Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Betriebsgerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1. Es handelt sich dabei insbesondere um ein Betriebsgerät zum Betrieb von Leuchtstofflampen,
das besonders kostengünstige Wickelgüter mit kleinen Abmessungen enthält.
Stand der Technik
[0002] Für Betriebsgeräte für Lichtquellen, insbesondere elektronische Betriebsgeräte für
Leuchtstofflampen, gibt es zwei wesentliche Kriterien welche die Schwerpunkte der
Weiterentwicklung bilden: Größe und Kosten. Eine wichtige Rolle für die Größe und
die Kosten eines Betriebsgeräts für Lichtquellen, im folgenden kurz Betriebgerät genannt,
spielen die sog. Wickelgüter. Dabei handelt es sich um Induktivitäten, die ausgeführt
sind als eine Drahtwicklung, im folgenden nur Wicklung genannt, auf einem ferromagnetischen
Kern.
[0003] Kostengünstige Wickelgüter enthalten einen Kern in einer einfachen geometrischen
Form. Soll das Wickelgut geringe Abmessungen aufweisen, so ist es vorteilhaft, wenn
der Kern die Wicklung weitestgehend umschließt. Dies verhindert zudem die Ausbreitung
von Störfeldern. Derartige Wickelgüter bedingen jedoch aufwendige geometrische Kernformen,
die nur mit größerem Kostenaufwand hergestellt werden können.
Darstellung der Erfindung
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Betriebsgerät gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bereitzustellen, dessen Wickelgüter zugleich geringe Abmessungen haben
und kostengünstig sind.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Betriebsgerät mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Besonders
vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen.
[0006] Ein Wickelgut ist im allgemeinen aus mehreren Teilen aufgebaut. Neben der Wicklung
mit ihren Drahtenden gibt es im wesentlichen zwei Arten von Teilen. Eine Art von Teilen
ist hauptsächlich magnetisch wirksam; d. h. sie besteht aus einem ferromagnetischen
Material und dient zur Führung des magnetischen Feldes. Die andere Art von Teilen
ist hauptsächlich mechanisch wirksam. Diese Art von Teilen dient z. B. zur Aufnahme
der Wicklung oder als Halterung für die magnetisch wirksamen Teile. Eine wichtige
Aufgabe von mechanisch wirksamen Teilen ist die Fixierung der Drahtenden der Wicklung.
Durch die Fixierung wird die elektrische Kontaktierung des Wickelguts ermöglicht.
[0007] Um die Kosten eines Wickelguts zu verringern muss die Anzahl der Teile, aus denen
es besteht, reduziert werden. Erfindungsgemäß enthält ein Wickelgut Teile, die sowohl
magnetisch als auch mechanisch wirken. Dadurch wird die Anzahl der Teile und damit
die Kosten reduziert. Insbesondere die Fixierung der Drahtenden wird von einem Teil
übernommen, das gleichzeitig magnetisch wirksam ist.
[0008] Magnetisch wirksame Teile sind in der Regel aus einem gesinterten Ferrit hergestellt.
Deshalb ist die Herstellung solcher Teile in einer komplexen Form schwierig. Soll
jedoch erfindungsgemäß ein magnetisch wirksames Teil auch mechanische Aufgaben übernehmen
sind meist komplexe Formen erforderlich. Um dieses Problem zu lösen, sind Teile, die
sowohl magnetisch als auch mechanisch wirksam sind, vorteilhaft aus einem Verbundmaterial
hergestellt, das Ferrit und Polymere enthält und dadurch in einem Spritzgussverfahren
hergestellt werden kann.
[0009] Üblicherweise besitzen die magnetisch wirksamen Teile einer Induktivität einen Aufbau,
der einen Luftspalt aufweist. Der Wert der Induktivität wird wesentlich durch die
Größe des Luftspalts bestimmt. Fertigungstoleranzen, die den Luftspalt betreffen,
führen somit zu Toleranzen des Werts der Induktivität. Das o.g. Verbundmaterial kann
in seiner Zusammensetzung aus Ferrit und Polymer so ausgelegt werden, das es wie ein
über ein ganzes Teil verteilter Luftspalt wirkt. Erfindungsgemäß wird vorteilhaft
der gesamte Luftspalt einer Induktivität durch geeignete Wahl der Zusammensetzung
des Verbundmaterials gebildet. Damit können kleinere Toleranzen für den Wert einer
Induktivität erreicht werden.
[0010] Wie oben erläutert ist es wichtig, dass die Wicklung möglichst komplett von magnetisch
wirksamen Teilen umgeben ist. Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass das
Wickelgut Teile enthält, die ineinander geschoben sind. Vorteilhaft handelt es sich
dabei um zwei Teile aus besagtem Verbundmaterial, die durch Ineinanderschieben einen
Hohlraum bilden, der die Wicklung beherbergt.
[0011] Für eine einfache Herstellbarkeit bildet erfindungsgemäß ein Teil einen Topf aus.
In diesen Topf wird eine Rolle geschoben, auf die die Wicklung aufgebracht ist. Umgekehrt
kann auch ein Teil eine Rolle ausbilden über die ein rohr- oder topfförmiges Teil
geschoben wird. Wiederum ist auf die Rolle die Wicklung aufgebracht.
Beschreibung der Zeichnungen
[0012] Im folgenden soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
werden. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht eines Ausführungsbeispiels
- Figur 2
- ein Schnittdarstellung des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1
[0013] In Fig. 1 ist ein Wickelgut dargestellt, das zwei Teile 1 und 2 enthält, die sowohl
magnetisch als auch mechanisch wirksam sind. Beide Teile 1 und 2 sind vorteilhaft
aus einem oben beschriebenen Verbundwerkstoff hergestellt. Das Teil 1 bildet eine
topfförmige Vertiefung aus, in die das Teil 2 eingeschoben ist. Das Teil 2 ist im
wesentlichen eine Rolle von der in der Draufsicht nur der obere scheibenförmige Abschluss
zu sehen ist. Zwischen dem Teil 1 und dem Teil 2 ist ein Luftspalt 6 ausgebildet.
Auf diesen kann verzichtet werden, falls das Material für die Teile 1 und 2 so gewählt
ist, dass es die Aufgabe des Luftspalts 6 übernehmen kann.
[0014] Am Teil 1 sind Stutzen 4 und 5 ausgeformt, auf die Drahtenden 7 und 8 aufgewickelt
sind. Diese aufgewickelten Drahtenden bilden die Anschlusskontakte des Wickelguts.
Damit die Drahtenden 7 und 8 in das innere der topfförmigen Vertiefung geführt werden
können, ist die Wandung der topfförmigen Vertiefung mit Schlitzen 9 versehen. Erfindungsgemäß
ist das Teil 1 ein Teil, das durchgehend aus einem Material gefertigt ist und sowohl
magnetisch wirksam ist als auch eine Montageplattform bildet.
[0015] In Fig. 2 ist das Ausführungsbeispiel aus Fig. 1 im Schnitt dargestellt. Gleiche
Komponenten sind mit gleichen Nummern versehen. Deutlich ist die Rollenform von Teil
2 ersichtlich, auf dem die Wicklung 3 aufgebracht ist. In Fig. 2 wird auch deutlich
wie die Drahtenden 7 und 8 in einem Schlitz der Wandung der topfförmigen Vertiefung
von Teil 1 zu liegen kommen.
[0016] Wie in der Darstellung der Erfindung bereits angedeutet, kann Teil 1 auch so gestaltet
werden, dass auf einer Montageplattform eine Rolle ausgebildet ist, auf die die Wicklung
aufgebracht ist. Über diese Rolle ist dann ein rohr- oder topfförmiges Teil geschoben,
wodurch die Wicklung umschlossen wird.
1. Betriebsgerät zum Betreiben von Lichtquellen, mit mindestens einer Induktivität in
Form eines Wickelguts mit Drahtenden (7, 8), dadurch gekennzeichnet, dass das Wickelgut ein Teil (1) enthält, das sowohl magnetisch wirksam ist, als auch die
Fixierung der Drahtenden (7, 8) bewerkstelligt, wobei besagtes Teil durchgehend aus
einem Material hergestellt ist.
2. Betriebsgerät gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass besagtes Teil (1) aus einem Verbundmaterial hergestellt ist, das Ferrit und Polymere
enthält.
3. Betriebsgerät gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert der Induktivität des Wickelguts im wesentlichen durch die Zusammensetzung
des Verbundmaterials bestimmt wird.
4. Betriebsgerät gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Wickelgut außer einer Wicklung (3) im wesentlichen aus zwei Teilen (1, 2) besteht,
die ineinander geschoben sind.
5. Betriebsgerät gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass eines der Teile (1) topf- oder rohrförmig ist, während das andere Teil (2) rollenförmig
ist.