[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Verfahren zur Herstellung farb- und/oder
effektgebender Mehrschichtlackierungen auf Automobilkarosserien, bei dem ein Pulverslurry-Klarlack
verwendet wird.
[0002] Bei der Automobilserienlackierung werden üblicherweise zuerst die Innenteile der
Automobilkarosserien durch pneumatisches Spritzen oder Druckluftspritzen lackiert.
Das pneumatische Spritzen wird deshalb gewählt, weil sich die Hohlräume und Vertiefungen
aufgrund der Ausbildung von Faraday-Käfigen nur schlecht elektrostatisch beschichten
lassen.
[0003] Bei der Innenlackierung werden die Türen geöffnet, und es werden von Hand oder mit
Hilfe eines Lackierautomaten die Fälze und die Innenseiten der Türen lackiert. Dabei
entsteht aber Spritznebel, der auf die Außenhaut der Karosserie fällt. Hiervon sind
insbesondere der Bereich um die Türen und die Motorhaube betroffen. Dieser Spritznebel
trocknet bei Verwendung von Pulverklarlack-Slurries besonders rasch an und wird bei
der nachfolgenden elektrostatischen Beschichtung der Karosserieaußenteile von der
dabei angewandten Pulverklarlack-Slurry nur überdeckt, aber nicht wiederaufgenommen.
Nach dem Einbrennen liegen daher an den Stellen, an denen der Spritznebel aufgetroffen
ist, Erhebungen oder Verlaufsstörungen vor, die bei einer Größe von mehr als 0,5 µm
sichtbar werden. Da diese Erhebungen oder Verlaufsstörungen außerdem noch an besonders
leicht sichtbaren Bereichen der Karosserie vorliegen, sind sie optisch besonders auffallend
und erwecken den Eindruck nicht ausreichender Qualität des Gesamtprodukts.
[0004] Diese Effekte sind bei lösemittelhaltigen Klarlacken nicht so ausgeprägt, da diese
höhere Festkörpergehalte aufweisen, so daß die Differenz zwischen dem Festkörpergehalt
des Naßlacks und dem Festkörpergehalt des Spritznebels geringer ist als im Falle der
Pulverslurry-Klarlacke. Außerdem haben die lösemittelhaltigen Klarlacke eine geringere
Viskosität, weswegen sie sich besser ausspreiten. Dadurch wird auch der Spritznebel
flächiger. Nicht zuletzt trocknen sie wegen ihres Gehalts an hochsiedenden organischen
Lösemitteln ("langen Lösemittel") nicht so schnell ein und können daher von hierauf
applizierten Klarlacken wesentlich besser aufgenommen werden.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindungen ist es, ein neues Verfahren zur Herstellung
von farb- und/oder effektgebenden Mehrschichtlackierungen auf Automobilkarosserien
zu finden, daß die Nachteile des Standes der Technik nicht mehr länger aufweist, sondern
auch bei Verwendung von Pulverslurry-Klarlacken Lackierungen liefert, die keine sichtbaren
Erhebungen oder Verlaufsstörungen mehr aufweisen.
[0006] Demgemäß wurde das neue Verfahren zur Herstellung farb- und/oder effektgebender Mehrschichtlackierungen
auf Automobilkarosserien durch
- (I) Applikation eines Wasserbasislacks auf die Karosserie und Trocknung oder partielle
Härtung der resultierenden Wasserbasislackschicht
- (II) Applikation eines wäßrigen Pulverslurry-Klarlacks auf die getrocknete oder partiell
gehärtete Wasserbasislackschicht (II) und
- (III) Härtung der Schichten (I) und (II) durch Hitze oder Hitze und aktinische Strahlung
(Dual Cure),
gefunden, bei dem die Applikation des wäßrigen Pulverslurry-Klarlacks (II) durch (IIa)
elektrostatische Lackierung der Karosserieaußenteile, gefolgt von (II b) pneumatischem
Spritzen (Druckluftspritzen) der Karosserieinnenteile,
erfolgt.
[0007] Im folgenden wird das neue Verfahren zur Herstellung farb- und/oder effektgebender
Mehrschichtlackierungen auf Automobilkarosserien als "erfindungsgemäßes Verfahren"
bezeichnet.
[0008] Überraschenderweise bewirkt das neue Verfahren, daß die auf der Außenhaut der Automobilkarosserie
befindliche, durch elektrostatische Lackierung applizierte, nasse Pulverslurry-Klarlackschichten
problemlos die Spritznebeltropfen aus der Innenlackierung aufnehmen können, wodurch
ein wesentlich besserer Verlauf erzielt wird.
[0009] Die bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eingesetzten Automobilkarosserien weisen
üblicherweise eine kathodisch abgeschiedene und thermisch gehärtete Elektrotauchlackierung
auf. Sie können aber auch eine kathodisch abgeschiedene Elektrotauchlackschicht aufweisen,
die nicht thermisch gehärtet, sondern lediglich getrocknet oder partiell gehärtet
ist. Die Elektrotauchlackierung oder die Elektrotauchlackschicht wird kann mit einem
Füller überschichtet, der entweder für sich alleine oder gemeinsam mit der Elektrotauchlackschicht
gehärtet wird (Naß-in-naß-Verfahren). Die Überschichtung mit einem Füller erfolgt
insbesondere in den Bereichen, die einer starken mechanischen Beanspruchung, wie beispielsweise
durch Steinschlag, ausgesetzt sind.
[0010] Beispiele geeigneter kathodischer Elektrotauchlacke sowie ggf. von Naß-in-naß-Verfahren
werden in der
japanischen Patentanmeldung 1975-142501 (japanische Offenlegungsschrift
JP 52-065534 A2,
Chemical Abstracts Referat Nr. 87: 137427) oder den Patentschriften
US 4,375,498 A1,
US 4,537,926 A1,
US 4,761,212 A1,
EP 0 529 335 A1,
DE 41 25 459 A1,
EP 0 595 186 A1,
EP 0 074 634 A1,
EP 0 505 445 A1,
DE 42 35 778 A1,
EP 0 646 420 A1,
EP 0 639 660 A1,
EP 0 817 648 A1,
DE 195 12 017 C1,
EP 0 192 113 A2,
DE 41 26 476 A1 oder
WO 98/07794 beschrieben.
[0011] Desgleichen sind geeignete Füller, insbesondere wäßrige Füller, die auch als Steinschlagschutzgrundierungen
oder Funktionsschichten bezeichnet werden, beispielsweise aus den Patentschriften
US 4,537,926 A1,
EP 0 529 335 A1,
EP 0 595 186 A1,
EP 0 639 660 A1,
DE 44 38 504 A1,
DE 43 37 961 A1,
WO 89,/10387,
US 4,450,200 A1,
US 4,614,683 A1 oder
WO 490/26827 beschrieben.
[0012] Diese Füller können indes auch auf die eingebrannten Elektrotauchlackierungen appliziert
werden und anschließend vorgetrocknet bzw. partiell thermisch gehärtet werden. Bei
dieser Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens werden sie dann gemeinsam mit den
auf die Füllerschichten applizierten Wasserbasislackschichten und Pulverslurry-Klarlackschichten
gemeinsam gehärtet (erweitertes Naß-in-naß-Verfahren).
[0013] Im Innenbereich der Automobilkarosserie kann auch auf die Füllerlackierung oder Steinschlagschutzgrundierung
verzichtet werden, weil hier i. a. keine Gefahr einer mechanischen Beanspruchung besteht.
[0014] Im weiteren Verlauf des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Füllerlackierungen
mit Wasserbasislacken beschichtet. Beispiele geeigneter Wasserbasislacke, insbesondere
Wasserbasislacke auf Polyurethanbasis, sind aus den Patentschriften
EP 0 089 497 A1,
EP 0 256 540 A1,
EP 0 260 447 A1,
EP 0 297 576 A1,
WO 96/12747,
EP 0 523 610 A1,
EP 0 228 003 A1,
EP 0 397 806 A1,
EP 0 574 417 A1,
EP 0 531 510 A1,
EP 0 581 211 A1,
EP 0 708 788 A1,
EP 0 593 454 A1,
DE-A-43 28 092 A1,
EP 0 299 148 A1,
EP 0 394 737 A1,
EP 0 590 484 A1,
EP 0 234 362 A1,
EP 0 234 361 A1,
EP 0 543 817 A1,
WO 95/14721,
EP 0 521 928 A1,
EP 0 522 420 A1,
EP 0 522 419 A1,
EP 0 649 865 A1,
EP 0 536 712 A1,
EP 0 596 460 A1,
EP 0 596 461 A1,
EP 0 584 818 A1,
EP 0 669 356 A1,
EP 0 634 431 A1,
EP 0 678 536 A1,
EP 0 354 261 A1,
EP 0 424 705 A1,
WO 97/49745,
WO 97/49747,
EP 0 401 565 A1 oder
EP 0 817 684, Spalte 5, Zeilen 31 bis 45, bekannt.
[0015] Üblicherweise werden die resultierenden Wasserbasislackschichten nicht gehärtet,
sondern vorgetrocknet bzw. partiell gehärtet.
[0016] Auf die Wasserbasislackschichten werden die wäßrigen Pulverslurry-Klarlacke appliziert,
so daß Pulverslurry-Klarlackschichten resultieren. Beispiele geeigneter Pulverslurry-Klarlacke
sind aus der
US-Patentschrift US-A-4,268,542 und den Patentanmeldungen
DE 195 40 977 A1,
DE 195 18 392 A1,
DE 196 17 086 A1,
DE-A-196 13 547,
EP 0 652 264 A1,
DE 196 18 657 A1,
DE 196 52 813 A1,
DE 196 17 086 A1 oder
DE-A-198 14 471 A1 bekannt.
[0017] In erfindungsgemäßer Verfahrensweise werden die wäßrigen Pulverslurry-Klarlacke durch
elektrostatische Lackierung der Karosserieaußenteile, gefolgt von pneumatischem Spritzen
(Druckluftspritzen) der Karosserieinnenteile appliziert.
[0018] Dabei kann die elektrostatische Lackierung mittels eines elektrostatischen Sprühspalts,
einer elektrostatischen Sprühglocke oder einer elektrostatischen Sprühscheibe erfolgen.
[0019] Des weiteren kann die elektrostatische Lackierung durch Elektrostatik-unterstützte
mechanische Zerstäubung erfolgen. Vorzugsweise wird diese mit Hilfe von elektrostatischen
Hochrotationsscheiben oder Hochrotationsglocken durchgeführt.
[0020] Auch das pneumatische Spritzen oder Druckluftlackieren weist keine methodischen Besonderheiten
auf, sondern kann per Hand oder mit Hilfe von üblichen und bekannten Lackierautomaten
oder -robotern durchgeführt werden.
[0022] Selbstverständlich können diese Applikationsmethoden im Rahmen des erfindungsgemäßen
Verfahrens auch für die Herstellung der übrigen Lackschichten, ausgenommen der kathodisch
abscheidbaren Elektrotauchlackschicht, angewandt werden.
[0023] Bevorzugt wird die Applikation bei Beleuchtung mit sichtbarem Licht einer Wellenlänge
von über 550 µm oder unter Lichtausschluß durchgeführt, wenn die Wasserbasislacke
und/oder die Pulverslurry-Klarlacke thermisch und mit aktinischer Strahlung härtbar
sind. Hierdurch werden eine stoffliche Änderung oder Schädigung des erfindungsgemäß
zu verwendenden Beschichtungsstoffs und des Overspray vermieden.
[0024] Im allgmeinen werden die erfindungsgemäß zu verwendenden Beschichtungsstoffe in einer
Naßschichtdicke appliziert, daß nach ihrer Aushärtung Beschichtungen mit der für ihre
Funktionen notwendigen und vorteilhaften Schichtdicken resultieren. Im Falle einer
Basislackierung liegen sie bei 5 bis 50, vorzugsweise 5 bis 40, besonders bevorzugt
5 bis 30 und insbesondere 10 bis 25 µm, und im Falle einer Klarlackierung liegen sie
bei 10 bis 100, vorzugsweise 15 bis 80, besonders bevorzugt 20 bis 75 und insbesondere
25 bis 70 µm.
[0025] Nach der Applikation werden die Wasserbasislackschichten gemeinsam mit den Pulverslurry-Klarlackschichten
sowie gegebenenfalls den darunter liegenden nicht oder nicht vollständig gehärteten
Lackschichten thermisch oder thermisch und mit aktinischer Strahlung gehärtet. Die
Härtung mit Hitze und mit aktinischer Strahlung wird von der Fachwelt auch als Dual
Cure bezeichnet. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist unter aktinischer Strahlung
elektromagnetische Strahlung wie nahes Infrarot (NIR), sichtbares Licht, UV-Licht
oder Röntgenstrahlung, insbesondere aber UV-Licht, oder Korpuskularstrahlung wie Elektronenstrahlung
zu verstehen.
[0026] Die Aushärtung kann nach einer gewissen Ruhezeit oder Ablüftzeit erfolgen. Sie kann
eine Dauer von 30 s bis 2 h, vorzugsweise 1 min bis 1 h und insbesondere 1 min bis
45 min haben. Die Ruhezeit dient beispielsweise zum Verlauf und zur Entgasung der
Schichten und zum Verdunsten von flüchtigen Bestandteilen wie gegebenenfalls noch
vorhandenem Lösemittel und/oder Wasser.
[0027] Vorzugsweise wird bei der Härtung mit aktinischer Strahlung eine Dosis von 1.000
bis 2.000, bevorzugt 1.100 bis 1.900, besonders bevorzugt 1.200 bis 1.800, ganz besonders
bevorzugt 1.300 bis 1.700 und insbesondere 1.400 bis 1.600 mJ/cm
2 angewandt. Gegebenenfalls kann diese Härtung mit aktinischer Strahlung von anderen
Strahlenquellen ergänzt werden. Im Falle von Elektronenstrahlen wird vorzugsweise
unter Inertgasatmosphäre gearbeitet. Dies kann beispielsweise durch Zuführen von Kohlendioxid
und/oder Stickstoff direkt an die Oberfläche der Klarlackschicht gewährleistet werden.
Auch im Falle der Härtung mit UV-Strahlung kann, um die Bildung von Ozon zu vermeiden,
unter Inertgas gearbeitet werden.
[0028] Für die Härtung mit aktinischer Strahlung werden die üblichen und bekannten Strahlenquellen
und optischen Hilfsmaßnahmen angewandt. Beispiele geeigneter Strahlenquellen sind
Blitzlampen der Firma VISIT, Quecksilberhoch- oder - niederdruckdampflampen, welche
gegebenenfalls mit Blei dotiert sind, um ein Strahlenfenster bis zu 405 nm zu öffnen,
oder Elektronenstrahlquellen. Deren Anordnung ist im Prinzip bekannt und kann den
Gegebenheiten des Werkstücks und der Verfahrensparameter angepaßt werden. Bei kompliziert
geformten Werkstücken, wie sie für Automobilkarosserien vorgesehen sind, können die
nicht direkter Strahlung zugänglichen Bereiche (Schattenbereiche) wie Hohlräume, Falzen
und anderen konstruktionsbedingte Hinterschneidungen mit Punkt-, Kleinflächen- oder
Rundumstrahlern, verbunden mit einer automatischen Bewegungseinrichtung für das Bestrahlen
von Hohlräumen oder Kanten, (partiell) ausgehärtet werden.
[0030] Hierbei kann die Aushärtung stufenweise erfolgen, d. h. durch mehrfache Belichtung
oder Bestrahlung mit aktinischer Strahlung. Dies kann auch alternierend erfolgen,
d. h., daß abwechselnd mit UV-Strahlung und Elektronenstrahlung gehärtet wird.
[0031] Auch die thermische Härtung weist keine methodischen Besonderheiten auf, sondern
erfolgt nach den üblichen und bekannten Methoden wie Erhitzen in einem Umluftofen
oder Bestrahlen mit IR- und/oder NIR-Lampen. Wie bei der Härtung mit aktinischer Strahlung
kann auch die thermische Härtung stufenweise erfolgen. Vorteilhafterweise erfolgt
die thermische Härtung bei Temperaturen von 90 °C bis 180 °C.
[0032] Bei Dual Cure können thermische Härtung und Härtung mit aktinischer Strahlung gleichzeitig
oder nacheinander angewandt werden. Werden die beiden Härtungsmethoden nacheinander
verwendet, kann beispielsweise mit der thermischen Härtung begonnen und mit der Härtung
mit aktinischer Strahlung geendet werden. In anderen Fällen kann es sich als vorteilhaft
erweisen, mit der Härtung mit aktinischer Strahlung zu beginnen und hiermit zu enden.
[0033] Selbstverständlich können die vorstehend beschriebenen Härtungsmethoden im Rahmen
des erfindungsgemäßen Verfahrens auch zur Härtung der übrigen Lackschichten angewandt
werden.
[0034] Die durch das erfindungsgemäße Verfahren resultierende mehrschichtige farb- und/oder
effektgebende Lackierung kann noch mit einer Schicht aus einem organisch modifizierten
Keramikmaterial, wie es beispielsweise unter der Marke Ormocer® im Handel erhältlich
ist, beschichtet werden.
[0035] Die in erfindungsgemäßer Verfahrensweise hergestellten farb- und/oder effektgebenden
Mehrschichtlackierungen weisen eine besonders hohen Glanz auf. Im Vergleich zu den
in üblicher und bekannter Weise hergestellten Mehrschichtlackierungen haben sie signifikant
weniger Schleier und kaum bis gar keine störenden Oberflächenstrukturen wie Orangenhautstrukturen.
Sie sind daher von besonders hoher optischer Qualität. Da die sonstigen Vorteile von
Wasserbasislackierungen und Pulverslurry-Klarlackierungen in vollem Umfang erhalten
bleiben, sind sie für die Anwender und deren Kunden von einem besonders hohen technischen
und wirtschaftlichen Wert.
Beispiel und Vergleichsversuch
[0036] Für den Vergleichsversuch wurde Spritznebel eines üblichen und bekannten Pulverslurry-Klarlacks
auf die Oberfläche von Prüftafeln, die mit einer schwarzen Basislackierung beschichtet
waren appliziert und während zwei Minuten bei Raumtemperatur abgelüftet. Anschließend
wurde der Pulverslurry-Klarlack in Keilform über die Spritznebel-Tröpfchen appliziert
und während zwei Minuten bei Raumtemperatur abgelüftet. Anschließend wurden Spritznebel-Tröpfchen
und Pulverslurry-Klarlacke-Keil bei 40°C während 10 Minuten vorgetrocknet und dann
während 30 Minuten bei 150 °C eingebrannt.
[0037] Für das Beispiel wurde der Vergleichsversuch wiederholt, nur daß zunächst der Pulverslurry-Klarlack
in Keilform und anschließend die Spritznebel appliziert wurden.
[0038] Die Welligkeit der Pulverslurry-Klarlackierungen des Beispiels und des Vergleichsversuchs
wurde mit Hilfe der Wavescan-Methode gemessen. Zu diesem Zweck wurde ein Laserstrahl
unter einem Winkel von 60° auf die Oberfläche gerichtet, und es wurden auf einer Meßstrecke
von 10 cm die Schwankungen des reflektierten Lichts im sogenannten long wave-Bereich
(0,6 bis 10 mm; Beobachtungabstand: 2,5 m) und im sogenannten short wave-Bereich (0,1
bis 0,6 mm; Beobachtungsabstand: 45 cm) mit Hilfe eines Meßgeräts registriert.
[0039] Glanz und Haze wurden reflektometrisch unter einem Winkel von 20° mit einem Reflektometer
der Firma BYK nach DIN 67530: 1982-01 oder ISO 2813: 1994 gemessen.
[0040] Die Ergebnisse finden sich in der Tabelle 1 (Vergleichsversuch) und in der Tabelle
2 (Beispiel). Der Vergleich der Ergebnisse zeigt, daß das erfindungsgemäße Verfahren
Pulverslurry-Klarlackierungen mit signifikant besseren optischen Eigenschaften und
Oberflächeneigenschaften lieferte.
Tabelle 1: Glanz, Haze und Welligkeit von in üblicher und bekannter Weise hergestellten
Pulverslurry-Klarlackierungen (Vergleichsversuch)
| Nebel/Keil (µm) |
Glanz |
Haze |
Welligkeit:
Long Wave |
Short Wave |
| 30 |
76,0 |
50,4 |
46,0 |
54,3 |
| 40 |
77,0 |
33,6 |
35,2 |
34,3 |
| 50 |
77,1 |
28,3 |
16,3 |
17,5 |
Tabelle 2: Glanz, Haze und Welligkeit von in erfindungsgemäßer Weise hergestellten
Pulverslurry-Klarlackierungen (Beispiel)
| Nebel/Keil (µm) |
Glanz |
Haze |
Welligkeit:
Long Wave |
Short Wave |
| 30 |
77 4 |
32,6 |
22,5 |
33,1 |
| 40 |
78,0 |
27,1 |
9,9 |
15,1 |
| 50 |
77,7 |
27,6 |
6,9 |
15,3 |
1. Verfahren zur Herstellung farb- und/oder effektgebender Mehrschichtlackierungen auf
Automobilkarosserien, durch
(I) Applikation eines Wasserbasislacks auf die Karosserie und Trocknung oder partielle
Härtung der resultierenden Wasserbasislackschicht
(II) Applikation eines wäßrigen Pulverslurry-Klarlacks auf die getrocknete oder partiell
gehärtete Wasserbasislackschicht (II) und
(III) Härtung der Schichten (I) und (II) durch Hitze oder Hitze und aktinische Strahlung
(Dual Cure),
dadurch gekennzeichnet, daß die Applikation des wäßrigen Pulverslurry-Klarlacks (II) durch
(II a) elektrostatische Lackierung der Karosserieaußenteile, gefolgt von
(II b) pneumatischem Spritzen (Druckluftspritzen) der Karosserieinnenteile,
erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrostatische Lackierung (II a) mittels eines elektrostatischen Sprühspalts,
einer elektrostatischen Sprühglocke oder einer elektrostatischen Sprühscheibe erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrostatische Lackierung (IIa) durch Elektrostatik-unterstützte mechanische
Zerstäubung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrostatik-unterstützte mechanische Zerstäubung mit Hilfe von elektrostatischen
Hochrotationsscheiben oder Hochrotationsglocken durchgeführt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Applikation des Wasserbasislacks ein Füller auf die Karosserie appliziert
und die resultierende Füllerschicht gehärtet wird oder alternativ ein Füller auf die
Karosserie appliziert und die resultierende Füllerschicht getrocknet oder partiell
gehärtet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein wäßriger Füller verwendet wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wasserbasislack auf Polyurethanbasis verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Karosserie mit einem kathodisch abscheidbaren Elektrotauchlack beschichtet wird,
der vor der Applikation des Füllers thermisch gehärtet oder getrocknet bzw. partiell
thermisch gehärtet und dann gemeinsam mit der Füllerschicht eingebrannt wird.
1. A process for producing multicoat color and/or effect paint systems on automobile
bodies by
(I) applying an aqueous base coat material to the body and drying or partially curing
the resultant aqueous basecoat film,
(II) applying an aqueous powder slurry clearcoat material to the dried or partially
cured aqueous basecoat film (II), and
(III) curing the films (I) and (II) by heat or by heat and actinic radiation (dual
cure),
which comprises applying the aqueous powder slurry clearcoat material (II) by
(IIa) electrostatic coating of the exterior body parts, followed by
(IIb) pneumatic spraying (compressed air spraying) of the interior body parts.
2. The process according to claim 1, wherein electrostatic coating (IIa) is carried out
by means of an electrostatic spraying slot, an electrostatic spraying bell or an electrostatic
spraying disk.
3. The process according to claim 1, wherein electrostatic coating (IIa) is carried out
by means of electrostatically assisted mechanical atomization.
4. The process according to claim 3, wherein electrostatically assisted mechanical atomization
is carried out by means of electrostatic high-speed rotating disks or high-speed rotating
bells.
5. The process according to any of claims 1 to 4, wherein prior to the application of
the aqueous basecoat material a surfacer is applied to the body and the resulting
surfacer film is cured or alternatively a surfacer is applied to the body and the
resulting surfacer film is dried or partially cured.
6. The process according to claim 5, wherein an aqueous surfacer is used.
7. The process according to any of claims 1 to 6, wherein a polyurethane-based aqueous
basecoat material is used.
8. The process according to any of claims 1 to 7, wherein the body is coated with a cathodically
depositable electrocoat material which is thermally cured or dried or partially thermally
cured before the application of the surfacer and is then baked together with the surfacer
film.
1. Procédé de préparation de vernis multicouches colorés et/ou à effet pour carrosseries
automobiles, par :
(I) application d'un vernis à base aqueuse sur la carrosserie et séchage ou durcissement
partiel de la couche de vernis à base aqueuse résultante,
(II) application d'une suspension aqueuse de vernis clair en poudre sur la couche
de vernis à base aqueuse séchée ou partiellement durcie (II) et
(III) durcissement des couches (I) et (II) par voie thermique ou par voie thermique
et rayonnement actinique (double durcissement, "dual cure"),
caractérisé en ce que l'application de la suspension aqueuse de vernis clair en poudre (II) est réalisée
par :
(IIa) vernissage électrostatique des parties extérieures de carrosserie, suivi de
(IIb) pulvérisation pneumatique (pulvérisation à air comprimé) des parties intérieures
de
carrosserie.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le vernissage électrostatique (IIa) est réalisé au moyen d'une buse de pulvérisation
électrostatique à fente, d'une cloche de pulvérisation électrostatique ou d'un disque
de pulvérisation électrostatique.
3. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le vernissage électrostatique (IIa) est réalisé par atomisation mécanique avec assistance
électrostatique.
4. Procédé suivant la revendication 3, caractérisé en ce que l'atomisation mécanique avec assistance électrostatique est entreprise à l'aide de
disques ou cloches électrostatiques tournant à grande vitesse.
5. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que, avant l'application du vernis à base aqueuse, on applique une couche d'apprêt sur
la carrosserie et que la couche d'apprêt résultante est durcie ou, alternativement,
qu'on applique sur la carrosserie une couche d'apprêt et que la couche d'apprêt résultante
est ensuite séchée ou partiellement durcie.
6. Procédé suivant la revendication 5, caractérisé en ce que l'on utilise une couche d'apprêt aqueuse.
7. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que l'on utilise un vernis à base aqueuse et à base de polyuréthanne.
8. Procédé suivant l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que la carrosserie est revêtue d'un enduit électrophorétique à dépôt cathodique, qui
est durci ou séché par voie thermique avant l'application de la couche d'apprêt, ou
partiellement durci par voie thermique et cuit ensuite en même temps que la couche
d'apprêt.