Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Betriebsgerät für Entladungslampen gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1. Insbesondere behandelt die Erfindung die Zündung dieser Lampen.
Stand der Technik
[0002] Betriebsgeräte für Entladungslampen, im folgenden kurz Lampen genannt, besitzen nach
dem Stand der Technik einen Wechselspannungsgenerator, der über einen Lastkreis mit
einer oder mehreren Lampen verbunden ist. Verbreitet ist die Ausführung des Wechselspannungsgenerators
als Halb- oder Vollbrückenwechselrichter mit elektronischen Schaltern, wodurch der
Wechselspannungsgenerator eine rechteckförmige Quellspannung
Uq abgibt. Der Lastkreis besteht im wesentlichen aus einem Reaktanznetzwerk. Seine Aufgabe
besteht unter anderem darin, die Quellimpedanz des Wechselspannungsgenerator in einen
zum Betrieb von Lampen erforderlichen Wert zu transformieren.
[0003] Insbesondere zum Betrieb von Niederdrucklampen übernimmt der Lastkreis auch die Aufgabe
der Zündung dieser Lampen. Dazu wird der Lastkreis so ausgeführt, dass er eine Resonanz
aufweist. Das bedeutet, dass der Lastkreis in der Lage ist, bei Anregung mit seiner
Resonanzfrequenz
fres am Ausgang eine hohe Spannung zu erzeugen, die geeignet ist eine Lampe zu zünden.
Im einfachsten Fall besteht der Lastkreis aus einer Serienschaltung einer Induktivität
L und einer Kapazität C. Diese Schaltung weist eine Resonanzfrequenz
fres bei 1/2π

auf. Eine Lampe ist parallel zur Kapazität C geschaltet. Speist der Wechselspannungsgenerator
eine rechteckförmige Quellspannung
Uq mit einer Grundfrequenz bei der Resonanzfrequenz
fres in den Lastkreis ein, so ergibt sich eine Spannungsüberhöhung an der Kapazität C,
die zur Zündung der Lampe führt. Für die Periodendauer
Tper der Quellspannung
Uq wird demnach nach dem stand der Technik folgende Bedingung angestrebt:
Tper ·
fres = 1. Für das Taktverhältnis, der Quellspannung
Uq wird ein Wert von 0,5 angestrebt. Das Tastverhältnis ist das Verhältnis von Pulsdauer
Tpuls zu Pulspause der rechteckförmigen Quellspannung
Uq.
[0004] Ein Problem bei der Zündung der Lampen auf die oben beschriebene Art besteht darin,
dass die Grundfrequenz der vom Wechselspannungsgenerator abgegebenen Quellspannung
Uq genau eingestellt werden muss, da die Resonanz des Lastkreises im allgemeinen schmalbandig
ist. Die Resonanzfrequenz
fres muss mit einer Genauigkeit getroffen werden, die unter 1% liegt, da sonst nicht genügend
Spannungsüberhöhung an der Kapazität C für eine sichere Zündung der Lampe auftritt.
Weist die Resonanz des Lastkreises eine hohe Güte auf, so kann ein Problem auch dadurch
entstehen, dass die Resonanzfrequenz
fres zu genau getroffen wird. Es können in diesem Fall im Betriebsgerät Strom- und Spannungsamplituden
auftreten, die zur Zerstörung von Bauteilen führen.
[0005] Zur Realisierung des Wechselspannungsgenerators sind sog. selbsterregte Generatoren
bekannt. Bei diesen wird das Ansteuersignal für die elektronischen Schalter des Wechselspannungsgenerators
aus dem Laststrom gewonnen. Dadurch ergibt sich ein selbstregulierender Effekt, der
die Frequenz der Quellspannung
Uq, die der Wechselspannungsgenerator abgibt, in die Nähe der Resonanzfrequenz
fres legt. Derartige, selbsterregte Generatoren erlauben jedoch nur beschränkte Eingriffsmöglichkeiten
zur Regelung des Lampenbetriebs, weshalb sog. fremderregte Generatoren immer häufiger
eingesetzt werden. Bei fremderregten Generatoren erzeugt ein unabhängiger Oszillator
das Ansteuersignal für die elektronischen Schalter des Wechselspannungsgenerators.
Unabhängig bedeutet, dass im Gegensatz zu selbsterregten Generatoren eine Schwingung
erzeugt werden kann, die unabhängig von Größen wie Laststrom oder Lastspannung ist.
[0006] Im Stand der Technik werden mehrere Lösungen vorgeschlagen, die das Ziel haben, die
Frequenz eines o. g. unabhängigen Oszillators so einzustellen, dass die Lampe sicher
gezündet wird.
[0007] In der Schrift EP 0 351 012 (Wong) wird vorgeschlagen, die Frequenz des unabhängigen
Oszillators auf einen Wert einzustellen, der über der Resonanzfrequenz
fres liegt und dann kontinuierlich abzusenken, bis die Resonanzfrequenz
fres getroffen wird. Damit ergibt sich aber das Problem, dass einerseits die Änderung
der Frequenz des unabhängigen Oszillators nicht zu schnell sein darf, damit sich die
Resonanz im Lastkreis ausbilden kann, andererseits aber die Zündung der Lampe möglichst
schnell erfolgen soll, damit vorgeheizte Wendeln einer Lampe bis zur Zündung nicht
wieder abkühlen.
[0008] In der Schrift EP 0 831 678 (Nerone) wird vorgeschlagen, dass eine geschlossene Regelschleife
die Frequenz des unabhängigen Oszillators derart regelt, dass sich an der Lampe die
gewünschte Zündspannung einstellt. Da, wie oben erwähnt, die Resonanz des Lastkreises
schmalbandig ist, ist der Aufwand für die vorgeschlagene Regelung erheblich.
[0009] Ein weiteres Problem entsteht dadurch, dass der unabhängige Oszillator immer häufiger
in Digitaltechnik ausgeführt ist. Dies kann in Form eines Microcontrollers geschehen.
Die Digitaltechnik bedingt, dass der unabhängige Oszillator nicht mehr jede beliebige
Frequenz erzeugen kann. Es sind nur diskrete Frequenzen erzeugbar, die durch ein festes
Raster vorgegeben sind. Um die Resonanzfrequenz
fres mit genügender Genauigkeit zu treffen, muss ein hoher Aufwand getrieben werden, damit
das vorgegebene Raster eine ausreichend hohe Auflösung für die erzeugbaren Frequenzen
zulässt.
Darstellung der Erfindung
[0010] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Betriebsgerät gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 bereitzustellen, das eine zuverlässige Zündung von Entladungslampen
mit geringem Aufwand ermöglicht.
[0011] Diese Aufgabe wird bei einem Betriebsgerät mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst. Besonders
vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen.
[0012] Wie oben ausgeführt erzeugt ein Wechselspannungsgenerator zur Zündung von Lampen
eine rechteckförmige Quellspannung
Uq deren Grundfrequenz nahe der Resonanzfrequenz
fres liegt. Nach dem Stand der Technik liegt diese Quellspannung
Uq, nachdem sie eingeschaltet wurde, kontinuierlich während des ganzen Zündvorgangs an.
Beim Einschalten dieser Quellspannung
Uq zeigt sich ein Einschwingvorgang, der an der Lampe eine transiente Überspannung ausbildet.
Diese weist zwar eine Amplitude auf, die zur Zündung der Lampe genügt, jedoch ist
sie zu kurz, um eine Zündung zu bewirken. Die vorliegende Erfindung nutzt die transiente
Überspannung, indem erfindungsgemäß in periodischer Abfolge Einschwingvorgänge ausgelöst
werden. Dazu erzeugt der Wechselspannungsgenerator eine rechteckförmige Quellspannung
Uq für deren Periodendauer
Tper erfindungsgemäß folgende Bedingung angestrebt wird:
Tper ·
fres = n, wobei
n eine natürliche Zahl größer 1 ist. Um eine für die Zündung der Lampe eine genügend
hohe Spannung zu erzielen, muss für die Pulsdauer
Tpuls der Quellspannung
Uq erfindungsgemäß folgende Bedingung erfüllt sein: 0,3 ≤
Tpuls ·
fres ≤ 1.
[0013] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verlaufs der Quellspannung
Uq liegt darin begründet, dass die Anforderung an die Genauigkeit des unabhängigen Oszillators
um mindestens den Faktor 2 reduziert ist. D. h. die oben aufgeführte erfindungsgemäße
Bedingung
Tper ·
fres = n muss nur näherungsweise erfüllt werden. Näherungsweise bedeutet in diesem Zusammenhang,
dass die Bedingung mit einer Genauigkeit von 3% erfüllt wird. Für größere Werte von
n genügt sogar noch eine geringere Genauigkeit.
[0014] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verlaufs der Quellspannung
Uq besteht darin, dass durch die Wahlmöglichkeit für
Tper und
Tpuls die Energie eingestellt werden kann, die der Wechselspannungsgenerator in den Lastkreis
einspeist. Damit kann verhindert werden, dass bei einer Anregung des Lastkreises bei
genau seiner Resonanzfrequenz, Bauteile beschädigt werden.
[0015] Für große Werte von n wird der beschriebene Einschwingvorgang nur selten ausgelöst.
Dabei kann es vorkommen, dass die Lampe nicht mehr sicher gezündet wird. Es hat sich
herausgestellt, dass bei einem Wert von
n = 3 eine sichere Zündung der Lampe gewährleistet ist.
[0016] Der erfindungsgemäße Verlauf der Quellspannung
Uq wird bevorzugt in einen Lastkreis eingespeist, der eine Serienschaltung einer Induktivität
und einer Kapazität enthalt. Dies bedeutet den geringsten Aufwand für die Realisierung
der gewünschten Resonanz.
[0017] Bevorzugt wird der erfindungsgemäße Verlauf der Quellspannung
Uq von einem unabhängigen Oszillator erzeugt, da, wie oben erläutert, damit eine einfache
Möglichkeit besteht den Verlauf der Quellspannung
Uq zu beeinflussen.
[0018] Besonders vorteilhaft ist die Realisierung des unabhängigen Oszillators in Digitaltechnik.
Nur durch Verändern von Registerinhalten kann damit der Verlauf der Quellspannung
Uq modifiziert werden. Durch Einsatz eines Microcontrollers ist dies durch bloße Softwareänderung
möglich.
[0019] Der Aufwand für die Realisierung des erfindungsgemäßen Wechselspannungsgenerators
ist dann sehr gering, wenn darin enthaltene elektronische Schalter direkt vom unabhängigen
Oszillator angesteuert werden können.
Beschreibung der Zeichnungen
[0020] Im folgenden soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert
werden. Es zeigen:
- Figur 1
- ein Schaltbild eines erfindungsgemäßen Betriebsgeräts
- Figur 2
- erfindungsgemäße Spannungsverläufe eines Betriebsgeräts nach Fig. 1
[0021] In Fig. 1 is ein Schaltbild eines erfindungsgemäßen Betriebsgeräts dargestellt. Der
Wechselspannungsgenerator ist als Halbbrückenwechselrichter ausgeführt. Er besteht
aus der Serienschaltung der elektronischen Schalter S1 und S2, die von einem unabhängigen
Oszillator OSC angesteuert werden. Die Serienschaltung der elektronischen Schalter
S1 und S2 ist zur Energieversorgung an eine Gleichspannungsquelle UDC angeschlossen.
Bezugspotenzial ist das Potenzial M, das mit einem Anschluss der Gleichspannungsquelle
UDC verbunden ist. An der Verbindungsstelle der elektronischen Schalter S1 und S2
befindet sich der Ausgang des Wechselspannungsgenerators, wo die Quellspannung
Uq anliegt. Zwischen Quellspannung
Uq und Bezugspotenzial M ist der Lastkreis geschaltet. Er besteht aus der Serienschaltung
eines Koppelkondensators Cb einer Induktivität L und einer Kapazität C. Der Koppelkondensator
Cb dient zum Abkoppeln des Gleichanteils der Quellspannung
Uq. Die Induktivität L und die Kapazität C bilden eine Serienresonanz mit der Resonanzfrequenz
fres aus. Parallel zur Kapazität C liegt der Ausgang des Lastkreises, an dem eine Lampe
Lp angeschlossen ist. Dort wird auch eine Lampenspannung
ULp abgegriffen.
[0022] In Fig. 2 ist der erfindungsgemäße zeitliche Verlauf der Quellspannung
Uq und der Lampenspannung
ULp während der Zündung der Lampe Lp dargestellt. Die Quellspannung
Uq weist einen rechteckförmigen Verlauf mit einer Periodendauer
Tper und einer Pulsdauer
Tpuls auf. Die Amplitude beträgt 375V. Dies entspricht dem Wert der Spannung, den die Gleichspannungsquelle
UDC liefert. Der Verlauf der Spannung
ULp zeigt einen sinusförmigen Verlauf, deren Frequenz der Resonanzfrequenz
fres entspricht. Deutlich ist die Spannungsüberhöhung zu erkennen, die bei jedem Puls
der Quellspannung
Uq auftritt. Die Spitzenspannung der Lampenspannung
ULp beträgt ca. 1000V und ist zur Zündung einer Niederdruckentladungslampe geeignet.
Mit Schwingkreisen höherer Güte lässt sich eine höhere Spannung realisieren, die ggf.
zur Zündung von Hochdruckentladungslampen geeignet ist.
[0023] In Betriebsgeräten für Niederdruckentladungslampen sind typische Werte für die Induktivität
L 2mH und für die Kapazität C 10nF. Diese Werte liegen den Spannungsverläufen in Fig.
2 zugrunde. Daraus berechnet sich eine Resonanzfrequenz
fres von 35,5 kHz. Die Periodendauer
Tper beträgt im dargestellten Beispiel 87µs.
[0024] Das Produkt aus der Periodendauer
Tper und der Resonanzfrequenz
fres beträgt somit 3,08. Dieses Ergebnis liegt mit einer 3% Genauigkeit bei der natürlichen
Zahl 3. Die Pulsdauer
Tpuls beträgt im dargestellten Beispiel 10,7µs. Dieser Wert liegt im geforderten Bereich
zwischen 0,3/
fres (im Beispiel 8,4µs) und 1/
fres (im Beispiel 28µs).
1. Betriebsgerät für Entladungslampen (Lp) mit folgenden Merkmalen:
- ein Lastkreis, der einen Eingang besitzt, der mit einem Wechselspannungsgenerator
verbunden ist, der eine rechteckförmige Quellspannung Uq mit einer Periodendauer Tper und einer Pulsdauer Tpuls abgibt,
- der Lastkreis besitzt einen Ausgang, der mit Entladungslampen (Lp) verbindbar ist,
- der Lastkreis weist eine Resonanz auf, bei einer Resonanzfrequenz fres, die bewirkt, dass die Spannung am Ausgang (ULp), größer sein kann, als die Spannung
am Eingang (Uq),
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Zündung von Entladungslampen (Lp) der Wechselspannungsgenerator eine Quellspannung
Uq abgibt, deren Periodendauer
Tper multipliziert mit der Resonanzfrequenz
fres des Lastkreises näherungsweise eine natürliche Zahl
n ergibt, die größer als 1 ist und
deren Pulsdauer
Tpuls in einem Bereich liegt, der durch folgende Bedingung beschrieben wird:
2. Betriebsgerät gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die natürliche Zahl n gleich 3 ist.
3. Betriebsgerät gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Lastkreis einen Serienschwingkreis bestehend aus Serienschaltung einer Induktivität
(L) und einer Kapazität (C) enthält.
4. Betriebsgerät gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Wechselspannungsgenerator einen unabhängigen Oszillator (OSC) enthält.
5. Betriebsgerät gemäß Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der unabhängige Oszillator (OSC) in Digitaltechnik realisiert ist.
6. Betriebsgerät gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Wechselspannungsgenerator elektronische Schalter (S1, S2) enthält, die von dem
Signal angesteuert werden, das der unabhängige Oszillator (OSC) erzeugt.