[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Spülen von Spülgut in einer mikroprozessorgesteuerten
Geschirrspülmaschine, mit mindestens einem Sprüharm, der Sprühdüsen aufweist und in
einem rechteckigen Spülraum drehbar auf einer Achse gelagert ist, wobei der Sprüharm
von einer Umwälzpumpe über eine Rohrleitung mit Spülflüssigkeit gespeist wird und
mit einer Sensor- und Auswerteeinrichtung gekoppelt ist.
[0002] Die meisten Geschirrspülmaschinen für den Haushaltsbereich weisen in einem quaderförmigen
Spülraum einen Unter- und einen Obergeschirrkorb auf. Um das in den Geschirrkörben
sortierte Spülgut mit Spülflüssigkeit zu beaufschlagen, ist es üblich, mindestens
einen auf einer wasserführenden Achse drehbar gelagerten Sprüharm im Spülraum anzuordnen.
Auf dem kanalförmig ausgeprägten Sprüharm sind Sprühdüsen so platziert, dass das Spülgut
möglichst gleichmäßig mit Spülflüssigkeit besprüht und eine optimale Reinigungswirkung
erzielt wird. Dabei wird die Spülflüssigkeit mittels der Umwälzpumpe unter Druck über
die Rohrleitung, der wasserführenden Achse und den kanalförmigen Sprüharm durch die
Sprühdüsen in den Sprühraum eingesprüht. Bei diesem Verfahren ist das in den Eckbereichen
angeordnete Spülgut oftmals nur unzureichend gereinigt. Begründet ist das lokale Reinigungsdefizit
durch eine mangelnde Benetzung des Spülguts in den Eckbereichen des rechteckigen Spülraums.
Dies resultiert aus dem kreisförmigen Arbeitsbereich des Sprüharms, der nicht mit
der rechteckigen Spülraumfläche übereinstimmt.
[0003] Aus der europäischen Patentanmeldung EP 0 559 466 A1 ist es an sich bekannt, den
Sprühbereich eines Sprüharmes durch die Anordnung von vier zusätzlichen speziell ausgebildeten
Hilfssprüharmen, die auch die Spülraumecken mit erreichen, zu erweitern. Dabei wird
die Spülflüssigkeit der Hilfssprüharme mit einer zusätzlichen Pumpe gefördert. Eine
solche Lösung ist kostenintensiv, da eine zusätzliche Pumpe sowie zusätzliche Sprüharme
benötigt werden. Des weiteren kann sich durch die partielle Überlagerung der Arbeitsbereiche
der Sprüharme der Wasserverbrauch unvorteilhaft erhöhen.
[0004] Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE 297 18 777 U1 ist es bekannt, die mangelnde
Benetzung des Spülguts mit Spülflüssigkeit in den Ecken einer Geschirrspülmaschine
durch die Anbringung eines einzigen Hilfssprüharms zu verbessern. Der genannte Hilfssprüharm
ist drehbar auf einem Ende des Hauptsprüharms gelagert. Er streicht aufgrund der Zentrifugalkraft,
die durch die Rotation des Hauptsprüharms verursacht ist, jeweils an den Wänden des
Spülraums entlang. Auch bei dieser Lösung ist der Gesamtwasserverbrauch sehr hoch,
da sich der Hilfssprüharm außerhalb der Ecken des Spülraumes, in gewinkelter Stellung
an der Wand bewegt und somit eine große Menge an Spülflüssigkeit in wandnahen Bereichen
abgeführt wird, wo sie nicht benötigt wird.
[0005] Die deutsche Offenlegungsschrift DE 198 32 982 A1 verbessert die Reinigungswirkung
in den Eckbereichen und verhindert einen hohen Wasserverbrauch, indem ein speziell
ausgebildeter Sprüharm verwendet wird. Er weist zwei getrennte Hohlkanäle auf, wobei
jeder Hohlkanal mindestens zu einer Sprühdüse und insbesondere ein Hohlkanal zu mindestens
einer Eckdüse am Ende des Sprüharms führt. Dabei ist der Hohlkanal zu den Eckdüsen
so ausgebildet, dass eine Besprühung des Spülgutes durch die Eckdüse, nur in den Eckbereichen
der Spülmaschine möglich ist.
[0006] Die vorgestellten Lösungen verbessern die Reinigungswirkung des Spülguts in den Eckbereichen
durch zusätzliche Sprüharme oder Modifikationen an bestehenden Besprühungsarmen. Sie
sind besonders aufwendig und verursachen hohe Kosten in der Fertigung und/oder im
Betrieb der Spülmaschine.
[0007] Der Erfindung stellt sich somit die Aufgabe, ein Verfahren zum Spülen von Spülgut
in einer mikroprozessorgesteuerten Spülmaschine zu offenbaren, mit welchem ohne aufwendige
konstruktive Modifikationen am Besprühungssystem, beispielsweise Sprühdüse und Sprüharm,
auch in den Eckbereichen im Spülbehälter in einem Geschirrkorb angelegtes Spülgut
optimal gereinigt werden kann.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren kann alleine mit den bereits vorhandenen Bauteilen
einer mikroprozessorgesteuerten Spülmaschine, die eine Sprüharmsensierung aufweist,
durchgeführt werden. Es führt kostengünstig und einfach zu einer verbesserten Reinigungswirkung
in den Ecken der Spülmaschine.
[0010] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0011] Hier werden Möglichkeiten zur Steuerung des Drucks des Sprühstrahls aufgeführt. Eine
Möglichkeit den Druck über die Pumpenleistung, die im physikalischen Zusammenhang
zur Pumpendrehzahl steht, zu steuern, ist besonders vorteilhaft, wenn die Geschirrspülmaschine
mit einer modernen Pumpenelektronik; wie sie aus der Patentschrift DE 195 13 352 A1
bekannt ist, ausgestattet ist.
[0012] Besonders vorteilhaft erweist sich hierbei ein relativ geringer Wasserverbrauch gegenüber
einem Intensivspülprogramm, bei dem die Pumpendrehzahl während des gesamten Programms
erhöht ist.
[0013] Nach einer weiteren Möglichkeit kann der Sprühdruck sehr einfach durch Veränderung
der Strömungsgeometrie der Wasserwege zum Sprühraum realisiert werden. Hierbei bietet
es sich an, den Austrittsquerschnitt der Rohrleitung, beispielsweise durch ein Elektromagnetventil,
bei unverminderter Pumpendrehzahl immer dann kurzzeitig zu reduzieren, wenn die Enden
des Sprüharms auf die Eckbereiche der Spülmaschine zeigen. Die oben beschriebenen
Beispiele zur Drucksteuerung verdeutlichen, dass alleine durch einfache Mittel, die
Reinigungswirkung durch das erfindungsgemäße Verfahren in den Eckenbereichen des Spülraums
verbessert wird.
[0014] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine programmgesteuerte Spülmaschine mit einem Spülbehälter und Sprüharmen in vereinfachter
schematischer Darstellung,
- Figur 2
- den Spülbehälter im Querschnitt mit einem Sprüharm in der Draufsicht sowie eine Steuerung
für den Sprühstrahldruck in den Spülraum
- Figur 3
- ein Diagramm über einen Druckverlauf der Spülflüssigkeit in Abhängigkeit der Drehposition
des Sprüharms.
[0015] Die in Figur 1 dargestellte Geschirrspülmaschine (1) weist in einem rechteckigen
Spülraum (2) zwei übereinander angeordnete Geschirrkörbe (3,4) auf, wobei oberhalb
des Oberkorbs (4) eine Besteckschublade (5) angeordnet ist. Alternativ ist es auch
bekannt, an Stelle der Besteckschublade (5) einen Besteckkorb in einem der Geschirrkörbe
(3,4) zu integrieren. Unter dem Ober- (4) und Unterkorb (3) ist jeweils im eckigen
Spülbehälter ein Sprüharm (7,8) drehbar auf einer wasserführenden Achse (6a, 6b) gelagert,
wobei ein dritter Sprüharm (9) auf einer weiteren Achse (6c) oberhalb der Besteckschublade
(5) rotiert.
[0016] Die drehbaren Sprüharme (7,8,9) sind mit Sprühdüsen (13) versehen, die so angeordnet
sind, dass das gesamte Spülgut in den Körben (3,4,5) von der aus den Düsen austretenden
Spülflüssigkeit beaufschlagt wird. Dabei werden die Sprüharme (7 bis 9) von einer
Umwälzpumpe (11) über Rohrleitungen (10) mit Spülflüssigkeit versorgt. Die Umwälzpumpe
(11) ist über eine Rohrleitung mit dem tiefsten Punkt des quaderförmigen Spülraums
(2) verbunden und saugt das dort gesammelte Wasser über an sich bekannte Filter an
und drückt es erneut durch die Düsen (13) der Sprüharme (7,8,9), wobei eine sich aus
dem Spülflüssigkeitsaustritt einstellende Rückstosskraft zur Rotation der Sprüharme
(7,8,9) führt. Die sehr vereinfacht dargestellte Geschirrspülmaschine (1) besitzt
zur Erkennung der Drehposition des Sprüharms (8) eine in Figur 2 dargestellte Sensor-
und Auswerteeinrichtung (14). Diese Einrichtung (14) besteht aus mindestens einem
Aktor und einem Sensor. Als Aktor wird ein Permanent-Magnet (PM) am Ende eines Sprüharmes
(7,8,9) beispielsweise am Sprüharm (8) platziert. Zur Sprüharmsensierung ist ein als
Sensor ausgebildeter magnetempfindlicher Detektor (D) an der Maschinentür (12) mittig
angeordnet. Die mittige Anordnung ist vorteilhaft, da der Abstand zwischen der Kreisbahn,
auf der sich der Magnet (PM) mit dem Sprüharm (8) bewegt, und den Wänden des Spülraums
(2) an dieser Position minimal ist, so dass der Detektor (D) ein klares Signal vom
Magneten (PM) erhält.
[0017] Das Signal wird zur Auswertung an die Mikroprozessor-Steuerung (µc) der Geschirrspülmaschine
geleitet. Diese überprüft mit dem Signal die Rotation des Sprüharms. Weiter überwacht
die Mikroprozessor-Steuerung (µc) die Position des Sprüharms (8). Hierzu wird die
Zeitdifferenz zwischen zwei Signalen ausgewertet. Aus der Zeitdifferenz und der bekannten
Umlaufstrecke des Magneten (PM) berechnet die Mikroprozessor-Steuerung (µc) die Positionen
an denen sich bei ungestörter Sprüharmrotation die Sprüharmenden jeweils in den Eckbereichen
(E) des Spülraums (2) befinden.
[0018] Selbstverständlich kann die Positionserkennung auch mit mehreren Sensoren und / oder
Aktoren ausgeführt werden. Beispielsweise könnte der Beginn von Eckbereichen (E) durch
Detektoren (D) so markiert werden, dass eine Zeitmessung zwischen zwei Signalen nicht
notwendig ist.
[0019] Das hier verwendete Erkennungsverfahren wird dazu genutzt, den in Figur 3 vereinfacht
dargestellten Sprühdruck (p) der Spülflüssigkeit dann zu erhöhen, wenn der Sprüharm
(8) kritische Eckbereiche (E) des Spülraums (2) durchfährt, um so eine optimale Reinigungswirkung
zu erreichen. Das in den Eckbereichen (E) in Körben (3,4,5) angeordnete Spülgut wird
nun mit erhöhtem Sprühdruck (p) getroffen, wobei die daraus resultierende Höhe des
Sprühstrahls erhöht und das gesamte Spülgut mit genügend Spülflüssigkeit benetzt wird.
[0020] Dabei wird in vorteilhafter Weise, wie Figur 3 zeigt, der Sprühdruck (p) von einem
Normaldruck (p
0) in Eckbereichen (E) so erhöht, dass er sein Maximum (p
max) genau dann erreicht, wenn ein Ende des Sprüharms (8) auf eine Ecke der Spülmaschine
(1) zeigt. An dieser Position ist ein erhöhter Sprühdruck (p) wichtig, da hier der
Abstand zwischen den Ecksprühdüsen (13) und dem in den Ecken angeordnetem Spülgut
maximal ist.
[0021] Das beispielhafte Diagramm des Druckverlaufs (p) gemäß Figur 3 zeigt ein sehr einfaches
lineares Druckprofil, welches in den Eckbereichen (E) einen gleichmäßigen An- und
Abstieg aufweist. Natürlich führt auch eine Vielzahl anderer Druckverläufe, die ein
Maximum in den Eckbereichen (E) aufweisen, zu der verbesserten Reinigungswirkung.
So ist beispielsweise auch ein Druckverlauf denkbar, der proportional dem jeweiligen
Abstand vom Sprüharmende zur Spülbehälterwand ist.
[0022] Zur Steuerung des Sprühdrucks (p) wird das von der Mikroprozessor-Steuerung (µc)
ausgewertete Signal zur Pumpenelektronik (PE) geleitet. Die Pumpenelektronik (PE)
reguliert dabei mit an sich bekannten Maßnahmen, wie
- Spannungsmuster
- Frequenzsteuerung oder
- Wicklungsanzapfung mit Feldschwächung
den Sprühdruck über die Drehzahl der Umwälzpumpe (11). Diese hat beispielsweise ein
Grundniveau von ca. 2500U/min, welches in den Eckbereichen (E) bis auf ungefähr 2800U/min
erhöht wird.
[0023] Abweichend zum oben beschriebenen Verfahren zur Drucksteuerung kann natürlich auch
der Sprühdruck durch Modifikationen an den Strömungsgeometrien, wie:
- Rohrzuleitungen
- Kanal der Drehachse des Sprüharms
- Kanal des Sprüharms
- Querschnittsfläche von mindestens einer Sprühdüse
reguliert werden, wobei alle in dieser Anmeldung genannten Verfahren zur Drucksteuerung
auch kombiniert werden können.
1. Verfahren zum Spülen von Spülgut in einer mikroprozessorgesteuerten Geschirrspülmaschine
(1), mit mindestens einem Sprüharm (7,8,9), der Sprühdüsen (13) aufweist und in einem
rechteckigen Spülraum (2) drehbar auf einer Achse gelagert ist, wobei der Sprüharm
(7,8,9) von einer Umwälzpumpe (11) über eine Rohrleitung (10) mit Spülflüssigkeit
gespeist wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der rotierende Sprüharm (7,8,9) jeweils beim Durchlaufen der Eckbereiche (E) des
Spülraumes (2) mit erhöhtem Sprühdruck gegenüber einem Normalsprühdruck betrieben
wird.
2. Verfahren nach Anspruch1,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Sensor- und Auswerteeinrichtung (14) vorgesehen ist, die aus der Rotationsbewegung
des Sprüharmes (7,8,9) den Zeitpunkt ermittelt, wann der Sprüharm (7,8,9) in die Eckbereiche
(E) zeigt und dass in den Eckbereichen (E) die Spülflüssigkeit aus den Sprühdüsen
(13) des rotierenden Sprüharms (7,8,9) mit erhöhtem Druck in den Spülraum (2) eingesprüht
wird.
3. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Druck beim Einsprühen der Spülflüssigkeit in den Eckbereichen (E) durch Erhöhung
der Pumpenleistung vergrößert wird.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Druck beim Einsprühen der Spülflüssigkeit in den Eckbereichen (E) durch Veränderungen
der Strömungsgeometrien, vorzugsweise in der Rohrleitung (10), vergrößert wird.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sprühdruck in den Eckbereichen (E) kontinuierlich erhöht wird.
6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sprühdruck in den Eckbereichen (E) sprunghaft erhöht wird.
7. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sprühdruck proportional zu dem jeweiligen Abstand vom Sprüharmende zur Spülbehälterwand
gesteuert wird.