[0001] Die Erfindung betrifft eine Antriebseinheit für einen Rollwagen eines Rollregals
mit einem an einer Seite des Rollwagenaufbaus angeordneten Traversenblech mit wenigstens
einer Aufnahme für die Lager wenigstens einer ein Zahnrad tragenden Zahnradwelle,
wobei das wenigstens eine Zahnrad über eine Kette mit dem Rollantrieb des Rollwagens
in Verbindung steht.
[0002] Rollregalanlagen bieten gegenüber herkömmlichen Lagereinrichtungen eine wesentlich
bessere Raumausnutzung, weil, anders als bei herkömmlichen feststehenden Regalen,
zwischen den einzelnen Regalen kein Raum für Zugänge freigehalten werden muss. Vielmehr
stehen die einzelnen Regaleinheiten dicht an dicht nebeneinander und Gänge entstehen
immer nur dort, wo sie gerade gebraucht werden, indem die einzelnen Regaleinheiten
einfach verschoben werden. Dazu weisen derartige Rollregalanlagen in der Bodenfläche
verlegte Schienen oder einen Podest mit integrierten Schienen auf, auf dem die einzelnen
Regaleinheiten verschiebbar angeordnet sind. Dazu weist jede Regaleinheit einen unteren
auf den Schienen verfahrbaren Rollwagen und einen das jeweilige Regal bildenden auf
dem Rollwagen montierten Rollwagenaufbau auf. Der Rollwagen selbst ist mit Lauf- und
Spurrollen versehen, welche auf den Schienen verfahren werden können, wobei zum Verschieben
der jeweiligen Regaleinheit die Laufrollen vom Benutzer mit Hilfe einer Antriebseinheit
für den jeweiligen Rollwagen betätigt werden können. Die Antriebseinheit kann dabei
manuell mit Hilfe eines Sternrades oder auch elektromotorisch ausgebildet sein.
[0003] Beim Rollregalsystem RR409 der Anmelderin ist beispielsweise ein manueller Antrieb
mit Hilfe eines Sternrades vorgesehen. Die Antriebseinheit des jeweiligen Rollwagens
weist dabei an der zugänglichen Seite des jeweiligen Rollwagenaufbaus ein Traversenblech
auf, welches mit einer Aufnahme für die Lager einer ein Antriebszahnrad tragenden
Zahnradwelle versehen ist, wobei diese Zahnradwelle drehfest mit dem außenseitig angeordneten
Sternrad verbunden ist. Das Antriebszahnrad steht über einen Kettentrieb mit einem
Antriebszahnrad im Rollwagen für den Rollenantrieb des Rollwagens in Verbindung. Durch
Betätigung des Sternrades werden somit über den Kettentrieb die Laufrollen des Rollwagens
in Bewegung gesetzt und die Regaleinheit kann so in die gewünschte Richtung verschoben
werden.
[0004] Die Aufnahme der Lager der Zahnradwelle für das Antriebszahnrad und das Sternrad
ist bisher von einer Aufnahmeöffnung im Traversenblech an der Seite des Rollwagenaufbaus
sowie einer an das Traversenblech angeschraubten Lasche gebildet, welche ebenfalls
eine Aufnahmeöffnung für das andere zweite Lager der Zahnradwelle aufweist. Diese
Ausbildung der Antriebseinheit ist zwar voll funktionsfähig, weist jedoch Nachteile
auf. Zum einen ist nur eine feste Einbauposition möglich, da im Traversenblech die
Lagerstelle exakt vorgegeben ist. Außerdem ist die Montage sehr umständlich, da die
komplette Antriebseinheit aus all ihren Einzelteilen beim Aufbau der gesamten Regalanlage
zusammengebaut werden muss, eine Vormontage ist nicht möglich, vielmehr muss zunächst
die Zahnradwelle mit dem Zahnrad in der Lagerstelle in dem Traversenblech angeordnet
und anschließend die Lasche an das Traversenblech angeschraubt und gleichzeitig das
zweite Lager in der Lasche montiert werden. Außerdem muss dabei auch die Kette mit
eingefädelt werden. Wird eine Übersetzung gewünscht bzw. benötigt, muss eine zweite
Lagerstelle dieser Art geschaffen werden, um auf einer zweiten Welle zwei Zahnräder
verschiedener Größe mit zwei Ketten zu montieren, was ebenso aufwendig ist. Ferner
ist es bisher, um eine ausreichende Kettenspannung zu gewährleisten, notwendig, einen
Kettenspanner vorzusehen, der das gesamte Traversenblech in vertikaler Richtung gegenüber
dem Aufbaurahmen des Rollwagens verschiebt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine derartige Antriebseinheit so zu verbessern, dass
die Montage derselben wesentlich erleichtert wird.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Antriebseinheit der eingangs bezeichneten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die wenigstens eine Aufnahme von einem im Einbauzustand U-förmig
zusammenbiegbaren Lagerblech gebildet ist, in dessen beiden U-Schenkeln miteinander
fluchtende Aufnahmeöffnungen für die Lager der Welle und Befestigungsbohrungen für
Befestigungselemente zur Befestigung in Befestigungsbohrungen des Traversenbleches
vorgesehen sind.
[0007] Auf diese Weise läßt sich die Montage der Antriebseinheit wesentlich verbessern.
Die jeweilige Zahnradwelle mit ihren Lagern ist nunmehr ausschließlich im U-förmig
zusammengebogenen Lagerblech gelagert, eine einseitige Lagerung auch im Traversenblech
selbst entfällt vollständig. Dies bietet eine erhebliche Montageerleichterung, da
die Welle mit ihren Lagern und dem wenigstens einen Zahnrad einfach in das U-förmige
Lagerblech eingesetzt werden kann, was bevorzugt im Wege einer Vormontage im Werk
erfolgen kann. Später kann dann das Lagerblech mit Welle bei der Montage der Regalanlage
an das betreffende Traversenblech angeschraubt werden. Das Lagerblech ist dabei bevorzugt
zunächst an einer Biegekante gekantet, die Welle wird dann mit einem Lager zunächst
in den einen Lagerblechschenkel eingesetzt, anschließend wird der zweite Lagerblechschenkel
U-förmig zusammengebogen, wodurch das zweite Lager im zweiten U-Schenkel aufgenommen
wird.
[0008] Um die Montage weiter zu erleichtern, ist bevorzugt vorgesehen, dass das Lagerblech
an wenigstens einer Biegekante Perforationen aufweist. Auf diese Weise kann das Lagerblech
bei der Montage einfach von Hand vom Monteur U-förmig zusammengebogen werden, ohne
dass es eines zusätzlichen Werkzeuges bedarf.
[0009] In bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass am Traversenblech ein zweites Lagerblech
zur Aufnahme einer Welle für eine Übersetzungsstufe befestigt ist. Dieses zweite Lagerblech
ist in gleicher Weise gestaltet und die Montage der Übersetzungsstufe (zwei Zahnräder
unterschiedlicher Größe auf einer gemeinsamen Welle) erfolgt dann in gleicher Weise.
Diese Montage kann ebenfalls im Wege der Vormontage durchgeführt werden, eine Vorort-Montage
beim Aufbau der Regalanlage ist nicht erforderlich.
[0010] Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass die Befestigungsbohrungen am Lagerblech
und/oder am Traversenblech als Langloch ausgebildet sind. Die Einbaulage des Lagerbleches
und damit der Kettenzahnräder ist damit nicht exakt vorgegeben, sondern kann in vertikaler
Richtung in gewisser Weise in Anpassung an die jeweiligen Gegebenheiten verändert
werden. Dies bietet den erheblichen zusätzlichen Vorteil, dass durch geeigneten Anbau
des Lagerbleches an das Traversenblech auch eine Kettenspannung erfolgen kann, ohne
dass es eines zusätzlichen Kettenspanners bedarf.
[0011] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Lager außenseitig
eine Nut mit Sprengring aufweisen. Durch diese Gestaltung können die Lager auf einfache
Weise in die Aufnahmeöffnungen in den U-Schenkeln des Lagerbleches eingesetzt und
dort lagegesichert werden.
[0012] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert.
Diese zeigt jeweils in perspektivischer Darstellung in
- Fig. 1
- die wesentlichen Bestandteile einer Antriebseinheit für einen Rollwagen eines Rollregals,
- Fig. 2
- die Antriebseinheit nach Fig. 1 bei der Befestigung des unteren Lagerbleches,
- Fig. 3
- bis 6 die Vormontage eines Lagerbleches mit Antriebselementen und in
- Fig. 7
- die Vormontage eines Lagerbleches für eine Übersetzungsstufe.
[0013] Eine Antriebseinheit für einen nicht dargestellten Rollwagen eines ebenfalls nicht
dargestellten Rollregals weist zunächst ein Traversenblech 1 auf, welches an einer
Seite des nicht dargestellten Rollwagenaufbaus befestigt ist bzw. wird. Dieses Traversenblech
1 ist im nicht dargestellten Einbauzustand nach außen durch eine Seitenwandung des
Rollwagenaufbaus abgeschlossen.
[0014] Im oberen Bereich des Traversenbleches 1 ist eine erste Aufnahme für die Lager 2,
3 einer ein Antriebskettenzahnrad 4 tragenden Welle 5 vorgesehen, wobei das vordere
freie Wellenende 5a nach außen aus dem Bereich des Traversenbleches 1 durch die nicht
dargestellte Seitenwandung des Rollwagenaufbaus hindurchragt und im fertigen Montagezustand
des Rollwagens drehfest mit einem vom Bediener des Rollregales von Hand zu betätigenden
Sternrad oder dgl. verbunden ist.
[0015] Die Aufnahme ist dabei von einem im Einbauzustand U-förmig zusammengebogenen Lagerblech
6 gebildet, welches im Einzelnen am besten aus den Figuren 3 bis 6 erkennbar ist.
Dieses Lagerblech 6 weist in seinen beiden U-Schenkeln 7 miteinander fluchtende Aufnahmeöffnungen
8 für die Lager 2, 3 der Welle 5 auf. Ferner weist das Lagerblech 6 in seinen beiden
U-Schenkeln 7 miteinander fluchtende Befestigungsbohrungen 9 auf, die zur Befestigung
des Lagerbleches 6 am Traversenblech 1 dienen. Dabei sind im oberen Bereich des Traversenbleches
1 an entsprechenden Stellen in Figur 1 und 2 nicht erkennbare Befestigungsbohrungen
vorgesehen.
[0016] Das Lagerblech 6, das beim Herstellvorgang zunächst streifenförmig ist, wird zur
Bildung des U-Profiles zunächst an einer Biegekante 10 gekantet und ist an der zweiten
späteren Biegekante 11 bevorzugt mit Perforationen 12 versehen. Solche Perforationen
12 können grundsätzlich auch an der Biegekante 10 vorgesehen sein.
[0017] Das Lagerblech 6 wird als Montageteil bevorzugt in der in Fig. 4 dargestellten Weise
eingesetzt, d.h. zunächst um die Biegekante 10 L-förmig gekantet. In diesem Zustand
läßt sich einfach von Hand die Welle 5 mit dem darauf befindlichen Zahnrad 4 und zunächst
mit dem Lager 2 in die Aufnahmeöffnung 8 des unteren U-Steges 7 des Lagerbleches 6
einsetzen. Anschließend wird dann auf das Zahnrad 4 eine nur in Figur 1 dargestellte
Antriebskette 13 aufgesetzt. Nachfolgend kann einfach von Hand entlang der Perforationen
12 der obere U-Steg 7 des Lagerbleches 6 um die Biegekante 11 zur Bildung des U-Profiles
heruntergeschwenkt werden, wobei dann das Lager 3 in die Aufnahmeöffnung 8 dieses
U-Steges 7 eingreift. Um einen sicheren Sitz der Lager 2, 3 in den entsprechenden
Aufnahmeöffnungen 8 des Lagerbleches 6 zu gewährleisten, weisen die Lager 2, 3 außenseitig
jeweils eine nicht dargestellte Nut mit einem Sprengring auf, wodurch eine Lagesicherung
der Lager 2, 3 im Lagerblech 6 gewährleistet ist. Gemäß Darstellung in Figur 6 steht
somit eine vormontierte Lageraufnahme für das Antriebszahnrad 4 mit seiner Antriebswelle
5 zur Verfügung.
[0018] Mittels Befestigungsschrauben 14 und 15 und Hülsen 16 läßt sich die gesamte Einheit
gemäß Figur 6 dann im oberen Bereich des Traversenbleches 1 befestigen, wie dies in
Figur 1 bzw. 2 dargestellt ist. Dabei ist die Länge der Hülsen 16 in Übereinstimmung
mit der Innenbreite des Steges des U-förmigen Lagerbleches 6, so dass die U-Schenkel
7 im Einbauzustand parallel sind.
[0019] Wenn keine zusätzliche Übersetzungsstufe notwendig ist, kann die Kette 13 nun direkt
im Bereich unterhalb des Traversenbleches 1 mit dem nicht dargestellten, ebenfalls
ein Zahnrad aufweisender Rollantrieb des Rollwagens verbunden werden. Um bei dieser
Ausgestaltung eine einfache Kettenspannung der Kette 13 zu ermöglichen, können die
Befestigungsbohrungen 9 am Lagerblech 6 oder im oberen Bereich des Traversenbleches
1 als Langlöcher ausgebildet sein, so dass zur Spannung der Kette 13 die Einbaulage
entsprechend gewählt werden kann.
[0020] Wird dagegen eine Zwischenübersetzung im Bereich des Traversenbleches 1 gewünscht,
ist eine zweite Aufnahme vorgesehen, die ebenfalls von einem in gleicher Weise gestalteten
Lagerblech 6 gebildet ist. In ein in gleicher Weise gestaltetes Lagerblech 6 wird
dann gemäß Figur 7 eine weitere Welle mit ihren Lagern, erkennbar ist nur ein Lager
3', eingesetzt, wobei diese Welle dann zwei Zahnräder 18, 19 mit unterschiedlicher
Zähnezahl trägt. Die Vormontage erfolgt auf gleiche Weise, in das zunächst L-förmig
gekantete Lagerblech 6 wird die Welle mit ihren Lagern eingesetzt, anschließend wird
von Hand der obere U-Schenkel 7 entlang der Perforationen 12 U-förmig eingeschwenkt,
so dass das Lager 3' in der Aufnahmeöffnung 8 aufgenommen ist. Die so gebildete Vormontageeinheit
wird anschließend, wie aus Figur 2 erkennbar ist, im unteren Bereich des Traversenbleches
1 befestigt, wozu das Traversenblech 1 Befestigungsbohrungen 17 aufweist, die bevorzugt
als Langlöcher ausgebildet sind. Durch geeignete Anordnung in den Langlöchern 17 läßt
sich somit eine Spannung der Kette 13 realisieren, ohne dass es eines zusätzlichen
Kettenspanners oder dgl. bedarf. Während eines der beiden Zahnräder 18, 19 die am
anderen Ende auf dem Zahnrad 4 sitzende Kette 13 trägt, ist auf dem anderen der beiden
Zahnräder 18, 19 eine weitere, in der Zeichnung nicht dargestellte Kette angeordnet,
die zum Rollantrieb des Rollwagens führt.
1. Antriebseinheit für einen Rollwagen eines Rollregals mit einem an einer Seite des
Rollwagenaufbaus angeordneten Traversenblech mit wenigstens einer Aufnahme für die
Lager wenigstens einer ein Zahnrad tragenden Zahnradwelle, wobei das wenigstens eine
Zahnrad über eine Kette mit dem Rollantrieb des Rollwagens in Verbindung steht,
dadurch gekennzeichnet,
dass die wenigstens eine Aufnahme von einem im Einbauzustand U-förmig zusammenbiegbaren
Lagerblech (6) gebildet ist, in dessen beiden U-Schenkeln (7) miteinander fluchtende
Aufnahmeöffnungen (8) für die Lager (2,3) der Welle (5) und Befestigungsbohrungen
(9) für Befestigungselemente (15,16) zur Befestigung in Befestigungsbohrungen (17)
des Traversenbleches (1) vorgesehen sind.
2. Antriebseinheit nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Lagerblech (6) an wenigstens einer Biegekante (11) Perforationen (12) aufweist.
3. Antriebseinheit nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Traversenblech (1) ein zweites Lagerblech (6) zur Aufnahme einer Welle für eine
Übersetzungsstufe (18,19) befestigt ist.
4. Antriebseinheit nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Befestigungsbohrungen (9,17) am Lagerblech (6) und/oder am Traversenblech (1)
als Langlöcher ausgebildet sind.
5. Antriebseinheit nach Anspruch 1 oder einem der folgenden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lager (2,3) außenseitig eine Nut mit Sprengring aufweisen.