(19)
(11) EP 1 253 258 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
30.10.2002  Patentblatt  2002/44

(21) Anmeldenummer: 02000435.4

(22) Anmeldetag:  08.01.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E04C 3/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK RO SI

(30) Priorität: 25.04.2001 DE 20107101 U

(71) Anmelder: Haniel Baustoff-Industrie Kalksandstein GmbH
D-47119 Duisburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Herr van den Brink, Boudewijn
    B-3530 Houthalen-Helchteren (BE)

(74) Vertreter: Röther, Peter, Dipl.-Phys. 
Patentanwalt Vor dem Tore 16a
47279 Duisburg
47279 Duisburg (DE)

   


(54) Sturz


(57) Bei einem Sturz für Gebäudeöffnungen wie Fenster oder Türen, auf den mindestens eine Schicht aus Kalk-Sand-Planelementen oder Teilstücken hiervon aufmauerbar ist, die in ihrer nach unten weisenden Standfläche eine ihre gesamte Länge durchsetzende Nut aufweisen, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Sturz ein die Gebäudeöffnung beidseitig überbrückendes profiliertes Blech ist, dessen Breite in etwa der Dicke der Planelemente entspricht, wobei die Profilierung komplementär zur Profilierung der Nut im Planelement ausgebildet ist.


Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Sturz für Gebäudeöffnungen wie Fenster oder Türen, auf den mindestens eine Schicht aus Kalk-Sand-Planelementen oder Teilstücken hiervon aufmauerbar ist, die in ihrer nach unten weisenden Standfläche eine ihre gesamte Länge durchsetzende Nut aufweisen.

[0002] Die Verwendung von Standard-Kalksand-Planelementen hat zu einer starken Rationalisierung im Bauwesen geführt. Infolge der Größe der Planelemente und der durch geeignete Maschinen leichte Bauvorgang führt dazu, daß die Wände eines Gebäudes in relativ kurzer Zeit hochgezogen werden können.

[0003] Bei Fenster- oder Türöffnungen ergibt sich jedoch infolge der Norm-Abmessungen der Elemente ein Problem bei der Ummauerung bzw. Aufmauerung des Fenster- bzw. Türsturzes.

[0004] Früher wurde ein derartiger Sturz an Ort und Stelle in Stahlbeton gegossen, bevor man dazu überging, vorgefertigte Stahlbetonstürze zu verwenden. Auch zum Kalksandstein-System passende Stürze aus dem gleichen jedoch verstärkten Material sind bekannt. Neben und oberhalb des Sturzes müssen jedoch nach wie vor aus Standardelementen gesägte passende Teilelemente vermauert werden, um die Höhe des Sturzes auszugleichen.

[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, einen Sturz der eingangs genannten Art zu auszubilden, daß er einen stabilen Abschluß der Wandöffnung bildet, gleichzeitig aber die Kontinuität der einzelnen Planelementschichten nicht sonderlich stört.

[0006] Die Erfindung löst diese Aufgabe gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 dadurch, daß der Sturz ein die Gebäudeöffnung beidseitig überbrückendes profiliertes Blech ist, dessen Breite in etwa der Dicke der Planelemente entspricht, wobei die Profilierung komplementär zur Profilierung der Nut im Planelement ausgebildet ist.

[0007] Die Nuten in den Planelementen haben ursprünglich einen anderen Zweck als bei dem erfindungsgemäßen Vorgehen.

[0008] Auf der der Nutseite gegenüberliegenden Planelementfläche sind Vertiefungen vorgesehen, in die Kunststoffzapfen eingesetzt werden können, die beim Aufsetzen eines nachfolgenden Planelementes eine selbständige Zentrierung der beiden übereinanderliegenden Planelementschichten bewirkt.

[0009] Erfindungsgemäß macht man sich diese durchgängige Nut an der Unterseite des Planelementes zunutze, um eine formschlüssige Verbindung zwischen dem als Sturz dienenden Metallprofil und der darüber angeordneten Schicht von Planelementen zu bewirken.

[0010] Die Dicke des Metallprofils bzw. des Blechstreifens kann durch eine etwas breitere Längsfuge zwischen der Planelementschicht, auf dem der Sturz aufliegt, und der darüberliegenden Schicht ausgeglichen werden.

[0011] Gemäß Anspruch 2 kann der Sturz aus einem in einer Presse geformten Blech bestehen.

[0012] Er kann jedoch auch gemäß Anspruch 3 aus einem ebenen Blechstreifen bestehen, auf den das zur Nutprofilierung komplementäre Profil aufgeschweißt ist.

[0013] Gemäß einer weiteren Alternative kann dieses aufgeschweißte Profil auch stückweise ausgebildet sein, wodurch Material gespart werden kann.

[0014] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Zeichnungen dargestellt und erläutert.

[0015] Es zeigen:
Fig.1:
schematisch eine Wand mit einer Türöffnung,
Fig. 2:
Schnitt entlang der Linie A-A aus Fig. 1,
Fig. 3:
erste Alternative eines Sturzes,
Fig. 4:
zweite Alternative eines Sturzes.


[0016] In der Fig. 1 ist in abgebrochener Darstellung und schematisiert eine aus Kalksand-Planelementen aufgezogene Wand dargestellt und allgemein mit dem Bezugszeichen 1 versehen.

[0017] Die Planelemente 2 sind von Schicht zu Schicht versetzt zueinander angeordnet, so daß die die Türöffnung 3 bildenden Schichten wechselweise aus einem Standard-Planelement 2 und einem sogenannten Pass-Stein 4 gebildet wird. Die Türöffnung 3 wird überbrückt von einem Sturz 5, der - wie aus den Figuren 3 und 4 hervorgeht - aus einem profilierten Blech besteht.

[0018] Das Profil dieses Bleches ist komplementär zur Unterseite des Planelementes 4, in der eine die gesamte Länge des Elementes durchsetzende Nut 6 vorgesehen ist. Die Dicke des Blechs 5 wird durch eine etwas stärkere Längsfuge 7 zwischen den beiden Planelement-Schichten ausgeglichen.

[0019] In den Figuren 2 und 3 ist der Sturz 5 als in einer Presse geformtes Profil verwirklicht, während in der Fig. 4 als zweite Alternative der Sturz 5 aus einem ebenen Blechteil 8 und dem darauf geschweißten eigentlichen Profil 9 zusammengesetzt ist.

[0020] Die Profilform in den Zeichnungen ist schematisiert. Andere Formen sind denkbar.


Ansprüche

1. Sturz für Gebäudeöffnungen wie Fenster oder Türen, auf den mindestens eine Schicht aus Kalk-Sand-Planelementen oder Teilstücken hiervon aufmauerbar ist, die in ihrer nach unten weisenden Standfläche eine ihre gesamte Länge durchsetzende Nut aufweisen,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Sturz (5) ein die Gebäudeöffnung (3) beidseitig überbrückendes profiliertes Blech ist, dessen Breite in etwa der Dicke der Planelemente (2,4) entspricht, wobei die Profilierung komplementär zur Profilierung (9) der Nut (6) im Planelement (2,4) ausgebildet ist.
 
2. Sturz nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilierung (9) in das Blech eingeformt ist.
 
3. Sturz nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilierung (9) auf ein ebenes Blech (8) aufgeschweißt ist.
 
4. Sturz nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Profilierung (9) lediglich stückweise ausgebildet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht