[0001] Die Erfindung betrifft einen Fahrkorb für einen Aufzug zum Transport von Lasten und/oder
Personen mit einen Boden, eine Decke und Seitenwände umfassenden Fahrkorbelementen
und mit eine Fang- oder Tragstruktur ausbildenden Tragelementen zur Führung und Halterung
des Fahrkorbes an Führungen.
[0002] Derartige Fahrkörbe kommen bei Aufzuganlagen insbesondere in Hochhäusern zum Einsatz,
wobei sie mit möglichst geringem Energie- und Kostenaufwand einen sicheren und schnellen
Transport von Personen und/oder Lasten ermöglichen sollen. Vor allem bei sehr großen
Förderhöhen ist es vorteilhaft, das Gewicht des Fahrkorbes sowie der zugeordneten
Tragorgane möglichst gering zu halten. In diesem Zusammenhang wurde bereits die Substitution
masseintensiver Stahlseile durch erheblich leichtere Aramidseile vorgeschlagen. Das
Seilgewicht kann dadurch reduziert werden. Außerdem ermöglichen Aramidseile geringere
Biegeradien als Stahlseile, so daß zum Antrieb drehmomentschwächere Motoren verwendet
werden können. Um das Gewicht des Fahrkorbes zu reduzieren, wird in der US-A-4,635,756
der Einsatz von Aluminium als Baumaterial vorgeschlagen, indem als Wandelemente Aluminiumblechtafeln
zum Einsatz kommen. Damit läßt sich jedoch nur eine beschränkte Gewichtsreduzierung
erzielen.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Fahrkorb der gattungsgemäßen Art
derart auszugestalten, daß er ein möglichst geringes Gewicht aufweist.
[0004] Diese Aufgabe wird bei einem Fahrkorb der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß mindestens ein Fahrkorb- oder Tragelement zumindest teilweise
aus einem faserverstärkten Werkstoff gefertigt ist. Unter faserverstärktem Werkstoff
wird hierbei ein Werkstoff verstanden, in den Verstärkungsfasern, beispielsweise Glasfasern,
Kunststoff- oder Kohlenstofffasern, in Form von Einzelfasern und/oder in Form eines
textilen Gebildes eingebracht sind. Der Einsatz faserverstärkter Werkstoffe, insbesondere
faserverstärkter Polymere, beispielsweise Duroplaste oder Thermoplaste, aber auch
metallischer Matrixsysteme, ermöglicht die Ausgestaltung eines Fahrkorbes in Leichtbauweise
mit einem erheblich reduzierten Fahrkorbgewicht. Dadurch können höhere Fahrgeschwindigkeiten
erzielt werden, wie sie insbesondere bei großen Gebäudehöhen sehr wünschenswert sind.
Ein weiterer Vorteil gewichtsreduzierter Fahrkörbe ist darin zu sehen, daß zu ihrem
Antrieb leistungsschwächere Motoren ausreichend sind, wodurch wiederum das Bauvolumen
für die Aufzugsanlage, insbesondere in Bezug auf die Größe des Antriebes, vermindert
werden kann.
[0005] Wie bereits erläutert, kommt als Werkstoff vorzugsweise ein Kunststoffmaterial zum
Einsatz, in das Verstärkungsfasern eingebettet sind. Hierbei ist es von Vorteil, wenn
das Kunststoffmaterial eingefärbt ist, so daß die Farbgebung des faserverstärkten
Fahrkorbteiles bereits bei dessen Herstellung erfolgt und ein nachträglicher Farbauftrag
entfallen kann. Ebenso können durch Verwendung von mehr oder weniger transparentem
und/oder mehr oder weniger eingefärbtem Kunststoff mit angepaßtem Faserverlauf Lichteffekte
oder gar eine natürliche Beleuchtung erzielt werden. Dies kann bis zur Erreichung
einer klaren Durchsicht wie bei einem Fenster geführt werden.
[0006] Als Verstärkungsfasern können beispielsweise Faserschnipsel zum Einsatz kommen, die
in das Werkstoffmaterial eingebettet sind.
[0007] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Verstärkungsfasern sogenannte Endlosfasern
umfassen, das heißt sehr lange Fasern, da dadurch eine besonders hohe Festigkeit des
faserverstärkten Fahrkorbteiles erzielt werden kann.
[0008] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß
die Verstärkungsfasern ein textiles Flächengebilde bilden. Letzteres kann in einer
Ebene ausgerichtet sein, es kann jedoch auch vorgesehen sein, daß das textile Flächengebilde
eine dreidimensionale Form aufweist, zum Beispiel die Form eines Hohlzylinders. Das
textile Flächengebilde kann beispielsweise als Gewebe, als Gestrick oder Gewirke,
als Vlies oder auch in Form eines Geflechtes ausgebildet sein.
[0009] Eine besonders hohe Festigkeit kann dadurch erzielt werden, daß die Verstärkungsfasern
mehrere übereinander angeordnete Lagen bilden. Bei einem derartigen Fasergelege können
die Verstärkungsfasern multiaxial oder variabelaxial ausgerichtet sein. Eine multiaxiale
Anordnung der Verstärkungsfasern zeichnet sich dadurch aus, daß bei einem Fasergelege
die Verstärkungsfasern einer Lage jeweils eine definierte Vorzugsrichtung aufweisen.
Bei einer variabelaxialen Anordnung liegen die Verstärkungsfasern innerhalb der einzelnen
Lagen des Geleges in unterschiedlicher Richtung vor und/oder die Fasern sind als gekrümmte
Endlosfasern angeordnet, z.B. um ein Loch herum gelegt.
[0010] Eine besonders hohe Festigkeit der Fahrkorb- oder Tragelemente kann dadurch erzielt
werden, daß die Verstärkungsfasern in Form eines Geleges angeordnet sind, wobei die
einzelnen Lagen des Geleges miteinander verbunden, beispielsweise miteinander vernäht
sind.
[0011] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Verstärkungsfasern zur Erzielung einer bereichsweisen
Verstärkung des jeweiligen Fahrkorb- oder Tragelementes ein räumliches Verstärkungsprofil
bilden, beispielsweise ein T-förmiges Profil. Ein derartiges Profil kann auf konstruktiv
einfache Weise dadurch erzielt werden, daß die Verstärkungsfasern in der textilen
Struktur eine Ausbuchtung aufweisen. Diese kann vorteilhaft schon in der textilen
Struktur durch Abnähen fixiert sein.
[0012] Vorzugsweise ist zumindest ein Trag- oder Fahrkorbelement in Sandwich-Bauweise aufgebaut.
Hierzu kann zwischen zwei Lagen von Verstärkungsfasern mit einer ersten Vorzugsausrichtung
eine Lage von Verstärkungsfasern mit einer zweiten Vorzugsrichtung positioniert sein.
[0013] Um zu vermeiden, daß die Festigkeit durch Öffnungen, Löcher oder Bohrungen in den
Fahrkorb- oder Tragelementen stark verringert wird, ist bei einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen, daß die Verstärkungsfasern Endlosfasern umfassen, die um
die Öffnungen zumindest teilweise herumgeführt sind. Die Ausgestaltung des Fahrkorb-
oder Tragelementes mit einer Öffnung oder einer Bohrung hat somit kein Durchtrennen
der Endlosfasern und damit keine Verschlechterung von deren Festigkeitseigenschaften
zur Folge. So können die Verstärkungsfasern beispielsweise als Verstärkungsgewebe
so ausgeführt sein, wobei die Fasern um Befestigungspunkte oder Bohrungsbereiche dicht
herumgeführt werden.
[0014] Bevorzugt ist zumindest ein Teil der Verstärkungsfasern kraftflußgerecht gelegt.
Dies ermöglicht eine kraftflußgerechte, d.h. belastungsoptimierte Armierung des Fahrkorbes,
indem nicht nur die Art des faserverstärkten Werkstoffes, sondern die gesamte Bauteilstruktur
des faserverstärkten Fahrkorb- oder Tragelementes bei der Anordnung der Verstärkungsfasern
Berücksichtigung findet. Die Verstärkungsfasern werden hierbei in Abhängigkeit von
der beim Einsatz des Fahrkorbes auf das faserverstärkte Fahrkorb- oder Tragelement
einwirkenden Belastung angeordnet, so daß mit möglichst geringem Materialeinsatz eine
belastungsoptimierte Leichtbaukonstruktion des Fahrkorbes erzielt werden kann.
[0015] So kann beispielsweise vorgesehen sein, daß zumindest ein Teil der Verstärkungsfasern
entsprechend den auf das faserverstärkte Fahrkorb- oder Tragelement einwirkenden Kräften
unterschiedlich dicht angeordnet ist.
[0016] Zum Beispiel kann ein Fahrkorb- oder Tragelement einteilig aus Kunststoff gefertigt
sein, wobei die eingebrachten Verstärkungsfasern eine ortsabhängige Dichte aufweisen,
so daß Bereiche des faserverstärkten Fahrkorb- oder Tragelementes, an denen sehr hohe
Kräfte angreifen, eine höhere Dichte an Verstärkungsfasern aufweisen als Bereiche
mit einer geringeren Kraftbelastung.
[0017] Alternativ und/oder ergänzend kann vorgesehen sein, daß zumindest ein Teil der Verstärkungsfasern
entsprechend dem auf das faserverstärkte Fahrkorb- oder Tragelement einwirkenden Kraftflußverlauf
ausgerichtet ist. Der Verlauf der vorzugsweise als Endlosfasern ausgebildeten Verstärkungsfasern
ist somit an den jeweils auftretenden Kraftfluß angepaßt, und die Verstärkungsfasern
bilden entsprechend dem vorherrschenden Kraftflußverlauf eine zweidimensionale oder
dreidimensionale Faserverstärkung.
[0018] Diese Verstärkung kann schon vor der Herstellung der Kunststoffteile als komplette
textile Struktur gefertigt werden, wobei in dem textilen Teil Befestigungen, Kraftangriffe,
Aussparungen und Kraftverläufe berücksichtigt und durch entsprechende Gewebeausbildung,
Faserverschiebung, Abnäher usw. verwirklicht werden.
[0019] Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Tragelemente des Fahrkorbes, wie z.B. Fang-
oder Tragrahmenteile, zumindest teilweise in die Fahrkorbelemente integriert sind,
wobei die Fang- oder Tragfunktion übernehmenden Fahrkorbelemente zumindest teilweise
aus einem faserverstärkten Werkstoff gefertigt sind. Der Fahrkorb kann somit selbsttragend
ausgestaltet sein, wobei die erforderliche mechanische Stabilität der kombinierten
Fahrkorb- und Tragelemente aufgrund des Einsatzes von faserverstärktem Werkstoff auf
konstruktiv einfache Weise erzielt werden kann.
[0020] Es kann beispielsweise vorgesehen sein, daß zumindest ein Fahrkorbelement, vorzugsweise
zumindest ein Teilbereich einer Seitenwand des Fahrkorbes, aus einem faserverstärkten
Werkstoff gefertigt ist.
[0021] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Fahrkorbes sind mehrere Trag-
und/oder Fahrkorbelemente zu einem einteiligen Element zusammengefaßt. So können beispielsweise
Bereiche des Bodens und Bereiche der Seitenwände zu einteiligen faserverstärkten Elementen
zusammengefaßt sein, zum Beispiel als wannenförmiges Teil. Dies ermöglicht eine kostengünstige
Fertigung und Montage, wobei durch die vorzugsweise kraftflußgerechte Faserverstärkung
die erforderliche Festigkeit gewährleistet ist.
[0022] Der Einsatz von faserverstärktem Werkstoff bei einem Fahrkorb ist nicht auf dessen
Fahrkorb- oder Tragelemente beschränkt. Bei einer vorteilhaften Ausführungsform ist
vielmehr vorgesehen, daß mindestens eine Tür des Fahrkorbes zumindest teilweise aus
faserverstärktem Werkstoff gefertigt ist. So können beispielsweise Türblätter, Türschwellen
oder das Gehänge einer Tür zumindest teilweise aus faserverstärktem Werkstoff hergestellt
sein.
[0023] Eine erhebliche Verringerung des zum Verfahren des Fahrkorbes erforderlichen Energieaufwandes
und der Fahrtwindgeräusche kann dadurch erzielt werden, daß die Fahrkorbaußenkontur
strömungsgünstig ausgebildet ist, beispielsweise in Fahrtrichtung im Boden- und/oder
Dekkenbereich eine konvexe Ausgestaltung aufweist und/oder abgerundete Ecken und Kanten.
Eine derartige Ausgestaltung kann bei Einsatz eines faserverstärkten Kunststoffes
auf kostengünstige Weise mit verschiedenen Herstellverfahren wie beispielsweise Preßtechnik,
RTM-Technik, Wickeltechnik oder Autoklavtechnik erzielt werden. Die bei Einsatz von
bisher nach Stand der Technik üblichen Blechtafeln auftretende strömungsungünstige
Profilierung kann entfallen, es können vielmehr strömungsgünstig abgerundete Formen
zum Einsatz kommen, so daß der Luftwiderstand des Fahrkorbes beträchtlich verringert
werden kann.
[0024] Vorzugsweise bildet der faserverstärkte Werkstoff ein Laminat. Dies gibt die Möglichkeit,
dekorativ zu gestaltende Sichtflächen, beispielsweise Holz- oder Edelstahloberflächen,
durch Einlaminieren von Deckfolien, Furnieren oder dünnen Dekorblechen als Deckschicht
in das Laminat zu erzielen, so daß auf kostengünstige Weise eine ästhetisch anspruchsvolle
Ausgestaltung des in Leichtbauweise ausgestalteten Fahrkorbes erzielt werden kann.
[0025] Die nachfolgende Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung dient
im Zusammenhang mit der Zeichnung der näheren Erläuterung. Es zeigen:
- Figur 1:
- eine schematische Seitenansicht eines Fahrkorbes mit einer vereinfachten Illustration
auftretender Kräfte;
- Figur 2:
- eine schematische Seitenansicht des Fahrkorbes gemäß Figur 1 mit vereinfachter Illustration
einer Faserverstärkung;
- Figur 3:
- eine schematische schaubildliche Darstellung einer ersten Ausführungsform eines Verstärkungsprofiles;
- Figur 4:
- eine Draufsicht auf das Verstärkungsprofil gemäß Figur 3;
- Figur 5:
- eine schematische schaubildliche Darstellung einer zweiten Ausführungsform eines Verstärkungsprofils
und
- Figur 6:
- eine Draufsicht auf das Verstärkungsprofil gemäß Figur 5.
[0026] In Figur 1 ist vereinfacht ein Fahrkorb 10 einer Aufzuganlage dargestellt, der entlang
in Figur 1 nur strichpunktiert angedeuteter, an sich bekannter Führungsschienen 12
mittels einer in der Zeichnung nicht dargestellten, an sich bekannten Antriebseinheit
verfahren werden kann. Der Fahrkorb 10 umfaßt einander seitlich gegenüberstehende
Seitenwände, wobei in der Zeichnung lediglich eine Seitenwand 14 ersichtlich ist.
Die Seitenwände 14 sind über einen Boden 16 sowie eine nach außen gewölbte Decke 18
miteinander verbunden. Der Fahrkorb 10 umfaßt außerdem zwei Fahrkorbtüren 20, 22,
über die der Innenraum des Fahrkorbes 10 zugänglich ist.
[0027] Der Decke 18 benachbart weist der Fahrkorb 10 eine schematisch dargestellte Fangvorrichtung
24 auf, die seitlich über die Seitenwände 14 vorsteht und mittels Fangzangen 26 die
Führungsschienen 12 umgreift, so daß der Fahrkorb 10 mittels der Fangzangen 26 an
den Führungsschienen 12 gehalten werden kann.
[0028] Der Fahrkorb 10 ist selbsttragend ausgestaltet, d.h. die Seitenwände 14, der Boden
16 und die Decke 18 bilden nicht nur Fahrkorbelemente zur Begrenzung des Innenraumes
des Fahrkorbes, sondern sie übernehmen gleichzeitig die Funktion von Tragelementen,
so daß separate Tragrahmenteile, beispielsweise in Form eines separaten Rucksackrahmens,
entfallen können.
[0029] Zur Veranschaulichung der wesentlichen mechanischen Kräfte, die auf den Fahrkorb
10 einwirken, wenn der Fahrkorb 10 mittels der Fangzangen 26 an den Führungsschienen
12 verzögert und anschließend gehalten wird, ist in Figur 1 durch den Pfeil 28 die
in die Führungsschienen 12 eingeleitete Fangkraft F
F illustriert, die Pfeile 30 veranschaulichen die auf den Boden 16 einwirkende Nutzlast
F
N, die aus Gründen der Vereinfachung als gleichmäßig über den Boden 16 verteilte Streckenlast
dargestellt ist, und die von den Fahrkorbtüren 20 und 22 auf den Boden 16 ausgeübten
Gewichtskräfte F
G werden durch die Pfeile 32 bzw. 34 symbolisiert. Alle weiteren Kräfte, die beim Betrieb
des Fahrkorbes 10 auftreten, wurden zur Erzielung einer besseren Übersichtlichkeit
weggelassen.
[0030] Die auf den Boden 16 einwirkenden Kräfte werden über die Seitenwände 14 und die Deckenwand
18 auf die Fangvorrichtung 24 übertragen. Hierzu sind die Seitenwände 14 sowie der
Boden 16 und die Decke 18 aus einem faserverstärkten Kunststoffmaterial gefertigt,
indem in das Kunststoffmaterial, beispielsweise ein Polymer, Endlosfasern, beispielsweise
Glas-, Aramid- oder Kohlenstofffasern, eingearbeitet sind, die den Wänden eine sehr
hohe Festigkeit verleihen. Dies ermöglicht eine erhebliche Gewichtsreduzierung des
Fahrkorbes 10.
[0031] Die Faserverstärkung erfolgt mittels sogenannter Endlosfasern, d.h. sehr langer Fasern,
wobei mehrere Lagen von Endlosfasern übereinander angeordnet sind. Der Verlauf der
Endlosfasern ist in Figur 2 am Beispiel der Seitenwände 14 vereinfacht dargestellt.
Die mehrlagige Faseranordnung der Seitenwände 14 umfaßt hierbei mindestens eine Lage
in Form eines Gewebes 36, das sich gleichmäßig über die einstückig ausgestalteten
Seitenwände 14 erstreckt. Zusätzlich kommt mindestens eine Lage strahlenförmig auf
die Fangvorrichtung 24 zulaufender Fasern 38 zum Einsatz, die an den sich in den Seitenwänden
14 ausbildenden Kraftflußverlauf angepaßt sind und somit eine belastungsoptimierte
Verstärkung der Seitenwände 14 sicherstellen. Die strahlenförmig angeordneten Fasern
38 sind unterschiedlich dicht gepackt dergestalt, daß die von den äußeren, den Fahrkorbtüren
20 und 22 benachbart angeordneten Randbereichen 40 bzw. 42 des Bodens 16 ausgehenden
Fasern dichter gepackt sind als die von einem zentralen Bereich 44 des Bodens 16 ausgehenden
Fasern. In der Anordnung und dem Verlauf der strahlenförmigen Fasern 38 spiegelt sich
somit die mechanische Belastung, die von dem Boden 16 über die Seitenwände 14 auf
die Fangvorrichtung 24 übertragen wird.
[0032] Die Figuren 3 und 4 zeigen vereinfacht eine erste Ausführungsform einer in dem Fahrkorb
10 zum Einsatz kommenden zusätzlichen Verstärkung, wie sie insbesondere für den eine
Tragfunktion übernehmenden Boden 16, aber auch für die Decke 18 und/oder die Seitenwände
14 sowie auch für Teile der Fahrkorbtüren 20 und 22, beispielsweise für deren Türblätter,
zum Einsatz kommen kann. Hierbei findet ein zweilagiges Grundelement 46 Verwendung
mit einer inneren Faserlage 48 und einer äußeren Faserlage 50. Die zusätzliche Verstärkung
des Grundelementes erfolgt durch Aufdoppelung, indem zwei weitere Faserlagen in Form
einer breiten Faserbahn 52 und einer schmalen Faserbahn 54 auf die äußeren Faserlage
50 aufgebracht werden. Sämtliche Faserlagen 48 bis 54 sind in Kunststoffmaterial eingebettet.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel bilden die einzelnen Lagen der insgesamt mit
dem Bezugszeichen 56 belegten Verstärkung jeweils ein Fasergewebe, wobei das Gewebe
der zwischen der äußeren Faserlage 50 und der schmalen Faserbahn 54 positionierten
breiten Faserbahn 52 schräg zu den angrenzenden Geweben ausgerichtet ist, so daß die
Verstärkung 56 insgesamt eine Sandwich-Bauweise aufweist, die der Verstärkung 56 eine
besonders hohe Festigkeit verleiht.
[0033] Alternativ und/oder ergänzend zu einer Verdoppelung oder Vervielfachung eines Grundelementes
kann eine zusätzliche Erhöhung der Festigkeit auch dadurch erzielt werden, daß eine
profilbildende Verstärkung Verwendung findet, wie sie in den Figuren 5 und 6 mit dem
Bezugszeichen 58 skizziert ist. Die Erhöhung der Festigkeit wird hierbei dadurch erzielt,
daß bei einem zweilagigen Grundelement 60 mit einer inneren Faserlage 62 und einer
äußeren Faserlage 64 die äußere Faserlage in Form einer eine Rippe 66 bildenden Ausbuchtung
angeordnet ist, wobei letztere zur Formstabilisierung schon in der textilen Struktur
mittels einer Quernaht 68 vernäht ist. Man kann solche profilierten Verstärkungen
natürlich auch ohne Vernähung in die entsprechende Form bringen und in den Kunststoff
einbetten.
[0034] Der Einsatz der zusätzlichen Verstärkungen 56 oder 58 sowie die belastungsoptimierte
Anordnung von Verstärkungsfasern, wie sie voranstehend unter Bezugnahme auf Figur
2 erläutert wurden, ermöglichen eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Fahrkorbes
10 in Leichtbauweise, wobei Fahrkorbteile aus faserverstärktem Kunststoffmaterial
gefertigt sind. Der Einsatz dieses Materials gibt außerdem die Möglichkeit, die Fahrkorbaußenkontur
strömungsgünstig auszugestalten, indem beispielsweise - wie in den Figuren 1 und 2
dargestellt - die Deckenwand 18 eine konvexe Ausgestaltung erhält, die eine Verringerung
des Strömungswiderstandes zur Folge hat.
1. Fahrkorb (10) für einen Aufzug zum Transport von Lasten und/oder Personen in einem
Aufzugschacht mit einen Boden (16), eine Decke (18) und Seitenwände (14) umfassenden
Fahrkorbelementen und mit eine Fang- oder Tragstruktur ausbildenden Tragelementen
zur Führung und Halterung des Fahrkorbes (10) an Führungen (12), dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Fahrkorb- oder Tragelement (14, 16, 18) zumindest teilweise aus einem
faserverstärkten Werkstoff gefertigt ist.
2. Fahrkorb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der faserverstärkte Werkstoff ein Kunststoffmaterial oder ein metallisches Matrixsystem
umfaßt, in das Verstärkungsfasern eingebettet sind.
3. Fahrkorb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoffmaterial eingefärbt ist.
4. Fahrkorb nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsfasern sogenannte Endlosfasern (38) umfassen.
5. Fahrkorb nach Anspruch 2, 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsfasern ein textiles Flächengebilde (36) bilden.
6. Fahrkorb nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsfasern mehrere übereinander angeordnete Lagen (48, 50, 52, 54) bilden.
7. Fahrkorb nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsfasern multiaxial oder variabelaxial ausgerichtet sind.
8. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstärkungsfasern ein räumliches Verstärkungsprofil (56, 58) bilden.
9. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Tragund/oder Fahrkorbelement in Sandwich-Bauweise aufgebaut ist.
10. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Verstärkungsfasern (38) kraftflußgerecht gelegt ist.
11. Fahrkorb nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Verstärkungsfasern (38) entsprechend der auf das faserverstärkte
Fahrkorboder Tragelement (14) einwirkenden Kräfte (30, 32, 34) unterschiedlich dicht
angeordnet ist.
12. Fahrkorb nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Teil der Verstärkungsfasern (38) entsprechend dem auf das faserverstärkte
Fahrkorb- oder Tragelement (14) einwirkenden Kraftflußverlauf ausgerichtet ist.
13. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Tragelemente in die Fahrkorbelemente (14, 16, 18) zumindest teilweise integriert
sind, wobei die eine Fang- oder Tragfunktion übernehmenden Fahrkorbelemente (14, 16,
18) zumindest teilweise aus dem faserverstärkten Werkstoff gefertigt sind.
14. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Trag- und/oder Fahrkorbelemente zum einem einteiligen Element zusammengefaßt
sind.
15. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Fahrkorb (10) mindestens eine Tür (20, 22) aufweist, die zumindest teilweise
aus faserverstärktem Werkstoff gefertigt ist.
16. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fahrkorbaußenkontur strömungsgünstig ausgebildet ist.
17. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der faserverstärkte Werkstoff ein Laminat bildet.
18. Fahrkorb nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß Sichtflächen des Laminates durch Einlaminieren von Deckfolien, Furnieren oder dünnen
Dekorblechen hergestellt sind.
19. Fahrkorb nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstoff ein teiltransparentes oder volltransparentes Kunststoffmaterial umfaßt.