[0001] Eine Vorrichtung zur Herstellung von Querwellen an einem Metallrohr zählt durch die
DE 28 51 944 C2 zum Stand der Technik. Hierbei sind innerhalb eines Gehäuses insgesamt
drei hydraulisch beaufschlagbare Kolben-Zylinder-Einheiten angeordnet. Hiervon dient
eine Kolben-Zylinder-Einheit der Fixierung eines Metallrohrs, eine weitere Kolben-Zylinder-Einheit
der Erzeugung einer Querwelle am Metallrohr und die dritte Kolben-Zylinder-Einheit
dem Vorschub des mit einer Querwelle versehenen Metallrohrs um eine Querwellenteilung.
Das Gehäuse wird ferner von einem zentralen kanalisierten Kernzapfen durchsetzt, der
am freien Ende einen Zapfenkolben aufweist. Dieser wirkt mit zur Längsachse des Kernzapfens
radial verstellbaren Formbacken zur Bildung der Querwellen als Bestandteile einer
Spanneinheit zusammen.
[0002] Zur Veränderung des Hubs der die Querwellen erzeugenden Kolben-Zylinder-Einheit sind
mechanische Anschläge vorgesehen. Hierüber wird der Außendurchmesser der Querwellen
eingestellt. Bei einer Änderung der Form der Querwellen müssen auch die Anschläge
verändert werden. Der Vorschub des mit Querwellen versehenen Metallrohrs ist ebenfalls
nur dadurch veränderbar, dass der entsprechenden Kolben-Zylinder-Einheit mechanische
Anschläge zugeordnet sind. Hierdurch wird die Teilung der Querwellen beeinflusst.
Eine Änderung ist nur durch ein aufwendiges Verstellen der Anschläge möglich. Die
die Verspannung des Metallrohrs gewährleistende Kolben-Zylinder-Einheit wirkt mit
einer aufwendig gestalteten mehrfingrigen Spannpatrone zusammen.
[0003] Soll die Wellenform geändert werden, ist es notwendig, die Spanneinheit mit den Formbacken
vom Gehäuse zu demontieren und nach dem Austausch der Formbacken wieder neu zu montieren.
[0004] Auf Grund des komplizierten Gesamtaufbaus ist eine entsprechend aufwendige Wartung
im Hinblick auf die vielfältigen Möglichkeiten des Undichtwerdens der diversen Kolben-Zylinder-Einheiten
notwendig.
[0005] Zum Stand der Technik zählt ferner die DE 30 04 838 A1. Hierbei wird ein Querwellenpaket
in einem Arbeitsgang hergestellt. Dies bedeutet eine sehr teure und aufwendige Ausführung,
da die einzelnen Querwellenscheiben über Haltebolzen axial verbunden sein müssen und
über Führungselemente entsprechend dem Stauchvorgang zusammen geschoben werden. Dies
hat den Nachteil, dass bei Änderung der Form der Querwellen und der Abstände relativ
große Vorrichtungsänderungen notwendig sind. Auch der Vorgang der Querwellung ist
nicht genau steuerbar. Es kommt wiederholt zu Verkantungen der Querwellenscheiben
und dadurch zum Ausschuss.
[0006] Gemäß dem Vorschlag der EP 0 395 042 B1 können zwar einzelne Querwellen erzeugt werden.
Aber auch hier ist eine relativ aufwendige Vorrichtung notwendig. Die Stauchbewegung
und die Teilung der Querwellen werden über getrennte Verfahreinrichtungen ausgeführt,
die auch getrennt gesteuert werden müssen. Das bedeutet eine sehr aufwendige und teure
Vorrichtungsausführung. Die Steuerung des Durchmessers der Querwellen wird durch einen
Sensor durchgeführt. Außerdem muss ein Abdichtmittel eingeführt werden, das mit Druck
beaufschlagt wird und dadurch eine Flüssigkeitsdruckkammer mit einer vorbestimmten
Länge bildet. Auch dies ist eine sehr teure Ausführungsform.
[0007] Der Erfindung liegt - ausgehend vom Stand der Technik - die Aufgabe zugrunde, eine
Vorrichtung zur Herstellung von Querwellen an einem Metallrohr zu schaffen, die einfach
und kostengünstig herstellbar sowie in der Handhabung einfach ist und welche auch
schnell umgerüstet werden kann.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe besteht nach der Erfindung in den Merkmalen des Patentanspruchs
1.
[0009] Ein wesentliches Merkmal der Erfindung ist die Reduzierung der bislang erforderlichen
Anzahl an Kolben-Zylinder-Einheiten auf einen einzigen Vorschubzylinder. Mit Hilfe
dieses Vorschubzylinders, der gut zugänglich und damit wartungsfreundlich ist, kann
jetzt sowohl der Stauchvorgang zur Erzeugung einer Querwelle als auch axiale Verlagerung
des Metallrohrs nach Erzeugung einer Querwelle durchgeführt werden.
[0010] Die Fixierung des Metallrohrs am Spannkolben des Rohrdorns erfolgt durch Bestandteil
eines Spannaggregats (nachfolgend als 2. Spannaggregat bezeichnet) bildende Haltewerkzeuge,
die radial zur Mittelachse des 2. Spannaggregats verlagerbar und somit gut zugänglich
sowie wartungsfreundlich sind.
[0011] Das 2. Spannaggregat ist mit Hilfe des Vorschubzylinders an zwei im Abstand nebeneinander
sich erstreckenden Längsführungen verkantungsfrei verlagerbar. Die Längsführungen
erstrecken sich zwischen einer Widerlagerkonsole und einem 1. Spannaggregat mit Formwerkzeugen
für die Querwellen. Die Mittelachse dieses wie die Widerlagerkonsole auf einem Grundgestell
lösbar befestigten 1. Spannaggregats erstreckt sich koaxial zu der Mittelachse des
verlagerbaren 2. Spannaggregats.
[0012] Der mit dem 2. Spannaggregat gekoppelte Rohrdorn ist auf einem Innendorn gleitend
verlagerbar, der an der Widerlagerkonsole festgelegt ist und endseitig einen Stützkolben
aufweist, der mit den Formwerkzeugen zusammenwirkt.
[0013] Beide Spannaggregate sind bis auf die Form- und Haltewerkzeuge identisch aufgebaut,
so dass sich eine Herstellungsvereinfachung ergibt.
[0014] Zur Herstellung von Querwellen wird ein Metallrohr über die der Widerlagerkonsole
abgewandte Seite des ortsfesten 1. Spannaggregats durch dieses und durch das verlagerbare
2. Spannaggregat bei radial nach außen verlagerten Form- und Haltewerkzeugen eingeführt.
Der axiale Abstand der beiden Spannaggregate ist hierbei auf die Breite und den Durchmesser
der zu erzeugenden Querwelle abgestimmt.
[0015] Anschließend werden die Form- und Haltewerkzeuge radial einwärts verlagert, bis das
Metallrohr einerseits zwischen dem Spannkolben des Rohrdorns und den Haltewerkzeugen
und andererseits zwischen dem Stützkolben und den Formwerkzeugen eingespannt ist.
Nunmehr wird über den Innendorn Druckfluid in den Formraum zwischen dem Spannkolben,
dem Innendorn, dem Rohrdorn und dem Metallrohr eingebracht und gleichzeitig wird das
2. Spannaggregat in Richtung auf das 1. Spannaggregat bewegt. Hierbei bildet sich
dann die Querwelle entsprechend der Kontur der Formwerkzeuge und gegebenenfalls auch
der Haltewerkzeuge aus.
[0016] Ist die Querwelle erzeugt, wird der Druck im Formraum abgebaut und es werden anschließend
die Formwerkzeuge sowie die Haltewerkzeuge radial nach außen verlagert. Danach wird
das 2. Spannaggregat um den Betrag in Richtung zur Widerlagerkonsole bewegt, wie Material
am Metallrohr zur Ausbildung einer neuen Querwelle erforderlich ist. Im Anschluss
daran erfolgen die Bewegungsvorgänge, wie sie voraufgehend zur Erzeugung einer Querwelle
erläutert worden sind.
[0017] Die Längsführungen für das 2. Spannaggregat können aus Rohren oder Stangen kreisring-
bzw. kreisförmigen Querschnitts bestehen. Denkbar sind aber auch mehrkantige Querschnitte.
Entsprechend sind dann auch die Führungsausnehmungen in dem 2. Spannaggregat gestaltet.
[0018] Eine vorteilhafte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht in den
Merkmalen des Patentanspruchs 2. Danach sind sowohl die Formwerkzeuge des 1. Spannaggregats
als auch die Haltewerkzeuge des 2. Spannaggregats in jeweils 90° Versetzung umfangsseitig
der Mittelachsen der Spannaggregate in Gleitbacken lösbar befestigt, von denen jede
Gleitbacke mit einem hydraulisch beaufschlagbaren Spannzylinder verbunden ist. Eine
derartige Bauart führt zu einer weiteren Vereinfachung im Hinblick auf identische
Bauteile. Eine Veränderung der Querwellen ist lediglich durch einen Austausch der
Form- und Haltewerkzeuge möglich. Hierbei ist es durchaus denkbar, dass auch Querwellen
mit einem omegaförmigen Querschnitt problemlos erzeugt werden können. Durch die 90°
Versetzung der Formwerkzeuge umfangsseitig der Mittelachse des 1. Spannaggregats können
diese einfach hergestellt werden, wobei dennoch über den gesamten Umfang ein Formschluss
mit der äußeren Oberfläche des Metallrohrs erreicht wird.
[0019] Um die Form- und Haltewerkzeuge problemlos an den Gleitbacken austauschen zu können,
kann der Vorschubzylinder so beaufschlagt werden, dass das 1. und das 2. Spannaggregat
ausreichend weit auseinander gefahren werden können.
[0020] Um dem 2. Spannaggregat und dem damit gekoppelten zentralen Rohrdorn eine ausreichende
Verwindungssteifheit zu geben, ist entsprechend den Merkmalen des Patentanspruchs
3 das 2. Spannaggregat über zwei Längsstreben mit einer von den Längsführungen durchsetzten
Traverse verbunden, von der aus sich der Rohrdorn bis in das 2. Spannaggregat erstreckt.
Die Längsstreben können bevorzugt aus schmalen hochkant gestellten Leisten gebildet
sein, die sich zwischen dem 2. Spannaggregat und der ebenfalls aus einer hochkant
gestellten Leiste gebildeten Traverse erstrecken. Die Verbindung erfolgt bevorzugt
durch Schweißen. Der Rohrdorn ist lösbar an die Traverse angesetzt. Sein Spannkolben
liegt innerhalb der Haltewerkzeuge. Die axiale Länge des Spannkolbens ist auf die
Breite der Haltewerkzeuge abgestellt. Der Bereich zwischen dem Spannkolben und der
Traverse des Rohrdorns ist im Durchmesser kleiner gehalten.
[0021] Auch die Traverse besitzt an die Längsführungen angepasste Ausnehmungen zur einwandfreien
Verlagerung des 2. Spannaggregats.
[0022] Besonders vorteilhaft ist es nach Patentanspruch 4, wenn das 2. Spannaggregat mit
einer Wegmesseinheit gekoppelt ist. Diese Wegmesseinheit kann z.B. aus einem sich
parallel zu den Längsführungen erstreckenden Stab bestehen, der eine Magnetspule am
2. Spannaggregat durchsetzt, so dass stets die Position des 2. Spannaggregats und
auch der von diesem zurückgelegte Weg feststellbar ist.
[0023] Eine besonders vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung wird in den Merkmalen des
Patentanspruchs 5 erblickt. Danach sind der Vorschubzylinder, die Spannzylinder der
beiden Spannaggregate und die Wegmesseinheit mit einer hinsichtlich der Parameter
Verformungszeit, Verformungsdruck sowie Weg und Geschwindigkeit des 2. Spannaggregats
programmierbaren elektro-hydraulischen Steuereinheit gekoppelt.
[0024] Der Verformungsvorgang einer Querwelle kann somit hinsichtlich der Parameter Verformungszeit,
Verformungsdruck sowie Weg und Geschwindigkeit des 2. Spannaggregats nach einem vorgegebenen
Programm ablaufen und jederzeit durch eine gewünschte Programmänderung verändert werden.
[0025] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen veranschaulichten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in der Perspektive im Schema eine Vorrichtung zur Herstellung von Querwellen an einem
Metallrohr;
- Figur 2
- in vergrößerter Darstellung eine Draufsicht auf einen Teil der Vorrichtung der Figur
1;
- Figur 3
- eine Seitenansicht der Darstellung der Figur 2 in Richtung des Pfeils III gesehen;
- Figur 4
- eine Stirnansicht auf die Darstellung der Figur 3 in Richtung des Pfeils IV gesehen
und
- Figuren 5 bis 11
- in vergrößerter Darstellung im vertikalen Längsschnitt den Wellungsbereich der Vorrichtung
der Figuren 1 bis 4 in verschiedenen Verformungssituationen.
[0026] In den Figuren 1 bis 4 ist eine Vorrichtung 1 zur Herstellung von Querwellen an einem
Metallrohr 2 veranschaulicht. Das Metallrohr 2 kann aus Stahl bestehen. Denkbar sind
aber auch andere Werkstoffe.
[0027] Die Vorrichtung 1 umfasst zwei auf einem Grundgestell GG angeordnete Spannaggregate
3, 4. Die Spannaggregate 3, 4 sind sternförmig gestaltet, wobei in 90° Versetzung
umfangsseitig hydraulisch beaufschlagbare Spannzylinder 5 vorgesehen sind. Die Spannzylinder
5 sind in nicht näher dargestellter Weise mit zu den Mittelachsen 6, 7 der Spannaggregate
3, 4 verlagerbaren Gleitbacken 8 verbunden. Die Gleitbacken 8 sind in der Figur 1
angedeutet. Insoweit sind die beiden Spannaggregate 3, 4 identisch aufgebaut.
[0028] Von den bezüglich ihrer Mittelachsen 6, 7 koaxial zueinander ausgerichteten Spannaggregaten
3, 4 ist ein 1. Spannaggregat 3 lösbar auf dem Grundgestell GG befestigt. Dieses 1.
Spannaggregat 3 ist über zwei im parallelen Abstand nebeneinander verlaufende Längsführungen
9 in Form von Führungsstangen mit einer Widerlagerkonsole 10 verbunden, welche ebenfalls
lösbar auf dem Grundgestell GG befestigt ist. Auf den Längsführungen 9 ist das 2.
Spannaggregat 4 verlagerbar. Das 2. Spannaggregat 4 ist über zwei im Abstand nebeneinander
verlaufende, hochkant gestellte leistenartige Längsstreben 11 mit einer Traverse 12
verbunden, die ebenfalls an den Längsführungen 9 zwangsverlagerbar ist und aus einer
hochkant gestellten Leiste besteht.
[0029] Unterhalb der Längsführungen 9 ist am Grundgestell GG ein hydraulisch beaufschlagbarer
Vorschubzylinder 13 mit seinem Zylindergehäuse 14 lösbar fixiert. Die Kolbenstange
15 des Vorschubzylinders 13 ist über ein Verbindungsgelenk 16 an das 2. Spannaggregat
4 angeschlagen.
[0030] Von der Traverse 12 aus erstreckt sich ein Rohrdorn 17 bis zum 2. Spannaggregat 4
(Figur 2). Wie auch die Figuren 5 bis 11 erkennen lassen, ist das im Bereich des 2.
Spannaggregats 4 liegende freie Ende des Rohrdorns 17 im Durchmesser erweitert und
als Spannkolben 18 ausgebildet.
[0031] Der Rohrdorn 17 gleitet auf einem Innendorn 19, der sich von der Widerlagerkonsole
10 aus durch das 2. Spannaggregat 4 bis in das 1. Spannaggregat 3 erstreckt. Im Bereich
des 1. Spannaggregats 3 ist der Durchmesser des Innendorns 19 vergrößert und der Endabschnitt
ist als Stützkolben 20 ausgebildet. Der Stützkolben 20 weist einen zylindrischen Längenbereich
21 und einen vorgelagerten konischen Längenbereich 22 auf (Figuren 5 bis 11).
[0032] Der Spannkolben 18 wirkt mit Haltewerkzeugen 23 zusammen, die in den Gleitbacken
8 des 2. Spannaggregats 4 lösbar befestigt und stirnseitig an die äußere Kontur des
Metallrohrs 2 angepasst sind.
[0033] Der Stützkolben 20 wirkt mit Formwerkzeugen 23 zusammen, die in den Gleitbacken 8
des 1. Spannaggregats 3 lösbar befestigt sind. Wie hierbei die Figuren 5 bis 11 erkennen
lassen, besitzen die Formwerkzeuge 24 segmentartige Stege 25, die stirnseitig gerundet
sind. Die Segmentstege 25 umschließen das zu verformende Metallrohr 2 über den gesamten
Umfang, wie dies insbesondere aus der Figur 4 erkennbar ist. Durch die Formgebung
der Segmentstege 25 und durch die neben den Segmentstegen 25 liegenden Ausnehmungen
26 in den Formwerkzeugen 24 können in Verbindung mit den Haltewerkzeugen 23 Querwellen
27 am Metallrohr 2 erzeugt werden, wie sie insbesondere aus der Figur 11 erkennbar
sind.
[0034] Wie die Figuren 5 bis 11 ferner zeigen, ist der Innendorn 19 mit einem Längskanal
28 versehen, der über die Widerlagerkonsole 10 an eine hydraulische Hochdruckquelle
29 angeschlossen ist, wie sie schematisch aus der Figur 1 hervorgeht. Benachbart des
Stützkolbens 20 am Innendorn 19 ist mindestens ein Querkanal 30 vorgesehen, welcher
die gesamte Wanddicke des Innendorns 19 durchsetzt und mit dem Längskanal 28 fluidüberleitend
verbunden ist.
[0035] Aus den Figuren 2 und 3 ist noch erkennbar, dass im Bereich des 2. Spannaggregats
4 eine Wegmesseinheit 31 vorgesehen ist. Die Wegmesseinheit 31 umfasst eine sich nahezu
bis zum 1. Spannaggregat 3 erstreckende Stange 32, die eine Magnetspule 33 am 2. Spannaggregat
4 durchsetzt.
[0036] Die Hydraulikquelle 34 für den Vorschubzylinder 13 und die Spannzylinder 5 ist aus
der Figur 1 erkennbar.
[0037] Der Vorschubzylinder 13, die Spannzylinder 5 und die Wegmesseinheit 31 sind in nicht
näher dargestellter Weise gemäß Figur 1 mit einer hinsichtlich der Parameter Verformungszeit,
Verformungsdruck sowie Weg und Geschwindigkeit des 2. Spannaggregats 4 programmierbaren
elektro-hydraulischen Steuereinheit 35 gekoppelt, die sich auf dem Grundgestell GG
befindet.
[0038] Die Wirkungsweise der vorstehend beschriebenen Vorrichtung 1 ist wie folgt:
Zunächst wird bei in Richtung zur Widerlagerkonsole 10 verfahrenem 2. Spannaggregat
4 (Figuren 1 bis 3) ein zu wellendes Metallrohr 2 von der Stirnseite des 1. Spannaggregats
3 her zwischen die Formwerkzeuge 24 eingeführt. Dazu sind die Formwerkzeuge 24 mit
Hilfe der Spannzylinder 5 relativ zur Mittelachse 6 des 1. Spannaggregats 3 radial
nach außen verlagert worden. Auch die Haltewerkzeuge 23 des 2. Spannaggregats 4 sind
über die Spannzylinder 5 relativ zur Mittelachse 7 radial nach außen verlagert worden.
Danach wird das 2. Spannaggregat 4 über den Vorschubzylinder 13 vorprogrammiert so
weit in Richtung des 1. Spannaggregats 3 verlagert, dass zwischen den Segmentstegen
25 der Formwerkzeuge 24 und den Haltewerkzeugen 23 ein Längenabschnitt 37 des Metallrohrs
2 zur Verfügung steht, welcher zur Erzeugung einer Querwelle 27 ausreicht (Figur 5).
[0039] Danach werden mit Hilfe der Spannzylinder 5 sowohl die Formwerkzeuge 24 des 1. Spannaggregats
3 als auch die Haltewerkzeuge 23 des 2. Spannaggregats 4 radial einwärts in Richtung
auf die Mittelachsen 6, 7 verlagert, bis sie das Metallrohr 2 fest am Stützkolben
20 und am Spannkolben 18 fixieren.
[0040] Die Fixierung ist in der Figur 5 durch die Pfeile PF schematisch dargestellt.
[0041] Im Anschluss daran wird über den Längskanal 28 sowie den Querkanal 30 im Innendorn
19 Hochdruckfluid in den Wellraum 36 umfangsseitig des Innendorns 19 eingebracht und
gleichzeitig wird das 2. Spannaggregat 4 mit Hilfe des Vorschubzylinders 13 in Richtung
auf das 1. Spannaggregat 3 verlagert (Pfeil PF1 in Figur 6). Der Rohrdorn 17 gleitet
dabei auf dem Innendorn 19. Die Fixierung des Metallrohrs 2 am Rohrdorn 17 mit Hilfe
der Haltewerkzeuge 23 bleibt gemäß dem Pfeil PF aufrecht erhalten. Hierbei wird durch
die an der Steuereinheit 35 vorprogrammierbaren Parameter Verformungszeit, Verformungsdruck
sowie Weg und Geschwindigkeit des 2. Spannaggregats 4 eine Querwelle 27 gemäß Figur
6 am Metallrohr 2 ausgebildet.
[0042] Ist die Querwelle 27 fertig ausgebildet, wird der Wellraum 36 über den Querkanal
30 und den Längskanal 28 vom Druck entlastet. Danach werden die Haltewerkzeuge 23
gemäß dem Pfeil PF2 der Figur 7 relativ zur Mittelachse 7 des 2. Spannaggregats 4
radial nach außen verlagert. Das Metallrohr 2 ist dann nicht mehr zwischen dem Spannkolben
18 und den Haltewerkzeugen 23 eingespannt. Somit kann jetzt mit Hilfe des Vorschubzylinders
13 das 2. Spannaggregat 4 bei weiterhin im 1. Spannaggregat 3 gemäß dem Pfeil PF fixiert
bleibendem Metallrohr 2 entsprechend dem Pfeil PF3 der Figur 8 um ein solches Maß
relativ zum 1. Spannaggregat 3 in Richtung zur Widerlagerkonsole 10 verlagert werden,
dass am Metallrohr 2 ein Längenabschnitt 37 verbleibt, welcher zur Bildung einer weiteren
Querwelle 27 ausreicht.
[0043] Im Anschluss daran werden die Formwerkzeuge 24 des 1. Spannaggregats 3 relativ zur
Mittelachse 6 radial nach außen verlagert (Pfeil PF4 gemäß Figur 9) und gleichzeitig
werden die Haltewerkzeuge 23 des 2. Spannaggregats 4 relativ zur Mittelachse 7 wieder
radial einwärts verlagert. Dabei wird das Metallrohr 2 wieder zwischen den Haltewerkzeugen
23 und dem Spannkolben 18 am Rohrdorn 17 verspannt. Auch dies ist wieder durch den
Pfeil PF5 in der Figur 9 veranschaulicht.
[0044] Durch entsprechende Beaufschlagung des Vorschubzylinders 13 wird dann das 2. Spannaggregat
4 gemäß dem Pfeil PF6 der Figur 10 bei weiterhin geöffnetem 1. Spannaggregat 3 in
Richtung auf das 1. Spannaggregat 3 verlagert, und zwar so weit, bis dass die Segmentstege
25 der Formwerkzeuge 24 gemäß dem Pfeil PF7 der Figur 10 hinter die erzeugte Querwelle
27 fassen können, wenn die Formwerkzeuge 24 gemäß der Figur 5 wieder relativ zur Mittelachse
6 des 1. Spannaggregats 3 relativ einwärts verlagert werden und das Metallrohr 2 am
Stützkolben 20 fixieren.
[0045] Im Anschluss daran erfolgt wiederum eine Verlagerung des 2. Spannaggregats 4 derart,
dass entsprechend den Darstellungen der Figuren 5 und 6 die nächste Querwelle 27 erzeugt
wird.
Bezugszeichenaufstellung
[0046]
- 1 -
- Vorrichtung
- 2 -
- Metallrohr
- 3 -
- 1. Spannaggregat
- 4 -
- 2. Spannaggregat
- 5 -
- Spannzylinder
- 6 -
- Mittelachse v. 3
- 7 -
- Mittelachse v. 4
- 8 -
- Gleitbacken
- 9 -
- Längsführungen
- 10 -
- Widerlagerkonsole
- 11 -
- Längsstreben
- 12 -
- Traverse
- 13 -
- Vorschubzylinder
- 14 -
- Zylindergehäuse v. 13
- 15 -
- Kolbenstange v. 13
- 16 -
- Verbindungsgelenk
- 17 -
- Rohrdorn
- 18 -
- Spannkolben an 17
- 19 -
- Innendorn
- 20 -
- Stützkolben
- 21 -
- zylindrischer Längenbereich v. 20
- 22 -
- konischer Längenbereich v. 20
- 23 -
- Haltewerkzeuge
- 24 -
- Formwerkzeuge
- 25 -
- Segmentstege v. 24
- 26 -
- Ausnehmungen in 24
- 27 -
- Querwellen
- 28 -
- Längskanal v. 19
- 29 -
- Hochdruckquelle
- 30 -
- Querkanal in 19
- 31 -
- Wegmesseinheit
- 32 -
- Stange v. 31
- 33 -
- Magnetspule an 4
- 34 -
- Hydraulikquelle
- 35 -
- Steuereinheit
- 36 -
- Wellraum
- 37 -
- Längenabschnitt v. 2
- GG -
- Grundgestell
- PF -
- Pfeile in Figur 5
- PF1 -
- Pfeil in Figur 6
- PF2 -
- Pfeil in Figur 7
- PF3 -
- Pfeil in Figur 8
- PF4 -
- Pfeil in Figur 9
- PF5 -
- Pfeil in Figur 9
- PF6 -
- Pfeil in Figur 10
- PF7 -
- Pfeil in Figur 10
1. Vorrichtung zur Herstellung von Querwellen (27) an einem Metallrohr (2), welche zwei
bezüglich ihrer Mittelachsen (6, 7) koaxial zueinander ausgerichtete Spannaggregate
(3, 4) für das Metallrohr (2) aufweist, von denen ein zu seiner Mittelachse (6) radial
verlagerbare Formwerkzeuge (24) besitzendes 1. Spannaggregat (3) auf einem Grundgestell
(GG) befestigt und über zwei im parallelen Abstand nebeneinander verlaufende Längsführungen
(9) für das zum 1. Spannaggregat (3) koaxial relativ bewegbare 2. Spannaggregat (4)
mit einer ebenfalls auf dem Grundgestell (GG) festgelegten Widerlagerkonsole (10)
verbunden ist, wobei das zu seiner Mittelachse (7) radial verlagerbare Haltewerkzeuge
(23) umfassende und unter den Einfluss eines unterhalb der Längsführungen (9) am Grundgestell
(GG) fixierten, hydraulisch beaufschlagbaren Vorschubzylinders (13) gestellte 2. Spannaggregat
(4) mit einem einen Spannkolben (18) aufweisenden zentralen Rohrdorn (17) gekoppelt
ist, der auf einem sich von der Widerlagerkonsole (10) aus durch das 2. Spannaggregat
(4) bis in das 1. Spannaggregat (3) erstreckenden, kanalisierten, an eine hydraulische
Druckquelle (29) anschließbaren Innendorn (19) mit endseitigem Stützkolben (20) gleitend
geführt ist.
2. Vorrichtung nach Patentanspruch 1, bei welcher sowohl die Formwerkzeuge (24) des 1.
Spannaggregats (3) als auch die Haltewerkzeuge (23) des 2. Spannaggregats (4) in jeweils
90° Versetzung umfangsseitig der Mittelachsen (6, 7) der Spannaggregate (3, 4) in
Gleitbacken (8) lösbar befestigt sind, von denen jede Gleitbacke (8) mit einem hydraulisch
beaufschlagbaren Spannzylinder (5) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Patentanspruch 1 oder 2, bei welcher das 2. Spannaggregat (4) über
zwei Längsstreben (11) mit einer von den Längsführungen (9) durchsetzten Traverse
(12) verbunden ist, von der aus sich der Rohrdorn (17) bis in das 2. Spannaggregat
(4) erstreckt.
4. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 1 bis 3, bei welcher das 2. Spannaggregat
(4) mit einer Wegmesseinheit (31) gekoppelt ist.
5. Vorrichtung nach Patentanspruch 4, bei welcher der Vorschubzylinder (13), die Spannzylinder
(5) und die Wegmesseinheit (31) mit einer hinsichtlich der Parameter Verformungszeit,
Verformungsdruck sowie Weg und Geschwindigkeit des 2. Spannaggregats (4) programmierbaren
elektro-hydraulischen Steuereinheit (35) gekoppelt sind.