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EP 1 258 448 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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17.12.2003 Patentblatt 2003/51 |
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Anmeldetag: 16.03.2002 |
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Bauteilgreifer in Baukastenausführung für grosse Blechteile
Component gripper of modular construction for large sheet metal components
Préhenseur de composants de construction modulaire pour des grandes pièces en tôle
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR IT NL SE |
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Priorität: |
15.05.2001 DE 10123661
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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20.11.2002 Patentblatt 2002/47 |
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Patentinhaber: ThyssenKrupp Drauz GmbH |
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74076 Heilbronn (DE) |
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Erfinder: |
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- Bobe, Annette, Dr.
09116 Chemnitz (DE)
- Jucht, Horst
09337 Hohenstein-Ernstthal (DE)
- Hildebrandt, Olaf
09212 Limbach-Oberfrohna (DE)
- Sauermann, Werner
09353 Oberlungwitz (DE)
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Vertreter: Findeisen, Andreas et al |
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Patentanwälte
Findeisen & Neumann
Andréstrasse 25 09112 Chemnitz 09112 Chemnitz (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
DE-U- 20 117 982 US-A- 5 313 695
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US-A- 4 951 802 US-A- 5 427 300
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Bauteilgreifer in Baukastenausführung, bestehend aus
rohrförmigen Teilen, die durch Klemmblöcke und Knotenstücke miteinander verbunden
sind, für große Blechteile, insbesondere Teile von Kraftfahrzeugkarosserien.
[0002] Es ist ein modularer Bauteilgreifer bekannt, der aus im Querschnitt quadratischen
Profilrohren aufgebaut ist. Die Profilrohre sind allseitig gelocht und werden durch
T-Verbinder mit rechtwinklig dazu angeordneten Profilrohren verbunden. In den Bohrungen
aller Profilrohre sind je nach Anwendungsfall gerade oder Winkelrohre verschraubt,
an deren freien Enden direkt oder unter Zwischenschaltung von Rohrwinkeln Halter für
Kraftspanner oder für Anschläge oder für Sensoren oder dgl. geklemmt sind. An den
längs verlaufenden Profilrohren ist mittig eine Greiferanbindung verschraubt. Dieser
modulare Bauteilgreifer ist nur für kleinere Blechteile geeignet, da sein Eigengewicht
für große Blechteile zu groß wird. Bei größeren Blechteilen ist Steife für die erforderlichen
Genauigkeiten unzureichend. (Prospekt Modulare Bauteilgreifer der Fa. HWR Maschinenbautechnik
GmbH, Achim, FRS, Blatt 25 und 26, 9/2000).
[0003] Ein anderer bekannter Bauteilgreifer in Baukastenausführung besteht aus einem zentralen
Auslegerbaum, der mit einem endseitigen Kupplungsstück mit der Roboterhand verbunden
ist. Auf dem zentralen Auslegerbaum sind, je nach Anwendungsfall, mehrere Klemmblöcke
verspannt, die Auslegerrohre tragen. An den Auslegerrohren sind Schwenkarme geklemmt,
die an ihren freien Enden Adapter tragen, an denen z.B. Vakuumsauger, Näherungsschalter
oder Venturidüsen befestigt sind. Diese Lösung ist nur für kleine, relativ leichte
Werkstücke geeignet, da die kraftschlüssigen Verbindungen nur mit hohem Aufwand genau
eingestellt werden können und sich nicht für die übertragung größerer Lasten eignen.
(Handbuch Flexible Tooling der Fa. Bilsing Automation GmbH, Attendorn, Blatt zwischen
Seite 35 und 36, 1958).
[0004] Das US-Patent 5,427,300 beschreibt eine Laserschweißstation für das Fügen einer Rohbau-Karosserie.
Diese wird auf einem schienengeführten Wagen in die Laserschweißstation eingefahren
und dort fixiert. Diese lose an der Rohbau-Karosserie gefügten anzuschweißenden Blechteile
werden durch am Overhead schwenkbar gelagerte Manipulatoren gespannt und in einer
genauen Lage gehalten. Anschließend werden die Blechteile durch eine von einem programmierten
Roboter geführten Laserschweißvorrichtung mit der Rohbau-Karosserie verschweißt. Vergleichbare
Bauteilgreifer sind in dieser Laserschweißstation nicht vorhanden.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, einen gattungsgemäßen Bauteilgreifer in Baukastenausführung
für große Blechteile zu schaffen, der trotz seiner großen Dimension ein geringes Eigengewicht
hat, biege- und verwindungssteif ist und mit in gleichem Maße biege- und verwindungssteifen
Auslegern versehen ist, die schnell und genau auf die geforderten Positionen eingerichtet
werden können.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.
Die Merkmale der Patentansprüche 2 und 3 sind vorteilhafte Ausgestaltungen der Merkmale
des Patentanspruches 1.
Der im Querschnitt dreieckige Gittermast aus Rohren ist bekanntermaßen ein biege-
und verwindungssteifer Träger mit geringem Eigengewicht. Die rechtwinkligen oder diagonalen
Gitterrohre sind maßgebend für Biege- und Verwindungssteife. An alle Rohre des Gittermastes
werden als Ausleger mit Klemmblöcken oder Knotenstücken jeweils drei Rohrstücke geklemmt,
deren freie Enden zu einem Knotenstück zusammengespannt sind. Im Knotenstück sind
Zwischenstücke zur Aufnahme von Greifern, Saugern, Anschlägen oder dergleichen Bauteile
geklemmt. Die vorgenannten Bauteile können auch unmittelbar im Knotenstück aufgenommen
sein. Auch können die Rohrstücke der Ausleger an günstiger beliebiger Stelle Aufnahmen
für Sensoren, Anschläge und dergleichen gering belasteter Bauteile geklemmt sein.
Durch die konstruktiv festgelegte Länge der Rohrstücke eines Auslegers ist bereits
vorab die genaue Position des Knotenstückes und damit die Lage des Greifers, Saugers
oder dgl. bestimmt.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist perspektivisch in der Zeichnung dargestellt.
Ein, im Querschnitt gesehen, dreieckiger Gittermast besteht aus drei Längsrohren 1;2;3.
Zwei der Längsrohre 1;2 bilden die Oberseite des Gittermastes und sind in Abständen
durch verschweißte, rechtwinklig angeordnete Gitterrohre 4 verbunden. Zwischen jedem
oberen Längsrohr 1;2 und dem unteren Längsrohr 3 sind diagonal, unter wechselndem
Winkel, Gitterrohre 5 angeschweißt. Auf der Oberseite des Gittermastes sind an den
beiden Längsrohren 1;2 jeweils zwei Kupplungsstücke 6 zur Anbindung an ein nicht dargestelltes
Transportgerät oder Transportroboter angeschweißt. Außerdem ist eine Blechplatte 7
auf die beiden oberen Längsrohre 1;2 geschweißt, auf der Ventile und Kupplungen für
Energie- und Steuerleitungen angeordnet sind. An den vom Handling bestimmten Stellen
sind an den Längsrohren 1;2;3 drei Klemmblöcke 8;9;10 verschraubt, die jeweils ein
von der gewünschten Position in seiner Länge vorbestimmtes Rohr 11;12;13 tragen. Die
freien Enden dieser drei Rohre 11;12;13 sind durch ein Knotenstück 14 zusammengefasst
und bilden einen Ausleger. Im Knotenstück 14 ist ein Rohrwinkel 15 geklemmt, der auf
seinem waagerechten Schenkel die Aufnahme für ein Greiferwerkzeug 16 trägt.
Sind zwei Greiferwerkzeuge 16;17 in geringem Abstand voneinander zu positionieren,
so wird ein Greiferwerkzeug 16 an einem Ausleger, wie vorbeschreiben, aufgenommen.
Für das zweite Greiferwerkzeug 17 wird der Ausleger aus zwei zu den Längsrohren 2;3
des Gittermastes geführten Rohren 18;19 gebildet. Vom Knotenstück 20 dieser beiden
Rohre 18;19 ist ein Rohr 21 zum Knotenstück 14 des anderen Auslegers geführt und stabilisiert
den aus zwei Rohren 18;19 bestehenden Ausleger.
Anschläge 22 sind mittels Klemmblöcken 23 und entsprechend geformten Rohrstücken 24
an das untere Längsrohr 3 geklemmt. Ein Näherungsschalter 25 ist mittels eines Klemmblockes
26 und einem geraden Rohr 27 an das untere Rohr 19 eines Auslegers geklemmt.
Klemmblöcke 8;9;10 und Knotenstücke 14;20 sind übliche Kaufteile und deshalb nicht
näher beschrieben. Gleichfalls sind die zur Anwendung kommenden Werkzeuge, Sauger,
Anschläge, Schalter, Ventile und dgl. handelsübliche Kaufteile.
Die Anordnung der Steuer- und Kraftleitungen sind nicht Gegenstand der Erfindung und
deshalb nicht beschrieben.
Bei der Projektierung eines Bauteilgreifers für ein bestimmtes Werkstück sind für
dessen Handling Anschlagpunkte, Greifund Messstellen vorgegeben. Zu diesen Positionen
werden die Lagen der Klemmblöcke 8;9;10 an den Längsrohren 1;2;3 bestimmt. Für jeden
Ausleger werden die Längen der drei Rohre 11;12;13 und die Maße des Rohrwinkels 15
berechnet. Bei der Montage dieser dann vorgefertigten oder ausgewählten Rohre 11;12;13
und Rohrwinkel 15 befindet sich das daran befestigte Werkzeug 16 sehr nahe seiner
vorgeschriebenen Position und bedarf am Probewerkstück nur noch einer Feinjustage.
In gleicher Weise werden Anschläge, Ventile und Schalter am Gittermast oder am Ausleger
positioniert.
Bezugszeichen
[0007]
- 1
- Längsrohr
- 2
- Längsrohr
- 3
- Längsrohr
- 4
- Gitterrohr
- 5
- Gitterrohr
- 6
- Kupplungsstück
- 7
- Blechplatte
- 8
- Klemmblock
- 9
- Klemmblock
- 10
- Klemmblock
- 11
- Rohr
- 12
- Rohr
- 13
- Rohr
- 14
- Knotenstück
- 15
- Rohrwinkel
- 16
- Greiferwerkzeug
- 17
- Greiferwerkzeug
- 18
- Rohr
- 19
- Rohr
- 20
- Knotenstück
- 21
- Rohr
- 22
- Anschlag
- 23
- Klemmblock
- 24
- Rohrstück
- 25
- Näherungsschalter
- 26
- Klemmblock
- 27
- Rohr
1. Bauteilgreifer in Baukastenausführung, bestehend aus rohrförmigen Teilen (1;2;3;11;12;13),
die durch Klemmblöcke (8;9;10) und Knotenstücke (14;15) miteinander verbunden sind,
für große Blechteile, insbesondere Teile von Kraftfahrzeugkarosserien,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Rahmen ein im Querschnitt dreieckiger Gittermast aus Rohren angeordnet ist, von
denen zwei Längsrohre (1;2) oben liegen und ein oder mehrere Bauteile (4) zur Anbindung
tragen; dessen eines Längsrohr (3) unten liegt und an alle Längsrohre (1;2;3) des
Gittermastes als Ausleger mit Klemmblöcken (8;9;10) oder Knotenstücken (14;20) jeweils
drei Rohrstücke (11;12;13) geklemmt sind, deren freie Enden zu einem Knotenstück (14;20)
zusammengespannt sind, das Zwischenstücke (15;27) zur Aufnahme von Greifern (16;17),
Saugern, Spannern, Anschlägen (22) und gleichartigen Bauelementen trägt.
2. Bauteilgreifer nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden oberen Längsrohre (1;2) des Gittermastes durch rechtwinklig angeordnete
Gitterrohre (4) und jedes obere Längsrohr (1;2) mit dem unteren Längsrohr (3) durch
diagonal angeordnete Gitterrohre (5) verbunden sind.
3. Bauteilgreifer nach den Ansprüchen 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass an den Rohrstücken (19) der Ausleger mittels Knotenstücken (26) Rohrstücke (27) geklemmt
sind, die an ihrem freien Ende Sensoren (25), Anschläge oder dergleichen gering belastete
Bauteile tragen.
1. Component gripper of modular construction, comprising tubular parts (1; 2; 3; 11;
12; 13) which are connected to one other by clamping blocks (8; 9; 10) and junction
pieces (14; 15), for large sheet metal components, in particular parts of vehicle
bodies,
characterized
in that a lattice mast of triangular cross section made of tubes is arranged as a frame,
of which two longitudinal tubes (1; 2) are located at the top and carry one or more
components (4) for attachment; of which one longitudinal tube (3) is located at the
bottom and in each case three tubular pieces (11; 12; 13) are clamped to all the longitudinal
tubes (1; 2; 3) of the lattice mast as outriggers with clamping blocks (8; 9; 10)
or junction pieces (14; 20), their free ends being clamped together to form a junction
piece (14; 20) which carries intermediate pieces (15; 27) to hold grippers (16; 17),
suckers, tensioners, stops (22) and similar types of structural elements.
2. Component gripper according to Claim 1,
characterized in that the two upper longitudinal tubes (1; 2) of the lattice mast are connected by lattice
tubes (4) arranged at right angles, and each upper longitudinal tube (1; 2) is connected
to the lower longitudinal tube (3) by means of lattice tubes (5) arranged diagonally.
3. Component gripper according to Claims 1 and 2,
characterized in that tubular pieces (27) are clamped to the tubular pieces (19) of the outriggers by means
of junction pieces (26) and, at their free ends, carry sensors (25), stops or similar
lightly loaded components.
1. Préhenseur de composants de construction modulaire, composé de pièces tubulaires (1
; 2 ; 3 ; 11 ; 12 ; 13) qui sont reliées entre elles par des blocs de serrage (8 ;
9 ; 10) et des ferrures nodales (14 ; 15), pour de grandes pièces en tôle, notamment
des pièces de carrosseries de véhicules, caractérisé en ce que le cadre est constitué d'un pylône en treillis de section triangulaire en tubes dont
deux tubes longitudinaux (1 ; 2) se trouvent en haut et comportent un ou plusieurs
composants (4) pour l'attache ; dont l'un des tubes longitudinaux (3) se trouve en
bas et à tous les tubes longitudinaux (1 ; 2 ; 3) du pylône en treillis, trois éléments
tubulaires (11 ; 12 ; 13) faisant office de flèche sont respectivement fixés avec
des blocs de serrage (8 ; 9 ; 10) ou des ferrures nodales (14 ; 20), éléments tubulaires
dont les extrémités libres sont assemblées en une ferrure nodale (14 ; 20) qui comporte
des éléments intermédiaires (15 ; 27) pour recevoir des pinces (16 ;17), des ventouses,
des dispositifs de serrage, des butées (22) et des éléments de construction du même
type.
2. Préhenseur de composants selon la revendication 1, caractérisé en ce que les deux tubes longitudinaux du haut (1 ; 2) du pylône en treillis sont reliés par
des tubes de treillis (4) disposés en angle droit et chaque tube longitudinal du haut
(1 ; 2) est relié avec le tube longitudinal du bas (3) par des tubes de treillis (5)
disposés en diagonal.
3. Préhenseur de composants selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce qu'aux éléments tubulaires (19) de la flèche sont fixés, à l'aide de ferrures nodales
(26), des éléments tubulaires (27) qui comportent, à leur extrémité libre, des capteurs
(25), des butées ou des éléments de construction similaires à faible charge.
