[Beschreibung]
[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb für eine Druckmaschine gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
[Stand der Technik]
[0002] Eine Vielzahl von Druckmaschinen und insbesondere Bogenoffsetdruckmaschinen weisen
an den Druckwerkszylindern sowie den Bedruckstofftransport beteiligten Zylindern (Transfertrommeln,
Wendetrommeln, Speichertrommeln) Zahnräder auf, die paarweise miteinander in Verbindung
stehen. Der Antrieb eines so gebildeten Räderzuges erfolgt an ein oder mehreren Stellen
über Zwischenräder und Elektromotore. Wichtig für einen registerhaltigen und doublierfreien
Druck ist, dass die Zahnflanken der Zahnräder des Räderzuges gleichbleibend aneinander
anliegen, d.h. dass keine durch das Spiel im Räderzug bedingten Zahnflankenwechsel
auftreten. Dies kann insbesondere durch das Einspeisen einer Antriebsleistung an mehreren
Stellen des Räderzuges erfolgen, wobei der Anteil des eingespeisten Antriebsmomentes
genau auf die vorliegenden Bedingungen des Räderzuges abgestimmt ist. Nachteilig bei
derartigen Antrieben ist jedoch, dass mehrere Elektromotore zu verwenden sind, was
gerade bei kleineren Druckmaschinen einen großen Kostennachteil darstellt.
[0003] Aus der DE 296 09 962 A1 ist eine Vorrichtung zur Vermeidung eines Flankenwechsels
zwischen Zähnen von Antriebsrädern einer Druckmaschine bekannt, bei welcher dem angetriebenen
Zylinder ein ein Bremsmoment erzeugendes Klemmelement zugeordnet ist. Das durch das
Klemmelement erzeugte Bremsmoment kann dabei einstellbar sein.
[0004] Durch eine derartige Vorrichtung ergibt sich eine einseitige Verspannung des Räderzuges
dahingehend, dass die Antriebsräder stets gleichbleibend an den gleichen Flanken anliegen.
Nachteilig ist hierbei jedoch, dass die Vorrichtung einen bestimmten Bauaufwand darstellt
und ferner auch die durch das dauernde Bremsmoment erzeugte Reibungswärme abgeführt
werden muss.
[0005] Aus der DE 42 28 506 A1 ist ein Antrieb für eine Druckmaschine mit mehreren Druckwerken
und einem gemeinsamen Räderzug bekannt, bei welcher durch einen ersten Antriebsmotor
in den Räderzug ein Leistungsüberschuss eingespeist wird und durch einen letzten Antriebsmotor
dieser Leitungsüberschuss wieder abgeführt wird. Der letzte Antriebsmotor fungiert
somit als Bremse.
[0006] Nachteilig bei dieser Antriebslösung ist, dass mehrere, zumindest aber wenigstens
zwei Antriebsmotore vorzusehen sind, die durch eine entsprechende Steuerung in der
vorgesehenen Weise zu betreiben sind. Gerade bei kleinen Druckmaschinen ist eine derartige
Lösung nicht kostengünstig.
[0007] Aus der DE 37 10 354 A1 sowie der DE 32 00 064 A1 sind hydraulische Einrichtungen
umfassende Antriebe für Mehrfarben-Bogenrotationsdruckmaschinen bekannt. Hier werden
über einen Hydrogenerator ein oder mehrere Hydromotoren angetrieben, die ihrerseits
Leistung in den Räderzug einspeisen. Eine derartige Lösung ist wegen der Hydrogeneratoren
und Hydromotoren aufwendig und ferner auch nicht ohne weiteres bei schnelllaufenden
Druckmaschinen verwendbar. Auch diese Lösung ist bei kleinen Bogendruckmaschinen nicht
wirtschaftlich einsetzbar.
[Aufgabe der Erfindung]
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Antrieb für eine Druckmaschine
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 derartig zu erweitern, so dass unter Vermeidung
der zuvorstehend genannten Nachteile ein Flankenwechsel zwischen den Zähnen der Antriebsräder
vermieden wird.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch 1. Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[Beispiele]
[0010] Nach der Erfindung ist vorgesehen, dass dem Antrieb wenigstens eine hydraulische
Bremse zugeordnet ist, durch welche die an einer oder mehreren Stellen in den Räderzug
eingespeiste Antriebsleistung kompensiert wird.
[0011] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist dabei vorgesehen, dass
die hydraulische Bremse als eine über ein mit einem Zahnrad des Räderzuges in Verbindung
stehendes Ritzel angetriebene Hydraulikpumpe ausgebildet ist. Das von der Hydraulikpumpe
in einem Kreislauf geförderte Öl wird dabei bevorzugt über eine einstellbare Drossel
gefördert, so dass das durch die Pumpe in den Antriebsräderzug rückgeführte Bremsmoment
einstellbar ist. Die Hydraulikpumpe ist bevorzugt als Zahnradpumpe ausgebildet.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
als Hydraulikflüssigkeit das der Schmierung der Druckmaschine dienende Öl verwendet
wird, welches über einen Auffangbehälter unter der Druckmaschine aufgenommen, gefiltert,
durch die vom Räderzug angetriebene Pumpe, von dort über die einstellbare Drossel
und wieder zurück in den Auffangbehälter des Schmieröles gefördert wird. Dabei kann
insbesondere auch vorgesehen sein, mit dem durch die Pumpe geförderten Öl bestimmte
Schmierstellen an der Maschine zu versorgen.
[0013] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, den durch die Pumpe und die
Drossel auf den Räderzug bewirkten Widerstand in Abhängigkeit von der Maschinendrehzahl
zu gestalten. Hierzu wäre es möglich, die Einstellung der Drossel mit der Maschinendrehzahl
zu ändern, bspw. um bei niedrigen Geschwindigkeiten einen höheren Druck und somit
eine höhere Bremswirkung zu erzielen als bei hohen Maschinengeschwindigkeiten. Dieser
Effekt kann in einer einfachen Ausgestaltung auch durch ein zwischen Pumpe und Drossel
geschaltetes Überdruckventil erfolgen. Ab einer bestimmten Maschinendrehzahl lässt
das Überdruckventil Öl ab, d.h. der durch die Pumpe erzeugte Öldruck und somit auch
das Bremsmoment reduzieren sich bzw. nehmen nicht mehr mit der Geschwindigkeit zu.
[0014] Des weiteren erfolgt die Erläuterung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand
der Zeichnung.
[0015] Diese zeigt einen Räderzug mit Antriebsmotor und der erfindungsgemäßen Bremseinrichtung.
[0016] Mehrere Antriebszahnräder 1 bilden einen Räderzug 2, wobei die Antriebsräder 1 zu
einfach- bzw. doppeltgroßen Zylindern einer nicht weiter dargestellten Druckmaschine
gehören. Der Räderzug 2 der Antriebszahnräder 1 wird über ein Zwischenzahnrad 3 von
einem Elektromotor 4 angetrieben. Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Figur sei angenommen,
dass der Bedruckstofftransport von links nach rechts erfolgt.
[0017] Mit dem letzten Antriebszahnrad des in der Figur dargestellten Räderzuges 2 wirkt
über ein Zwischenzahnrad 5, ein Ritzel 6 einer als Zahnradpumpe ausgebildeten Hydraulikpumpe
7 zusammen. Über eine Leitung 8 fördert die hydraulische Hydraulikpumpe 7 Öl von einem
Auffangbehälter 10 über eine einstellbare Drossel 9. In dem Leitungssystem 8 können
zusätzlich auch Einrichtungen zur Kühlung des vom Auffangbehälter 10 über die Hydraulikpumpe
7 durch die einstellbare Drossel 9 geförderten Öles geschaltet sein.
[0018] Bei dem durch die Hydraulikpumpe 7 geförderten Öl handelt es sich vorzugsweise um
das Schmieröl der Druckmaschine, wobei über das Leitungssystem 8 auch bestimmte Schmierstellen
der Druckmaschine versorgt werden können.
[0019] Zwischen der Hydraulikpumpe 7 und der Drossel 9 kann über ein T-Stück im Leitungssystem
8 ein in der Figur nicht dargestelltes und vorzugsweise einstellbares Überdruckventil
geschaltet sein.
[Bezugszeichenliste]
[0020]
- 1
- Antriebszahnrad
- 2
- Räderzug
- 3
- Zwischenzahnrad
- 4
- Antriebsmotor
- 5
- Zwischenzahnrad
- 6
- Ritzel (Hydraulikpumpe 7)
- 7
- Hydraulikpumpe
- 8
- Leitungssystem
- 9
- Drossel (einstellbar)
- 10
- Auffangbehälter
1. Antrieb für eine Druckmaschine, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschine, mit einen Räderzug
bildenden Antriebszahnrädern, einem Leistung in den Räderzug einspeisenden Motor sowie
einer mit einem Antriebszahnrad zusammenwirkenden Bremse,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bremse als eine hydraulische Pumpe (7) ausgebildet ist, durch welche ein Fluid
unter Druck förderbar ist.
2. Antrieb nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der hydraulischen Pumpe (7) eine Drossel (9) nachgeschaltet ist.
3. Antrieb nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Drossel (9) einstellbar ist.
4. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die hydraulische Pumpe (7) ein Fluid aus einem Auffangbehälter (10) heraus
und wieder in den Auffangbehälter (10) zurück förderbar ist.
5. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die Hydraulikpumpe (7) Schmieröl förderbar ist.
6. Antrieb nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass über die Hydraulikpumpe (7) Schmieröl an vorgesehene Schmierstellen förderbar ist.
7. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der hydraulischen Pumpe (7) eine Kühleinrichtung zugeordnet ist.
8. Antrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass durch die hydraulische Pumpe (7) ein von der Maschinengeschwindigkeit abhängiges
Bremsmoment auf den Räderzug (2) erzeugbar ist.
9. Antrieb nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen hydraulischer Pumpe (7) und Drossel (9) ein Überdruckventil geschaltet ist.