[0001] Die Erfindung betrifft eine Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung einer Bogendruckmaschine
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Durch die Erfindung soll die Aufgabe gelöst werden, die Geräusche und die Materialabnutzung
der Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung zu reduzieren, auch wenn der Druckmaschinenzylinder
mit höheren Drehzahlen als den heute üblichen Drehzahlen von ungefähr 1200 U/h rotiert.
[0003] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die kennzeichnenden Merkmale von Anspruch
1 gelöst.
[0004] Weitere Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0005] Zu reinigende Druckmaschinenzylinder bei Bogendruckmaschinen sind insbesondere der
Gegendruckzylinder, häufig auch nur als Druckzylinder bezeichnet. Gereinigt werden
können jedoch auch andere Druckmaschinenzylinder von Bogendruckmaschinen, welche eine
Greifereinrichtung für Druckbögen haben.
[0006] Mit einer Reinigungseinheit kann die Mantelfläche eines Druckmaschinenzylinders trocken
oder vorzugsweise nass gereinigt werden. Eine Reinigungseinheit mit einem befeuchtbaren
Waschtuch ist beispielsweise aus der DE 30 05 469 C2 bekannt.
[0007] Die Erfindung wird im folgenden mit Bezug auf die beiliegende Zeichnung anhand einer
bevorzugten Ausführungsform als Beispiel beschrieben.
[0008] Fig. 1 zeigt der Zeichnung zeigt schematisch eine Seitenansicht einer Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung
nach der Erfindung für eine Bogendruckmaschine. Die Bogendruckmaschine ist teilweise
abgebrochen dargestellt und enthält z. B. einen Plattenzylinder 2, von welchem ein
Druckbild auf einen Gummituchzylinder 4 übertragen wird, der das Druckbild auf einen
Druckbogen (nicht dargestellt) aus Papier oder aus einem anderen Material überträgt,
welcher sich auf der Mantelfläche 8 eines Gegendruckzylinders 6 befindet und an dessen
in Drehrichtung 11 vorderen Ende von einer Greifeinrichtung 10 gehalten wird. Der
Gegendruckzylinder 6, im folgenden wie allgemein üblich nur Druckzylinder 6 genannt,
hat mindestens eine solche Greifeinrichtung 10 und kann eine der Anzahl der Greifeinrichtungen
entsprechende Anzahl von Druckbögen auf seiner Mantelfläche 8 nacheinander halten.
Der Druckzylinder 6 von Fig. 1 hat als Beispiel zwei diametral einander gegenüberliegende
Greifeinrichtungen 10.
[0009] Jede Greifeinrichtung 10 enthält einen die Mantelfläche 8 unterbrechenden, sich über
die gesamte Zylinderlänge erstreckenden Kanal 12 (oder Grube), in welcher eine Greiferleiste
14 (oder eine Vielzahl von Greifern) um eine Drehachse 16 schwenkbar ist, um mit einer
Greifernase 18 den vorderen Rand eines Druckbogens (nicht dargestellt) neben dem Kanal
12 auf die Mantelfläche 8 zu klemmen und dann wieder freizugeben zur Weitergabe des
Druckbogens an eine weitere Bearbeitungsstation. Die Greifernase 18 ragt aus dem Kanal
12 heraus über das bezüglich der Drehrichtung 11 hintere Ende 20 des Kanals 12, welcher
ein in Umfangsrichtung gegenüberliegendes vorderes Ende 22 hat.
[0010] Während des vorstehend beschriebenen Druckbetriebes ist eine Reinigungseinheit 24
von der Mantelfläche 8 distanziert in einer Parkposition 24-1.
[0011] Fig. 1 zeigt nicht den vorstehend beschriebenen Druckbetrieb, sondern den Reinigungsbetrieb
zum Reinigen der Mantelfläche 8 des Druckzylinders 2, bei welchem die Reinigungseinheit
24 in einer Reinigungsposition die Mantelfläche 8 kontaktiert. Der Reinigungsbetrieb
ist normalerweise ein Waschbetrieb, da die Mantelfläche 6 des Druckzylinders 2 feucht
schneller reinigbar ist als trocken. Durch die Rotation des Druckzylinders 2 in der
Drehrichtung 11 streift ein Reinigungselement 26, z. B. ein Waschtuch, an der Mantelfläche
8. Das als Reinigungselement 26 dienende Waschtuch wird jeweils dann schrittweise
weiter transportiert, wenn es die Mantelfläche 8 nicht kontaktiert. Der Weitertransport
des Waschtuches 26 erfolgt vorzugsweise durch eine Vorrichtung, welche die Bewegung
der Reinigungseinheit 24 von der in Fig. 1 gezeigten Reinigungsposition in die Parkposition
24-1 (oder bei der umgekehrten Bewegungsrichtung) auf das Waschtuch 26 überträgt.
Statt eines feuchten Waschtuches 26 können auch andere Reinigungselemente verwendet
werden, beispielsweise ein trockenes Tuch oder eine feuchte oder trockene Bürste oder
dergleichen.
[0012] Das Reinigungselement 26 wird federelastisch an die Mantelfläche 8 angestellt (angedrückt).
Deshalb muss der Teil der Reinigungseinheit 24, welcher das Reinigungselement 26 trägt,
etwas näher an die Mantelfläche 8 herangeführt werden, als dies für eine schwache
Kontaktierung der Mantelfläche 8 durch das Reinigungselement 26 erforderlich ist.
Im folgenden wird jedoch zur Vereinfachung der Beschreibung so getan, als ob die Reinigungseinheit
24 zusammen mit dem Reinigungselement 26 nur exakt bis zur Mantelfläche 8 bewegt wird.
[0013] Die Verstellung der Reinigungseinheit 24 zwischen der Reinigungsposition und der
Parkposition 24-1 erfolgt durch mindestens ein doppelt wirkendes pneumatisches Stellglied
28, dessen Druckkolben 30 mit der Reinigungseinheit 24 mechanisch verbunden ist. Das
Stellglied 28 hat auf der einen Seite des Druckkolbens 30 eine Anstelldruckkammer
32 und auf der anderen Seite eine Abstelldruckkammer 34. Sie sind wechselweise mit
Druckluft beaufschlagbar und entlüftbar durch eine Ventilanordnung 36.
[0014] Die Reinigungseinheit 24 ist in einer Halterung 38 geführt, welche in einen Druckmaschinenrahmen
(nicht gezeigt) eingesetzt ist, in welchem die Zylinder 2, 4 und 6 drehbar gelagert
sind.
[0015] Während des Reinigungsbetriebes, im vorliegenden Falle Waschbetriebes, muss dafür
gesorgt werden, dass die Reinigungseinheit 24 nicht in den Kanal 12 eintaucht und
dann an dessen hinterem Ende 20 aufschlägt, und dass das Reinigungselement 26 nicht
auf die Greifernase 18 der Greiferleiste 14 aufschlägt, sondern mit Höhenabstand darüber
hinwegbewegt wird (oder gemäß anderer Ausführungsform die Greifernase 18 nur mit leichtem
Druck kontaktiert), damit das Reinigungselement 26 und die Greiferleiste 14 nicht
aneinander hängenbleiben und einander beschädigen. Bei der hier beschriebenen bevorzugten
Ausführungsform wird davon ausgegangen, dass die Reinigungseinheit 24 zusammen mit
dem Reinigungselement 26 über die Greifernase 18 und über die gesamte Breite des Kanals
12 in Drehrichtung 11 hinweggetragen wird durch eine Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung
40. Gemäß einer anderen Ausführungsform besteht auch die Möglichkeit, die Reinigungseinheit
24 mit dem Waschelement 26 nicht schon vom vorderen Ende 22 des Kanals 12 oder kurz
zuvor über den Radius der Mantelfläche 8 hinaus abzuheben, sondern erst kurz vor der
Greifernase 18. Dies hat aber den Nachteil, dass der Ausstieg der Steuerkurve um so
steiler gemacht werden muss, je kürzer sie ist, und dass die Materialabnutzung und
Geräusche durch Aufschlagen des Kurvenfolgers mit zunehmender Kurvensteilheit ebenfalls
zunehmen.
[0016] Deshalb hat eine nahe bei jeder Greifeinrichtung 10 am Druckzylinder 6 befestigte
Steuerkurve 42 in Zylinderumfangsrichtung eine das Reinigungselement 26 auf einen
größeren Zylinderradius als die Greifernase 18 anhebende und dann wieder absenkende
Länge von Kurvenanfang 44 bis Kurvenende 46, welche vorzugsweise ungefähr gleich groß
wie oder geringfügig größer ist als die Stecke vom vorderen Ende 22 des Kanals 12
bis zum Ende der Greifernase 18 dieses gleichen Kanals 12 entgegen der Zylinderdrehrichtung
11 gesehen. Zur deutlicheren Darstellung ist in Fig. 1 nur ein Steuerkurvenelement
41 für eine der beiden Greifeinrichtungen 10 gezeigt, in Wirklichkeit ist jedoch für
jede Greifeinrichtung 10 ein solches Steuerkurvenelement am Druckzylinder 6 befestigt.
Die Steuerkurve 42 hat, entgegen der Zylinderdrehrichtung 11 gesehen, einen vom Kurvenanfang
44 bis zu einer Bergspitze 48 auf einem Kurvenberg 50 nur mit kleiner Steilheit ansteigenden
Kurvenanstieg 52, und einen von der Bergspitze 48 bis zum Kurvenende 46, vorzugsweise
steiler, abfallenden Kurvenabstieg 54. Am Kurvenanfang 44 oder kurz danach beginnt
das sachte Ansteigen des Kurvenanstieges 52. Auf der Bergspitze 48 ist das Reinigungselement
26 über der Greifernase 18, und nach dem hinteren Kanalende 20 ist das Reinigungselement
26 wieder auf die danach folgende Mantelfläche 8 des Druckzylinders 6 aufgesetzt.
Fig. 1 zeigt die Situation, bei welcher der Kurvenfolger 56 von der Steuerkurve soweit
abgelaufen ist, dass das Waschelement 26 wieder auf der Mantelfläche 8 aufsetzt. Der
Kurvenabstieg 54 kann zum Kurvenende 46 hin steil abfallen.
[0017] Die Ventilanordnung 36 ist Teil einer Steuereinrichtung 60, welche auch einen elektronischen
Steuerteil 62 und einen Drehwinkelgeber 64 enthält. Der Drehwinkelgeber 64 zeigt dem
elektronischen Steuerteil 62 Drehwinkelstellungen des Druckzylinders 6 an, wann das
Stellglied 28 mit pneumatischem Druck beaufschlagt oder entlüftet wird. Als Drehwinkelgeber
64 können vom Druckzylinder 6 betätigte Schalter, beispielsweise Näherungsschalter,
verwendet werden. Bevorzugt wird jedoch ein Inkrementalgeber.
[0018] Die Steuereinrichtung 60 ist derart ausgebildet, dass die Anstelldruckkammer 32 der
Reinigungseinheit 24 für den Kurvenanstieg 52 automatisch entlüftet wird, wobei der
Beginn der Entlüftung von der Drehwinkelstellung des Druckzylinders 6 relativ zur
Reinigungseinheit 24 abhängig ist. Ferner ist die Steuereinrichtung 60 derart ausgebildet,
dass der pneumatische Anstelldruck der
Reinigungseinheit 24 nach der genannten Entlüftung automatisch wieder aufgebaut wird
für den auf die Greifeinrichtung 10 folgenden Abschnitt der Mantelfläche 8 des rotierenden
Druckzylinders 6. Der Beginn der Entlüftung und/oder der Beginn des Wiederaufbaus
des pneumatischen Anstelldruckes des Stellgliedes 28 auf die Reinigungseinheit 24
ist vorzugsweise variabel einstellbar.
[0019] Zusätzlich zum Beginn der Entlüftung ist vorzugsweise auch der Beginn des Wiederaufbaues
des pneumatischen Anstelldruckes von der Drehwinkelstellung des Druckzylinders 6 relativ
zur Reinigungseinheit 24 abhängig.
[0020] Eine bevorzugte Ausführungsform hierfür wird nachfolgend beschrieben.
[0021] Die Ventilanordnung 36 enthält ein Positionierventil 66 und stromabwärts davon ein
Drucksteuerventil 68, durch welche bei den in Fig. 1 gezeigten Ventilstellungen der
pneumatische Druck einer Druckluftquelle 70 über einen Druckregler 72 in der Anstelldruckkammer
32 wirkt und dadurch die Reinigungseinheit 24 von der Parkposition 24-1 in die Reinigungsposition
24 bewegt und dort das Reinigungselement 26 an die Mantelfläche 8 andrückt, um diese
bei rotierendem Druckzylinder 6 zu reinigen. Die beiden Ventile 66 und 68 sind vorzugsweise
5/2-Wegeventile.
[0022] Das Drucksteuerventil 68 befindet sich im Druckluftweg 74 vom Positionierventil 66
zur Anstelldruckkammer 32 und unterteilt diesen in die beiden Wegabschnitte 74-1 und
74-2. Ferner ist ein Druckluftweg 76 vom Positionierventil 66 zur Abstellkammer 34
des Stellgliedes 28 gebildet, welcher an dem Drucksteuerventil 68 vorbei geht. Durch
Umschalten des Positionierventils 66 in seine in Fig. 1 nicht gezeigte Ventilstellung,
und Beibehaltung der in Fig. 1 gezeigten Ventilstellung des Drucksteuerventils 68,
wird die Anstelldruckkammer 32 durch das Positionierventil 66 entlüftet, und die Abstelldruckkammer
34 wird durch das Positionierventil 66 mit der Druckquelle 70 verbunden, so dass deren
pneumatische Druck in der Abstelldruckkammer 34 den Druckkolben 30 und damit auch
die Reinigungseinheit 34 von der in ausgezogenen Linien gezeichneten Position in die
Parkposition 34-1 zurück bewegt.
[0023] Im Druckluftweg 76 der Abstellkammer 34 und im Druckluftweg 74, vorzugsweise im Wegabschnitt
74-1 zwischen den beiden Ventilen 66 und 68, kann sich jeweils eine einstellbare Strömungsdrossel
78 bzw. 80 befinden, welcher jeweils ein in Druckrichtung der Druckluftquelle 70 öffnendes
Rückschlagventil 79 bzw. 81 parallel geschaltet ist. Dadurch kann der Druck der Druckluftquelle
70 jeweils ungedrosselt schnell in den Kammern 32 und 34 aufgebaut werden, und die
Entlüftung dieser Kammern 32 und 34 kann durch die Drosseln 78 und 80 variabel eingestellt
werden.
[0024] Wenn bei dem in Fig. 1 gezeigten Reinigungsbetrieb die vordere Kante 22 die Nähe
des Reinigungselements 26 erreicht, und damit auch der Kurvenfolger 56 sich an oder
kurz vor dem Kurvenanfang 44 befindet, wird dies vom elektronischen Steuerteil 62
durch den Drehwinkelgeber 64 erkannt und der elektronische Steuerteil 62 schaltet
das Drucksteuerventil 68 von der in Fig. 1 gezeigten Druckaufbaustellung in die nicht
gezeigte Ventilstellung um, bei welcher es die Anstellkammer 32 des Stellgliedes 28
mit der Außenatmosphäre 82 verbindet, vorzugsweise über eine einstellbare Strömungsdrossel
84. Durch dieses Entlüften kann die Steuerkurve 32 die Reinigungseinheit 24 über den
Radius der Mantelfläche 8 hinaus radial wegdrücken, ohne dass der Pneumatikdruck in
der Anstelldruckkammer 32 wesentlich erhöht wird durch dieses Zurückschieben der Reinigungseinheit
24. Im Gegenteil, durch das Entlüften kann der pneumatische Druck konstant gehalten
oder reduziert werden. Vorzugsweise wird er hierbei reduziert.
[0025] Diese Druckreduzierung kann noch beschleunigt werden durch zusätzliches Umschalten
des Positionierventils 66 in die in Fig. 1 nicht gezeigte Ventilstellung, in welcher
Druckluft der Druckluftquelle 70 über das Positionierventil und den Druckluftweg 76
in die Abstellkammer 34 gelangen kann, so dass die Entlastung der Reinigungseinheit
24 von der Steuerkurve 42 beschleunigt wird.
[0026] Der Beginn der vorstehend beschriebenen Entlüftung der Anstellkammer 32 und der Gegendruckbeaufschlagung
in der Abstelldruckkammer 34 kann genau am vorderen Kanalende 22 oder vorzugsweise
kurz davor, oder danach, jedoch vor der Greifernase 18 erfolgen. Je weiter dies vor
der Greifernase 18 erfolgt, desto flacher (kleiner Steigungswinkel) kann der Kurvenanstieg
52 sein. Vorzugsweise ist der Beginn der Anstelldruckkammer 32 und/oder der Beginn
der Druckbeaufschlagung der Abstelldruckkammer 34 für den Kurvenanstieg 52 variabel
einstellbar.
[0027] Am Ende der Steuerkurve 42 muss die Reinigungseinheit 24 mit ihrem Reinigungselement
26 wieder auf den dann folgenden Abschnitt der Mantelfläche 8 aufgesetzt werden, vorzugsweise
mit dem Anpressdruck, welcher für die Reinigung der Mantelfläche 8 erforderlich ist.
Deshalb wird die Abstelldruckkammer 34 wieder entlüftet durch die in Fig. 1 gezeigte
Ventilstellung des Positionierventils 66 und die Anstelldruckkammer 32 wird wieder
mit Druckluft der Druckluftquelle 70 beaufschlagt durch die in Fig. 1 gezeigte Stellung
des Positionierventils 66 und des Drucksteuerventils 68 noch bevor der Kurvenfolger
56 von der Steuerkurve 42 auf die Mantelfläche 8 übergeht, d. h. vorzugsweise bereits
vor dem Kurvenende 46, z. B. noch auf dem Kurvenabstieg 54 oder bereits in der Nähe
der Kurvenspitze 48, kurz vor dieser (auf dieser oder nach dieser). Der genaue Zeitpunkt
und die genaue Winkelstellung des Druckzylinders 6 für diesen Vorgang ist vorzugsweise
variabel einstellbar.
[0028] Beim Einbringen von Druckluft in die Anstelldruckkammer 32 und die Abstelldruckkammer
34 und bei deren Entlüftung ist zu beachten, dass dieses Belüften und Entlüften Zeit
dauert und deshalb gestartet werden sollte, bevor die damit gewünschten Relativpositionen
zwischen Reinigungseinheit 24 und Drehwinkelstellung des Druckzylinders 6 erreicht
werden. Je höher die Drehzahl des Druckzylinders 6 ist, desto früher müssen die beschriebenen
Belüftungen und Entlüftungen zeitlich vor den gewünschten Relativstellungen und Drücken
zwischen der Reinigungseinheit 24 und der jeweiligen Drehwinkelposition des Druckzylinders
6 gestartet werden. Dies bedeutet, dass die genauen Zeitpunkte und Winkelstellungen
von mehreren Eigenschaften der Druckmaschine abhängig sind. Zusätzlich zur Drehzahl
des Druckzylinders 6 beispielsweise auch von der Art der Greifeinrichtung 10 und deren
Größe in Zylinderumfangsrichtung und in Richtung radial über den Durchmesser der Mantelfläche
8 hinaus.
[0029] Der Kurvenfolger 56 kann starr an der Wascheinrichtung 24 gebildet oder befestigt
sein, beispielsweise in der Nähe des Reinigungselementes oder über einen Trägerarm.
Der Kurvenfolger und ein solcher Trägerarm erhöhen jedoch das Gewicht der Reinigungseinheit
24 und behindern deren Herausnahme und deren Einsetzen aus bzw. in die Halterung 38
im Maschinengestell.
[0030] Gemäß der in Fig. 1 gezeigten bevorzugten Ausführungsform ist der Kurvenfolger 56
an einem ersten Ende 98 einer Hebelanordnung 86 vorgesehen, welche an der Halterung
38 gelagert ist und ein zweites Ende 100 aufweist, welches an einer zum Zylinderumfang
des Druckzylinders 6 zeigenden Stützfläche 104 der Reinigungseinheit 24 anliegt, wobei
die beiden Enden 98 und 100 jeweils nur gemeinsam in Richtung zum Druckzylinder 6
hin oder von diesem weg bewegbar sind, so dass die Reinigungseinheit 24 durch den
Kurvenanstieg 52 in Richtung vom Druckzylinder 6 wegbewegt wird und durch den Kurvenabstieg
54 in Richtung zum Druckzylinder hin bewegbar ist.
[0031] Gemäß der bevorzugten Ausführungsform ist die Hebelanordnung 86 eine Kniehebelanordnung,
welche zwei an der Halterung 38 je durch eine Lagerung 87 bzw. 88 gelagerte Wippenhebel
90 und 92 und einen Zwischenhebel 94 aufweist, dessen Enden und je an einem Ende der
beiden Wippenhebel 90 und 92 durch Lagerungen 95 und 96 drehbar gelagert sind, wobei
alle Lagerachsen parallel zur Rotationsachse des Druckzylinders 6 angeordnet sind.
[0032] An dem ersten Ende 98 der Hebelanordnung 86 ist der Kurvenfolger 56 angeordnet und
am zweiten Ende 100 der Hebelanordnung ist ein Anschlag 102 gebildet, der in Richtung
vom Druckzylinder 6 weg an der Stützfläche 104 der Reinigungseinheit 24 anliegt, welche
in Richtung zum Druckzylinder 6 zeigt. Der Kurvenfolger 56 und/oder der Anschlag 102
der Hebelanordnung 86 können relativ zu den Hebeln unbewegliche Elemente sein, sind
jedoch zur Vermeidung von Materialabnutzungen und zur Vermeidung von Reibungswiderständen
vorzugsweise durch eine Rolle gebildet, die je an dem betreffenden Wippenhebel 90
bzw. 92 drehbar gelagert ist um eine Drehachse, die parallel zur Drehachse des Druckzylinders
6 ist.
[0033] Durch die Verwendung von zwei Wippenhebeln 90 und 92 und des sie gelenkig miteinander
verbindenden Zwischenhebels 94 können die beiden Hebelenden 98 und 100 jeweils nur
gemeinsam in Richtung zur Steuerkurve 42 bzw. zum Druckzylinder 6 hin oder davon weg
bewegt werden.
[0034] Eine Zugfeder 106 ist mit Vorspannung einerseits an der Halterung 38 und andererseits
an einem der beiden voneinander wegragenden Helbelarme der Wippenhebel 90, 92 befestigt,
vorzugsweise an dem auf die Reinigungseinheit 24 wirkenden Hebelarm des zweiten Wippenhebels
92. Dadurch verbleibt die Zugfeder 106 beim Herausnehmen und Einsetzen der Reinigungseinheit
24 aus bzw. in die Halterung 38 an dieser Halterung, zusammen mit der Kniehebelanordnung
86. Dadurch wird das Gewicht der Reinigungseinheit 24 durch die Zugfeder 106 nicht
erhöht und sie stört nicht deren Handhabung beim Herausnehmen und Einsetzen der Reinigungseinheit
24 aus bzw. in die Halterung 38.
[0035] Die Zugfeder 106 zieht über die Kniehebelanordnung 86 die Reinigungseinheit 24 vom
Druckzylinder 6 weg, wenn im Stellglied 28 der Pneumatikdruck ausfällt. Sie hat damit
eine Sicherheitsfunktion, durch welche Beschädigungen der Wascheinrichtung 24 und/oder
der Greifeinrichtung 10 durch gegenseitiges kontaktieren bei einem Ausfall der Pneumatik
verhindert wird. Die von der Zugfeder 106 auf die Reinigungseinheit 24 wirkende Kraft
ist kleiner als die durch den pneumatischen Druck im Normalfall auf die Reinigungseinheit
24 erzeugte Kraft. Die Zugfeder 106 hat ebenso wie das Beaufschlagen der Abstelldruckkammer
34 des Stellgliedes 28 mit Druckluft während der Entlüftung der Anstelldruckkammer
32 vor und/oder während des Auflaufens des Kurvenfolgers 56 auf den Kurvenanstieg
52 den Vorteil, dass damit der von der Reinigungseinheit 24 auf die Steuerkurve 42
wirkende Druck schneller reduziert werden kann.
[0036] Anstelle einer Zugfeder 106 kann auch eine Druckfeder zwischen der Hebelanordnung
und der Halterung 38 eingesetzt werden, deren Kraft in gleicher Richtung auf die Reinigungseinheit
24 wirkt. Die aus mindestens einer Steuerkurve 42, einem Kurvenfolger 56, einer Kniehebelanordnung
86 und einer Feder 106 (Zug- oder Druckfeder) bestehende Anordnung kann auf einer
Stirnseite oder auf beiden Stirnseiten des Druckzylinders 6 vorgesehen sein.
[0037] Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung kann der Druckluftweg 74 der Anstelldruckkammer
32 oder diese Anstelldruckkammer 32 mit einem Überdruckventil 110 oder einem anderen
Druckbegrenzungselement versehen sein, welches den pneumatischen Druck darin begrenzt;
zusätzlich oder anstatt des Drucksteuerventils 68.
1. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung einer Bogendruckmaschine, enthaltend
eine Reinigungseinheit zur Reinigung der Mantelfläche (8) eines Druckmaschinenzylinders
(6), eine Anstellvorrichtung, die mindestens ein pneumatisches Stellglied (28) mit
einer Anstelldruckkammer (32) zum pneumatischen Anstellen und Andrücken der Reinigungseinheit
an die Zylindermantelfläche (8) des zu reinigenden Druckmaschinenzylinders (6), während
sich auf diesem kein Druckbogen befindet, eine Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung
(40) mit mindestens einer Steuerkurve (42) und mindestens einem auf dieser laufenden
Kurvenfolger (56) zur Abstützung der Reinigungseinheit (24) anstelle durch die Zylindermantelfläche
(8) und dabei Hinwegführen der Reinigungseinheit (24) über mindestens eine am Druckmaschinenzylinder
(6) vorgesehene Druckbogen-Greifeinrichtung (10) in Abhängigkeit von der Drehwinkelstellung
des Druckmaschinenzylinders (6) relativ zur Reinigungseinheit (24) jeweils dann, wenn
die Greifeinrichtung (10) des rotierenden Druckmaschinenzylinders (6) an der Reinigungseinheit
(24) vorbeirotiert,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuereinrichtung (60) vorgesehen ist, welche ausgebildet ist zum automatischen
Entlüften der Anstelldruckkammer (32) des Stellgliedes (28) für einen Kurvenanstieg
(52) einer Steuerkurve (42) der Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung (40), wobei der
Beginn der Entlüftung von der Drehwinkelstellung des Druckmaschinenzylinders (6) relativ
zur Reinigungseinheit (24) abhängig ist, und dass die Steuereinrichtung (60) ausgebildet
ist für einen automatischen Wiederaufbau des pneumatischen Anstelldruckes in der Anstelldruckkammer
(32) des Stellgliedes (28) für den auf die Greifeinrichtung (10) folgenden Abschnitt
der Zylindermantelfläche (8) des rotierenden Druckmaschinenzylinders (6).
2. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Beginn der Entlüftung des pneumatischen Anstelldruckes der Anstelldruckkammer
(32) einstellbar ist bezüglich der Drehwinkelstellung des Druckmaschinenzylinders
(6) relativ zur Reinigungseinheit (24).
3. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Beginn des Wiederaufbaues des pneumatischen Anstelldruckes in der entlüfteten
Anstelldruckkammer (32) einstellbar ist.
4. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Beginn des Wiederaufbaues des pneumatischen
Anstelldruckes einstellbar ist bezüglich der Drehwinkelstellung des Druckmaschinenzylinders
relativ zur Reinigungseinheit (24).
5. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (60) so ausgebildet ist, dass der Wiederaufbau des pneumatischen
Druckes in der Anstelldruckkammer (32) bereits wieder beginnt, während die Reinigungseinheit
(24) noch an die Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung (40) angestellt ist anstatt an
die Zylindermantelfläche (8).
6. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das mindestens eine Stellglied (28) eine Abstelldruckkammer (34) zur Erzeugung eines
pneumatischen Druckes aufweist, welcher in entgegengesetzter Richtung wie der in der
Anstelldruckkammer (32) pneumatisch erzeugbare Druck wirkt.
7. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Entlüftung des pneumatischen Druckes in der Anstelldruckkammer (32) beschleunigbar
ist durch Erzeugung eines pneumatischen Druckes in der Abstelldruckkammer (34), um
dadurch die Druckluft aus der Anstelldruckkammer (32) zu treiben, während die Anstelldruckkammer
(32) von der Steuereinrichtung (60) auf Entlüftung geschaltet ist, zur Reduzierung
des Anpreßdruckes der Reinigungseinheit (24) auf den Kurvenanstieg (52) der Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung
(40).
8. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wiederaufbau des pneumatischen Druckes in der Anstelldruckkammer (32) des Stellgliedes
(28) im Bereich zwischen einem Endabschnitt eines Kurvenanstieges vor einer Kurvenbergspitze
(48) und dem Kurvenende (46) erfolgt.
9. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Beginn der Entlüftung der Anstelldruckkammer (32) beginnt, bevor die Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung
(40) den Anstelldruck der Reinigungseinheit (24) von der Zylindermantelfläche (8)
übernimmt.
10. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerkurve-Kurvernfolger-Anordnung (40) einen Kurvenanstieg (52) aufweist, dessen
Länge in Druckmaschinenzylinder-Umfangsrichtung ungefähr gleich groß ist wie die Zylinderumfangsstrecke
von einem vorderen Kanalende (22) eines Greiferkanals (12) bis zur radial höchsten
Stelle eines am hinteren Kanalende (20) aus dem Greiferkanal (12) herausragenden Druckbogen-Greifers
(18).
11. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass am Druckmaschinenzylinder (6) für jede an ihm vorgesehene Greifeinrichtung (10) eine
Steuerkurve (42) am Druckmaschinenzylinder (6) angeordnet ist, die je mit einem Kurvenfolger
(56) der Reinigungseinheit (24) zusammenwirkt.
12. Druckmaschiennzylinder-Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerkurve (42) in Druckmaschinenzylinder-Umfangsrichtung mindestens teilweise
vor oder nach der zu ihr gehörenden Greifeinrichtung (10) angeordnet ist, dass der
Kurvenfolger (56) an einem ersten Ende (98) einer Hebelanordnung (86) vorgesehen ist,
welcher an einer die Reinigungseinheit (24) aufnehmenden Halterung (38) drehbar gelagert
ist und ein zweites Ende (100) aufweist, welches an einer zum Zylinderumfang des Druckmaschinenzylinders
(6) zeigenden Stützfläche (104) der Reinigungseinheit (24) anliegt, wobei die beiden
Enden (98, 100) jeweils nur gemeinsam in Richtung zum Druckmaschinenzylinder (6) oder
von diesem weg bewegbar sind.
13. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hebelanordnung (86) eine Kniehebelanordnung ist, welche zwei an der Halterung
(38) durch Drehlager (87, 88) drehbar gelagerte Wippenhebel (90, 92) und einen Zwischenhebel
(94) enthält, dessen Enden je an einem benachbarten Ende der Wippenhebel durch je
ein Drehlager (95, 96) drehbar gelagert sind, wobei alle Lagerachsen parallel zur
Rotationsachse des Druckmaschinenzylinders (6) angeordnet sind, und dass die von den
Zwischenhebel (94) entfernten Enden der Wippenhebel (90, 92) die beiden Enden (98,
100) der Kniehebelanordnung bilden.
14. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Feder (106) vorgesehen ist, deren Federkraft auf die Reinigungseinheit
(24) in entgegengesetzter Richtung wie der pneumatische Druck in der Anstelldruckkammer
(32) auf die Reinigungseinheit (24) wirkt und auf diese eine kleinere Kraft ausübt
als der pneumatische Druck in der Anstelldruckkammer (32) beim Anstellen der Reinigungseinheit
(24) an die Zylindermantelfläche (8) oder an die Steuerkurve-Kurvenfolger-Anordnung
(40).
15. Druckmaschinenzylinder-Reinigungsvorrichtung nach Anspruch 14 in Kombination mit Anspruch
12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die mindestens eine Feder (106) einerseits an der Halterung (38) und andererseits
an der Hebelanordnung (86) angreift.