[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Zugentlastungsvorrichtung für ein Kabel in einer
elektrischen Steckvorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Bei einer Zugentlastung dieser Art (DE 199 00 201 A1) ist ein Käfig mit einer Ringwand
und einer Anzahl von Lamellen mit verdickten Enden vorgesehen. Der Käfig ist unter
Zwischenfügung eines Dichtungsrings in ein Gehäusebauteil der elektrischen Steckvorrichtung
eingefügt. Der Dichtungsring ist Teil einer Dichtungsmanschette, die von den verdickten
Enden der Lamellen an das Kabel gepresst wird, wenn eine Überwurfmutter als ringförmiges
Druckstück auf das Gehäuseteil der elektrischen Steckvorrichtung aufgeschraubt wird.
Diese Kabelanschlussvorrichtung ist für einen bestimmten Kabeldurchmesser ausgelegt,
d. h. unterschiedlich dicke Kabel können nicht zugentlastet und abgedichtet werden.
[0003] Eine weitere Zugentlastungsvorrichtung (DE 195 40 686 C1) umfasst einen Käfig mit
einer Anzahl Lamellen und Klauen an deren Enden, sowie ein ringförmiges Druckstück
zum Zusammenpressen der Klauen bei zwischengefügtem Kabel. Dabei können nur Kabel
eines bestimmten Durchmessers geklemmt werden. Ferner ist es mit der Zugentlastung
nicht möglich, das Innere des Gehäuses gegenüber eindringendem Wasser abzudichten.
[0004] Bei einer weiteren bekannten Zugentlastungsvorrichtung (EP 0 921 604 A1) wird das
Kabel von einem Klemmkäfig umgeben, der mit einzelnen Klemmbacken ausgebildet ist,
die mit Schrägflächen versehen sind, und eine Überwurfmutter drängt den Klemmkäfig
mit seinen Schrägflächen in Anlage an jeweilige Schrägnuten einer Ringwand, die Teil
des Gehäuses der Steckvorrichtung ist. Auch hier erfolgt keine Abdichtung des hindurchgeführten
geklemmten Kabels.
[0005] Inzwischen ist eine elektrische Steckvorrichtung bekannt geworden (DE 100 11 341
A1), bei der ein Käfig mit einer Anzahl Lamellen und abgestuften Klauen an deren Enden
in eine Käfigaufnahme mittels einer Knebelmutter gepresst wird. Dabei wird auch eine
Dichthülse auf den Käfig und das zwischengefügte Kabel gepresst. Die Stufen an den
Klauen sind frei von der Dichthülse und ermöglichen, unterschiedliche Kabeldurchmesser
zu greifen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Zugentlastungsvorrichtung unter Anwendung
von Klauen zu schaffen, die gleichzeitig eine wasserdichte Abdichtung für die elektrische
Steckvorrichtung bildet.
[0007] Die gestellte Aufgabe wird aufgrund der Merkmale des Anspruches 1 gelöst und durch
die weiteren Merkmale der abhängigen Ansprüche ausgestaltet und weiterentwickelt.
[0008] Bei der Erfindung bildet der Käfig um das abzudichtende Kabel herum eine Art versteifter,
konischer Dichtmanschette mit zwei offenen Enden, wovon das eine Ende das Kabel wasserdicht
umgibt und das andere Ende mit einem Gehäuseteil der elektrischen Steckvorrichtung
wasserdicht verbunden ist. Praktisch bildet diese Dichtmanschette das hintere Ende
des Gehäuses der Steckvorrichtung, die - häufig als Haube ausgebildet - mit dem Käfig
aus einem Stück gegossen wird, wonach ein Dichtungsmantel an den Käfig angespritzt
wird. Die Versteifung der Dichtmanschette erfolgt somit durch die Lamellen des Käfigs,
die in radialen Ebenen des Kabels angeordnet sind, jedoch schräg zur Kabelachse verlaufen.
Diese Rippen oder Lamellen weisen zur Kabeldurchführungsöffnung hin gerichtete Klauen
auf, die es ermöglichen, das Kabel bei größerem oder kleinerem Kabeldurchmesser festzuklemmen,
wenn ein Druckstück, z. B. eine Überwurfmutter, auf die schräg verlaufenden Lamellen
einwirkt. Gleichzeitig sorgt die Manschette für Abdichtung des geklemmten Kabels.
[0009] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- eine Ansicht von oben auf die Zugentlastungsvorrichtung, Teile weggebrochen,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie AB in Fig. 1 mit einem abgedichteten Kabel relativ
großen Durchmessers, und
- Fig. 3
- einen Längsschnitt bei einem Kabel mit relativ kleinem Durchmesser.
[0010] Die Zeichnungen zeigen eine Haube 1, d. h. ein hinteres Gehäuseteil einer elektrischen
Steckvorrichtung, in das ein Kabel 2 bzw. 3 hineinführt. Das Kabel enthält eine Reihe
von nicht dargestellten elektrischen Leitungen, die an Kontaktelemente (Kontaktstifte
oder Kontaktbuchsen) anzuschließen sind, wobei sich dieser Anschluss nicht lösen soll,
wenn man am Kabel 2 oder 3 zieht. Die Vorrichtung, welche diesen Zug abfängt und damit
die Verbindung der jeweiligen Leitung mit dem Kontaktelement schützt, wird generell
als Zugentlastungsvorrichtung 10 bezeichnet.
[0011] Die Zugentlastungsvorrichtung 10 umfasst als hauptsächlichste Teile einen Klemmkäfig
11 und ein ringförmiges Druckstück 12. Der Klemmkäfig 11 weist eine Ringwand 13 auf,
die im dargestellten Ausführungsbeispiel einstückig mit der Haube 1 verbunden ist,
d.h. zusammen mit dieser spritzgegossen wird. Es ist jedoch auch eine getrennte Herstellung
möglich. Wichtig ist die wasserdichte Verbindung zwischen der Ringwand 13 und dem
Gehäuseteil 1.
[0012] Mit der Ringwand 13 sind ein Kranz von Rippen oder Lamellen 14 einstückig verbunden,
und zwar über verdünnte Wandbereiche oder Scharniere 15,so dass die Rippen oder Lamellen
14 bei Einführung des Kabels 2 bzw. 3 oder bei Einwirkung durch das Druckstück 12
leicht geschwenkt werden können. Wie aus Fig. 1 ersichtlich, befinden sich zwischen
den Rippen oder Lamellen 14 jeweils schmale Zwischenräume 16, welche eine Annäherung
der Lamellen zueinander an ihre oberen freien Enden ermöglichen. Die Lamellen 14 liegen
demnach auf dem Mantel eines Kegelstumpfes, dessen großer Durchmesser von der Ringwand
13 und dessen kleiner Durchmesser von der Stellung des Druckstückes 12 abhängt. Auf
der Innenseite jeder Lamelle 14 sitzt eine Kralle 17, die dazu bestimmt ist, in den
Mantel des jeweilig eingeführten Kabels 2 bzw. 3 einzudringen, wenn dieses festgeklemmt
wird.
[0013] Wegen der schlitzförmigen Räume 16 zwischen den Lamellen 14 ist der Klemmkäfig 11
nicht in der Lage, das Kabel 2 bzw. 3 abzudichten. Erfindungsgemäß ist eine Dichtmanschette
in Form eines rippenverstärkten kegelstumpfförmigen Dichtungsmantels 20 vorgesehen,
der aus einem elastomeren Dichtungsmaterial, beispielsweise anformbarem Gummi besteht.
[0014] Der Dichtungsmantel 20 weist an seinem in der Zeichnung oberen Ende eine Kabeldurchführungsöffnung
21 auf, die von einem verdickten Ringwulst 29 umgeben wird, der sich wie ein Schließmuskel
um das Kabel 2 bzw. 3 legt, jedoch eine Einführungsschräge für das Kabelende aufweist,
damit dieses in die vom Ringwulst 29 gebildete Öffnung 21 eingeführt werden kann.
Der Dichtungsmantel 20 überdeckt die Lücken 16 zwischen den Lamellen 14 und ist mit
seinem unteren ringförmigen Ende 22 sicher an der Ringwand 13 befestigt. In der Praxis
geschieht dies dadurch, dass der Klemmkäfig 11 in zwei Schritten hergestellt wird,
nämlich im ersten Schritt werden das Gehäuseteil 1 zusammen mit der Ringwand 13 und
den Lamellen 14 geformt und in einem zweiten Schritt wird der Dichtungsmantel 20 angespritzt,
so dass beispielsweise eine aus einem Stück gegossene Haube entsteht, die sowohl die
Dichtfunktion als auch die Zugentlastungsfunktion für die Steckvorrichtung übernimmt.
[0015] Das ringförmige Druckstück 12 ist im dargestellten Ausführungsbeispiel als Überwurfmutter
ausgebildet, die im Gewinde 18 an der Außenseite der Ringwand 13 eingreift und hierzu
ein Innengewinde 19 besitzt. Die Gewinde 18 und 19 können als sogenanntes Ratschengewinde
ausgebildet sein, d.h. an wenigstens einem dieser Gewinde sind Sperrzähne vorgesehen,
welche das Lockerwerden der Überwurfmutter verhindern, wenn diese angezogen ist.
[0016] Das ringförmige Druckstück 12 weist eine konische Druckfläche 25 und angrenzend zu
dieser eine runde Öffnung 26 auf, die mit den schrägen Außenseiten 27 bzw. den Scheitelflächen
28 der Lamellen 14 zusammenarbeiten. Bei kleinem Kabeldurchmesser (Fig. 3) gleitet
die untere Kante der Öffnung 26 wie ein Nocken auf den Schrägflächen 27, wenn das
Druckstück in der Zeichnung nach unten verschraubt wird, wodurch sich die obere Konusöffnung
21 verkleinert und die Krallen 17 in den Kabelmantel eindringen. Wenn ein Kabel mit
großem Querschnitt eingeführt wird (Fig. 2), gleiten die Scheitelflächen 28 der Lamellen
14 entlang der Konusfläche 25. Beim Anziehen der Mutter 12 wird das Öffnungsmaul des
Klemmkäfigs ebenfalls verkleinert und die Krallen 17 dringen in den Kabelmantel ein.
In jedem Fall wird aber eine abdichtende Anlage des Ringwulstes 29 an dem Kabelmantel
erzielt, wobei es keine Stelle entlang des Klemmkäfigs gibt, an der die Abdichtung
unterbrochen wäre. Gleichzeitig wird die Funktion der Zugentlastung erfüllt, weil
die Krallen 17 das Kabel festhalten, wenn an diesem gezogen wird.
[0017] Elektrische Steckvorrichtungen gibt es in unterschiedlichen Größenklassen für unterschiedliche
Größenbereiche des Kabeldurchmessers. Demgemäß ist vorgesehen, für jede Größenklasse
der elektrischen Steckvorrichtung jeweils eine passende Zugentlastungsvorrichtung
vorzusehen, mit denen jeweils ein bestimmter Bereich von Kabeldurchmesser abgedeckt
wird.
1. Zugentlastungsvorrichtung für ein Kabel in einer elektrischen Steckvorrichtung, umfassend:
ein Gehäuseteil (1) der elektrischen Steckvorrichtung, durch das sich das Kabel (2,
3) erstreckt;
einen Käfig (11) mit einer Ringwand (13) und einer Anzahl von Lamellen (14), die an
der Ringwand angelenkt sind und zwischen denen sich schlitzförmige Lücken (16) befinden;
eine aus elastischem Dichtungsmaterial bestehende Dichtung (20), die das Kabel (2,
3) umgibt und das Gehäuseteil (1) abdichtet;
ein ringförmiges Druckstück (12) zur Anlage an Schrägflächen (27) der Lamellen (14),
um die Dichtung (20) an das Kabel (2, 3) zu pressen,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
die Dichtung (20) ist mit den Lamellen (14) verbunden, um diese abzudichten und deren
Bewegung zu folgen und eine engste Stelle für eine veränderbar große Kabeldurchführungsöffnung
(21) zu bilden,
ferner reicht die Dichtung (20) axial bis zur Überdeckung mit der Ringwand (13), mit
der sie abdichtend verbunden ist;
die Lamellen (14) erstrecken sich generell schräg zur Achse der Ringwand (13) und
weisen im Bereich der Kabeldurchführungsöffnung (21) Klauen (17) auf, die infolge
Einwirkung des Druckstückes (12) an den Schrägflächen (27) der Lamellen (14) auf den
Mantel eines dickeren (2) oder dünneren (3) Kabels gepresst werden können.
2. Zugentlastungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ringwand (13) des Käfigs (11) einen integralen Abschnitt des Gehäuseteils (1)
der elektrischen Steckvorrichtung bildet.
3. Zugentlastungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Käfig (11) in einem ersten Verfahrensschritt hergestellt und die Dichtung (20)
an den Käfig (11) in einem zweiten Verfahrensschritt angespritzt worden ist.
4. Zugentlastungsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Dichtungsmaterial aus einem im Zweikomponenten-Spritzverfahren anformbaren Elastomer
besteht.
5. Zugentlastungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die Dichtung (20) als kegelstumpfförmiger Mantel mit einem verdickten Rand (29) an
der Kabeldurchführungsöffnung (21) ausgebildet ist.
6. Zugentlastungsvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Klauen (17) der Lamellen (14) als spitze Krallen ausgebildet sind, die nahe des
verdickten Randes (29) der Dichtung (20) angeordnet sind.
7. Zugentlastungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass die Lamellen (14) mit ihren Schrägflächen (27) auf dem Mantel eines Kegelstumpfs
angeordnet sind, an dessen kleinerer Kegelstumpfbasis die Lamellen (14) abgerundet
(28) sind, während an der größeren Kegelstumpfbasis verdünnte Wandbereiche zur Bildung
von Scharnieren (15) vorgesehen sind, die mit der Ringwand (13) einstückig verbunden
sind.
8. Zugentlastungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass das ringförmige Druckstück (12) als Überwurfmutter ausgebildet ist und mit einem
Gewinde (18) zusammenarbeitet, das an der Außenseite der Ringwand (13) des Käfigs
(11) angebracht ist.
9. Zugentlastungsvorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde (19) der Überwurfmutter und/oder das Gewinde (18) an der Außenseite der
Ringwand (13) mit Sperrzähnen versehen ist, um eine ungewollte Rückdrehung und Lockerung
der Überwurfmutter zu verhindern.
10. Zugentlastungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass das Gehäusebauteil (1) der elektrischen Steckvorrichtung eine Haube (1) darstellt,
von der die Zugentlastungsvorrichtung ein integrales Teil einer elektrischen Steckvorrichtung
bildet.