseite 19 des Einzelkomponentengehäuses
5 weist einen trogartigen Überstand 28 auf, unter dem die Kontaktleiste 21 liegt.
Auf den beiden Längsseiten des Einzelkomponentengehäuses 5 ist im Bereich des trogartigen
überstandes 28 jeweils eine Rastwippe 29 einteilig mit dem aus Kunststoff gefertigten
Einzelkomponentengehäuse 5 ausgebildet. Die Rastwippe ist über Wippstege 30 mit dem
Gehäuse verbunden, wobei die beiden Wippstege 30 etwa parallel zur Verkettungslängsachse
7 liegen. Die Rastwippe 29 ist somit um eine parallel zur Verkettungslängsachse 7
liegende Wippachse verschwenkbar.
[0030] Das eine Ende 31 der Rastwippe 29 ist als Rastglied 8a ausgebildet, welches in eine
seitliche Vertiefung 32 des Rastgliedes 8b des trogartigen Gehäusevorsprungs 26 eines
zu verkettenden Einzelkomponentengehäuses 5 eingreift. Nach dem Aufsetzen eines zu
verkettenden Einzelkomponentengehäuses 5 sind die Gehäuse sowohl über die steckerartig
ineinandergreifende Anschlußleiste 20/Kontaktleiste 21 mechanisch fest verbunden und
über die Rastverbindung 31/32 miteinander mechanisch formschlüssig fixiert.
[0031] In der Gehäuseoberseite 9 ist neben einem Schriftfeld 33 eine optische Anzeige in
Form von vorzugsweise LEDs 34 und 35 vorgesehen. Die LEDs 34 und 35 dienen zur Funktionsanzeige
und können daneben auch als Fehleranzeige für einen Leitungsbruch oder dgl. dienen.
Somit kann eine der LEDs 34, 35 als Diagnoseanzeige verwendet werden.
[0032] Einzelne Kontaktpins 22 eines Leitungsanschlusses 6 können zur Diagnose genutzt werden.
Hierzu ist vorgesehen, den einzelnen Kontaktpin 22 eines Leitungsanschlusses 6 über
ein vorzugsweise programmierbares IC zu beschalten. Ein einzelner Kontaktpin 22 kann
so als Eingang, Ausgang und/oder aber als Diagnose geschaltet werden. Der Benutzer
hat so die Möglichkeit, einen Kontaktpin der Steckverbindung auch zu Diagnosezwecken
zu nutzen, was zur Fehlererkennung von Vorteil ist. In Fig. 17 ist hierzu eine mögliche
Schaltung schematisch wiedergegeben. Eine mehrpolige Steckverbindung 6 liegt mit einem
Kontaktpin Nr. 3 auf Masse; die weiteren Kontaktpins Nr. 1, Nr. 2 und Nr. 4 stehen
über Halbleiter 40 mit einem frei programmierbaren IC 41 in Verbindung, welches über
eine Datenleitung 42 mit dem Feldbus in Verbindung steht. Je nach Programmierung des
ICs 41 können die Kontaktpins 22 angepaßt genutzt werden. So ist der Kontaktpin Nr.
1 zur Sensorversorgung geschaltet, der Kontaktpin Nr. 2 als Eingang/Diagnose und der
Kontaktpin Nr. 4 als Eingang/Ausgang. Die Kontaktpins 22 können so als Eingang, Ausgang
und/oder zur Diagnose genutzt werden. Entsprechend der Funktion und dem Diagnosezustand
wird von dem IC 41 eine jeweilige LED 34a, 35a, 34b, 35b angesteuert.
[0033] Die elektrische Kontaktierung zwischen der Anschlußleiste 20 eines Einzelkomponentengehäuses
5 und der Kontaktleiste 21 eines zu verkettenden Einzelkomponentengehäuses 5 kann
vielfältig ausgeführt werden. Zweckmäßig sind Kontaktierungen, wie sie in den Fig.
11 bis 16 schematisch wiedergegeben sind.
[0034] In Fig. 11 werden die Einzelkontakte 36 der Anschlußleiste 20 unter der Kraft einer
Feder 37 im leitenden Kontakt an den Einzelkontakten 38 der Kontaktleiste 21 gehalten.
Hierzu ist Voraussetzung, daß eine ausreichende mechanische Verrastung in der Kontaktstellung
gewährleistet ist, damit die Kraft der Feder 37 eine sichere Kontaktierung aufrechterhalten
kann.
[0035] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 12 erfolgt die Anfederung der Kontaktfedern 36 über
das Einzelkomponentengehäuse 5.
[0036] Auch hier muß gewährleistet sein, daß die Kontaktlage von Kontaktleiste 21 und Anschlußleiste
18 zueinander mechanisch stabil gesichert ist.
[0037] Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 13 entspricht im wesentlichen der Kontaktierung,
wie sie in den Fig. 3 und 4 gezeigt ist. Die Anschlußleiste 21 wird schubladenartig
in einen Spalt des zu verkettenden Einzelkomponentengehäuses 5 eingeschoben, wodurch
die Kontaktfeder 36 durch das Gehäuse 5 auf den Kontakt 31 gedrückt wird. Aufgrund
der federnden Ausbildung des Kontaktes 36 ist eine sichere Kontaktierung gegeben.
[0038] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 14 ist ein Gabelkontakt dargestellt. Die Kontaktgabel
umgreift den Kontakt 38 der Kontaktleiste 21. Diese Art der Kontakttechnik ist bewährt
und steht in vielfältigen Ausführungen zur Verfügung.
[0039] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 15 wird ein Kontaktschuh 36a über die fahnenartigen
senkrecht stehenden Einzelkontakte 38a der Kontaktleiste 21 gestülpt. Dies erfolgt
von oben, wobei diese Art der Steckverbindung von Anschlußleiste 20 und Kontaktleiste
21 zugleich eine mechanische Fixierung bewirkt. Mechanisch muß dann lediglich für
eine mechanische Sicherung der Kontaktstellung Sorge getragen werden.
[0040] Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 16 ist das Prinzip des Kontaktschuhs umgedreht.
Der Kontakt 38b der Kontaktleiste 21 ist als Aufnahmeschuh gestaltet, in den der Kontakt
36 der Anschlußleiste 20 von oben eingreift.
[0041] Die aufgeführten Kontaktmöglichkeiten stellen eine Auswahl der technisch möglichen
Ausführungen dar.
[0042] In den Fig. 18 bis 20 ist eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Einzelkomponentengehäuse
5 gezeigt, welche den Anforderungen einer hohen Schutzklasse wie IP 67 genügt. Jedes
Einzelkomponentengehäuse 5 besteht aus einem Gehäuseoberteil 5a und einem Gehäuseunterteil
5b, die an einer Trennebene 43 dicht zusammengefügt sind. In der Oberseite 9 ist ein
Leitungsanschluß 6 in Form einer Steckverbindung 17 angeordnet, der im gezeigten Ausführungsbeispiel
nach Fig. 18 als Eingabe-/Ausgabeeinheit vorgesehen ist.
[0043] Auf einer Gehäusestirnseite 18, die senkrecht zur Verkettungslängsachse 7 liegt,
ist in den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 18 bis 20 eine Anschlußleiste 20 in
Form eines Flachsteckers vorgesehen, dem in der gegenüberliegende Gehäusestirnseite
19 eines zu verbindenden Einzelkomponentengehäuses 5 eine entsprechende Kontaktleiste
21 zugeordnet ist, welche als Stecköffnung gestaltet ist. Zum einfachen Verbinden
und leichten Einfädeln des Flachsteckers 20 in die Flachbuchse 21 sind auf der einen
Gehäusestirnseite 18 Montagezapfen 49 vorgesehen, denen in der gegenüberliegenden
Stirnseite 19 des zu verbindenden Einzelkomponentengehäuses 5 Montageöffnungen 48
zugeordnet sind. Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist jede Stirnseite 18, 19 vier
Montagezapfen 49 bzw. korrespondierende Montageöffnungen 48 auf. Es kann zweckmäßig
sein, auf einer Gehäuseseite 18, 19 sowohl Montagezapfen 49 als auch Montageöffnungen
48 vorzusehen. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist in jeder Ecke der Stirnseite 18,
19 ein Montagezapfen 49 bzw. eine korrespondierende Montageöffnung 48 angeordnet.
Die Montagezapfen 49 haben dabei bevorzugt eine Länge u, die größer ist als der überstand
h des Flachsteckers 20 über die Stirnseite 18. Auf diese Weise werden beim Zusammenfügen
von zwei Einzelkomponentengehäusen zunächst die Montagezapfen 49 in die korrespondierenden
Montageöffnungen 48 eingreifen, so daß der Flachstecker 20 genau zur Flachbuchse 21
ausgerichtet liegt und ein einfaches Zusammenfügen der Einzelkomponentengehäuse 5
bei sicherer Kontaktierung gewährleistet ist. Zum einfachen Einfädeln der Montagezapfen
49 sind deren freie Enden leicht angefast.
[0044] Die Rastverbindung zwischen den beiden Einzelkomponentengehäuse 5 liegt im Ausführungsbeispiel
nach den Fig. 18 bis 20 innerhalb der Kontur der Gehäusestirnseiten 18, 19. So kann
die eine Gehäusestirnseite 18, bevorzugt die die Montagezapfen 49 tragende Gehäusestirnseite,
ein Rastglied 8a in Form einer Rastzunge aufweisen, welche im wesentlichen senkrecht
von der Gehäusestirnseite 18 absteht. Der Rastzunge 8a zugeordnet ist in der korrespondierenden,
gegenüberliegenden Gehäusestirnseite 19 des zu verbindenden Einzelkomponentengehäuses
5 ein Rastglied 8b in Form einer Rastöffnung vorgesehen. Auch hier wird zum besseren
Einfädeln die Länge der Rastzunge 8a derart bemessen, daß sie kürzer als die Montagezapfen
49 ist, so daß über die Montagezapfen 49 auch die Rastzunge 8a zur Rastöffnung 8b
ausgerichtet ist. Die Einzelkomponentengehäuse 5 sind dann ordnungsgemäß miteinander
verbunden, wenn die Rastzunge 8a die Rastkante 8c der Rastöffnung 8b hintergriffen
hat. In dieser ordnungsgemäßen Montagestellung liegen die Stirnseiten 18 und 19 im
wesentlichen dicht aneinander an, wobei die Anschlußleiste 20 und die Kontaktleisten
21 zur Umgebung abgedichtet sind. Hierzu kann die Steckbuchse 21 einen Rand 47 aufweisen,
der in die gegenüberliegende Gehäusestirnseite 18 eingreift und als Dichtrand ausgebildet
ist.
[0045] Wie Fig. 19 zeigt, kann in der Gehäuseoberseite 9 ein Beschriftungsschild 50 eingesetzt
sein, welches insbesondere die Rastkante 8c abdeckt. Zur Demontage eines Einzelkomponentengehäuses
ist das Beschriftungsschild 50 zu entfernen und die Rastzunge 8a von der Rastkante
8c zu lösen. Ist dieses geschehen, kann das gelöste Einzelkomponentengehäuse 5 in
Richtung der Verkettungslängsachse 7 einfach abgezogen werden, wobei auch die elektrischen
Kontakte getrennt werden.
[0046] In Fig. 20 sind drei verkettete Eingangs-/Ausgangsmodule 10 gezeigt, wobei an einem
Ende der Verkettung eine Link-Einheit 11 zur Verbindung mit der Schnittstelle zum
Feldbus angeordnet ist.
1. Modulare Steuerungsanlage für Steuerungs- und Automatisierungssysteme, bestehend aus
modularen Einzelkomponenten wie Eingangsmodule oder Ausgangsmodule (10), Steuerungseinheiten
oder dgl., wobei die Einzelkomponenten mit einer Spannungsversorgung (1) sowie einem
Feldbus (2) für Daten und Steuerungsbefehle verbunden ist,
dadurch gekennzeichnet, daß eine Einzelkomponente (10, 11, 12) in einem selbständigen, selbsttragenden Einzelkomponentengehäuse
(5) angeordnet ist, daß das Einzelkomponentengehäuse (5) einen Leitungsanschluß (6)
zur Verbindung mit einem äußeren Systemelement, z.B. einem Aktor, einem Sensor oder
dgl., aufweist, und daß das Einzelkomponentengehäuse (5) einen mechanischen Anschluß
(8) zur verkettenden, mechanischen Befestigung an einem weiteren Einzelkomponentengehäuse
(5) sowie eine elektrische Anschlußleiste (20) zur elektrischen Verbindung mit einer
Kontaktleiste (21) des weiteren Einzelkomponentengehäuses (5) aufweist.
2. Steuerungsanlage nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß der mechanische Anschluß (8) und die elektrische Verbindung (20, 21) benachbarter
Einzelkomponentengehäuse (5) auf einer Gehäusestirnseite (18, 19) liegen.
3. Steuerungsanlage nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß der mechanische Anschluß (8) eine trennbare Rastverbindung aufweist, deren erstes
Rastteil (8a) an dem einen Einzelkomponentengehäuse (5) und deren anderes Rastteil
(8b) an dem weiteren Einzelkomponentengehäuse (5) vorgesehen sind.
4. Steuerungsanlage nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, daß das eine Rastteil (8a) der Rastverbindung eine Rastzunge ist, die in das andere als
Rastöffnung ausgebildete Rastteil (8b) eingreift.
5. Steuerungsanlage nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rastverbindung (8a, 8b) innerhalb der Kontur der einander zugewandten Stirnseiten
(18, 19) der Einzelkomponentengehäuse (5) liegt.
6. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 3 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß die Rastverbindung einteilig mit dem vorzugsweise aus Kunststoff bestehenden Einzelkomponentengehäuse
(5) ausgebildet ist.
7. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußleiste (20) auf der einen Gehäusestirnseite (18) des Einzelkomponentengehäuses
(5) und die Kontaktleiste (21) auf der abgewandt liegenden anderen Gehäusestirnseite
(19) des Einzelkomponentengehäuses (5) liegen.
8. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußleiste (20) und die Kontaktleiste (21) als Teile einer Steckverbindung
ausgebildet sind.
9. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelkomponentengehäuse (5) in einer Verkettungslängsachse (7) aneinandergereiht
miteinander verbunden sind, wobei die Steckrichtung der Steckverbindung vorzugsweise
in Richtung der Verkettungslängsachse (7) liegt.
10. Steuerungsanlage nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Kontaktpin (22) einer den Leitungsanschluß (6) bildenden Steckverbindung über
ein vorzugsweise programmierbares IC an den Feldbus (2) angeschlossen ist, derart,
daß der Kontaktpin (22) frei parametrierbar, insbesondere als Eingang, Ausgang und/oder
Diagnose schaltbar ist.
11. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Einzelkomponentengehäuse (5) ein vorzugsweise einzelner als Steckanschluß
ausgebildeter Leitungsanschluß (6) mit einem M12-Gewinde für eine Sicherungshülse
eines Steckers (15) vorgesehen ist.
12. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß in einem Einzelkomponentengehäuse (5) vorzugsweise zwei als Steckanschlüsse ausgebildete
Leitungsanschlüsse (6) mit einem M8-Gewinde für eine Sicherungshülse eines Steckers
(15) vorgesehen ist.
13. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, daß in jedem Einzelkomponentengehäuse (5) eine optische Funktionsanzeige, insbesondere
eine LED (34, 35) angeordnet ist.
14. Steuerungsanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß ein Einzelkomponentengehäuse (5) über ein Montagemodul (13, 14) einen vorzugsweise
dem mechanischen Anschluß (8) des Einzelkomponentengehäuses (5) entsprechenden mechanischen
Anschluß zur verkettenden mechanischen Befestigung an einem Einzelkomponentengehäuse
(5) aufweist.
15. Steuerungsanlage nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß das Montagemodul (13) auf der einen Gehäusestirnseite (18) eine elektrische Anschlußleiste
(20) und auf der abgewandt liegenden anderen Gehäusestirnseite (19) eine Kontaktleiste
(21) trägt, wobei die Anschlußleiste (20) und die Kontaktleiste (21) miteinander elektrisch
leitend verbunden sind.