[0001] Bei Panzerfahrzeugen wird häufig ein Räumschild, das auch aus der Erdbautechnik bekannt
ist, vorgebaut, damit Erdreich und andere Gegenstände weggeräumt werden können.
[0002] In der DE 31 01 899 wird zum Beispiel ein Räum- und Stützschild vorgeschlagen, welches
in mehrere Funktionsstellungen geschwenkt werden kann und bei dem betätigbare Anschläge
vorgesehen sind, die den Hydraulikzylinder nach Erreichen einer Funktionsstellung
entlasten können.
[0003] In der DE 31 38 666 wird eine Vorrichtung zum Verschwenken einer Räumschaufel vorgeschlagen,
die ein Schwenken der Räumschaufel um eine vertikale Achse ermöglicht, wodurch das
Räumgut durch die schräggestellte Räumschaufel in Fahrtrichtung zur Seite nach rechts
oder links aus der Fahrspur geräumt wird bei Geradeausfahrt des Trägerfahrzeugs.
[0004] Bei den modernen Räumschildanlagen ist eine Tilteinrichtung bekannt, die eine Querneigung
des Schildes gegenüber der Fahrzeugebene bzw. das Drehen des Schildes um die waagerechte
Fahrzeuglängsachse und damit einen vielseitigeren Einsatz des Räumschildes ermöglicht.
[0005] Der maximale Winkel, um den das Räumschild dabei gegen die Fahrzeugebene geschwenkt
wird, ist relativ klein. Er beträgt zum Beispiel 7 Grad.
[0006] Der Tiltantrieb für ein Räumschild kann auf verschiedene Weise realisiert werden.
Sofern zwei hydraulische Antriebe nebeneinander angeordnet sind, die das Räumschild
um eine Achse quer zur Fahrtrichtung heben oder senken, ist das Tilten einfach möglich,
in dem die Antriebe oder Zylinder nicht gleichmässig um einen Weg ausgefahren werden,
sondern in dem die Zylinder um einen unterschiedlichen Weg ausgefahren werden, wodurch
über entsprechende Hebelanlenkungen und Gelenklagerung das Schild auch aus der Fahrzeugebene
und um die Fahrzeuglängsachse geschwenkt werden kann.
[0007] Aus verschiedenen Gründen darf ein maximaler Tiltwinkel nicht überschritten werden,
damit zum Beispiel die Räumschildlager nicht beschädigt werden. Deshalb ist eine Sicherheitseinrichtung
als Sicherheitsabschaltung erforderlich, die den Tiltantrieb abschaltet bzw. nur noch
gestattet, dass das Schild in die Ausgangslage zurückgeschwenkt wird.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Messeinrichtung mit Auslöseeinrichtung in die
Lagerung des Räumschildes oder an geeigneter Stelle zu intergrieren als Sicherheitseinrichtung,
so daß beim Tilten des Räumschildes ein maximaler Tiltwinkel nicht überschritten werden
kann.
[0009] Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte
Ausgestaltungen gehen aus den Merkmalen der Unteransprüche hervor.
[0010] Erfindungsgemäß wird ein Wegsensor (13) mit Schalter (16) so an das Gelenklager (4,
7) angebracht, daß ein gewisser Winkel zwischen Gelenklagerkugel und Lagergehäuse
zum Ansprechen des Sensors und Auslösen des Schalters führt. Der Schalter führt über
eine entsprechende Verschaltung und Verriegelung mit der Steuerung des Schildantriebes
dazu, daß der Schildantrieb abgeschaltet wird. Der Winkel zwischen Lagerkugel und
Lagergehäuse tritt dann auf, wenn zwei parallel und nebeneinander angeordnete Schildantriebe,
die normalerweise das Schild ganz gleichmässig um eine waagerechte Achse Heben oder
Senken, ungleichmässig so ausfahren, dass das Schild getiltet und damit schräggestellt
wird gegenüber der Fahrzeugebene. Nach Ansprechen des Schalters ist nur noch ein Zurückschwenken
des Schildes aus der Ansprechstellung und bis in die waagrechte Ausgangslage zulässig.
[0011] Der Vorteil der Vorrichtung liegt in der Schutzfunktion für die Räumschildanlage.
Weitere Vorteile liegen in der kompakten Ausführung mit geringem Bauraum und der geschützten
Unterbringung am Gelenklager des Schildes. Weiterhin ist der Realisierungsaufwand
geringer als bei einer Lösung mit Wegaufnehmern im Hydraulikzylinder. Weiterhin ist
die Vorrichtung leicht austauschbar bei Instandsetzung und der Winkelbereich für die
Auslösung ist variabel einstellbar.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1:
- Genereller Aufbau eines Fahrzeuges mit Räumschildanlage
- Figur 2:
- Genereller Aufbau einer Räumschildanlage
- Figur 3:
- Beispiel: Normalstellung eines Räumschildes
- Figur 4:
- Beispiel: Tiltstellung eines Räumschildes
- Figur 5:
- Vorrichtung in Ruhestellung
- Figur 6:
- Vorrichtung in ausgelöster Stellung
[0013] In Figur 1, 2 besteht die Räumschildanlage an einem Fahrzeug 17 aus einem Räumschild
1 an der Fahrzeugvorderseite, das mittels Gelenklagern 4 und zwei Räumschaufelarmen
2 am Fahrzeug angelenkt ist. Die Räumschaufelarme 2 sind auf einer Achse 5 am Fahrzeug
drehbar gelagert und an einem oberen Ende mit den Kolbenstangen w1, w2 von zwei Hydraulikzylindern
3 gelenkig verbunden. Die Hydrozylinder 3 sind mit ihrem Gehäuseende 6 am Fahrzeug
befestigt.
[0014] In Figur 3 und 4 ist das Räumschild 1 von vorn gesehen dargestellt. Ausgehend von
der Ausgangslage in Figur 3 kann das Räumschild um einen Winkel x nach rechts oder
links gedreht werden in eine Tiltstellung wie zum Beispiel in Figur 4. In Figur 5
ist der Weg- und Winkelsensor 13 dargestellt. Das aufgeschnittene Gelenklagergehäuse
7 zeigt einen Lagerbolzen 8 mit einem Gelenklager 9. Die Kugel 10 des Gelenklagers
enthält mittig eine umlaufende Nut 11, in die der Taststift 12 eines Wegaufnehmers
13 hineinragt. Das Gehäuse 14 des Wegaufnehmers 13 sitzt in einer Bohrung des Lagergehäuses
7. Der Taststift 12 erhält eine Vorspannung mittels einer Feder 15, die den Taststift
12 in seiner Nullage in die Nut 11 hineindrückt. Der Taststift 12 betätigt mit seinem
anderen Ende einen elektrischen Schalter 16.
[0015] In Figur 6 ist der Lagerbolzen 8 leicht geschwenkt um einen Winkel x, so daß der
Taststift 12 des Wegaufnehmers 13 aus der Nut 11 der Kugel 10 gedrückt wird. Der Stift
betätigt mit seinem anderen Ende den Schalter 16.
[0016] Mittels Gelenklager 4, das aus einem Lagerbolzen 8 mit Gelenklagerkugel 10 sowie
dem Lagergehäuse 7 besteht, wird die Räumschaufel an zwei Punkten an den Räumschaufelarmen
2, die wiederum über eine Achse 5 am Fahrzeug gelagert sind, gelenkig befestigt. Die
Lagerkugel 10 besitzt umlaufend eine Nut 11. Ein Wegsensor 13 ist mit seinem Gehäuse
14 in einer Bohrung des Lagergehäuses 7 eingesetzt, wobei der Tastsift 12 des Wegsensors
in die Nut 11 hineinragt. Durch eine Feder 15 wird der Taststift 12 nach unten in
Richtung Nut vorgespannt. Am oberen Ende betätigt der Taststift einen Schalter 16.
[0017] Die beiden Hydrozylinder 3, die mit dem fahrzeugseitigen Ende der Räumschaufelarme
einerseits verbunden sind und andererseits am Fahrzeug gelagert sind, drehen bei ausfahrender
Kolbenstange w1, w2 die Räumschaufelarme 2 um die Achse 5 und bewegen damit die an
den Gelenklagern 4 befestigte Räumschaufel 1 nach unten oder nach oben. Weitere Antriebe,
zum Beispiel für das Drehen des Schildes um eine Achse am Schild, sind in Figur 2
der Einfachheit halber weggelassen. Bei gleichmäßig ausfahrenden Kolbenstangen (w1
= w2) wird das Räumschild waagerecht nach oben oder unten geschwenkt. Bei zum Beispiel
ungleichmäßig ausfahrenden Kolbenstangen wird das Räumschild zusätzlich um eine waagerechte
in Fahrtrichtung liegende und gedachte Achse um einen Winkel x gedreht in eine Tiltstellung.
Dieser Winkel x ist auch am Gelenklager 4 mittels eines Wegsensors 13 abgreifbar.
Der Taststift 12 des Wegsensors ragt federvorgespannt in die Nut 11 der Kugel 10 des
Gelenklagers hinein und tastet die Nut ab. Sobald der Winkel x zu einer Verdrehung
der Nut 11 gegenüber dem Lagergehäuse 7 führt, wandert der Taststift 12 aus der Nut
11 und wird angehoben, womit er mit seinem anderen Ende den Schalter 16 auslöst. Der
Schalter 16 schaltet die Hydrozylinder ab und unterbindet damit eine weitere Schwenkung
des Räumschildes.
[0018] Der Weg-/Winkelsensor 13 wird vorteilhaft mindestens an beiden Lagerstellen 4 angebracht
aus Sicherheitsgründen.
1. Vorrichtung für ein Räumschild am Bug von Panzerfahrzeugen als Sicherheitseinrichtung
zur Abschaltung der Schildantriebe, die das Schild verstellen und heben und senken,
insbesondere bei Verwendung von zwei parallel angeordneten Hydraulikzylindern oder
Antrieben, und mit messtechnischer Erfassung des Schwenk- oder Tiltwinkels des Schildes,
wobei das Schild um eine waagerechte in Fahrtrichtung liegende Achse geschwenkt wird
und die Abschaltung erfolgt, wenn ein maximaler Tiltwinkel erreicht und überschritten
wird, dadurch gekennzeichnet, daß ein Wegsensor (13) eine Nut, die sich über eine Kugel eines Gelenklagers (4) erstreckt,
abtastet und eine mögliche Verdrehung der Kugel feststellt, indem sich die Nut in
ihrer Lage relativ zum Sensor verdreht, und der Sensor entsprechend der Nutabtastung
einen Schalter betätigt, der den Schildantrieb abschaltet.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß die Kugel (10) des Gelenklagers (4) auf einem Lagerbolzen (8), der die Lagerung des
Räumschildes (1) in einem Räumschildarm (2) bildet, befestigt ist und die Nut radial
zu der Bolzenachse auf der Kugel umläuft.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, daß der Wegsensor (13) im Lagergehäuse des Gelenklagers (4) senkrecht zur Bolzen- bzw.
Kugelachse von Bolzen (8) bzw. Kugel (10) in einer Gehäusebohrung befestigt ist, so
daß die Abtastung der Nut (11) zum Beispiel mittels Abtaststift (12) senkrecht unterhalb
vom Wegaufnehmer erfolgt.
4. Vorrichtung nach einem der oben genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Abtaststift (12) mittels einer Feder (15) gegen die Nut (11) nach unten vorgespannt
ist.
5. Vorrichtung nach einem der oben genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Abtaststift (12) mit einem Ende einen zum Beispiel elektrischen Schalter (16)
betätigt, der zum Beispiel die Steuerspannung für die Steuerung der Hydraulikzylinder
ein- oder ausschaltet.
6. Vorrichtung nach einem der oben genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (11) durch ihre geometrische Formgebung derart passend zu dem Ende des Abtaststifts
(12) ausgeformt ist, daß bei Schrägstellung von Bolzen (8) und damit Verdrehung von
Lagerkugel (10) um einen gewissen Winkelwert der Stift (12) aus der Nut (11) ausgehoben
und um eine Wegstrecke, die der Nuttiefe entspricht, als Schaltweg nach oben in Richtung
des Schalters (16) verschoben wird.
7. Vorrichtung nach einem der oben genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß der Taststift (12) des Wegsensors (13) oder der gesamte Wegsensor leicht auswechselbar
ausgeführt ist und mittels Taststiftdicke und -formgebung ein entsprechend verschiedener
Schaltwinkel einrichtbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der oben genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß andere Verfahren der Sensierung der Lageveränderung der Nut in der Gelenkkugel für
den Wegsensor verwendet werden zum Beispiel eine optoelektronische Sensierung.
9. Vorrichtung nach einem der oben genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung an Gelenklagern (4) von einem Räumschild (1) angewendet wird, welches
mittels der Gelenklager (4) an zwei parallelen Räumschildarmen (2) angelenkt ist und
die Räumschildarme mit Lagern entsprechend einer Achse (5) an einem Fahrzeug gelagert
sind und die Arme (2) an ihrem einen Ende mittels zwei parallelen Hydraulikzylindern
(3), die ihrerseits mit einem Ende (6) beweglich am Fahrzeug befestigt sind, angetrieben
werden und das Räumschild angehoben oder abgesenkt wird.
10. Vorrichtung nach einem der oben genannten Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß die Verwendung an einer Räumschildanordnung erfolgt, bei der zwei Hydrozylinder (3)
jeweils eine verschiedene Wegstrecke w1 und w2 ausgefahren werden, wodurch das Räumschild
(1) um eine Achse entsprechend der Fahrzeuglängsachse geschwenkt wird.